1983 Artikel in der Kategorie Analysen auf netzwertig.com.

Netflix:
Ein neuer globaler Internetgigant wächst heran

In Nordamerika ist Netflix schon jetzt eine feste Größe im Internetgeschäft. Doch die Erfolgsgeschichte des Videostreaming-Pioniers ist noch lange nicht zu Ende. Wahrscheinlich fängt sie gerade erst an.

netflix_logoGestern berichtete ich über das Massenereignis, zu dem die Fortsetzung des Netflix-Serienhits House of Cards in den USA avancierte. Heute möchte ich genauer beleuchten, warum ich die Entwicklung rund um den kalifornischen Videodienst Netflix für so wegweisend halte. Meine persönliche Annahme ist, dass das Unternehmen in Zukunft in der selben Liga spielen wird wie die heutigen “Big Five” des Internets, nämlich Apple, Google, Amazon, Facebook, and Microsoft.

In einem Kommentar zu meinem gestrigen Beitrag wurde ich gefragt, wo meine kritische Haltung geblieben sei. Diese ist natürlich nicht verloren gegangen. Ich sehe aber derartig viele Missstände im aktuellen TV- und Filmmarkt (hier schön zusammengefasst), dass ich schlicht dankbar darüber bin, wenn ein risikofreudiger, innovativer Anbieter des Internetzeitalters der Branche und ihren durch jahrzehntelangen Erfolg bequem gewordenen Protagonisten ordentlich einheizt. Selbst wenn der Aufstieg von Netflix wie jede Verschiebung von Kräfteverhältnissen in Wirtschaftssektoren nicht nur positive Folgen haben wird. Kurz- bis mittelfristig aber sehe ich die Vorteile aus Zuschauersicht deutlich überwiegen. » weiterlesen

Vom “Plugin” zum Motor des Alltags:
Startups stellen mit dem Internet die “Offline”-Wirtschaft auf den Kopf

20 Jahre lang war das kommerzielle Internet vor allem eine praktische Hilfestellung. Jetzt verwandeln Startups es in den Motor für alles. Mit weitreichenden Folgen für viele Wirtschaftszweige.

Startup“Das Thema Kommunikation ist durch. In nächster Zeit wird es vor allem darum gehen, Logistik der realen Welt mit einem digitalen ‘Layer’ zu überziehen”. So beschrieb jüngst ein Webunternehmer im Gespräch sehr treffend die aktuell in der Internet- und Startupbranche zu beobachtende Schwerpunktverlagerung. Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der soziale Netzwerke, Kommunikationsdienste und Chat-Apps im Fokus hunderter Gründer standen, ist dieses Terrain zumindest einigermaßen abgegrast.

Stattdessen konzentrieren sich Entrepreneure darauf, die bislang von der Digitalisierung nur am Rande tangierten Wirtschaftszweige der “Offline”-Welt auf den Kopf zu stellen. War digitale Technologie bislang für Menschen eine zusätzliche Hilfe, um den etablierten Strukturen und Prozessen folgenden Alltag zu handhaben, stellen immer mehr Startups eben diesen Grundstrukturen über technologiegestütze Ansätze in Frage und versuchen sich an einer kompletten Neudefinition. » weiterlesen

“House of Cards” Staffel 2:
Netflix-Seriendebüt wird zum wegweisenden Massenereignis

Der Wirbel um den Start der zweiten Staffel der Netflix-Serie “House of Cards” war so groß, dass sogar ein Zusammenbruch des Internets befürchtet wurde. Wir werden gerade Zeuge eines radikalen Wandels der TV-Branche.

House of Cards

Früher haben sich die Leute wochenlang auf das Kinodebüt eines Blockbusters gefreut und sind alle am ersten Tag in die Filmhäuser gestürmt. Heute erhält dieses Phänomen keine große Beachtung mehr, selbst wenn das erste Wochenende für neue Streifen noch immer eine große Bedeutung hat. Die Aufmerksamkeit von Unterhaltungswilligen und Branchenmedien gilt aber heutzutage in erster Linie dem Start neuer Serienstaffeln. Ganz besonders dann, wenn Hollywood-Schreck Netflix eine seiner Exklusivproduktionen auf die Öffentlichkeit loslässt.

