Ronnie Grob

Der mächtigste Politiker der Schweiz hat nicht einmal ein wichtiges Amt: Christoph Blocher beherrscht die Politikseiten, er ist das Feindbild der Journalisten – und wird unterschätzt.


Einer gegen alle, er gegen die gesamte Politik, hinter ihm die Mehrheit der Schweizer. So sieht sich Christoph Blocher, nachdem er 1992 den Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum bekämpfte und die Abstimmung mit nur 50,3 Prozent der Stimmen gewann. Seitdem hat einen Grossteil der Schweizer Medien gegen sich. Nicht unreflektiert natürlich, nicht einseitig – aber stetig. Sie passen einfach nicht zusammen:

Er ist ein ehemaliger Bauernknecht, der es als konservativer Industrieller vom Schlage eines Monty Burns zum Milliardär geschafft hat, viele Journalisten sind grüngesinnte Citoyens oder das, was man gerne unter dem Schlagwort Salonsozialisten versammelt.

Was ist das Ergebnis dieses bald 16-jährigen Kampfs? Blochers Partei, die SVP, ging aus den Auseinandersetzungen gestärkt hervor, sie gewann, von den Journalisten jedes Mal von neuem totgesagt, bei den Parlamentswahlen alle vier Jahre Anteile hinzu. Die klassischen Medien dagegen sind im Niedergang. Eine Verkümmerung von journalistischen Tugenden und eine immer ungenauer werdende Trennung zwischen Werbung und Inhalt führte zu einem Glaubwürdigkeitsverlust. Statt rasende Reporter: Schreibtischtäter. Statt eigene Inhalte: Agenturmeldungumschreiber. Statt Recherche: Pressekonferenzdrängler. Was zu was geführt hat, ist nicht klar zu erkennen, tatsächlich werden die Budgets belastet durch einen massiven Anzeigenschwund und durch die Auflösung von Abonnements.

24 Mal Blocher in einem Artikel über Peter Spuhler (Weltwoche vom 27. November 2008)
24 Mal Blocher in einem Artikel über Peter Spuhler (Weltwoche vom 27. November 2008)
Blocher muss man nicht mögen, auch seine Partei nicht. Aber der Aufstieg ist anzuerkennen und ist nicht nur durch in die Abstimmungskämpfe eingeflossene Blocher-Gelder verursacht, sondern auch ein Werk von ausdauernder und stetiger politischer Arbeit. SVP-Wähler werden von den Medien gerne als etwas verschroben oder hinterwäldlerisch dargestellt, was, liest man diese hervorragende Reportage von Margrit Sprecher, je nach Standpunkt nicht unwahr sein muss. Doch eine Partei mit inzwischen 29 Prozent Wähleranteil hat nicht nur kauzige oder gar missgünstige oder vom Leben enttäuschte Wähler, sondern auch junge Familien und andere keineswegs extrem gesinnte Menschen.

Einer der wenigen Journalisten, die sich erlaubt haben, aus dem Antipathie-Mainstream auszutreten und den mitunter brillanten Blocher auch mal zu loben, Roger Köppel von der Weltwoche, hat sich dabei prompt übernommen und über einige Zeit bei einigen Lesern den Eindruck hinterlassen, seine Zeitung würde voll und ganz das Parteiprogramm der SVP vertreten. Dafür hat er Verachtung geerntet – kaum ein Journalist und kaum ein Politiker polarisieren die Deutschschweiz mehr als Köppel und Blocher. Viele Journalisten hassen wahlweise die die Weltwoche, die SVP und/oder Blocher. Die Gewichtung der Fakten, die Bildauswahl (Beispiel: blick.ch), die Fragestellungen (Beispiel: sf.tv) lassen oft keinen anderen Schluss zu.

Seit Jahren beklagt sich die SVP über das angeblich linke Schweizer Fernsehen, zuletzt führten fragwürdige Fragen von “Günstlingsjournalist” Hans Bärenbold zu einem Strauss von Entschuldigungen (blick.ch / nzz.ch). Tatsächlich steht die Frage im Raum, wie sehr Werke von Journalisten das Wahlverhalten der Parlamentarier beeinflussen. Persönlich bin ich der Meinung, dass diese Sendung über Blochers Bruder Gerhard, gemäss Christoph Blocher entgegen einer Absprache nicht nach, sondern vor den letzten Bundesratswahlen publik gemacht, mitverantwortlich ist für seine Nicht-Wiederwahl am 12. Dezember 2007. Was Verwandte von Politikern überhaupt mit Politik zu tun haben, habe ich bis heute nicht verstanden.

