2056 Artikel in der Kategorie Analysen auf netzwertig.com.

Netzriesen auf der Suche nach Wachstum:
Der Kampf um die wertvollen Minuten, die Menschen noch nicht online verbringen

Um ihr Wachstumstempo aufrecht zu erhalten, müssen die führenden Internetunternehmen immer kreativere Wege gehen. So versuchen sie verstärkt, Nutzer in Alltagssituationen zu erreichen, in denen diese bislang kaum oder gar nicht mit dem Web interagierten.

SchlafDie führenden Internetfirmen mit ihren oft vorrangig auf Werbevermarktung basierenden Geschäftsmodellen sind regelrecht dazu gezwungen, kontinuierlich das Zeitpensum zu erhöhen, das Anwender aktiv oder zumindest passiv mit ihren Diensten verbringen. Erst recht angesichts der abbremsenden prozentualen Zuwächse bei der globalen Netznutzerschaft.

Neben Maßnahmen, um Internet per Ballon oder Satellit in entlegene Erdteile zu bringen, ist der verstärkte Vorstoß in Segmente des Alltags, in denen User bislang noch keine oder nur sporadische Online-Interaktionen praktizieren, eine der primären Strategien. Dies erklärt auch einige der jüngsten Akquisitionen und unkonventionell erscheinenden Produktinitiativen der Webriesen. » weiterlesen

Zwei-Buchstaben-Messenger mit Millionenfinanzierung:
Wieso die Reaktionen zu Yo so weit auseinandergehen

Eine Finanzierungsrunde in Millionenhöhe für den Zwei-Buchstaben-Messenger Yo sorgt in Kreisen der Netzwirtschaft für Verwunderung und Spott. Bekannte Köpfe der Branche mahnen jedoch, neue Kommunikationskonzepte nicht übereilt abzuschreiben. Beide Seiten haben ihre Gründe.

YoYo, eine hochminimalistische Kommunikationsapp, mit der Nutzer einander in beliebigen Lebenslagen die Grußformel “Yo” übermitteln können, hat sich von einem Aprilscherz zu einem ernsthaft betriebenen Startup entwickelt. Ein Startup, das für seine weitere Expansion gerade eine Million Dollar Seed-Finanzierung einsammelte. In sozialen Medien und Blogs ist nun eine Diskussion darüber entbrannt, inwieweit eine siebenstellige Kapitalspritze für ein trivial erscheinendes Ein-Feature-Produkt wie Yo ein Zeichen dafür sei, dass die seit einiger Zeit zu beobachtende Überhitzung des Sektors endgültig die Formen einer Blase angenommen hat. Derartige Mutmaßungen besitzen gerade ohnehin Hochkonjunktur. » weiterlesen

Erstes eigenes Smartphone:
Amazon, “Retter” der Konsumgesellschaft

Amazons erstes Smartphone, das Fire Phone, dient vor allem dazu, Konsumenten in regelmäßige Amazon-Kunden zu verwandeln. Auch ein Jahr Prime gibt es gratis dazu. Geht es nach Amazon, hat die Konsumgesellschaft noch lange nicht ihren Zenit erreicht.

Fire PhoneAmazon hat gestern das lange erwartete, erste hauseigene Smartphone präsentiert. Beim “Fire Phone” handelt es sich um ein, was die technischen Spezifikationen angeht, recht marktübliches Oberklasse-Gerät, das vorläufig nur in den USA und für 199 Dollar exklusiv mit einem Zwei-Jahres-Vertrag von AT&T vertrieben wird.

Wie auch bei den Fire Tablets fällt es mir schwer, für das Amazon Smartphone Begeisterung zu empfinden. Nicht unerfüllte Hardwarewünsche bremsen meinen Enthusiasmus, sondern das Motiv, das hinter der Ausweitung der Fire-Produktlinie steckt: Amazon will über die Gadgets digitale und – in erster Linie – physische Produkte verkaufen. Das liegt in der DNA des Onlinehändlers, der zwar auch andere Geschäftssparten betreibt, dennoch aber den Großteil seiner Erlöse im E-Commerce-Bereich erwirtschaftet. » weiterlesen

Zukunft von SoundCloud:
Exit oder Label-Partnerschaften – alles ist möglich

Die Berliner Audioplattform SoundCloud könnte die Geschichte der Musikindustrie neu schreiben – oder am Ende mangels Profitabilität doch von einem Netzgiganten geschluckt werden. Gerüchte gibt es viele. Eine Bestandsaufnahme.

SoundCloudWie geht es weiter mit SoundCloud?

Diese Frage soll keinesfalls suggerieren, es müsse etwas Negatives geschehen. Es fühlt sich einfach an, als liegt bei der Audioplattform etwas in der Luft. Nur was, und ob dies aus Sicht von Nutzern positiv oder negativ zu bewerten ist, ist aktuell unklar.

