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Eine Studie behauptet: Journalisten aus Deutschland sind besonders zurückhaltend, was Bloggen und Twittern angeht. Die Untersuchung ist methodisch fragwürdig, legt aber dennoch den Finger in eine Wunde.
Am heutigen Vormittag machte eine Studie zur Nutzung sozialer Medien durch Journalisten die Runde durch die deutschsprachige Netzsphäre. Kein Wunder, skizziert die Überschrift des sie thematisierenden Artikels beim Medienblog paidContent.org doch eine Aversion deutscher Journalisten gegenüber Social Media. Anlass dafür ist eine Statistik aus der sechsten “Oriella Digital Journalism Study” (PDF), in der die Verwendung sozialer Medien durch Journalisten in 14 Ländern gegenübergestellt wird. Deutschland ist demnach von sämtlichen verglichenen Nationen das Land, in dem die wenigsten Medienleute ein eigenes Blog betreiben, ein persönliches Twitter-Konto besitzen sowie ein Google+-Profil vorweisen können.
Grundsätzlich ist anzumerken, dass es der Untersuchung des PR-Agenturnetzwerks Oriella an Aussagekraft mangelt, was die Vergleiche der Attitüden und Praktiken in einzelnen Ländern angeht. Denn für die Studie befragte das Unternehmen 553 Journalisten, durchschnittlich 37 pro Land, per Onlineumfage. Es geht nicht hervor, wie diese ausgewählt wurden, weshalb auch für die übergeordnete Statistik keine Repräsentativität zu vermuten ist – die üblicherweise ohnhine etwa 1000 Teilnehmer einer Untersuchung voraussetzt. Die Ergebnisse dazu noch auf einzelne Länder herunterzubrechen, macht die Sache noch sinnloser. Zu sehr verzerren individuelle Merkmale und Sinneshaltungen Einzelner das Ergebnis, wenn nur knapp 40 Personen für jedes Land herangezogen werden. Das heißt im Klartext: Die Methodologie ist zu schwach und unwissenschaftlich, um die Studie ernst nehmen zu können. » weiterlesen
iOS 7 wird eine eingebaute VoIP-Funktion beinhalten – also ein FaceTime ohne Video. Es könnte auf herkömmliche Telefongespräche den selben Effekt haben wie iMessage auf SMS.
Apple hat im Rahmen der Keynote zu seiner aktuellen Entwicklerkonferenz diverse Neuerungen vorgestellt. Eine Kleinigkeit jedoch fiel in den meisten Berichten unter den Tisch, könnte aber eine bedeutende Tragweite erhalten: FaceTime audio. Wie der Name erahnen lässt, handelt es sich bei dem neuen Feature von iOS 7 um eine direkt in das Apple-Betriebssystem eingebettete VoIP-Funktion. Anders als bei FaceTime, womit sich kostenfreie, datenbasierte Videotelefonate mit anderen iOS-Anwendern führen lassen, wird FaceTime audio lediglich den Gesprächston übertragen.
FaceTime audio ist eine solche Produktdifferenzierung, bei der eine minimale Veränderung an einem bestehenden Produkt eine signifikante Auswirkung haben kann. Denn wo FaceTime bisher eher als Ergänzung zur bestehenden nummernbasierenden Telefonie zu sehen war, also einen komplementären Charakter besitzt, ist FaceTime audio ein waschechter Konkurrent des klassischen Handytelefonats. Es ersetzt selbiges und bietet sich in zahlreichen Alltagssituationen an, in denen niemand auf die Idee käme, extra ein Videogespräch zu initiieren. » weiterlesen
Die Wachablösung im Netz schreitet voran: Jugendlichen reichen die von der Dotcom-Generation erfolgreich gemachten sozialen Netzwerke nicht mehr aus. Sie wollen Abwechslung. Startups wie Snapchat, Ask.fm und TBH bieten diese.
