1450 Artikel in der Kategorie Analysen auf netzwertig.com.

Personalisierte Suche:
Warum Googles Vorstoß
viel Kritik erntet

Die Vereinigung von Googles Suchmaschine mit Google+ sorgt für gemischte Reaktionen. An Angriffspunkten mangelt es den Kritikern nicht.

Google personalisiert ab sofort die Suchergebnisse für eingeloggte Nutzer seiner US-Version mittels einer engen Verknüpfung mit Google+. Eine ausführliche Beschreibung der drei neuen Funktionen findet ihr bei Spiegel Online. In aller Kürze: Ergebnisseiten beinhalten auf die persönlichen Präferenzen zugeschnittene Inhalte aus dem eigenen Google+-Netzwerk, bei der Suche nach Personen werden Google+-Profile vorgeschlagen, zudem liefert Google zum jeweiligen Suchkontext passende Vorschläge für Google+-Nutzer.

VentureBeat bezeichnet den Schritt als die weitreichendste Veränderung der Google Suche in einer Dekade. Entsprechend laut ist das Echo der US-Tech-Presse. Während auch positive Stimmen zu hören sind, mischen sich vielerorts Bedenken und Befürchtungen in die Berichterstattung zur nicht unerwartet kommenden Teil-Fusion der Google-Suche mit Google+. An Angriffspunkten mangelt es dabei nicht. Folgende Aspekte sorgen für Unmut bei Beobachtern und Konkurrenten:

» weiterlesen

Journalismus im Netz:
Mehr Leidenschaft, weniger Angst

Im vergangenen Jahr hat das Internet diverse Mauern durchbrochen – auch im Journalismus. Das schafft Hoffnung für 2012. Mut zu Experimenten und die Bereitschaft, sich für neue Techniken zu öffnen, sind Voraussetzungen.

Foto: Flickr/kenbrynan, CC BY-ND 2.0
Foto: Flickr/kenbrynan, CC BY-ND 2.0
In vielerlei Hinsicht war 2011 erneut das Jahr des Bürgerjournalismus. Nicht so, wie einige, für die das nur ein Buzzwort und ein Relikt aus den Jahren 2008 oder 2009 war, jetzt denken. Ich spreche nicht von bloggenden Helden, die auf eigene Faust publizieren, was ihnen in etablierten Medien zu kurz kommt. Sondern vielmehr von einer nicht immer glücklichen, aber eben auch nicht mehr so abwegigen Verschmelzung von engagiertem Bürger und Journalisten zu einer Einheit.

Wie ich darauf komme? Das Internet, so scheint es mir, hat im vergangenen Jahr eine Mauer durchbrochen in Sachen Reichweite, Zielgruppenvielfalt und Akzeptanz (wenn auch leider immer noch nicht bei vielen rückwärtsgewandten Medienmachern). Die Smartphonedichte nahm zu, die Zahl der Twitter- oder Facebook-Mitglieder ebenso, Journalisten wie Firmen nutzten vermehrt Social Media; insgesamt wird auch mein Freundes- und Bekanntenkreis und selbst der meiner Eltern immer online-affiner. Und es ist eben nicht – wie mancher gerne unterstellt – überwiegend die passive Berieselung oder das Streben nach Anerkennung und Antworten, die sie antreibt, sich mit dem Netz zu beschäftigen, sondern häufig tatsächlich der Wille, etwas verändern zu wollen oder zumindest seinen Unmut am Status Quo auszudrücken.

» weiterlesen

Besser-Lesen-Dienste:
Wie Instapaper und Read It Later Website-Zugriffe unsichtbar machen

Einige mobile Apps erlauben es, in Onlinetexten verlinkte Artikel zu Instapaper oder Read It Later zu schicken und dann dort zu lesen. In der Besucherstatistik tauchen derartige Zugriffe nicht auf.

