Blogwerk-Chefredaktor Peter Sennhauser
Peter Sennhauser (*1966) war schon lange online, bevor das World Wide Web die Medienwelt auf den Kopf zu stellen begann. Als Parlamentsberichterstatter beim Berner “Bund” und Ressortleiter “E-World” der Wirtschaftszeitung “Cash” interessierte er sich genauso für politische Konsequenzen und gesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung wie als Vollblut-Geek für technisches Spielzeug. Seit 2004 lebt und arbeitet Peter in San Francisco am Eingang zum Silicon Valley. Seit März 2007 ist er als vollamtlicher Chefredaktor von Blogwerk verantwortlich für alle Blogs.
Peter ist erreichbar unter peter.sennhauser@blogwerk.com.
Alle 122 Artikel von Peter Sennhauser auf netzwertig.com:
Das Internet wird als Demokratisierung der Information gefeiert, als Befreiung von den journalistischen Gatekeepern. Dabei machen sich längst wesentlich heiklere, weil unsichtbare Maschinen-Gatekeeper breit.

Die Filter-Blase
Ihr denkt also, dass ihr besser informiert seid, weil ihr vernetzt seid, weil die News jetzt zu euch kommen, weil in eurem sozialen Netz alles irgendwann an die Oberfläche gespült wird, was euch interessiert?
Das mag sein. Das Problem ist, dass eine informierte Gesellschaft nicht ausschliesslich auf dem aufbauen kann, was interessiert. Denn Interesse ist eine recht hedonistische menschliche Regung, die nur unter Anstrengung vom Individuum gelöst und auf kollektive Ziele geleitet werden kann. Das beweist wohl der Umstand, dass in Demokratien die Stimmbeteiligung in der Regel reziprok zum durchschnittlichen Wohlstand sinkt.
Aber während wir früher zumindest aktiv ignorant geblieben sind und uns bewusst entschieden haben, die relevanten Nachrichten in der Zeitung nicht zu lesen und zu den Sportresultaten umzublättern, werden uns heute möglicherweise relevante Informationen vorenthalten, ohne dass wir es überhaupt merken (und ohne dass dahinter irgendeine böse Weltsverschwörungsmacht steht).
Eli Pariser hat zu dieser These, die mich persönlich seit einiger Zeit umtreibt, ein Buch geschrieben (das ich noch nicht gelesen habe) und einen TED-Talk gehalten (siehe unten). Pariser nennt das Problem die “Filter-Blase” (Affiliate-Link). Ich habe es bisher als Quoten-Syndrom bezeichnet:
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Der Schweizer Verlag Ringier startet einen Versuch mit einem iPad-Magazin – “The Collection” behandelt monatlich ein einziges Thema. Die extrem multimedialen Inhalte bleiben dabei vollständig hinter der Paywall.
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Fotos, Videos, Comics, Interaktive Präsentationsformen, Animationen und viel Morphing. Irgendwie kommt einem die Präsentation des brandneuen “Appzine” des Zürcher Verlags Ringier bekannt vor – jedenfalls allen, die sich schon Mitte der neunziger Jahre mit Multimedia befasst haben: Damals galten Multimedia-CD-Roms als der letzte Schrei und eine völlig neue Medienform. Mehr oder weniger spannende Inhalte sollten damals in mannigfaltiger Art auf der Silberscheibe vertrieben werden.
Sie überlebte den Durchbruch des Internets als “Worldwide Web” nicht. » weiterlesen
Zusammen mit Memonic hat Blogwerk seinen Blogs eine neue Funktion verpasst: Dein eigenes, persönliches Archiv.
Wer kennt nicht das Problem: Etwas spannendes im Internet gefunden, aber keine Zeit zum Lesen – und keine Lust, das ohnehin bestehende Chaos in der Lesezeichen-Spalte noch zu vergrössern. Ein Archiv müsste her, in das man den Artikel oder nur einen Teil davon ablegen, taggen und so säuberlich verstauen könnte.
Tataaa – die Blogwerk-Blogs bieten jetzt genau das. Wir haben uns mit dem Zürcher Startup Memonic zusammengetan, das eine der innovativsten Webarchiv-Lösungen entwickelt hat und laufend weiter entwickelt.
