227 Artikel in der Kategorie Allgemein auf netzwertig.com.

Videochat als Unterhaltung im Hintergrund:
Der visuelle Stream

Diverse Webdienste preisen Videochats mit mehreren Teilnehmern an. Glaubt man den Machern des US-Angebots OoVoo, entwickeln speziell junge Menschen völlig neue Nutzungsmuster rund um Gruppenvideogespräche.

Wenn man sich Tag ein, Tag aus mit den verschiedenen Facetten der digitalen Gesellschaft befasst, kommt es nur noch selten vor, dass einen Schilderungen über Anwendungsszenarien von modernen Online- und Kommunikationstechnologien verwundern. Ausnahmen bestätigen jedoch wie immer die Regel. Als ich kürzlich diesen Beitrag über “Ambient Video” las, wollte ich erst gar nicht glauben, dass das in dem Text beschriebene Einsatzgebiet von Videochats tatsächlich in der Realität anzutreffen ist. Andererseits: Niemand wusste vor Twitter, dass Millionen Menschen einmal Gefallen darin finden werden, kurze 140-Zeichen-Botschaften zu publizieren und zu konsumieren.

Mittelpunkt des Artikels ist der junge New Yorker Videochat-Anbieter und Skype-Konkurrent OoVoo. Dieser ermöglicht über einen Desktop-Client für PC und Mac sowie mobile Apps für iOS und Android Bewegtbildgespräche zwischen bis zu zwölf Personen gleichzeitig. Beachtlich ist dabei nicht nur, dass der in Europa bisher wenig bekannte Dienst bereits seit 2007 existiert und stattliche 46 Millionen registrierte Nutzer vorweisen kann – 60 Prozent davon unter 25 Jahren – sondern auch, auf welche Art die junge Anwenderschaft den Service einsetzt:

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Verlust von Smartphone oder Tablet:
Wenn mobile Geräte
zum Sicherheitsrisiko werden

Mobile, mit der Cloud verbundene Geräte werden immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt unseres Alltags – und damit auch zum potenziellen Sicherheitsrisiko. Vorkehrungen für den Fall von Verlust oder Diebstahl sind sinnvoll.

Der vor gut einer Woche propagierte digitale Minimalismus hat (mindestens) einen entscheidenden Nachteil: Je mehr man bestrebt ist, möglichst alle Aspekte des beruflichen und privaten Alltags über möglichst wenige, dafür aber sehr leistungsfähige Gerätschaften abzuwickeln, desto größer ist die Abhängigkeit von selbigen, und desto wichtiger ist es, die Kontrolle über Notebook, Smartphone und Tablet zu behalten. Gelangen diese und die auf ihnen gespeicherten Informationen und Benutzerkonten in falsche Hände, kann dies zu einer Vielzahl von unangenehmen Szenarien führen. Insofern sollte jeder digitale Minimalist, aber eigentlich auch jeder andere aktive Nutzer von modernen, mit dem Internet verbundenen portablen Computern sich über eine Notfall-Strategie Gedanken machen. Wie verfährt man in einer Situation, in der einem ein mit vielen Apps und persönlichen Daten bestücktes Smartphone oder Tablet abhanden kommt? Welche Schritte sollte man einleiten, welche Passwörter zuerst ändern und welche Maßnahmen ergreifen, um möglichst schon im Vorfeld für Schadensbegrenzung zu sorgen? Da mir gestern mein iPhone abhanden gekommen ist und vermutlich gestohlen wurde, erhielt ich die Gelegenheit, mich intensiv mit dieser Frage zu beschäftigen.

Anders, als in diesem Beitrag empfohlen, hatte ich mir bisher weniger Gedanken darüber gemacht, wie ich in einem solchen Fall verfahren muss. Insofern war schnelles Improvisieren angesagt. Vorweg: Es handelte sich um ein iPhone 4, dessen Garantie abgelaufen war und dessen Home-Button in letzter Zeit den Eindruck machte, bald seinen Geist aufzugeben. Um die Hardware trauere ich somit eher weniger (auch wenn es ärgerlich ist). Sehr viel problematischer ist der immaterielle “Besitz”, der einem beim Diebstahl aus den Fingern gleitet.

