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Power-User zahlen bei O2 künftig mehr:
Wer Netzneutralität will, muss zu Opfern bereit sein

O2 führt für Neukunden von DSL-Flatrates eine Geschwindigkeits-Drosselung ein, sollten sie überdurchschnittlich viel Datenverkehr verursachen. Das gewählte Modell macht einen fairen Eindruck. Für die Beibehaltung der Netzneutralität sind solche Vorstöße wichtig.

O2Für Internetnutzer ist es kein schöner Gedanke, aber ich glaube, dass wir alle ein Opfer bringen müssen, um die Netzneutralität zu retten. Wie dieses Opfer aussehen könnte, hatte ich im Mai schon einmal angerissen: User sollten Bereitschaft zeigen, mehr für die überdurchschnittliche Inanspruchnahme unbeschränkter Breitband-Flatrates zu zahlen. Auf diese Weise würden sie Verantwortung dafür übernehmen, dass das von ihnen verursachte Datenvolumen aufgrund der Zunahme von gestreamtem Multimedia Content für die Provider steigende Kosten bedeutet. Kosten, die einige Netzbetreiber durch Weiterleitungsgebühren bei Diensteanbietern wie Netflix, YouTube oder Facebook refinanzieren möchten. Aufgrund von bedenklichen Nebenwirkungen derartiger “Internet-Überholspuren” ist es spätestens mittel- bis langfristig im Interesse aller Digitalbürger, dass Telekommunikationskonzernen die Argumentationsgrundlage für derartige Vorstöße – nämlich dass bei Internetzugängen keine Preissteigerungen durchsetzbar seien – genommen wird. » weiterlesen

Krypto-Messenger:
In kleinen Schritten Richtung Mainstream

Immer mehr Smartphone-Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung tauchen auf. Viele haben keine Chance. Dennoch wird ein Durchbruch einzelner Protagonisten wahrscheinlicher. Parallel fangen Investoren an, sich für das Thema zu interessieren.

VerschlüsselungAn Smartphone-Messengern, die auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzen, mangelt es wahrlich nicht mehr. Seit dem Bekanntwerden der Totalüberwachung durch die NSA und befreundete Geheimdienste hat das Segment einen massiven Push erlebt. Von Monat zu Monat tauchen neue Chat-Services auf, die versprechen, dass dank clientseitiger Kryptierung nur die Nutzer selbst Nachrichten lesen können – nicht die Betreiber der Server und auch keine Dritten. Zuletzt lancierte die deutsche Software-Firma Shape einen verschlüsselten Messenger namens Sicher. Die App gesellt sich zu existierenden Services wie Threema (gerade mit neuem Update), Telegram, Surespot, Textsecure, myEnigma und ChatSecure. Weitere, wie Hemlis und Cryptocat, sind in der Entstehungsphase. » weiterlesen

Massiv finanzierte Internetfirmen:
Der Fluch, um jeden Preis wachsen zu müssen

Viele einstige Hoffnungsträger der Internetbranche treffen Produktentscheidungen, die nicht im Sinne der Nutzer sind. Oft bleibt ihnen keine andere Wahl: Hohe Bewertungen und Wagniskapital im dreistelligen Millionenbereich verpflichten sie dazu, um jeden Preis zu wachsen.

Was haben regelmäßige, engagierte Nutzer von Twitter, SoundCloud, Foursquare und Quora gemeinsam? Sie alle mögen zwar Dutzende Verbesserungsvorschläge für einzelne Funktionen und Abläufe aufzahlen können. Dennoch würden die meisten ein insgesamt positives Fazit ziehen und sich im gleichen Atemzug gegen tiefgreifende konzeptionelle Modifikationen aussprechen. Ob Journalisten, Blogger und Multiplikatoren bei Twitter; (Indie-)Musiker, DJs und ihre Fans bei SoundCloud; Weltentdecker, Stadtkenner und Netzwerker bei Foursquare sowie Experten und Wissbegierige bei Quora – jeder der genannten Services hat sich seine ganz spezielle, unnachahmliche Subkultur mit einem jeweils leidenschaftlichen und loyalen Anhang geschaffen. Dummerweise ist das für die Unternehmen hinter diesen Diensten nicht ausreichend. » weiterlesen

Wearables:
Niemand will ein Date mit einem Cyborg

Hersteller von Wearables scheinen von der Annahme auszugehen, dass alle Menschen vom Dasein als Cyborg träumen. Das ist wahrscheinlich ein Grund für die geringe Durchschlagskraft von am Körper getragenen Gadgets.

CyborgZu konstatieren, dass die bisherige Generation von Google Glass und anderen Datenbrillen hinsichtlich der öffentlichen Nachfrage hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, wäre eine Untertreibung. Google scheint sein vor zwei Jahren euphorisch vorgestelltes Produkt mittlerweile selbst eher unangenehm zu sein: Kein einziger Präsentator auf der Keynote der jüngsten I/O-Entwicklerkonferenz trug Glass. Gesprächsgegenstand war es ebenfalls nicht.

