
Manuel Reinhard (Jahrgang 1980) lebt in Bern, der Hauptstadt der Schweiz. Seit 1998 ist er in der Webentwicklung tätig, hat unter anderem eine Webagentur geleitet und eine Web-TV-Show moderiert. Heute ist er Gründer und CEO des Event-Ticketing-Anbieters Ticketpark. Er beschäftigt sich gerne mit den praxisnahen Bereichen des Webs und hat laufend eine handvoll praktische Nebenprojekte am laufen. Privat bloggt er unter www.sprain.ch und twittert als @sprain. Offline reist er gerne durch Mittel- und Südamerika und er steht auch im Winter gerne mal mit einem saftigen Stück Fleisch am Grill.
Alle 7 Artikel von Manuel Reinhard auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:
Im schnelllebigen Internet kommen Plattformen so schnell, wie sie gehen. Sobald ein Abschied ansteht, fehlen vielen Diensten die richtigen Worte.
So schnell wie Webplattformen auftauchen, können sie auch wieder sterben. Mit dieser Tatsache und deren Folgen müssen nicht nur die User leben, sondern auch die Betreiber. Diese tun sich aber oft schwer damit, die User oder gar Kunden angemessen zu informieren. Das bekannteste aktuelle Beispiel ist DailyBooth. Die Selbstportrait-Sharing-Plattform ist kein kleiner Fisch, sondern hat erst vor gut einem Jahr nochmals Investoren-Geld in der Höhe von sechs Millionen Dollar zugesprochen erhalten. Anfang der Woche landete bei den Usern überraschend die Nachricht in der Mailbox, dass der Dienst innerhalb weniger Wochen abgeschaltet werde. Die E-Mail kam unsorgfältig und in knappen Worten daher: » weiterlesen
Automatische Lächeln-Erkennung anstatt vernünftiger Share-Funktionalitäten: Hersteller von Digitalkameras haben aus dem Auge verloren, was Anwender heute wollen.
Irgendwo im Schrank, da liegt meine Canon Powershot G11 – ein gutes, kompaktes Gerät welches ich für eine grössere Ferienreise gekauft hatte. Doch in letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich diese Kamera immer seltener genutzt habe – dafür umso mehr mit dem Smartphone auf Fotopirsch war.
Smartphones als neue Lieblingskamera
Die Statistiken belegen, dass ich damit nicht alleine bin: Bei Flickr liegt das iPhone gleich mit zwei Modellen unbestritten an erster Stelle der meistgenutzten Kameras. In Deutschland sinkt der Verkauf von Digitalkameras von 2011 auf 2012 schätzungsweise um 2,2 Prozent, während in Großbritannien seit 2006 sogar ein Rückgang von 29 Prozent zu verzeichnen gewesen ist.
Die Gründe für dieses Umdenken sind in zwei Bereichen zu finden. Zuerst haben Handys in den letzten Jahren im Bereich Bildqualität extrem aufgeholt. Die Anzahl Megapixel ist für den durchschnittlichen Anwender mittlerweile hinreichend groß, die Bildqualität simmt für den Point-And-Shoot-Fotografen ebenfalls. Die aufgekommene Masse an Foto-Apps hat das Smartphone dann sogar auf die Überholspur geschickt: HDR-Funktionalitäten, eingebaute Filter und der einfache Zugang zum Internet mit den damit verbundenen sozialen Netzwerken lassen das Telefon zur Kamera Nummer eins werden. » weiterlesen
Datentarife sind bei Reisen ins Ausland um ein vielfaches höher als zu Hause. Dies hat durchaus seine guten Seiten.
Es ist für die klassischen Medien jedes Jahr ein gefundenes Fressen, um ein paar Sommerlöcher füllen zu können: Artikel rund um Roaming-Tarife von mobilen Daten in der Urlaubszeit. Die einen klagen, die anderen versuchen Tipps zur Kosteneinsparung zu geben. Die Preise sinken zwar, jedoch nur langsam. EU-intern sind 84 Cent pro Megabyte die neue Höchstgrenze. Wer in der Schweiz beim grössten Provider Swisscom ein Privatkunden-Abo besitzt, bezahlt bei einer Reise nach Deutschland aktuell bis zu 1,16 Euro pro Megabyte. Persönlich finde ich diese hohen Preise toll. Ich hoffe ganz ehrlich, dass dies noch möglichst lange so bleiben wird. Bevor ihr mich für verrückt erklärt, lasst mich erklären, weshalb ich dies so sehe. » weiterlesen
Der Anstoß zur Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine steht vor der Tür. Wir haben aus der Masse der Apps und Websites die Rosinen herausgepickt.
Seit der letzten Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich im Jahr 2008 hat eine Revolution stattgefunden: Smartphone-Apps eroberten die Welt! Kaum zu glauben, aber die EURO 2012 ist die erste Fußball-Europameisterschaft, seit Apples App Store und seine Pendants auf Android und Windows auf der Bildfläche erschienen. Da vier Jahre in der Computerwelt eine halbe Ewigkeit bedeuten, wird der Markt mit Apps rund um das dreiwöchige Fußballevent nun regelrecht überflutet. Wir haben uns für euch umgeschaut.
