Manuel Reinhard

Manuel Reinhard (Jahrgang 1980) lebt in Bern, der Hauptstadt der Schweiz. Seit 1998 ist er in der Webentwicklung tätig, hat unter anderem eine Webagentur geleitet und eine Web-TV-Show moderiert. Heute ist er Gründer und CEO des Event-Ticketing-Anbieters Ticketpark. Er beschäftigt sich gerne mit den praxisnahen Bereichen des Webs und hat laufend eine handvoll praktische Nebenprojekte am laufen. Privat bloggt er unter www.sprain.ch und twittert als @sprain. Offline reist er gerne durch Mittel- und Südamerika und er steht auch im Winter gerne mal mit einem saftigen Stück Fleisch am Grill.


 

Alle 14 Artikel von Manuel Reinhard auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Shareconomy:
Warum das Teilen ausgerechnet in der Schweiz boomt

Plattformen zum Teilen, Mieten und Vermieten von Gegenständen in Privatbesitz schiessen ausgerechnet in der Schweiz wie Pilze aus dem Boden. Was macht das Land so empfänglich für die Shareconomy?

In der Schweiz aktive Shareconomy-Plattformen (Grafik von sharecon.ch)

In der Schweiz aktive Shareconomy-Plattformen (Grafik von sharecon.ch)

Dass es viele Gründer in der Schweiz ernst meinen, das Teilen von Dingen in der Bevölkerung zur Gewohnheit zu machen, beweist die Existenz des im November 2013 gegründeten Vereins Sharecon. Startups und Förderer der Sharing Economy, oder Shareconomy, organisieren und engagieren sich dort, um diesem Trend weiter Auftrieb zu geben. Mindestens 15 Startups sind im kleinen Land gegründet worden, um Anbieter und Interessenten von Alltagsgegenständen, Fahrzeugen, Parkplätzen, Schlafgelegenheiten und Dienstleistungen zusammenzubringen. Mit Mobility hat sich zudem seit bereits über 15 Jahren eine Car-Sharing-Community etabliert, welche nicht mehr wegzudenken ist – mit dem Unterschied, dass die Fahrzeuge dort nicht einzelnen Mitgliedern gehören.

Weshalb eignet sich gerade das Land mit dem weltweit höchsten Durchschnittsvermögen und einem der höchsten Durchschnittseinkommen dafür, Dinge zu teilen anstatt zu besitzen? » weiterlesen

taper.me:
Ein Instagram mit Musik

taper.me will das Sharing von visuellen Inhalten mit einem Soundtrack ergänzen. Sowohl die aus der Schweiz stammende App als auch die Idee sozialer Musikdienste generell verlangen noch nach Arbeit.

Mit vielen Musikstücken verbinden wir Erinnerungen an ganz besondere Lebensmomente: Der alte Sommerhit führt uns zurück in einen tollen Urlaub und die Schnulze lässt die Nervosität vor dem ersten Date wieder aufkommen. Der Ansatz, Momente mit einem Song zu verbinden, ist die Grundlage von taper.me, einer neuen App für iOS aus der Schweiz. Die Umsetzung lässt sich als Instagram mit Musik beschreiben: Man teilt ein Foto in einem öffentlichen Stream und fügt zusätzlich einen auf Spotify verfügbaren Song hinzu. Im Gegensatz zu beispielsweise SoundTracking wird dabei stets das ganze Lied angehängt und nicht nur ein Ausschnitt

“Wir alle teilen so viele Bilder und Videos wie noch nie. Gleichzeitig hören wir mehr Musik denn je. Während sich die meisten Social-Music-Apps im Kern um die Entdeckung neuer Songs drehen, fokussieren wir uns auf Musik als Mittel fürs Storytelling”, beschreibt der Gründer Daniel Jörg, Kommunikationsstratege und international aktiver Musiker, die Idee. » weiterlesen

Eine Analogie für Startups:
Echter Mehrwert statt Süssgebäck

Viele Web-Startups sind wie Gebäck: süss und verlockend, aber ohne Mehrwert. Zukunftsträchtig ist dies in den seltensten Fällen.

Süsses Gebäck: Verlockend, aber auf lange Frist nutzlos.

Süsses Gebäck: Verlockend, aber auf lange Frist nutzlos.

Jeder ist ihnen schon begegnet: Schülern, die Gebäck verkaufen um damit ein Schulprojekt zu finanzieren. Viele von uns kaufen in solchen Situationen ein Stück Kuchen, man ist ja kein Unmensch, doch geht es dabei mehr um den eigentlichen Zweck als um das Gebäck an sich. Diesem steht man eher kritisch gegenüber, ist der Kalorien- und Zuckerbedarf ohnehin meist mehr als gedeckt und schmeckt der Schokoladenkuchen bei Mama ohnehin besser.

