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Alle 608 Artikel von rgrob auf netzwertig.com:

Leserreporter auf der Titelseite

“BLICK-Leserreporter enthüllt: Lehrer auf dem Pausenplatz verprügelt.” So lautet die heutige Blick-Titelgeschichte, in der es um eine Auseinandersetzung zwischen einem Lehrer und einem Schüler geht. Der Ort des Ereignisses legt nahe, dass die den fantastischen Honorar von 100 Schweizer Franken einstreichende Person ebenfalls aus einer dieser beiden Gruppen kommt. Oder wars eine Polizistin? Ein Fensterputzer, der die Szene unmöglich übersehen konnte? Ein Hausabwart, eine Nachbarin? Watch out for quiet people typing short messages.

Nachdem es Weblogeinträge schon mindestens zweimal auf den Blick-Titel geschafft haben (im April die Geschichte rund um einen Eintrag über Panini-Bilder und Neandertaler im CR-Weblog von Ueli Haldimann und diese Woche das Blog der Freiheits-Partei), bringen das nun auch die Leserreporter fertig. Ob das erstmals geschieht oder nicht, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, denn eine lückenlose Lektüre ist ja wohl niemandem zuzumuten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Schwester, die Pinzette bitte

Blogs werden von deutschsprachigen Medien auch 2006 noch mit der Pinzette angefasst. Man will zwar etwas darüber schreiben, sich aber dabei auch nicht die Finger schmutzig machen. Der Standard zum Beispiel schafft es, in einem Text über das Kollektiv-Blog der Frankfurter Buchmesse nicht einmal die URL zu nennen. Um herauszufinden, wie und wo nun dieses Blog zu lesen ist, bleibt nichts anderes übrig, als ein neues Tab oder Fenster zu öffnen, “Buchmessen-Blog” zu suchen und zu finden: Das Blog der Frankfurter Buchmesse. Am Schluss der Geschichte steht etwas verloren das Wort “Link”. Der gute Wille war also da.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

NZZ will mehr Fun

Was auch passiert: meist ändert sich nichts und alles bleibt sich gleich. Jürg Scherrer zum Beispiel produziert alle paar Jahre einen Skandal. Nach den von ihm verspiesenen Zuckerminaretten wird er bestimmt bald auf weitere Ideen kommen, die Gemüter zu bewegen, die Münder zu öffnen, die Köpfe zum Schütteln zu bringen und die Zeigefinger ausfahren zu lassen. Punk wurde ja kürzlich auch schon 30 und “never dies”.

Nun zeigt aber die alte Tante von der Falkenstrasse, die Neue Zürcher Zeitung, plötzlich ungewohnte Seiten:

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Migranten-Medien

Wie uns die NZZ letzte Woche in einem Text über Düzgün TV, einem neuen türkischsprachigen Fernsehsender in Deutschland (Live-Stream hier), erklärt hat, sind Migranten-Medien im Trend. So soll es allein 3000 deutschsprachige Auslandsmedien geben. Gelesen von Menschen in einem Land, in dem sie gerne leben. Die trotzdem die Kultur des Lands, aus dem sie kommen, nicht vermissen und mit anderen teilen möchten. Ich kann mich erinnern, wie dankbar ich nach mehreren Monaten im Ausland war, in einer deutschsprachigen Zeitung banale Fussballresultate lesen zu können. Nun gut, das war in einer Zeit vor Internet.

Die Internationale Medienhilfe Deutschland unterscheidet deutschsprachige und fremdsprachige Medien. Und die wiederum sind, je nach Sichtweise, im In- oder Ausland. Für die deutsche Sprache stellen wir einige verschiedene Fälle vor:

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“Lustig oder dumm?”

Das Thema lässt Blick nicht mehr los: nach der Ausländerwoche, in der nach dem deutlichen Ergebnis der Stimmbürger an den Wahlurnen eine Serie über Ausländer in der Schweiz lanciert wurde, versteckt sich die Zeitung nun wieder lieber hinter Aussagen und Aktionen klassischer Aushängeschilder. Nach den SVP-Politikern Blocher, Mörgeli und Maurer darf nun auch mal wieder ein alter und treuer Blick-Nachrichtenlieferant auf den Titel: Jürg Scherrer, Polizeidirektor von Biel, rechter Hardliner seit Jahrzehnten, sieht aus, als würde er in eine Tischbomben-Tröte blasen, doch der Text dazu sagt was anderes: “Polizei-Direktor frisst Minarett“. Daneben die Frage: “Lustig oder dumm?”. Gute Frage.

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Ferien mit Politikern

Manchmal passt alles so gut zusammen. Was man gestern in der Weltwoche-Medienkolumne (online nicht frei verfügbar) von Kurt W. Zimmermann gelesen hat, nämlich die freundlich-friedliche Koexistenz von Journalisten und Politikern in Kameraderie, findet man heute im Blick bebildert vor. “Buonos Dias aus Flims” heisst die Bildstrecke der heutigen Ausgabe im Ressort BlickPolitik auf Seite 6. Untertitel: “Der Käfer öffnet sein privates Fotoalbum”.

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Ausländerwoche beim Blick

Zum Ausländer-Report im Blick (jetzt auch online) wird wenig geschrieben. Einige läsen zwar lieber einen Schulmädchenreport, doch die meisten betrifft es nicht, weil sie den Blick nur lesen, wenn er herumliegt. Das machen nämlich alle, wie mir kürzlich versichert wurde.

Nach mehreren Wochen Wahlkampf gegen das Asyl- und Ausländergesetz und der darauffolgenden Niederlage eröffnete Chefredaktor Werner de Schepper diese Woche mit einem unglaublich opportunistischen “Referendum war linke Zwängerei”. Sie scheint ganz dem Ausländer in der Schweiz gewidmet:

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Blick:
Wende in Ausländerfragen

In den Jahren 1980 bis 1986, als Peter Übersax Chefredaktor des Blicks war, galt die Schweizer Boulevardzeitung als echtes Revolverblatt, mit viel Sex & Crime und einer ausländerfeindlichen Haltung. Nach dieser Ära wandelte sich das der Blick nach und nach in eine Zeitung mit “linksbürgerlicher Ausrichtung” (Wikipedia), der Boulevard verschob sich nach links (Kommentar bei Blattkritik).

Nun versucht der Blick offenbar, das von Peter Übersax geforderte “gesunde Volksempfinden” umzusetzen und kündigt in der heutigen Ausgabe “Der grosse Ausländerreport” an, eine Serie von noch unbekannter Länge, die bis sicher Samstag dauern wird.

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automatisierte Medienkritik

Printmedien im Internet werden immer mehr gelesen, gleichzeitig wächst die Kontrolle darüber. Einhergehend mit vielen neuen Watchblogs und Medienblogs spriessen nun in England die ersten Tools dazu.

John Leach hat so eins programmiert. Es nennt sich Newssniffer, teilt sich zurzeit in zwei Teile auf und hat sich der Überwachung der britischen Zeitungs-Websites BBC und Guardian verschrieben:

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TA-Media mit Hattrick

Wie Branchendienst persoenlich.com vermeldet, lässt das Schweizer Medienunternehmen TA-Media seit August dieses Jahres den Internetverkehr seiner Mitarbeiter überwachen. Grund dafür waren offenbar exzessive Nutzungen arbeitsfremder Sites wie hattrick.org, ein Online-Spiel, das nach eigener Erfahrung nur durch ständige Überwachung der virtuellen Fussballer sowie des angeschlossenen, nach dem Ebay-Prinzip funktionierenden Transfermarkts zum Erfolg führt.

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