2095 Artikel in der Kategorie Analysen auf netzwertig.com.

“Exorbitante Entwicklung”:
Statistas Expansion in die Welt nimmt Fahrt auf

2008 ging das Statistikportal Statista ins Netz. Heute ist das Unternehmen aus Hamburg, das seit 2010 schwarze Zahlen schreibt und in diesem Jahr acht bis zehn Millionen Euro Umsatz anpeilt, nicht nur im deutschen Raum eine Institution.

StatistaEs ist ein Luxus, den sich nur wenige Wachstums-Unternehmen auf Dauer leisten können: der vollständige Verzicht auf eine Marketing- und Presseabteilung. Bei dem in Hamburg ansässigen Statistikportal Statista aber hält man aktive externe Kommunikationsarbeit für nicht notwendig. Da es sich bei Statista um eines der erfolgreichsten deutschen Webunternehmen der vergangenen Jahre handelt, gibt es wenig Anlass, dieser Sicht zu widersprechen. » weiterlesen

Amazon:
Bewusster Verzicht auf Margen als Waffe gegen die Konkurrenz

Es ist Kern von Amazons Strategie, zeitweilig bewusst auf Margen zu verzichten oder gar Geld zu verlieren. Das jetzt in den USA präsentierte Kreditkarten-Lesegerät setzt diese “Tradition” fort: Es unterbietet bei den Gebühren kategorisch jeden Konkurrenten.

Amazon Local RegisterAmazon hat in den 20 Jahren seiner Existenz vieles richtig gemacht, um den heutigen Status als weltweit größter Online-Händler (außerhalb Chinas) und Internetgigant zu erreichen. Doch möchte man die Strategie bewusst auf einige wenige Elemente verkürzen, dann hat die Konzeption und Gestaltung von Produkten und Services mit hauchdünnen Margen, zum Selbstkostenpreis oder unter Inkaufnahme von Verlust eine prominente Nennung verdient. Deshalb liefert des Unternehmen weiterhin Quartalszahlen, die bei jeder anderen Firma an der selben Stelle im Lebenszyklus wie Amazon als Desaster gelten würden, und die auch die Anleger des Konzerns aus Seattle zunehmend ungehalten machen. » weiterlesen

Vom MP3-Sammler zum Streamer:
Wie sich mein digitaler Musikkonsum in acht Jahren komplett gewandelt hat

Wie Millionen andere war ich einst verrückt danach, MP3s herunterzuladen und meine digitalen Musiksammlung zu erweitern. Doch dann kam das Streaming und veränderte alles.

MusikIn den Jahren rund um den Milleniumwechsel hatte ich ein großes Hobby: MP3s herunterladen. In der Wohnung der Eltern gab es plötzlich eine DSL-Flatrate (mit einer nur manchmal erreichten Spitzengeschwindigkeit von 1 Mbit/s im Downstream). Tauschbörsen wie Napster und Soulseek machten den Bezug der Titel so einfach wie nie. Software-Player wie Winamp und tragbare MP3-Abspielgeräte lösten Walkman und CD-Player ab. Mein thematischer Fokus lag vor allem auf seltenen Vinyl-”Rips” aus dem Bereich der elektronischen Musik. Das hieß, dass ich schon manchmal viele Stunden mehr oder wenig geduldig darauf wartete, bis der einzige User mit dem entsprechenden Stück mal wieder online war. Unglaublich langsame Uploadgeschwindigkeiten sorgten für zusätzliche Verzögerungen. Dennoch wuchs meine MP3-Sammlung zu Beginn des neuen Jahrtausends schnell an, angetrieben auch vom Tauschen ganzer Festplatten mit Freunden sowie dem gelegentlichen Kauf von MP3s (in meinem Fall bei Beatport).
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Windows Phone:
Nummer Drei rockt die Nische und keiner kriegt es mit

Windows Phone ist mittlerweile die unumstrittene Nummer drei unter den Smartphone-Betriebssystemen. Was Funktionsumfang und App-Auswahl angeht, hat es mächtig aufgeholt. Dass Microsofts System dennoch aus seiner Nische nicht mehr herauszukommen scheint, könnte einen ganz banalen Grund haben: Es braucht einfach niemand.

