Ole Reißmann

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

Als ich damit anfing kam vom Verlag die Ansage: Macht mal, ihr seid unser Prestigeprojekt (auch wenn die FAZ dahinter ein Fragezeichen setzt), wir ahnen schon, dass man mit Gadgets, Games und Gedöns mehr Werbung verkaufen kann. Nur regelmäßig sollte gebloggt werden. Eingependelt haben wir uns zwischen zwei und drei Postings pro Tag, stetig, aber nicht atemlos und allumfassend. Rückblickend freue ich mich über viele Geschichten, die wir ohne Aufregung gemacht haben – und vor allem über viele Meldungen und Gerüchte, von denen wir die Finger gelassen haben. Und wir haben uns nicht ausgezogen.

Wir wollten kein Branchendienst wie Turi2 sein, keine klassische Medienseite mit Fernseh-Fokus, kein Krawall-Blog. Stattdessen haben wir über Medien geschrieben, nicht nur für Insider. Über die Zukunft des Journalismus und über die Herausforderungen des Internets. Das hat zuletzt mehr als 3500 Leser täglich interessiert, darunter viele Journalisten und Verlagsleute, und oft zu interessanten Kommentaren und Diskussionen geführt.

Die Einstellung ist natürlich ärgerlich. Hätte man nicht, wir sollten, man müsste – und haben wir es uns im täglichen Blogbetrieb etwas zu gemütlich gemacht? Es nagen Fragen. „Bla-bla-Blog casht nicht“, hat mir ein Freund und Kollege als Zeile für einen Nachruf vorgeschlagen. Nun, so ist es.

Ich wünsche Peter, Pit, Lea, Florian und allen Blogwerk-Mitarbeitern alles erdenklich Gute. Es hat mir Freude bereitet, mit Euch zusammenzuarbeiten. Vielen Dank für alles. Riesendank auch dem medienlese.com-Team. Ronnie wird, wenn er erst aus Indien zurück ist, hier bis Oktober mit „6 vor 9“ weitermachen. Klaus bloggt in der Sargnagelschmiede und auf Stilstand.de. Carolin schreibt nicht nur ihre Abschlussarbeit.

Mich gibt‘s auch woanders.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

 

Alle 380 Artikel von Ole Reißmann auf netzwertig.com:

Long Hello and Short Goodbye

Ole Reißmann, 11. Mai 2009 um 15.16 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

Als ich damit anfing kam vom Verlag die Ansage: Macht mal, ihr seid unser Prestigeprojekt (auch wenn die FAZ dahinter ein Fragezeichen setzt), wir ahnen schon, dass man mit Gadgets, Games und Gedöns mehr Werbung verkaufen kann. Nur regelmäßig sollte gebloggt werden. Eingependelt haben wir uns zwischen zwei und drei Postings pro Tag, stetig, aber nicht atemlos und allumfassend. Rückblickend freue ich mich über viele Geschichten, die wir ohne Aufregung gemacht haben – und vor allem über viele Meldungen und Gerüchte, von denen wir die Finger gelassen haben. Und wir haben uns nicht ausgezogen.

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Gute Seiten:
Blog und Lesezirkel für Magazine

Ole Reißmann, 28. April 2009 um 15.46 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

Sie nennen es Holzmedienclub: Auf “Gute Seiten” dreht sich alles um unabhängige Magazine und ihre Macher, ausgesuchte Hefte werden über eine Zinothek verliehen – und es wird gefeiert.

Lesezirkel – bei dem Wort muss ich sofort an abgegriffene Stern-Hefte denken, die in Arztpraxen rumliegen. Alles andere als attraktiv also, wer liest schon freiwillig den Stern und geht gerne zum Arzt? Eben, nur alte Menschen. Nach so einem Texteinstieg bleibt natürlich nur noch eine Möglichkeit: Halt! Es geht auch, große Überraschung, anders!

Denn die Magazin-Liebhaber des neuen Blogs “Gute Seiten” schreiben nicht nur über kreative, unabhängige Magazine für nerdige Nischen, sie vermieten sie auch.

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Und aus:
Schade um die netten Leser

Ole Reißmann, 27. April 2009 um 9.39 Uhr , 21 Kommentare Kommentare

Doch mit etwas Aufmerksamkeit wird die Einstellung von medienlese.com bedacht – sogar Zeitungen berichten. Denen wir übrigens nie etwas Böses wollten.

FAS über die lieben Kollegen
FAS über die lieben Kollegen
Dass über die Einstellung unseres kleinen Blogs selbst Neue Zürcher Zeitung, SonntagsZeitung und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichten! So viele, doch meist freundliche Reaktionen von Lesern und Kollegen in den Kommentaren! Und bis auf einen Blogger, der mit einer Mischung aus Halbwissen und Krawallsucht einfach losschreibt, viel Sympathie in der Blogosphäre.

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Siebziger Jahre:
So entstand eine Zeitung

Ole Reißmann, 23. April 2009 um 11.44 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Schreibmaschinen, Klebstoff, uralte Telefone: Wie die Redaktion des Daily Titan in den siebziger Jahren gearbeitet hat, zeigt Wayne Overbeck auf seiner Website.

