Ole Reißmann

 

Alle 377 Artikel von Ole Reißmann auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

30 Jahre Taz:
Mintgrün und lange Texte

Zum 30. Geburtstag hat die Taz ein leicht verändertes Aussehen bekommen – und eine neue Wochenendbeilage. Unser erster Eindruck von Layout und Sonntaz im Video-Kommentar.

Video-KommentarAm Wochenende ist die Taz jetzt bunt und hat mit der Sonntaz eine neue Beilage bekommen: Pünktlich zum 30. Geburtstag gibt es nicht nur einen großen Kongress in Berlin, sondern auch Neuerungen bei der linken Zeitung aus Berlin. Radikal fallen die – aktueller Werbe-Slogan ist “Bereit zur Veränderung” – eher nicht aus, vor allem wurde das Layout nur sehr zögerlich verändert und verzichtet auf all zu mutige Schnitte. Vorbild ist der britische Guardian, von dem das typische blau aber nicht übernommen wurde, das hat in Deutschland schließlich auch schon der neue Freitag gemacht. Einen ersten Eindruck gibt’s im Video-Kommentar:

» Video nach dem Klick:

Blogger-Protest:
Facebook schmeißt Nazis raus

Zensur bei Facebook! Beim größten Social Network der Welt treffen sich auch Nazis – eine Bloggerin sammelte Beispiele, jetzt reagiert Facebook und löscht Dreck.

Nazi-Müll auf Facebook (Screenshot)
In diesem Jahr haben sich im Schnitt eine halbe Millionen Menschen pro Tag bei Facebook angemeldet – und nicht wenige dürften aufgrund überbordender Funktionen, Meldungen und Zeugs an der Website verzweifeln, was aber eine ganz andere Geschichte ist. Jedenfalls treffen sich auf Facebook Abermillionen Menschen und verändern die Welt, wie es Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gerne ausdrückt. Und wie das nunmal mit der Größe so ist: Es finden sich dunkle Ecken im Fotojahrbuch der Onlinewelt. Nazis treffen sich in SS-Freundesgruppen und werden Fan von Nazi-Größen.

» weiterlesen

Spot.us:
Kauf Dir einen Journalisten

Auf Spot.us schlagen Nutzer und Journalisten Themen vor, zu denen recherchiert werden sollte – dann werden so lange Spenden gesammelt, bis ein Journalist beauftragt werden kann.

Es ist nicht die Antwort auf die Medienkrise und kein Ersatz für richtige, gut ausgestattete Redaktionen – aber es ist ein interessantes Experiment: Auf Spot.us sammeln die Nutzer Geld, um journalistische Recherchen, zunächst beschränkt auf die Region um San Francisco, in Auftrag zu geben. Die Themen schlagen sie selber vor – oder unterstützen einen Journalisten bei seinem Vorhaben. Ist das nötige Geld (meist Beiträge um 500 Dollar) zusammen, wird ein Journalist beauftragt, das Ergebnis gibt es dann für alle kostenlos auf der Spot.us-Website: “community funded reporting”. Es sei denn, ein Verlag kauft die Geschichte exklusiv, dann gibt’s das gespendete Geld zurück. Schon eine Woche nach Start der Seite In den ersten fünf Monaten wurden 19 Artikel von den Nutzern gesponsert. So haben zum Beispiel 15 Nutzer 400 Dollar für einen Radiobeitrag über Abwasser in San Francisco gesammelt. Medienblogger John Welsh hat mit David Cohn von Spot.us ein Video-Interview geführt:

» Video ansehen

Rückblick:
Die Keystone-Bilder der Woche

Raumkapsel gelandet, Polizisten eingeschlossen, Bush verbrannt und Auto abgeschossen: Wir blicken zurück und zeigen die besten Nachrichtenbilder der vergangenen Woche.

Besondere Aufnahmen der vergangenen Woche (8 Bilder, Keystone)

Besondere Aufnahmen der vergangenen Woche (8 Bilder, Keystone)

» Alle 8 Bilder ansehen

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Neue Musikseite:
Niemand wartet auf Vevo

Google und Universal tun sich zusammen und wollen dieses Jahr mit “Vevo” ein Premium-YouTube mit Social Network für Musikvideos starten – als auf darauf jemand warten würde.

Vevo: Musikvideos von Universal und teure Anzeigen (Screenshot)Noch eine Community, ein neues Social Network: Google und Universal Music tun sich also zusammen, um noch in diesem Jahr eine neue Website für kostenlose Musikvideos zu starten. Der Name des gemeinsamen Projekts: Vevo. Die Inhalte kommen von Universal, die Technik von Google. Die Einnahmen aus den Anzeigen, die zu den Clips gezeigt werden, sollen geteilt werden. Nutzer können über Vevo Videos abrufen – oder sie gleich bei YouTube ansehen, wo es einen eigenen Vevo-Channel geben soll. Ohnehin setzt Google bei dem Projekt auf YouTube-Technik, schreibt TechCrunch. Nur wird man die Universal-Musikvideos wohl nicht in eigene Seiten einbetten können.

Also wozu bitte noch eine eigene Seite, wozu eine eigene Marke? »

Lesetipp:
Die Mediatheken-Misere

Es geht nicht nur um Urheberrechte – sondern auch um Quote: Zeit Online erklärt, warum in den Online-Mediatheken der öffentlichen-rechtlichen Sender so vieles fehlt.

