Peter Sennhauser

Blogwerk-Chefredaktor Peter Sennhauser
Blogwerk-Chefredaktor Peter Sennhauser
Peter Sennhauser (*1966) war schon lange online, bevor das World Wide Web die Medienwelt auf den Kopf zu stellen begann. Als Parlamentsberichterstatter beim Berner “Bund” und Ressortleiter “E-World” der Wirtschaftszeitung “Cash” interessierte er sich genauso für politische Konsequenzen und gesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung wie als Vollblut-Geek für technisches Spielzeug. Seit 2004 lebt und arbeitet Peter in San Francisco am Eingang zum Silicon Valley. Seit März 2007 ist er als vollamtlicher Chefredaktor von Blogwerk verantwortlich für alle Blogs.

Peter ist erreichbar unter peter.sennhauser@blogwerk.com.

 

Alle 122 Artikel von Peter Sennhauser auf netzwertig.com:

Technorati-Lotse geht von Bord

Irgendwie scheint die Blog-Suchmaschine Technorati nicht mehr richtig auf der Schiene zu stehen. Zuerst haben einige zentrale Figuren dem Startup (wie lange kann eine Firma ein Startup sein – und noch dazu eine, die quasi ein Monopol hat?) den Rücken gekehrt, und letzte Woche nahm gar der Gründer und CEO David Sifry selber den Hut – zumindest in der Rolle als Geschäftsführer, er wird der Firma als VR-Vorsitzender erhalten bleiben, wie er in seinem Blog schreibt.

“Ich habe die harte Entscheidung getroffen, die Kontrolle über die Firma andern Managern im Haus zu übergeben. Wer uns aufmerksam begleitet weiss, dass wir seit Frühling einen CEO suchen und dass es nur eine Frage der Zeit war, bis ich abdanke.”

Das hat er jetzt getan, aber nicht nur das – zuvor hat er noch acht Mitarbeiter der Firma entlassen. Die Entscheidung sei herzzerreissend gewesen, schreibt Sifry, aber sie sei nötig gewesen, um “den anhaltenden Erfolg und das Wachstum von Technorati zu sichern”.

Ah ja. Auch hierzulande schreibt man ja gerne von Ausbau und Wachstum, wenn Projekte beerdigt werden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Insider und Medienkenner gesucht

Wir suchen Medienkenner aus Deutschland und Österreich,

die über Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk und Online-Magazine ihrer Region auf “medienlese.com” etwas zu sagen haben (und zwar am besten etwas, das Hand und Fuss hat und eine Diskussion einleitet statt eines Flamingwars), vorzugsweise natürlich ehemalige Chefredakteure und gefeuerte Verlagsmanager, die wissen, wie der Hase läuft und sich nicht mehr fürchten, es zu schreiben. Wir beschäftigen aber auch gerne kluge Köpfe, die einfach so wissen, was los ist und es eloquent formulieren können.

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Schweizer Fernsehen im Online-Videogeschäft

Die Schweizer Rundfunkgesellschaft SRG lanciert “Video on demand” online. Derzeit im Angebot: Vier (4) Dokumentationen, eine (1)Animation, ein (1) Kurz- und fünf (5!) Spielfilme. Und das alles sehr bequem (hüstel).

Tja, das wars denn auch schon. Fünf deutschsprachige Spielfilme finden sich auf dem grossartig angekündigten Schweizer Video-On-Demand-Portal der SRG. Eine gloriose “Idée Suisse”, das. Vor allem auch die Lancierung in der Webdomäne des Schweizer Farbfernsehens: Die Gebührenzahler werden sich freuen, beim Staatsbetrieb jetzt die von ihm mit seinen Abgaben kofinanzierten Filme gegen nochmalige Bezahlung herunterladen zu dürfen – bei einer per “Digital Rights Management” auf 48 Stunden beschränkten Abspieldauer. Und einem grossartigen, nur Windows-fähigen Bezahlsystem. Siehe Bildroman unten:

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Medienblogcharts 7/07:
Drei neue in den Charts

An jedem ersten Montag im Monat erscheinen hier die medienlese-Medienblogcharts: Die Top-50 der Medienblogs in deutscher Sprache.

Es ist Sommer, und in den Blogcharts tut sich wenig: Auf den vordersten Rängen der Blogwerk-Medienblogcharts tummeln sich die üblichen verdächtigen und bewegen sich kaum. Stefan Niggemeier konnte zwar kräftig Links zulegen, aber auf seinen zweiten Rang hat das keinen Einfluss – das Bildblog liegt zu weit vorn.