Ohne Computer, ohne Internet: Zeitungmachen in den siebziger Jahren war noch aufwendiges, dreckiges Handwerk. Auf seiner Website zeigt Kommunikations-Professor Wayne Overbeck, wie der Daily Titan, die tägliche von Studenten erstellte Zeitung an der California State University, damals produziert wurde.

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Bildergalerie:
Die Gewinner des Pulitzer-Fotopreises

Ole Reißmann, 23. April 2009 um 8.53 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Bedrückende Schwarzweiß-Bilder aus Haiti nach dem Hurrikan und ein Feature über Obamas Wahlkampf: fokussiert.com zeigt die Gewinner des Pulitzer-Preises für Pressefotografie 2009.


» Alle Bilder auf fokussiert.com ansehen

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Blogroll:
Wir haben ein Herz für Blogs

Ole Reißmann, 21. April 2009 um 11.11 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

Es sind tolle Blogs dort draußen: Der Stylespion bittet zum Linktausch – und wir machen mit bei der Aktion “Ein Herz für Blogs”!

Aktion Superblog: Links für die Blogosphäre (stylespion.de)
Aktion Superblog: Links für die Blogosphäre (stylespion.de)

Seit heute haben wir eine kleine Blogroll in unserer rechten Spalte – und das kam so: Kai Müller von Stylespion.de klagte über die fehlenden Blog-Verlinkungen und rief für Dienstag zur Aktion “Ein Herz für Blogs” auf. Wir haben also schnell in unserem Team herumgefragt und eine kleine, feine Liste erstellt. Ohne die Aufforderung zum “Backlink”, ohne “nofollow”, ohne alles – einfach nur Links.

» Hier ist unsere Liste:

Bloggen:
Wenn das Zitat zur Kopie wird

Ole Reißmann, 20. April 2009 um 19.27 Uhr , 27 Kommentare Kommentare

Ein langes Zitat, ein kurzer Link und fertig ist der Blogeintrag: Ein aktuelles Beispiel aus der deutschen Blogosphäre zeigt, wo aus einem Quote ein Rip-off wird.

Wir müssen reden. Situation: Ein bekanntes deutschsprachiges Blog, dessen Autor vom Bloggen lebt, zitiert aus einem Artikel einer Nachrichten-Website der Verlagsgruppe Holtzbrinck. Folgende Grafik zeigt in schwarz, welche Passagen 1:1 übernommen wurden. Als Zitat ausgezeichnet, aber dennoch copy & paste.

» Warum das ein Rip-off ist und kein Zitat

Plakat-Kampagne:
Zeitunglesen nur zu Hause

Ole Reißmann, 20. April 2009 um 8.58 Uhr , 8 Kommentare Kommentare

Zeitungen sind nicht erwünscht: In Tokio macht eine U-Bahngesellschaft Front gegen Zeitungsleser. Die sollen Rücksicht nehmen – und das Papier gefälligst zu Hause lassen.

Kein Eis essen, keine laute Musik hören: Im öffentlichen Nahverkehr fordern mahnende Plakate zur Rücksichtnahme auf. Die Tokio Metro möchte ihren Fahrgästen auch das Zeitungslesen abgewöhnen.

Große Plakate an den Stationen machen unmissverständlich klar, dass man seine Zeitung doch lieber zu Hause lesen sollte. Eine richtige Kampagne! Da sage noch einmal jemand, wir würden hier gegen das Gedruckte schießen. Wir bedauern es hingegen sehr, dass die Jugend die Umwelt schützt und weniger Zeitung liest und freuen uns noch über jede Tram, die mit ausgelesenen Pendlerzeitungen gepflastert ist. Vor allem fordern wir: Die Diskriminierung von Zeitungslesern muss aufhören! Statt aktueller Nachrichten auf mobilen Endgeräten – vulgo Handys – fordern wir abgehangene News von gestern in unhandlichen Formaten! Oder so ähnlich.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Rückblick:
Die Keystone-Bilder der Woche

Ole Reißmann, 20. April 2009 um 8.43 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Ein Minister auf der Flucht, Braunbär Pedro präsentiert, Rettung für die Kunst und Stromausfall in Millionen-Stadt: Wir zeigen die Bilder der Woche unserer Agentur Keystone.

» Alle 8 Bilder ansehen

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kottke.org:
Jason schickt die Leser weg

Ole Reißmann, 18. April 2009 um 15.14 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Intelligente Zerstreuung: Seit elf Jahren füllt Jason Kottke sein populäres Weblog, lebt mittlerweile davon. In einem Interview gibt er Einblicke in seine Arbeit.

Blogger Kottke nimmt sich zurück (M, Zach Klein, cc-Lizenz)
Blogger Kottke nimmt sich zurück (M, Zach Klein, cc-Lizenz)

Jason Kottke schreibt seit mehr als zehn Jahren sein Blog kottke.org, seit 2005 lebt er von seiner Seite. 30-35.000 Besucher schauen täglich vorbei. Seine Hinweise auf interessante Artikel und Web-Fundstücke fasst er unter dem Begriff “liberal arts 2.0″ zusammen – eine intelligente Mischung, die ohne den heißen Scheiß auskommt. Jason war nun zu Gast bei Nora Young in der kanadischen Radiosendung “Spark” auf CBC Radio One (so etwas wie die BBC von Kanada) und sprach mit ihr über das Netzkultur, Blogs als Filter und “extreme borrowing”.

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