Vor einigen Jahren begann ich, mit alternativen Betriebssystemen zu experimentieren und nach einigen soliden Vorstößen von Nokia war ein Windows Phone eine Zeit lang sogar mein Haupttelefon. Als Google dann das Nexus 4 auf den Markt brachte, fiel mir der Umstieg zurück zu Android allerdings sehr leicht: Das Bedienkonzept, die App-Auswahl sind bei Android für meinen Geschmack noch einen Tacken besser.

Aber Windows Phone hat weiter aufgeholt. Grund genug, dem System einen erneuten Besuch abzustatten und die Faszination zu ergründen, die zumindest einige treure Fans mittlerweile mit der Nummer drei verbinden. Und um herauszufinden, warum der Marktanteil jüngst gar noch weiter gefallen ist – unter 3 Prozent.

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Experimente mit neuartigen Gesellschaftsformen:
Wenn morgen ein neues Land gegründet wird…

Neue Stadtstaaten, die in internationalen Gewässern errichtet werden, böten Raum für Experimente mit aus heutiger Sicht radikalen Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen. Der Gedanke regt die Fantasie an.

Stadt auf dem WasserAls ich Anfang der Woche diesen Artikel zur Vision von schwimmenden Städten zu lesen begann, war mein erster Gedanke: “Wer braucht denn sowas?!”. Doch als es anschließend im Text darum ging, dass eine sich neu konstituierende Nation auf dem Wasser ein Platz wäre, an dem Experimente mit neuen Gesellschaftsformen durchgeführt werden könnten, wurde ich hellhörig. Denn in der Tat gibt es einige interessante Ansätze zur Neuordnung von Gesellschaft und Wirtschaft, die sich unter den heutigen Rahmenbedingungen nur schwer umsetzen und ausprobieren lassen. Geschichte, Mentalität, Gewohnheiten und das existierende strukturelle Korsett stehen experimentellen Vorstößen im Weg. Ein neues Land, möglicherweise in Form eines Stadtstaats auf dem Wasser, wäre dagegen der ideale Ort, um einfach mal radikal neu zu denken.

Doch was würde in diesem neuen Land anders laufen? Schnell hatte ich für mich eine Reihe von Merkmalen und Kriterien identifiziert. So sollte ein experimentelles Land meiner Ansicht nach aussehen: » weiterlesen

Beförderungs-Startups launchen “Sammeltaxi”-Funktionen:
Uber und Lyft versuchen sich an intelligenter Mobilität

Während die Dienste der US-Beförderungs-Startups Uber und Lyft für Anwender bequem sind, trugen sie bisher wenig zur Schaffung von nachhaltiger Mobilität bei. Mit neuen, zeitgleich vorgestellten “Sammeltaxi”-Funktionen wollen die Firmen dies ändern. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

RidesharingAbgesehen von der Regulierungsproblematik, die bei Vertretern der Taxibranche das Blut zum Kochen bringt, gab es an hippen, umfangreich finanzierten Beförderungs-Startups wie Uber und Lyft bislang vor allem zu kritisieren, dass sie Bestrebungen einer sinnvollen, umweltfreundlichen Verkehrspolitik, bei der Anreize zur Nicht-Nutzung des Automobils gegeben werden, unterlaufen. Doch innerhalb von 24 Stunden haben beide in San Francisco beheimateten Unternehmen Erweiterungen ihrer Dienst bekanntgegeben, die signalisieren, dass Nachhaltigkeitsaspekte und die gemeinsame Nutzung von begrenzten Ressourcen tatsächlich Teil der Strategie sind. » weiterlesen

Internetüberwachung:
Die Freiheit, das Gesetz übertreten zu dürfen

Behörden und Internetdienste arbeiten eng zusammen, wenn es um den Kampf gegen Kinderpornografie geht. Was, wenn eines Tages alle Straftaten, auch Bagatellen, auf diesem Weg ans Licht kommen und geahndet werden? Wäre dies eine wünschenswerte Welt oder nicht?