Auch Smartwatches erwiesen sich bisher trotz enormer Publicity nicht gerade als Verkaufshit.

Die Gründe für die Ernüchterung bei Wearables sind freilich vielseitig, und überzeugte Anhänger dieser neuen Produktkategorie würden an dieser Stelle wahrscheinlich auf die noch sehr frühe Phase im Produktlebenszyklus verweisen. Dem wäre nicht zu widersprechen. Doch ich glaube, dass die Diskrepanz zwischen dem Medien- und Marketing-Hype um am Körper getragene Gadgets sowie der generellen Nachfrage nach ihnen und tatsächlichen Relevanz von ihnen unter anderem auf einen wichtigen Aspekt zurückzuführen ist:  » weiterlesen

Neue iPhone-App ohne Aufnahme-Funktion:
SoundCloud deutet an, wohin die Reise geht

Mit einer überarbeiteten iPhone-Applikation gibt SoundCloud eine erste Antwort auf die Frage, wohin die Reise für das Musik-Startup geht: weg vom nutzergenerierten und schöpferischen Fokus, hin zum bequemen Anhören von Musik.

SoundCloudVor einer Woche erläuterten wir die offenen Fragen und Gerüchte, die es derzeit über die Zukunft der Berliner Audioplattform SoundCloud zu diskutieren gibt. Tenor: Wie genau es mit dem Dienst weitergehen wird, bleibt im Dunkeln. Klar ist jedoch, dass demnächst etwas geschieht. Mit der am gestrigen Donnerstag veröffentlichten neuen iPhone-App deuten die Hauptstädter an, wie die weitere Strategie aussieht: SoundCloud verabschiedet sich langsam vom nutzergenerierten Audiocontent und damit von der Richtung, die es insbesondere seit Ende 2010 mit der Einführung eines zentralen Aufnahme-Buttons einschlug. Diese Funktion gibt es nämlich in der überarbeiteten iPhone-Applikation nicht mehr. Damit verliert SoundCloud von heute auf morgen die Eignung als Dienst für spontane Audioaufnahmen von unterwegs, wie sie etwa für Blogger und Journalisten sehr praktisch sein können. » weiterlesen

Sinn oder Unsinn:
Ein soziales Netzwerk für den kleinen Kreis

Mit dem Anwachsen der Kontaktlisten verlor Facebook im Laufe der Jahre für User seine vertraute, persönliche Atmosphäre. Weder Path noch ein anderer Anbieter konnten bislang diese Lücke füllen. Oder gibt es gar keine Lücke?

FreundeLetztens bezeichnete mich jemand im Bezug auf meine konservative Regeln bei Facebook-Freundschaften als “letztes Einhorn”. Es ging im Gespräch um die Frage, ob man versuchen sollte, bei Facebook-Freundschaftsanfragen gewisse Selektionskritierien anzusetzen – etwa nur Menschen in das eigene Kontaktnetzwerk zu holen, die man tatsächlich persönlich getroffen hat, oder nur solche Personen, mit denen man mehr Gemeinsamkeiten aufweist, als irgendwann zufällig am selben Ort gewesen zu sein und einige Höflichkeitsfloskeln ausgetauscht zu haben.

Ich bin mir bewusst, dass die meisten Facebook-Nutzer heutzutage nicht mehr sonderlich genau darauf schauen, wer sich so alles in ihrem Kontaktnetzwerk befindet. Viele haben in den Anfangstagen der Nutzung des sozialen Netzwerks nahezu jede Kontaktanfrage akzeptiert und damit die gemütliche, intime Stimmung in ihrem Netzwerk frühzeitig zerstört. Zwar bietet Facebook diverse Werkzeuge an, um Sichtbarkeit eigener Inhalte für andere und Content der “Freunde” zu filtern, zu blockieren und zielgruppengenau auszusteuern. Die Usability dieser Funktionen ist aber nicht immer ideal. Gerade das eigentlich äußerst nützliche Listenfeature wurde von Facebook über die Jahre immer stärker abgewertet und versteckt. Parallel verschiedene Beziehungsnetzwerke und Vertraulichkeitsebenen über Facebook zu verwalten und mit ihnen zu interagieren, fällt damit schwer. Speziell für die Nutzer, deren Kontaktliste sich heute kaum noch von ihrem LinkedIn-Adressbuch unterscheidet, bleibt damit also nichts anderes übrig, als Facebook als etwas persönlichere Ausführung von besagtem Geschäftsnetzwerk zu sehen und sich dort entsprechend zu verhalten. » weiterlesen

Netzriesen auf der Suche nach Wachstum:
Der Kampf um die wertvollen Minuten, die Menschen noch nicht online verbringen

Um ihr Wachstumstempo aufrecht zu erhalten, müssen die führenden Internetunternehmen immer kreativere Wege gehen. So versuchen sie verstärkt, Nutzer in Alltagssituationen zu erreichen, in denen diese bislang kaum oder gar nicht mit dem Web interagierten.