Tatort offline: Die ARD sieht Handlungsbedarf (Keystone)

Tatort offline: Die ARD sieht Handlungsbedarf (Keystone)


Öffentlich-rechtliches Fernsehen und Internet, das passt immer noch nicht zusammen. Die ganze Misere der Online-Mediatheken in Deutschland beschreibt Daniel Bouhs auf Zeit Online. Denn die Netzangebote der öffentlich-rechtlichen Sender sparen ausgerechnet erfolgreiche Sendungen aus. Aushängeschilder mit Millionenpublikum wie “Tatort” oder auch Nischensendungen mit Kultstatus wie “Dittsche” – Fehlanzeige. Gibt’s nicht (offiziell) online.

» weiterlesen

Ab ins Internet:
US-Zeitung kickt tägliche Ausgabe

Die letzte Ausgabe des täglichen gedruckten Christian Science Monitor erscheint heute in den USA – fortan setzt der Verlag auf eine wöchentliches Magazin und das Internet.

Letzte Ausgabe des Christian Science Monitor: Farewell, daily print!

Letzte Ausgabe des Christian Science Monitor: Farewell, daily print!


Die Abonnenten müssen länger auf ihren Christian Science Monitor im Briefkasten warten: Künftig wird nur noch einmal pro Woche gedruckt, nicht mehr täglich. Die traditionsreiche, für ihre liberale Berichterstattung und ihren Fokus auf Außenpolitik geschätzte Zeitung erfindet sich neu. Der Schritt war bereits im Oktober vergangenen Jahres angekündigt worden. Der neue Dreiklang: Internet, wöchentliches Magazin und täglicher E-Mail-Newsletter.

» weiterlesen

Weltwoche:
Köppel allein zu Haus

Chefredaktor Roger Köppel verliert reihenweise Schreiber: Sie kündigen oder werden gegangen. Damit aber riskiert die Weltwoche ihren Ruf als stolzes Autorenblatt.

Köppelwoche (Keystone, M)

Köppelwoche (Keystone, M)


“Hallo Weltwoche, ist da (noch) jemand?”, fragt Martin Hitz auf medienspiegel.ch – denn in den vergangenen Wochen haben eine ganze Reihe profilierter Journalisten das Blatt verlassen: Im Februar ging Auslandredaktor Eugen Sorg wegen unterschiedlicher strategischer Auffassung. Die Leiterin des Ressorts Gesellschaft, Bettina Weber, soll Ende Juni das Blatt verlassen. Hinter vorgehaltener Hand sagt man, sie hätte eine Geschichte nicht mittragen wollen, nach der berufstätige Mütter ihren Kindern schaden würden. Literaturredaktor Julian Schütt wechselt zum Kulturmagazin Du, schreibt ein Buch und bleibt der Weltwoche immerhin als Autor erhalten. Im März kündigte der berüchtigte Rechtsdenker Hanspeter Born, der sich stets mühte, genau das Gegenteil vom Mainstream zu schreiben. Genau wie Sorg gehörte er zum festen Kern, auch bei ihm kommt der Abschied plötzlich. Eine Woche später wurde dann der Abgang von Daniele Muscionico bekannt. Die Kulturjournalisten geht aus persönlichen Gründen, bleibt aber Autorin. Damit hat die Weltwoche binnen kürzester Zeit fünf Redaktoren verloren.

» weiterlesen

Fusion von Radio und TV:
Medienkonvergenz tut weh

Öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio gehen zusammen, ob in der Schweiz oder in Deutschland. Leider wird medienkonvergentes Arbeiten allzu oft zu Sparzwecken missbraucht.

SRG-Verwaltungsratspräsident Münch: Grundlegende Maßnahmen (Keystone)

SRG-Verwaltungsratspräsident Münch: Grundlegende Maßnahmen (Keystone)


Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) muss sparen: Ein Minus von knapp 80 Millionen Schweizer Franken im Jahr – und kein politischer Wille, das fehlende Geld womöglich von den Zuschauern und -hörern einzufordern. Stattdessen wird Programm gekürzt und vor allem, und das ist eine kleine Revolution, Radio und Fernsehen in den Sprachregionen zusammengefasst. Nun hat man zwar Angst vor einem “Übergriff televisuellen Leichtsinns auf Radio DRS” (NZZ), andererseits ahnt jeder, der schonmal ein YouTube-Video gesehen hat, dass die mediale Zukunft “in Inhalten liegt, die unabhängig von einzelnen und schön streng durch Abteilungsgrenzen getrennten Plattformen verbreitet werden” (Miriam Meckel).

» weiterlesen

Rückblick:
Die Keystone-Bilder der Woche

Ein grimmiger Fernseher, Amy Winehouse vor Gericht und ein gefährlicher Leopard: Wir blicken zurück und zeigen die besten Nachrichtenbilder der vergangenen Woche.

Die Bilder der Woche (Keystone, 7 Bilder)

Die Bilder der Woche (Keystone, 7 Bilder)

Journalisten sehen im Schweizer Bundeshaus eine Rede von Hans-Rudolf Merz, Amy Winehouse musste vor Gericht, AIG-Chef Edward Liddy Bonuszahlungen erklären, in China wurde getanzt, in El Salvador gewählt, in Indien ein Leopard eingefangen und ein blauer Aktenordner viel fotografiert.

» Alle 7 Bilder ansehen

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.