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E-Mail:
Unverwüstlich auch dann,
wenn nichts mehr geht

Der E-Mail wird immer häufiger das baldige Ende prognostiziert. Doch in Extremsituationen zeigt sich, dass sie ihren Social-Media-Alternativen noch immer überlegen ist.

E-Mail steht vor der Ablösung. Social Networks und mobile Chatdienste laufen der E-Mail den Rang ab. Firmen wollen die Mail als internes Kommunikationsmittel abschaffen… egal wohin man schaut – überall wird der guten alten E-Mail das Ende prognostiziert. Und wahrscheinlich ist es Realität, dass durch die veränderten Nutzungsmuster junger Generationen die Mail als privates Kommunikationsmittel sukzessive an Bedeutung verliert.

Dennoch gibt es einen Vorzug des E-Mail-Protokolls, der gerne ignoriert wird, aber so lange Wertschätzung verdient, bis rund um den Globus in sowohl städtischen als auch ländlichen Regionen blitzschnelle, omnipräsente mobile Breitbandverbindungen existieren. Und bis dahin dürften noch einige Jährchen vergehen: E-Mail funktioniert als eines der wenigen datenbasierten Kommunikationstools auch dann noch zuverlässig, wenn eine Überlastung des Netzes oder eine schlechte mobile Abdeckung alle anderen Arten des digitalen Austausch unmöglich macht.

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Digitaler Minimalismus:
Ein Lebensstil für die Zukunft

Digitale Technologien ermöglichen einen neuen, befreiten Lebensstil, bei dem die Bedeutung von physischem Besitz in den Hintergrund tritt.

Foto: Flickr/Johan Brook, CC BY-SA 2.0
Foto: Flickr/Johan Brook, CC BY-SA 2.0
Mittlerweile bin ich nach zwei intensiven, aber inspirierenden Konferenzwochen (re:publica, Next) in Berlin wieder an meinem Wohnort in Stockholm. Doch nachdem ich den Großteil meines Hauptstadt-Aufenthalts in einer über Airbnb gemieteten Unterkunft verbrachte, kehrte ich in meiner (Wahl-)Heimat nicht in meine eigene Wohnung zurück – denn die habe ich bis Ende Juni untervermietet. Stattdessen lebe ich die kommenden zwei Wochen im Apartment meiner Freundin und werde weite Teile des Junis voraussichtlich in einer anderen europäischen Metropole verbringen. Sonderlich kostspielig ist das dank der Vermietung meiner Behausung nicht. Die größere Herausforderung für einen derartig ortsungebundenen Lebensstil sind persönliche Besitztümer und administrative Verpflichtungen, welche die eigene Flexiblität und Beweglichkeit einschränken. Doch als Anhänger des digitalen Minimalismus (“Cult of Less”) habe ich diese Barrieren weitestgehend minimiert.

Erfunden wurde der Cult of Less von dem Softwareprogrammierer und Entepreneur Michael Kelly Sutton. 2010 begann er damit, auf seiner Website CultOfLess.com seine Habseligkeiten aufzulisten. Er war dabei bestrebt, mit so wenig physischem Eigentüm wie möglich auszukommen. Ein Laptop, ein iPad, ein Kindle, zwei externe Festplatten und ein paar Klamotten – damit war sein physischer Besitzstand weitestgehend abgedeckt. Digitale Technologien und Internetdienste legen die Basis für diese neue Form des Minimalismus, die eine bisher sonst nur von Aussteigern genossene Freiheit ermöglicht – sofern es das Arbeitsverhältnis zulässt, versteht sich.

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Skype:
Die ewige Enttäuschung

Vor neun Jahren ging die erste Skype-Version ins Netz. Doch noch immer lässt die Gesprächsqualität des Dienstes viele Wünsche offen. Ein Blick auf die Konkurrenz lohnt sich.

