Michael Osl


 

Alle 38 Artikel von Michael Osl auf netzwertig.com:

Web 2.0 Dienste, von denen es nun genug gibt

Michael Osl, 1. Mai 2007 um 11.13 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Angesicht des vielen Kapitals, das derzeit auf der Jagd nach Web 2.0-Startups ist, schmieden beginnend beim Hartz-4 Empfänger, der von Gärtner zum Webdesigner umgeschult wurde, bis hin zum Vorstandsvorsitzenden eines Multi-Millionen-Konzerns die unterschiedlichsten Menschen eifrig Pläne, wie auch sie mit dem Web 2.0 das große Geld machen können.

Aber womit groß durchstarten? Angesichts der ungeschriebenen Regel im Web 2.0, dass immer nur die größten Anbieter in jedem Segment erfolgreich sein können, eine knifflige Frage. In jedem Bereich vereinen die wenigen großen Anbieter einen Großteil der User (auch hier kann man vermutlich von einem Long-Tail-ähnlichem Prinzip sprechen). Zu jedem MySpace gibt es nämliche hunderte Ableger, von denen noch nie jemand gehört hat und die nur über eine äußerst bescheidene Anzahl an Nutzern verfügen.

Besonders im deutschsprachigen Web ist es recht beliebt, US-Vorbilder zu klonen. Natürlich lassen sich dabei viele von Erfolgsmeldungen wie jener von StudiVZ beflügeln. Mittlerweile ist es jedoch so, dass nahezu jeder große US-Web 2.0-Dienst auch über erfolgreiche deutschsprachige Pendants verfügt.

Auch die Strategie, einen bestehenden Dienst zu klonen um dann mit noch mehr Features, noch coolerem Design und viel besserem Support das Original abzuhängen, scheint aussichtslos: Hat ein Dienst es erst mal geschafft, eine große Nutzerbasis aufzubauen, dann ist es nahezu ausgeschlossen, dass man den Großteil der Nutzer dazu bewegen kann, von einem Dienst zum nächsten zu wechseln. Jedenfalls ist mir kein solcher Fall einer «Massenflucht« bekannt.

Innovationen sind deshalb gefragt - eine gute Idee zu haben und der Erste seiner Nische zu sein, der es schafft, die Sache groß raus zu bringen. Doch leider scheint es mit den originellen Ideen nicht immer allzu weit hergeholt zu sein. Ich will deshalb hier mal eine Liste von Diensten bringen, von denen es meiner Meinung nach mittlerweile genug (erfolgreiche) Anbieter gibt und die es sich schlichtweg nicht mehr lohnt, zu klonen. Wer seine Idee auf dieser Liste wieder findet, sollte es sich vielleicht deshalb noch mal überlegen.

Social Networks und Kontaktportale

Wie Martin schon schrieb: Es wird eng! Nicht nur, dass es schon viele etablierte Portale wie MySpace, Xing und StudiVZ gibt, wird der Markt derzeit auch noch von neuen Anbietern wie unddu oder jubii regelrecht überschwemmt. Angesichts einer Einwohnerzahl von 100 Millionen Menschen im deutschsprachigem Raum scheint zwar durchaus noch Potential da zu sein, ein großes Netzwerk aufzubauen (siehe jedoch auch: «Digitale Spaltung: Wenn der Begriff «Blog» für fragende Blicke sorgt«) - für Startups dürft es allerdings denkbar schwierig sein, sich einen Teil dieses Kuchens zu sichern: Die meisten der bestehenden Portale sind nämlich sowohl mit massig Kapital für Entwicklung und Marketing als auch einer großen bestehenden Nutzerbasis ausgestattet. Die einzige Chance besteht möglicherweise darin, eine absolute Nische mit hohem Nutzwert für seine Zielgruppe zu besetzen.

Platzhirsche

Twitter Clones

Ist schon die Sinnhaftigkeit des Originales sehr stark zu anzuzweifeln, wird das deutschsprachige Internet derzeit zusätzlich noch mit einer regelrechten Flut an Twitter-Clones überschwemmt. Wer also heimlich davon träumt, mit einem weiteren Twitter-Plagiat groß raus zu kommen, der darf mir getrost glauben: Nein, die Welt braucht keinen weiteren Twitter-Klon.

