Martin (Jahrgang 83), gebürtiger Berliner, hat Wirtschaftskommunikation studiert und beschäftigt sich seit 1999 intensiv mit dem Internet. Neben neuen, innovativen Web-Startups behält er die generelle Entwicklung des Web (2.0) im Auge und betrachtet dabei gerne Auswirkungen auf das Marketing. Martin gründete im März 2007 zusammen mit Michael Osl das Blog zweinull.cc, welches im Mai 2008 Teil von netzwertig.com wurde. Seit April 2010 ist Martin der verantwortliche Redakteur für netzwertig.com. Er bloggt außerdem privat auf www.martinweigert.com, twittert unter @martinweigert und ist erreichbar unter

Alle 1915 Artikel von Martin Weigert auf netzwertig.com:
Bei internationalen Blogs rund um Technologie- und Internetthemen ist das Bereitstellen von RSS-Feeds in voller Länge üblich. Ausgerechnet ReadWriteWeb schert jetzt aus.
Update 14. April: Mittlerweile liefert der Feed von ReadWriteWeb wieder Artikel in voller Länge aus. Eine offizielle Erklärung von ReadWriteWeb gibt es nicht, auf unsere Anfrage reagierte das Team überrascht – als hätte es den Sachverhalt gar nicht bemerkt.
Die Unterschiede zwischen Blogs und “herkömmlichen” Onlinepublikationen sind speziell bei kommerziellen Angeboten kaum noch wahrzunehmen. Doch selbst wenn sich das Layout von Blogs immer stärker von der typisch, chronologischen Ein-Spalten-Form entfernt und parallel die Angebote großer Verlage optisch stärker in Richtung minimalistischer Blogdesigns gehen, lässt sich in einem Punkt zumindest im Fachbereich Technologie/IT häufig leicht identifizieren, ob eine Site einst aus einem Blogverständnis heraus entstanden ist:
Denn während viele Blogs im RSS-Feed ihre Artikel in voller Länge ausliefern, beschneiden die meisten einer eher traditionellen Philosophie folgenden Medienangebote ihre Feeds. An einem bestimmten Beitrag interessierte Leser sollen so auf die Website gelockt werden, auf der sie Werbung präsentiert bekommen und sich dadurch einfacher monetarisieren lassen, so das Kalkül.
Wenn einer der international führenden Technologie-Blogs und ein leidenschaftlicher Verfechter eines möglichst offenen, von kommerziellen Zwängen wenig behinderten Internets sich dazu bewogen fühlt, seinen RSS-Feed abzuschneiden, dann ist dies also durchaus eine signifikante Veränderung mit erheblichem Symbolcharakter. So geschehen gerade bei ReadWriteWeb (RWW).
» weiterlesen
Der Fall Instagram macht deutlich, dass selbst rasant wachsende Dienste, die als nächstes großes Ding gehandelt werden, nicht vor einer ihr Schicksal in Frage stellenden Übernahme gefeilt sind. Twitter könnte Ähnliches ereilen.
Die Übernahme von Instagram durch Facebook kam für viele Beobachter überraschend. Nicht nur aufgrund der Höhe der Übernahmesumme von einer Milliarde Dollar, sondern auch, weil das rapide Wachstum
der seit neuestem für Android erhältlichen Foto-Sharing-Applikation sowie die durchaus attraktiven Vermarktungsoptionen, die eine derartig die Emotionen der Nutzer ansprechende Anwendung mit sich bringt, dem Startup aus San Francisco eigentlich hervorragende Zukunftsaussichten garantierten. In einem Jahr wäre der Service deutlich größer und damit wertvoller gewesen.
Trotzdem entschloss sich das Gründerduo Kevin Systrom und Mike Krieger, der Akquisition zuzustimmen. Durchaus nachvollziehbar angesichts von 400 Millionen beziehungsweise 100 Millionen Dollar, die Systrom beziehungsweise Krieger aus dem Deal mit nach Hause nehmen. Welcher Gründer außer Mark Zuckerberg hätte bei eine solchen Möglichkeit nicht zugeschlagen?!
» weiterlesen
Eine virale Landingpage in wenigen Minuten – das bietet der US-Dienst LaunchRock seit gut einem Jahr Startups. Viele machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Doch es lohnt sich, einen eigenen Weg zu gehen.