Ich hab mich daher gefreut, als ich letzthin an der Entsorgungsstelle von vielen fleissigen Schülerhänden empfangen wurde. “Wir nehmen Ihnen Ihre Abfälle gerne ab und entsorgen diese korrekt, für eine kleine Spende an unser Klassenlager”, schallte es mir dutzendfach entgegen. Sehr gerne stockte ich die Klassenkasse um zehn Euro auf und freute mich, dieser lästigen Arbeit für einmal entgangen zu sein. Dass es das Stück Gebäck zusätzlich auch noch mit auf den Weg gab, versüsste die Erfahrung erst recht. Ich konnte beobachten, dass viele andere Leute vor Ort offenbar gleich empfanden.

Das war in Erlebnis, welches mich als Startupper geprägt hat. » weiterlesen

PR am Beispiel von Bring:
10 erprobte Tipps für erfolgreiche Pressearbeit

Zur Vermarktung einer App oder eines Startups gehört in vielen Fällen auch die Pressearbeit. Das Team der Schweizer Einkaufslisten-App Bring verrät, welche Vorgehensweise in ihrem Fall erfolgreich war.

Die Bring!-App landete dank gelungener PR-Arbeit auf vielen iPhones.

Die Bring!-App landete dank gelungener PR-Arbeit auf vielen iPhones.

Tagesanzeiger, Blick, 20 Minuten. Es gibt kein grosses Schweizer Medienhaus, welches in den letzten Tag nicht über Bring geschrieben hätte. Dazu kommt eine ganze Reihe von weiteren Print- und Onlinemedien, Lokalradios, Podcasts und Blogs, die sich mit dem neuesten Release der Einkaufslisten-App auseinandergesetzt haben. PR-Arbeit für die eigene App kann also allen Schwierigkeiten zum Trotz erfolgreich betrieben werden. Wir haben Marco Cerqui vom Bring-Duo in Zürich getroffen und Einblick erhalten, wie dieser Erfolg gelungen ist. Er hat uns 10 Tipps mit auf den Weg gegeben.

1. Das Produkt muss gut sein. Nicht nur die beste, sondern auch die schönste Einkaufslisten-App sollte Bring werden. Cerqui ist überzeugt, dass dies bei vielen Journalisten ausschlaggebend war, als sie auf eine Kontaktaufnahme reagiert haben. Bei der Menge von Infos, die täglich in die Redaktionen reinprasseln, sticht eine besonders schöne App heraus – und weckt die Neugier.

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Mobiles Zahlen ohne Kreditkarte:
Ein Überlebensstrohhalm für die SMS

Die SMS scheint wie ein Relikt aus alter Zeit. Als Bezahlmittel hätte sie aber weiterhin grosses Potential, was weitgehend ignoriert wird.

Briefmarke kaufen per SMS - eine neue Dienstleistung der Schweizer Post.

Briefkmarke kaufen per SMS – eine neue Dienstleistung der Schweizer Post.

Fünf Jahre nach der Deutschen Post zieht nun die Schweizerische Post nach und bietet einen Service, um die Briefmarke für einen Standardbrief per SMS zu kaufen. Die beiden Dienste funktionieren praktisch identisch. Der grosse Unterschied: Während die Idee 2008 noch innovativ war, wirkt eine SMS-Lösung heute ziemlich altbacken. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber, wo die gute alte SMS gegenüber Apps doch noch die Nase vorn hat: Das Inkasso ist schon mit dabei.
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Blindkauf fürs Smartphone:
Der Teufelskreis der App-Stores

Ein App-Entwickler bietet Einblick in seine Verkaufszahlen und offenbart, dass die App-Stores ein Vertrauens-Problem haben.

(Zu) grosse Auswahl im App Store.

Unser Schwesterblog Startwerk hat darüber berichtet, wie schwierig es ist, mit der Entwicklung von Apps nennenswerte Beträge zu verdienen. Eine iOS-App bringt durchschnittlich 21.000 Dollar ein – ein Mittelmass, welches von einigen wenigen Bestsellern stark nach oben verfälscht sein dürfte.

Wie können Entwickler ihre Apps am effektivsten unter die Leute bringen und Geld damit verdienen? Der australische Unternehmer und App-Entwickler Stuart Hall hat eine interessante Blog-Serie über ein entsprechendes Experiment veröffentlicht. Er versucht, eine einfache App möglichst erfolgreich zu vertreiben und berichtet detailiert über seine Marketingaktionen und deren Ergebnisse. Die Erkenntnisse sind nicht nur für Entwickler interessant, auch als User fühlt man sich bei verschiedenen Mustern ertappt und fragt sich, ob man mit diesem Verhalten wirklich jene Art von Apps unterstützt, von welchen man gerne mehr sehen würde.
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Benutzerunfreundliche Freundeslisten:
Facebook-Nutzer haben die Übersicht verloren

Facebook macht die Bedienung der Freundeslisten unnötig schwer. Dahinter könnte Absicht stehen.

Facebook

Facebook

Der Startup Rollercoaster ist ein Begriff aus der Welt der Jungunternehmer. Er beschreibt das Auf und Ab, welches man mit einer jungen Firma mit neuen Ideen erlebt: Erfolgsnachrichten folgen auf Hiobsbotschaften, Hoffnung auf Ernüchterung in schneller Folge – man legt entsprechend emotional eine Achterbahnfahrt zurück.

