4407 Artikel in der Kategorie Meldungen auf netzwertig.com.

Blogger und Journalisten:
Alles nur Zickenterror?

Jeder Artikel von Journalisten über “Web 2.0″ wird inzwischen als Kriegserklärung an dasselbe verstanden. Doch die Blogger sind meist gar nicht gemeint. Leider wissen beide Seiten zuwenig voneinander und pflegen eifrigst Klischees und Vorurteile.

Gestandene Journalisten toben und schimpfen, im Internet stünde nur Müll, und in Blogs sowieso. Gestandene Blogger toben und schimpfen, auf totem Baum stünde nur Müll, und in Online-Portalen sowieso. Schließlich wagt es auch noch ein FAZler, JEHOVA zu rufen, indem er das Wort “Blogjournalismus ” kreiert. Ja Iiiih! “Also mit DENEN wollen WIR doch nichts zu tun haben”. Da sind sich beide schimpfenden Seiten plötzlich einig.

Dabei bloggen Journalisten privat und beruflich. Und Blogger recherchieren. Und eine Blogsoftware wie WordPress ist auch nichts anderes als ein einfaches CMS (Content Management System), also sind auch technisch die Blogs und die Online-Portale verwandt.

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands Michael Konken setzte sich schon vor einigen Wochen in einer ansonsten durchaus vernünftigen Rede auch bei seinen Mitgliedern nachhaltig in die Nesseln, als er verkündete:

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Im Test:
Bravo

Die Bravo geht mit Tokio Hotel in den Urlaub und hat weniger Haare, sonst ist aber alles noch mehr oder weniger gleich. Die Jugendzeitschrift mit 51-jähriger Tradition im Test.

Bravo-Cover

Im Test: Ausgabe 3/2008, 09.01.2008.

Allgemeiner Eindruck

Die Bravo (italienisch: “tüchtig”) muss man wohl kaum erklären. Fast jede, fast jeder im deutschsprachigen Raum ist irgendwann mal in seiner Jugend mit dieser “Jugendzeitschrift” in Berührung gekommen, sei es als regelmässige Käuferin, sei es als heimlicher Leser. Alles in allem macht sie keinen veränderten Eindruck, doch natürlich haben sich die Stars geändert. Kein Limahl mehr, keine Gabriele Susanne Kerner, kein 90210. Die Alternativen heute heissen Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Lisa Bund und Room2012. Sieht ganz so aus wie ein Boulevard-Heft für Kinder.

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In zehn einfachen Schritten:
Schreiben wie Franz Josef Wagner

Sie möchten auch einmal ‘Gossen-Goethe‘ heißen dürfen (NDR), zum ‘Sprecher des Kleinbürgertums‘ avancieren (Wikipedia), täglich den ‘schärfsten Zungenkuss der Berliner Zeitungsgegenwart‘ austeilen (Tagesspiegel)?

Nichts einfacher als. Befolgen Sie einfach unsere zehn simplen Regeln.

1. Bleiben Sie vor allem immer charmant, besonders den Damen gegenüber:

Liebe Hillary Clinton, … wer ist schuld, dass Sie aussehen wie eine Schüssel Haferschleim?

2. Greifen Sie zu kühnen Vergleichen, deren bildhafter Nachvollzug auf Ihre Gedankenwelt wie ein ‘Hirndeo‘ wirken wird:

Ihre Ehe mit Bill war wie die gepresste Blume in einem Poesie-Album.

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Sueddeutsche.de Bilderstrecken:
Easteregg für Stefan

Alle Kinder Portale machen mittlerweile Bilderstrecken, um Klicks zu schinden. Auch öffentlich-rechtliche Rundfunksender sind keine Ausnahme. Sueddeutsche.de übertreibt es allerdings ziemlich schamlos und hat schonmal 50 Bilder parat, RSI inklusive.

Bild sueddeutsche.de Bilderstrecke Niggemeier Stefan klick

Bild sueddeutsche.de Bilderstrecke Niggemeier Stefan klick


Klick’ Dir den Daumen wund: Die Süddeutsche und ihr Bild-Archiv

Dafür hat sueddeutsche.de natürlich schon öfters lästernde Kommentare einstecken müssen. Doch Redakteure sind auch nur Menschen: ab heute wird zurückgeklickt! Wer sich durch die Bilderstrecke “Alle Kinder laufen über die Straße…”

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Endlich entschieden:
Blumencron und Mascolo werden Aust-Nachfolger

Das meldet jedenfalls sueddeutsche.de und beruft sich auf “Verlagskreise”. Andere nennen das Hamburger Abendblatt als Quelle, aber dort ist online nichts zu finden – ebensowenig übrigens wie auf den Webseiten der Spiegel-Gruppe und bei den üblichen Fachmedien. Matthias Müller von Blumencron, derzeit Chefredakteur von Spiegel Online, und Georg Mascolo, Leiter des Hauptstadtbüros, wurden kürzlich schon vom Focus als Favoriten für die Nachfolge Stefan Austs an der Spiegel-Spitze genannt. Nachdem der eigentliche Favorit Claus Kleber sich gegen den Posten entschieden hatte, war eine hausinterne Lösung wahrscheinlicher geworden – denn jeder Kandidat war seitdem nur noch zweite Wahl.

Ums operative Geschäft bei Spiegel Online soll sich in Zukunft Wolfgang Büchner kümmern, der dort bereits seit 2003 stellvertretender Chefredakteur ist.