Genau das geschah am Freitagabend, als der Videostreamingdienst aus dem kalifornischen Los Gatos die zweite Staffel des mehrfach preisgekrönten Politikdramas House of Cards scharf schaltete. Seitdem stehen sämtliche 13 Folgen der Produktion für 44 Millionen Netflix-Abonnenten in 41 Ländern zum On-Demand-Abruf bereit, ideal für ausdauernde “Binge Viewer”. » weiterlesen

Ende des Traums vom papierlosen Büro:
Doo gibt auf und startet neu

Das Bonner Dokumenten-Startup Doo hat heute Nachmittag das Ende vom bisherigen Geschäftskonzept und gleichzeitig einen Neustart angekündigt. Mit der Idee eines strukturierten Dokumenten-Systems zur Aufbewahrung ist man, wie alle Player auf dem Markt, gescheitert.

Verabschiedung und Neuanfang von Doo

Verabschiedung und Neuanfang von Doo

Sie waren einst angetreten, um das papierlose Büro wahr werden zu lassen, doch mittlerweile zeigt sich, dass keins der zuletzt mit dieser Mission angetretenen deutschen Startups mit dieser Vision Erfolg hatte. Zumindest nicht im ersten Schritt. Smarchive benannte sich in Gini um, brachte erst drei Jahre nach dem Start eine schlankere App heraus und will sich nun auf ein eigenes Ökosystem konzentrieren. Doctape startete als Dropbox-Alternative mit automatischer Medienkonvertierung neu. Um fileee wurde es zuletzt ruhig und auch Doo hat jetzt die Notbremse gezogen.

In einer Mail, die das Bonner Startup heute verschickte, kündigte das Team um die drei Gründer Frank Thelen, Marc Sieberger und Alex Koch den Abschied von der Dokumenten-App ab. Allerdings nicht vom Startup-Business und auch nicht von Doo selbst. Das Unternehmen soll als Cloud-Lösung mit neuen Diensten weiter machen. Welche, das will man in den nächsten Wochen bekannt geben.
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“Freunde finden”-Funktion in Apps:
Die Wahl ist schwieriger als gedacht

Ein Kontaktabgleich mit sozialen Netzwerken ist für junge Apps mit kommunikativer Komponente ein idealer Weg, um Nutzer schnell mit “Freunden” zusammenzubringen. Doch die Wahl der “Provider” – ob Facebook, Twitter, Xing oder LinkedIn – will gut überlegt sein.

Freunde findenWenn Mobile Startups mit begrenzten Ressourcen ihr Produkt entwickeln, stellt sich ihnen meist die schwierige Frage nach der Plattform, auf die sie sich zuerst fokussieren sollen: iOS oder Android? Doch die Macher von Anwendungen, bei denen es um die Interaktion zwischen Nutzern geht, stehen oft noch vor einer weiteren grundlegenden Problematik: welche externen sozialen Netzwerke für den Freundeabgleich sie integrieren sollten. Virtuelle Geisterstädte begeistern niemand, weshalb die Verknüpfung mit Facebook, Twitter und Co ein äußerst sinnvoller Weg ist, um User einer neuen App umgehend zeigen zu können, welche ihrer Web-Kontakte ebenfalls schon dabei sind.

Wie groß die Wirkung dessen auf die User Experience sein kann, zeigte der gestrige Vergleich zwischen den zwei Vielflieger-Anwendungen Flying und Mileways. Flying erlaubt den Kontaktabgleich mit Twitter, Facebook und sogar Xing. Die Chance, dass User auf diese Weise einige ihrer Online-Freunde oder Bekannten finden, welche die jeweilige App ebenfalls schon verwenden, ist da relativ groß. Bei mir war Twitter mit Abstand der ergiebigste “Kontaktvermittler”. Mehr als ein Dutzend der von mir abonnierten Twitter-User fand ich bei Flying durch den Sync mit der Microbloggingplattform. Facebook-Freunde bei Flying, auf die ich nicht zuvor schon per Twitter gestoßen war, gab es so gut wie keine. » weiterlesen

Netzneutralität und Massenüberwachung:
Die Freiheit verschwindet schleichend

Die Beschneidung des Internets geschieht nicht von heute auf morgen, sondern schleichend. Effektiv gegensteuern kann man aber nur, solange die Bedrohungsszenarien noch abstrakt und theoretisch sind. Danach wird es sehr schwer.

