4140 Artikel in der Kategorie Meldungen auf netzwertig.com.

NYT:
Meinungen bald für alle

Logo TimesselectDie New York Times wird ihr Bezahl-Content-Modell Times Select beenden, hat die New York Post herausgefunden. Ein Modell, das auf den ersten Blick gar nicht so desaströs klingt.

Immerhin haben zuletzt knapp 220.000 Abonnenten monatlich 7,95 $ (oder jährlich 49,95 $) bezahlt, um die Artikel (vor allem Kolumnen und Kommentare, aber auch das Archiv zurück bis ins Jahr 1851) bei Times Select lesen zu können. Aber offenbar wiegen die Argumente der größeren Leserschaft, der Erreichbarkeit für Suchmaschinen und der größeren Zahl möglicher Werbeeinblendungen mittlerweile schwerer.

Kein Wunder, meint Scott Karp von Publishing2.com in einer sehr plausiblen Analyse: Im Internet seien so viele kostenlose Inhalte verfügbar, dass “Paid Content” in der Regel nicht mehr attraktiv sei. Und zwar nicht unbedingt erstklassige, professionelle Inhalte, sondern “lediglich” solche, die gut genug sind, um das Informations- oder Unterhaltungsbedürfnis der Nutzer zu befriedigen. Und das dürfte der Knackpunkt sein. Natürlich ist die Vielzahl der Blogs, Podcasts etcetera im Zweifelsfall nicht so “gut” wie der Output einer Vollredaktion, das wird in den nicht tot zu kriegenden Blogs-versus-Journalismus-Diskussionen oft genug betont. Aber das “Gut genug” genügt eben in sehr vielen Fällen. Möglicherweise ist also genau das noch fataler für die eingezäunten Mediengärten, denn die Konkurrenz ist dadurch übermächtig und das Qualitätsbewusstsein im Sinken.

Möglicherweise. Die Gegenthese ist, dass durch das große Angebot an “Gut-genug-Content” das Bedürfnis nach erstklassigem Inhalt steigt; die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und Die Zeit steigern ihre Auflagen, vielleicht ein Beleg. Dass sich mit zuletzt kress.de, jetzt der New York Times und demnächst auch Spiegel Online aber viele gegen die Barrieren entscheiden, spricht die andere Sprache.

» Zur Analyse von Publishing2.com

[via hackr.de]

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Im Test:
blond

Ist das blond magazin nur was für Blonde? Wir haben es getestet.

blond

Im Test die Ausgabe 08/2007.

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Schweizer Fernsehen im Online-Videogeschäft

Die Schweizer Rundfunkgesellschaft SRG lanciert “Video on demand” online. Derzeit im Angebot: Vier (4) Dokumentationen, eine (1)Animation, ein (1) Kurz- und fünf (5!) Spielfilme. Und das alles sehr bequem (hüstel).

Tja, das wars denn auch schon. Fünf deutschsprachige Spielfilme finden sich auf dem grossartig angekündigten Schweizer Video-On-Demand-Portal der SRG. Eine gloriose “Idée Suisse”, das. Vor allem auch die Lancierung in der Webdomäne des Schweizer Farbfernsehens: Die Gebührenzahler werden sich freuen, beim Staatsbetrieb jetzt die von ihm mit seinen Abgaben kofinanzierten Filme gegen nochmalige Bezahlung herunterladen zu dürfen – bei einer per “Digital Rights Management” auf 48 Stunden beschränkten Abspieldauer. Und einem grossartigen, nur Windows-fähigen Bezahlsystem. Siehe Bildroman unten:

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Weltwoche ohne Werbung?

Die aktuelle Weltwoche hat kaum Werbung drin. An was liegt das?

Menno, dachte ich, ist die Weltwoche diese Woche aber dünn, als ich sie Freitag aus dem Briefkasten holte. Apropos Briefkasten: Unter Berliner Briefkästen steht jeweils eine rechteckige Box, in die man all den die Printprodukte begleitenden Verbraucherinformationen gleich entsorgen kann, wenn man sich nicht dafür interessiert. Eine grossartige Lösung – es entsteht so kein von Papier übersätes Treppenhaus und niemand muss, wie in der Schweiz, Berge von unbestellten Alpha-Kadermärkten und Regionalwochenzeitungen bündeln und im Keller horten.

