Martin Weigert

netzwertig.com-Autor Martin WeigertMartin, gebürtiger Berliner, hat Wirtschaftskommunikation studiert und beschäftigt sich seit 1999 intensiv mit dem Internet. Neben neuen, innovativen Web-Startups behält er die generelle Entwicklung des Web (2.0) im Auge und betrachtet dabei gerne Auswirkungen auf das Marketing. Martin gründete im März 2007 zusammen mit Michael Osl das Blog zweinull.cc, welches im Mai 2008 Teil von netzwertig.com wurde.

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Alle 503 Artikel von Martin Weigert auf netzwertig.com:

Invitations im Web 2.0:
Hinter verschlossenen Türen

Martin Weigert, 26. April 2007 um 11.41 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Das Internet war bisher ein sehr öffentlicher Raum. Fast überall hatten die User unbeschränkten Zutritt, häufig ohne, manchmal mit Anmeldung. In einigen Fällen öffneten sich die Türen zu einer Seite auch erst, nachdem man Bares auf den Tisch gelegt hatte – beispielsweise bei Erotikseiten oder anderen kostenpflichtigen Mehrwertdiensten. Abgesehen von der gesetzlichen Altersgrenze konnte aber jeder User rein, wenn er nur bereit war, zu bezahlen.

Mit dem Web 2.0 verändert sich dies. Die Nutzer werden plötzlich mit einer steigenden Zahl von Webangeboten konfrontiert, die nicht mehr jedem Einlass gewähren. «Invitations« sind angesagt. Wer bereits Mitglied ist, kann eine begrenzte Zahl von Freunden einladen. Wer keinen Member kennt, muss draußen bleiben und fragt sich, wie das mit den Einladungen ablief, als der Dienst nach dem Start noch gar keine Mitglieder hatte.

Die Motive dafür, warum man ein Produkt nur einer begrenzten Nutzerzahl zugänglich macht, sind unterschiedlich. Im Grunde kann man zwischen drei Herangehensweisen unterscheiden.

Die klassische Begründung ist der Beta-Launch einer Website, die tatsächlich noch in der Entwicklung ist und die das Beta-Logo nicht nur trägt, weil es derzeit trendig ist. Indem man einer kleinen, technik- und internetaffinen Nutzergruppe den Zugang zu einer noch nicht komplett fertigen Seite ermöglicht, spart man sich unter Umständen eine eigene Qualitätssicherung und kann sich auf das Weiterentwickeln der Plattform konzentrieren. Das Feedback und die Fehlermeldungen kommen von den Beta-Testern. Diese haben Verständnis für auftretende Fehler und sind fleißiger im Problemreporting als Durchschnittsanwender. Außerdem sind sie froh, zu den wenigen, ausgewählten Testern zu gehören. Indem man den Usern eine geringe Anzahl Einladungen zur Verfügung stellt, sorgt man für eine kontrollierte, aber permanent steigende Nutzerzahl, um beim finalen Start schon über eine nennenswerte Userbasis verfügen zu können.

Die öffentliche Internetdatenbank Freebase ist ein Beispiel für diese Art Invite-Only-System. Google Mail war über Jahre hinweg nur für eingeladene Mitglieder verfügbar. Auch die derzeitige Beta-Version von Joost ist erst nach dem Erhalt einer Invitation downloadbar. Doch bei beiden letztgenanten Diensten spielt bzw. spielte mit Sicherheit noch ein zweiter Grund eine Rolle für das Einführung des Invite-Only-Systems. Häufig wird versucht, damit einen Hype um einen neuen Webservice zu kreieren. Dies kann allerdings nur bei Projekten funktionieren, die dem User einen bisher noch nicht da gewesenen Mehrwert bieten. Bei Google Mail war das der unbegrenzte Speicherplatz. Bei Joost ist es das Gesamtprojekt an sich, welches in dieser Form bisher nicht existiert. Beide Anbieter verließen sich auf die virale Kraft des Internets und es funktionierte. Per Mail, in Foren und Blogs fragen Internetnutzer Freunde und andere User nach Einladungen. Bei der Blogsuchmaschine Technorati war der Suchbegriff “joost invite” tagelang auf Platz 1 (derzeit Platz 5).