HandschellenGoogle steht aktuell im Rampenlicht, weil es bei einem automatisierten Scan der E-Mails eines Gmail-Nutzers Kinderpornografie entdeckt und den User daraufhin den Behörden gemeldet hat. Während es sich um eine der Deliktarten handelt, bei der in der Öffentlichkeit eine besonders hohe Akzeptanz von außergewöhnlichen Vorgehensweisen zur Entlarvung und Bestrafung besteht, wirft der Fall eine hochinteressante Frage über die Zukunft unseres Rechtssystems und unsere Vorstellung von Freiheit auf: Werden Menschen in der Ära der Totalüberwachung noch grundsätzlich die Freiheit haben, ohne juristische Konsequenz Gesetze zu übertreten, oder werden künftig aufgrund der technischen Fähigkeiten ausnahmslos sämtliche Straftaten aufgedeckt und geahndet? Die Fragestellung mag seltsam klingen, spielt aber meines Erachtens nach eine extrem wichtige Rolle in der Gestaltung der digitalen Gesellschaft.  » weiterlesen

Minimalismus auf die Spitze getrieben:
Yo und das junge Phänomen der Ein-Funktionen-Apps

Die Zwei-Buchstaben-App Yo ist Wegbereiter für ein Phänomen, das man künftig häufiger sehen dürfte: Mit dem Netz verbundene Anwendungen, die nur eine einzige Funktion und mitunter nur eine “Schaltfläche” besitzen.

PizzaNoch immer herrscht in Kreisen der Netzwirtschaft Unklarheit darüber, ob aus der Zwei-Buchstaben-App Yo mehr werden könnte als ein kleiner Medienhype. Verschiedene Entwickler sind zumindest der Meinung, dass es sich lohnt, die Anwendung nachzubauen. Einige Israelis sollen unterdessen angeblich einen praktischen Nutzen in Yo gefunden haben: Sie setzen die App laut einem Medienbericht zur Warnung vor Raketen ein. » weiterlesen

Veraltetes Klischee:
Ein Smartphone ist kein Luxusgut mehr

Noch immer existiert das Klischee, dass man mindestens zur Mittelschicht gehören muss, um sich ein Smartphone leisten zu können. Die Realität sieht anders aus.

SmartphoneEs gibt valide Argumente dagegen, bestimmte für Bürger essentielle öffentliche oder kommerzielle Dienstleistungen nur noch auf digitalem Weg zugänglich zu machen. Und dann gibt es solche, die zwar in den Ohren ihrer Verwender gut klingen mögen, die aber in der Realität keine Gültigkeit haben. Ein Klassiker, den man immer mal wieder hört, ist der gut gemeinte Hinweis, dass sozialschwache Personen ausgegrenzt werden, sofern man einen Service nur per Smartphone anbietet (zuletzt hier nachzulesen). Doch die Annahme, dass Menschen in prekären Lebenslagen kein Smartphone besitzen können, ist nicht mehr zeitgemäß. » weiterlesen

Heißer Trend FinTech:
Die Finanzbranche steht heute da, wo sich die Musikindustrie im Jahr 2000 befand

Der Umgang mit und die Verwaltung von Geld stehen vor weitreichenden Veränderungen. Für die Musikindustrie kam das Erwachen mit Napster. Im Finanzsektor markiert Bitcoin die Zeitwende.

GeldWer sich meine Artikel der letzten Zeit anschaut, wird feststellen, dass ich vermehrt über Startups und Neuigkeiten aus dem Payment- und Finance-Bereich berichtet habe. Das hat einen ganz simplen Hintergrund: Die Zahl der spannenden Unterfangen und Entwicklungen im sogenannten FinTech-Segment (Finance-Tech) explodiert gerade regelrecht. Aktuell fasziniert mich kaum ein anderer Bereich der Technologiewelt derartig wie die Neudefinition des Geldes und der damit verbundenen Dienstleistungen im digitalen Zeitalter.

Um meine Exaltierheit verständlicher zu machen, möchte ich mich einer Analogie bedienen: Ich glaube, dass FinTech heute ungefähr da steht, wo die Musikindustrie sich zur Jahrtausendwende befand. Diese blickte 1999/2000 auf einen bevorstehenden massiven Wandel, ausgelöst durch neue Möglichkeiten des digitalen Musikvertriebs und -konsums, und mitverursacht durch nicht nach den alten Regeln spielende Player wie die Tauschbörsen Napster und Kazaa. Sie erlaubten es Nutzern erstmals im großen Stil, Musik miteinander zu tauschen, und das vorbei an den Kontroll- und Wertschöpfungsinstanzen der existierenden Anbietern. Filesharing-Börsen und illegale MP3-Downloadsites rüttelten die Musikindustrie wach und ebneten mittelfristig den Weg für legale Streaming- und Abodienste, die heute von Millionen Menschen genutzt werden. Und auch wenn die Transformation der Musikindustrie noch lange nicht abgeschlossen ist, funktioniert sie heute schon deutlich anders als zum Beginn der Internetära, wie dieser Chart belegt. » weiterlesen