Auch wenn ich aus Effizienzgründen versuche, Telefonate zu minimieren, führe ich dennoch ab und an Skype-Gespräche. Leider entsinne ich mich nicht, wann ich den von Microsoft übernommenen VoIP-Service zuletzt verwendet habe, ohne dass es während des Gesprächs zu Tonproblemen aufgrund schlechter Übertragungsqualität kam. Vorzeitig abgebrochene Telefonate, Verständnisprobleme und Verzögerungen zwischen den Gesprächspartnern sind nach meiner Erfahrung Regel statt Ausnahme – und das auch bei teilweise blitzschnellen Internetverbindungen. Dass es dem VoIP-Pionier in seiner neunjährigen Firmengeschichte nicht gelungen ist, seine Technologie so zu verfeinern, dass sie zumindest bei akzeptablen Übertragungsgeschwindigkeiten gute und vor allem stabile Resultate liefert, ist ein Armutszeugnis.

Als ich vor einigen Tagen wieder einmal nicht in der Lage war, die Worte meines Skype-Gesprächspartners richtig zu verstehen, riss mir der Geduldsfaden. Zugegeben: Es war ein Gespräch mit dem iPhone über eine 3G-Verbindung, was einen Tick mehr Verständnis für eine nicht perfekte Tonqualität erfordert. Doch das, was der VoIP-Platzhirsch mir und der Person am anderen Ende der Leitung da an blechern klingenden Geräuschsfetzen bot, war einfach unterirdisch. Also machte ich mich auf die Suche nach einer Alternative. Ich plante schon länger, einmal den schwedischen VoIP-Dienst Rebtel auszuprobieren, und setzte diesen Plan nun in die Tat um.

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Geschäftsnetzwerke:
Wie Xing und LinkedIn ideale
Konferenz-Apps werden würden

Die mobilen Apps von Xing und LinkedIn eignen sich zur schnellen Vernetzung auf Konferenzen. Was ihnen bisher fehlt, sind nachträglich durchsuchbare Angaben zu Standorten und Zeitpunkten der Kontaktaufnahme.

Wie regelmäßige netzwertig.com-Leser schon bemerkt haben mögen: Es ist Berlin Web Week und damit Konferenzzeit. In der vergangenen Woche besuchte ich die re:publica, heute und morgen halte ich mich auf der NEXT Berlin auf. Neben den Vorträgen stehen für mich bei derartigen Veranstaltungen primär die persönlichen Kontakte im Vordergrund – die man natürlich auch für später irgendwie festhalten möchte. Klar, spezialisierte Apps gibt es zu Tausenden, doch meist haben diese keine hinreichend große Marktdurchdringung, als dass sie sich im Praxiseinsatz ür das Festhalten der Kontaktdaten der aktuellen Gesprächspartner eigenen. Also landet man am Ende wieder bei der guten alten Visitenkarte oder verbindet sich direkt über die Smartphone-Apps von Xing oder LinkedIn.

In Bezug auf den mobilen, standortbasierten Kontaktaustausch mittels der zwei Geschäftsnetzwerke kam mir auf der re:publica eine Idee: Wenn ich auf einer Konferenz eine Kontaktanfrage an ein anderes Xing- oder LinkedIn-Mitglied schicke, dann ist das Risiko groß, dass ich mich in einem halben Jahr nicht mehr erinnern kann, wo ich dieser Person eigentlich begegnet bin (was zur Einordnung aber wichtig sein kann). Häufiger kommt es dagegen vor, dass ich mich Monate nach einem Event an den Vertreter von Startup XYZ entsinne, ohne dass mir der Name der Person oder des Unternehmens einfällt. Bisher zwingen mich beide Business Networks dazu, aufwendig mein Xing- bzw. LinkedIn-Adressbuch in der Hoffnung zu durchforsten, die entsprechende Person an ihrem Foto zu erkennen, und liefern mir zu den Personen in besagter Kontaktliste keinen Kontext darüber, ob ich diese auf einem Event kennengelernt habe.

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Zu unrecht stigmatisiert:
Peer-to-Peer ist besser als sein Ruf

Einst galt das Peer-to-Peer-Verfahren als Innovation, die einen effektiveren und kostenschonenderen Datenaustausch ermöglicht. Mittlerweile hängt dem Ansatz jedoch der Makel des Bösen und Illegalen an. Zeit, den Ruf von P2P wieder aufzupolieren.