Big BrotherWenn Netzaktivisten und Anhänger eines freien Internets im Bekanntenkreis oder in der Öffentlichkeit ihre Standpunkte vertreten, erleben sie oft Reaktionen, die so gar nicht zu der von ihnen skizzierten Gefahrenlage passen. Relativierungen, Gleichgültigkeit oder gar eine Belächelung der Aussagen sind die Regel, nicht die Ausnahme.

Der Grund dafür könnte natürlich sein, dass die Risikobeschreibungen weit ab von jeglicher Realität liegen und dem Hirn eines offenbar paranoiden Verschwörungstheoretikers entstammen. Häufig ist die uninteressierte oder gar ablehnende Haltung der Zuhörer allerdings auf das mangelnde Bewusstsein darüber zurückzuführen, dass gegen drohende Einschränkungen der Netzfreiheit nur so lange effektiv und in legitimen Bahnen etwas unternommen werden kann, wie die Bedrohungsszenarien abstrakter und theoretischer Natur sind. Sobald sie in voller Blüte von jedem im eigenen Alltag erlebt werden können, ist es in der Regel zu spät; ein Zurück gibt es dann nicht mehr. » weiterlesen

Anderen beim Zocken zuschauen:
Ein Nischenphänomen wird zum Megatrend

Millionen Internetnutzer verbringen auf der Onlineplattform Twitch oder bei YouTube viel Zeit damit, anderen Usern beim Spielen von Videogames zuzusehen. Der einstige Nischentrend nimmt massive Züge an.

Twitch

Einer der faszinierenden Aspekte des Internets sind seine unzähligen “Parallelwelten” und Subkulturen, von deren Existenz nur diejenigen wissen, die in diesen Kreisen verkehren – oder die zufällig auf dieses Phänomen stoßen. Zu jedem Thema, Hobby und Interessengebiet findet sich irgendwo im Web eine Community mit hochengagierten Usern. In diese einzutauchen, ist wie eine neue Dimension der digitalen Sphären zu entdecken. Wie wäre es mit virtuellen Piloten, die echten Flugbetrieb nachahmen? Oder Menschen, die jede freie Minute damit verbringen, Züge zu fotografieren und Fahrpläne zu diskutieren? Meist bleiben derartige Interessengruppen unter sich und behalten ihren Status in der Nische. Manchmal aber entwickeln sie sich zu Massenphänomen. Eine solche Richtung schlägt die Community derjenigen ein, die sich Videospiel-Sessions im Netz ansehen.

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Hits, Hits, Hits:
Die Internetwirtschaft auf den Spuren der Mainstream-Musikindustrie

Die Internetwirtschaft entwickelt mit ihrer Fokussierung auf Hits immer größere Ähnlichkeiten zur Mainstream-Musikindustrie. Die Parallelen sind bemerkenswert – und könnten auf einen baldigen Wandel hindeuten.

Justin BieberSeit vielen Jahrzehnten ist die Musikindustrie ein “Hit”-Business. Einige wenige Titel erhalten den Löwenanteil der Aufmerksamkeit und generieren die Mehrzahl der Umsätze. Oft handelt es sich dabei nicht um aus künstlerischer Sicht besonders anspruchsvolle, einfallsreiche oder qualitative Produktionen. Nicht mit spezieller Leidenschaft geschriebene und produzierte Songs haben die besten Hit-Aussichten, sondern solche, die den bewährten Formeln des Popmusikgeschäfts folgen, durch massive Marketingpower unterstützt werden oder zum aktuellen Sentiment pop- oder medienkultureller Phänome passen. Barbie Girl, Schnappi oder Gangnam Style sind sicher Extrembeispiele, aber auch sonst finden sich in den oberen Bereichen der Charts traditionell eher wenige wirkliche Klangperlen. Die Musikindustrie heißt nicht umsonst “Industrie”. Ihren größten Akteuren geht es vor allem darum, die Fließbandproduktion von Hits zu perfektionieren, nicht darum, Menschen konsequent mit guter Musik zu verwöhnen. Ich finde, dass die Internetwirtschaft verstärkt auf den Pfaden des Musikgeschäfts wandelt. » weiterlesen