Einführend kurz ein Überblick darüber, wo das Unternehmen steht: Gegründet wurde SoundCloud 2007 von den Schweden Eric Wahlforss und Alexander Ljung in Berlin. Nach einem anfänglichen Fokus auf Musik stellten die zwei Skandinavier die Firma sukzessive breiter auf. SoundCloud wurde zu einer Audioplattform, gewisserweise ein Äquivalent zu YouTube. Rund 250 Millionen Nutzer konsumieren pro Monat bei SoundCloud gespeicherte Audioinhalte (Stand Oktober 2013). Registrierte Anwender gab es im Sommer vergangenen Jahres laut einem Medienbericht 40 Millionen. Demnach dürften es heute zwischen 50 und 80 Millionen sein. » weiterlesen

Facebooks neuer Snapchat-Konkurrent:
Slingshot hat geringe Chancen, und das ist nicht schlimm

Facebook hat mit Slingshot eine neue mobile App veröffentlicht, die sich an Snapchat anlehnt. Dass sie ein Hit wird, ist unwahrscheinlich. Doch niedrige Erwartungen können dem sozialen Netzwerk nur recht sein.

Erwartungsgemäß, weil einige frühere Berichte bestätigend, hat Facebook am Dienstagabend mit Slingshot eine neue iPhone- und Android-App veröffentlicht, vorerst nur für Nutzer mit US-Konten. Anders als von der Financial Times vor einigen Wochen prophezeit, handelt es sich aber nicht um eine Kopie des Berliner Dienstes Taptalk (was natürlich auch an einer Änderung in letzter Minute liegen kann). Parallelen in Optik, Aufbau und Funktionalität gibt es eher zu Snapchat. Wie dort – und bei Taptalk, das sich seinerseits von Snapchat inspirieren ließ -, sind mit Slingshot an Freunde versendete Fotos und Videos “selbstzerstörend”. Facebooks neueste App hebt sich in einem Punkt von den Rivalen ab: Um an einen geschickte Schnappschüsse betrachten zu können, muss man dem Absender ebenfalls ein spontan angefertiges Bild oder Video schicken. Das ist Slingshot. Nicht mehr und nicht weniger. Die Chancen, dass die App ein Erfolg wird, sind gering.

» weiterlesen

Die Eigenheiten der Medienökonomie:
Taxi-Proteste machen Uber und WunderCar zu Medienstars

Die jüngste Protestaktion von Taxifahrern gegen Uber und WunderCar sorgte nicht nur für eine gestiegene Nachfrage nach eben jenen Diensten. Auch für die Presse ist der Konflikt ein großes Thema. Statt teure Werbekampagnen schalten zu müssen, bekommen die Startups quasi kostenfrei eine Millionenreichweite.

Uber und WunderCarNach den europaweiten Protesten von Taxifahrern gegen On-Demand-Beförderungsapps wie Uber (beziehungsweise UberPop) und WunderCar in der vergangenen Woche wurde relativ schnell deutlich, dass der Schuss nach hinten losging: Denn weil in vielen Städten Europas keine Taxis fuhren, sahen sich viele Passagiere gezwungen, auf die Dienste auszuweichen, gegen die sich die Aktion der Taxifahrer richtete. Es kam zum klassischen Streisand-Effekt.

Doch abgesehen von den unmittelbaren Konsequenzen auf die Popularität besagter Apps hat der von der Taxi-Lobby mit viel Pressearbeit unterfütterte Protest gegen die technologiegetriebenen, geltende Gesetze in Frage stellenden Startups auch deren Medienbekanntheit in zuvor nicht gekannt Dimensionen katapultiert. » weiterlesen

Soundtrack Your Brand:
Spotifys neuer Hoffnungsträger heißt B2B

Das Startup Soundtrack Your Brand will mit einer Beteiligung und offiziellem Segen von Spotify einen potenziellen Milliardenmarkt erschließen: gewerbliches Musikstreaming. Es könnte das defizitäre Streaminggeschäft endlich in eine Gewinnmaschine verwandeln.

Soundtrack Your Brand

In den letzten Monaten haben wir mehrfach über das herausfordernde Segment der On-Demand-Musikdienste berichtet. Jüngste Meldungen zur Übernahme des von ProSiebenSat.1 gestarteten Streamingangebots Ampya durch den franzosischen Konkurrenten Deezer sowie sich um Marktführer Spotify rankende Verkaufsgerüchte unterstreichen, dass das Geschäftsfeld aufgrund hoher Lizenzkosten und nur zaghaften Wachstums bisher nicht gerade für wirtschaftliche Stabilität steht. Doch ein neues Projekt aus der Spotify-Heimatstadt Stockholm könnte zumindest für den schwedischen Streamingpionier die Erlösaussichten massiv verbessern: » weiterlesen

Krautreporter-Debatte:
Doch, Journalismus im Netz ist kaputt

Das Journalismusprojekt Krautreporter hat sich mit der Behauptung, dass Online-Journalismus kaputt sei, einige Feinde gemacht. Strategisch mag das falsch gewesen sein. Die Feststellung an sich ist es aber nicht.