Platzhirsch

Videoportale

YouTube gilt als das Web 2.0-Märchen schlechthin: Im Februar 2005 in einer Garage gegründet steigt es quasi über Nacht kometenhaft auf, um anschließend im November 2006 von Google um die stolze Summe von 1,65 Milliarden US-Dollar übernommen zu werden. Auch im deutschsprachigen Raum gibt es erfolgreiche Anbieter wie etwa sevenload, hinter denen meist große Medienkonzerne stehen. Angesichts solcher Big Player gibt es für Startups außer vielen rechtlichen Problemen in diesem Segmenten also wohl eher nichts zu holen.

Platzhirsche

Social Bookmarks
Social Bookmarking-Portale sind nur bei einer großen Anzahl an Nutzern und Bookmarks wirklich interessant. Nur so ist es möglich, aktuelle Trends abzubilden und eine vernünftige Bewertung der Webseiten vorzunehmen. Platzhirsche mit Millionen an Bookmarks und breit gestreuter Nutzerbasis wie del.icio.us oder Mister Wong zu verdrängen, dürfte schwer fallen. Auch unter reinen News-Bookmarking-Portalen wie Digg bzw. deren deutsche Pendants Yigg und Webnews ist der Kuchen bereits verteilt.

Platzhirsche

Preisvergleichsportale
Vielleicht nicht unbedingt Web 2.0 in seiner reinsten Form – allerdings versuchen zusehends mehr Anbieter, ihre Preisvergleichsportale mit Web 2.0-Fetures aufzupeppen. Neuankömmlingen erwartet in diesem Segment nicht nur beinharte Konkurrenz, sondern auch hoher Pflegeaufwand.

Platzhirsche

  • Einfach mal bei Google nach einem beliebigen aktuellen Produkt suchen

Frage-Antwort-Seiten

User stellt eine Frage, User bekommt Antworten. Das kann sowohl ernst gemeint sein (Yahoo! Answers) als auch leichten Blödelcharakter haben wie bei Antwortr oder Fragr zu sehen. Eines ist jedoch klar: Auch davon gibt’s mittlerweile genug. Zumal es die breite Masse nicht immer brennend interessieren dürfte, wenn sich jemand öffentlich fragt, warum er im Kino immer neben Asis sitzt.

Platzhirsche

Fazit
Natürlich sollte sich niemand entmutigen lassen – Vermutlich wehte auch Sergey Brin und Larry Page von Google heftiger Wind der Sorte «Was, noch ‘ne Suchmaschine? Es gibt doch schon Altavista«) entgegen, als sie ihre Pläne präsentierten, eine neue Suchmaschine zu entwickeln. Trotzdem schafften sie es in nicht mal zehn Jahren, ein Milliardenimperium aufzubauen und den damaligen Tonangeber Altavista in die völlige Bedeutungslosigkeit zu versenken. Gleichwohl es natürlich etwas anderes ist, ein mühsam aufgebautes und gepflegtes soziales Netze zu einem anderen Anbieter zu transferieren, als mal eben www.google.com statt altavista.digital.com in den Browser einzutippen. Dennoch dürften Startups in der Regel besser beraten sein, vielleicht etwas länger Brainstorming zu betreiben, statt blindlings einfach irgendwas zu kopieren.

PS: Natürlich bist Du gerne eingeladen, ein Kommentar zu hinterlassen, wenn du noch ein Segment kennst, das hier nicht erwähnt ist.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Yahoo holt zum Gegenschlag aus:
680 Mio. $ für Right Media

Michael Osl, 30. April 2007 um 8.44 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Yahoo kauft das in New York ansässige Online-Marketing-Unternehmen Right Media, an dem es bisher schon zu 20 % beteiligt war. Mashable spricht unter Berufung auf einen New York Times Artikel von einer Übernahmesumme von 680 Millionen US-$. (Zum Vergleich: Google legte für DoubleClick 3,1 Milliarden US-$ hin).

Terry Semel, CEO von Yahoo, schreibt in seinem Blog dazu: “We hope to revolutionize the way ads are bought and sold on the Internet and, in turn, drive more value for advertisers, publishers, and partners.”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Kostenlos telefonieren mit Jubii:
Erster Einblick in den neuen Dienst

Michael Osl, 26. April 2007 um 20.33 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Neben Unddu ging diese Woche ein weiterer neuer Dienst online: Lycos startete wie angekündigt Jubii - in der ersten Ausbaustufe mit einem E-Mail Client, einem Messenger sowie einem Datei-Austausch-Service. Weitere Dienste wie JubiiWorld (Chat), JubiiDate (Single-Börse) und JubiiPages (Homepage-Baukasten) folgen noch.