Doch Invite-Only aus Marketinggründen ist nicht immer sinnvoll. Ein x-beliebiges Webangebot ohne echtes Alleinstellungsmerkmal monatelange nur per Einladung zur Verfügung zu stellen und mit der Beta-Phase zu argumentieren, ist wenig sinnvoll. An jeder Ecke findet man neue Webprojekte und Social Networks, die alles dafür tun, um User anzuziehen und zum Mitmachen zu bewegen. Das Community-Portal 7just7 wirbt derzeit damit, dem User eine Million Euro zu zahlen, der als erster eine Million Freundschaften bei 7just7 geschlossen hat. Da erscheint es teilweise schon widersinnig, wenn andere Webunternehmer ihre wenig innovativen Angebote der Allgemeinheit aus Marketingkalkül vorenthalten. Beispiel Middio: Ein US-Dienst, der verspricht, bei YouTube hochgeladene Musikvideos übersichtlich zu organisieren. Der Start ist für den 5. Mai geplant, bis dahin läuft die Beta-Phase auf Invite-Only-Basis. Der Verdacht, dass man versucht, einen viralen Hype loszutreten, liegt nahe. Angesichts des wenig einfallsreichen Produkts ist die Wahrscheinlickeit dafür aber eher gering.

Der dritte Grund, warum man die uneingeschränkte Registrierung bei einer Website unterbindet, ist dauerhafte Exklusivität. Hier geht es nicht um einen gesteuerten Mitgliederzuwachs in der Entwicklungsphase und auch nicht primär um eine Marketingaktion, sondern um Schaffung eines exklusiven Bereichs im Internet für ausgesuchte Mitglieder. Vor kurzem ist mit Cosmonited eine neue Community online gegangen, bei der man sich nur auf Einladung durch einen Freund/eine Freundin anmelden kann. Man versucht, mit einem exklusiven Netzwerk eigene Akzente zu setzen, um anders zu sein als die führenden Mainstream-Communities. Dies kann funktionieren, genauso wie es auch im realen Leben geht: Exklusive Clubs in urbanen Städten, bei denen nicht jeder reinkommt, wo dafür aber die Gästeliste lang ist.

Aber sicher ist auch im Bereich der Edel-Communities nicht Platz für unzählige Anbieter. Ähnlich wie Cosmonited ist auch die Kölner Plattform schwarzekarte bestrebt, Menschen zusammenzubringen, “die eine breite Basis an Gemeinsamkeiten, wie Bildung, private und berufliche Interessen haben”. Eine Möglichkeit zum Registrieren gibt es nicht, neue Mitglieder werden von bestehenden eingeladen. Ein Vorbild für Cosmonited und schwarzekarte ist möglicherweise aSmallWorld, eine “private Community” für den internationalen Jet-Set und Hochadel. Laut Netzeitung liegt das Durchschnittsalter der bei aSmallWorld registrierten 160.000 Nutzer bei 32 Jahren. Angemeldet sind angeblich die Blairs, Clintons, Paris Hilton, Brad Pitt und andere internationale Berühmtheiten. Im Gegensatz zu Cosmonited und schwarzekarte verzichtet man bei aSmallWorld auch auf ein hochwertig wirkendes Design - zumindest bei der Startseite für Nicht-Mitglieder. Aber auch diese Erscheinung hat wohl sein Gegenstück im “Real Life”: Gerade in Metropolen wie Berlin oder London sind die mitunter angesagtesten Clubs die von außen unauffälligsten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Samwer-Brüder investieren in deutschen Twitter-Klon

Martin Weigert, 23. April 2007 um 19.45 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Zwei Trends sind derzeit in Deutschland im Zusammenhang mit dem Web 2.0 zu beobachten. Zum einen finden nahezu sämtliche erfolgreichen US-amerikanischen Web-2.0-Dienste in Deutschland einen Nachahmer, zum anderen werden viele dieser deutschen Startups von den drei Samwer-Brüdern mit Venturekapital versorgt. Deren aktuellste Beteiligung: Frazr, das deutsche Pendant zum US-Hype Twitter, seit Anfang April online. Nutzer veröffentlichen bei Frazr eine Statusmeldung über das, was sie gerade tun oder was ihnen im Moment durch den Kopf geht. Das war’s. Im Jahr 2007 ist alles ein attraktives Geschäftsmodell.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

StudiVZ-Gründer Dariani:
“Ich glaube, ich bin verrückt”