Von Blocher lassen können die Medien jedenfalls nicht. Reist er, de facto nicht mehr als einer von mehreren Vizepräsidenten der Partei und Leiter des Ressorts “Recherchen, Strategien und Kampagnen”, mal für drei Wochen in die USA und kommt zurück, dann warten mehrere Dutzend Interviewanfragen auf ihn, wie er verwundert, aber natürlich auch etwas geschmeichelt in einer Folge von teleblocher.ch erzählt. Die dauernde Beschäftigung der Medien mit ihm hat auch bei ihm Spuren hinterlassen. Wenn auch sichtlich bemüht um Bescheidenheit, redet er immer mal wieder von sich selbst in der dritten Person, von “Blocher”. Es muss tatsächlich nicht leicht sein, am Boden zu bleiben, wenn man es bei einem der grössten Onlineportale der Schweiz, 20min.ch, zur Topmeldung schafft, nur weil man eine Rede gehalten hat am Ustertag, einem Gedenktag einer Gemeinde mit 30.000 Einwohnern.

Kürzlich sagte Blocher auf teleblocher.ch, viele Journalisten wüssten wohl gar nicht mehr, was schreiben, wenn es ihn nicht gäbe. Sein langjähriger Gegner aus dem Ringier-Verlag etwa, Frank A. Meyer, äussert sich in seiner wöchentlichen Kolumne im SonntagsBlick auffallend oft über den amtslosen Politiker (unter Startseite » News » Frank A. Meyer), zuletzt am 9. November 2008 und am 16. November 2008. Ende August gelang ihm gar das Kunststück, eine ganze Kolumne über ihn zu schreiben, ohne seinen Namen zu nennen.

Auf Blochers eigener Homepage, blocher.ch, sind einige seiner Medienauftritte versammelt. Die sicher unvollständige Auflistung (zehn grössere Stücke mit oder über ihn in nicht mal zwei Monaten) ist erstaunlich für einen Politiker ohne wichtiges Amt in der kleinen Medienlandschaft Deutschschweiz.

Natürlich ist es richtig, wenn sich die Medien mit dem einflussreichsten Politiker der letzten Jahre beschäftigen und es gibt auch sehr lesenswerte Portraits, zuletzt:

Doch die Berichterstattung hat sich längst in Gewohnheiten verankert. Die Journalisten müssen dringend einen Schritt zurücktreten und die Lage überblicken. Dann sehen sie, dass Blocher das aktuelle Geschehen vor allem deswegen prägt, weil sie nicht aufgehört haben, sich mit ihm zu beschäftigen. Ein anderer Grund könnte ein rein finanzieller sein. Roger Köppel im aktuellen Editorial der Weltwoche:

Es ist ein Herbst der Ironien. Ausgerechnet die Zeitungen befeinden am heftigsten den Politiker, dem sie in den letzten zwei Jahrzehnten Auflagensteigerungen und ungezählte Schlagzeilen verdankten. Angesichts der Medienkrise müsste die Branche beten für einen Blocher im Bundesrat.

Am 10. Dezember sind Bundesratswahlen, die Nachfolge des zurückgetretenen Samuel Schmid wird entschieden. Blocher ist einer von mehreren Kandidaten, die Medienaufmerksamkeit ist riesig, es gibt ausführliche Akkreditierungsbestimmungen, Tribünenplätze werden verlost. Die Kommentatoren sind sich (fast wie 2003) einig und räumen dem “Schein-Kandidat” Blocher diesmal keinerlei Chancen ein. Es würde mich folglich nicht wundern, wenn er gewählt würde.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

 

Alle 608 Artikel von Ronnie Grob auf netzwertig.com:

Blocher in den Medien:
Blochermania

Ronnie Grob, 1. Dezember 2008 um 12.52 Uhr , 43 Kommentare Kommentare

Der mächtigste Politiker der Schweiz hat nicht einmal ein wichtiges Amt: Christoph Blocher beherrscht die Politikseiten, er ist das Feindbild der Journalisten – und wird unterschätzt.


Einer gegen alle, er gegen die gesamte Politik, hinter ihm die Mehrheit der Schweizer. So sieht sich Christoph Blocher, nachdem er 1992 den Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum bekämpfte und die Abstimmung mit nur 50,3 Prozent der Stimmen gewann. Seitdem hat einen Grossteil der Schweizer Medien gegen sich. Nicht unreflektiert natürlich, nicht einseitig – aber stetig. Sie passen einfach nicht zusammen:

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Sparen in der Zeitungskrise:
Weniger Breite, mehr Tiefe

Ronnie Grob, 26. November 2008 um 11.19 Uhr , 9 Kommentare Kommentare

Die Krise in der Printbranche führt zwangsläufig zum Abbau von Kapazitäten. Weniger ist auch dabei mehr: Verringert werden muss die Breite des Angebots, nicht die Tiefe.

