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Jarvis liest Medienlese…

blogDas ist fast so gut, wie in der New York Times zitiert zu werden: Journalistik-Professor Jeff Jarvis hat in einem sarkastischen Beitrag zur laufenden Kontroverse unter den Uber-Bloggern (Michael Arrington vs New York Times & Dave Winer & Jeff Jarvis & Rafat Ali) unter dem Titel “Ist die Pause endlich vorbei?” auf den Beitrag der Medienlese verwiesen: “sogar in Deutschland lacht man über uns alle, die Schlagzeile lautet ‘Kindergarten – Schlacht der Blog-Giganten’. Können wir bitte in die nächste Schulstunde zurückkehren?”

Als Autor des Medienlese-Beitrags habe ich hier grade mal erfahren, wie gebauchpinselt man schon über eine Verlinkung durch eine der Koryphäen sein kann.

Das gilt umgekehrt aber offensichtlich auch, wie Egomane Jeff Jarvis beweist: Die Pejoration “Kindergarten – Schlacht” wird nämlich aufgehoben durch die Erwähnung, dass Leute wie er sogar in Deutschland (…) gelesen werden, und er kann sich über meine Schlagzeile gleich selber als Blog-Gigant bezeichnen.

Was beweist, dass ein gut gewählter Titel in der Blogosphäre für die Verlinkung so förderlich ist wie im Zeitungswesen für den Kioskverkauf… (womit ich meinerseits nochmals verdeutlicht hätte, wie genial meine Schlagzeile war.)

Fazit ist eine Gemeinsamkeit von Journalisten und Bloggern. Sie leiden alle unter einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Doppelte “Unheilige Manager”

Der Standard hat auch so etwas wie “6 vor 9″, genannt “Site-Seeing”. Allerdings sollten die Redakteure auch anschauen, was der Kollege vorgestern verlinkt hat.

derstandard unheiligemanager 2006-12-14

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Kindergarten-Schlacht der Blog-Giganten

Uber-Blogger Michael Arrington im Kleinkrieg gegen Dave Winer und Jeff Jarvis: Die Blog-Giganten bespucken sich gegenseitig.

In der amerikanischen Medien-Blog-Szene fliegen die Fetzen: Michael Arrington, “Herausgeber” des phänomenal erfolgreichen Blogs “Techcrunch”, hat das Kriegsbeil gegen Medien-Blogger Jeff Jarvis (“Buzzmachine”) und Blogging-Urgestein Dave Winer (“Scripting News”) ausgegraben.

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Reuters Second Life Screenshots

Die Möglichkeit eines virtuellen Lebens fasziniert viele. Seit es Spiele wie Second Life gibt, die dieses zweite Leben fast schon perfekt simulieren, wird ihre Zahl noch zunehmen. Neu ist, dass es ganze Firmen dort hineinzieht. Ein Beispiel ist die Nachrichtenagentur Reuters, die auf einer Insel ein paar Gebäude errichtet hat. Wir waren zu Besuch und haben Fotos gemacht.

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Blick Online!

Eigentlich wollte die 86-Jährige in der Stadt Zürich rückwärts aus dem Parkplatz fahren. Doch sie hatte den Vorwärtsgang drin und gab Gas. Das Auto nahm einen Satz und schiss trotz mehrerer Bäume und Zaun über den Parkplatz hinaus.

Das Auto landete mitsamt Grosi am Steuer vier Meter tiefer auf der Nase.

Was Autos nicht alles tun. Gefunden: hier.

Update am 6.12.2006, 18:10 Uhr: Natürlich hätte ich einen Screenshot machen müssen, denn schon jetzt ist aus dem “i” ist ein “o” geworden. Erfunden ist aber nichts, ich schwöre!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Rote Köpfe

Angry Man

Rote Köpfe wegen Selbstmörder-Hochhaus” heisst es heute bei 20minuten.ch. Im Text ist zu lesen, dass regelmässige Selbsttötungen durch den Sprung von einem Hochhaus in Zürich dem Umfeld Angst machen. Man kann sich gut vorstellen, wie unter den Anwohnern ein allgemeines Unbehagen entstanden ist, gegen das sie nun mit einer Forderung nach Netzen ankämpfen wollen. Wo genau es zu roten Köpfen gekommen ist, in meinem Verständnis eine Kontroverse, die in einen emotional geführten Streit mündet, wird aber nicht klar.

Das Beispiel zeigt, dass die Verbreitung der Wendung, ob passend oder nicht, längst inflationäre Ausmasse angenommen hat. “Rote Köpfe”, meist in der Wendung “sorgt für rote Köpfe” oder “sorgen für rote Köpfe” schreiben Schweizer Journalisten gerne, wenn es um eine irgendeine Kontroverse geht. Und offenbar nur Schweizer Journalisten.

Wir haben eine ungenaue und willkürliche Google-Recherche durchgeführt:

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Jedermann ein Bildreporter?

Yahoo und Reuters haben gestern gemäss GigaOm bekanntgegeben, demnächst “newswertige” Bilder von Benutzern ab Handys und dergleichen in ihre Nachrichten einbauen zu wollen. Das ist ein weiterer Schritt Richtung “Bürger-Reporter”, der allerdings meiner Meinung nach mehr Fragen aufwirft, als er Antworten bietet.

Om Maliki (Der Autor von GigaOm) sieht zunächst nur, dass Yahoo nicht vorhabe, den Lieferanten der Bilder einen Beitrag zu bezahlen, obwohl Yahoo mit seiner Newssite und der darauf plazierten werbugn Geld verdient.

Abgesehen von einem ganzen Haufen anderer (ethischer, qualitativer etc) Fragen möchte ich hier nur mal einen Punkt aufwerfen: Wieviele Fälschungen werden durch die Kanäle der beiden Organisationen sickern?

