Martin Weigert

Martin Weigert (Jahrgang 83), gebürtiger Berliner, hat Wirtschaftskommunikation studiert und beschäftigt sich seit 1999 intensiv mit dem Internet. Neben neuen, innovativen Web-Startups behält er die generelle Entwicklung des Netzes und der Digitalisierung im Auge und analysiert große wie kleine Tendenzen, die mit der globalen Vernetzung einhergehen. Martin Weigert gründete im März 2007 zusammen mit Michael Osl das Blog zweinull.cc, welches im Mai 2008 Teil von netzwertig.com wurde. Seit April 2010 ist er der verantwortliche Redakteur für netzwertig.com. Der Fachjournalist war unter anderem Jurymitglied bei der von deutsche-startups.de durchgeführten Wahl zum Startup des Jahres 2011 sowie Teil des Advisory Boards der von TechCrunch veranstalteten “Europas”-Awards. Ausgewählte Beiträge von ihm erscheinen regelmäßig beim netzwertig.com-Kooperationspartner WirtschaftsWoche Online.

Er bloggt außerdem privat auf www.martinweigert.com und twittert unter @martinweigert.

 

Alle 2876 Artikel von Martin Weigert auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Transparenz:
Wie das Netz Vertrauen schafft

Das Netz macht Menschen transparenter denn je, mit negativen und positiven Folgen. Noch nie war es leichter, die Vertrauenswürdigkeit von Wildfremden zu beurteilen.

Am 16. März gab Blogger und Journalist Konstantin Winkler bei Twitter bekannt, dass er sein Ticket für die diesjährige re:publica verkauft. re:publica ist eine der größten Konferenzen in Deutschland rund um Blogs, das Social Web und die Digitalisierung. Sie findet vom 14. bis 16. April in Berlin statt.

Konstantins Tweet lies mich aufhorchen, denn ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr auch zur re:publica zu fahren. Die günstigsten Tickets waren jedoch schon ausverkauft, und so dachte ich mir, warum nicht 20 Euro sparen, indem ich Konstantin sein rabattiertes Blogger-Ticket abkaufe?!

Also schaute ich auf seinem Twitter-Profil nach, fand dort die die URL seiner Website und auf dieser dann seine E-Mail-Adresse. Ich nahm per Mail Kontakt mit ihm auf, signalisierte mein Interesse, er antwortete mit seinen Kontodaten, woraufhin ich ihm das Geld überwies. Nach dessen Eingang erhielt ich von Konstantin das PDF-Ticket für die re:publica.

Und warum erzähle ich das? Konstantin und ich haben, soweit ich mich erinnere, noch nie ein Wort miteinander gewechselt – weder persönlich noch digital. Wir kannten uns also nicht – und doch herrschte ein gewisses Vertrauensverhältnis zwischen uns: Denn wir folgen einander schon seit einiger Zeit bei Twitter. Wahrscheinlich länger als ein Jahr.

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Endlose Debatte:
Bezahlinhalte-Kritik ist kein Geschäftsmodell

Seit über einem Jahr diskutiert die Medien- und Webbranche über Sinn und Unsinn von Bezahlinhalten. Es ist an der Zeit, eine scheinbar unendliche Debatte zu beenden.

Wenn es ein Thema gibt, das in diesen Monaten den digitalen Diskurs bestimmt, so ist es die leide Debatte über bezahlte journalistische Angebote im Netz. Gefühlt mehrmals täglich stoße ich über Twitter, meinen RSS-Reader oder Rivva (das leider erneut offline ist) auf Artikel, die mir erklären, warum Paid Content im Internet nicht funktionieren kann. Oder warum doch, allerdings sind solche Beiträge eher die Seltenheit.

Als im Herbst 2008 die Finanzkrise über uns hereinbrach und sich Unternehmen weltweit auf harte Zeiten vorbereiteten, dauerte es nicht lange, und die Diskussion über die Notwendigkeit von kostenpflichtigen Inhalten war (wieder einmal) in Gang.

Nach Jahren des Web-2.0-Booms, geprägt von steigenden Werbespendings im Onlinebereich und dem, was gerne als Kostenloskultur bezeichnet wird, fürchteten Verleger plötzlich, dass ihnen ein zu erwartender Einbruch der Anzeigeneinnahmen einen Strich durch ihre schöne Rechnung der Webexpansion machen würde.

Seitdem vergeht kaum eine Woche, in der nicht ein Journalist, Medienexperte, Verleger, Lobbyist, Politiker, Blogger oder eine Kombination daraus Stellung zum Konzept von Bezahlinhalten nimmt – entweder diese verteidigend, gegenüberstellend, oder kritisierend. Meist letzteres.

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Wiederholungstäter:
Facebooks zunehmendes Vertrauensproblem

Mit einer anstehenden Änderung für die Datenübermittlung an externe Websites will Facebook wieder einmal seinen Handlungsspielraum erweitern. Und zerstört damit Vertrauen.

