2123 Artikel in der Kategorie Analysen auf netzwertig.com.

Feature Overload:
Spotify sollte seine App entbündeln

Die Ausgliederung einzelner Funktionen in separate Apps ist derzeit in Mode und kommt bei Nutzern nicht immer gut an. Im Bereich der Musik-Streaming-Apps aber wäre eine solche Strategie für alle involvierten Parteien eine Bereicherung.

SpotifyÜber den Sinn und Unsinn der momentan verbreiteten Ausgliederung einzelner Funktionen in separate Apps, die sogenannte Entbündelung, kann man sich vorzüglich streiten. Zwar profitieren User manchmal vom schnelleren Zugriff auf Kernfunktionalität. Gleichzeitig aber machen sich immer mehr App-Icons auf der begrenzten Fläche des Smartphone- und Tablets-PCs breit. Zudem stören sich viele Anwender daran, dass sie urplötzlich von einem Dienst wie Facebook zum Download des Messengers gezwungen werden, um mit Freunden chatten zu können – war dieses Feature doch zuvor Teil der Original-Facebook-App.

Doch obwohl sich der Nutzen der Entbündelungs-Welle aus User-Sicht unterm Strich in Grenzen hält, gibt es ein App-Segment, in dem sich eine Multi-App-Strategie auch für Anwender richtig lohnen würde. Musik. Ich wünsche mir von Spotify den Launch verschiedener Applikationen, die einzelne Features sowie musikalische Themenbereiche in einfach zugänglicher Form verfügbar machen. » weiterlesen

Kein Interesse an den Chancen der Digitalisierung:
Die deutsche Wirtschaft ruht sich auf “Made in Germany” aus

Der deutsche Mittelstand interessiert sich kaum für die Möglichkeiten digitaler Technologien. Weil “Made in Germany” nach wie vor ungebrochene Popularität genießt, fehlt der Druck für Experimente. Dabei sind diese wichtig, um die künftigen Erfolgschancen zu maximieren.

Made in GermanyDas Fremdeln der meisten Deutschen mit neuartigen digitalen Technologien wurde an dieser und anderer Stelle über die Jahre mehr oder weniger regelmäßig dokumentiert. Auch wenn es im direkten Gespräch von “Betroffenen” gerne bestritten wird – im weltweiten Vergleich gehören die Deutschen zu den besonders skeptischen Völkern, was die Sicht auf Informationstechnologie angeht.

Gleichzeitig aber ist Deutschland heute der Motor der europäischen Wirtschaft und beeindruckt seit Jahren mit einer stabilen Volkswirtschaft, während in Europa und vielen anderen Regionen seit der Finanzkrise im besten Fall Stagnation, häufiger aber auch Rezession die passende Lagebezeichnung darstellt. » weiterlesen

Nur noch die eigenen “Probleme” im Sinn:
Die kalifornische Tech-Elite verspielt ihre Glaubwürdigkeit

Die Errungenschaften der kalifornischen Technologiebranche haben das Leben von Menschen rund um den Globus verbessert. Doch heutzutage kümmern sich die Protagonisten vorrangig um ihre eigenen Luxusprobleme. Das eröffnet Chancen für Gründer und Innovatoren, die den Blick für die Bedürfnisse der restlichen Welt nicht verloren haben.

ButlerWeil die Auswirkungen der digitalen Revolution auf jeden Bereich unseres Alltags gravierend sind, haben die führenden Triebkräfte dieser Entwicklung eigentlich ein Interesse daran, die Befindlichkeiten der Allgemeinheit nicht aus den Augen zu verlieren. Bestimmte Kreise des kalifornischen Technologiesektors tendieren jedoch dazu, ausschließlich ihre eigenen Bedürfnisse zu bedienen. Damit machen sie sich unbeliebt, zerstören ihre Glaubwürdigkeit und sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen. » weiterlesen

Apple Pay:
Der Bezahldienst, der alles verändern könnte – aber eine große Schwäche besitzt

Apples gestern vorgestellter mobiler Bezahldienst macht auf den ersten Blick einen sehr soliden Eindruck. Wir beleuchten das Angebot aus sechs verschiedenen Perspektiven.