Die Registrierung ist recht simpel gehalten und begnügt sich mit der Angabe von Vor- und Nachname sowie Wohnort und Alter und geht alles in Allem schnell von der Hand.

Hat man sich registriert und loggt sich das Erste mal ein, so findet man einen aufgeräumten E-Mail-Webclient vor sich, der sehr Web 2.0ig durchgestylt ist. Die gefällige Oberfläche wird allerdings jetzt schon durch extrem penetrante Werbebanner getrübt, die es wirklich anstrengend machen den Dienst zu nutzen. Auch das Targeting scheint noch nicht ganz ausgefeilt zu sein, anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, dass ich andauernd Hormonpflaster zur Verhütung angeboten bekomme. Natürlich verstehe ich Jubii, dass sie irgendwie auch ihr Geld verdienen müssen, aber man könnte es sich durchaus überlegen, ob man Werbung nicht auch auf eine dezentere und gezieltere Art und Weise machen kann - besonders unter dem Aspekt, dass man User ja dazu bewegen möchte, den Dienst täglich zu nutzen.

jubii-banner.png

Neben dem E-Mail-Client gibt es in der aktuellen Version noch eine Kontaktverwaltung sowie einen Medien-Manager. Diesen kann man verwenden um Dateien wie Bilder und Videos zu verwalten und diese mit seinen Kontakten auszutauschen. Jede Datei darf maximal 10 MB groß sein (Ausnahme: Videos mit 20 MB bzw. 10 Minuten Länge). Das Hochladevolumen beträgt pro Monat 500 MB und insgesamt stehen jedem Nutzer 10 Gigabyte zur Verfügung.

Das wirkliche Killer-Feature von Jubii ist derzeit allerdings, dass man kostenlos telefonieren kann. So sind in der derzeit laufenden Beta-Phase kostenlose Gespräche nach Deutschland, Österreich, Dänemark, Frankreich, Italien, in die Niederlande, Spanien, Großbritannien, in die USA und nach Kanada möglich. Die Gesprächsdauer ist allerdings auf maximal fünf Minuten begrenzt und funktioniert vom Prinzip her wie bei Jajah: Man gibt seine eigene Nummer an, die Nummer der Person die angerufen werden soll und klickt auf “Anrufen”. Danach läutet das eigene Telefon und die Verbindung wird hergestellt. Die Verbindungsqualität ist recht passabel, jedenfalls als ich den Dienst ausprobiert habe.

Fazit
Trotz nett gestalteter Obefläche vermag Jubii ebensowenig wie Unddu Begeisterungsstürme in mir hervorzurufen. Jedoch muss man auch hier dem Dienst erst Zeit geben, bis er eine halbwegs große Nutzerbasis aufgebaut hat und alle Funktionen freigeschaltet sind. Das derzeit beste Feature ist allerdings das kostenlose Telefonieren, vermutlich weil man dann auch nicht auf all die nervigen Werbebanner schauen muss.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Unddu.de geht online - erstes Fazit

Michael Osl, 24. April 2007 um 20.39 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Etwas später als ursprünglich angekündigt ging heute www.unddu.de an den Start. Derzeit sind allerdings noch nicht alle Module verfügbar, diese werden erst nach und nach freigeschaltet.

Was mir dabei auf den ersten Blick sauer aufstößt: Um sich registrieren zu können, muss man sich vorher bei WEB.DE oder GMX eine E-Mail-Adresse holen. Warum jemand, der diesem sozialen Netzwerk beitreten will, erst eine neue Freemail-Adresse aufgezwungen bekommt, entschließt sich dabei völlig meiner Kenntnis. Bei beiden Anbietern jedenfalls muss man sich mit voller Anschrift registrieren - Postfachadressen sind nicht zugelassen. Ich hoffe, der Dienst wird im weiteren Verlauf auch für Nutzer außerhalb von WEB.DE oder GMX geöffnet.