Nachdem die Zeitungskrise aus den USA nun auch bei uns ankommt (was tatsächlich noch gewisse Leute überrascht), geht es darum, wie abgebaut wird.

Deutschland ist stolz auf seine tatsächlich beeindruckende Medienvielfalt. Aber was bedeuten viele Titel, wenn alle das Gleiche schreiben? Nichts. Für Journalismus braucht es Zeit und damit Geld. Und weil immer weniger davon vorhanden ist, müssen sich die Verlage auf die Stärken der einzelnen Produkte besinnen. Was Verlage, Redakteure und Zeitungsleser jetzt machen müssen:

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Print-Strategie:
Mit Klickibunti in die Bedeutungslosigkeit

Ronnie Grob, 17. November 2008 um 12.52 Uhr , 4 Kommentare Kommentare

Die Printverlage glauben, sie handeln schlau, wenn sie Journalismus online vernachlässigen. Doch die Klickibunti-Strategie führt geradewegs in die Zerstörung ehemals stolzer Marken.

Wir haben uns daran gewöhnt. Unter dem Druck der Werbewirtschaft rennen die werbetreibenden Online-Teilnehmer Messgrössen nach, die zwar die aufgenötigten Klicks (Page Impressions) und die SEO-Investitionen (Unique Visitors) ausweisen, aber nichts über die Zufriedenheit der Leser oder die Qualität des Dargebotenen aussagen. Doch man kann es drehen und wenden, wie man will, zurzeit sind das die Anforderungen, denen auch diese Website unterworfen ist.

Die Strategie der meisten Printverlage lautet darum so: “Weil wir online nicht so viel Geld verdienen, wie wir das offline über Jahre gemacht haben, investieren wir dort nur in das Nötigste.” Und das Nötigste erscheint den Meisten, den Anschluss nicht zu verlieren an die, die bei den Messgrössen die Nase vorn haben. Derweil verdienen sie mit ihrem Kerngeschäft, dem Verkaufen von Anzeigen neben redaktionellem Inhalt auf gedrucktem Papier, immer weniger Geld.

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Youme.net:
Community ohne Mitglieder

Ronnie Grob, 17. November 2008 um 11.50 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Youme.net sollte das Vorzeige-Internetprojekt des schweizer Ringier-Verlags werden. Eine Community, die irgendwie alles sein will: YouTube, Myspace, Flickr, Facebook. Doch trotz umfangreichen Investitionen finden sich keine Nutzer.

Youme.net, das “swiss social media network”, ging am 18. April 2007 erstmals als Beta-Version online, im August 2007 wurden Inputs zu einem Relaunch verarbeitet. In der Anfangszeit waren sehr viele Mitarbeiter bei youme.net beschäftigt, die sozusagen als Animateure die echten Nutzer zur Website führen sollten. Das klappte nicht schlecht und es entstanden viele Inhalte, auch wenn ab und zu der Eindruck entstand, es seien mehr Angestellte als Besucher auf der Website.

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Kampagne mit Ente:
Zeitungsmaskottchen Paula Print

Ronnie Grob, 15. November 2008 um 11.06 Uhr , 4 Kommentare Kommentare

Kampagne mit Stofftier: Es liegt schweigend herum – und soll den Wert der Zeitung transparent machen. Aber wie bloss soll das mit den aktuellen Kampagnen gelingen?

Handelt es sich bei einem Grossteil der Leser von pnp.de, dem Onlineauftritt der Passauer Neuen Presse, um Kinder? Es muss so sein, denn anders kann man sich den Auftritt der “Zeitungsente” Paula Print nicht erklären (Video auf pnp.de, 15 Minuten).

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Amateure wehren sich:
Bla-Bla-Blogger gegen Goliath

Ronnie Grob, 3. November 2008 um 11.19 Uhr , 8 Kommentare Kommentare

Zu wenig eigenständig, nicht genug Qualität: Die SonntagsZeitung ist enttäuscht von Schweizer Blogs. Das könnte daran liegen, dass es für bahnbrechende Geschichten Recherche, Zeit und damit Geld braucht.

