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Alle 608 Artikel von rgrob auf netzwertig.com:

Was möchte der Medienkonsument? (I)

Das Bildblog hat kürzlich dazu aufgerufen, Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild-Zeitung, zu fotografieren und das Resultat der Öffentlichkeit mitzuteilen. Begründet wurde der Aufruf mit dem Urteil des Landgerichts Berlin, das Diekmanns Persönlichkeitsrecht weniger schwer gewichtet, da dieser einen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer sucht. Ausserdem scheint es dem Bildblog und auch mir nur fair, jemanden, der das Volk dazu aufruft, die Freiheit seiner Prominenten in allen Lebenslagen zu beschneiden, mit den gleichen Mitteln zu behelligen.

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Durch die Hintertür

Wer kennt das Problem nicht? Ein interessanter Artikel ist online eingestellt, aber im geschützen Bereich, also nur für Abonnenten des Blatts zu lesen. Es ist ja nicht so, dass Leser im Internet keine Zeitschriften oder Zeitungen kaufen würden, doch was nützen ihnen Hinweise auf Artikel, von denen sie dann doch nicht mehr als den Titel und den Lead zu sehen kriegen?

Bis die Blätter eingesehen haben, dass Artikel, die online nicht in voller Länge zu lesen sind, in Zukunft gar nicht existieren werden, geben wir Tipps, wie gesperrte Texte entsperrt werden. Es ist einfacher, als man denkt:

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Der letzte Text

Der Tages-Anzeiger druckt heute auf der Hintergrund-Seite den am 10.10.2006 im Perlentaucher erschienene Text von Anna Politkowskaja, “Die Umerziehung der Schahiden“. Begleitet wird der Text, was ja nicht selbstverständlich ist, hervorragend: Der Leser wird informiert über die Übersetzerin, über die Erstveröffentlichung des Artikels sowie über das Copyright daran. Die Infobox wird mit “Der letzte Text” übertitelt, was, wie in den nachfolgenden Zeilen erklärt wird, nur teilweise stimmt. Es ist dies der letzte vollständige und in der Nowaja Gaseta erschienene Artikel.

Der vielzitierte allerletzte Text, dessen Erscheinen angeblich durch den Mord hätte verhindert werden sollen, von dem nur das Manuskript besteht und der gemäss Tages-Anzeiger nur fragmentarisch vorhanden ist, kann im Weblog Krusenstern in deutsch und russisch nachgelesen werden. Er heisst: “Wir nennen Dich einen Terroristen“.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Zeitschrift für Utopie- und Busenforschung

Mammopolis, die Zeitschrift für Utopie- und Busenforschung, ist im Juli 2006 erstmals erschienen. Für viele mag das ein abseitiges Thema sein, doch man muss sich wohl erst damit befassen, um ein Urteil fällen zu können, ob die darin besprochenen Themen viel, wenig oder gar nichts mit dem eigenen Leben zu tun haben. Es verwirrt mich zwar etwas, dass die Forschungsgebiete Utopie und Busen im Titel zusammengefasst sind (als Laie kann ich nur schwer einen Zusammenhang ergründen), aber 2,50 Euro ist ein fairer Preis und gäbe es keine Leser, so gäbe es keine Zeitschriften.

Im Editorial ist zu erfahren, dass Bazon Brock ohne Zweifel einer der bedeutendsten Theoretiker der befreiten Brust ist und dass sich Aufklärung nicht mit dem Hinweis begnügen könne, die Brust sei ein Fettgewebe mit Drüsenausgängen und Fettgewebe. In einem frei zugänglichen Interview spricht Herausgeber Marvin Chlada mit Sarah Diehl, Museologin und Herausgeberin der Anthologie Brüste kriegen (Verbrecher-Verlag), was sich als durchaus interessante Lektüre herausstellt. Wie überall: Es ist oft mehr dahinter, als man sich vorstellt. Doch vielleicht will man sich auch nicht alles vorstellen.