Apple PayDie Spannung war groß, und tatsächlich hat Apple auf seinem gestrigen Event neben dem iPhone 6 und der Apple Watch einen mobilen Bezahldienst vorgestellt. Apple Pay fällt in seiner Konzeption recht erwartungsgemäß aus, baut auf im iTunes-Konto oder per Kamera-Scan in der Passbook-App abgelegten Debit-/Kreditkarten auf, wird zum Start nur in den USA verfügbar sein und soll dort anfänglich an 220.000 “Bezahlstationen” zahlreicher bekannter Ketten zum Einsatz kommen können.

Im Folgenden beleuchten wir einige Schlüsselaspekte, Implikationen und entscheidende Fragen zu Apple Pay.

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Milliardenübernahme in Europa:
Microsoft will sich Minecraft schnappen, das Lego des digitalen Zeitalters

Über 50 Millionen Mal wurde das Kultspiel Minecraft bisher heruntergeladen. Jetzt soll Microsoft das in Schweden ansässige Betreiberunternehmen für rund zwei Milliarden Dollar übernehmen wollen. Ein derartiger Deal müsste auch im Lichte von Facebooks jüngster Akquisition von Oculus VR betrachtet werden.

Minecraft

2014 entwickelt sich immer mehr zum Jahr der überraschenden Mega-Übernahmen im Technologiesektor. Nach Nest, WhatsApp, Oculus VR und Twitch steht jetzt der nächste bisher nicht als akutes Akqusitionsobjektet gehandelte Anbieter vor einem Milliarden-Deal. Gemäß Wall Street Journal (via) führt Microsoft ernsthafte Übernahmeverhandlungen mit den Machern des Onlinespiels Minecraft. Im Raum stehe eine Summe in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar. Der Abschluss der Akquisition könne noch in dieser Woche verkündet werden. » weiterlesen

Microblogging:
Ello, App.net und die Frustration über Twitter

Wie einst das gescheiterte App.net startet der Microbloggingdienst Ello zu einem Zeitpunkt, an dem sich eingefleischte Twitter-Nutzer über die Zukunftspläne des Zwitscherdienstes Sorgen machen. Trotz des guten Timings gibt es somit keinen Grund für Überschwänglichkeit, was Ello angeht. Dennoch lohnt es sich, den Dienst im Auge zu behalten. Schon wegen seines unkonventionellen Geschäftsmodells.

ElloEigentlich gibt es abseits von einer prinzipiellen Neugier für frisch gestartete Services wenig Gründe, sich intensiver mit dem gerade vermehrt in der deutschen Webszene seine Kreise ziehenden, von uns kürzlich kompakt vorgestellten Microblogging-Dienst Ello auseinanderzusetzen. Wäre da nicht das geniale Timing. » weiterlesen

Alibaba & Co:
China stellt die amerikanische Hegemonie im Internet in Frage

Der geplante Mega-Börsengang des chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba in New York markiert eine Zeitwende. Die bislang geltende strikte Trennung zwischen dem westlichen und dem chinesischen Internetmarkt erodiert.

ChinaIn meinen Gesprächen mit Akteuren der Hongkonger Startup-Branche gab es ein immer wiederkehrendes Thema: China. Die Internetbranche in der Volksrepublik boome und besonders in Peking steppe der Bär.

Bislang blieb uns im Westen diese Entwicklung weitgehend verborgen. Zu weit weg erschien das Land, zu fremd die Kultur und Sprache, und auch die fehlenden demokratischen Rahmenbedingungen erhöhten nicht gerade die Bereitschaft der meisten Menschen, sich intensiv mit China auseinanderzusetzen.