Martin Weigert, 23. April 2007 um 12.46 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Vor zwei Wochen konnte StudiVZ den zweimillionsten Nutzer begrüßen. Ehssan Dariani, der vor eineinhalb Jahren die Idee zu der Studenten-Community hatte und sie zusammen mit Dennis Bemmann und Michael Brehm realisierte, guckt sich das Geschehen mittlerweile nur noch als Berater an. Welt Online berichtet in einem aktuellen Artikel, wie es den drei Gründern nach der Holtzbrinck-Übernahme ergeht, warum Dariani nicht mehr Geschäftsführer ist und wie gut die Aussichten für StudiVZ sind, allein mit Werbung langfristig Gewinne zu machen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Topix:
Nachrichtenportal im Schatten der Anderen

Martin Weigert, 22. April 2007 um 10.08 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Updated

News-Aggregatoren im Netz sind angesagt. Mit der stetig steigenden Zahl an Onlinequellen entsteht bei vielen Usern der Wunsch, auf einen Blick sämtliche Nachrichten zu einem bestimmen Thema angezeigt zu bekommen. Google News erfüllt diesen Wunsch. Der Dienst durchsucht das Netz permanent nach neuen Artikeln und listet diese auf seiner Seite in Form einer laufend aktualisierten, individualisierbaren Newsübersicht.

Einen anderen Ansatz gehen Social-News-Portale. Dort werden die Nachrichten von den Usern selbst eingetragen. Jeder Eintrag kann von den Lesern bewertet werden. Die Beiträge mit den höchsten Bewertungen erscheinen auf der Startseite. Das weltweit führende Social-News-Portal Digg hat gerade seinen einmillionsten registrierten Anwender gefeiert. Auch bei FARK.com posten Nutzer die Nachrichten. Welche Schlagzeilen auf der Startseite veröffentlicht werden, darüber entscheiden dort aber die Betreiber der Seite. Die auf dem deutschen Markt dominierenden Social-News-Plattformen YiGG.de und Webnews lehnen sich stark am Original, Digg, an.

Dass das Thema aggregierter und sozialer News derzeit ganz heiß ist, wurde erneut deutlich, als MySpace vor einigen Tagen ein eigenes Nachrichtenportal startete. MySpace News sucht wie Google News nach Artikeln im Web und kategorisiert diese. Gleichzeitig können User selbst Links zu Nachrichten und Blogeinträgen posten. Die populärsten Schlagzeilen erscheinen auf der Hauptseite, die allerdings derzeit noch recht armselig daherkommt und z.B. eine News-Suche vermissen lässt.

Einer der in meinen Augen besten Anbieter für den schnellen Nachrichtenüberblick führt hingegen ein regelrechtes Schattendasein. Zumindest hierzulande liest und hört man fast nichts über die News-Community Topix mit Sitz in Kalifornien. Dabei bietet Topix einige praktische Features, die man sonst nirgends findet.

Topix kombiniert die automatisierte Nachrichtensuche à la Google News mit dem sozialen Aspekt von Digg & Co. Die Schlagzeilen werden dabei in chronologischer Reihenfolge angezeigt. Im Gegensatz zu anderen Social-News-Plattformen spielt es bei Topix keine große Rolle, welcher Beitrag gerade auf der Startseite verlinkt ist. Eine dementsprechend hohe Bedeutung hat die Suchfunktion, die die eigentliche Stärke von Topix ist.

Ein Beispiel: Du möchtest mehr über die Wirtschaftslage in den Niederlanden wissen und verwendest dafür Google News. Trotz der direkten Eingabe news.google.nl landest Du auf der deutschsprachigen Seite, da Deine Browsersprache Dich verrät und Google Dich hier bevormunden möchte. Du scrollst bis zum Ende der Seite und klickst auf “Nederland”. Doch leider sprichst Du kein Holländisch, weshalb Dir keine der bei Google News Nederland verlinkten Quellen nutzen.

Anders bei Topix: Du gehst zu www.topix.com und gibst im Suchfeld “Netherlands” ein. Schon landest Du auf der lokalen Seite für Nachrichten aus den Niederlanden. Alles ist in Englisch, worüber Du Dich freust. Nun suchst Du nach “economy”: 172 Headlines zu englischsprachigen Artikel aus aller Welt, die sich ganz oder teilweise mit Wirtschaftsthemen aus den Niederlanden befassen. Toll! Bekanntermaßen werden bei Google News nur Quellen aus dem jeweiligen Land angegeben.