Gestern las ich im
Fischmarkt-Blog der Digitalagentur SinnerSchrader über
ein neues Startup namens Echofy. Der Dienst aus Berlin will auf den angesagten Zug der
People-Discovery-Apps aufspringen und im Mai parallel zur von SinnerSchrader veranstalteten
Next Konferenz (die ich auch besuchen werde) sein Debüt geben.
Auch wenn der Service noch nicht verfügbar ist, klickte ich reflexiv auf dessen Link und wurde wie erwartet von einer Landingpage begrüßt, die Anwendern das Hinterlassen ihrer E-Mail-Adresse empfiehlt, um zeitnah eine Einladung zur Beta-Phase zu erhalten. Das Echofy-Team hat keine eigene Landingpage geschaffen, sondern auf die Dienste von LaunchRock zurückgegriffen – einem US-Angebot, das nichts anderes macht, als aufstrebenden Internetfirmen in wenigen Handgriffen des Anlegen einer Pre-Launch-Seite inklusive die Viralität steigernder Features sowie Abrufstatistiken zu erlauben.
In der Sekunde, in der ich den mir wohlbekannten “powered by LaunchRock”-Hinweis sah, erkannte ich, wie der Einsatz dieses Dienstes mittlerweile mein Interesse an dem neuen Angebot erheblich schmälert. Kurzum: LaunchRock nervt.
» weiterlesen
Apple wird nicht müde, die Post-PC-Ära zu propagieren. Aber der Begriff ist mehr als heiße Marketingluft: Tatsächlich sorgen Smartphones und Tablets dafür, dass der traditionelle Rechner immer häufiger abgeschaltet bleibt.
Foto: Flickr/Ant McNeill, CC BY-SA 2.0
Der Post-PC, also das Tablet (beziehungsweise das Smartphone, sofern groß und leistungsfähig genug), ist mehr als nur ein von Apple kreierter Marketingbegriff. Wieso ich das weiß? Weil ich über Ostern vier Tage lang verreist war und lediglich mein iPhone im Gepäck hatte. Und ich habe dies nicht nur überlebt, sondern richtiggehend genossen.
Auch wenn ich mir für den Trip explizit vorgenommen hatte, so wenig wie möglich Zeit im Netz zu verbringen (schon um teures Auslandsroaming zu verhindern), ließ ich mir natürlich kein öffentliches WLAN entgehen, um einen kurzen Blick auf Facebook, Twitter und Path zu werfen, E-Mails abzurufen, einen Abstecher auf Nachrichtenwebsites oder Wikipedia zu machen, Blogkommentare zu moderieren, Google Maps oder foursquare für die weitere Planung zu verwenden oder meinen bevorzugten mobilen RSS-Reader Reeder mit aktuellen Feeds zu füttern (die jedoch bis zum Ende der Reise ungelesen blieben).
» weiterlesen
Mit der Augmented-Reality-Brille “Project Glass” präsentiert Google eine potenziell bahnbrechende Innovation. Die Konkurrenz dürfte nachziehen. Doch derartige Erweiterungen der Ökosysteme der Netzgiganten sind auch eine Manifestation ihrer Macht.
In der vergangenen Woche hat Google seinen Desigentwurf
einer Augmented-Reality-Brille vorgestellt. “Project Glass” ist eine Sehhilfe mit mobiler Internetverbindung, die nicht Fehler der Augen korrigiert, sondern orts- und situationsbezogene Informationen auf der Innenseite eines Glases anzeigt und mit Sprachbefehlen gesteuert wird.
Wann und ob Project Glass in der von dem Internetkonzern präsentierten Form auf den Markt kommt, bleibt vorerst ebenso offen wie die Frage, ob es sich bei der futuristischen Brille tatsächlich um ein Produkt handelt, mit dem sich auch Durchschnittskonsumenten auf der Straße blicken lassen würden. Immerhin müssen hier von Google auch ästhetische und modische Hürden überwunden werden, ehe sich Menschen freiwillig (und ohne Not) ein Brillengestell im Star-Trek-Outfit auf die Nase setzen.
