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Was fehlt:
Ein mitdenkender Reise-Assistent für das Smartphone

Es gibt unzählige Apps, die Reisenden gute Dienste erweisen. Doch DER universelle, smarte Reise-Assistent für Smartphones fehlt. Ein Multimillionen-Markt wartet darauf, erschlossen zuwerfen.

Screenshot: Travel Butler

Wie ich jüngst mit dieser Liste zu illustrieren versuchte, kommen moderne Reisende heute kaum noch um den Einsatz mobiler Apps zur Reiseplanung und -durchführung herum. Auf diese Möglichkeiten zu verzichten, wäre auch nicht klug, denn viele Apps sorgen für entspanntere, besser informierte und erlebnisreichere Reisen. Doch während eine Vielzahl von Aspekten des Reisens jeweils von einzelnen Anbietern ins Visier genommen wird, fehlt DIE eine übergeordnete Reise-App. Eine Art Reise-Butler sozusagen. Eine smarte App, die verschiedene Teilbereiche des Reisens in einer komfortablen, intuitiven Oberfläche vereint und auf durchdachte, nützliche Weise zugänglich macht. Eine App also, die man regelmäßig sowohl im Vorfeld eines Trips als auch während der Durchführung konsultiert, und die sich nicht nur auf einzelne Felder beschränkt, wie etwa Tripit auf die Verwaltung von Buchungen.
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Spielmechanik:
Mit Gamification der Prokrastination ein Schnippchen schlagen

Prokrastination zu widerstehen, ist mitunter sehr schwierig. Unter Einsatz von Spielmechanik allerdings kann es funktionieren. Gamification stellt zumindest teilweise eine Lösung für ausuferndes Aufschiebeverhalten dar. Teil vier unserer Serie.

Gamification

“By not doing what you should be doing, you could be having this much fun” scheinen Seiten wie Youtube, Facebook oder Twitter mit all ihren Verlockungen dem zur Prokrastination geneigten Nutzer unaufhörlich wie ein hypnotisierendes Mantra zuzuflüstern (tatsächlich ist der Spruch einem die Prokrastination bewerbenden Poster entnommen).

Die Art, wie die neuen Medien den Nutzer adressieren und wie sie in der Folge verwendet werden, macht sie zu perfekten Instrumenten der Selbstverhinderung:  Sofortige Erleichterung versprechend, täuschen sie den Prokrastinierenden darüber hinweg, dass das, was sich im Moment so erlösend anfühlt, tatsächlich das zukünftige Ich untergräbt. Die permanente Verfügbarkeit von Online-Belohnungen veranlasst zudem dazu, auch offline in kürzesten Abständen nach Belohnungen zu suchen und an Aufgaben, die weniger Genugtuung versprechen, zu scheitern. Insbesondere jüngere, mit dem Internet aufgewachsene Menschen scheinen eine Intoleranz gegenüber jenen Aufgaben zu zeigen, die erhöhte oder länger andauernde Konzentration fordern und erst am Ende Belohnung versprechen. » weiterlesen

Snapchat:
Das am meisten unterschätzte Startup der Social-Web-Branche

Snapchat hat sich in vielen Ländern neben Instagram, Facebook und WhatsApp als feste Größe unter den Kommunikations-Apps etabliert. Im deutschsprachigen Raum ist das ganz anders.

SnapchatSnapchat darf gut und gerne als der im deutschsprachigen Raum am meisten vernachlässigte und unterschätzte Anbieter des Social-Media-Zirkus bezeichnet werden. Während der Dienst zum Versenden und Empfangen von sich selbst zerstörenden Fotos bei uns nach wie vor keine große Rolle spielt und entsprechend wenig Thema in der Öffentlickeit ist, boomt er in anderen Regionen dieser Erde.

