2057 Artikel in der Kategorie Analysen auf netzwertig.com.

Alltagserledigungen:
Ich freue mich auf die Automatisierung

Alltägliche Erledigungen erfordern eine Vielzahl Interaktionen mit anderen Menschen. Manche davon sind kaum notwendig. Zeit, dass Technologie übernimmt.

Mit anderen Menschen zu kommunizieren, kann bereichernd sein und viel Freude bereiten – sofern man dies freiwillig gewählt und sich die Personen selbst ausgesucht hat. Viele Male pro Tag sind wir jedoch zu Interaktionen mit anderen Menschen gezwungen, ohne dass ein Interesse aneinander besteht. Diese Vorgänge bieten keinerlei der Vorteile des sozialen Austauschs, dafür aber viele Nachteile. Meist sind sie zudem hochineffizient und rauben Zeit. Früher oder später wird Technologie diese Aufgaben übernehmen. Ich freue mich darauf. Hier sind vier Beispiele: » weiterlesen

Mensch-Maschine-Kommunikation:
Die SMS erhält eine neue Berufung

Als Kommunikationskanal zwischen Menschen hat die SMS ausgedient. Als Mittel zur Übermittlung strukturierter und automatisierter Informationen aber erlebt sie einen zweiten Frühling.

SMSDer Aufstieg von WhatsApp und anderen Smartphone-Messengern, ist gleichzeitig der Niedergang der klassischen SMS. Das Ende der 160-Zeichen-Nachricht  deutet sich schon länger an. Im vergangenen Jahr wurden auch erstmals weniger Handy-Kurzmitteilungen verschickt als im Vorjahr. Und das, obwohl bei vielen Tarifen mittlerweile SMS-Kontingente oder -Flatrates inbegriffen sind. Doch letztlich sind OTT-Services à la WhatsApp und iMessage mit ihren nicht vorhandenen Zeichenbegrenzungen, ihrer Multimedia- und Gruppenfähigkeit sowie dem allgemein höheren Anwenderkomfort einfach attraktiver. Auch der gefloppte SMS-Nachfolger Joyn konnte die Entwicklung nicht abbremsen.

Doch während die SMS als Mittel zur Durchführung von textbasierten Konversationen zwischen Menschen demnächst ins Antiquariat uralter Kommunikationsverfahren gehört, sieht es danach aus, als bleibt sie uns als zuverlässiger, plattformübergreifender, standardisierter Kanal für den Maschine-Mensch-Austausch erhalten. » weiterlesen

Über ein Dutzend smarte Geräte steuern:
IFTTT wird zur Schaltzentrale für das Internet der Dinge

2011 ging IFTTT als Dienst an den Start, um verschiedene Online-Apps miteinander interagieren zu lassen. Heute unterstützt der Service eine schnell steigende Zahl an smarten, internetfähigen Geräten. IFTTT wird zur zentralen Plattform für das Internet der Dinge.

IFTTT

Außenstehenden prägnant zu erklären, was genau IFTTT macht, ist nicht leicht. Ich benutze in Artikeln zu dem US-Dienst gerne die Analogie des “digitalen Klebebands”. Dass jemand ohne Vorwissen anhand dessen aber versteht, was man mit IFTTT anstellen kann, erwarte ich natürlich nicht. Womöglich erübrigt sich das Thema jedoch bald. Denn immer deutlicher wird, in welche Richtung sich das Angebot entwickelt: zum Steuerungsorgan aller mit dem Internet verbundenen Geräte; zur zentralen Plattform für das Internet der Dinge (IdD).