Unser erster Beitrag dieses Jahres trug die Überschrift “Die Dotcom-Generation wird alt” und beschrieb die Wachablösung, die sich gerade innerhalb der Onlineökonomie abspielt. Die “Digital Natives” werden älter und übernehmen verstärkt die Rolle von Early Adoptern und Multiplikatoren. Sie waren es, die Snapchat zu einem Achtungserfolg machten, während die bisherigen Rädelsführer der Netzwelt die Foto-Sharing-Anwendung noch gar nicht bemerkt hatten.
Weiterhin besteht der Großteil von Snapchats Anwenderschaft aus Teenagern und jungen Erwachsenen, die anders als ältere Semester einen besonderen Reiz im Konzept nur wenige Sekunden lang sichtbarer Fotos und Videos sehen. Die App des US-Startups wächst nach wie vor ungebrochen. 150 Millionen “Snaps” werden pro Tag im Durchschnitt über Snapchat verschickt (Instagram: 40 Millionen). Das junge Unternehmen ist gerade dabei, eine Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Dollar abzuschließen. Ginge es nach den Vertretern der Dotcom-Generation – also Personen, die zur Jahrtausendwende ihre ersten Gehversuche im Internet gemacht und in den vergangen Jahren maßgeblich die Evolution der Webwirtschaft geprägt und beeinflusst haben – dann wäre Snapchat wahrscheinlich gefloppt. » weiterlesen
Technologiefirmen produzieren immer häufiger Bewegtbildinhalte in TV-Qualität. Motive dafür gibt es einige.
AOL tut es mit Heidi Klum, Yahoo mit Tom Hanks, Sony mit Jerry Seinfeld, Amazon mit John Goodman, YouTube mit Madonna und Netflix mit Kevin Spacey. Sie alle finanzieren und produzieren originäre Bewegtbildinhalte für das Netz. Original Programming heißt der Trend, der so gut wie jeden größeren Technologiekonzern erreicht hat. Dazu müssen es nicht immer die großen Namen aus Hollywood sein – Facebook, Microsoft und Hulu setzen zum Beispiel auf Formate, die nicht von Stars getragen werden. Sie alle sind in guter Gesellschaft: 78 Original Programming Formate, die TV-Qualität erreichen, wurden dieses Jahr bereits angekündigt. Alles in allem werden damit dieses Jahr mehrere hundert Millionen Dollar in die Produktion von originären Formaten für das Web fließen. » weiterlesen
Die großflächige Datensammlung und Überwachung von Internetnutzern durch die US-Regierung konfrontiert uns mit einer verdrängten Wahrheit: Für die breite Masse der digitalen Bevölkerung existiert im Netz keine Privatsphäre.
Die US-Datensammlung PRISM (siehe Linkwertig) zieht weite Kreise. Immer neue Details der vom Nachrichtendienst NSA durchgeführten Internetüberwachung kommen ans Licht, angetrieben durch unaufhörliche Recherche- und Enthüllungsarbeit der Zeitungen Washington Post, New York Times und The Guardian. Mittlerweile hat sich der für die Öffentlichungmachung der Praktiken verantwortliche Whistleblower zu erkennen gegegeben und die massiven Ausmaße von PRISM unterstrichen. Zwar herrscht Unklarheit darüber, wie einfach es die an dem Überwachungsprogramm partizipierenden neun Internetfirmen (Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, PalTalk, AOL, Skype, YouTube, and Apple) den Behörden machen, persönliche Anwenderdaten abzurufen. Keine Zweifel bestehen aber daran, dass dies erfolgt, und zwar in einem Rahmen, der Benutzer der Dienste dieser Unternehmen zu gläsernen Bürgern macht. » weiterlesen
Facebook kann Startups eine große Hilfe dabei sein, schnell Reichweite zu generieren. Doch Misstrauen der User gegenüber Apps steht dem im Wege.