Erstmals sind nun Angaben zur Zahl aktiver Nutzer des Services bekannt geworden: 100 Millionen User verwenden Snapchat regelmäßig. Investoren bewerten das Startup mittlerweile mit bemerkenswerten zehn Milliarden Dollar. Auch wenn das Unternehmen bislang noch keine Umsätze generiert, hat es nach dem ersten Hype um den Dienst Ende 2012 unter Beweis stellen können, mehr als eine Eintagsfliege zu sein. Seitdem erschien auch eine Reihe von Nachahmern auf der Bildfläche, darunter Slingshot und Bolt aus dem Hause Facebook beziehungsweise Instagram sowie Taptalk aus Berlin. Doch am Ende ist es wie so oft das Original, das die kräftigste Wachstumskurve vorweisen kann.
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Amazon kauft Twitch, Google setzt Serie verpasster Chancen fort:
Jeff Bezos’ großer Coup

Die Milliarden-Akquisition von Twitch durch Google schien in trockenen Tüchern. Doch in letzter Minute taucht Amazon auf und schnappt sich das schnell wachsende Spiele-Streaming-Portal. Google entgeht abermals ein dicker Fisch.

TwitchEs ist eine große Überraschung: Obwohl die Fachpresse bereits zweimal über die angebliche Übernahme des Videospiele-Streamingportals Twitch durch Google berichtet hatte, ist nun urplötzlich Amazon als definitiver Käufer aufgetaucht. Für 970 Millionen Dollar und damit für ein paar Millionen weniger, als Google mit seinem Eine-Milliarde-Dollar-Gebot zu zahlen bereit war, verleibt sich der Onlineriese aus Seattle das 55 Millionen monatlich aktive Nutzer aufweisende Gaming-Portal aus San Francisco ein.

Twitch ist die Speerspitze des immer größere Kreise ziehenden “Let’s Play”-Trends, bei dem Gamer ihre Spiele-Sessions aufzeichnen oder live streamen und damit Millionen begeistern. » weiterlesen

Passive Prokrastination:
Im Rausch der Bewegtbilder

Während die Prokrastination in sozialen Netzwerken noch eine gewisse Aktivität der Nutzer erfordert, bieten Bewegtbilder die Möglichkeit, in völliger Passivität zu prokrastinieren. Teil drei unserer Serie. 

Video Angesichts der Nutzungsstatistiken von Youtube, Youporn, Netflix, hulu und dergleichen liegt die Vermutung nahe, dass wir eine Verwandlung in eine Zivilisation von Zusehern durchleben. Jeden Monat werden sechs Milliarden Stunden auf Youtube gestreamt, mehr als eine Milliarde Stunden auf Netflix. Das Finale der vierten Staffel von „Game Of Thrones“ wurde innerhalb der ersten zwölf Stunden 1,5 Millionen Mal per BitTorrent heruntergeladen und allein Youporn macht zwei Prozent des gesamten, täglichen Internetverkehrs aus – aber wollen wir tatsächlich jedes dieser Videos um seiner selbst Willen sehen oder bietet uns die Filmflut auch die perfekte Verdrängungsmöglichkeit? » weiterlesen

Uber:
Ein weltweiter Transport- und Logistik-Gigant entsteht

Uber mag als Limousinen-Service bekannt geworden sein. Doch das von einigen geliebte und von anderen gehasste Unternehmen begnügt sich nicht mit diesem Nischen-Markt. Es lockt der riesige Transport- und Logistiksektor.

UberDer immer weiter eskalierende, Medien und Politik beschäftigende Streit zwischen Uber und der Individualbeförderungslobby hat zur Folge, dass das kontroverse kalifornische Unternehmen ausschließlich als Chauffeur-Dienst oder Limousinen-Startup wahrgenommen wird. Das ist zwar weitgehend berechtigt, denn der Transport von Fahrgästen ist das derzeitige Kernprodukt der Firma. Dennoch wird bei genauerem Hinsehen immer deutlicher, dass Uber sich auf mittlere Sicht in ein weitaus umfangreicheres Unterfangen entwickeln möchte: In einen weltumspannenden Logistik- und Transport-Konzern, der an so gut wie jedem bevölkerungsreichen Ort dieser Erde tausende Fahrzeuge auf der Straße hat, die auf Abruf Personen, Waren, Medikamente, Speisen, Tiere oder was auch immer von A nach B befördern. » weiterlesen

Prokrastination und das Internet:
Vorgezogene Belohnung

Das Internet macht mit seinen verlockenden Angeboten Verdrängung und Aufschub zur Prämisse. Es ist der ideale Schauplatz für Prokrastination. Teil 1 von 4 aus einer Serie zum Thema Prokrastination.