Aber weiter hinten tut sich was:

Rang Vm. Blog Blogs +/-
45 (44) denQuer 49 -
46 (50) medienwissenschaft 49 6
47 (52) Werkkanon 47 6
48 (51) Trice 46 4
49 (47) websehen 45 -
50 (54) Corporate Publishing Lounge 43 5
51 (46) netzausfall 43 -5
52 (48) netzjournalismus.de 41 -2
53 (53) Die Zeit – Meckern 39 -
54 (58) kress 39 4
55 (49) Blattkritik.ch 37 -6

Neu in die hier publizierten Ränge vorgestossen sind der Werkkanon, Trice und die Corporate Publishing Lounge. Sie haben netzausfall, netzjournalismus und die schweizer Blattkritik aus der Liste verstossen.

Den grössten Gewinn hat der Medienblogger von Rang 34 auf 27 geschafft. Die kompletten Top-50:

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Maulwurf-Reporterin muss fliehen

Nicht sonderlich raffiniert stellte sich eine Produzentin der Sendung “Dateline” des US-Networks NBC an der Hacker-Konferenz “Defcon” in Las Vegas an: Sie wollte inkognito recherchieren, wurde enttarnt und musste in einer dramatischen Szene fliehen.

So können Karrieren enden: Wer mit wallraff’schen Methoden vorgehen will, sollte sich gut tarnen – und sich vielleicht als Objekt seiner Undercover-Aktion nicht unbedingt die besten Hacker der Welt aussuchen. Sonst kann es sein, dass sich die Kameras ihm zuwenden und er (oder vielmehr sie) zum Gespött der Welt wird.

Michelle Madigan, eine associate Produzentin von NBCs “Aufdeck”-Sendung “Dateline” (berühmt-berüchtigt für Lockvogel-Aktionen mit als Kindern auftretenden Chatteilnehmern, die Pädophile in Häuser locken, wo sie vor laufender Kamera zuerst interviewt und dann verhaftet werden), wollte an der in Las Vegas stattfindenden “Defcon”-Hacker-Konferenz einen Beitrag über die Verbandelung von Regierungsagenten mit der Hackerszene recherchieren.

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Bei Scoop:
Sprachwechsel

Wenn inmitten einer rein schwedischen Webseite ein einziger Artikel auf Englisch publiziert wird, wissen die Leser: Das ist ein internationaler Scoop. Im Mutterhaus IDG hat man begriffen, dass Primeurs in der vorherrschenden Websprache vermarktet werden müssen.

cs1

Die Stockholmer Firma Medison hat mit der Ankündigung eines Notebook-Computers für rund 150$ oder 100? internationales Aufsehen und Skepsis erregt. Am Freitag hat sie mit einer Pressekonferenz nachgedoppelt und dabei kaum Glaubwürdigkeit gewonnen – jedenfalls laut Online-Artikel der schwedischen Zeitschrift “Computer Sweden” (CS). Das wissen wir nicht, weil wir schwedisch verstehen, sondern weil CS den Text als einzigen auf ihrer Webseite auf Englisch publiziert hat – zwischen Schlagzeilen wie “Sex vägar till succé” und “Med storebror i fickan” und ausgestattet mit dem üblichen Kommentarfeld und der Einladung “Senaste Kommentarer
Bli först att tycka till om denna artikel!”.

Das Vorgehen macht durchaus Sinn, zumal anzunehmen ist, dass die Webmaster des Blattes clever genug sind, die Story automatisch nur den Surfern mit ausländischen IP-Adressen auf Englisch anzuzeigen. Bezeichnenderweise führt die Geschichte die Hitliste der “Mest läst just nu”-Artikel an:

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Sennhausers Filmereien

Irgendwie kommt der Film in der Blogosphäre viel zu kurz. Deswegen ausnahmsweise mal ein bisschen Vettern- (oder viel mehr Brüdern-) Wirtschaft. Aus aktuellem Anlass: Im Tessin geht grade das internationale Filmfestival von Locarno über die Leinwände.

Mein cineastisch geschädigter Bruder Michael (nein, das auf dem Bild ist jemand anders, der sich verkleidet hat – © Warner Bros), der beim Schweizer Radio DRS seinen Lebensunterhalt mit dem verdient, was er seit dem achten Geburtstag am meisten getan hat – im Kino zu sitzen -, hat ein Filmblog lanciert.

Hier gibt’s nicht nur Besprechungen von neuen Hollywoodschwarten und Indie-Fundstücken, sondern auch Nachrufe auf Ingmar Bergman, Michaelangelo Antonioni, Stücke aus der Schweizer Filmpolitik oder ganz einfach Geschmacklosigkeiten eines Korrespondenten am Festival von Cannes (am Mittelmeer? Du meine Güte). Oder Ankündigungen kommender Web-Link-Wellen.

