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Das vernetzte Haus:
Wenn Apple und Google ernst machen, beginnt eine neue Ära

Apple plant eine Smart-Home-Plattform, Google soll nach Nest abermals ein Startup in dem Bereich kaufen wollen. Sollten die zwei Firmen mit dem vernetzten Haus ernst machen, dann beginnt nach einem Jahrzehnt der Träumerei eine neue Ära.

Smart Home

Seit einer Ewigkeit steht die Vision des intelligenten Hauses im Raum. Doch passiert ist bislang abgesehen von einigen Startup-Projekten mit begrenzter Durchschlagskraft wenig. Auch der smarte Kühlschrank, eine der Paradedisziplinen des Smart Home, bleibt vor allem ein Traum ohne signifikante Fortschritte in der Praxis. Erfahrungsgemäß ist für die Realisierung von technischen Visionen wie dem vernetzten Haus notwendig, dass Giganten der IT-Branche ihr Gewicht hinter die Etablierung entsprechender Dienste werfen. Mit ihrem Know-how und ihrer Marketingkraft kann aus einer die Fantasie anregenden Idee am ehesten Wirklichkeit werden. Momentan mehren sich die Anzeichen, dass große Konzerne das Smart Home endlich massentauglich machen wollen. » weiterlesen

Fünf-Jahres-Vergleich:
Die Digitalökonomie hat sich stark verändert

Manchmal wirkt es, als sei die Evolution der Technologiebranche vorgezeichnet, geprägt von einer Manifestation gewisser Anbieter und Philosophien. Doch ein Fünf-Jahres-Vergleich zeigt: Dem ist nicht so.

Jeder hat schon einmal alte Bekannte wiedergetroffen, die sich äußerlich extrem verändert haben. Fragt man in derartigen Situationen Menschen, die mit besagten Personen regelmäßig Kontakt haben, dann werden sie die Transformation womöglich gar nicht wahrgenommen haben. Für sie fielen die gefühlten Unterschiede von Treffen zu Treffen aufgrund der geringen Abstände dazwischen minimal aus.

Ich glaube, wer im Jahr 2010 auf eine einsame Insel ohne Strom und Internet gezogen wäre und jetzt in die moderne Zivilisation zurückkehrt, der würde genau den beschriebenen Effekt erleben: Grundphilosophien und -annahmen der damaligen Webwirtschaft sind heute nicht mehr die gleichen. Jemand, der den graduellen Prozess aber stetig beobachtet, mag die Tragweite des Wandels lange Zeit kaum mitbekommen. » weiterlesen

Distriubutionskanal Internet:
Über die Zukunft von Netflix & Co

Streamingangebote gibt es in Deutschland einige. Dennoch scheinen viele aus dem Häuschen zu sein, weil Netflix anklopft. Aber es wird nicht nur für Netflix und die Konkurrenz knifflig werden, sondern auch für die Fernseh- und Filmproduzenten. Alle sitzen in dem gleichen Boot – das sich durch die Engen und Weiten des Distributionskanals Internet manövrieren muss.

NetflixDie Nachricht, dass Netflix jetzt nach Deutschland kommt, schlug vergangene Woche bei den Medien ein wie eine Bombe. Nicht nur jede Newssite berichtete darüber. Das Thema wurde auch über die Social Networks flächendeckend kommentiert. Die meisten Nutzer scheinen hocherfreut.

In Deutschland haben wir bereits ähnliche Formate, zum Beispiel Watchever, das, laut dessen CEO Stefan Schulz, ganz gut läuft (auch wenn das Unternehmen keine Zahlen verrät).

Wodurch sich die diversen Anbieter unterscheiden, macht die Sache interessant. Nehmen wir zuerst den Preis: » weiterlesen

Server-Startup kündigt zweite Schwarmfinanzierung an:
Protonet kombiniert Vorbestellungen mit Beteiligung

Nachdem das aus Hamburg stammende Server-Startup Protonet Ende 2012 gute Erfahrungen mit Crowdinvesting machte, startet es in Kürze eine zweite Finanzierungsrunde. Dabei kombiniert es die Vorbestellung der Hardware mit dem Erwerb von Unternehmensanteilen. Dies könnte zum Vorbild für die kommerziell orientierte Schwarmfinanzierung der Zukunft werden.

ProtonetAls das Hamburger Hardware-Startup Protonet Ende 2012 eine Crowdfinanzierungsrunde für seine als “einfachster Server der Welt” bezeichnete Protonet-Box begann, dauerte es gerade mal 48 Minuten, bis das Maximalziel von 200.000 Euro erreicht wurde. In anderen Worten: Die Kampagne war ein voller Erfolg. Seitdem entwickelt sich das Unternehmen um die Gründer Ali Jelveh und Christopher Blum dem Anschein nach recht gut. Die orange-farbene Box ging im Sommer 2013 in den Verkauf. Es gab öffentliches Lob, ein Auszeichnung als Startup des Jahres sowie Berichte zu einer Sicherheitslücke – duchaus ein Attest für Relevanz ist, denn Sicherheitslücken werden in der Regel nur dann medial aufgegriffen, wenn ein Interesse der Öffentlichkeit besteht. Nach Angaben des Startups kommt die Protonext-Box derzeit bei 250 Unternehmen zum Einsatz. 400 Geräte sollen 2014 abgesetzt werden.

