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Prokrastination und das Internet:
Vorgezogene Belohnung

Das Internet macht mit seinen verlockenden Angeboten Verdrängung und Aufschub zur Prämisse. Es ist der ideale Schauplatz für Prokrastination. Teil 1 von 4 aus einer Serie zum Thema Prokrastination.

prokrastination250Prokrastination ist ein überstrapaziertes Reizwort. Von pragmatischen Produktivitätspredigern werden online allerorts Heilsversprechen dafür gegeben, Tipps, wie man produktiver, leistungsfähiger, et cetera werden kann, wie man beginnen kann, endlich dem Appell zur Selbstverwirklichung zu entsprechen und selbst-optimierende Vorsätze zu fassen. Aber ist Prokrastination nicht mehr als nur ein Mangel an Disziplin, der mit guten Vorsätzen zu tilgen ist?  » weiterlesen

So einfach ist das nicht:
Wenn Startups beteuern, dass Nutzer ihnen vertrauen können

Viele neue Apps erfordern von Nutzern, dass diese mit Datenfreigaben in “Vorleistung” gehen. Die Macher scheinen nicht mitbekommen zu haben, dass das Vertrauen von Usern in die Praktiken und Sicherheitsstandards von Online-Anbietern über Jahre gelitten hat.

BerechtigungenMit Humin erblickte gestern eine neue intelligente Adressbuch-App das Licht der Smartphone-Welt. Entsprechende Dienste gab es zwar in der Vergangenheit schon häufiger. Doch durch die Einbeziehung von “20.000 Influencern” in die geschlossene Beta-Phase, darunter diverse Prominente, ist es Macher Ankur Jain gelungen, sein Unterfangen schon vor dem Debüt gut sichtbar in der Presse zu positionieren.

Neugierig wie ich bin, lud ich mir die Anwendung testweise aus dem US-App-Store. Doch weit kam ich danach nicht: Denn um die Anwendung ausprobieren zu können, muss man nicht nur das Adressbuch freigeben (worauf ich mich in Einzelfällen einlassen kann), sondern auch den eigenen Kalender. Bei mir ist damit eine Grenze erreicht. Zumindest wenn es um eine brandneue App geht, zu deren Hintergründen und Initiatoren ich so gut wie gar nichts weiß. » weiterlesen

“Exorbitante Entwicklung”:
Statistas Expansion in die Welt nimmt Fahrt auf

2008 ging das Statistikportal Statista ins Netz. Heute ist das Unternehmen aus Hamburg, das seit 2010 schwarze Zahlen schreibt und in diesem Jahr acht bis zehn Millionen Euro Umsatz anpeilt, nicht nur im deutschen Raum eine Institution.

StatistaEs ist ein Luxus, den sich nur wenige Wachstums-Unternehmen auf Dauer leisten können: der vollständige Verzicht auf eine Marketing- und Presseabteilung. Bei dem in Hamburg ansässigen Statistikportal Statista aber hält man aktive externe Kommunikationsarbeit für nicht notwendig. Da es sich bei Statista um eines der erfolgreichsten deutschen Webunternehmen der vergangenen Jahre handelt, gibt es wenig Anlass, dieser Sicht zu widersprechen. » weiterlesen

Amazon:
Bewusster Verzicht auf Margen als Waffe gegen die Konkurrenz

Es ist Kern von Amazons Strategie, zeitweilig bewusst auf Margen zu verzichten oder gar Geld zu verlieren. Das jetzt in den USA präsentierte Kreditkarten-Lesegerät setzt diese “Tradition” fort: Es unterbietet bei den Gebühren kategorisch jeden Konkurrenten.