Nun gut. Hat man erst mal die Hürden der Registrierung hinter sich gebracht und loggt sich ein, landet man auf seiner Benutzerseite. Es handelt sich dabei salopp gesagt in erster Linie um einen “Homepage-Baukasten”, mit dem man seine eigenen Webseiten erstellen kann, die dann im Format username.unddu.de aufrufbar sind. Die einzelnen Seiten kann man dann mit Modulen gestalten und so etwa RSS-Feeds einbinden, Videos oder Fotos anzeigen und so weiter. Die Elemente lassen sich mit Drag und Drop auf der Seite herumschieben und positionieren. Die enorm Ajax-lastige Oberfläche wirkt dabei alles in allem recht robust und sauber gelöst - das Basteln von Seiten geht so recht leicht von der Hand. Die erstellten Seiten kann man dann entweder öffentlich oder privat zugänglich machen.

unddu.png

Wie so eine Nutzerseite aussieht, sieht man zum Beispiel auf chris.unddu.de. Dieser Benutzer ist übrigens der persönliche Ansprechpartner der Plattform, der den Usern zu Fragen rund um das neue Portal zur Verfügung steht.

Die Soziale Komponente wirkt derzeit jedoch noch etwas rudimentär und unübersichtlich. Wo gebe ich denn zum Beispiel Profildaten über mich ein? Wie finde ich Freunde oder Gleichgesinnte? Ich habe nur herausfinden können, wie man Freunde in seine Liste aufnimmt, aber nach Gruppenfunktionen und dergleichen habe ich vergeblich gesucht. Aber wie gesagt, das Portal scheint noch nicht zur Gänze freigeschaltet zu sein, es ist also durchaus möglich, dass das alles noch kommt.

Erstes Fazit

Die Widgets und die Gestaltungsmöglichkeiten, die ich auf meinen eigenen Seiten habe, sind ganz nett, aber besonders die soziale Komponente wirkt auf mich noch etwas vernachlässigt und unübersichtlich. Natürlich sollte man dem Portal aber erst mal etwas Zeit geben, um vollständig in Gang zu kommen, bevor man ein weiteres umfassenderes Urteil abgeben kann.

Auf mich wirkt unddu.de jedoch auf den ersten Blick wesentlich unspektakulärer als angekündigt. Aber lassen wir uns mal überraschen, was noch alles kommt ;)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Bewertet Google wirklich nur Website-Links?

Michael Osl, 19. April 2007 um 18.39 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

In letzter Zeit fallen mir beim Surfen durch das Netz immer mehr Webseiten auf, auf welcher der Einsatz des nofollow-Attributes recht bizarre Blüten treibt. Das nofollow-Attribut war ursprünglich dafür gedacht, jene Links zu kennzeichnen, die von Google für die Bewertung von Webseiten nicht berücksichtigt werden sollen. Links etwa, welche von Usern selbst eingegeben werden können und über die man als Betreiber einer Webseite somit keine Kontrolle hat. So nützlich die Idee dahinter ist, so wird diese Methode in der Praxis jedoch immer mehr ad absurdum geführt. Der Trend unter Webseiten-Betreibern nämlich, pauschal alle ausgehenden Links mit diesem nofollow-Attribut zu versehen scheint immer mehr zuzunehmen. Der Grund: Die gesamte Linkkraft kann auf bezahlte Links gebündelt werden, denen somit insgesamt mehr der begehrten Linkkraft zugute kommt. Die Idee des Links als Stimmabgabe eines Seitenbetreibers für empfehlenswerte Seiten wird damit jedoch zunichte gemacht.

Matt Cutts, seines Zeichens oberster Spam-Jäger bei Google und Betreiber eines der für die SEO-Szene einflussreichsten Blogs, lies neulich mit diesem Blogbeitrag aufhorchen, in welchem er Möglichkeiten vorstellte, mit welcher bezahlte Links an den Suchmaschinen-Giganten gemeldet werden können. Erstmal natürlich alles rein für Forschungszwecke, wie Cutts versicherte, keine Webseite werde dadurch schlechter gerankt. Nichts desto trotz führte diese Meldung zu wilden Spekulationen. Sind Google bezahlte Links etwa ein Dorn im Auge?