Solche Risiken sind jedoch immer Teil der Verwirklichung von bahnbrechenden Innovationen. Und um eine derartige handelt es sich bei Project Glass – nicht nur aufgrund der funktionellen Vorzüge für Anwender, die mit Project Glass idealerweise gar kein Smartphone mehr benötigen würden, sondern auch hinsichtlich der strategischen Erweiterung des Google-Ökosystems. Denn bevorzugt wird Project Glass seine Informationen aus Google-Diensten beziehen und mit diesen interagieren.
» weiterlesen
Für rund eine Milliarde Dollar kauft Facebook die beliebte Foto-Sharing-Applikation Instagram. Es ist die bisher größte Übernahme des sozialen Netzwerks.
Erst vor wenigen Tagen
skizzierten wir den einzigartigen Aufstieg der Foto-Sharing-Applikation
Instagram. Innerhalb von anderthalb Jahren ist es dem Startup aus San Francisco gelungen, über 30 Millionen Menschen für sich zu begeistern – und zwar ausschließlich iPhone-Nutzer. Erst seit der vergangenen Woche wird Instagram auch für Android angeboten – und zählte innerhalb der ersten 24 Stunden ganze
eine Million Downloads.
Was zu diesem Zeitpunkt jedoch kaum jemand geahnt haben wird: Das junge, gerade mal zwölf Mitarbeiter zählenden Unternehmen von der US-Ostküste verhandelte mit Facebook über eine Akquisition. Am Montagabend gaben beide Firmen bekannt, sich auf eine Übernahme geeinigt zu haben. Satte eine Milliarde Dollar, teilweise in Form von Aktien, legt das soziale Netzwerk für die Foto-App auf den Tisch.
Die Höhe des Kaufpreises ist trotz des kometenhaften Aufstiegs der App mehr als beachtlich – zumindest wenn man traditionelle Maßstäbe für Unternehmensakquisitionen anlegt. Denn bisher erwirtschaftet Instagram keine Umsätze sondern fokussiert sich ausschließlich auf das Nutzerwachstum. Zuletzt wurde der Dienst von Investoren mit 500 Millionen Dollar bewertet. » weiterlesen
Einen neuen Onlinedienst lediglich mit minimaler Kernfunktionalität auszustatten, um damit Early Adopter anzusprechen, ist eine beliebte Strategie vieler junger Gründerteams. Doch für das sogenannte “Minimal Viable Product” die richtige Balance zu finden, kann schwierig sein.
Eine beliebte Strategie zahlreicher junger Entrepreneure im Web- und Mobile-Segment ist das Streben nach dem sogenanten “
Minimal Viable Product” (MVP), also einem Produkt, das zu seiner ersten Veröffentlichung lediglich Kernfunktionalität beinhaltet. Die Philosophie des MVP trägt der Tatsache Rechnung, dass die meisten Onlinedienste erst in die freie Wildbahn entlassen und von Nutzern getestet werden müssen, bevor sie ihren letzten Feinschliff erhalten und beweisen können, dass sie tatsächlich eine Nachfrage bedienen oder schaffen.
Der Gegensatz zu einer Gründung nach dem Prinzip des MVP ist ein perfektionistischer Ansatz, bei dem ein neuer Service erst dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, wenn jeder Pixel sitzt und jedes anvisierte Feature umgesetzt wurde. Wer so verfährt, ist zwar weit weniger auf die Toleranz und Geduld erster Nutzer angewiesen – da ja zum Debüt alles funktioniert wie im Bilderbuch – läuft aber Gefahr, viele Monate an einem Produkt zu basteln, das nach der Lancierung gar niemand haben möchte.
Mit dem MVP stellen Startup-Macher also sicher, nicht enorme Ressourcen (Zeit, Kapital) mit einem Vorhaben zu verschwenden, das nicht gut ankommt. In der Automobilindustrie, bei Flugzeugherstellern oder in der Pharmabranche könnte ein MVP im schlimmsten Fall Leben kosten. Bei Webangeboten und mobilen Apps steht allein die Laune und Loyalität von Early Adoptern auf dem Spiel, die üblicherweise die Zielgruppe eines MVP darstellen.
» weiterlesen
Der soziale Micropaymentdienst Flattr hat eine spannende Kooperation mit dem US-Startup Socialvest vereinbart: Nutzer, die in einem von hunderten führenden Onlineshops einkaufen, erhalten einen prozentualen Anteil des Preises als Flattr-Guthaben.
