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Fünf Monate nach dem Start legt der Location Based Chat f1eld in dieser Woche einen Neustart hin. Statt eines hyperlokalen Chats soll die App Menschen eines Einzugsgebiet nun über gemeinsame Diskussionsthemen zusammenbringen. Das Thema Location bleibt für Gründer ein schwieriges Unterfangen.
Ich habe Kai Tietjen mit der Frage provoziert, ob die Welt wirklich darauf gewartet hat: eine App, mit der ich die Menschen in meiner Umgebung über einen Chat kennenlernen kann. Seine Antwort: Inschallah. “Auf Twitter hat auch keiner gewartet. Wenn es einen Nerv trifft, wird es angenommen, wenn nicht, eingestellt oder an Burda verkauft.” Was die erste Version seiner App f1eld angeht, gibt sich Tietjen selbstkritisch. Technisch habe sie nicht einwandfrei funktioniert, Nutzer hätten die App für falsche Zwecke genutzt, viele hätten die App danach gar nicht mehr aufgesucht.
F1eld 2.0 soll anders sein: Diskussionen sind jetzt thematisch geordnet, statt alleine über die geografische Komponente. Sport, Lifestyle, Liebe, Mitfahrgelegenheiten – für alle Anlässe bietet f1eld nun Themenkanäle. Die Idee, so Tietjen, sei Social Discovery: die Menschen in der Gegend über gemeinsame Interessen kennenzulernen. Das geht weiterhin mit der hohen Herausforderung einher, dass ein solcher Dienst erst interessant wird, wenn die kritische Masse erreicht ist. Deswegen will man f1eld zunächst für größere Städte bewerben.
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Proteststürme in sozialen Netzen sind Alltag geworden, weswegen viele Opfer zunehmend professionell und gelassen darauf reagieren. Es wird Zeit, dass die Kritiker sich dem anschließen.
Es steht an der Tagesordnung, dass Unternehmen, die etwas Umstrittenes tun, in sozialen Netzwerken in die Schusslinie geraten. Sie reagierten darauf bereits mit einer Joboffensive für Social Media Manager; ein Großteil wird deswegen mittlerweile von Netzprofis vor dem Schlimmsten bewahrt. Auch Personen des öffentlichen Lebens trifft es immer wieder, in jüngster Zeit etwa die Politikerin Claudia Roth und die Fußballer Rafael van der Vaart und Nils Petersen. Politiker und Profisportler sind Medienprofis und reagieren wie immer mehr Normalsterbliche zunehmend gelassen und zuvorkommend auf Kritik. Warum können sich dann nicht auch die Kritiker etwas zurücknehmen?
Fußball-Kommentator Bela Rethy wurde jüngst nach Kommentaren bei einem Fußballspiel von einigen unbedachten Twitterern Alkoholismus vorgeworfen. Van der Vaart erhielt auf seiner Facebook-Seite persönliche Beschimpfungen, als bekannt wurde, dass er nach der Trennung von seiner Frau ein Verhältnis mit deren bester Freundin eingegangen war. Die teils sehr persönlichen Kommentare reichten von “Geschmackloser, as… Holländer!” bis “Schämen solltest du dich, du bist so dermaßen krank”. Es gibt aber auch erste Anzeichen, dass viele Kritiken an Schärfe nachgelassen haben, wie das Beispiel des Fußballers Nils Petersen zeigt.
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Twitter verbietet dem Mikrospendendienst Flattr seit heute die Möglichkeit, Tweets zu flattern und dem Urheber damit eine Spende zukommen zu lassen. Das ist deswegen schade, weil Flattr damit die erste echte mögliche Killerfunktion genommen wird.
Der Mikrospendendienst Flattr hat es Zeit seines Lebens nicht leicht, die kritische Masse zu erreichen. Dass Twitter die Schweden nun von der zunehmend geschlossenen Plattform verbannt, ist ein weiterer Rückschlag, auch wenn er nicht überraschend kommt. Flattr wird das überleben, allerdings verschwindet damit eine der cleversten Funktionen, die das Spendentool in seiner dreijährigen Geschichte ins Leben gerufen hatte.
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Bei Gerüchten aus der Techszene verlassen sich viele Medien auf das “Wall Street Journal”. Dabei wurde dem Blatt in diesem Jahr bereits zweimal Einflussnahme vorgeworfen. Ein Rückblick auf die vergangenen Monate zeigt, wie oft das Journal mit seinen Prophezeiungen richtig lag und wie oft nicht.
Wir alle lieben und hassen Gerüchte, ohne wären viele Technikmagazine heute wohl nur halb so voll. Viele Gerüchte kommen in diesen Tagen vom “Wall Street Journal” (WSJ). Die Frage ist, wie oft die Zeitung, die sich jeweils auf unterrichtete Personen beruft, mit den Gerüchten eigentlich Recht hat. Laut einer WSJ-Meldung von vergangener Woche etwa verzeichnet Blackberrys neuestes Smartphone Z10 angeblich mehr Retouren als Verkäufe. Der kanadische Hersteller widersprach dem energisch, vermutet eine gezielte Kampagne hinter der Meldung, um den Börsenkurs des Unternehmens in den Keller zu treiben und erwägt nun sogar, die Börsenaufsicht einzuschalten.