Topix ist meines Erachtens nach der beste News-Aggregator, wenn es um den schnellen Überblick zu einem Sachverhalt in einem bestimmten Land geht. Intuitiv, einfach und immer auf Englisch. Es wäre angemessen, wenn der Dienst auch in Deutschland eine größere Beachtung finden würde.

Update:
Der größe Vorzug von Topix ist, gezielt und bequem nach Themen in einem bestimmten Land suchen zu können. Hinsichtlich Aktualität und Treffgenauigkeit der “Top News” muss man allerdings bei Topix noch ein bisschen üben, wie die Schlagzeile “Uganda’s Mountain Gorillas Increase In Number” bei den “German News” zeigt ;)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

10 Gründe, warum man Joost mögen muss

Martin Weigert, 20. April 2007 um 11.20 Uhr, 23 Kommentare Kommentare

Joost

Noch befindet sich die Internet-TV-Software Joost in der geschlossenen Beta-Phase. Der offizielle Start steht jedoch kurz bevor. Die Vorbereitungen laufen. Nicht nur die Software wird mit Hilfe der Beta-Tester weiterentwickelt. Auch die Zahl der Channels und Programme wächst stetig. Gerade wurde mit dem US-Konzern CBS der erste richtige Mediengigant ins Boot geholt. Dessen Programme wie CSI, CSI: Miami oder Survivor sind damit bald bei Joost rund um die Uhr abrufbar.

Die Spannung vor dem finalen Launch des Angebotes ist groß. Schon die Beta-Version macht deutlich, dass die hohen Erwartungen, die an Joost gestellt werden, tatsächlich ihre Erfüllung finden können. Aber was ist eigentlich das Besondere an Joost? Wieso stehen andere Anbieter von Video-on-Demand oder IP-TV-Services nicht so im Rampenlicht? Die folgende Liste, die auf der Annahme basiert, dass in Kürze Verträge mit einer Vielzahl internationaler und nationaler Inhalteanbieter geschlossen werden, soll Antworten geben.

10 Gründe, warum man Joost mögen muss:

1. Einfaches und kostenloses Video-on-Demand für alle
Das Schlagwort “Video-on-Demand” ist im Jahr 2007 zwar nichts Neues mehr, aber im Alltag der meisten deutschen Zuschauer flimmert nach wie vor, was ihnen vorgesetzt wird. Die Reichweite und Akzeptanz kostenpflichtiger Video-on-Demand-Dienste wie Maxdome oder in2movies ist bisher gering und die Bildqualität (und häufig auch die Qualität der Inhalte) bei Videoportalen à la YouTube zu schlecht. Auch die Streaming-Angebote der Fernsehsender können deren klassisches Angebot höchstens ergänzen, keineswegs ersetzen. Joost bietet erstmals ein echtes, einfaches und umfangreiches Video-on-Demand-Angebot in guter Qualität für alle, das Potential hat, herkömmliches Fernsehen zu verdrängen.

2. “Annotated Television” - Fernsehen und Social Networking
Die Chatfunktion ermöglicht es den Joost-Nutzern, mit anderen Zuschauern desselben Programms zu kommunizieren und zu diskutieren. Während eines Films zu sprechen, sorgt in der Regel nur für böse Blicke der Freunde oder Familie. Während einer Sendung eigene Gedanken auf dem Bildschirm anzeigen zu lassen, war bisher nicht möglich. Joost ändert dies. In Anbetracht der guten Kritik, die diese Funktion bereits jetzt bekommt, ist nicht auszuschließen, dass Joost hier in Zukunft noch weitere Gimmicks hinzufügen wird, die die Zuschauer eines bestimmten Programms im Sinne des Trends zum Social Networking zusammenbringen.

3. Mehr Programmvielfalt
Sämtliche Programme bei Joost liegen auf einem zentralen Server und werden mittels P2P-Technik an die User übertragen. Das Hinzufügen von neuem Content bedarf für die Joost-Betreiber nur einen Klick. Distributions- und Personalkosten verursacht dies nicht, Sendezeit für andere Programme geht auch nicht verloren. Das damit Inhalte eine Chance haben, die man bei großen Fernsehsendern nie sehen würde, liegt auf der Hand. Außerdem entfällt der Quotendruck, denn jedes Programm erhält seinen eigenen Channel. Die Couchkartoffeln bekommen ihr Unterschichtenfernsehen und alle anderen, was sie wollen. Niemand fühlt sich benachteiligt.

