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Alle 608 Artikel von rgrob auf netzwertig.com:

Savianos “Gomorrha” (3):
Der Medieneinfluss auf die Camorra

Mit “Gomorrha” legte Roberto Saviano eine beeindruckende Recherche über die Mafia vor – eine Reportage in Buchform. Ronnie Grob ist mitgereist, vier Blogeinträge sind das Ergebnis.

Wir alle sind von den Medien beeinflusst, so auch die Camorra. Die Bosse nennen ihre Kinder Ivanhoe oder Ben Hur und sie sind besessen von Mafiafilmen. Saviano schreibt in “Gomorrha” auf Seite 308:

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Savianos “Gomorrha” (2):
Roberto Saviano und wie er arbeitet

Mit “Gomorrha” legte Roberto Saviano eine beeindruckende Recherche über die Mafia vor – eine Reportage in Buchform. Ronnie Grob ist mitgereist, vier Blogeinträge sind das Ergebnis.


Sieben Jahre Recherche: Bevor Roberto Saviano die ersten Zeilen von “Gomorrha” schrieb, arbeitete der studierte Philosoph mehrere Sommer auf Baustellen, als Lagerist am Hafen, zog durch die Pizzerias und Bars – und redete. Mit allen. Ein junger, mutiger Journalist also, doch einer, der sein Leben nicht mehr frei leben kann. Einer, der wegen dem, was er veröffentlicht hat, gejagt wird bis ans Lebensende. Dabei wird er erst 30 Jahre alt, am 22. September. Er arbeitet als freier Journalist regelmässig für la Repubblica oder L’Espresso, schrieb aber auch schon für die Washington Post oder Time.

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Savianos “Gomorrha” (1):
Im Reich der Camorra

Mit “Gomorrha” legte Roberto Saviano eine beeindruckende Recherche über die Mafia vor – eine Reportage in Buchform. Ronnie Grob ist mitgereist, vier Blogeinträge sind das Ergebnis.

Zu Weihnachten habe ich ein bemerkenswertes Buch geschenkt gekriegt: “Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra” von Roberto Saviano. “Gomorrha” ist sowas wie eine einzige lange literarische Reportage, 365 Seiten, die sich mit einem Thema beschäftigen: der Camorra. ‘O Sistema. Der organisierten Wirtschaftskriminalität rund um Neapel. Während es unsere Lokalzeitungen oft nicht mal wagen, sich mit den Lokalfürsten anzulegen, hat sich Saviano einen furchtbaren Gegner ausgesucht.

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TV-Programmtipp:
Kai Diekmann und Henryk M. Broder

Kai Diekmann und Henryk M. Broder ziehen heute gemeinsam durch die Berliner Nacht. Auf Arte, um 23.40 Uhr – und im Internet.

Nachtrag: Die Sendung ist nun eine Woche online abrufbar!

Der Chefredakteur der Bild-Zeitung zieht mit einem von vielen argwöhnisch betrachteten Journalisten um die Häuser. Durch das 52-minütige Werk von Hasko Baumann sei, so behauptet es jedenfalls arte, “die Saat für eine Männerfreundschaft gelegt worden”.

“Durch die Nacht mit Henryk M. Broder und Kai Diekmann” wird heute Donnerstag, um 23.40 Uhr auf dem Sender arte erstausgestrahlt. Wer so spät kein Lichtlein mehr an hat, kann sich am 29.01.2009, um 5 Uhr früh, eine Wiederholung ansehen.

Wer sich diese beiden Typen sicher nicht ansehen will, aber trotzdem wissen will, was passiert ist, der kann schon mal etwas über den Inhalt lesen:

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Lichtblick Charles Lewinsky:
Fortsetzungsroman, gelungen

Zeitungsromane sind aus der Mode? Nicht, wenn sie von Charles Lewinsky geschrieben werden. Jede Woche spuckt er in der Weltwoche 10.000, der Aktualität angepasste Zeichen aus. Leider nur auf Papier.

Charles Lewinsky kann nicht nur schreiben, Charles Lewinksky kann alles schreiben. Vom 774-seitigen Roman (“Melnitz“) über die volksnahe Comedy in Dialekt (“Fascht e Familie“) zum Drehbuch (“Ein ganz gewöhnlicher Jude“). Folglich weiss man auch nicht recht, ob man ihn eher Drehbuchautor oder Spasstexter nennen soll. Oder doch Schriftsteller.

Für die Weltwoche schreibt er nun seit sechs Folgen einen Fortsetzungsroman, der zu nicht alltäglichen Bedingungen ausgehandelt wurde. Die einzige Lewinsky auferlegte Pflicht ist es, wöchentlich 10.000 Zeichen zu veröffentlichen. Die Kür sieht so aus:

Der Text soll fortlaufend geschrieben werden und Aktualitäten beinhalten. Also kann sich der Autor keinen Bogen und keinen Schluss ausdenken. Er muss das Unvorhersehbare laufend voraussehen. In Folge 40 darf nichts passieren, was nicht kompatibel ist zu Folge 1 bis 39. Ein Roman, der sich selbst Eier legt und Fallen stellt.