Die auf Google Reader aufbauende RSS-App Reeder sowie die Später-Lesen-App Instapaper gehören zu meinen täglichen Begleitern beim Durchforsten des digitalen Nachrichten- und Informationsdschungels. Alle vielversprechenden Artikel und Links, auf die ich im Web stoße, die ich aber gerade nicht prozessieren kann, landen bei Instapaper, um später auf meinem iPhone oder iPad gelesen zu werden.

Beim Überfliegen meiner RSS-Feeds in Reeder fallen mir ebenfalls regelmäßig Links zu potenziell interessanten Beiträgen auf, die ich mir zu einem anderen Zeitpunkt zu Gemüte führen will. Die App des Schweizer Entwicklers Silvio Rizzi bietet für derartige Fälle eine clevere Integration mit Instapaper: Hält man den Finger einige Sekunden auf den jeweiligen Link, öffnet sich ein Kontextmenü, das den Export zu Instapaper erlaubt. Auf diese Weise lassen sich Beiträge bei Instapaper für späteres Lesen ablegen, ohne dass man die jeweilige URL aktiv besuchen muss.

» weiterlesen

Social Graph und Interest Graph:
Das Social Web wird dezentral –
aber anders als gedacht

Die Idee eines dezentralen sozialen Netzwerks klingt gut auf Papier, setzt sich in der Praxis aber nicht durch. Doch nun ist es ausgerechnet Facebook, das die Hoffnung auf ein stärker verteiltes Social Web nährt.

Illustration: stock.xchng
Illustration: stock.xchng
Seit Jahren stehen dezentrale, verteilte soziale Netzwerke auf der Wunschliste mancher Netzbeobachter und -aktivisten. Der Gedanke: Angesichts der Winner-Takes-It-All-Tendenzen im Social Web sowie des enormen Einflusses auf gesellschaftliche und politische Vorgänge, der von einer 800 Millionen Menschen bei sich versammelnden Onlineplattform ausgeht, ist es riskant, wenn ein einziges Unternehmen mit zentraler und damit für koordinierte Eingriffe von außen anfälligen Infrastruktur das digitale Zuhause für die Weltbevölkerung darstellt.

Doch so erstrebenswert ein alternativer Ansatz auch klingt, bei dem Kontrolle und Macht in Form einer dezentralen Serverstruktur auf viele Schultern und Anbieter verteilt werden, so utopisch erscheint er bisher. Nutzer zeigen keine Bereitschaft, die mit einem dezentralen Ansatz verbundenen Abstriche in puncto Funktionalität und Anwenderfreundlichkeit hinzunehmen, weshalb selbst ein ambitioniertes Projekt wie diaspora bis heute nicht vom Fleck gekommen ist. Bei einer mutmaßlich großen Zahl an Benutzern ist ohnehin nicht einmal ein Bewusstsein über die Problematik vorhanden.

» weiterlesen

‘Wir sind die Größten’:
Das Muhammad-Ali-Syndrom deutscher Startups

Wenn junge Internetunternehmen bei Journalisten vorstellig werden, verlassen sie sich gern auf abgedroschene Superlative. Doch damit verbauen sie sich viele Chancen.

C36daily — Der tägliche Newsletter für die Schweizer ICT-Community. Schnell, aktuell und auf den Punkt. Jetzt abonnieren und immer up-to-date sein. — Textanzeige

Theodossios Theodoridis ist freier PR-Berater in Hamburg und auf die Arbeit mit Web-Startups spezialisiert. Mehr über den Autor am Ende des Artikels.

Flickr/cliff1066™, CC BY 2.0
Flickr/cliff1066™, CC BY 2.0
Ja, es stimmt: Deutsche Startups haben es nicht leicht, in die Presse zu kommen. Es liegt unter anderem daran, dass viele Journalisten und Redaktionen hiesige Internetunternehmen gern und gekonnt übersehen.