Ein Jahr nach dem Verkaufsdebüt der zwei Server-Schwestern “Carla” und “Carlita” wollen die Norddeutschen nun die nächste Phase ihrer Private-Cloud-Strategie zünden: Mit Maya soll eine weitere Box auf den Markt gebracht werden, die sich in Sachen Preis und Leistung unterhalb der existierenden Modelle ansiedelt. Ein “Personal Server zu Laptop-Preisen”, so lautet die Selbstbeschreibung. Zur Verwirklichung dieses Plans greift das Startup abermals auf das bewährte Crowdinvestingmodell zurück – und wählt dafür einen sehr interessanten Ansatz. » weiterlesen

Minderwertigkeitskomplexe und der Schrei nach der Politik:
Warum fühlen sich alte Unternehmen bedroht? Weil sie schlechter sind!

Manche Politiker lassen sich nur zu leicht vor den Karren der Unternehmen spannen, die sich durch digitale Innovation bedroht sehen. Dabei ignorieren sie gern, dass die wahrgenommene Bedrohung aus dem Wissen resultiert, der Konkurrenz selbstverschuldet unterlegen zu sein. Das ist Marktwirtschaft.

MinderwertigkeitskomplexAn verschiedenen Punkten, wo alte und neue Wirtschaft aufeinanderprallen, brodelt es. Alteingesessene Unternehmen stören sich daran, wie neue Player in ihren Märkten die Spielregeln verändern. Manchmal rufen die Etablierten nach dem Staat, um mit Hilfe neuer Gesetze und einer künstlichen Verknappung das alte Kräfteverhältnis wiederherzustellen. Leider lassen sich einige Politiker zu leicht von den Forderungen aus den deutschen Führungsetagen beeinflussen. Die aktuelle Anti-Google-Kampagne, mit Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel als verlängerter politischer Arm der Verlagslobbyisten, zeigt das ganz gut. Zuvor hatte Springer-Chef Matthias Döpfner mit einem offenen Brief die Saat für jetzt folgende Attacken von Gabriel und anderen gegen Google gesät. » weiterlesen

Deep Links:
Apps lernen, miteinander zu sprechen

Lange Zeit gab es zwischen einzelnen mobilen Apps wenig Interaktion. Doch der Trend zum Entbündeln sowie die Werbe-Interessen der Netzriesen sorgen dafür, dass Apps das direkte Verlinken erlernen.

LinkingWer die in der vergangenen Woche von Foursquare veröffentlichte neue App Swarm auf dem Smartphone installiert und für die Original-Foursquare-Anwendung die Verknüpfung zu der neuen Applikation zugelassen hat, wird feststellen, dass beide Programme eng miteinander verflochten sind. Das zeigt sich darin, dass User der Swarm-App, wenn sie das Profil zu einem bestimmten Ort oder Platz einsehen möchten, von Swarm direkt zur Profilseite in Foursquare geschickt werden. Swarm schließt sich, Foursquare öffnet sich. Möchte man dann von Foursquare aus irgendwo “einchecken” und betätigt das entsprechende Icon, wird man umgehend zurück zu Swarm befördert.

Ähnliche Mechanismen lassen sich bei immer mehr mobilen Applikationen beobachten. Um ein in der Google Drive-App für iOS aufgelistetes Office-Dokument zu bearbeiten, schickt einen das iPhone seit kurzem zur neu lancierten Google Docs-App. Wer in Facebooks App eine Chatnachricht an Freunde versenden möchte, landet nach dem Betätigen des entsprechenden Menüpunkts in der Messenger-App – und zwar direkt im Mitteilungsbereich der jeweiligen Person. Was ich hier beschreibe, nennt sich “Deep Linking”, und es entwickelt sich gerade zu einer neuen Konvention im mobilen Web. Angetrieben wird das Phänomen von zwei Trends: der Entbündelung nutzerstarker Anwendungen sowie Initiativen der führenden Netzkonzerne, um das bis dato anders als HTTP-Links nicht einheitlich standardisierte Direktverlinken spezifischer “Seiten” einer App für Programmierer zu vereinfachen. » weiterlesen

Kundenservice im Social-Media-Zeitalter:
Wie Unternehmen es versäumen, unzufriedene Kunden wieder glücklich zu machen

Aus Sicht von Kunden, die von einem Dienstleister enttäuscht wurden, wirkt es glasklar, wie sich ein Gefühl von Zufriedenheit wiederherstellen ließe. Doch viele Firmen sind blind dafür. Sie versäumen es dadurch, die Loyalität ihrer Bestandskunden zu erhöhen.