Vor ein paar Tagen habe ich mich beruflich wieder einmal sehr intensiv auf dieser Achterbahn sitzend gefühlt und habe dies mit der Welt geteilt. Ganz nach der Aufforderung von Facebook: “How are you feeling?”. Es gab Likes vom Zielpublikum. Und zwei fragende Kommentare aus meinem familiären Umfeld.

In meiner Familie gibt es nebst mir keine Startupper. Mental und auch geographisch unterscheiden sich ihre Welten sehr stark von meiner. Kein Wunder, konnten sie mit meinem Post nur wenig anfangen. Fragezeichen im Kopf, vielleicht auch etwas Sorge mit dabei, bewegte sie dazu, trotzdem zu kommentieren. Schuld an solchen Situationen trägt Facebook als Plattform.
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Abgestellt:
Onlinediensten fehlt der Anstand, sich korrekt zu verabschieden

Im schnelllebigen Internet kommen Plattformen so schnell, wie sie gehen. Sobald ein Abschied ansteht, fehlen vielen Diensten die richtigen Worte.

So schnell wie Webplattformen auftauchen, können sie auch wieder sterben. Mit dieser Tatsache und deren Folgen müssen nicht nur die User leben, sondern auch die Betreiber. Diese tun sich aber oft schwer damit, die User oder gar Kunden angemessen zu informieren. Das bekannteste aktuelle Beispiel ist DailyBooth. Die Selbstportrait-Sharing-Plattform ist kein kleiner Fisch, sondern hat erst vor gut einem Jahr nochmals Investoren-Geld in der Höhe von sechs Millionen Dollar zugesprochen erhalten. Anfang der Woche landete bei den Usern überraschend die Nachricht in der Mailbox, dass der Dienst innerhalb weniger Wochen abgeschaltet werde. Die E-Mail kam unsorgfältig und in knappen Worten daher: » weiterlesen

Digitalkamera vs. Smartphone:
Kamerahersteller verpassen Chancen

Automatische Lächeln-Erkennung anstatt vernünftiger Share-Funktionalitäten: Hersteller von Digitalkameras haben aus dem Auge verloren, was Anwender heute wollen.

Irgendwo im Schrank, da liegt meine Canon Powershot G11 – ein gutes, kompaktes Gerät welches ich für eine grössere Ferienreise gekauft hatte. Doch in letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich diese Kamera immer seltener genutzt habe – dafür umso mehr mit dem Smartphone auf Fotopirsch war.

Smartphones als neue Lieblingskamera

Die Statistiken belegen, dass ich damit nicht alleine bin: Bei Flickr liegt das iPhone gleich mit zwei Modellen unbestritten an erster Stelle der meistgenutzten Kameras. In Deutschland sinkt der Verkauf von Digitalkameras von 2011 auf 2012 schätzungsweise um 2,2 Prozent, während in Großbritannien seit 2006 sogar ein Rückgang von 29 Prozent zu verzeichnen gewesen ist.

Die Gründe für dieses Umdenken sind in zwei Bereichen zu finden. Zuerst haben Handys in den letzten Jahren im Bereich Bildqualität extrem aufgeholt. Die Anzahl Megapixel ist für den durchschnittlichen Anwender mittlerweile hinreichend groß, die Bildqualität simmt für den Point-And-Shoot-Fotografen ebenfalls. Die aufgekommene Masse an Foto-Apps hat das Smartphone dann sogar auf die Überholspur geschickt: HDR-Funktionalitäten, eingebaute Filter und der einfache Zugang zum Internet mit den damit verbundenen sozialen Netzwerken lassen das Telefon zur Kamera Nummer eins werden. » weiterlesen

Mobile Daten im Ausland:
Plädoyer für hohe Roaming-Kosten

Datentarife sind bei Reisen ins Ausland um ein vielfaches höher als zu Hause. Dies hat durchaus seine guten Seiten.

Es ist für die klassischen Medien jedes Jahr ein gefundenes Fressen, um ein paar Sommerlöcher füllen zu können: Artikel rund um Roaming-Tarife von mobilen Daten in der Urlaubszeit. Die einen klagen, die anderen versuchen Tipps zur Kosteneinsparung zu geben. Die Preise sinken zwar, jedoch nur langsam. EU-intern sind 84 Cent pro Megabyte die neue Höchstgrenze. Wer in der Schweiz beim grössten Provider Swisscom ein Privatkunden-Abo besitzt, bezahlt bei einer Reise nach Deutschland aktuell bis zu 1,16 Euro pro Megabyte. Persönlich finde ich diese hohen Preise toll. Ich hoffe ganz ehrlich, dass dies noch möglichst lange so bleiben wird. Bevor ihr mich für verrückt erklärt, lasst mich erklären, weshalb ich dies so sehe. » weiterlesen