Facebooks enorme Reichweite und Dominanz hat verschiedene Konsequenzen und Implikationen für Teilnehmer des Netzgeschehens. Manchmal gute, manchmal schlechte. Für Startups kann sich die Existenz des sozialen Netzwerks und das Vorhandensein leistungsfähiger APIs als äußerst hilfreich erweisen. Denn anstatt dass sie mühselig ein eigenes soziales Netzwerk für ihre Dienste errichten – in 99 Prozent der Fälle ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen – können sie Nutzern direkten Zugriff auf deren Facebook-Kontakte geben. Auf diese Weise erweitern sie nicht nur das Spektrum ihrer Funktionalität, sondern erhalten auch ein effektives Werkzeug, um über intelligente Empfehlungsverfahren Viralität zu schaffen und ihre Reichweite erhöhen.
Dummerweise haben Facebook-Mitglieder über die Jahre eine Mischung aus Ablehnung und Misstrauen gegenüber allzu aufdringlichen Diensten entwickelt, die über Einträge in der Chronik, Benachrichtigungen oder App-Installations-Anfragen in den Aufmerksamkeitsbereich von Anwendern vorzudringen versuchen. FarmVille & Co, zwielichtige Geburtstag- und Kalender-Apps, intransparente Social Reader und Video-Apps sowie andere, nicht eindeutig die Interessen der User wahrende Services lehrten Mitgliedern des sozialen Netzwerks, grundsätzlich vorsichtig sein zu müssen, wenn eine nicht explizit von ihnen angeforderte App eine Handlung, eine Datenfreigabe oder eine Installation erfordert. » weiterlesen
Trotz guter Voraussetzungen blieb Amen der große Durchbruch verwehrt. Eine Betrachtung möglicher Ursachen.
Dieser Artikel erschien zuerst im Blog Berlin Valley und wurde uns von Autor Jan Thomas freundlicherweise zur Zweitveröffentlichung bereitgestellt. Thomas beleuchtet dort regelmäßig das Treiben der Berliner Startupszene.
Wie berichtet steht die Zukunft der Berliner Meinungsplattform Amen in den Sternen. Der mediale Aufstieg und vor allem der mögliche Niedergang des Unternehmens sind aus mehrerlei Hinsicht eine genauere Analyse wert. Denn eigentlich brachte das Startup alle Zutaten mit, die ein Tech-Startup zum Durchstarten benötigt: » weiterlesen
Im Mai vereinheitlichte Google seine Kommunikationsdienste unter dem Markendach “Hangouts”. Trotz eines verhaltenen Starts eröffnet sich für den Interntkonzern hier dank der Dominanz von Android eine große Gelegenheit, endlich mit “Social” zu punkten.
Mitte Mai veröffentliche Google mit Hangouts eine neue App für iPhone und Android und diverse Google-Dienste, die das Unternehmen im Kampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer auf eine Ebene mit WhatsApp, Facebook Messenger und anderen, primär mobil genutzten Chatanwendungen bringen soll. Zuvor bot der Internetkonzern eine Reihe unterschiedlicher Kommunikationstools, die nicht gut oder gar nicht miteinander harmonierten und der positiven Außenwahrnehmung im Wege standen. Wer sich nicht genau mit dem Google-Universum auseinandersetzte, für den schien es, als hätte das Unternehmen schlicht keine Antwort auf die immer populärer werdenden Messenger-Apps.
Mit Hangouts, das erfreulicherweise doch nicht Babble heißt, ändert sich dies. Google hat nun einen plattformübergreifenden Service en par mit dem Wettbewerb und bietet selbst iOS-Anwendern eine kompakte Lösung, um mit ihren Google-Kontakten Nachrichten auszutauschen – egal ob diese das Smartphone verwenden, sich in der Desktop-Version von Google+ aufhalten oder bei Gmail Mails schreiben. Nur wer bisher von der XMPP-Unterstützung im Hangouts-Vorgänger Google Talk Gebrauch machte, um mit Nutzern anderer offener Chatdienste zu kommunizieren, guckt nun in die Röhre. » weiterlesen
Ein deutscher Gründer hat seinen physischen Besitz auf weniger als 100 Dinge reduziert. Er gehört zur wachsenden Zahl der Befürworter einer durch die Digitalisierung ermöglichten minimalistischen Lebensweise. Ihr Verzicht auf die Anschaffung materieller Dinge hat Folgen.