Trotzdem kommt es mir reizvoll vor, an einem Schweizer Kiosk, wo nicht einmal die grosse Tageszeitung aus Österreich, Österreich, erhältlich ist, den Sonntags-Blick zu kaufen und nach Mammopolis zu fragen. Ich werde das gleich Sonntag ausprobieren. Danke auch dem vergessengegangenen Linklieferanten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

täglichpress von kress

Von kress.de gibt es einen neuen Report: täglichpress heisst er, hat keine weiterführenden Links und bringt nach eigenen Angaben die tagesaktuellen Pressemeldungen auf den Punkt. Ausgewertet werden darin deutsche Printmedien. Die heutige Ausgabe besteht aus fünf Kurzmeldungen mit einem Titel, der Quellenangabe und drei bis fünf Zeilen Text. Fragwürdig der Titel: “Die Presschau der Medienbranche”. Ist das ein Tippfehler, ein Wortspiel oder ein Versuch, bereits existierendes nicht zu kopieren?

Peter Turi findet, der Dienst sei vergleichbar mit der Feuilleton-Rundschau des Perlentauchers und “prima”. Das finden wir ja auch, aber wenn es um Medien über Medien im Internet geht, dann glaube ich mit Jonet oder dem hauseigenen 6 vor 9 besser bedient zu sein, wenn auch es unmöglich ist, über letzteres nicht voreingenommen zu sein. Echt vergleichbar sind alle vier Angebote nicht, da sie alle eine individuelle Ausrichtung haben und sich entweder auf Inhalte im Netz oder Print konzentrieren.

Der Perlentaucher, langjähriger Anbieter von Presseschauen, muss sich heute vor dem Landgericht Frankfurt für seine wegen ihrer Weitergabe an Dritte angeblich die Urheberrechte verletzende Bücherschau verteidigen. Die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung haben dagegen offenbar schon vor einem Jahr Klage eingereicht.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Natascha Kampusch, die Zusammenfassung

Es war nun länger verhältnismässig still um Natascha Kampusch, entführte und über Jahre im Keller festgehaltene Österreicherin. Nach dem ORF-Interview am 6. September 2006 und den ersten Print-Interviews in der Kronenzeitung und bei News träufelten nur noch einzelne Informationshäppchen über sie an die Öffentlichkeit. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse von dann bis jetzt:

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Nichts zum Wohl von allen

Gestern machte medienzirkus.blogspot.com die Liebe des Ringier-Verlags für DJ Bobo publik, heute ist das dem Blick bereits etwas peinlich. Er schiebt die Verantwortung eines vermuteten PR-Deals auf den Lieblingsfeind aller, das Schweizer Fernsehen.

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Journalistenmorde

Journalismus ist ein gefährlicher Beruf. Vermeintlich die aufgeriebenen Nerven beruhigende Genussmittel wie Alkohol, Kaffee und Tabak gefährden die Gesundheit, ausserdem drohen die Berufskrankheiten Schlafmangel und Logorrhöe, behauptet dieser Artikel aus der Werbewoche.

Schlimmer als diese mit dem Beruf verbundenen kleinen Laster ist die Bedrohung an Leib und Leben, wie es uns dieses Wochenende die Todesmeldungen von Journalistin Karen Fischer und Techniker Christian Struwe in Afghanistan sowie von Journalistin Anna Politkowskaja in Russland klar gemacht haben. In den Zeitungen wurde dazu ausführlich geschrieben:

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Am Rand erwähnt und falsch geschrieben

Der Nationalrat der Grünen Partei der Schweiz, Geri Müller, darf heute im Blick auf Seite 2 einen Gastkommentar verfassen, in dem er auf einer Drittelseite Integration statt Ausgrenzung für Ausländer fordert. Mit einem Sternchen hinter dem falsch geschriebenen Namen wird man zu einem etwas kleiner geschriebenen Text geleitet, der erklärt, warum Gery Geri Müller eine Plattform erhält: der Text geht durch als Antwort auf den grossen “Ausländer-Report“. Noch vor einem Monat wäre es umgekehrt gewesen und die gleiche Zeitung hätte vielleicht einem Befürworter des Asylgesetzes eine vergleichbare Präsenz eingeräumt.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

25 Jahre WOZ

Die linke Wochenzeitung feiert ihr 25jähriges Bestehen mit einem Fest, das heute in der Roten Fabrik stattfindet. Ausserdem ist seit Donnerstag eine Sonderausgabe an den Kiosken, die es in sich hat. Speziell daran ist einiges:

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