Nicht nur die zuvor erwähnten Praktiken lassen für mich nur einen Schluss zu: Sie müssen es sein. Ich denke, würde Google wirklich nur die Links von Webseiten so wie sie sind als Kriterium heranziehen, sähen die Ergebnisse der Suchmaschine ganz anders aus. Wie viele PageRank-starke Web-Seiten gibt es denn heute noch, welche nicht irgendwo ein paar bezahlte Links platziert haben? Der Markt für Text-Links ist jedenfalls riesig.

Um dem Problem Herr zu werden kann man zum einen die Relevanz der einzelnen Links bewerten (was Google auch schon macht) und zum anderen die Weisheit der Massen zu diesem Zwecke für sich zu nutzen und Google wäre ganz schön schlecht beraten, das nicht zu tun. Letztendlich sind es ja nicht Webseiten-Betreiber, die über das Ranking von Webseiten bestimmen sollen, sondern die User selbst.

Instrumente um das Nutzerverhalten in die Suchmaschinenergebnisse einfließen lassen zu können, hält Google mehr als genug in der Hand: Den Google RSS-Reader zum Beispiel. Mit diesem Werkzeug lassen sich die Popularität von Blogs und Nachrichtenseiten hervorragend bewerten. Doch damit nicht genug. Google bietet bekanntlich den populären E-Mail Dienst Google Mail an. Kein Geheimnis ist es, dass der Inhalt der E-Mail-Nachrichten dort automatisiert ausgelesen wird, um kontextbezogene Werbung anzuzeigen. Was spräche also dagegen, den Text nicht gleich auch nach Links zu scannen, um diese in das Webseitenranking mit einfließen zu lassen?

Natürlich hat niemand den Beweis dafür, dass Google so etwas tatsächlich auch macht. Wer solche Überlegungen aber für völlig aus der Luft gegriffen hält, sollte sich diesen Blogbeitrag auf problogger zu Gemüte führen: How Google Blogsearch ranks your Posts… In their own words!. Hier ist von einem Google-Patentantrag für die Bewertung von Blog-Beiträgen die Rede, für welche die eben erwähnten Kriterien (Anzahl der RSS-Abonnenten, Erwähnung des Beitrags in E-Mails und mehr) herangezogen werden.

Alles natürlich im Sinne der guten Suchergebnisse …

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Zuwachs in der Google Office-Famile:
Presentations kommt

Michael Osl, 18. April 2007 um 8.34 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Nach Google Docs und Google Spreadsheets bekommt die Google Office-Familie demnächst Zuwachs: Wie TechCrunch berichtet, wird die Produktfamilie demnächst um eine Präsentations-Software erweitert werden.

Zu diesem Zweck wurde auch das aus San Francisco stammende Unternehmen Tonic Systems von Google gekauft, wie im Google Blog nachzulesen ist. Google beschreitet damit vermutlich einen ähnlichen Weg wie bei Writely, das später in Google Docs aufging.

Das Release der Google-Präsentationssoftware ist für den Sommer geplant.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Und Startups die Dritte:
Gründer gesucht!

Michael Osl, 17. April 2007 um 18.57 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Weil wir gerade so schön beim Thema Startups sind: Jens Kunath, Geschäftsführer der gleichnamigen Beteiligungsgesellschaft, schreibt heute in seinem Blog, dass er seit drei Monaten auf Ausschau nach Web-Startups ist, denen er mit “Kapital, Kontakten und Know How” unter die Hände greifen kann, jedoch trotz intensiver Suche bisher niemanden finden konnte.

Hatte die “Welt” also doch Recht? Beschränkt sich die deutschsprachige Web 2.0-Szene wirklich nur auf das Kopieren von bestehenden Projekten? Wenn man sich die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Twitter-Clones ansieht könnte man das ja wirklich fast wirklich meinen.

Keine neuen Ideen im Land der Denker? Das glaube ich nicht … ich bin mir sicher, dass sich tausende kreative Köpfe unter uns tummeln, die gute Ideen haben und denen es nur an Kapital und Unterstützung fehlt, um groß rauszukommen. Auf jeden Fall ist es ein sehr positives Signal, dass so viele Investoren bereit sind, in diesen Markt zu investieren. Herrn Kunath wünsche ich auf jeden Fall viel Glück bei seiner Suche :)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Safer Web 2.0:
Datenschutz-Anwenderstrategien im Web 2.0

Michael Osl, 15. April 2007 um 19.00 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Ein für viele leidiges und mit einem gewissen Paranoia-Image behaftetes Thema ist der Datenschutz im Web 2.0. Auch wenn die meisten Menschen “nichts zu verbergen haben” kann einem das vollständige Offenlegen seiner Privatsphäre doch irgendwann zum Verhängnis werden.