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Leserkommentare:
Das liebe Klickvieh

Kommunikation auf Augenhöhe oder geschlossene Anstalt? Die SonntagsZeitung über den “anonymen Mob”, über Kommentare auf Nachrichtenseiten.

Bin da, wer noch? (iStockphoto)
Bin da, wer noch? (iStockphoto)
Nichts als Ärger, nichts als Kosten – von außen betrachtet scheint Tamedia seine Leser mehr zu fürchten, als den in den letzten drei Monaten über 55 Prozent eingebrochenen Aktienkurs: “Der anonyme Mob” heisst darum der Artikel von David Bauer, der sich erneut sorgt um Menschen, die Publikationsmöglichkeiten im Internet nutzen. Bitterlich beklagen sich Peter Wälty, Chefredakteur des hinter mehreren Tamedia-Titeln stehenden Newsnetz (“Anonymität verleitet oft zu einem inakzeptablen, gehässigen Ton”) und David Bauer selbst:

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Es schneit:
Medieneinfalt mit Wetterbanalitäten

Skandal! Sensation! Un-glaub-lich: Es schneit! Nie dagewesenes Wetterphänomen schockiert Schweizer Medien. medienlese.com bibbert und friert im Internet.

Oh Wunder: Es schneit
Oh Wunder: Es schneit

Es ist kaum zu glauben. Was die Wetterdienste gestern angekündigt haben, nämlich Schneefall in der Schweiz, ist tatsächlich eingetreten. Und das in einem Land, in dem es ungefähr jeden Winter schneit. Natürlich war das vorhersehbare Alltagsereignis darum auch Thema in ALLEN bekannten Online-Portalen. Nicht nur Thema, sondern Aufmacher, also wichtigste Meldung.

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Wie weiter ohne Geld:
Inhalte, von Spenden finanziert

Die direkte Unterstützung ist ein Ausweg aus der Abhängigkeit von Werbung. Inhalte würden so refinanziert, der Journalismus gerettet. Wir spenden und gucken, was passiert.

Immer mehr Journalisten sehen sich gezwungen, für beleidigende Honorare zu schreiben, Absagen zu sammeln oder einen anderen Beruf zu ergreifen: Wohin mit all den Entlassenen? Was tun? Gibt es auch Einnahmequellen jenseits von werbefinanzierten Titeln?

Ich habe es kürzlich das erste Mal getan. Eine Spende an einen Blogbetreiber. Ohne Zwang und aus einer Laune heraus drückte ich den PayPal-Knopf auf JacoBlök. Das ist ein Blog von Andi Jacomet, einem mir persönlich unbekannten Mittdreissiger aus Bern, der sein Geld als Webpublisher, Texter, Hobbyfotograf verdient und immer wieder lange, lesenswerte Blogeinträge verfasst.

» weiterlesen: Ein abschreckendes Beispiel

Berlin:
Edle Magazine stilvoll kaufen

Kippen und Bild? In diesem Zeitschriftenladen wohl kaum: “do you read me ?!” in Berlin spezialisiert sich in Edelzeitschriften zu Mode und Design. Lang lebe der Luxus-Print!

Der Laden an der Auguststrasse 28 in Berlin-Mitte ist kein Laden, der seine Kunden mit Neonreklame hereinzulocken versucht. Angebracht ist nur ein kleines Schild mit einem Frage- und einem Ausrufezeichen und auf dem Schaufenster klebt dezent der Schriftzug “do you read me?!”. “Liest du mich?!”, eine Frage und eine Aufforderung, das Geschäft zu betreten. Es verkauft Ware mit der etwas sperrigen Bezeichnung “Magazine und Lektüre der Gegenwart” und meint damit haptisch anspruchsvolle Zeitschriften mit guten Texten und schönen Fotostrecken. » weiterlesen

Deutschland und die Schweiz:
Nachsitzen in der Alpenschule

Von Schweizern lernen, schlägt die Zeit vor. Sich von Deutschen nicht ausnutzen lassen, warnt der SonntagsBlick. Das Verhältnis der beiden Länder ist medialer Dauerbrenner.


Immer diese Deutschen, immer diese Schweizer: Endlos beschäftigt die Medien das Verhältnis der beiden Nachbarländer. Dieser Tage zu beobachten im SonntagsBlick und in der Zeit. Die Hamburger Wochenzeitung schreibt, was die Schweizer besser können und fragt, was Deutsche lernen können. Zum Auftakt der neuen Schweiz-Seiten gibt es ein ganzes Dossier mit Texten von Moritz Leuenberger und Iris Radisch. Urs Willimann und Peer Teuwsen bitten in “Die Alpenschule“.

» weiterlesen: Hefte raus, Klassenarbeit!