Alle 608 Artikel von rgrob auf netzwertig.com:
Der mächtigste Politiker der Schweiz hat nicht einmal ein wichtiges Amt: Christoph Blocher beherrscht die Politikseiten, er ist das Feindbild der Journalisten – und wird unterschätzt.
Einer gegen alle, er gegen die gesamte Politik, hinter ihm die Mehrheit der Schweizer. So sieht sich Christoph Blocher, nachdem er 1992 den Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum bekämpfte und die
Abstimmung mit nur 50,3 Prozent der Stimmen gewann. Seitdem hat einen Grossteil der Schweizer Medien gegen sich. Nicht unreflektiert natürlich, nicht einseitig – aber stetig. Sie passen einfach nicht zusammen:
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Die Krise in der Printbranche führt zwangsläufig zum Abbau von Kapazitäten. Weniger ist auch dabei mehr: Verringert werden muss die Breite des Angebots, nicht die Tiefe.
Nachdem die
Zeitungskrise aus den USA nun auch bei uns ankommt (was tatsächlich noch gewisse Leute überrascht), geht es darum, wie abgebaut wird.
Deutschland ist stolz auf seine tatsächlich beeindruckende Medienvielfalt. Aber was bedeuten viele Titel, wenn alle das Gleiche schreiben? Nichts. Für Journalismus braucht es Zeit und damit Geld. Und weil immer weniger davon vorhanden ist, müssen sich die Verlage auf die Stärken der einzelnen Produkte besinnen. Was Verlage, Redakteure und Zeitungsleser jetzt machen müssen:
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Die Printverlage glauben, sie handeln schlau, wenn sie Journalismus online vernachlässigen. Doch die Klickibunti-Strategie führt geradewegs in die Zerstörung ehemals stolzer Marken.
Wir haben uns daran gewöhnt. Unter dem Druck der Werbewirtschaft rennen die werbetreibenden Online-Teilnehmer Messgrössen nach, die zwar die aufgenötigten Klicks (Page Impressions) und die SEO-Investitionen (Unique Visitors) ausweisen, aber nichts über die Zufriedenheit der Leser oder die Qualität des Dargebotenen aussagen. Doch man kann es drehen und wenden, wie man will, zurzeit sind das die Anforderungen, denen auch diese Website unterworfen ist.
Die Strategie der meisten Printverlage lautet darum so: “Weil wir online nicht so viel Geld verdienen, wie wir das offline über Jahre gemacht haben, investieren wir dort nur in das Nötigste.” Und das Nötigste erscheint den Meisten, den Anschluss nicht zu verlieren an die, die bei den Messgrössen die Nase vorn haben. Derweil verdienen sie mit ihrem Kerngeschäft, dem Verkaufen von Anzeigen neben redaktionellem Inhalt auf gedrucktem Papier, immer weniger Geld.
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Youme.net sollte das Vorzeige-Internetprojekt des schweizer Ringier-Verlags werden. Eine Community, die irgendwie alles sein will: YouTube, Myspace, Flickr, Facebook. Doch trotz umfangreichen Investitionen finden sich keine Nutzer.
Youme.net, das “swiss social media network”, ging am 18. April 2007 erstmals als Beta-Version online, im August 2007 wurden Inputs zu einem Relaunch verarbeitet. In der Anfangszeit waren sehr viele Mitarbeiter bei youme.net beschäftigt, die sozusagen als Animateure die echten Nutzer zur Website führen sollten. Das klappte nicht schlecht und es entstanden viele Inhalte, auch wenn ab und zu der Eindruck entstand, es seien mehr Angestellte als Besucher auf der Website.
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Kampagne mit Stofftier: Es liegt schweigend herum – und soll den Wert der Zeitung transparent machen. Aber wie bloss soll das mit den aktuellen Kampagnen gelingen?
Handelt es sich bei einem Grossteil der Leser von pnp.de, dem Onlineauftritt der Passauer Neuen Presse, um Kinder? Es muss so sein, denn anders kann man sich den Auftritt der “Zeitungsente” Paula Print nicht erklären (Video auf pnp.de, 15 Minuten).
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Zu wenig eigenständig, nicht genug Qualität: Die SonntagsZeitung ist enttäuscht von Schweizer Blogs. Das könnte daran liegen, dass es für bahnbrechende Geschichten Recherche, Zeit und damit Geld braucht.