Im Laufe der letzten Monate hat das Unternehmen die Zahl der mit dem persönlichen IFTTT-Konto verknüpfbaren Smart Devices und IdD-Produkte kontinuierlich erhöht. Weiterhin lässt sich der Service natürlich auch dafür nutzen, um reine Web- und Smartphone-Apps zusammenzuschalten und automatisiert miteinander interagieren zu lassen. Doch je vielfältiger das in unserem Alltag vorkommende Spektrum an digitalen, mit dem Internet verbundenen Geräten ist, desto stärker rücken bei IFTTT Einsatzszenarien in den Vordergrund, bei denen ausgelöste Aktionen nicht allein die konventionelle Nutzung von PCs, Smartphones oder Tablets betreffen.

Die folgende Zusammenstellung von mit IFTTT steuerbaren und zusammenschließbaren IdD-Produkten verdeutlicht, wie weit die Metamorphose von IFTTT zur Schaltzentrale für das Internet der Dinge bereits vorangeschritten ist.  » weiterlesen

iOS 8:
Neue Märkte für Apple

Eine der wesentlichen Grundlagen für Apples Erfolg ist die Fähigkeit, Trends vorauszusehen oder sogar selbst zu setzen. Die neue Version 8 des Betriebssystems iOS passt dazu. Für normale User ist das nicht unbedingt sofort erkennbar, aber im Hintergrund gibt es viele Änderungen, die darauf zielen, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

iOS 8Apples Erfolg beruht auf mehreren Stärken. Zum einen hat das Unternehmen die Kontrolle über das Zusammenspiel von Hardware und Software, weil es beides selber herstellt. Dadurch gibt es weniger Fehler und weniger Probleme mit der Sicherheit. Zum anderen setzt es auf ein ansprechendes und einfaches Design, das gut aussieht und von den Benutzern geschätzt wird. Die wichtigste Stärke aber ist die Fähigkeit, Trends vorauszuahnen und entsprechend zu reagieren oder sie sogar selbst zu setzen. Dadurch hat Apple es seit Ende der neunziger Jahre geschafft, zu einem Konzern der ersten Liga zu werden.

Nun wird Apple im Herbst eine neue Version 8 von iOS herausbringen, das auf den mobilen Geräten der Firma genutzt wird. Im Gegensatz zur Vorgängerversion, iOS 7, ist es für normale User diesmal keine Revolution, eher eine Weiterentwicklung. Beim Vorgänger hatte Apple demgegenüber ein ganz neues Design eingeführt, was ein Risiko war, aber von den Kunden gut angenommen wurde.

In iOS 8 wurde das Design nicht wesentlich umgestellt. Es enthält Verbesserungen an Stellen, die nicht unbedingt sofort auffallen, aber das Erlebnis des Umgangs mit den Apple-Geräten als Ganzes flüssiger und angenehmer machen. Selbstverständlich hat Apple auch wieder neue Funktionen eingebaut, und die schon bestehenden an vielen Stellen optimiert – auch hier mit dem Gedanken, sie einfacher bedienen zu können. Diese Funktionen sind in den letzten Wochen oft beschrieben worden und sollen hier nicht wiederholt werden. » weiterlesen

Aufmerksamkeitsökonomie:
Smartphone-Nutzer verbringen mehr Zeit mit Apps – aber nicht mit mehr Apps

Eine frische Nielsen-Statistik zeigt: Smartphone-Nutzer verbringen zwar immer mehr Zeit mit Apps, erhöhen aber die Zahl der pro Monat verwendeten Applikationen kaum. Schlechte Nachrichten für Entwickler und Startups.

Die Problematik, dass es für an Endnutzer gerichtete Startups immer schwieriger wird, es bei Usern in die Liste der regelmäßig eingesetzten Dienste zu schaffen, wurde bei uns schon häufiger thematisiert. Verantwortlich für diese Entwicklung sind verschiedene Faktoren, darunter die große Konkurrenz, die niedrigen Einstiegsbarrieren für die Schaffung neuer Services sowie natürlich der Aufstieg des mobilen Webs. Damit verschwinden die alten Multitasking-Mechanismen der Desktop-Ära. Auf mobilen Geräten ist es deutlich schwieriger, unterschiedlichen Anwendungen parallel Aufmerksamkeit einzuräumen. Meist fokussieren sich Benutzer jeweils auf eine einzige App.