Ab sofort findet Ihr unter jedem Artikel in Eurem Leibblog – sei es neuerdings.com, netzwertig.com, fokussiert.com, imgriff.com oder startwerk.ch – einen kleinen Knopf mit der Aufschrift “ablegen”:
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Hashable ist ein soziales Netzwerk zwischen foursquare und Linkedin: Statt an Orten “checkt” der Nutzer soziale Aktionen mit Menschen ein. Daraus entsteht ein Reputationssystem – der “Pagerank für Menschen”. Er dürfte das nächste grosse Ding werden.
“Nach Los Angeles”, erklärt mir Jane Kim von Hashable auf die Frage, wohin die Promotionstour weiter führt, auf der sie (VP Business-Development), Hashable-CEO Michael Yavonditte und Hashable-Marketing-Chefin Emily Hickey unterwegs sind.
LA? Das Startup aus New York ist im Big Apple längst gross im Gespräch, in San Francisco hat die Tour vor den “Crunchies” für eine Lawine an Blogposts und Tweets gesorgt – aber LA? Was soll ein geekiges Nerdtool-Startup wie Hashable in LA?
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Wikileaks ist keine Revolution, sondern eines ihrer Symptome. Aber möglicherweise das mit den bisher schwerwiegendsten Konsequenzen: Es dürfte zu einer breiten Allianz gegen die Netzneutralität führen.
Der neudeutsche “Shitstorm”, den dieser Tage Unternehmen wie die Schweizer Postbank Postfinance über sich ergehen lassen müssen, weil sie der Organisation
Wikileaks die Zusammenarbeit entzogen hat, wird seine Spuren hinterlassen. Und auch wenn wir sie dannzumal nicht mehr als solche erkennen werden, werden wir wahrscheinlich darunter zu leiden haben.
Die Skriptkiddies und Cyber-Anarchos, die in heller Empörung Paypal, Mastercard und eben Postfinance mit DDoS-Angriffen überziehen und deren Facebook-Seiten mit Beschimpfungen zumüllen, leisten ihrer eigentlichen Absicht den gleichen Bärendienst, für den ich auch zunehmend das Vorgehen von Wikileaks halte.
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Wir haben die Twitter-Kanäle der Blogwerk-Blogs “konsolidiert”: Ihr findet uns unter dem Namen dieses Blogs auf Twitter – ohne “.com”.
Wer bisher “netzwertig_feed” auf Twitter gefolgt ist, könnte sich heute kurz gewundert haben, denn der Account heisst ab sofort nur noch “netzwertig”. Natürlich ist netzwertig.com genauso wie die andern Blogwerk-Blogs (
neuerdings.com,
imgriff.com,
fokussiert.com,
startwerk.ch) weiterhin auf Twitter vertreten. Aber wir haben das bisherige Vorgehen, Tweets über neue Artikel in einem anderen Feed zu posten als Hinweise und persönliche Tweets der Redakteure, zugunsten eines kombinierten Twitterkontos mit dem ganzen Mehrwert der Blogs angepasst.
Die Blogwerk-Blogs sind jetzt alle jeweils unter dem Blogname (ohne “.com”) auf Twitter zu finden und verfolgbar. In diesem Kanal werden neu alle Tweets der Redaktion des Blogs zu finden sein, und wir freuen uns, wenn Ihr uns folgt.
Facebook wird komplexer: Die neue Gruppen-Funktion teilt das Sozialnetz in verschiedene Kreise – ganz wie das reale Leben. Mit allen Vor- und Nachteilen.
Die grosse Frage, die sich bei jedem neuen Kontakt auf Facebook bisher gestellt hat: Will ich, dass diese Person all meine privaten Mitteilungen, Fotos und sonstigen Informationen mitkriegt?