Aber wieso ist denn die neben der WOZ einzig verbliebene sich politischen und gesellschaftlichen Themen widmende Schweizer Wochenpublikation so dünn? Weil sie fast ohne bezahlte Verbraucherinformationen auskommt. Wir listen auf, was in der Ausgabe 31/2007 an Werbung drin ist:

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Medienblogcharts 7/07:
Drei neue in den Charts

An jedem ersten Montag im Monat erscheinen hier die medienlese-Medienblogcharts: Die Top-50 der Medienblogs in deutscher Sprache.

Es ist Sommer, und in den Blogcharts tut sich wenig: Auf den vordersten Rängen der Blogwerk-Medienblogcharts tummeln sich die üblichen verdächtigen und bewegen sich kaum. Stefan Niggemeier konnte zwar kräftig Links zulegen, aber auf seinen zweiten Rang hat das keinen Einfluss – das Bildblog liegt zu weit vorn.

Aber weiter hinten tut sich was:

Rang Vm. Blog Blogs +/-
45 (44) denQuer 49 -
46 (50) medienwissenschaft 49 6
47 (52) Werkkanon 47 6
48 (51) Trice 46 4
49 (47) websehen 45 -
50 (54) Corporate Publishing Lounge 43 5
51 (46) netzausfall 43 -5
52 (48) netzjournalismus.de 41 -2
53 (53) Die Zeit – Meckern 39 -
54 (58) kress 39 4
55 (49) Blattkritik.ch 37 -6

Neu in die hier publizierten Ränge vorgestossen sind der Werkkanon, Trice und die Corporate Publishing Lounge. Sie haben netzausfall, netzjournalismus und die schweizer Blattkritik aus der Liste verstossen.

Den grössten Gewinn hat der Medienblogger von Rang 34 auf 27 geschafft. Die kompletten Top-50:

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medienlese – der Wochenrückblick

Die deutsche Bundesregierung warnte ihre Bürger vor dem gefährlichen W-Lan (das gemäss Messungen nur ein Zwanzigstel der Strahlung eines Handys absondert und nur ein Tausendstel der Stahlung einer Mobilfunkantenne – mehr hier). Elton John wollte das Internet niederreissen. Oder zumindest für fünf Jahre schliessen. Der Chefredakteur der “Oakland Post”, ein militanter Anhänger der Schwarzenbewegung, wurde auf offener Strasse erschossen. Ein Blogger von infamy fand ein selbst gemachtes Bild in der Gratiszeitung Heute wieder und fragte sich, warum. Der ehemals stellvertretende Drogenbeauftragte des Zürcher Sozialamts und nunmehrige SonntagsBlick-Reporter Beat Kraushaar stellte einen 10-Punkte-Plan gegen Sozialhilfebetrug auf.

Zwei Forscher der Universität Köln entkräfteten das Vorurteil, dass Privatsender eher von “bildungsfernen Schichten” gesehen würden. Die Programmwahl lasse mitnichten auf den Bildungsstand schließen. Auch die Behauptung des Historikers Paul Nolte, mit der Etablierung von Sendern wie RTL und Sat.1 sei ein spezielles “Unterschichtenfernsehen” entstanden, sei nicht länger haltbar. Mehr dazu bei zeit.de .

Mario Sixtus hörte böse Zungen, die behaupten würden, dass Kriegsberichterstatter “den ganzen Tag in der Hotelbar CNN schauen, um dann abends, während der Schalte vom Hoteldach (Rauchfahnen im Hintergrund und so), höchst Dramatisches in die Kamera zu sprechen”. Die Rheinische Post enthüllte endlich die nackte Wahrheit: Warum sich Frauen ausziehen und erfolglose Anleger, die den Börsentipps des Moderators Markus Frick trauten, überlegten sich, ihn zu verklagen. Der Blick fragte sich, ob ein Flugzeug-Crash unterhaltend sei und ein Protest von Jägern gegen eine Folge des tschechischen Abendmännchens wurde abgewiesen. Und ich verabschiede mich für eine Woche in die komplett internetfreien Ferien. Ganz ohne Beiträge bleibt deshalb medienlese.com aber nicht.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Maulwurf-Reporterin muss fliehen

Nicht sonderlich raffiniert stellte sich eine Produzentin der Sendung “Dateline” des US-Networks NBC an der Hacker-Konferenz “Defcon” in Las Vegas an: Sie wollte inkognito recherchieren, wurde enttarnt und musste in einer dramatischen Szene fliehen.

