Ole Reißmann

 

Alle 377 Artikel von Ole Reißmann auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Amok-Berichterstattung:
Wie viel Twitter darf es sein?

Dürfen und sollen sich Reporter zum Gegenstand ihrer Berichterstattung machen – und wenn ja, wann wird es pietätlos? Ein Blick auf die aktuelle Diskussion.

Pressekonferenz: Nur nicht in den Vordergrund rücken (Keystone)

Pressekonferenz: Nur nicht in den Vordergrund rücken (Keystone)


Neben allem, was man an der Amok-Berichterstattung kritisieren kann – Fotos unverpixelter Kinder, Interviews mit Minderjährigen, die unter Schock stehen, vollkommen hanebüchene Comic-Zeichnungen der Tat, die Nennung des vollen Namens des Täters, der Adresse seines Elternhauses, auf Kinderköpfe grafisch montierte Fadenkreuze – konzentriert sich die aktuelle Diskussion vor allem um den Einsatz von Twitter. Genauer: Um das, was Focus Online mit Twitter gemacht hat, nämlich Reporter von ihrem Weg zum Unglück bloggen zu lassen. Wo sind die Journalisten gerade, wo fahren sie hin, was haben sie gehört – Medienjournalist Stefan Niggemeier findet dafür in seinem Blog deutliche Worte:

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Amoklauf in Winnenden:
Medien im Twitter-Rausch

Kein exklusives Material, dafür groteske Erwartungen: Die Medien stürzen sich angesichts des tragischen Amoklaufs in Baden-Württemberg auf den Mikroblogging-Service Twitter.

Medienaufgebot in Winnenden am Mittwochabend (Keystone)

Medienaufgebot in Winnenden am Mittwochabend (Keystone)

Amoklauf in Winnenden – und sofort absurde, hohe Erwartungen an den Mikroblogging-Service Twitter. “Hat der Dienst auch diesmal etwas beizutragen?”, fragt sich zum Beispiel Matthias Urbach auf taz.de. Aber im Gegensatz zum Flugzeugabsturz auf dem Hudson, bei dem eines der ersten Bilder über Twitpic um die Welt ging, ist über Twitter dieses Mal nicht viel zu holen. Anscheinend haben die Jugendlichen anderes im Kopf, als mobil ins Internet zu gehen und das Grauen in die Welt zu tragen. Zum Glück haben die medienkompetenten Jugendlichen anderes im Kopf.

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Quatsch ausblenden:
Einfach Artikel lesen

Wenn überall Werbung blinkt und unzählige Links Aufmerksamkeit fordern, wird das Lesen von Texten im Internet zur Qual – das kleine Tool Readability hilft weiter.


Vollkommen willkürliches Beispiel von einer großen deutschen Nachrichtenseite: Ein Interview mit Andy Müller-Maghun vom Chaos Computer Club auf Zeit Online. Der Artikel ist auf drei Seiten aufgeteilt, man braucht die Klicks, will den Leser nicht mit einer ellenlangen Seite verschrecken. Geschenkt. Aber selbst wenn man die Werbung über dem Seitenlogo und neben dem Inhaltsblock wegschneidet, ist die Seite immer noch fast doppelt so hoch wie der eigentliche Artikel. Der im Bild abgedunkelte Bereich verhält sich zum farblich hervorgehobenen Artikel etwa im Verhältnis eins zu zwei.

Das nützliche Beiwerk, Links auf weitere Artikel, Nachrichten seriöser Werbepartner, lenkt aber mitunter vom Lesen des eigentlichen Textes ab. Webdesigner sprechen vom sogenannten “clutter”, vom störenden Wirrwarr. Dagegen hat die Agentur arc90 ein kleines Programm entwickelt. Readabilty entfernt den “clutter” mit einem einfachen Klick. So funktioniert’s: Man speichert das Readability-Lesezeichen, das aus ein wenig JavaScript besteht, besucht eine verkleisterte Website, klickt auf das Lesezeichen – im Hintergrund wird nun die Adresse der Website an den Readability-Server übertragen, der daraufhin dem Browser mitteilt, welche Element der Seite überhaupt angezeigt werden sollen. Das sogenannte “Bookmarklet” funktioniert erstaunlich gut und ist vor allem sehr einfach.

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WAZ-Werbeidee:
Bye-bye, Glaubwürdigkeit

Parteien sollen auf derWesten.de für 25.000 Euro plus Mehrwertsteuer prominente Werbeplätze kaufen – das Wörtchen “Anzeige” kommt in der Präsentation gar nicht erst vor.

WAZ-Präsentation: Kommunalwahl für den Arsch?

WAZ-Präsentation: Kommunalwahl für den Arsch?


Es geht schon los mit der ersten Folie der Präsentation: Die WAZ NewMedia GmbH will Parteien Werbung für die Kommunalwahl verkaufen, passend dazu sitzt eine Frau mit heruntergelassener Unterwäsche auf dem Klo. Kommunalwahlen für den Arsch? Wählen mal so schnell nebenbei, auf dem WC? Was für eine Steilvorlage, “platte sexistische Attitüde”, freut sich Linkspartei in der taz, “sexistisch und geschmacklos” finden es die Grünen. Mittlerweile lenkt auch derWesten.de-Chefin Katharina Borchert ein und nannte das Bild gegenüber news.de “total daneben”.

Also alles wieder in Ordnung? Nein. Es kommt noch schlimmer.