KundenserviceIn den letzten Wochen hatte ich das (nicht dramatische) Pech, mehrmals von Servicedienstleistern im Stich gelassen worden zu sein. Einmal benötigte die Freischaltung einer mobilen Datenflat rund zehn Tage, ein anderes Mal wartete ich über vier Stunden auf eine Online-Speisenbestellung. Ich erspare mir an dieser Stelle die Nennung der Anbieter, denn damit würde ich implizieren, dass es bei deren Konkurrenten keine derartigen Vorfälle gäbe. Dem ist garantiert nicht so.

Ich möchte mit diesem Beitrag ohnehin nicht die Probleme ansich thematisieren, sondern den Umgang der Unternehmen mit der Krisensituation. Genau genommen ihr Versäumnis, meine Frustration als Kunde durch eine nette Geste zu entschärfen. Dabei wäre das extrem einfach gewesen. » weiterlesen

Übernahmegerüchte:
Warum SoundCloud bei Twitter nicht gut aufgehoben wäre

Recode berichtet, Twitter sei an einem Kauf von SoundCloud interessiert. Spiegel Online schreibt, ein solcher Deal sei bereits wieder vom Tisch. Das wäre besser – für User und für beide Unternehmen.

SoundCloudWenn zwei angeschlagene Internetunternehmen zu einer Firma fusionieren, ergibt sich daraus dann eine Stärkung beider Angebote? Genau derartige Überlegungen scheint es bei Twitter und SoundCloud zu geben: Gemäß Recode denkt erstgenanntes Unternehmen über eine Akquisition der Berliner Audioplattform nach. Es ist das dritte konkrete Übernahmegerücht mit Beteiligung großer Akteure innerhalb von zwei Wochen (neben Apple/Beats und YouTube/Twitch). Spiegel Online will allerdings erfahren haben, dass Twitter sich doch gegen eine Übernahme der Hauptstädter entschlossen hat. Es wäre besser so, denn beide Firmen haben Baustellen vor der Tür. » weiterlesen

Von werbefrei bis dezentral:
5 gescheiterte Visionen für das Web, die trotzdem Zukunft haben

Geschäftsmodelle, die auf Werbung verzichten, gelten ebenso als Heilsbringer für ein freies, gesundes Internet wie dezentrale Serverstrukturen, HTML5, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Open Source. Doch obwohl Erfolge sich in Grenzen halten, muss man die Hoffnung nicht aufgeben.

Visionen

Das Internet und die darauf aufbauenden Dienste haben sich in den 20 Jahren ihrer kommerziellen Existenz rasant entwickelt. Doch während die Evolution in machen Bereichen so schnell ging, dass unaufmerksame Milliardenunternehmen der Branche innerhalb kürzester Zeit von Marktführern und Trendsettern zu Artefakten aus einer vergangenen Zeit wurden, steht der Fortschritt an anderer Stelle still: Manche Geschäftsansätze und technischen Konstrukte gelten in der Theorie gemeinhin als Wegbereiter und Bewahrer eines freien, demokratischen, effektiv funktionierenden Netzes, konnten sich in der Praxis jedoch nie in dem dafür erforderlichen Maße durchsetzen.

Die folgenden fünf Beispiele leiden alle unter dem Problem, dass sie teilweise seit Dekaden als Ideallösungen angepriesen werden, aber noch immer auf ihren Durchbruch warten. Betrachtet man das Glas als “halb leer”, handelt es sich um fünf gescheiterte Visionen für das Web. Aus optimistischer Sicht hingegen erscheint es angebracht, die genannten Punkte als Ansporn und Aufgaben für die Zukunft zu verstehen. Denn manchmal schlagen Projekte und Initiativen deshalb fehl, weil die Zeit noch nicht reif war. » weiterlesen

Eine Milliarde Dollar für Twitch:
YouTubes Übernahmeobjekt könnte das Live-TV von morgen werden

Laut US-Medien steht YouTube kurz davor, die Spiele-Streaming-Community Twitch für eine Milliarde Dollar zu übernehmen. Der Deal bietet Vorteile für beide Seiten und liefert dem zu Google gehörenden Videoportal eine weitere Zutat für das Fernsehen von morgen.

Twitch

YouTube steht kurz vor der Übernahme der Gamestreaming-Community Twitch. Eine Milliarde Dollar in bar soll das zu Google gehörende Videoportal für das US-Startup zahlen wollen, berichtet Variety unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Auch The Verge will entsprechende Gerüchte gehört haben. Während beide Publikationen eine zeitnahe Bekanntgabe der Akquisition in Aussicht stellen, schreibt das Wall Street Journal lediglich von Verhandlungen “in einer frühen Phase”. Fakt ist: Ein derartiger Deal würde sehr viel Sinn ergeben. » weiterlesen