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E-Commerce ohne Transaktionsgebühren:
Zahlungsdienstleister lösen das Versprechen von Bitcoin ein

Bei beiden führenden Payment-Dienstleistern für Bitcoin können Händler Transaktionen nun gebührenfrei abwickeln lassen. Damit wird eines der großen Versprechen der virtuellen Währung Wirklichkeit.

Von der virtuellen Währung Bitcoin kann man halten was man will – für Händler und Dienstleistungsunternehmen besitzt die Idee von Bitcoin in der Theorie eine hohe Anziehungskraft: Aufgrund der Struktur und Konzeption der Kryptowährung ist es möglich, Transaktionen durchzuführen, ohne dass dabei die heute beim kommerziellen elektronischen Geldtransfer mitfolgenden Gebühren anfallen. Denn der Bedarf an zwischengeschalteten Institutionen, die Transaktionen formell verifizieren und dafür die Hand aufhalten, entfällt. Fast 50 Milliarden Dollar an Gebühren zahlen Handel und Serviceanbieter pro Jahr an Banken und Kreditkarteninstitute. Sollte Bitcoin eines Tages außerhalb von Geek- und Tüftler-Kreisen zu einem verbreiteten Zahlungsmittel werden, ergäben sich dadurch also erhebliche Vorteile für Händler (höhere Margen) und Kunden (günstigere Preise, falls Kostenvorteile ganz oder in Teilen weitergereicht werden). » weiterlesen

Journalismus:
Die Angst vor Veränderung ist in Wahrheit nur die Angst vor weniger Geld

Veränderungen zu fordern ist leicht, solange es nicht uns selbst betrifft. Drohen finanzielle Einbußen, dann ist es mit unserer Bereitschaft, etwas Neues zu wagen, nicht mehr weit hin.

Greedy_Bastards_FlickrIch kam recht spät ins Internet. 1998 muss es gewesen sein, gleichzeitig schrieb ich gerne – für die lokale Tageszeitung, die Abizeitung, ein satirisches Wochenblatt für unsere Fußball-Tippgemeinschaft an der Schule. Als es irgendwann darum ging, einen Beruf zu ergreifen, beschloss ich Journalismus zu studieren. Schon damals fragten mich die Leute, wofür ich denn später gerne einmal schreiben würde, Print oder Online. Ich antwortete: “Wo ist der Unterschied? Ich schreibe für beides Texte, ich bereite sie nur anders auf.” Für viele ist bis heute nicht zu begreifen, dass der Unterschied hier technisch gesehen gering ist und eher der Verdienst die beiden Lager entzweit. » weiterlesen

Entbündelungs-Strategie:
Netzriesen verschärfen die Depression der App-Ökonomie

Der Goldrausch in der App-Ökonomie ist vorbei. Mit der von einigen führenden Webfirmen praktizierten Multi-App-Strategie verschlechtern sich die Chancen für Entwickler abermals, dass ihre Apps von Nutzern wahrgenommen und aktiv genutzt werden.

MessengerWie schon vor einiger Zeit von dem Unternehmen angekündigt, wird Facebook jetzt ernst machen und im Rahmen seiner Entbündelungsstrategie die Chat-Funktion komplett aus seiner primären mobilen App entfernen. Wer vom Smartphone oder Tablet Nachrichten mit Kontakten austauschen möchte, muss dafür auf die separate Messenger-Anwendung ausweichen. Facebooks seit einiger Zeit zum Tragen kommende Strategie, spezifische Einsatzszenarien über eigenständige Apps abzudecken, veranlasste Gizmodo gestern zu einem längeren kritischen Kommentar. Eine gesteigerte Beanspruchung des Gerätespeichers sowie eine verringerte Übersicht auf den Home Screens unserer mobilen Geräte gehören zu den Punkten, die am sich nicht nur auf Facebook beschränkenden Entbündelungs-Trend moniert werden.

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Die zweite digitale Revolution:
Das Smartphone ist endgültig der neue PC

Eine Studie belegt: Für die Mehrzahl der Deutschen ist das Smartphone das wichtigste aller digitalen Kommunikationsgeräte. Ein Meilenstein im Computerzeitalter.

Mit der Feststellung, dass Smartphones heute für viele Menschen eine wichtige Rolle einnehmen, kann man im Jahr 2014 niemanden mehr hintee dem Ofen vorlocken. Wirft man jedoch einen Blick auf die Rangliste der beliebtesten Primärgadgets, dann wohnt dem doch noch ein Erkenntnisgewinn inne: Es wird deutlich, wie weit diese Entwicklung schon vorangeschritten ist und dass alle Loblieder auf das mobile Web vollkommen berechtigt sind.