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Frisches Geld:
New York Times verscherbelt Zuhause

Die Schulden drücken: Die New York Times hat mitten in der Immobilienkrise 21 Stockwerke ihres Zuhauses für 225 Millionen Dollar verkauft und zahlt künftig Miete.

NYT-Building am Times Square (Keystone)

NYT-Building am Times Square (Keystone)

Die New York Times hat einen Großteil ihres neuen Zuhauses an einen Immobilienfirma verkauft. 21 von 28 Stockwerken des im November 2007 eröffneten Hochhauses, die dem Verlag gehören, wechselten für 225 Millionen Dollar den Besitzer, berichtet unter anderem die Washington Post. Mit dem dringend benötigten Geld kann die New York Times fällige Kredite bedienen, muss dafür ihre Zentrale für 24 Millionen Dollar im Jahr zurückmieten. Der Vertrag, der über 15 Jahre läuft, sieht Erhöhungen vor – und einen möglichen Rückkauf der Stockwerke in zehn Jahren für 250 Million Dollar. Ein teures Geschäft:

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Net-Metrix:
Solider Februar ohne Feierlaune

tagesanzeiger.ch holt Page Impressions, 20minuten.ch verliert welche – insgesamt machten sich im Februar weniger Tage und weniger Wochenende bemerkbar.

Magerer Monat: 9,7 Prozent kürzer als der erste Monat des Jahres ist der Februar. Dafür können sich die im Net-Metrix-Audit gemessenen Zugriffszahlen Schweizer Websites sehen lassen: Von 172 erfassten Angeboten mit vorliegenden Zahlen haben aber nur 48 mehr Page Impressions verloren als diese 9,7 Prozent – für die anderen ging es auf den Tag gerechnet nicht abwärts. Rein rechnerisch steht im Februar ein PI-Plus bei 124 Angeboten, ohne Zahlentrick immer noch bei 44 Angeboten.

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Rückblick:
Die Keystone-Bilder der Woche

Glühende Scheiben am Schweizer Himmel und ein Fluss voller Hausmüll: Wir blicken zurück und zeigen die besten Nachrichtenbilder der vergangenen Woche.

Ausgewählte Bilder der 10. Kalenderwoche 2009 (Keystone)

Ausgewählte Bilder der 10. Kalenderwoche 2009 (Keystone)

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

YouTube-Remix:
Work it, make it, do it

Der Gesang aus diesem Clip, die Drums von dort, hier spielt der Bass – der Musiker Kutiman hat aus Schnipseln vieler YouTube-Clips sieben vollkommen neue Stücke komponiert.

Thru You: Kutiman macht YouTube-Funk (Screenshot)

Thru You: Kutiman macht YouTube-Funk (Screenshot)

Ob Kunst auf Magazinen, Kunst mit Magazinen oder Kunst ohne Magazine (und Kleidung): Wir mögen kreative Arbeit mit Medien. Passend zum Wochenausklang ein Tipp: Der Musiker Kutiman hat aus YouTube-Clips neue Stücke gebastelt. Das ist überaus hörbar – was Wunder, heißt es doch über das Debutalbum des Künstlers aus Tel Aviv, es “grooved mit einem angenehm staubigen Sound dahin wie Sly Stone im schönsten Drogenwahn” (HamburgFunk). Zu hören gibt es die Remixe auf einer eigenen Website:

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ARD und ZDF:
So ein bisschen YouTube

Die Öffentlich-Rechtlichen sind bei YouTube – aber wie die meisten Sender und Nachrichtensites lassen sie ihre Videos lieber zu Hause, das “Einbetten” ist abgeschaltet.

Dittsche auf YouTube: Mitnehmen is' nich (WDR/Mathias Bothor)

Dittsche auf YouTube: Mitnehmen is' nich (WDR/Mathias Bothor)

Jetzt stellt die ARD also auch Videoclips auf YouTube – zum Beispiel einen Ausschnitt aus der aktuellen Folge von “Dittsche”, dem preisgekrönten Wochenrückblick von Olli Dittrich und Co. aus einem Hamburger Imbiss. Ein paar Minuten, die ebenso in der Mediathek des Ersten zu finden sind. So weit, so gut. Nur mitnehmen lässt sich das Video nicht, man kann es nicht auf der eigenen Website “einbetten”, die typische YouTube-Funktion wurde “auf “Anfrage” abgeschaltet.

YouTube-Videos ohne Mitnahme-Funktion – das ist wie Cola ohne Zucker. Wie Zeitungen mit Nachrichten von gestern. Es fehlt etwas. Es ist Web ohne 2.0.

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Kurzes Update:
NYT startet “The Local”

Bloggen für die Nachbarschaft: Die New York Times hat “The Local” gestartet. Zwei Reporter der Zeitung üben sich in Lokaljournalismus 2.0 – langsam nimmt die Sache Fahrt auf.

The Local: Die New York Times bloggt für die Nachbarschaft

Nachtrag zu unserem Artikel “Lokaljournalismus: New York Times mit Stadtteil-Blogs”: Während auf medienlese.com eine interessante Diskussion über Chancen und Möglichkeiten von Stadtteil- oder Placeblogs entbrannt ist, sind die beiden Stadtteil-Blogs der New York Times seit Montag im Netz – und mittlerweile gibt es dort einiges zu entdecken. Vor allem ein etwas unbeholfen-niedliches Video über Kinder, die in einem schneebedeckten Park Schlitten fahren und danach heiße Schokolade trinken gehen, hatte Blogger-Hohn auf sich gezogen. Aber:

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