Facebook hat ein Problem – angesicht von über 400 Millionen Nutzern und ungebrochenem Wachstum sicherlich ein Luxusproblem, aber dennoch eins mit unabsehbaren Folgen: Facebook verliert zunehmend mein Vertrauen, genau wie das vieler anderer interessierter Beobachter des weltweit größten sozialen Netzwerks.

Der Grund: Facebook hat sich mindstens einmal zu oft aus dem Fenster gelehnt und deutlicht gemacht, dass es für eine fortschreitende Monetarisierung bereit ist, über Grenzen zu gehen.

Das Disaster mit dem später eingestellten Werbeprogramm Beacon war ein erster Ausrutscher, diesen konnte ich locker verzeihen. Die Transformation von einer Plattform für die private Kommunikation hin zu einer für den öffentlichen Dialog mit all seinen Implikationen schlug mir aufgrund deutlich unterschiedlicher Anwendungsszenarien schon etwas mehr auf den Magen. » weiterlesen

United Prototype:
Holen die Sevenload-Gründer
RapidShare als Investor an Bord?

Die beiden Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan und Thomas Bachem werkeln nicht nur fleißig an ihrem neuen Gaming-Startup United Prototype, sondern haben offenbar auch einen prominenten Geldgeber an Bord geholt: Den umstrittenen One-Click-Hoster RapidShare.

Update: United Prototype hat das Investment von RapidShare mittlerweile bestätigt. Mehr dazu am Ende des Artikels.

Das Team von United Prototype präsentiert sich auf der Website. (Screenshot)

Das Team von United Prototype präsentiert sich auf der Website. (Screenshot)

Im Oktober 2009 beendeten die zwei Sevenload-Gründer Ibrahim Evsan und Thomas Bachem ihre operative Tätigkeit bei dem bekannten Videoportal aus Köln, um sich einem neuen Projekt zu widmen. Anfang Januar folgte die Gründung von “United Prototype“.

Jetzt hat United Prototype mindestens einen prominenten Investor an Bord – und aus gutunterrichteter Quelle erfahren wir, dass es sich um die die in der Schweiz ansässige RapidShare AG handelt, Betreiberin des gleichnamigen One-Click-Hosters.

Ein solches Engagement wäre aus zwei Gesichtspunkten ungewöhnlich:

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Finalfolder:
Dokumentenablage in der Cloud

An der Schnittstelle von Evernote, Dropbox und Google Docs bietet das Schweizer Startup Finalfolder ein Onlinearchiv für persönliche Dokumente – und richtet sich damit primär an Cloud-Neulinge.

FinalfolderDienste, die es Nutzern ermöglichen, Dateien und Dokumente in der Cloud abzulegen und zu verwalten, sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem digitalen Boden geschossen. Dropbox und Evernote gehören zu den bekanntesten, aber auch ZumoDrive, Sugarsync, Syncplicity, Box.net, Windows Live SkyDrive oder humyo bieten Lösungen, um die “Internetwolke” zur Datenablage und -sicherung einzusetzen.

Aus dem deutschsprachigen Raum allerdings kam diesbezüglich relativ wenig. Zu nennen ist hier sicherlich Wuala, ein Schweizer Startup, das vor rund einem Jahr an den französisch-amerikanischen Hersteller von Speicherlösungen LaCie verkauft wurde. Mit Finalfolder, das deutsche-startups.de gestern vorgestellt hat, schickt sich ein weiteres Jungunternehmen aus der Schweiz an, Nutzern die Vorteile der Cloud als Speicherort für Dokumente schmackhaft zu machen.

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Informationsbezug im Web:
Die Unendlichkeit des Streams

Die Menge an Informationen im Web nimmt stetig zu. Wer den Stream als nicht enden wollenden Strom akzeptiert, braucht sich vor “Information Overload” nicht zu fürchten.

Ich kenne einige Leute, die haben sich kürzlich ein Twitter-Konto zugelegt sowie die hohen Einstiegshürden gemeistert und sind nun regelmäßige Nutzer des Dienstes. Ihr Problem ist jedoch, dass die Zahl ihrer Follower nur langsam ansteigt.

Der Grund: Sie folgen nur sehr wenigen Usern, um ihren Twitter-Stream nicht mit Tweets Anderer zu überladen. Doch wer als Social-Web-Neuling nur einer Handvoll Nutzern folgt, hat es entsprechend schwer, Aufmerksamkeit für das eigene Twitter-Konto zu generieren.

Das Verhalten meiner Bekannten ist symptomatisch für eine Problematik, mit der viele im Echtzeitweb aktive Anwender konfrontiert sind: Sie müssen lernen, die eintreffenden Informationen als nicht enden wollenden Strom von Daten zu begreifen, der sich nur dann handhaben lässt, wenn man den Anspruch ablegt, ihn komplett abarbeiten zu müssen.

