Blogwerk-Chefredaktor Peter Sennhauser
Peter Sennhauser (*1966) war schon lange online, bevor das World Wide Web die Medienwelt auf den Kopf zu stellen begann. Als Parlamentsberichterstatter beim Berner “Bund” und Ressortleiter “E-World” der Wirtschaftszeitung “Cash” interessierte er sich genauso für politische Konsequenzen und gesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung wie als Vollblut-Geek für technisches Spielzeug. Seit 2004 lebt und arbeitet Peter in San Francisco am Eingang zum Silicon Valley. Seit März 2007 ist er als vollamtlicher Chefredaktor von Blogwerk verantwortlich für alle Blogs.
Peter ist erreichbar unter peter.sennhauser@blogwerk.com.
Alle 122 Artikel von Peter Sennhauser auf netzwertig.com:
In Wien hat der amerikanische Fotograf Spencer Tunick die Nackte Masse im Fussballstadion inszeniert. Seine Shootings dienen der Kunst – und den Medien für lange Bildstrecken mit viel nackter Haut.

Spencer Tunick (Mitte, ganz in schwarz) an der Arbeit mit einem kleinen Teil seiner Modelle (ganz in fleisch), scharf beobachtet von den Pressefotografen (Bild Keystone / Herbert Pfarrhofer).
Kaum ein Print-Medium, das sich nicht auf die Bilder aus dem Wiener Ernst-Happel-Stadion stürzen würde, keine TV-Station, die nicht über das Spektakel berichtete: Massenhaft nackte Menschen im Fussballstadion, die sich von einem Kunstfotografen in allerlei Posen werfen lassen: Spencer Tunicks Nackt-Massenbilder haben den reinen Foto-Aspekt vor langem verloren und sind auch nicht mehr nur künstlerische Performances, sondern Medienspektakel erster Güte. Pressefotografen werden eingeladen und dürfen ihre ganz eigenen Ansichten des Events ablichten – und am Tag danach sind die Zeitungen voller nackter Haut, die man ganz unverfänglich drucken darf, weil es sich ja um Kunst handelt – und Online-Medien schwelgen im Bildstrecken-Wahn.
Unsere findet sich im Fotoblog fokussiert.com…
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Die Stadtverwaltung in San Francisco hat den Olympischen Fackellauf “ohne Zwischenfälle” über die Bühne gebracht. Oder vielmehr an der Bühne vorbei: In einer Grotesken sondergleichen mied die Karawane, Haken schlagend, jegliches Publikum.

Irgendwas ist ganz gewaltig schiefgelaufen, wenn eine PR-Aktion vom pompösen Ausmass des olympischen Fackellaufs das stundenlang wartende, mehrtausendköpfige Publikum meidet wie der Teufel das Weihwasser. Genau das ist gestern in San Francisco passiert. Die längst zum politischen Spiessrutenlauf für die chinesische Regierung verkommene und von offiziöser Seite der Handelspartner nur noch mit zusammengebissenen Zähnen geförderte Werbeaktion strebte nach möglichst wenig “Relations” zu jenem Teil der Öffentlichkeit, der in den Strassen seine Meinung kundtut – statt nur brav vor dem Fernseher zu hocken.
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Mit einer generalstabsmässig geplanten Kletteraktion und zwei riesigen Bannern am Wahrzeichen von San Francisco haben Aktivisten gegen Chinas Tibet-Politik protestiert. Das dürfte sie eine Busse von 10’000 pro Mitglied des Teams kosten – ein Klacks im Verhältnis zur News-Sendezeit, die sie dafür kriegten. Das Greenpeace-Prinzip funktioniert noch immer – oder besser denn je.

Die Tibet-Aktivisten holten sich mit ihrer Kletteraktion stundenlange Prime-Time mit Extraschaltungen aller TV-Stationen. (ABC 7 SF)
Das Motto der olympischen Spiele “Eine Welt, ein Traum” wandelt sich derzeit für die chinesische Führung in einen Albtraum. Nach den tumultuösen Szenen anlässlich der Fackelläufe in Paris und London haben Tibet-Aktivisten in San Francisco die Welt-Aufmerksamkeit ergattern können, noch bevor das olympische Feuer überhaupt an seinem einzigen Stopp in Nordamerika angelangt ist. Faszinierend daran ist, welch ungeteilte Aufmerksamkeit solche Aktionen fast vierzig Jahre nach den ersten Proteststunts der Greenpeace-Vorläuferorganisationen noch immer erhalten. Die Chronologie der Aktion liest sich wie eine Anleitung fürs PR-Stunts mit maximaler Ausbeute im Jahr 2008:
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Was tut man, wenn man Microsoft ist, 3000 Entwicklern an einer Konferenz bereits alle Neuheiten mitgeteilt hat, eine zweite Keynote über die Bühne gehen muss und man ein Medien-Plugin für Browser unter die Leute bringen will? Man lässt Guy Kawasaki Steve Ballmer interviewen – und überträgt das Gespräch als Silverlight-Video live ins Web.
Die Fakten aus dem Interview:
- Steve Ballmer kriegt täglich nur rund 60 Emails.
- Seine Adresse lautet steve.b@microsoft.com.
- Ballmer kann bellen wie ein Chihuahua.
- Er möchte Yahoo kaufen, weil Microsoft mit Content ihr Werbe- und Suchgeschäft ankurbeln muss.
- Er hält das Macbook Air für underperforming (und würde es Guy Kawasaki an einer Stelle am liebsten um den Kopf hauen).
- Mit einem Wort: Nichts Neues. Bloss sehr gute Unterhaltung, dank frechen Fragen von Startup-Papst Guy Kawasaki (und einigen Konferenzbesuchern) und schlagfertigen Antworten von Steve Ballmer.