Gemäß einer repräsentativen Untersuchung des Meinungsforschungsinstitutes Aris im Auftrag des IT-Verbandes Bitkom würden 61 Prozent der Smartphone-Besitzer in Deutschland auf keinen Fall auf ihr Smartphone verzichten. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind gar 74 Prozent der Befragten nicht bereit, ohne ihr Smartphone auszukommen . Kein anderes Internetzugangs- und Kommunikationsgerät kann da mithalten. Immerhin noch 58 Prozent der Tablet-Besitzer können sich kein Leben ohne Tablet vorstellen (was belegt, dass Tablets trotz eines abbremsenden Marktes keineswegs als Kurzzeit-Phänomen betrachtet werden sollten). 48 Prozent wollen nicht auf ihren Laptop verzichten, 46 Prozent nicht auf ihr Handy ohne Internetzugang. Der Desktop-PC ist nur noch für ein Drittel essentiell.

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Anwendergenerierte WLAN-Datenbank:
Hotel WiFi Test unterstreicht die wichtige Rolle eines klaren Nutzerversprechens

Bei Hotel WiFi Test können sich Reisende vor einer Hotelbuchung darüber informieren, welche Internetverbindung sie erwartet. Mit mehr Fokus und geringeren Einstiegshürden als Konkurrent Rotten Wifi machte der Dienst innerhalb weniger Tage Medienkarriere.

Hotel WiFi Test

Öffentliche WLAN-Verbindungen, bei denen Daten nur im Schneckentempo versendet und empfangen werden, sind ein bekanntes Ärgernis. Vor einigen Monaten berichteten wir über den Dienst Rotten Wifi, ein crowdgesourctes Onlineverzeichnis von freien WLANs. Per mobiler App können Nutzer an öffentlichen Plätzen, in Restaurants oder Hotels eine Geschwindigkeitsmessung durchführen und ihre Erfahrungen für die Allgemeinheit festhalten.

Das litauische Startup hat sich der Lösung eines relevanten Problems verschrieben. Allerdings fehlt bislang eine einfache, webbasierte Möglichkeit, vor dem Besuch eines speziellen Ortes eine Recherche zur Stabilität und Leistung des WLANs durchzuführen. Auch leidet der Service etwas unter seinem fehlenden Fokus.

Eine anderes Projekt, das in den letzten Tagen nach einer Erwähnung beim Produktverzeichnis Product Hunt viel Medienaufmerksamkeit erhielt, räumt beide Schwachpunkte aus dem Weg: » weiterlesen

Selbstfahrende Autos:
Baidu legt Finger in die Wunde von Google

Um autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, benötigt es nicht nur erhebliche technologische Innovation. Auch in den Köpfen von Autofahrern muss einiges bewegt werden. Der chinesische Google-Konkurrent Baidu deutet an, dies besser zu verstehen als sein US-Rivale.

Foto: YouTube-Clip, Google

Google ist dafür bekannt, ungaubliche technologische Herausforderungen zu meistern. Gleichzeitig hat sich das Unternehmen insbesondere mit seinen wiederholten Misserfolgen im Bereich des Social Networkings den Ruf erarbeitet, Menschen und ihre Stimmungs- und Gefühlslagen nicht richtig zu verstehen. Könnte sich dieser Schwachpunkt im sonst so starken Leistungsspektrum des Konzerns auch als Hürde bei der Etablierung selbstfahrender Autos erweisen? Der chinesische Internetriese Baidu scheint dieser Überzeugung zu sein. Dies lässt sich der Ankündigung entnehmen, dass der Gigant aus Fernost ebenfalls an einem autonomen Fahrzeug arbeitet.

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Forderung nach weltweiter Linklöschung:
EU-Datenschützer wollen die Büchse der Pandora öffnen

Die aktuelle Löschpraxis im Umgang mit dem Recht auf Vergessen ist ineffektiv. Doch anstatt die Sinnlosigkeit der Regelung zu erkennen, wollen Datenschützer alles noch schlimmer machen.

Wäre dies hier der Postillon, dann würde dieser Artikel vielleicht mit einer Geschichte über ein umstrittenes autoritäres Oberhaupt eines kleinen Inselstaats beginnen, das Google aus irgendeinem absurden Grund zur Entfernung aller Wikipedia-Einträge aus den Suchergebnissen der lokalen Suche zwingt. Weil die Inselbewohner über ausländische Google-Versionen und die Nutzung von VPNs noch immer Wikipedia-Links in den SERPs vorfinden, fordert der Herrscher über 27.000 Bürger das US-Internetunternehmen nun auf, die Verweise zu der Enzyklopädie weltweit aus den Ergebnisseiten zu löschen. Also auch für google.com und google.