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Kurios:
formspring.me erhält Millionenfinanzierung

formspring.me, ein simpler US-Service zum Erstellen von Frageformularen für das Social Web, startete vor drei Monaten im deutschsprachigen Raum durch. Jetzt erhält er eine Kapitalspritze in Millionenhöhe.

Mitte Dezember hatte ich über das Phänomen formspring.me berichtet. formspring.me ist ein Service, mit dem Nutzer in wenigen Sekunden ein Webformular erstellen können, das anderen Usern die Möglichkeit gibt, sie anonym mit Fragen zu bombardieren.

Quasi von heute auf morgen sprach in den Tagen vor Weihnachten schlagartig die gesamte deutschsprachige Twitter- und Bloggerszene über den Dienst, der als Nebenprojekt des US-Unternehmens FormSpring.com gelauncht wurde.

Interessant war an der Begeisterung rund um formspring.me nicht nur die Tatsache, dass der Dienst so urplötzlich auf dem Radar der Netzgemeinde auftauchte, sondern auch, dass die Aufmerksamkeit für den Service anfänglich fast komplett aus dem deutschen Sprachraum kam.

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Marktbeherrschend, aber wohlwollend:
Warum der Umgang mit Google
so schwer fällt

Google steht verstärkt im Kreuzfeuer. Die Macht des US-Internetgiganten beunruhigt viele, die Furcht vor den Konsequenzen einer marktbeherrschenden Stellung steigt. Doch Google selbst verhält sich vorbildlicher als viele andere Wirtschaftsteilnehmer.

Google schlägt seit einigen Zeit eine steife Brise entgegen. Je mehr der Internetgigant seine Fühler in neue Geschäftsbereiche ausstreckt, je überlegener sich seine Produkte im Vergleich zu denen der Konkurrenz präsentieren, und je umfangreicher und verknüpfter Googles Wissen über seine Benutzer wird, desto kritischer verhalten sich Politik, Verbraucher- bzw. Datenschützer, Interessenvereinigungen sowie Wettbewerber gegenüber dem Ausnahmeunternehmen.

Auch wenn Google nicht – wie ihm gerne nachgesagt wird – ein Monopol errichtet hat, so ist es zumindest in einigen Sektoren marktbeherrschend oder kurz vor dem Erreichen eines solchen Status. Unternehmen, die eine derartige Macht inne haben, gelten gemeinhin als Bedrohung.

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SnipClips virtuelle Sammelalben:
Biete Geschäftsmodell, suche Nutzer

SnipClip, Anbieter virtueller Sammelalben, hat, was man für ein erfolgreiches Internetunternehmen braucht: Ein Geschäftsmodell, gute Partner und mediale Aufmerksamkeit. Nur eines fehlt noch: Nutzer.

Es gibt Internetdienste, die sind genial, haben eine treue und große Nutzerschaft, aber niemand sonst bemerkt sie. Es gibt aber auch solche, die erhalten vom ersten Tag an mediale Aufmerksamkeit, gewinnen diverse Gründerwettbewerbe – und all das, noch bevor sie eine nennenswerte Zahl von Usern von sich überzeugen konnten.

SnipClip gehört in die zweite Kategorie. Das 2008 gegründete Startup aus München wurde schon von diversen führenden Nachrichtenseiten vorgestellt (beispielsweise von Welt Online oder N-TV.de), hat unter anderem den Gründerpreis des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erhalten und darf sich über hochkarätige Berater aus Wissenschaft und Wirtschaft freuen.

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Download-Mediacenter in der Cloud:
Einladungen für put.io

Bereits im Dezember hatten wir put.io vorgestellt, einen Dienst zum Download und Streaming von Dateien in der Cloud. Bisher erhält nur Zugang, wer eine Einladung hat. Wir haben 30 Stück!

put.ioDas langfristige Anbieten neuer Onlineangebote in geschlossener Beta-Phase ist in letzter Zeit bis auf einige Ausnahmen aus der Mode gekommen. Gehörte es vor einigen Jahren fast zum guten Ton, einen neuen Service über Monate hinweg nur für ausgewählte Nutzer mit Einladung zugänglich zu machen, haben mittlerweile die meisten Startups eingesehen, dass diese Strategie sich nur für sehr wenige Dienste lohnt.

put.io gehört zu dieser Gruppe. Der aus der Türkei stammende Service geht seit seinem Start Ende vergangenen Jahres äußerst restriktiv mit der Vergabe von Einladungen vor: einige Tausend Invites wurden bisher über internationale Blogs und die eigene Warteliste verteilt, die Nachfrage war und ist bedeutend größer. Selbst bestehende Nutzer erhielten bisher keine Möglichkeit, weitere Freunde einzuladen.
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