1501 Artikel in der Kategorie Analysen auf netzwertig.com.

Mercedes und BMW kämpfen mit an der MP3-Front

Woran merkt man, dass MP3 jetzt definitiv im tiefsten Mainstream angekommen ist? Nun, zum Beispiel daran, dass eine normalerweise als, äh, ziemlich etabliert geltende deutsche Automarke eine MP3-Player-Uhr unter ihrem eigenen Brand rausgibt. Dieses Wunderwerk der Technik gibt es bald bei jedem Mercedes-Händler zu kaufen. Mit 512MB Kapazität und USB-Port, farblich passend zur neuen B-Klasse. Peinlicherweise gibt es das fast identische Modell mit etwas anderem Look auch schon von BMW. Das ist mal noch echte Markendifferenzierung…

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Swisscom, Microsoft und IPTV:
eine unglückliche Kombination?

Die Ankündigung, dass Swisscom den Rollout ihres ADSL-basierten Fernsehdienstes verschiebt, schlägt internationale Wellen.

Wie The Register berichtet, ist Swisscom nicht die einzige Telco, die sich mit der IPTV-Lösung von Microsoft schwer tut. Auch amerikanische Microsoft-Kunden wie SBC und Verizon sind offenbar alles andere als glücklich mit der technischen Reife des aus Redmond gelieferten Produktes.

Die Swisscom nannte in ihrer Verschiebungsankündigung die Netzkapazität von ADSL als Hauptgrund. Man schaut berechtigterweise die Tatsache, dass nur ein Kanal gleichzeitig zur Set-Top-Box übertragen werden kann, als zu limitierend an. Offenbar gibt es darüber hinaus aber noch mehr Probleme. Laut dem The-Register-Artikel ist die Software von Microsoft weder auf Server- noch auf Empängerseite ausgereift. Und ausserdem leidet die Lösung — grosse Überraschung — an der mangelnden Offenheit ihrer proprietären Schnittstellen.

Nun, besonders erstaunlich ist das ja nun alles nicht. Microsoft hat es noch nie in seiner Firmengeschichte geschafft, ein neues Produkt vor Version 3.0 wirklich brauchbar hinzukriegen. Das, was danach kommt, ist dann dafür meistens ziemlich gut und rollt den Markt von hinten auf, wie man im Bereich der PDAs gerade erleben kann.

Ärgerlich nur für Swisscom, dass man (zu früh?) auf den Riesen aus Redmond gesetzt hat und nun erleben muss, dass Cablecom ihren Vorsprung im “Triple Play” weiter ausbauen kann. Die 130’000 Telefonie-Kunden, die Cablecom im ersten Jahr gewinnen konnte, kratzen noch lange nicht an der Dominanz der Swisscom, aber sind doch immerhin ein Anfang und werden vor allem den Preiskampf weiter intensivieren.

Musikindustrie und Internet:
Wer zuletzt lacht…?

Der Musiker und Unternehmer Gerd Leonhard äussert in einer kürzlich publizierten Präsentation einige sehr interessante Gedanken über die Zukunft der Musikbranche.

Ein bemerkenswertes Argument von Leonhard ist, dass technische Innovationen, die der alteingesessenen Medienbranche zunächst als Bedrohung erscheinen, am Schluss die etablierten Firmen letztlich gestärkt haben. Beispielsweise hatte Hollywood panische Angst vor dem Videorekorder, macht aber heute mehr Umsatz mit Videos und DVDs als mit Kinoeintritten. Kabelfernsehen erwies sich als vorteilhaft für die Fernsehsender.

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Noch mehr Werbemedien:
In-Game und Podcasts

Als ob die Werbelandschaft nicht sowieso schon verwirrend genug wäre, tun sich laufend weitere Promotionskanäle rund um das Konvergenz-Phänomen auf. Zwei der derzeit interessantesten:

  • In Computerspielen taucht immer mehr Werbung auf. Einerseits werden direkt sichtbare Werbeflächen verkauft, zum Beispiel die Bandenwerbung in Sportspielen. Andererseits gibt es auch immer mehr subtiles (oder auch nicht so subtiles) Product-Placement. Da stärkt sich dann der Ballerspiel-Held nicht an irgendwas, sondern z.B. an Domino’s Pizza, und fährt nicht ein Phantasie-Auto, sondern einen Chrysler. Die zunehmende Vernetzung der Konsolen macht es sogar möglich, nach Erscheinen des Spiels laufend die Werbung auszutauschen. Attraktiv ist natürlich die Zielgruppe der Games, denn Computerspieler sind jung, meist konsumfreudig und benutzen immer weniger klassische Medien.