Doch jetzt bleibt Beobachtern der amerikanischen und europäischen Netzbranche nichts anders mehr übrig, als die neue Internetmacht China anzuerkennen. Denn mit dem bevorstehenden Rekord-Börsengang des E-Commerce-Giganten Alibaba an der New Yorker Technologiebörse NASDAQ verschwimmen die Grenzen, die bisher das 1,35 Milliarden Menschen zählende Land im Osten aus unserer Wahrnehmung fernhielten.  » weiterlesen

Aggressives Uber gegen behäbige Taxibranche:
Die ideale Lösung liegt in der Mitte

Die Taxibranche und Uber sind zwei Extreme, die aus unterschiedlichen Gründen nicht den Wunschzustand darstellen. Dennoch ist Uber essentiell, um die Rahmenbedingungen für Individualbeförderung neu zu gestalten.

angrytaxidriver_smallMeine ersten zwei Artikel, die ich zum umstrittenen Beförderungs-Dienst Uber verfasste, besaßen einen tendenziell kritischen Grundton. Ich fand es befremdlich, dass ausgerechnet der Anbieter einer Luxusdienstleistung zum Aushängeschild des Technologie-Sektors avancierte. Damals beschränkte sich Uber zwar noch auf das Limousinen-Segment. Doch selbst die später gestartete P2P-Kategorie UberPop, bei der Privatmenschen mit ihren eigenen Autos als Fahrer auftreten, ist nach meiner Definition ein Teil der Individualbeförderung und im Gegensatz zum öffentlichen Personennahverkehr nicht essentiell, ergo ein Luxusprodukt.

Doch aufgrund der hysterischen, aggressiven und kundenfeindlichen Reaktionen des Taxigewerbes veränderte sich meine Haltung zu Uber im Laufe der Zeit. Obwohl ich den Service selbst so gut wie nie verwende und meine Skepsis nicht abgelegt hatte, war es schwierig, Uber nicht moralisch gegenüber dem alle Register ziehenden Taxigewerbe zu verteidigen. » weiterlesen

Hongkong:
Von Phablets, Smartcards und der praktischen Nähe zur “Werkbank der Welt”

In Hongkong treffen westliche und fernöstliche Kultur aufeinander. Die Stadt präsentiert sich technologiefreundlich – und lockt internationale Startups mit der Nähe zu den chinesischen Hardware-Produktionsstätten wenige Kilometer entfernt.

HongkongIn den vergangenen anderthalb Wochen hielt ich mich in Hongkong auf. Asiatische Megametropolen sind für technologie-interessierte Personen immer besonders attraktive Reiseziele und hochspannende Beobachtungsobjekte. Denn eine ausgeprägte Affinität für neue Verfahren in Kombination mit anderen kulturellen und historischen Einflüssen garantieren informative und inspirierende Eindrücke. Im Folgenden möchte ich einige Erkenntnisse, Beobachtungen und Erfahrungen festhalten, die ich von meinem Besuch am Geburtsort von Jackie Chan mitnehme, und die im Kontext der Digitalisierung und mitunter auch für Startups und Webakteure hierzulande von Bedeutung sein können. » weiterlesen

Mobiles Bezahlen:
Apple, bitte erlöse uns

Apple wird in der nächsten Woche neben einem neuen iPhone auch einen Bezahldienst vorstellen. Nach Jahren der ständigen Enttäuschungen wäre es zu wünschen, wenn ein Mobile-Payment-Vorstoß endlich Erfolg mit sich bringt.

PaymentsIn einer Woche wird Apple auf einem Event im kalifornischen Cupertino “endlich” ein neues iPhone sowie vielleicht (vielleicht aber auch nicht) weitere Gadgets vorstellen.

Doch viel mehr als auf die Hardware bin ich auf den laut einhelligen Medienberichten geplanten mobilen Bezahldienst gespannt, der ebenfalls am 9. September der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Laut jüngsten Meldungen sind mittlerweile alle wichtigen Kreditkarten-Institute, also Visa, MasterCard und American Express, als Partner mit an Bord.  » weiterlesen