Eine Erhebung der Marktforscher von Nielsen liefert nun bemerkenswerte Zahlen, die zeigen, wie schwerwiegend diese Situation eigentlich ist: Demnach verbrachten US-amerikanische Besitzer von iOS- und Android-Smartphones im vierten Quartal 2013 pro Monat 30 Stunden und 15 Minuten mit der Nutzung von Apps. Das waren 65 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2011. Damals kamen Apps durchschnittlich nur auf 18 Stunden und 18 Minuten monatliche Einsatzdauer. » weiterlesen

Power-User zahlen bei O2 künftig mehr:
Wer Netzneutralität will, muss zu Opfern bereit sein

O2 führt für Neukunden von DSL-Flatrates eine Geschwindigkeits-Drosselung ein, sollten sie überdurchschnittlich viel Datenverkehr verursachen. Das gewählte Modell macht einen fairen Eindruck. Für die Beibehaltung der Netzneutralität sind solche Vorstöße wichtig.

O2Für Internetnutzer ist es kein schöner Gedanke, aber ich glaube, dass wir alle ein Opfer bringen müssen, um die Netzneutralität zu retten. Wie dieses Opfer aussehen könnte, hatte ich im Mai schon einmal angerissen: User sollten Bereitschaft zeigen, mehr für die überdurchschnittliche Inanspruchnahme unbeschränkter Breitband-Flatrates zu zahlen. Auf diese Weise würden sie Verantwortung dafür übernehmen, dass das von ihnen verursachte Datenvolumen aufgrund der Zunahme von gestreamtem Multimedia Content für die Provider steigende Kosten bedeutet. Kosten, die einige Netzbetreiber durch Weiterleitungsgebühren bei Diensteanbietern wie Netflix, YouTube oder Facebook refinanzieren möchten. Aufgrund von bedenklichen Nebenwirkungen derartiger “Internet-Überholspuren” ist es spätestens mittel- bis langfristig im Interesse aller Digitalbürger, dass Telekommunikationskonzernen die Argumentationsgrundlage für derartige Vorstöße – nämlich dass bei Internetzugängen keine Preissteigerungen durchsetzbar seien – genommen wird. » weiterlesen

Krypto-Messenger:
In kleinen Schritten Richtung Mainstream

Immer mehr Smartphone-Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung tauchen auf. Viele haben keine Chance. Dennoch wird ein Durchbruch einzelner Protagonisten wahrscheinlicher. Parallel fangen Investoren an, sich für das Thema zu interessieren.

VerschlüsselungAn Smartphone-Messengern, die auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzen, mangelt es wahrlich nicht mehr. Seit dem Bekanntwerden der Totalüberwachung durch die NSA und befreundete Geheimdienste hat das Segment einen massiven Push erlebt. Von Monat zu Monat tauchen neue Chat-Services auf, die versprechen, dass dank clientseitiger Kryptierung nur die Nutzer selbst Nachrichten lesen können – nicht die Betreiber der Server und auch keine Dritten. Zuletzt lancierte die deutsche Software-Firma Shape einen verschlüsselten Messenger namens Sicher. Die App gesellt sich zu existierenden Services wie Threema (gerade mit neuem Update), Telegram, Surespot, Textsecure, myEnigma und ChatSecure. Weitere, wie Hemlis und Cryptocat, sind in der Entstehungsphase. » weiterlesen

Massiv finanzierte Internetfirmen:
Der Fluch, um jeden Preis wachsen zu müssen

Viele einstige Hoffnungsträger der Internetbranche treffen Produktentscheidungen, die nicht im Sinne der Nutzer sind. Oft bleibt ihnen keine andere Wahl: Hohe Bewertungen und Wagniskapital im dreistelligen Millionenbereich verpflichten sie dazu, um jeden Preis zu wachsen.