Bla-Bla-Blogger? Die
SonntagsZeitung ist enttäuscht von der Schweizer Blogosphäre – das ruft nach einer Antwort, nicht nur in unseren
Kommentaren. Nehmen wir mal an, der Fünftligaverein FC Oberwil III spielt Fussball gegen den FC Basel. Auf der einen Seite Arbeiter und Angestellte, die nach einem harten Tag auf der Baustelle oder in der Fabrik sich abends einmal in der Woche vor dem Biertrinken zum Fussball treffen. Auf der anderen Seite Profifussballer, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben als zu trainieren, sich massieren zu lassen, Taktik zu büffeln und Autogramme zu geben. Würde es jemand wundern, wenn die Profis vom FC Basel die saubereren Pässe schlagen, konditionell besser drauf sind, das Spiel vielleicht zurecht gewinnen?
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“Dünner, besser, provokativer” soll die Basler Zeitung werden – schöne Worte für ein Sparprogramm, das die Zeitung dünner, schlechter, langweiliger zurücklassen wird.
Wieder Sparmassnahmen bei der
Basler Zeitung: Um 15 Prozent soll die Redaktion schrumpfen, berichtet Onlinereports. In den vergangenen fünf Jahren hat die gedruckte
Basler Zeitung 20 Prozent ihrer Leser eingebüsst. Folglich hat sie weniger Geld zur Verfügung. Wenn Chefredaktor Matthias Geering
spricht, dann klingt das so:
“Die Situation ist ungemütlich”
“Wir werden uns von Kollegen trennen müssen”
“Die ‘Basler Zeitung’ vom Herbst 2009 wird nicht mehr die ‘Basler Zeitung’ von heute sein.”
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Sorge um verdeckte Recherchen, Angst vor heimlichen Ausspähungen und Millionen-Sparpläne beim Schweizer Ringier-Verlag – der Rückblick auf die 43. Kalenderwoche auf medienlese.com.
Das Bild der Woche: Telekom-Chef René Obermann. Für die Bespitzelung von Betriebsräten und Journalisten wurde die Deutsche Telekom mit dem
Big-Brother-Award ausgezeichnet.
Kritisch betrachten die Medien ein Urteil des Schweizer Bundesgerichts (unser Bericht auf medienlese.com). Jetzt wird befürchtet, dass das Urteil Journalisten an der verdeckten Recherche hindert. Die Frankfurter Allgemeine schrieb von entsetzten Medienexperten, der direkt am Fall beteiligte SF-Chefredaktor Ueli Haldimann von einem “medienfeindlichen Urteil“.
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Schweizer Blogosphäre durchleuchtet: Slug sammelt seit Jahren Blog-Artikel Mit einer neuen Funktion werden gebloggte Inhalte miteinander verglichen – und Trends sichtbar.
Immer mehr oder immer weniger: Die Schweizer Blog-Suchmaschine Slug bietet einen neuen Service: Mit der Trend-Funktion lässt sich die Anzahl der Nennungen eines Begriffs auf einem Zeitstrahl anzeigen – und es lässt sich die Häufigkeit von Begriffen miteinander vergleichen.
Offiziell gibt es Slug Trends noch gar nicht. Aber die Seiten sind schon öffentlich zugänglich. Vergleichen lässt sich damit jeder von Slug indexierte Begriff, und das sind einige: “Zur Zeit sind 549694 Artikel, Videos, Podcasts und Bilder im Suchindex enthalten.”
Wir haben uns angesehen, über welche Medien, welche Chefredaktoren und welche bekannten Journalisten in der Schweiz gebloggt wurde.
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Mit anderen Journalisten zusammenarbeiten, die in anderen Ländern, bei anderen Publikationen, gar bei der Konkurrenz sind? Geht doch, mit ReportingOn, einem themenbasierten Lifestream für Journalisten.
Journalisten sind ja gerne Geheimniskrämer, was ihre aktuellen Projekte angeht. Sie fürchten, wenn jemand davon erfährt, könne dieser ihren Informationsvorsprung ausnützen und mit einer Story, die vor der eigenen erscheint, bestrafen. Doch im Web 2.0 läuft das anders. Man gibt, um zu erhalten, man informiert, um informiert zu werden. Bei ReportingOn teilt man mit, an was man arbeitet und erhält im besten Fall zusätzliche Informationen dazu. Die zu beantwortende Frage heisst folglich nicht wie bei
Twitter “What are you doing?”, sondern “What are you reporting on?”
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