Harmloser ist da ein WSJ-Bericht, nach dem Microsoft angeblich an einer eigenen Smart Watch arbeite. Verwunderlich allerdings der Zeitpunkt der Meldung, zumal anderen Herstellern derzeit gleiche Ambitionen nachgesagt werden. Zeit für einen Blick auf die Gerüchte, die das WSJ in den vergangen Monaten veröffentlicht hat, und darauf, wie oft es dabei ins Schwarze traf.
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Sowohl Facebook als auch Google wird nachgesagt, WhatsApp kaufen zu wollen. Wahrscheinlich ist, dass der Smartphone-Messenger keinem der beiden Webriesen in die Hände fallen wird.
WhatsApp hat Meldungen über Kaufverhandlungen mit Google dementiert. Verwunderlich ist das nicht, betonte der kalifornische Smartphone-Chatdienst in der Vergangenheit doch immer wieder, nicht an Akquisitionen interessiert zu sein. Das allein muss zwar nicht heißen, dass es dazu niemals kommen wird. Das generell vom im Silicon Valley üblichen lautstarken Getöse abweichende, zurückhaltende Verhalten der WhatsApp-Macher sowie sich in der Vergangenheit nicht bewahrheitende Gerüchte einer sich anbahnenden Übernahme durch Facebook legen nahe, dass man derartige Meldungen grundsätzlich nicht überbewerten sollte.
Dass Google ein Auge auf das junge Unternehmen werfen würde, war spätestens seit den Facebook-Avancen im Dezember vorhersagbar. Auch andere Schwergewichte der Internetbranche dürften sich für das erfolgreiche Startup und seine mehreren hundert Millionen Anwender interessieren (offizielle Nutzungszahlen liegen nicht vor). Anders als die typischen Geldverbrenner der Websphäre ist WhatsApp als profitables Unternehmen jedoch deutlich weniger in Eile, unter das Dach eines Netzgiganten zu schlüpfen. » weiterlesen
Wenn Netzaktivisten und Blogger wichtige internetpolitische Themen debattieren, geschieht dies immer nur für den Kreis der Eingeweihten. Anstatt sich nur über die fehlende Wahrnehmung zu beklagen, müssen sie selbst etwas an diesem Zustand ändern.
Der folgende Gastbeitrag kommentiert die jüngsten netzpolitischen Debatten und ihre begrenzte Wirkung und blickt dabei von außen auf das Treiben der “Netzgemeinde”. Die Autorin möchte ungenannt bleiben.
Nein – ich habe noch nie gebloggt. Nein – ich bin nicht tausendfach vernetzt über Facebook, Twitter etc. Nein – ich gehöre nicht in die typische Netzgemeinde. Und trotzdem schreibe ich an dieser Stelle einen Beitrag, weil ich die Adressaten nur auf diesem – dem Blogweg – erreichen kann.
Ich gehöre zur Generation 50+, arbeite in einem Medienberuf und stehe dem Internet sehr aufgeschlossen gegenüber, weil ich es von Anfang an beruflich und privat genutzt habe, weil ich es aus meinem Leben nicht mehr wegdenken und durch das Internet mein Leben und das meiner Familie viel besser organisieren kann.
Gleichzeitig bin ich aber auch Anhängerin der gedruckten Medien, lese täglich die Print-Ausgabe einer großen Tageszeitung und sehr gern Bücher in ihrer klassischen gedruckten Form, kaufe regelmäßig neu erschienene Bücher (zusätzlich zu elektronischen Büchern) und werde auch beim nächsten Umzug sehr viele Bücherkisten packen müssen, weil Bücher einfach zu meinem Leben dazugehören. » weiterlesen
Die moderne Industriegesellschaft hat eine wahres Komplexitätsmonstrum geschaffen. Mit der Digitalisierung ist ein guter Zeitpunkt gekommen, um Simplizität in den Mittelpunkt zu stellen.
Die wachsende Zahl digitaler Nomaden – Menschen, die ortsunabhängig arbeiten und leben – schätzt einen minimalistischen, simplistischen Lebensstil schon länger. Je mehr materielle und immaterielle Verpflichtungen mit dem aktuellen Schaffensort verknüpft sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser nicht verlassen werden kann.
Doch das Streben nach Simplizität ist nicht mehr nur etwas für junge oder junggebliebene “Informationsarbeiter” auf Welterkundungstour. Nicht zuletzt seit Apple mit iPhone und iOS gezeigt hat, wie die Reduzierung um unnötigen Ballast und komplizierte Eigenschaften eine Produktkategorie innerhalb kürzester Zeit von einem Nischenphänomen in ein globales Mainstreamereignis mit weitreichenden Folgen verwandeln kann, steht die konsequente Vereinfachung zunehmend im Fokus vieler Unternehmen sowie Individuen.