4. Nervfreie Zone
Dank der freien Channelwahl ist es möglich, sich komplett vor bestimmten Trends und Hypes abzuschirmen. Wer nichts von kleinen Eisbären aus Berlin, frechen Comedians aus Köln oder paranoiden Innenministern wissen möchte, guckt etwas anderes und ist vor ihnen sicher!

5. Eine reine Weste und nie wieder Abmahnungen
Ein breites Inhalteangebot vorausgesetzt, gelingt es mit Joost vielleicht, den ein oder anderen User, der sich heute noch Filme in P2P-Netzwerken herunterlädt, zurück auf den Pfad der Vernunft zu bringen. Das Risiko, irgendwann beim illegalen Saugen erwischt zu werden, entfällt und das schlechte Gewissen, welches solche Leute jede Nacht um ihren Schlaf bringt, verschwindet.

6. Behavioural Targeting - Werbung, die einen wirklich interessiert
Viele User würden vermutlich am liebesten ganz auf Werbung versichten. Möchte man jedoch gratis gucken, muss man Werbung in Kauf nehmen. Und dann wird die Mehrheit der Zuschauer wohl die auf die eigenen Interessen abgestimmten Spots den völlig unpassenden vorziehen. Ähnlich wie bei Bannerwerbung im Internet bietet Joost beste Möglichkeiten für dieses “Behavioural Targeting”. Dem Zuschauer schadet es nicht. Den Unternehmen hilft es, ohne viel Streuverlust ihre Botschaften zu übermitteln, und Joost finanziert damit all die bunten Inhalte.

7. Entdecke die Möglichkeiten
Das zu prognostizierende, große Portfolio an Channels und Programmen, übersichtlich geordnet nach Interessengebieten/Genres, wird einen ab und an verleiten, auch mal woanders reinzuschauen - und damit vielleicht eine neue Leidenschaft entfachen. Das geht im Prinzip bei allen Medien. Da man aber bei Joost das gesamte Angebot auf einen Blick hat, ist das “Zappen” zu bisher unbekannten Genres und Themenchannels verlockender.

8. Premium-Content für den, der ihn wünscht
Bisher ist noch nichts darüber bekannt, ob es auch Paid Content bei Joost geben wird. Anzunehmen ist es aber, und auch zu empfehlen. Die Abwicklung wäre wie bei Skype denkbar einfach: Auf der Joost-Site erwirbt man für seinen Benutzernamen ein Guthaben, welches man dann in bestimmten Channels, beispielsweise für aktuelle DVDs, aufbrauchen kann. Wenn ein Nutzer sich erst mal bei Joost eingefunden hat, dann wäre es wenig intelligent, ihn für aktuelle Blockbuster zu einem anderen Video-on-Demand-Anbieter laufen zu lassen. Ich spekuliere und hoffe an dieser Stelle, dass man das bei Joost auch so sieht.

9. Globales Angebot

Abgesehen von urheberrechtlichen Einschränkungen, die derzeit dafür sorgen, dass gewisse Channels nur in bestimmten Teilen der Erde zu sehen sind, werden den Usern bei Joost (hoffentlich) Inhalte aus verschiedensten Ländern zur Verfügung stehen. Mit einer Funktion, die für ein Programm Untertitel in einer beliebigen Sprache einblendet, eröffnet sich dem interessierten Zuschauer damit eine bisher noch nicht da gewesene Vielfalt. Bisher gibt es diese Funktion nicht, aber nützlich wäre sie und technisch sicher nicht unmöglich.

10. Kazaa, Skype und jetzt Joost!
Hinter Joost stecken Niklas Zennström und Janus Friis. Was der Schwede und der Däne anfassen, wird zu Gold. Erst entwickelten Sie 2001 mit Kazaa die erste wirklich populäre und erfolgreiche P2P-Tauschbörse, bei der neben Musik- auch Filmdateien und Bilder getauscht und von verschiedenen Usern gleichzeitig heruntergeladen werden konnten. Bei Napster war das Tauschen noch auf Musik-Dateien begrenzt, für die man sich in lange Warteschlangen einreihen musste. Nach Kazaa brachten Zennström und Friis mit Skype die bis heute am weitesten verbreitete VoiP-Software auf den Markt, die von über 100 Millionen Nutzern weltweit verwendet wird. Das skandinavische Duo revolutionierte das Filesharing und die Telefonie. Nun ist das Fernsehen an der Reihe. Ein Grund mehr, Joost zu mögen.