Bla-Bla-Blogger? Die SonntagsZeitung ist enttäuscht von der Schweizer Blogosphäre – das ruft nach einer Antwort, nicht nur in unseren Kommentaren. Nehmen wir mal an, der Fünftligaverein FC Oberwil III spielt Fussball gegen den FC Basel. Auf der einen Seite Arbeiter und Angestellte, die nach einem harten Tag auf der Baustelle oder in der Fabrik sich abends einmal in der Woche vor dem Biertrinken zum Fussball treffen. Auf der anderen Seite Profifussballer, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als zu trainieren, sich massieren zu lassen, Taktik zu büffeln und Autogramme zu geben. Würde es jemand wundern, wenn die Profis vom FC Basel die saubereren Pässe schlagen, konditionell besser drauf sind, das Spiel vielleicht zurecht gewinnen?

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Basler Zeitung:
“Weniger Seiten auf hohem Niveau”

Ronnie Grob, 29. Oktober 2008 um 12.22 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

“Dünner, besser, provokativer” soll die Basler Zeitung werden – schöne Worte für ein Sparprogramm, das die Zeitung dünner, schlechter, langweiliger zurücklassen wird.

Wieder Sparmassnahmen bei der Basler Zeitung: Um 15 Prozent soll die Redaktion schrumpfen, berichtet Onlinereports. In den vergangenen fünf Jahren hat die gedruckte Basler Zeitung 20 Prozent ihrer Leser eingebüsst. Folglich hat sie weniger Geld zur Verfügung. Wenn Chefredaktor Matthias Geering spricht, dann klingt das so:

“Die Situation ist ungemütlich”

“Wir werden uns von Kollegen trennen müssen”

“Die ‘Basler Zeitung’ vom Herbst 2009 wird nicht mehr die ‘Basler Zeitung’ von heute sein.”

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Wochenrückblick Nr. 43

Ronnie Grob, 26. Oktober 2008 um 17.36 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Sorge um verdeckte Recherchen, Angst vor heimlichen Ausspähungen und Millionen-Sparpläne beim Schweizer Ringier-Verlag – der Rückblick auf die 43. Kalenderwoche auf medienlese.com.


Das Bild der Woche: Telekom-Chef René Obermann. Für die Bespitzelung von Betriebsräten und Journalisten wurde die Deutsche Telekom mit dem Big-Brother-Award ausgezeichnet.

Kritisch betrachten die Medien ein Urteil des Schweizer Bundesgerichts (unser Bericht auf medienlese.com). Jetzt wird befürchtet, dass das Urteil Journalisten an der verdeckten Recherche hindert. Die Frankfurter Allgemeine schrieb von entsetzten Medienexperten, der direkt am Fall beteiligte SF-Chefredaktor Ueli Haldimann von einem “medienfeindlichen Urteil“.

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Slug Trends:
Was bloggen die Schweizer?

Ronnie Grob, 24. Oktober 2008 um 10.04 Uhr , 5 Kommentare Kommentare

Schweizer Blogosphäre durchleuchtet: Slug sammelt seit Jahren Blog-Artikel Mit einer neuen Funktion werden gebloggte Inhalte miteinander verglichen – und Trends sichtbar.

Immer mehr oder immer weniger: Die Schweizer Blog-Suchmaschine Slug bietet einen neuen Service: Mit der Trend-Funktion lässt sich die Anzahl der Nennungen eines Begriffs auf einem Zeitstrahl anzeigen – und es lässt sich die Häufigkeit von Begriffen miteinander vergleichen.

Offiziell gibt es Slug Trends noch gar nicht. Aber die Seiten sind schon öffentlich zugänglich. Vergleichen lässt sich damit jeder von Slug indexierte Begriff, und das sind einige: “Zur Zeit sind 549694 Artikel, Videos, Podcasts und Bilder im Suchindex enthalten.”

Wir haben uns angesehen, über welche Medien, welche Chefredaktoren und welche bekannten Journalisten in der Schweiz gebloggt wurde.

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ReportingOn:
Twitter für Journalisten

Ronnie Grob, 23. Oktober 2008 um 14.48 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Mit anderen Journalisten zusammenarbeiten, die in anderen Ländern, bei anderen Publikationen, gar bei der Konkurrenz sind? Geht doch, mit ReportingOn, einem themenbasierten Lifestream für Journalisten.

Journalisten sind ja gerne Geheimniskrämer, was ihre aktuellen Projekte angeht. Sie fürchten, wenn jemand davon erfährt, könne dieser ihren Informationsvorsprung ausnützen und mit einer Story, die vor der eigenen erscheint, bestrafen. Doch im Web 2.0 läuft das anders. Man gibt, um zu erhalten, man informiert, um informiert zu werden. Bei ReportingOn teilt man mit, an was man arbeitet und erhält im besten Fall zusätzliche Informationen dazu. Die zu beantwortende Frage heisst folglich nicht wie bei Twitter “What are you doing?”, sondern “What are you reporting on?”

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