Quelle: Wikimedia Commons
Quelle: Wikimedia Commons
Vor einigen Wochen sprach ich mit den Machern eines Startups, deren Technologie auf einem Peer-to-Peer-Ansatz (P2P) basiert. Statt über einen zentralen Server läuft die Kommunikation der Daten direkt zwischen den Nutzern ab. Viele bekannte Onlineservices verwenden P2P zumindest teilweise, unter anderem Skype und Spotify. Doch für manche steht P2P auch als Synonym für Piraterie und Urheberrechtsverstöße, da einschlägige Tauschbörsen und Filesharing-Konzepte (Napster, Kazaa, BitTorrent) auf dem P2P-Ansatz fußen oder dies bis zu ihrer Schließung taten.

P2P mit illegalen Aktivitäten gleichzusetzen, ist zwar vollkommen falsch. Doch der Ruf dieser innovativen, vielseitigen und effektiven Technik hat aufgrund der jahrelangen Diskreditierung des Verfahrens durch die Contentindustrie, Politiker und auch Medien erheblich gelitten – so sehr, dass die Gründer des eingangs erwähnten Startups mich fragten, ob ich in einem eventuellen Beitrag über den Service davon absehen könnte, die P2P-Funktionalität als Aufhänger anzuführen. Zu stark sei ihrer Ansicht nach die Stigmatisierung des Prinzips der direkten Kommunikation zwischen Anwendern und zu groß sei das Risiko von Assoziationen, die den Dienst zu unrecht sofort in eine zwielichtige Ecke rücken würden.

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Das Beste:
netzwertig.com im April 2012

Echtzeitweb:
Lasst die Finger
von den Eilmeldungen!

Eilmeldungen, die keine sind, gehören zu den unerfreulichen Folgen des schnelldrehenden digitalen Nachrichtenzyklus. Damit muss endlich Schluss sein!

Das Echtzeitweb, vor allem in Gestalt von Twitter, hat viele tolle Seiten und bewährt sich regelmäßig als schnellste Quelle für Informationen über aktuelle, nachrichtenrelevante Ereignisse. Doch leider tragen die Eignung des Microbloggingdienstes als News-Distributionskanal und das generell erhöhte Tempo des digitalen Nachrichtenzyklus auch seltsame und teils unerträgliche Blüten. Eine davon, die immer absurderer Züge annimmt: Die inflationäre Verwendung des Zusatzes “Eilmeldung” als Signal besonderer Aktualität.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich über Eilmeldungen beschwere, und jeder aktive Twitter-Nutzer wird sich wohl schon einmal per Tweet über Eilmeldungen ohne wirkliche Eile ausgelassen haben. Doch in der vergangenen Woche gab es zwei Fälle einer missbräuchlichen Verwendung des “Eil”-Zusatzes, die deutlich machen, dass es so einfach nicht mehr weitergehen kann.

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Abhängigkeit:
Die Sorge über die Zukunft von ifttt

Richtig eingesetzt kann der US-Dienst ifttt zu einem äußerst leistungsfähigen persönlichen Assistenten für das digitale Leben werden. Doch die so entstehende Abhängigkeit von dem Service hat eine Schattenseite.

Die vergangenen Wochen waren geprägt von einer Reihe teils unerwarteter Schließungen sowie Übernahmen, welche einmal mehr die Nachhaltigkeit und langfristige Verfügbarkeit kostenfrei angebotener Onlinedienste in Frage stellen. Erst heute früh gab der Location-Dienst Ditto von Jaiku-Gründer Jyri Engeström seine Akquisition durch Groupon bekannt - und die Schließung am 30. April.

Die aktuellen Geschehnisse führten bei mir jüngst zu der Überlegung, welchen der von mir regelmäßig verwendeten Dienste ich die meisten Tränen nachtrauern würde; bei welchem in einer frühen Wachstumsphase befindlichen, nicht profitablen und damit nicht auf eigenen Beinen stehenden Angebot ich besonders über eine für Nutzer wenig vorteilhafte Veränderung wie etwa eine “Talent-Akquisition” besorgt bin. Die Antwort: ifttt.

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