Ich bezeichne mich als Minimalist. Ich bin jemand, der das Streben nach verringertem physischen Besitz für einen zukunftsorientierten und praktischen Lebensstil hält. Die Errungenschaften der Digitalisierung ermöglichen es Menschen erstmals, sich von materiellen Dingen zu trennen, ohne dass damit ein Verlust von Wohlstand, Lebensqualität, Informationen und Wissen verbunden ist. Nachdem ich damit begonnen hatte, einige Dinge aus meinem Alltag zu entfernen – etwa seit 15 Jahren nur während Umzügen angefasste Bücher, CDs oder andere Staubfänger – erkannte ich schnell, wie befreiend dies war und wie leicht mir die Trennung von überflüssigem, weil kaum genutzten Gegenständen fiel. Zwar passt ein solcher Minimalismus nicht allen Menschen, und in gewissen Lebensphasen sind Kompromisse in Bezug auf die Breite des eigenen physischen Besitzes unausweilich. Doch die Erkenntnis, dass es sich mit einer Reduktion der materiellen Habseligkeiten ziemlich gut leben und noch besser reisen lässt, eröffnet derzeit vielen experimentierfreudigen Personen eine völlig neue Perspektive. » weiterlesen
Das Interesse und die Unterstützung für die deutsche Startup- und Internetwirtschaft nimmt zu. Doch ohne einen Mentalitätswechsel lassen sich die hochgesteckten Ziele der Branche nicht erreichen. Und dieser benötigt Zeit.
In den letzten Monaten ist viel passiert, was die politischen Aktivitäten zur Förderung der deutschen Internet- und Startupwirtschaft angeht. Am laufenden Band gibt es Zusammenkünfte von Spitzenpolitikern und Entrepreneuren, Wirtschafts- und Technologieminister Philipp Rösler hält sich gefühlt jede zweite Woche im Silicon Valley auf, die Rahmenbedingungen für Investitionen werden verbessert (oder zumindest anders als ursprünglich geplant nicht verschlechtert), und mit dem Bundesverband deutsche Startups existiert mittlerweile eine echte Interessenvertretung der hiesigen Jungfirmen, deren Engagement kaum zu übersehen ist. So war der Verband maßgeblich am Zustandekommen der viel beachteten Reise von 100 deutschen Startups (“German Valley Week”) in die Bay Area in der vergangenen Woche beteiligt.
Am gestrigen Donnerstag berichteten einige Teilnehmer des Trips auf einem von dem Verband organisierten Event in Berlin über ihre Eindrücke und Erlebnisse. Im Läufe der Veranstaltung kamen zahlreiche der hinlänglich bekannten Missstände des hiesigen Ökosystems zur Sprache (hier gibt es dazu eine ausführliche Liste aus dem vergangenen Jahr), die sich – so waren sich alle einig – natürlich nicht einfach mit einer gemütlichen Reise ins Valley und ein paar Grillabenden und Joggingrunden mit Minister Rösler aus dem Weg räumen lassen. Doch – und auch da schien bei den Podiumsgästen Konsens zu herrschen – ein derartiger Trip bringt nicht nur neue Kontakte und die ein oder andere Einsicht darüber, wie Dinge am oft kopierten, nie erreichten kalifornischen Technologiehotspot funktionieren – sondern dient vor allem dazu, ein anderes “Mindset” zu entwickeln. » weiterlesen