NewsAm Freitagabend endet die Crowdfunding-Kampagne des schlagzeilenträchtigen – und hinsichtlich der Umsetzung umstrittenen – Journalismusprojekts Krautreporter. Dass sich bis dahin noch 5.000 Abonnenten mit der Bereitschaft finden, 60 Euro für das erste Jahr vorzustrecken, ist eher unwahrscheinlich. Die Gründe für das absehbare Verfehlen des Ziels fasste Christian Jakubetz am Dienstag in einem Blogbeitrag gut zusammen.

In einem entscheidenden Aspekt, der wenig mit den Krautreportern zu tun, möchte ich Jakubetz aber widersprechen. Er stört sich an der von den Krautreportern in ihrer Kommunikation recht deutlich betonten Parole, dass der Online-Journalismus kaputt sei, und dass sie dies ändern wollen. Sicherlich kann man darüber streiten, ob sich die Initiatoren des Projekts mit dieser Positionierung einen Gefallen getan haben. Anders als Jakubetz finde ich die These vom kaputten Online-Journalismus aber nicht so abwegig. » weiterlesen

Watchever-Gerüchte:
Netflix-Start wirft seinen Schatten voraus

Trotz einiger Erfolgsmeldungen ziehen über dem Video-on-Demand-Dienst Watchever dunkle Wolken auf. Gerüchte über Verkaufspläne sowie gar eine Schließung machen die Runde. Die Muttergesellschaft Vivendi könnte sich vor einem direkten Wettbewerb mit Netflix drücken wollen.

Dass der bevorstehende Deutschlandstart von Netflix für die hierzulande bereits präsenten Akteure im On-Demand-Filmsegment eine Herausforderung wird, daran gibt es wenig Zweifel. Zwar wird es dem US-Anbieter nicht leicht fallen, sich in Sachen Content signifikant von den Kontrahenten abzuheben. Dennoch ist davon auszugehen, dass die global etablierte Marke, die vorzügliche finanzielle Ausstattung und die über Jahre aufgebaute Expertise in Sachen Skalierung, Usability und Rechtepoker sich letztlich für Netflix als ein erheblicher Konkurrenzvorteil erweist.

Eine aktuelle Meldung zur Zukunft des hierzulande seit gut anderthalb Jahren verfügbaren Abodienstes Watchever überrascht aber trotzdem: Heise Online berichtet über eine Meldung der fanzösischen Finanz-Zeitschrift “Les Échos”, nach der die Watchever-Betreiberin, der französische Mediengigant Vivendi, einen Verkauf des VoD-Dienstes plant. Grund seien unter anderem hohe Verluste. 66 Millionen Euro verschlangen der Betrieb und das Marketing des Dienstes im vergangenen Jahr. Laut Heise erwirtschaftete der Service 12 Millionen Euro Umsatz. Im ersten Quartal 2014 soll der Verlust bei 21 Millionen Euro gelegen haben. » weiterlesen

Fußball-Weltmeisterschaft 2014:
Meine erste WM ohne TV-Anschluss

Die Zeiten, in denen man eine Fußball-Weltmeisterschaft nur mit einem Fernsehanschluss ernsthaft verfolgen konnte, sind vorbei: Schnelle Leitungen und leistungsfähige, legale Streamingdienste ermöglichen auch “Cord Cuttern” vollen Fußballgenuss. Mit einigen Einschränkungen.

FußballDie Fußballweltmeisterschaft 2014 steht vor der Tür. Für mich bedeutet sie dieses Mal ein Novum: Erstmals steht mir während der gesamten Laufzeit des Turniers kein linearer Fernsehanschluss zur Verfügung, um die Spiele anzuschauen. Vor zwölf Jahren wäre das einer kleinen Katastrophe gleichgekommen (sofern man es für angemessen hält, für die fehlende Möglichkeit zum Fußballgucken diesen drastischen Begriff zu verwenden). Glücklicherweise haben sich die Vorzeichen geändert und als ausschließlich über eine Internetverbindung verfügender Nutzer ist man nicht mehr darauf angewiesen, über schlechte Leitungen und obskure Peer-to-Peer-Dienste verpixelte Live-Streams chinesischer TV-Sender anzuschauen. » weiterlesen