    Bisher ist dieses Phänomen kommerziell noch nicht riesig, aber Spiel-Riese Electronic Arts soll angeblich letztes Jahr immerhin bereits $10 Mio an Spiel-Werbung verdient haben. Und die Yankee Group schätzt, dass In-Game-Advertisingt und spezielle Werbespiele zusammen bis 2009 gar die Milliarden-Dollar-Grenze knacken werden.

  • Werbung in Blogs ist fast schon normal (dieser Trend ist ja auch schon mehrere Monate alt…), neu ist es aber, auch Podcasts, die derzeit grassierenden Audio-Blogs, für Werbezwecke zu nutzen. GM spielt da wieder den Vorreiter unter den Grosskonzernen mit “Fast Lane Radio”. Ein netter erster Versuch, aber inhaltlich muss so ein überlanger Radiospot wohl zukünftig schon mehr bieten als nur Interviews mit Produktmanagern, damit sich das jemand wirklich runterlädt.

Da darf man schon mal gespannt sein, wie die klassische Werbebranche mit diesen Phänomenen umgeht. Die meisten Werbeagenturen tun sich ja sogar immer noch mit ganz normalen Internet-Bannern einigermassen schwer.

Bemerkenswert ist, dass sich die Werbelandschaft mit solchen neuen Kanälen immer weiter fragmentiert. Ein Markt wie In-Game-Advertising ist schlichtweg nicht gross genug, dass es sich für viele Agenturen lohnen würde, extra spezielle Kompetenz darin aufzubauen. Trotzdem verlangen die Werbekunden von ihren Agenturen (bzw. Agenturnetzwerken), dass sie auch solche Medien belegen können. Das dürfte wohl der weiteren Globalisierung und Konzentration der Werbebranche eher Vorschub leisten. Aber andererseits entstehen vielleicht auch wieder Nischen für spezialisierte Klein-Agenturen.

Hurra:
Massenmedien gerettet vor Blogger-Bedrohung

Eine besonders gelungene Schlagzeile beschert uns heute die Agentur Pressetext Schweiz: “Studie: Weblogs ersetzen Massenmedien nicht”. Puh, da haben sie aber noch mal Glück gehabt, die Massenmedien.

Der Artikel bezieht sich auf eine neue Studie von Pew Internet & American Life Project und BuzzMetrics. Untersucht wurde das Verhalten von Bloggern während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs 2004. Resultat laut Artikel: Blogger spielten gar keine wirklich relevante Rolle und werden darum keinesfalls die Massenmedien in der öffentlichen Meinungsbildung ernsthaft konkurrenzieren.

Wer sich die Mühe macht, die » weiterlesen

Digital Fotografieren:
Jetzt definitiv bessere Qualität als Film?

Im Konsumentenmarkt ist die Schlacht längst entschieden: Wer zum Beispiel bei touristischen Sehenswürdigkeiten mitverfolgt, mit welchen Geräten die Touristen ihre Schnappschüsse machen, sieht sofort, dass digitale Fotografie die bei weitem dominierende Rolle spielt und sich das analoge, filmbasierte Knipsen auf dem Rückzug befindet.

Im Profi-Lager ist die Sache aber längst nicht so eindeutig: Reportagefotografie wird heute zwar meistens digital gemacht, schon alleine aus Zeit- und Kostengründen. Ansonsten schwärmen aber sowohl Profis wie auch ambitionierte Amateure immer noch von der weit überlegenen Qualität von Film.

Da ist es schon ziemlich bemerkenswert, wenn eine allgemein als kompetent und eher konservativ angesehene Fachzeitschrift wie “Popular Photography” in ihrer jüngsten Ausgabe schlicht und einfach behauptet: » weiterlesen

Legale Musik-Downloads jetzt auch in der Schweiz – mit ein paar Verbesserungspotentialen

Seit dieser Woche gibt es in der Schweiz endlich auch den iTunes-Musicstore von Apple. Zeit war’s ja. Vermutlich hat der Produktmanager wieder mal die Europakarte rausgenommen und festgestellt, dass da in der Mitte des Kontinents noch so ein kleiner komischer Markt ist, den man eigentlich auch noch abdecken könnte. Schön, denn damit steht jetzt 1 Million Songs zum legalen Download zur Verfügung.