Doch wir sind hier nicht beim Postillon. Daher folgen Tatsachen: Wie Golem unter Berufung auf die britische Financial Times (Registrierung erforderlich) berichtet, kommt der Wunsch nach einer weltweiten Löschung von Suchresultaten nicht von einer Südseeinsel. Stattdessen stammt er von europäischen Datenschützern. Auch geht es ihnen nicht um die Entfernung der Wikipedia (noch nicht) sondern um Einträge, die im Rahmen des “Rechts auf Vergessen” seit kurzem bei den europäischen Google-Versionen entfernt werden. » weiterlesen

Israel-Gaza-Konflikt im Netz:
Heute schon unbeherrscht und auf niedrigstem Niveau gestritten?

Der Israel-Gaza-Konflikt polarisiert die Kommentarspalten im Netz. Speziell dann, wenn unter Pseudonym diskutiert wird. Wieso verspüren erwachsene Menschen den Drang, richtig die Sau rauslassen zu müssen, wenn niemand sie erkennt?

Dem Konflikt zwischen Israel und Palestina kann niemand entkommen, der Zeit in sozialen Medien verbringt. Seit dem Aufflammen der Gewalt fällt es vielen Menschen schwer, ihre Empörung und ihre Parteinahme für die eine oder andere Seite für sich zu behalten. Hitzige Debatten sind die Folge; bei Twitter, Facebook und in den Kommentarspalten von Nachrichtenangeboten und Blogs.

Besonders leicht aus dem Ruder geraten die Diskussionen dort, wo Meinungsäußerungen unter frei wählbaren Pseudonymen veröffentlich werden, also nicht unmittelbar einer speziellen Person zuzuordnen sind. Das Thema polarisiert dermaßen, dass der Wille, die Contenance zu behalten, mitunter bei der ersten gefühlten Provokation aufgegeben wird. Sofern er überhaupt vorhanden war. » weiterlesen

Bewertung von Uber:
Die Kraft und Bedeutung von Netzwerken wird unterschätzt

Wieviel Uber wirklich wert ist, kann niemand genau sagen. Gerne unterschätzt wird in Analysen aber die unternehmerische Kraft und Bedeutung von Netzwerken.

uberDie massive Bewertung des Beförderungsdienstes Uber – die zuletzt bei wahrlich mächtigen 18,2 Milliarden Dollar gelegen haben soll – veranlasst viele Beobachter zu ausgiebigen Spekulationen darüber, ob dies in irgendeiner Form gerechtfertigt sein kann.

Nicht selten wird dabei eine Eigenheit des Unternehmenskonzepts als besondere Schwäche dargestellt, nämlich dass Uber keinen eigenen Fuhrpark habe, sondern Limousinen-Anbieter sowie Privatpersonen als Fahrer anheuere. Gerne folgt im Zuge einer solche Argumentation ein Vergleich mit einem Old-Economy-Unternehmen mit vergleichbarer Marktkapitalisierung, um die angebliche Absurdität der Investorenerwartungen aufzuzeigen.

So heißt es etwa in diesem Beitrag bei Spiegel Online zum gestern bekannt gewordenen Verbot von UberPop in Hamburg: “Damit wird das Unternehmen, das selbst über keine eigene Flotte verfügt, in etwa so hoch bewertet wie die Autovermietung Hertz.” » weiterlesen

Amazons E-Book-Umsätze:
Selfpublishing fordert führende Buchverlage heraus, und das ist gut

Milliardenschwere Buchverlage beklagen sich über Amazons erpresserische Verhandlungstaktiken. Dem Konflikt zugrunde liegt ein erheblicher, maßgeblich von Amazon ausgelöster Bedeutungsverlust der alteingesessenen Branchenakteure im E-Book-Markt. Aus Sicht von Konsumenten und Autoren ist diese Entwicklung gar nicht schlecht.

BuchSeit einigen Wochen eskaliert ein Konflikt zwischen führenden Buchverlagen und Amazon. Einige schwergewichtige Vertreter bezichtigen Amazon der Erpressung. Der Onlinehändler verzögere gezielt die Auslieferung gedruckter Bücher, um sich bessere Konditionen und Rabatte zu erzwingen. In den USA sind derartige Vorwürfe unter anderem vom Verlag Hachette zu hören. In Europa fühlt sich das schwedische Medienhaus Bonnier von Amazon unrechtmäßig unter Druck gesetzt. Zuletzt reichte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wegen des in seinen Augen zweifelhaften Geschäftsgebarens beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen Amazon ein. » weiterlesen