Übrigens: Angesichts der vielen Anfragen, ob wir noch Joost-Einladungen haben: Momentan nicht, ich werde aber versuchen, noch einige zu organisieren. Am besten regelmäßig hier vorbeischauen und den Feed abonnieren, damit Ihr bei der nächsten Invitations-Runde dabei seid!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Startups die Zweite:
Profi-Blog beleuchtet deutsche Startups

Martin Weigert, 17. April 2007 um 17.07 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Das Wort Startup ist wieder angesagt! Nach dem Platzen der New-Economy-Blase 2000/2001 kam der Begriff ein wenig in Verruf und wurde seitdem häufig mit unfertigen und träumerischen Geschäftsmodellen in Verbindung gebracht wurde. Doch mit dem aktuellen Internet- und Web-2.0-Boom kommt das Startup unaufhaltsam zurück.

Ein neuer Blog widmet sich ab sofort auschließlich der deutschen Startup-Szene. Unter www.deutsche-startups.de gibt es täglich Aktuelles, Informatives und Insidernews rund um aufstrebende Neugründungen, vorrangig aus dem Internetbereich. Hinter dem Angebot steht die DS Media GmbH, zu deren Investoren das Samwer-Trio mit ihrem European Founders Fund sowie Holtzbrinck Ventures gehören. Geschäftsführer des Unternehmens ist Stefan Vosskötter, Gründer des Social-News-Portals Webnews.

Fairerweise sollte man angesichts der hochkarätigen Besetzung und der eigens gegründeten GmbH mit dem Begriff Blog aber vorsichtig sein. Letztlich handelt es sich um eine professionelle und gewinnorientierte Branchen-Newsseite im Blog-Gewand - die sicherlich viele interessante Inhalte bieten wird.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

KillerStartups.com - Startups entdecken und bewerten

Martin Weigert, 16. April 2007 um 20.03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Vielleicht kennt Ihr das ja auch: Man liest irgendwo einen Artikel, in dem eine Website erwähnt wird, von der man noch nie gehört hat. Als neugieriger und am Web-Geschehen interessierter Mensch stattet man der Seite einen Besuch ab - und ist überrascht: Wider Erwarten stößt man auf ein komplexes, mit vielen Features gespicktes Internetangebot, dass zudem bereits über eine beachtliche Userzahl verfügt.

Mir geht das häufig so. Durch die aktuelle Gründerwelle, den Web 2.0-Hype und die gute wirtschaftliche Lage tauchen permanent neue Seiten auf. Gleichermaßen erhalten bestehende, bislang wenig präsente Webprojekte umfangreiche Relaunches. Ein Internetfreund wie ich muss sich dabei eingestehen, dass es nicht mehr möglich ist, den kompletten Überblick zu behalten. Nicht über Websites aus Deutschland und schon gar nicht, was Services aus den USA betrifft.

Wer das kennt und sich den Sachverhalt trotzdem noch einmal vor Augen führen möchte, sollte bei KillerStartups.com vorbeischauen. Auf der Seite, die primär für Investoren gedacht ist, stellen User Internet-Startups vor - vornehmlich aus den USA - und bewerten diese. Eine unerschöpfliche Quelle für alle Web-2.0- und Internetinteressierten, die sich die Nacht mit Surfen und Ausprobieren neuer Dienste um die Ohren schlagen wollen!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Doubleclick-Deal:
Wer setzt Google Grenzen?

Martin Weigert, 14. April 2007 um 12.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Der Kampf um den Onlinemarketing-Spezialisten DoubleClick ist beendet. Google übernimmt den Vermarkter für sagenhafte 3,1 Milliarden US-Dollar. Yahoo und Microsoft, die ebenfalls interessiert waren, gehen leer aus. Nach dem Aufsehen erregenden Kauf von YouTube für 1,6 Milliarden Dollar im Oktober 2006 und einer langen Liste “kleinerer” Übernahmen setzt Google damit noch einen drauf und ist ab sofort auch eine relevante Größe im Vermarktungsgeschäft von Webseiten.