Will man aber fair bleiben, so muss man auch in Richtung der Startups und deren Pressearbeit schauen – um dann festzustellen: Das Problem ist keineswegs einseitig. Startups tragen selbst erheblich dazu bei, dass Journalisten wenig Lust haben, über sie zu berichten.

Es ist vor allem die immer wiederkehrende, uncharmante und nicht gerade clevere Herangehensweise der jungen Unternehmen, die selbst den interessierten Redakteur irgendwann mürbe macht. Ja, mürbe machen muss.

» weiterlesen

Appell:
Wieso die Tech-Berichterstattung
sorgfältiger werden muss

Die Grenzen zwischen Journalisten, Bloggern, Beratern und Investoren verschwimmen. Im neuen Digitalblog von Süddeutsche.de findet sich ein Beispiel dafür, warum die Berichterstattung über die Webwirtschaft sorgfältiger werden muss.

Im September hatten wir die Problematik der Interessenkonflikte im Online-Tech-Journalismus angesprochen. Meine damalige These: Die mangelnde Unabhängigkeit der Berichterstatter wird zum Dauerzustand. Im Angesicht der zunehmenden (medialen) Aufmerksamkeit für Themen der Internetwirtschaft, der Attraktivität von Technologiefirmen als Investitionsobjekte sowie der verschwimmenden Grenze zwischen Journalisten, Bloggern, PR-Fachleuten und Investoren rechne ich für 2012 mit einer Zuspitzung der Lage.

Warum es notwendig ist, für den Sachverhalt zu sensibilisieren, verdeutlicht ein aktueller Eintrag im neuen Digitalblog von Süddeutsche.de: Darin befasst sich Dirk von Gehlen in kurzer Form mit der Frage, ob Facebook mittlerweile zu voll ist, und nimmt dazu primär auf einen Artikel von dem US-Investor und ehemaligen TechCrunch-Chef Michael Arrington Bezug. In diesem behauptet Arrington pointiert, niemand würde mehr zu Facebook gehen, um anschließend auf Alternativen wie Path oder das in Entwicklung befindliche Just.Me zu verweisen.

» weiterlesen

Wunsch nach Intimität:
Path entzückt von Facebook-Müdigkeit gezeichnete Geeks

Die US-Internet-Avantgarde überschlägt sich mit Lob für das mobile Social Network Path, das Nutzern die Intimität verspricht, die sie bei Facebook zunehmend vermissen. Auch ein gewisser Elitismus treibt derzeit Neugierige zu dem Dienst.

Als das neue mobile Social Network Path Ende November 2011 seinen zweiten Anlauf startete, die Aufmerksamkeit neugieriger Netzwerker für sich zu gewinnen, sorgte es in den USA mit seiner unkonventionell und gleichzeitig sehr liebevoll gestalteten iPhone- und Android-App für eines der besten Echos in der Tech-Presse, die jemals beim Launch eines neuen Onlineservices zu vernehmen waren (siehe Techmeme).

Und weil ein hübsches Gewand den Spaß an einer App pauschal um ein Vielfaches erhöht, gelang es Path 2.0, die initiale Beachtung sofort in einige loyale Nutzer umzumünzen. Ein Blick in die Twitter-Suche genügt, um zu erkennen, dass bereits zahlreiche Personen den Dienst aus San Francisco verwenden, um selektiv private Fotos, Musik oder Standorte zu publizieren.

» weiterlesen

Onlinevideo- und TV-Markt:
Eine Branche verändert sich

In den kommenden zwölf Monaten wird sich im Onlinevideo-Segment viel bewegen. Etablierte wie junge Internet- und Technologiefirmen werden versuchen, sich ein Stück vom neu zu verteilenden TV-Kuchen zu sichern. Ein Blick in die Glaskugel.