Und wieviele zusätzliche Gaffer werden inskünftig jede Unfallstelle heimsuchen in der Hoffnung, ihre verwackelten Bilder veröffentlicht zu sehen?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Blogging vs Journalismus (II):
Öffentlichkeit

Die vierte Macht?

Kurzserie: Was unterscheidet Blogging von Journalismus? Weshalb beklagen sich Blogger, von den Medien nicht ernst genommen zu werden? Welche Wechselwirkungen bestehen?

Der Einfluss des Internet auf die Gesellschaft wird häufig mit dem des Buchdrucks verglichen. Beides hat den Zugang zu Wissen radikal verändert.

Das Internet hat die erste Revolution um mehr als eine Dimension erweitert: Es ermöglicht jedermann den Zugang zur “Öffentlichkeit” von beiden Seiten. Wir sind keine “Lesen-” Kultur mehr, sondern eine “Schreiben und Lesen-Kultur”, wie es Lawrence Lessig ausdrückt (unbedingt empfehlenswert: Sein Buch “Freie Kultur”).

Wir haben nicht nur plötzlich auf Knopfdruck Zugriff zum Weltwissen und können uns Minuten nach einem Ereignis bereits die ersten Videos darüber auf Youtube angucken. Plötzlich sind wir alle Verleger, Redaktoren, Filmverleiher oder Analysten. Wenn ich mich hier auf Blogger und Journalisten konzentriere, dann nimmt das Internet den Medienleuten einen Teil ihrer “Gatekeeper”-Funktion weg und verleiht ein bisschen was davon allen, die Lust haben, ein Blog zu schreiben.

Die “Vierte Macht” ist plötzlich mächtiger, aber sie liegt nicht mehr in den Händen einiger weniger. “Macht” wird in diesem Zusammenhang mit “Öffentlichkeit” gleichgesetzt: Wer Zugang zu “den Massen” hat, kann sie für eine Sache mobilisieren.

Und hier liegt das Missverständnis. Die eigentliche “Macht” lag nämlich schon immer bei “den Massen” und nicht bei jenen, die als Gatekeeper funktionierten. Nur weil jemand die Menge an “Öffentlichkeit” beeinflussen kann, das eine Sache hat, heisst das noch lange nicht, dass er auch kontrolliert, was das Publikum damit anfängt. » weiterlesen

Vertreter der Zielgruppe löst Rätsel

Heute fragt sich persoenlich.com, was es mit dieser rätselhaften Kampagne in mehreren Schweizer Zeitungen auf sich hat, in der statt Inseraten blanke Kreuzworträtsel prangen. Die mysteriösen Anzeigen, die weder ihren Sinn und Zweck, noch ihren Urheber verraten, seien von “unbekannten Kunden” geschaltet und bezahlt worden.

Als Vertreter der Zielgruppe (gemäss Anzeigengestalter mit ausserordentlichen Wissen und grossem Interesse, vielen Dank) konnte medienlese.com diesen Fall bereits vor mehr als einem Monat lösen. Wie es weiter heisst, wird, wer der auserlesenen Zielgruppe derer entspricht, die das Rätsel meistern können, belohnt, worauf wir uns jetzt schon, noch in Unkenntnis des Preises, freuen.

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Blogs sind komplett irrelevant

Es war ein Sonntagabend kurz vor neun, als ich auch ein Blog haben wollte. Um kurz nach neun hatte ich eines, es stand nichts drin. Ich schrieb einen Eintrag. Es gab keinen Chefredakteur, keinen Duden, keine ?60 Zeilen mehr ist nicht drin!?-Ansagen: bloggen fühlte sich an wie Urlaub, nur mit Tastatur. Bis zehn Uhr hatte mein Blog drei Einträge und zwei Fotos. Ich wartete, nichts geschah. Ein Zähler zeigte an, dass mein Blog bisher elfmal aufgerufen wurde. Das war ich selber. Nach dem Zähneputzen schaute ich ein zwölftes Mal nach, las meine Einträge, sah mir die Fotos an, fühlte mich gut unterhalten und ging ins Bett. Am nächsten Tag kam ich erst am Abend dazu, mein Blog zu öffnen, das ich unberührt vorfand. Ich schrieb einen zaghaften Eintrag, mit dem Vermerk, dass ich in den nächsten Tagen nicht bloggen könne, da ich verreisen musste, und entschuldigte mich für diesen Umstand. Der Zähler zeigte vierzehn Aufrufe. Zurückgekehrt von der Reise öffnete ich noch im Mantel mein Blog und schrieb erleichtert: Bin wieder da! Nichts geschah. Nur der Zähler hatte eins weiter gezählt. Ich schrieb keine weiteren Einträge und lud keine Fotos mehr hoch, gewöhnte mir vor verlängerten Wochenenden und bei Bettlägerigkeit aber an, mich kurz in meinem Blog abzumelden. Das bin ich meinen Lesern doch schuldig.

So enden die 9 Thesen zur Blogosphäre von Tobias Moorstedt bei jetzt.de. Die hier beschriebene Erfahrung machen viele, die mit Bloggen beginnen. Sie schreiben einen oder zwei Beiträge, merken, dass sie nicht wahrgenommen werden und stellen ihre Tätigkeit frustriert wieder ein.

Aber ist denn etwas anderes zu erwarten? Hat schon jemand eine Zeitung oder eine Zeitschrift lanciert, ohne jemanden davon etwas zu sagen? Sich irgendwo auf eine Wiese gestellt mit hunderttausend gedruckten Exemplaren und gewartet, bis jemand vorbeikommt?

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