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Unsere heutige Sichtweise auf Arbeit ist problematisch. Neue Technologien sowie die Krise des Finanz- und Wirtschaftssystems zwingen uns zu weitreichenden Veränderungen.
In letzter Zeit mache ich mir viele Gedanken über den Sinn der digitalen Technologie. Ohne Ziele, die wir mit der sich immer schneller drehenden Entwicklung erreichen wollen, würde technischer Fortschritt zum Selbstzweck werden und damit seine Existenzberechtigung verlieren. Eine angemessene Prämisse, die ich in diesem Artikel beschrieb, ist das Streben nach mehr Zufriedenheit durch den Einsatz moderner Technik. Heute möchte ich einen anderen Aspekt hervorheben, bei dem digitale Innovationen großen Nutzen stiften können: Arbeit.
Derzeit lassen sich zwei entgegengesetzte Prozesse beobachten: Auf der einen Seite führt die fortschreitende Automatisierung sowie die derzeitige Strukturkrise des europäischen, aber auch globalen Finanz- und Wirtschaftssystems zu einer um sich greifenden Massenarbeitslosigkeit. Auf der anderen Seite jedoch sind bei denjenigen, die sich in Lohn und Brot befinden und Karriere machen, verbreitete Überarbeitungs- und Überlastungserscheinungen zu beobachten. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz gaben zuletzt rund 50 Prozent der Befragten in einer Untersuchung an, Termin- und Leistungsdruck sowie ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge als Belastungsfaktoren zu empfinden. Kein Wunder, wird Erfolg in den meisten Industrienationen noch immer mit langen und intensiven Arbeitstagen gleichgesetzt. » weiterlesen
Mit “Home” liefert Facebook einen Android-Launcher für alle, die keine Sekunde der Interaktion und Kommunikation mit ihren Freunden verpassen möchten. Es geht auch darum, die Jugend wieder zu begeistern.
Gelegenheitsnutzer und kategorische Verweigerer verstehen es nicht, aber Millionen Facebook-Mitglieder schauen vielfach täglich, was sich in ihrem Kontaktnetzwerk ereignet. Manche sind regelrecht süchtig. Von den knapp 1,1 Milliarden aktiven Mitgliedern besuchen nach Zahlen vom Januar 620 Millionen das Social Network mindestens einmal pro Tag. 157 Millionen nutzen dafür ausschließlich mobile Geräte. In erster Linie für diesen Anwedertypus hat das kalifornische Unternehmen mit “Home” eine neue Benutzerfläche für Android-Smartphones entwickelt, welche die Kernfunktionen des Netzwerks aus der klassischen Facebook-App befreit und auf den Starbildschirm des Mobiltelefons befördert.
Bei Home handelt es sich um einen Ersatz für den Standard-Launcher von Android, der ab dem 12. April als App in der US-Version des Google Play Store für eine Reihe unterstützter Smartphones erhältlich sein wird. Das weltweite Release findet kurz danach statt. Eine Tablet-Version soll in einigen Monaten folgen. Über Partnerschaften mit Herstellern ist der Verkauf von Smartphones mit vorinstallierter Home-Oberfläche vorgesehen. Den Anfang macht das Mittelklassegerät HTC First. » weiterlesen
Es spielt eigentlich keine Rolle, ob die Bahn ein intern diskutiertes Bordprogramm in neuen ICEs wirklich einführt. Denn die Idee ist gut und sollte auch bei Fluggesellschaften und Busunternehmen Schule machen: Bring your own device – auch für das Bordprogramm.
Das beste Bordprogramm, das ich jemals hatte, war auf einem Inlandsflug in den USA. Ich konnte zwischen verschiedenen Spielfilmen wählen, sie starten und anhalten, wann ich wollte. Ich konnte in die neuesten Alben reinhören, einige gar nicht so schlechte Spiele spielen. Was dem verwöhnten Nutzer von heute dafür wenig Spaß machte: die miese Auflösung des im Vordersitz integrierten Screens, die Anfälligkeit des Servers und der träge, nicht gerade berührungssensitive Touchscreen. Immerhin: Es gab ein Bordprogramm, noch dazu ein personalisiertes.
Wie die Zukunft eines modernen Bordprogramms aussehen könnte, wird laut eines Berichts des “Tagesspiegel” derzeit intern bei der Bahn diskutiert. ICEs könnten künftig mit einem personalisierten Bordprogramm ausgerüstet werden, das aber anders als in Flugzeugen üblich nicht über eingebaute Bildschirme verfügbar wäre. Vielmehr würden sich Filme und Games auf die eigenen Notebooks oder Tablets der Fahrgäste streamen lassen. Die nächste Generation Bordprogramm. Sinnvoll oder nicht?
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(Foto: Flickr/philopp, CC BY-SA 2.0)