Guy Kawasaki und Steve Ballmer (rechts) hatten ziemlich viel Spass. (Bild Blogwerk/PS)
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Eigentlich haben Ray Ozzie und Scott Guthrie von Microsoft heute an der MIX08 in Las Vegas zum Grossangriff gegen Adobes Flash geblasen. Insofern war ich etwas überrascht über den gemässigten Ton der Keynote, bis ich mir in Erinnerung gerufen habe, dass die Microsofties hier vor 3000 Entwicklern und Designern sprachen: Bergpredigten zu den versammelten Jüngern im Stil der Jobs-Keynotes an der MacWorld sind nicht angebracht, Entwickler interessieren sich weniger für die Marke ihrer Tools als deren Leistungsfähigkeit.
Und weil der Flash-Konkurrent von Microsoft Entwickler und Designer gleichermassen anspricht, indem er endlich einen gemeinsamen Workflow und Echtzeit-Anpassungen beider Seiten zugleich ermöglicht, sind hier neben den üblichen Hackern unzählige Design-Spezialisten mit MacBooks unterwegs. » weiterlesen
Kommunikation und Medien sind seit je her ein einträglicher Nebenverdienst von Hoteliers. Während Abhol-Taxi am Flughafen, Weckdienst und Zimmerservice selbstverständlich im Übernachtungspreis enthalten sind, kostet die Kommunikation, mit der sich vor allem Geschäftsreisende herumschlagen, immer noch extra.

Auf einer Journalistenreise habe ich vor sieben Jahren im Sheraton Palace in San Francisco für zwei vergebliche Anrufversuche 20 Dollar bezahlt: An der Reception erklärte man mir, dass die Wählvorgänge bereits nach dem vierten Klingeln als Lokalgespräche zum Hoteltarif von 10 Dollar verrechnet würden – auch wenn die angerufene Person nicht abnimmt. » weiterlesen
Die deutschsprachigen Medienblogs können erstmals seit fünf Monaten eine Abflachung des Linkschwunds verzeichnen. Eine hochwissenschaftliche Präzisionsanalyse lässt ausserdem den Verdacht zu, dass es sich um saisonbedingte Schwankungen handelt.

Ist die Zeit der Negativschlagzeilen bald vorbei? Erholen sich die deutschsprachigen Medienblogs von den harten Rückschlägen des vergangenen halben Jahres? Wir haben zur Februar-Ausgabe unserer Medienblogcharts die durchschnittliche Zahl verlinkender Blogs für die Top-Ten der Medienblogs seit deren Erfassung errechnet. Was lässt sich aus den Ergebnissen ablesen?
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Weiter gehts mit den Linkverlusten: Auch im letzten Monat des Jahres 2007 zeigten die Linkzahlen der Top 50 deutschsprachigen Medienblogs in eine Richtung: Nach unten.
Naja. Man soll sich nicht zu sehr auf Listen verlassen, mahnen uns die Frauen völlig zu Recht: Diese Schwanzvergleiche sagen doch eigentlich gar nichts aus… Nun, die Vergleiche vielleicht nicht, aber möglicherweise die absoluten Zahlen. Im Fall der Medienblogcharts, die wir seit bald einem Jahr monatlich erheben, sagen sie:
Die Deutsche Blogosphäre verlinkt immer weniger.
Oder sagen sie möglicherweise:
Es gibt immer weniger Blogs
? Oder ganz einfach:
Blogregistriersuchmaschinenanbieter Technorati ist unzuverlässig und am Ende
? Nun, wir wären Journalisten, wenn wir aus den nur in der zeitlichen Relativität deutbaren Zahlenbergen eine absolute Aussage zusammenbasteln würden. Tun wir aber nicht, wir machen unbeirrt weiter mit den Vergleichen und ärgern uns ein klein wenig:
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Wir rüsten unseren Server mit mehr RAM auf. Dazu wird er voraussichtlich von 16.00 bis 16.15 Uhr heruntergefahren.
Alle Blogs (neuerdings.com, medienlese.com, imgriff.com, fokussiert.com, fraulich.com und die anderen vier, Ihr wisst schon) sind während dieser Zeit nicht erreichbar.
Danke für Euer Verständnis.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Die Medienblogcharts zeigen weiterhin einen Rückgang der Verlinkungen. Durchs ganze Tableau ziehen sich die Negativ-Zähler – mit einigen Ausnahmen, darunter medienlese.com: Wir haben weitere drei Plätze gutgemacht. Am unteren Ende der Charts stossen nicht weniger als sechs Neue in die Top-50 vor.

Der Long Tail bleibt: Die Top-Ten-Medienblogs und ihre Verlinkungen durch andere Blogs in Woche 44 (hellblau) und Woche 17 dieses Jahres. Die Namen ändern, die Kurve bleibt.
Ist die deutsche Blogosphäre vielleicht dem gleichen Schicksal ausgeliefert wie Fantasien in Michael Endes Unendlicher Geschichte? Schrumpft sie? Natürlich freuen wir uns, dass medienlese.com weiterhin hoch im Kurs der Blogger steht und Monat für Monat weitere zusätzliche verlinkende Blogs verzeichnen kann. Aber insgesamt scheint die Lust am Verlinken in deutsch(sprachig)en Landen seit drei Monaten abzunehmen.
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