So sinnvoll und eventuell sogar notwendig eine solche Akquise für Google auch war, frage ich mich, ob Googles zunehmende Dominanz in vielen Bereichen des Internets nicht Anlass zur Sorge gibt. DoubleClick bestückt zahlreiche der größten und meistbesuchten Websites weltweit mit Bannern und anderen Werbeelementen. Durch die Übernahme dominiert Google nicht länger NUR das textbasierte Suchmaschinenmarketing, sondern auch die klassische Bannerwerbung. Die Google-Suchmaschine ist weltweit die unangefochtene Nummer eins. Google Mail setzt Standards und gehört zu den führenden E-Mail-Diensten. YouTube ist die größte Videoplattform und wird durch Google Video verstärkt. Weitere relevante Dienste von Google sind die Produktsuchmaschine Froogle, das Blogportal Blogger.com, der Instant Messenger Google Talk und die Fotoplattform Picasa.

Unbestritten liefert uns Google fast ausschließlich praktische, nützliche und allseits beliebte Angebote. Doch monopolistische Tendenzen sind niemals gut, da macht das Internetgeschäft keine Ausnahme. Besonders deutlich wird das im Onlinemarketing, wo die Dominanz eines einzelnen Anbieters langfristig sicherlich nicht vorteilhaft für die Werbepreise ist.

Google entwickelt sich nach und nach zu dem allgegenwärtigen Unternehmen, das Microsoft für viele Computernutzer in den 90er Jahren war - nur jetzt eben in anderen Geschäftsfeldern. Bleibt zu hoffen, dass den Internetverwendern daraus nicht bald Nachteile entstehen. Und das Yahoo, Microsoft und vielleicht auch Unternehmen XY der Dominanz von Google Grenzen setzen können.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Goldene Zeiten für goldene Nasen!

Martin Weigert, 13. April 2007 um 16.25 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die deutsche Wirtschaft brummt! Überall liest man Erfolgsmeldungen über sinkende Arbeitslosenzahlen, steigende Steuereinnahmen und eine wachsende Zuversicht der Unternehmen. IT-, Multimedia- und Internetfirmen sind Antreiber und Profiteure gleichermaßen. Neugründungen und Einstellungen im großen Stil sorgen für ein enormes Wachstum der Branche. Die Umsätze der E-Commerce-Anbieter steigen, was zusammen mit der Verlagerung von Werbebudgets klassischer Offline-Anbieter ins Internet zu explodierenden Online-Werbeumsätzen führt.

Die Folge: Auch wenn manch ein Web-2.0-Unternehmen noch tief in den roten Zahlen steckt, so steigen für die meisten Angestellten im Internet- und Multimedia-Bereich die Gehälter deutlich. Das berichtet «Werben & Verkaufen« (w&v) in seiner heutigen Online-Ausgabe. Die durchschnittliche Steigerung für Angestellte in Werbung, Multimedia, Marketing und Vertrieb liegt demnach bei vier bis sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dabei können sich laut w&v besonders Angestellte in New-Media-Unternehmen freuen: «Rasant wachsende Kundenbudgets für Multimedia-Kampagnen lassen die Nachfrage nach Online-Spezialisten mehr und mehr ansteigen« Mobile- und Suchmaschinenmarketing-Experten sowie Online-Strategen können dem Bericht nach «fast überall mit breiter Brust in die Gehaltsgespräche gehen«. Zitiert wird Alexander Dewhirst, Chef der Berliner Personalagentur «Designerdock«, der meint, bei einem Jobwechsel in diesen Bereichen währen mühelos zehn bis 15 Prozent Lohnzuwachs möglich.

Es scheint, als werden nun alle die belohnt, die während der Flaute der letzten Jahre durchgehalten oder trotz dieser eine Tätigkeit im Internet- und Multimedia-Bereich angestrebt haben. Und auch für alle anderen ist es noch nicht zu spät: Nach Angaben des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), den die w&v zitiert, sind derzeit rund 5.000 Stellen in der Branche nicht besetzt.

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Social Networks:
Mit bloomstreet & unddu.de wird es richtig eng!

Martin Weigert, 12. April 2007 um 22.12 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Es war wohl noch nie leichter als heute, Investoren für ein viel versprechendes Internetprojekt zu gewinnen, mediale Präsenz herzustellen (auch Blogs wie diesem sei Dank) und schnelle Bekanntheit zu erlangen. Die Kehrseite der Medaille: Viele versuchen dies. Das sorgt für einen unübersichtlichen Markt mit vielen großen und kleinen Anbietern, die sich gegenseitig ins Gehege kommen.