Amazon Local RegisterAmazon hat in den 20 Jahren seiner Existenz vieles richtig gemacht, um den heutigen Status als weltweit größter Online-Händler (außerhalb Chinas) und Internetgigant zu erreichen. Doch möchte man die Strategie bewusst auf einige wenige Elemente verkürzen, dann hat die Konzeption und Gestaltung von Produkten und Services mit hauchdünnen Margen, zum Selbstkostenpreis oder unter Inkaufnahme von Verlust eine prominente Nennung verdient. Deshalb liefert des Unternehmen weiterhin Quartalszahlen, die bei jeder anderen Firma an der selben Stelle im Lebenszyklus wie Amazon als Desaster gelten würden, und die auch die Anleger des Konzerns aus Seattle zunehmend ungehalten machen. » weiterlesen

Vom MP3-Sammler zum Streamer:
Wie sich mein digitaler Musikkonsum in acht Jahren komplett gewandelt hat

Wie Millionen andere war ich einst verrückt danach, MP3s herunterzuladen und meine digitalen Musiksammlung zu erweitern. Doch dann kam das Streaming und veränderte alles.

MusikIn den Jahren rund um den Milleniumwechsel hatte ich ein großes Hobby: MP3s herunterladen. In der Wohnung der Eltern gab es plötzlich eine DSL-Flatrate (mit einer nur manchmal erreichten Spitzengeschwindigkeit von 1 Mbit/s im Downstream). Tauschbörsen wie Napster und Soulseek machten den Bezug der Titel so einfach wie nie. Software-Player wie Winamp und tragbare MP3-Abspielgeräte lösten Walkman und CD-Player ab. Mein thematischer Fokus lag vor allem auf seltenen Vinyl-”Rips” aus dem Bereich der elektronischen Musik. Das hieß, dass ich schon manchmal viele Stunden mehr oder wenig geduldig darauf wartete, bis der einzige User mit dem entsprechenden Stück mal wieder online war. Unglaublich langsame Uploadgeschwindigkeiten sorgten für zusätzliche Verzögerungen. Dennoch wuchs meine MP3-Sammlung zu Beginn des neuen Jahrtausends schnell an, angetrieben auch vom Tauschen ganzer Festplatten mit Freunden sowie dem gelegentlichen Kauf von MP3s (in meinem Fall bei Beatport).
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Windows Phone:
Nummer Drei rockt die Nische und keiner kriegt es mit

Windows Phone ist mittlerweile die unumstrittene Nummer drei unter den Smartphone-Betriebssystemen. Was Funktionsumfang und App-Auswahl angeht, hat es mächtig aufgeholt. Dass Microsofts System dennoch aus seiner Nische nicht mehr herauszukommen scheint, könnte einen ganz banalen Grund haben: Es braucht einfach niemand.

Vor einigen Jahren begann ich, mit alternativen Betriebssystemen zu experimentieren und nach einigen soliden Vorstößen von Nokia war ein Windows Phone eine Zeit lang sogar mein Haupttelefon. Als Google dann das Nexus 4 auf den Markt brachte, fiel mir der Umstieg zurück zu Android allerdings sehr leicht: Das Bedienkonzept, die App-Auswahl sind bei Android für meinen Geschmack noch einen Tacken besser.

Aber Windows Phone hat weiter aufgeholt. Grund genug, dem System einen erneuten Besuch abzustatten und die Faszination zu ergründen, die zumindest einige treure Fans mittlerweile mit der Nummer drei verbinden. Und um herauszufinden, warum der Marktanteil jüngst gar noch weiter gefallen ist – unter 3 Prozent.

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Experimente mit neuartigen Gesellschaftsformen:
Wenn morgen ein neues Land gegründet wird…

Neue Stadtstaaten, die in internationalen Gewässern errichtet werden, böten Raum für Experimente mit aus heutiger Sicht radikalen Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen. Der Gedanke regt die Fantasie an.

Stadt auf dem WasserAls ich Anfang der Woche diesen Artikel zur Vision von schwimmenden Städten zu lesen begann, war mein erster Gedanke: “Wer braucht denn sowas?!”. Doch als es anschließend im Text darum ging, dass eine sich neu konstituierende Nation auf dem Wasser ein Platz wäre, an dem Experimente mit neuen Gesellschaftsformen durchgeführt werden könnten, wurde ich hellhörig. Denn in der Tat gibt es einige interessante Ansätze zur Neuordnung von Gesellschaft und Wirtschaft, die sich unter den heutigen Rahmenbedingungen nur schwer umsetzen und ausprobieren lassen. Geschichte, Mentalität, Gewohnheiten und das existierende strukturelle Korsett stehen experimentellen Vorstößen im Weg. Ein neues Land, möglicherweise in Form eines Stadtstaats auf dem Wasser, wäre dagegen der ideale Ort, um einfach mal radikal neu zu denken.