Groupchat und Dokumenten-Sharing
Jetzt löst Facebook dieses Problem mit einem neuen Feature: geschlossene Gruppen. Listen und Gruppen gab es zwar bisher bereits, aber sie boten beschränkte Möglichkeiten, und sie waren entweder offen oder zentral verwaltet. Die neuen Gruppen erlauben erstens weitreichende Kollaboration wie einen Gruppen-Chat – und sie erlauben einen komplexeren Entstehungsprozess der Gruppe, indem Mitglieder andere einladen, Gruppen aber geschlossen oder gar geheim bleiben können. » weiterlesen
“Google instant” ist eine heimliche Revolution: Die Macher der Suchmaschine haben erkannt, dass sie die grösste Verbesserung der Suchergebnisse durch Eingriffe auf Anwenderseite erreichen.
Dass Google seine Medienkonferenz für einmal in San Francisco und nicht in Mountain View abgehalten hat, kann als Fanal gewertet werden: Der Prophet kommt zum Berg.
Das gleiche gilt für die Neuerung, die Vorgestellt wurde – Google Instant. Denn Google tut damit nichts weniger, als die Abfragen der Benutzer behutsam zu dem umzufunktionieren, was sie schon immer sein sollten: Sehr exakt das gewünschte Resultat einkreisende, komplexe Kombinationen.
Anders gesagt: Google Instant ist das Resultat der Erkenntnis, dass die grösste Verbesserung der Internet-Suche durch eine genauere Eingabe der Anwender und nicht eine bessere Auswertung im Google-Algorithmus erreicht werden kann.
So hat das niemand gesagt an dem Anlass heute in San Francisco, denn es klingt ein bisschen nach Bevormundung. Aber die Folgerung kann schon aus der Zeitstatistik abgeleitet werden, die Marissa Mayer als erstes zeigte:
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Die Veröffentlichung des Videos aus einem der beiden Apache-Kampfhelikopter, die 2007 eine Gruppe Zivilisten im Irak niedermähten, ist nicht nur eine beispiellose Blamage fürs Pentagon – sondern auch und vor allem für die US-Mainstreammedien.
Es gibt einen Grund dafür, warum Verleger, aber auch Journalisten die neue Konkurrenz der Blogger und anderer selbstautorisierter Publizisten im Internet nicht mögen: Sie erlauben sich Dinge, die in der Medienwelt aus politischen und kommerziellen Gründen tabu sind.
Für manche dieser Tabus gibt es gute oder wenigstens juristische Gründe. Andere beruhen ganz einfach auf Bequemlichkeit, Kommerzdenken und der Verflechtung zwischen der «Vierten» mit der realen Staatsgewalt.
Und während das Publikum den mangelnden Biss der Mainstream-Medien bis vor einigen Jahren lediglich erahnte, kriegt es jetzt immer häufiger Beweise dafür, dass Zeitungen, TV- und Radiosender bisweilen die Wahrheit nicht an den Tag bringen wollen oder sie gar fälschen.
Ein ausserordentlich gutes Beispiel dafür ist das jetzt von Wikileaks veröffentlichte Video aus einem der beiden Kampfhelikopter der Amerikaner, welche 2007 in New Bagdad eine Gruppe von 12 Zivilisten niedermähten.
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Das iPad ist noch nicht auf dem Markt, da bricht der Krach um die E-Book-Preise bereits aus: Holtzbrinck-Tochter Macmillan, ein New Yorker Verlag, ist von Amazon aus dem Kindle-Programm geworfen worden. Update: Amazon gibt klein bei.
Man nutze die Gunst der Stunde: Unter dieser Devise scheint der CEO von Macmillan, John Sargent, am Donnerstag nach Seattle gereist zu sein, wie das
Wall Street Journal meldet. Der Verlagschef wollte mit den Amazon-verantwortlichen Preisverhandlungen über die E-Books seines Verlags führen, der zur deutschen Holtzbrinck-Gruppe gehört.
Macmillan ist einer der fünf Verlage, die offiziell als Partner für das Buchprogramm von Apple auf dem am Mittwoch präsentierten iPad auftraten. Apple soll den Verlegern zugesagt haben, dass sie die Preise selber festlegen können – Steve Jobs Firma will davon lediglich 30 Prozent haben.
Das hat Amazon schon Tage vor der iPad-Präsentation zum Nachzug gezwungen: » weiterlesen