Smartphone-Apps für iPhone und Android
Die offizielle UEFA EURO 2012 App ist erstaunlich vielseitig und spaßig. So findet man nicht nur die obligatorischen, umfangreichen Daten zu allen Spiele, Mannschaften und Stadien. In einem interaktiven Fanbereich können eigene Fotos mit Fanartikel und 70er-Jahren Fußballerschnäuzern dekoriert und auf eine Europakarte hochgeladen werden. Die restlichen sozialen Aspekte der App sind etwas kompliziert aufgebaut – doch grundsätzlich ein sehr guter Wurf mit umfassenden Daten und Informationen direkt von der Quelle.
Download: iOS – Android » weiterlesen
Wie kümmert man sich nach dem eigenen Ableben um die Vererbung von Zugangsdaten zu Onlinediensten? Eine Bestandsaufnahme.
In der Welt der sozialen Netzwerke vergisst man manchmal, dass hinter jedem Stream und jeder Chronik ein Mensch aus Fleisch und Blut sitzt. Spätestens jedoch wenn einem die traurige Nachricht ereilt, dass ein liebgewonnener Online-Schreiberling von uns gegangen ist, wird einem wieder bewusst, dass man selbst auch eines Tages unerwarteterweise ein digitales Erbe hinterlassen könnte.
Seit einigen Jahren setzen verschiedene digitale Nachlassverwalter auf das durchaus sinnvolle Geschäft mit dem Tod und bieten Lösungen an, mit welchen man den Hinterbliebenen Zugangsdaten zu Onlineprofilen zukommenlassen kann. Ein Blick auf den aktuellen Stand der Angebote zeigt aber: Da geht noch mehr!
» weiterlesen
Technische Probleme können jeden Webdienst treffen. Diese wiegen aber nicht in jeder Phase gleich schwer.
Es ist der Traum eines jeden Website-Betreibers: Sieben Millionen Menschen warten auf den einen Zeitpunkt, an welchem eine gewisse Information oder Funktionalität freigegeben wird, um sich dann wie hungrige Löwen daraufzustürzen. Wie man mit dieser Situation nicht umgehen sollte, hat am Abend des 1. Mai das Außenministerium der US-Regierung bewiesen. Die USA betreiben eine Greencard-Lotterie, bei welcher jährlich 55.000 Aufenthaltsbewilligungen für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten via Zufallsgenerator vergeben werden. Begrenzt scheinen jedoch die Serverkapazitäten zu sein – was auch die 66.480 auswanderungswilligen Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu spüren kriegten.
Als um 18:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Resultate auf www.dvlottery.state.gov freigegeben wurden, gingen die Server sofort in die Knie. Was folgte, war eine peinliche und gefühlt endlose Odysee durch alle Fehler, die ein Server zu bieten hat: vom DNS-Problem über die ungültige SSL-Verschlüsselung bis zum knappen “Service unavailable”. Sechs Stunden später meldeten in den Foren erst wenige Teilnehmer, dass sie bis zu ihren Resultaten durchdringen konnten, erst in den frühen Morgenstunden waren die Server wieder zuverlässig zu erreichen – um kurz darauf erneut zusammenzubrechen.
Dies ist wohlgemerkt nicht die erste große Panne der zuständigen IT-Abteilung. Vor einem Jahr wurde die gesamte Lotterie sogar wiederholt, da durch ein Programmierfehler die Gewinner nicht nach zufälligen Kriterien ausgewählt wurden, wie dies gesetzlich verankert vorgeschrieben ist. 22.000 vermeintlichen Greencard-Anwärtern wurde ihr Gewinn wieder entzogen.
» weiterlesen
Facebooks Plattform ist viel mehr als nur ein Loginsystem. Viele Dienste und Websites könnten damit personalisierte Inhalte anbieten. Doch kaum jemand nutzt diese Möglichkeit.
Warum machen wir uns eigentlich Sorgen, unsere Daten bei Facebook zu hinterlegen? Denn obwohl diese dort für Drittdienste zur Verfügung stehen, will sie niemand nutzen.
So scheint es auf jeden Fall, wenn man vergleicht, welche Möglichkeit die Graph API von Facebook bietet und wie wenig davon in der Praxis genutzt wird. Mit Facebooks Schnittstelle ist viel mehr möglich, als bloße Logins per Facebook und vielleicht noch das automatische Erstellen von Posts in der Timeline. Über die API können nämlich von jedem Nutzer, der sich auf einer Drittseite via Facebook einloggt, die Freundesliste, favorisierte Musik, Filme und Bücher, Event-Zusagen, Likes von Facebook-Seiten und vieles mehr abgefragt werden. Dies bietet ein nahezu endloses Potential von Anwendungsszenarien, um Inhalte gemäß den Vorlieben des Users und auch den Aktivitäten seiner Freunde zu personalisieren. Nur angewendet wird diese Datenmenge kaum irgendwo.
» weiterlesen