prokrastination250Prokrastination ist ein überstrapaziertes Reizwort. Von pragmatischen Produktivitätspredigern werden online allerorts Heilsversprechen dafür gegeben, Tipps, wie man produktiver, leistungsfähiger, et cetera werden kann, wie man beginnen kann, endlich dem Appell zur Selbstverwirklichung zu entsprechen und selbst-optimierende Vorsätze zu fassen. Aber ist Prokrastination nicht mehr als nur ein Mangel an Disziplin, der mit guten Vorsätzen zu tilgen ist?  » weiterlesen

So einfach ist das nicht:
Wenn Startups beteuern, dass Nutzer ihnen vertrauen können

Viele neue Apps erfordern von Nutzern, dass diese mit Datenfreigaben in “Vorleistung” gehen. Die Macher scheinen nicht mitbekommen zu haben, dass das Vertrauen von Usern in die Praktiken und Sicherheitsstandards von Online-Anbietern über Jahre gelitten hat.

BerechtigungenMit Humin erblickte gestern eine neue intelligente Adressbuch-App das Licht der Smartphone-Welt. Entsprechende Dienste gab es zwar in der Vergangenheit schon häufiger. Doch durch die Einbeziehung von “20.000 Influencern” in die geschlossene Beta-Phase, darunter diverse Prominente, ist es Macher Ankur Jain gelungen, sein Unterfangen schon vor dem Debüt gut sichtbar in der Presse zu positionieren.

Neugierig wie ich bin, lud ich mir die Anwendung testweise aus dem US-App-Store. Doch weit kam ich danach nicht: Denn um die Anwendung ausprobieren zu können, muss man nicht nur das Adressbuch freigeben (worauf ich mich in Einzelfällen einlassen kann), sondern auch den eigenen Kalender. Bei mir ist damit eine Grenze erreicht. Zumindest wenn es um eine brandneue App geht, zu deren Hintergründen und Initiatoren ich so gut wie gar nichts weiß. » weiterlesen

“Exorbitante Entwicklung”:
Statistas Expansion in die Welt nimmt Fahrt auf

2008 ging das Statistikportal Statista ins Netz. Heute ist das Unternehmen aus Hamburg, das seit 2010 schwarze Zahlen schreibt und in diesem Jahr acht bis zehn Millionen Euro Umsatz anpeilt, nicht nur im deutschen Raum eine Institution.

StatistaEs ist ein Luxus, den sich nur wenige Wachstums-Unternehmen auf Dauer leisten können: der vollständige Verzicht auf eine Marketing- und Presseabteilung. Bei dem in Hamburg ansässigen Statistikportal Statista aber hält man aktive externe Kommunikationsarbeit für nicht notwendig. Da es sich bei Statista um eines der erfolgreichsten deutschen Webunternehmen der vergangenen Jahre handelt, gibt es wenig Anlass, dieser Sicht zu widersprechen. » weiterlesen

Amazon:
Bewusster Verzicht auf Margen als Waffe gegen die Konkurrenz

Es ist Kern von Amazons Strategie, zeitweilig bewusst auf Margen zu verzichten oder gar Geld zu verlieren. Das jetzt in den USA präsentierte Kreditkarten-Lesegerät setzt diese “Tradition” fort: Es unterbietet bei den Gebühren kategorisch jeden Konkurrenten.

Amazon Local RegisterAmazon hat in den 20 Jahren seiner Existenz vieles richtig gemacht, um den heutigen Status als weltweit größter Online-Händler (außerhalb Chinas) und Internetgigant zu erreichen. Doch möchte man die Strategie bewusst auf einige wenige Elemente verkürzen, dann hat die Konzeption und Gestaltung von Produkten und Services mit hauchdünnen Margen, zum Selbstkostenpreis oder unter Inkaufnahme von Verlust eine prominente Nennung verdient. Deshalb liefert des Unternehmen weiterhin Quartalszahlen, die bei jeder anderen Firma an der selben Stelle im Lebenszyklus wie Amazon als Desaster gelten würden, und die auch die Anleger des Konzerns aus Seattle zunehmend ungehalten machen. » weiterlesen