Immer wieder stecken auch Audioschnipsel in den Blogeinträgen – immerhin wird hier das visuelle Medium Film von einem Mitarbeiter eines Audio-Mediums behandelt. Und wer’s gleich ganz ohne Buchstaben (allerdings in Hochdeutsch versetzt mit Schwyyzertüütsch) haben will, kann sich den Filmpodcast von DRS runterziehen.

Sennhausers Filmblog
Filmpodcast von Radio DRS

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Don Alphonso :
“Nicht pauschalisiert”

In der Kommentarspalte schon ausführlich abgehandelt, hier nochmals die “Berichtigung”, wie sie auch die Sonntagszeitung auf Rainer Meyers Intervention hin abgedruckt hat, zum Text “Schwätzer gegen Wadenbeisser” (online noch ohne die Korrektur des Namens und die Entgegnung von Don Alphonso):

“BERICHTIGUNG

In dem Artikel «Schwätzer gegen Wadenbeisser» in der Ausgabe vom 8. Juli berichtete die SonntagsZeitung, der in der deutschen BloggerSzene als «Don Alphonso» bekannte Journalist Rainer Meyer (im Artikel fälschlicherweise als Meier geschrieben) habe seine Standeskollegen pauschal als «zynische Dreckschweine» bezeichnet. Meyer legt Wert auf die Feststellung, dass er diese Betitelung nicht pauschal an alle Journalisten gerichtet, sondern im Zusammenhang mit käuflichen Medizinjournalisten verwendet habe.”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Das Aus für Webradios

Seit gestern ist das Webradio in den USA akut vom Aussterben bedroht: Extreme Tantiemenforderungen der Musikindustrie machen die grösste Plattform für unbekannte Künstler kaputt.

Ein Appellationsgericht für den District of Columbia in den USA hat gestern die Berufung verschiedener Web-Radio-Organisationen sowie des National Public Radio (NPR) gegen extreme Erhöhungen der Sendetantiemen für kommerzielle Musik durch das “Copyright Royalty Board” abgelehnt. Damit würden ab Sonntag die Gebühren für das öffentliche Abspielen von geschützten Musikstücken (wozu das Webcasting auch gehört) um bis zu 1200 Prozent teurer, und das teilweise rückwirkend. Webradios müssten ausserdem 500 Dollar pauschaler Jahresgebühr bezahlen. Die Anpassungen wurden initiiert von SoundExchange, einer Organisation der Musikindustrie.

Nach Ansicht der Webcaster würde das den Untergang zahlreicher kleiner Webcasting-Betriebe bedeuten, die derzeit rund 7 Millionen Zuhörer via Internet meist mit Sparten-Musikprogramme bedienen.

Die grössten Musikdienste wie Yahoo, Pandora und andere, schreibt die Washington Post, könnten sich die Gebühren zwar problemlos leisten. Viele der kleinen Stationen und Hunderte von Hobby-Discjockeyes müssten ihren Laden dichtmachen – oder haben das schon getan.

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Der Fürst aus Crunchistan

Die Macht der Blogger im Silicon Valley ist gross. Und ihr Selbstbewusstsein ist es auch. Vor allem das der Cruncher von Ober-Startup-Macher Michael Arrington, der angeblich stolz ist darauf, dass CEOs in Tränen ausbrechen, wenn er ihnen am Telefon erklärt, dass er sie nicht in seinem Blog erwähnen wird.

Jetzt kündet sein Schreiberknecht John Biggs auf Techcrunch einen Trip nach Ungarn an – und lädt ganz unverfroren “Ungarische folks, die etwas vorzuzeigen haben” ein, sich mit ihm zu treffen – ebenso wie “Sponsoren und/oder Giveaways”, was immer das genau heissen mag.

“Dies gesagt”, fährt der Abgesandte des Königs fort, “Hier ist, was ich erwarte: Das iPhone macht seinen Weg gen Warschau während wir reden, und ich bring eins mit zum herumzeigen und drüber diskutieren. Dann reden wir über den Ungarischen Markt, dann drinken wir ziemlich viel.” … ” Wenn wir genügend Sponsoren finden, könnten wir sogar etwas Alkohol und Gutscheine für anderes ausgeben – also kreuzt die Finger. “

Und der Gesandte fährt fort: “Ich nähere mich dem ganzen eindeutig aus der Gadget-Ecke, aber wenn ihr irgendwelche Web 2.0-Ideen habt, bin ich gern bereit, sie aufs Tapet zu bringen. Der nächste Stop ist Warschau, also schickt mir sofort eine Email, wenn ihr in Warschau seid. Ich mache vielleicht auch Berlin und/oder Prag, wenn wir genügend Interesse haben.”

Und Sponsoren, nicht zu vergessen. Ach ja, und wer den “booze” ausgibt, der kriegt vielleicht eine Extra-Erwähnung in Techcrunch.

Die rasenden Jäger und Sammler sind unterwegs. Und sie recherchieren ganz heftig.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.