SchlafDie führenden Internetfirmen mit ihren oft vorrangig auf Werbevermarktung basierenden Geschäftsmodellen sind regelrecht dazu gezwungen, kontinuierlich das Zeitpensum zu erhöhen, das Anwender aktiv oder zumindest passiv mit ihren Diensten verbringen. Erst recht angesichts der abbremsenden prozentualen Zuwächse bei der globalen Netznutzerschaft.

Neben Maßnahmen, um Internet per Ballon oder Satellit in entlegene Erdteile zu bringen, ist der verstärkte Vorstoß in Segmente des Alltags, in denen User bislang noch keine oder nur sporadische Online-Interaktionen praktizieren, eine der primären Strategien. Dies erklärt auch einige der jüngsten Akquisitionen und unkonventionell erscheinenden Produktinitiativen der Webriesen. » weiterlesen

Zwei-Buchstaben-Messenger mit Millionenfinanzierung:
Wieso die Reaktionen zu Yo so weit auseinandergehen

Eine Finanzierungsrunde in Millionenhöhe für den Zwei-Buchstaben-Messenger Yo sorgt in Kreisen der Netzwirtschaft für Verwunderung und Spott. Bekannte Köpfe der Branche mahnen jedoch, neue Kommunikationskonzepte nicht übereilt abzuschreiben. Beide Seiten haben ihre Gründe.

YoYo, eine hochminimalistische Kommunikationsapp, mit der Nutzer einander in beliebigen Lebenslagen die Grußformel “Yo” übermitteln können, hat sich von einem Aprilscherz zu einem ernsthaft betriebenen Startup entwickelt. Ein Startup, das für seine weitere Expansion gerade eine Million Dollar Seed-Finanzierung einsammelte. In sozialen Medien und Blogs ist nun eine Diskussion darüber entbrannt, inwieweit eine siebenstellige Kapitalspritze für ein trivial erscheinendes Ein-Feature-Produkt wie Yo ein Zeichen dafür sei, dass die seit einiger Zeit zu beobachtende Überhitzung des Sektors endgültig die Formen einer Blase angenommen hat. Derartige Mutmaßungen besitzen gerade ohnehin Hochkonjunktur. » weiterlesen

Erstes eigenes Smartphone:
Amazon, “Retter” der Konsumgesellschaft

Amazons erstes Smartphone, das Fire Phone, dient vor allem dazu, Konsumenten in regelmäßige Amazon-Kunden zu verwandeln. Auch ein Jahr Prime gibt es gratis dazu. Geht es nach Amazon, hat die Konsumgesellschaft noch lange nicht ihren Zenit erreicht.

Fire PhoneAmazon hat gestern das lange erwartete, erste hauseigene Smartphone präsentiert. Beim “Fire Phone” handelt es sich um ein, was die technischen Spezifikationen angeht, recht marktübliches Oberklasse-Gerät, das vorläufig nur in den USA und für 199 Dollar exklusiv mit einem Zwei-Jahres-Vertrag von AT&T vertrieben wird.

Wie auch bei den Fire Tablets fällt es mir schwer, für das Amazon Smartphone Begeisterung zu empfinden. Nicht unerfüllte Hardwarewünsche bremsen meinen Enthusiasmus, sondern das Motiv, das hinter der Ausweitung der Fire-Produktlinie steckt: Amazon will über die Gadgets digitale und – in erster Linie – physische Produkte verkaufen. Das liegt in der DNA des Onlinehändlers, der zwar auch andere Geschäftssparten betreibt, dennoch aber den Großteil seiner Erlöse im E-Commerce-Bereich erwirtschaftet. » weiterlesen

Zukunft von SoundCloud:
Exit oder Label-Partnerschaften – alles ist möglich

Die Berliner Audioplattform SoundCloud könnte die Geschichte der Musikindustrie neu schreiben – oder am Ende mangels Profitabilität doch von einem Netzgiganten geschluckt werden. Gerüchte gibt es viele. Eine Bestandsaufnahme.

SoundCloudWie geht es weiter mit SoundCloud?

Diese Frage soll keinesfalls suggerieren, es müsse etwas Negatives geschehen. Es fühlt sich einfach an, als liegt bei der Audioplattform etwas in der Luft. Nur was, und ob dies aus Sicht von Nutzern positiv oder negativ zu bewerten ist, ist aktuell unklar.

Einführend kurz ein Überblick darüber, wo das Unternehmen steht: Gegründet wurde SoundCloud 2007 von den Schweden Eric Wahlforss und Alexander Ljung in Berlin. Nach einem anfänglichen Fokus auf Musik stellten die zwei Skandinavier die Firma sukzessive breiter auf. SoundCloud wurde zu einer Audioplattform, gewisserweise ein Äquivalent zu YouTube. Rund 250 Millionen Nutzer konsumieren pro Monat bei SoundCloud gespeicherte Audioinhalte (Stand Oktober 2013). Registrierte Anwender gab es im Sommer vergangenen Jahres laut einem Medienbericht 40 Millionen. Demnach dürften es heute zwischen 50 und 80 Millionen sein. » weiterlesen