Fernsehen ist reif für die Disruption. Das ist zumindest die klare Ansage von Venture Capitalist Mark Suster, der die TV-Industrie im klassischen “Innovators Dilemma” gefangen sieht. Er ist mit seiner Einschätzung nicht allein. Von Microsoft mit der XBox und Kinect bis zu Google mit Google TV bringen sich die Internetgrößen in Position, um sich ein möglichst großes Stück vom neu zu verteilenden TV-Kuchen zu sichern. Auch um Apple verdichten sich die Gerüchte, dass in Kürze ein Apple TV mit integriertem Bildschirm auf den Markt kommen wird. Vollbild-Apps auf dem Fernseher sind bereits heute mit der Apple-TV-Box über einen Umweg möglich.

2012 erleben wir bestimmt nicht das Ende des Fernsehens. Doch der TV-Screen, TV-Inhalte und Videos werden dieses Jahr eine bedeutende Rolle im Netz einnehmen; sowohl was die Investments in Inhalte und Startups anbelangt, als auch hinsichtlich Neuentwicklungen in diesem Bereich.

» weiterlesen

Die dritte Phase der Vernetzung:
Das Internet der Dinge wird Realität

Nachdem erst stationäre Computer und dann mobile Endgeräte den Zugriff auf das Web erlernten, erhalten sukzessive immer mehr Apparate eine Onlineanbindung. 2012 werden viele Menschen erstmals bewusst mit dem Internet der Dinge in Kontakt kommen.

Foto: stock.xchng/bigevil600
Foto: stock.xchng/bigevil600
Die globale Vernetzung verläuft in drei Etappen: In Phase 1, die ihren Höhepunkt rund um die Jahrtausendwende erlebte, erhielten stationäre Rechner und Laptops die notwendigen technischen Voraussetzungen, um auf das Internet zugreifen zu können.

Nachdem dies sichergestellt war, folgten Mobiltelefone. Jahrelang wurde immer wieder aufs Neue der Durchbruch des mobilen Internets angekündigt. Wenn mittlerweile fast 40 Prozent der 800 Millionen aktiven Facebook-Mitglieder auch über ihre Handys (sowie die neue mobile Produktkategorie der Tablet-PCs) auf das Social Network zugreifen, lässt sich ruhigen Gewissens konstatieren, dass dem mobilen Web zwar noch erhebliches Wachstumspotenzial innewohnt, aber dass es bei Konsumenten auf breiter Front angekommen ist. In Deutschland besitzen immerhin schon rund 20 Millionen Menschen ein in der Regel für das mobile Web optimiertes Smartphone.

Das Debüt der mobilen Webnutzung als Massenphänomen markiert gleichzeitig den Übergang von der zweiten zur dritten Vernetzungsphase. » weiterlesen

Wertschöpfung bei Medienproduktionen:
Die Spielregeln verändern sich

Die Spielregeln, nach denen Medienproduktionen finanziert und monetarisiert werden, verändern sich rasant. Drei aktuelle Beispiele illustrieren dies.

Im digitalen Zeitalter werden die Spielregeln der Medienwelt neu definiert – sowohl direkt in Form veränderter Wertschöpfungsketten, als auch indirekt in Folge sich wandelnder Wertvorstellungen und bisher nicht existenter Wege der Vernetzung und Partizipation. Neu ist diese Erkenntnis nicht, wird einem aber dieser Tage anhand von drei aktuellen, erfolgreichen Experimenten der Monetarisierung und Finanzierung von Medienprodukten wieder einmal deutlich vor Augen geführt.

Den Anfang machte der US-Standup-Comedian Louis Szekely alias Louis C.K, der seit knapp zwei Wochen in Eigenregie ein kopierschutzfreies Video eines Live-Auftritts für fünf Dollar auf seiner Website zum Kauf (und zusätzlich zweimaligem Streaming) anbietet. Nach zwölf Tagen hat der bekannte Komiker mit der Aktion, die von reichlich medialer Aufmerksamkeit begleitet wurde, eine Million Dollar umgesetzt (nach dem Abzug der PayPal-Gebühren).

» weiterlesen