Anm.: Ich habe die Links zu den Biographien von Blumencron und Büchner wieder entfernt – denn die leiten auf die Startseite von Spiegel Online um, wenn man nicht via Impressum geht. Dazu sagen wir jetzt mal nichts …

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Schwarzseher sehen noch schwärzer

Murdoch macht’s möglich: Mit einer neuen Verschlüsselung könnte der Abo-Sender Premiere die Hälfte seiner Zuschauer abschießen – jene Hälfte, die das Programm illegal empfängt und dafür nicht bezahlt.

Premiere-Logo

Rupert Murdochs jüngste Beteiligung am Premiere-Konzern scheint schon erste digitale Wellen zu schlagen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus plant Premiere eine komplette Umstellung seines Verschlüsselungssystems. Die war und ist auch bitter nötig, da das derzeitige System “Nagravision” schon nach einem Monat wieder geknackt war. Damals sahen über eine Million Schwarzseher mit billigen Chipkarten und einer Software kostenlos alle Programme.

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medienlese – der Wochenrückblick

Poschi auf der Flucht, Presseschau statt Morgengebete, Brüste in der Schwangerschaft.

Ulf Poschardt, leidenschaftlicher Autofahrer und Verachter von VW-Käfer-fahrenden Klimamoralisten, hatte eine schlechte Woche. Zuerst wurde er als Chefredakteur der Zeitschrift Vanity Fair, für die für gut ein Jahr geleitet hatte, gefeuert freiwillig gegangen, dann schüttete eine Rapperin ihm in einer Fernsehsendung überraschend ein Glas Wasser ins Gesicht, nachdem er sie zuvor offenbar Nervensäge genannt hatte. Poschardt verliess darauf die Sendung, nicht ohne einen Knicks zu machen. Ein Handgemenge wäre wohl angemessener gewesen.

Der Perlentaucher staunte über die Süddeutsche Zeitung. Willi Winkler schrieb dort: “Auch der von einigen anstelle eines Morgengebets aufgesuchte InternetDigest Perlentaucher ist unterkomplex, wie es die menschliche Software erlaubt: die anonymen Bergwerker, die im Morgengrauen die Feuilletons ausweiden und dabei auch noch gewichten sollen, sie können die Artikel im besten Fall kurz beriechen, aber in dem dafür vorgesehenen Halbsatz nur selten angemessen wiedergeben.” Der Perlentaucher dazu: “(Und wir dachten immer, die SZ verklagt uns, weil wir zu viel von ihrem Inhalt wiedergeben!)”
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Sonntagszeitung weiß:
Inhalt kommt durch die Haarfarbe

Drin ist, was drauf ist: Davon ist auch die Sonntagszeitung überzeugt und beglückt ihre Leser mit einem Text über Frauen mit helleren und dunkleren Haaren, der nicht nur sinnfrei, sondern auch diskriminierend ist.

21 Jahre gibt es nun die Sonntagszeitung. Sie war der Pionier in der Schweiz, denn bis zum 11.01.1987 erschienen in diesem Land keine Druckerzeugnisse am heiligen Tag [Korrektur: ausser dem SonntagsBlick, siehe Kommentare]. Inzwischen kämpft sie gegen drei Konkurrenten um Inhalte, und sieht sich als “ein Mix aus relevanten News und intelligenter Unterhaltung“.

Klar, Sonntag will man ausspannen und auch mal leichte Lektüre. Beim Werk von Bettina Weber handelt es sich jedoch um eine einzige grosse Oberflächlichkeit.

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Ekliger Sexismus gekürt

Die Leser des textilarmen und weitgehend geistfreien Männermagazins FHM haben abgestimmt – ermittelt wurde nicht nur der beste Film, der eine Nacktszene vertragen hätte, sondern auch die beste Schleichwerbung in einem Film.

FHM-Cover

Mit einer Pressemitteilung werden derzeit die Redaktionen auf die FHM-Awards hingewiesen. Kein Thema für unser seriöses Medienblog, wäre da nicht die Kategorie “beste Schleichwerbung in einem Film”. Darauf springen wir natürlich an, genau unser Thema!

Weil FHM-User aufmerksam sind, gibt’s auch die Kategorie “Beste Schleichwerbung in einem Film”. Die Firma Nokia schaffte es durch “Die Simpsons – Der Film” auf Platz eins. 20 Prozent fiel die Präsenz der Finnen auf. In “Transformers” fuhr der Chevrolet Camaro auffallend oft durchs Bild – mit 18 Prozent kommt er auf Platz zwei. Die Konkurrenz von VW Touareg in “Das Bourne Ultimatum” gefiel 14 Prozent – Platz drei.

…verkündet die Pressemitteilung. Was für eine Idee! Gebt den Medienredakteuren Futter, erfreut ihre Gemüter, gebt ihnen die Gelegenheit, mal etwas über die Nackedei-Zeitschrift zu schreiben. Zitieren dürfen wir aus den Ranglisten auch, aber nur, wenn wir das Cover der aktuellen Ausgabe zeigen.

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Verband Schweizer Presse:
Faxen!

Wo von der Erotik und Haptik des Papiers geschwärmt wird, da wird auch noch gefaxt. Kommunikation 2008 mit dem Verband Schweizer Presse ist ein wahres Vergnügen, allerdings nur, wenn man nicht selbst davon betroffen ist.

Fax Verband Schweizer Presse
Screenshot schweizerpresse.ch

Der Verband Schweizer Presse ist ein lustiger Verein. Im September 2007 sagte der aktuelle Verbandspräsident, der Südostschweizer Verleger Hanspeter Lebrument, Google fürchte sich vor der Schweizer Presse. Mit etwas “Nachhilfeunterricht” werde Google “auf die Welt kommen”.

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