Was haben regelmäßige, engagierte Nutzer von Twitter, SoundCloud, Foursquare und Quora gemeinsam? Sie alle mögen zwar Dutzende Verbesserungsvorschläge für einzelne Funktionen und Abläufe aufzahlen können. Dennoch würden die meisten ein insgesamt positives Fazit ziehen und sich im gleichen Atemzug gegen tiefgreifende konzeptionelle Modifikationen aussprechen. Ob Journalisten, Blogger und Multiplikatoren bei Twitter; (Indie-)Musiker, DJs und ihre Fans bei SoundCloud; Weltentdecker, Stadtkenner und Netzwerker bei Foursquare sowie Experten und Wissbegierige bei Quora – jeder der genannten Services hat sich seine ganz spezielle, unnachahmliche Subkultur mit einem jeweils leidenschaftlichen und loyalen Anhang geschaffen. Dummerweise ist das für die Unternehmen hinter diesen Diensten nicht ausreichend. » weiterlesen

Wearables:
Niemand will ein Date mit einem Cyborg

Hersteller von Wearables scheinen von der Annahme auszugehen, dass alle Menschen vom Dasein als Cyborg träumen. Das ist wahrscheinlich ein Grund für die geringe Durchschlagskraft von am Körper getragenen Gadgets.

CyborgZu konstatieren, dass die bisherige Generation von Google Glass und anderen Datenbrillen hinsichtlich der öffentlichen Nachfrage hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, wäre eine Untertreibung. Google scheint sein vor zwei Jahren euphorisch vorgestelltes Produkt mittlerweile selbst eher unangenehm zu sein: Kein einziger Präsentator auf der Keynote der jüngsten I/O-Entwicklerkonferenz trug Glass. Gesprächsgegenstand war es ebenfalls nicht.

Auch Smartwatches erwiesen sich bisher trotz enormer Publicity nicht gerade als Verkaufshit.

Die Gründe für die Ernüchterung bei Wearables sind freilich vielseitig, und überzeugte Anhänger dieser neuen Produktkategorie würden an dieser Stelle wahrscheinlich auf die noch sehr frühe Phase im Produktlebenszyklus verweisen. Dem wäre nicht zu widersprechen. Doch ich glaube, dass die Diskrepanz zwischen dem Medien- und Marketing-Hype um am Körper getragene Gadgets sowie der generellen Nachfrage nach ihnen und tatsächlichen Relevanz von ihnen unter anderem auf einen wichtigen Aspekt zurückzuführen ist:  » weiterlesen

Neue iPhone-App ohne Aufnahme-Funktion:
SoundCloud deutet an, wohin die Reise geht

Mit einer überarbeiteten iPhone-Applikation gibt SoundCloud eine erste Antwort auf die Frage, wohin die Reise für das Musik-Startup geht: weg vom nutzergenerierten und schöpferischen Fokus, hin zum bequemen Anhören von Musik.

SoundCloudVor einer Woche erläuterten wir die offenen Fragen und Gerüchte, die es derzeit über die Zukunft der Berliner Audioplattform SoundCloud zu diskutieren gibt. Tenor: Wie genau es mit dem Dienst weitergehen wird, bleibt im Dunkeln. Klar ist jedoch, dass demnächst etwas geschieht. Mit der am gestrigen Donnerstag veröffentlichten neuen iPhone-App deuten die Hauptstädter an, wie die weitere Strategie aussieht: SoundCloud verabschiedet sich langsam vom nutzergenerierten Audiocontent und damit von der Richtung, die es insbesondere seit Ende 2010 mit der Einführung eines zentralen Aufnahme-Buttons einschlug. Diese Funktion gibt es nämlich in der überarbeiteten iPhone-Applikation nicht mehr. Damit verliert SoundCloud von heute auf morgen die Eignung als Dienst für spontane Audioaufnahmen von unterwegs, wie sie etwa für Blogger und Journalisten sehr praktisch sein können. » weiterlesen