Gesichtsidentifizierung per App:
Die schwierige Suche nach soliden Gegenargumenten

Viele Menschen reagieren ablehnend auf Technologie zur Erkennung und Identifizierung von Gesichtern. Es lohnt sich aber, die Argumente dagegen genauer unter die Lupe zu nehmen, anstatt dem ersten Impuls zu folgen.

GesichtserkennungNameTag, eine App für Google Glass, verspricht den Echtzeit-Abgleich von Gesichtern vor der Linse mit Onlineprofilen. Damit würden sich zu Fremden sofort der Name und persönliche Informationen abrufen lassen. Datenschützer und Politiker sind natürlich alarmiert. Dabei ist es vergleichsweise unwahrscheinlich, dass diese spezifische Anwendung jemals zu einem Hit wird: Google selbst verbietet entsprechende Apps für Glass eigentlich. Glass wiederum tendiert in der aktuellen Fassung eher in Richtung “großer Flop”. Bei NameTag, das sich im geschlossenen Beta-Stadium befindet, weiß man nicht, ob die Technologie wirklich zuverlässig funktioniert. Und in den gängigen Smartphone-App-Stores würde eine derartige Anwendung im Jahr 2014 wahrscheinlich kaum lange geduldet werden. » weiterlesen

Startup-Crowdinvesting:
So wuchs der deutsche Markt im Jahr 2013

2013 war ein gutes Jahr für die großen deutschen Crowdinvesting-Plattformen Seedmatch, Companisto, Innovestment und Bergfürst. Sogar der Koalitionsvertrag sieht die Schaffung eines Rechtsrahmens für Crowdinvesting vor. Die alternative Investitionsform vor allem für junge Unternehmen ist somit auch ins Bewusstsein der Politik gerückt.

CrowdinvestingIm gleichen Atemzug wie Crowdinvesting wird auch oftmals Crowdfunding genannt. Aber was genau ist der Unterschied zwischen beiden Anlageformen? Beim Crowdfunding wird ein Projekt von einer Vielzahl an Unterstützern finanziert, die dann im Gegenzug einen so genannten Perk, das heißt eine Gegenleistung meist in Form eines Produkts des Unternehmens erhalten. Bekannte Crowdfunding-Plattformen sind beispielsweise KickstarterIndiegogo und das deutsche Startnext. Crowdinvesting ermöglicht hingegen Privatinvestoren, Beteiligungen an einem Unternehmen im Rahmen einer Funding-Kampagne zu erwerben. Diese sind meist stille Beteiligungen, durch die die Investoren jedoch die Chance auf eine hohe Rendite im Falle des Erfolgs beziehungsweise Verkaufs des Unternehmens haben. Vor allem Startups nutzen diese Art der Finanzierung durch Privatinvestoren.

Nach Aussage des Crowdinvesting-Monitors von Für-Gründer.de wurden im vergangenen Jahr circa 15 Millionen Euro in insgesamt 66 Crowdinvesting-Finanzierungsrunden in Deutschland investiert. Dies entspricht einer Steigerung von 250 Prozent gegenüber 2012. Seedmatch nahm mit 49 Prozent Marktanteil die eindeutige Vorreiterrolle ein, Bergfürst erreichte 20 Prozent Marktanteil, Companisto 17 Prozent und Innovestment sieben Prozent. Letztere Plattform verlor im Gegensatz zu 2012 an Marktanteil, Companisto hingegen konnte seinen ausbauen. » weiterlesen

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