Davon besonders betroffen sind Social Networks. Abgesehen von den großen US-Diensten wie MySpace (das kürzlich auch eine deutsche Version gestartet hat), Friendster, Yahoo 360° oder Bebo, buhlen auch viele deutsche Plattformen um die Gunst der User. Einige konnten sich bereits fest in der deutschen Web-2.0-Kultur verankern, allen voran StudiVZ mit rund 1,8 Millionen Mitgliedern und mit etwas Abstand die lokalisten (rund 600.000 registrierte Nutzer im Januar 2007). Viele andere Netzwerke sind noch nicht so weit und versuchen, sich gegen die immer übermächtiger erscheinende Konkurrenz der Dank zahlreicher Investoren finanziell gut ausgestatteten Big Player zu behaupten. Als Beispiele seien hier JoinR und 7just7 erwähnt.

Und es wird noch enger! Im März startete bloomstreet. Das noch in der Beta-Version befindliche Social Network aus Berlin möchte eine führende Rolle bei Deutschlands Online-Communities einnehmen. Zu den Investoren gehört mit Bertelsmann ein Schwergewicht im deutschen Medienmarkt, was sicher keine schlechte Ausgangsposition ist. Doch allein davon kommen die User nicht. Nun muss man sich also beweisen. Leicht wird das auch deshalb nicht, weil ab Montag noch eine weitere Internetgröße im Community-Markt mitmischt: Dann startet WEB.DE (zum United Internet Konzern gehörend) sein soziales Netzwerk unddu.de.

Angesichts dieser Entwicklung ist es interessant zu erfahren, wie zufrieden man im Hause bloomstreet mit dem Launch ist und wie man im Kampf um die Nutzer gegen die Konkurrenten bestehen möchte.

Meine Mail mit diversen Fragen wurde prompt von Justus Hug, Director Communications bei der W/RITE MEDIA GmbH - dem Betreiber von bloomstreet - beantwortet. Genaue Angaben zu den Nutzerzahlen möchte er noch nicht machen, doch man sei mit dem bisherigen Start der Community, die momentan rund 60 Prozent des geplanten Funktionsumfangs enthält, sehr zufrieden.

Am Wichtigsten für bloomstreet ist es zurzeit sicher, schnell bekannt zu werden. Allerdings ist man laut Justus Hug hinsichtlich intensiver Marketingmaßnahmen noch in der Vorbereitung. Vermutlich wartet man auf das Feedback der Beta-Tester. Aber für die Zukunft geplant sind ungewöhnliche Below-The-Line (= Marketing abseits klassischer Mediawerbung) und Guerilla-Maßnahmen. Primär sollen besonders kreative und kommunikative Nutzer angesprochen werden.

Doch was möchte man diesen Usern bieten, um sie für bloomstreet zu gewinnen? Justus Hug weist darauf hin, dass bloomstreet “als erstes deutsches Netzwerk nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Integration bestehender Inhalte bietet.” Ein Beispiel: Nutzer können eigene Fotos und Videos von anderen Plattformen, Blogs und RSS-Feeds per Drag & Drop auf dem bloomstreet-Profil positionieren.

Wie auch bei MySpace setzt man viel auf die Macht (und die Popularität) der Musik, möchte allerdings eigene Wege gehen. Künstler präsentieren sich und ihre Songs auf eigenen Seiten. Die Tracks können dann vom User im persönlichen Music-Player eingebunden und auf dem eigenen Profil weiterempfohlen werden. Die Bandpromos werden redaktionell von bloomstreet unterstützt und betreut. Laut Justus Hug entscheidet bei bloomstreet statt der Musikindustrie die Community über den Erfolg der Künstler.

Den Start von unddu.de nimmt man bei bloomstreet ganz locker. Justus Hug erwartet, dass sich die unddu.de-Nutzer anfangs hauptsächlich aus den WEB.DE-Usern zusammensetzen werden. Diese sind durchschnittlich älter als die von bloomstreet anvisierten Anwender zwischen 14- und 29. Aber natürlich werde man sich bei bloomstreet “genau anschauen”, was bei unddu.de passiert.

Es wird spannend im Kampf um die besten Plätze in Deutschlands Social-Network-Elite!

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