Doch was würde in diesem neuen Land anders laufen? Schnell hatte ich für mich eine Reihe von Merkmalen und Kriterien identifiziert. So sollte ein experimentelles Land meiner Ansicht nach aussehen: » weiterlesen

Beförderungs-Startups launchen “Sammeltaxi”-Funktionen:
Uber und Lyft versuchen sich an intelligenter Mobilität

Während die Dienste der US-Beförderungs-Startups Uber und Lyft für Anwender bequem sind, trugen sie bisher wenig zur Schaffung von nachhaltiger Mobilität bei. Mit neuen, zeitgleich vorgestellten “Sammeltaxi”-Funktionen wollen die Firmen dies ändern. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

RidesharingAbgesehen von der Regulierungsproblematik, die bei Vertretern der Taxibranche das Blut zum Kochen bringt, gab es an hippen, umfangreich finanzierten Beförderungs-Startups wie Uber und Lyft bislang vor allem zu kritisieren, dass sie Bestrebungen einer sinnvollen, umweltfreundlichen Verkehrspolitik, bei der Anreize zur Nicht-Nutzung des Automobils gegeben werden, unterlaufen. Doch innerhalb von 24 Stunden haben beide in San Francisco beheimateten Unternehmen Erweiterungen ihrer Dienst bekanntgegeben, die signalisieren, dass Nachhaltigkeitsaspekte und die gemeinsame Nutzung von begrenzten Ressourcen tatsächlich Teil der Strategie sind. » weiterlesen

Internetüberwachung:
Die Freiheit, das Gesetz übertreten zu dürfen

Behörden und Internetdienste arbeiten eng zusammen, wenn es um den Kampf gegen Kinderpornografie geht. Was, wenn eines Tages alle Straftaten, auch Bagatellen, auf diesem Weg ans Licht kommen und geahndet werden? Wäre dies eine wünschenswerte Welt oder nicht?

HandschellenGoogle steht aktuell im Rampenlicht, weil es bei einem automatisierten Scan der E-Mails eines Gmail-Nutzers Kinderpornografie entdeckt und den User daraufhin den Behörden gemeldet hat. Während es sich um eine der Deliktarten handelt, bei der in der Öffentlichkeit eine besonders hohe Akzeptanz von außergewöhnlichen Vorgehensweisen zur Entlarvung und Bestrafung besteht, wirft der Fall eine hochinteressante Frage über die Zukunft unseres Rechtssystems und unsere Vorstellung von Freiheit auf: Werden Menschen in der Ära der Totalüberwachung noch grundsätzlich die Freiheit haben, ohne juristische Konsequenz Gesetze zu übertreten, oder werden künftig aufgrund der technischen Fähigkeiten ausnahmslos sämtliche Straftaten aufgedeckt und geahndet? Die Fragestellung mag seltsam klingen, spielt aber meines Erachtens nach eine extrem wichtige Rolle in der Gestaltung der digitalen Gesellschaft.  » weiterlesen

Minimalismus auf die Spitze getrieben:
Yo und das junge Phänomen der Ein-Funktionen-Apps

Die Zwei-Buchstaben-App Yo ist Wegbereiter für ein Phänomen, das man künftig häufiger sehen dürfte: Mit dem Netz verbundene Anwendungen, die nur eine einzige Funktion und mitunter nur eine “Schaltfläche” besitzen.

PizzaNoch immer herrscht in Kreisen der Netzwirtschaft Unklarheit darüber, ob aus der Zwei-Buchstaben-App Yo mehr werden könnte als ein kleiner Medienhype. Verschiedene Entwickler sind zumindest der Meinung, dass es sich lohnt, die Anwendung nachzubauen. Einige Israelis sollen unterdessen angeblich einen praktischen Nutzen in Yo gefunden haben: Sie setzen die App laut einem Medienbericht zur Warnung vor Raketen ein. » weiterlesen