Der Erfolg des sozialen Micropayment- und Microspendendiensts
Flattr steht und fällt mit der Zahl an Anwendern, die Monat für Monat ihr Flattr-Konto mit einem Geldbetrag befüllen. Denn das schwedische Startup, das sich trotz einer gewissen Ernüchterung in der es einst euphorisch empfangenden deutschsprachigen Blogosphäre
für 2012 viel vorgenommen hat, kann nur so viel Geld unter den angeschlossenen Websites und Nutzerkonten verteilen, wie zuvor in das System geflossen sind (abzüglich der zehnprozentigen Flattr-Provision).
Doch genau dieser Einzahlungsprozess stellt eine entscheidende Hürde dar. Also hat man am Firmensitz in Malmö darüber nachgedacht, welche anderen Wege es gibt, um mehr Geldmittel in das Flattr-System zu pumpen und damit an Website-Betreiber verteilen zu können. Herausgekommen ist eine zumindest auf dem Papier geniale Idee:
Flattr hat eine Kooperation mit dem US-Startup Socialvest geschlossen. Dieses arbeitet mit hunderten Onlinehändlern zusammen, die sich bereiterklärt haben, beim Kauf von Produkten durch Socialvest-Nutzer einen in seiner Dimension variierenden Prozentsatz auf das Socialvest-Konto zu transferieren. Dieser kann dann an eine von 1,5 Millionen gemeinnützigen Organisationen gespendet werden.
» weiterlesen
Strategie und Geschäftsgebaren der Samwer-Brüder sorgen immer wieder für berechtigte Kritik. Doch der Vorgehensweise des Unternehmertrios lässt sich manchmal auch etwas Positives abgewinnen.
Regelmäßige Leser werden sich angesichts dieser Überschrift ungläubig die Augen reiben – netzwertig.com verteidigt die Samwer-Brüder?! In der Tat vertreten wir sonst eher eine kritische Meinung zu dem berühmt-berüchtigten Trio und ihrer Copycat-Schmiede Rocket Internet.
Doch auch das Treiben Oliver, Marc und Alexander hat eine positive Seite. Die jüngste Meldung zu Plänen eines Square-Konkurrenten aus dem Hause Rocket Internet verdeutlicht diese.
Laut einem Bericht von deutsche-startups.de plant der Berliner Inkubator den Launch eines Kartenreader- und Paymentdienstes für Smartphones nach dem Vorbild von Square, dem kalifornischen Startup von Twitter-Gründer Jack Dorsey, das sich immer mehr zu einer Art iTunes für den lokalen Handeln entwickelt.
» weiterlesen
Dropbox-Nutzer, die andere Anwender werben, erhalten künftig 500 statt 250 Megabyte zusätzlichen Cloudspeicher – und das rückwirkend. Das Startup aus San Francisco zeigt mit diesem Speichergeschenk, wie man sich loyale Nutzer schafft.
Im Oktober vergangenen Jahres gab der Onlinespeicher- und Synchronisationsdienst Dropbox bekannt, die Marke von 45 Millionen registrierten Nutzern erreicht zu haben. Aktuellere Zahlen existieren nicht, aber heute, ein halbes Jahr später, dürfte der Wert deutlich über 50 Millionen liegen.
Einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren für das gut viereinhalb Jahre alte Startup aus San Francisco war und ist das Invite-System für bestehende Nutzer. Registrierte Dropbox-Anwender, die erfolgreich ein anderes Mitglied werben, erhalten kostenfrei zusätzlichen Speicherplatz. Gleiches gilt für die geworbene Person.
Dieses Verfahren, das frühzeitig implementiert wurde, verschaffte dem Dienst eine äußerst hohe Viralität, weil Anwender auf der Jagd nach weiterem Platz in der Cloud zu teilweise hartnäckigen Dropbox-Botschaftern wurden. Immer wieder erscheinen beispielsweise in Kommentaren unter unseren Beiträgen zu Dropbox oder anderen Speicherlösungen persönliche Dropbox-Referral-Links, mit deren Hilfe Kommentatoren den Umfang ihres Onlinespeichers erhöhen möchten.
» weiterlesen