So können Karrieren enden: Wer mit wallraff’schen Methoden vorgehen will, sollte sich gut tarnen – und sich vielleicht als Objekt seiner Undercover-Aktion nicht unbedingt die besten Hacker der Welt aussuchen. Sonst kann es sein, dass sich die Kameras ihm zuwenden und er (oder vielmehr sie) zum Gespött der Welt wird.

Michelle Madigan, eine associate Produzentin von NBCs “Aufdeck”-Sendung “Dateline” (berühmt-berüchtigt für Lockvogel-Aktionen mit als Kindern auftretenden Chatteilnehmern, die Pädophile in Häuser locken, wo sie vor laufender Kamera zuerst interviewt und dann verhaftet werden), wollte an der in Las Vegas stattfindenden “Defcon”-Hacker-Konferenz einen Beitrag über die Verbandelung von Regierungsagenten mit der Hackerszene recherchieren.

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Bei Scoop:
Sprachwechsel

Wenn inmitten einer rein schwedischen Webseite ein einziger Artikel auf Englisch publiziert wird, wissen die Leser: Das ist ein internationaler Scoop. Im Mutterhaus IDG hat man begriffen, dass Primeurs in der vorherrschenden Websprache vermarktet werden müssen.

cs1

Die Stockholmer Firma Medison hat mit der Ankündigung eines Notebook-Computers für rund 150$ oder 100? internationales Aufsehen und Skepsis erregt. Am Freitag hat sie mit einer Pressekonferenz nachgedoppelt und dabei kaum Glaubwürdigkeit gewonnen – jedenfalls laut Online-Artikel der schwedischen Zeitschrift “Computer Sweden” (CS). Das wissen wir nicht, weil wir schwedisch verstehen, sondern weil CS den Text als einzigen auf ihrer Webseite auf Englisch publiziert hat – zwischen Schlagzeilen wie “Sex vägar till succé” und “Med storebror i fickan” und ausgestattet mit dem üblichen Kommentarfeld und der Einladung “Senaste Kommentarer
Bli först att tycka till om denna artikel!”.

Das Vorgehen macht durchaus Sinn, zumal anzunehmen ist, dass die Webmaster des Blattes clever genug sind, die Story automatisch nur den Surfern mit ausländischen IP-Adressen auf Englisch anzuzeigen. Bezeichnenderweise führt die Geschichte die Hitliste der “Mest läst just nu”-Artikel an:

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Symbolbild Erzfeind

Gibt es einen Grund, dass das Online-Portal der Neuen Zürcher Zeitung zur Veranschaulichung einer Champions-League-Auslosung des Zürcher Fussballclubs FC Zürich einen jubelnden Spieler im Trikot des Erzfeindes FC Basel zeigt?

NZZ Basel Zürich

Ja, den gibt es:

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Blick Online und die Erotik

Blick.ch macht täglich ein Foto aus seinem als redaktionellen Inhalt getarnten, aber von einem Fremdanbieter erstellten Erotikportal und pappt es auf die Hauptseite.

Wir schrieben bereits im Januar über die Online-Girls von blick.ch. Geändert hat sich seitdem nicht viel – die auf der Seitenleiste rechts täglich wechselnden Bilder von Frauen sind ästhetisch, naja, diskussionswürdig.

Um einen Eindruck davon zu kriegen, haben wir von einigen der Bilder in den letzten zwei Monaten Screenshots gemacht. Die Auswahl ist zufällig:

11.06.2007 Online Girl 2007 06 11

12.06.2007 Online Girl 2007 06 12

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