Zeitgleich ist auch Sony mit dem Connect-Shop gestartet, der leider nur kompatibel mit den Sony-eigenen Abspielgeräten ist, aber immerhin auch 600’000 Songs bietet. Und schon etwas länger gibt es ja die beiden Migros-Konzerntöchter Ex Libris und M-Electronics, die sich lustigerweise immer noch fleissig konkurrenzieren. Ja, der Online-Markt ist halt unübersichtlich.

Alles prima also? Nun, machen wir ein einfaches Experiment. Nichts Hinterhältiges, sondern eine ganz banale Aufgabenstellung für einen Musikshop im Markt Schweiz: Wir hätten gern die Nr. 1 der Schweizer Hitparade runtergeladen.

Im Moment ist das gerade Castingshow-Hupfdohle Salome mit ihrem Bergler-Rocksong “Gumpu”. Suchen bei iTunes: Fehlanzeige. Sony Connect: Nix. M-Electronics: Nada. Ex-Libris: Leider auch nicht, aber dieser Shop empfiehlt uns dafür als Alternative die Arie “Ah! Du wolltest mich nicht Deinen Mund küssen lassen, Jochanaan” aus der Oper “Salome” von Richard Strauss. Auch sehr schön. Aber die Nr. 1 der Hitparade bleibt uns leider zum legalen Download verwehrt.

Gut, der künstlerische Verlust hält sich in Grenzen. Aber ernüchternd sind die Resultate doch. Weitere Experimente zeigen: Von den Top 10 der aktuellen Schweizer Hitparade gibt es bei iTunes gerade mal 4 Titel, die anderen Shops sind alle gleich schlecht oder noch dünner ausgestattet.

Man kann gespannt sein, wie lange es noch dauert, bis die Musikindustrie endlich akzeptiert, dass die Konsumenten heute Musik einfach gerne runterladen und hören möchten, ohne sich mit einem halben Dutzend Shops und fünf verschiedenen Formaten herumschlagen zu müssen. Und zwar bitte alle Musik, die man auch im Plattenladen bekommt, nicht eine undurchsichtige Teilauswahl.

Toll:
Endlich auch VoIP mit Werbung

Der Voice-over-IP-Hype gewinnt weiterhin an Fahrt. Inzwischen geben sogar CEOs von etablierten Telefonkonzernen zu, dass VoIP einen Umsatzverlust im Festnetzbereich verursachen wird.

Das Medium hat immer noch viele Formen, und ständig kommen neue Spielarten auf den Markt: Die Firma ViseonMedia hat jetzt das “VisiFone” vorgestellt, ein neues Multimedia-IP-Phone mit Videokonferenz-Features, Streaming Video und allen Schikanen. Das Besondere daran: Das Gerät soll nur US$100 kosten und wird teilweise finanziert durch Werbeeinblendungen.

Gut, die Idee, VoIP und Werbung zu verbinden, ist nicht unbedingt neu. ViseonMedia will aber weiter gehen: Schliesslich steht so ein Gerät normalerweise an einem zentralen Ort im Haus, sagt die Firma.

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Warren Buffet mag keine Zeitungen mehr

Arme amerikanische Zeitungsverlage: Im Moment geniessen sie wirklich keinen grossen moralischen Support. Nur wenige Tage ist es her, dass Medien-Mogul Rupert Murdoch vor Zeitungsverlegern öffentlich den desolaten Zustand und die düstere Zukunft der klassischen Medien betrauerte.

Jetzt haut Warren Buffet, Superstar unter den Investoren und zweitreichster Mann der Welt, in die gleiche Kerbe: Er sieht die Zeitungsindustrie in einer Abwärtsspirale und kann sich nicht vorstellen, wie der Auflagenverlust gestoppt werden könnte. Ausserdem glaubt er nicht daran, dass die Zeitungen ihre Internet-Aktivitäten profitabel machen können.

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Online-Werbekönig Google bewegt sich

Eine wichtige Woche für die Online-Werbung: Google, nach wie vor bedeutendster Player auf diesem Gebiet, hat ein paar ganz wesentliche Neuerungen vorgestellt.

Erstens wird Google den Werbekunden in Zukunft auch Tausender-Kontaktpreise (CPM) statt nur Pay-per-Click bieten. Die Kunden werden, anders als heute, für das AdSense-Programm sogar in der Lage sein, sich die für sie relevanten Sites auszusuchen.

Zweitens kann man bei Google bald auch animierte Banner buchen, wenn auch nur für die AdSense-Partnersites und nicht Google selbst.

Diese beiden Innovationen sind sicher eine Konzession an die Werbebranche, die halt immer noch in CPM denkt und am liebsten animierte, bunte Werbebotschaften statt trockenen Texteinblendungen mag. » weiterlesen