In diesem Artikel versuche ich daher, die möglichen Gefahren aufzuzeigen, sowie Anwender-Strategien zu erörtern, um seine Privatsphäre im Web 2.0 besser schützen zu können.

Gefahren

Viele Anwender sind sich oft gar nicht darüber bewusst, welche Konsequenzen es haben kann, wenn man seine Privatsphäre und Aktivitäten im Netz allzu unbedacht für jedermann nachvollziehbar macht.

So bedenken viele etwa nicht, dass Veröffentlichungen, die man einmal ins Netz stellt und es dort schaffen die Runde zu machen, nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Noch brisanter wird es, wenn dabei nicht nur die eigenen sondern auch die Persönlichkeitsrechte Dritter verletzt werden. Ein besonders krasses Beispiel ist der Fall eines Mannes, welcher ein privates Sex-Video seiner Ex-Freundin im Netz verbreitet hat. Da es nicht mehr möglich ist, eine solche Datei jemals wieder aus den Netz zu entfernen, wurde der Mann deshalb auch zurecht mit einer entsprechend hohen Strafe bedacht.

Ein gutes Video zu diesem Thema namens “Think before you post” findet sich auch bei YouTube:

Eine weitere Tücke, derer sich vor allem jugendliche Internet-Nutzer oftmals nicht bewusst sind: Das Netz vergisst nicht. Einem heute 16 jährigen kann es in zehn Jahren vielleicht zum Verhängnis werden, wenn er auf einer Community-Seite es als eines seiner Hobbys angibt, gerne Gras zu rauchen und er darüber bloggt, wie er letzte Woche im Ausnüchterungszimmer des örtlichen Krankenhauses aufgewacht ist. Denn selbst wenn die Daten nach dem Durchleben der pubertären Phase von den originären Webseiten nachträglich geändert oder gelöscht werden, ist es durch Caching-Dienste wie Archive.org ein leichtes, diese Daten auch in Zukunft abzurufen.

Es dürfte auch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis kriminelle Banden das soziale Web für sich entdecken. Social Engineering und Phishing klappt umso besser, je personalisierter sich die Nachrichten gestalten lassen, in denen der arglose Anwender gebeten wird, einen Dateianhang zu öffnen oder seine PINs einzugeben. Hier hilft nur erhöhte Wachsamkeit sowie Sensibilisierung der Anwender.

Strategien für Anwender

Zugegebenermaßen ganz schön viel schwarzgemalt jetzt. Aber um es vorwegzunehmen: Ich möchte hier jetzt nicht propagieren, als Schutzmaßnahme gleich allen Web 2.0-Diensten zu entsagen. Eine Taktik nämlich die damit vergleichbar wäre, künftig das Einkaufen von Lebensmitteln zu unterlassen, um es zu verhindern das Opfer von Taschendieben zu werden. Vielmehr heißt es, sich der Gefahren bewusst zu sein und Mittel einzusetzen, welche das Ausspähen von persönlichen Daten erschweren.

Welche Daten veröffentliche ich über mich?

Als allererste und wichtigste Frage sollte man sich stellen: Welche Web 2.0-Dienste bringen wirklich einen Nutzen für mich und welche Daten soll ich dort veröffentlichen? Ist es wirklich notwendig, jeden Schritt den ich mache öffentlich zu verlautbaren? Möchte ich, dass private Bilder und Gedanken für alle möglichen Leute (Nachbarn, Arbeitskollegen, etc…) frei zugänglich sind ohne darüber Kontrolle zu haben?

Doch nicht nur was man über sich selber veröffentlicht gilt es zu Bedenken. In vielen Web 2.0-Anwendungen ist es Leuten auf der Kontaktliste ebenso möglich, Daten über einen selbst zu veröffentlichen. Ein bekanntes Beispiel: Das Verlinken von Fotos auf StudiVZ. Fügt man selber solche Daten hinzu, sollte man sich die Frage stellen, ob es zu Problemen führen kann, Informationen über Dritte zu veröffentlichen.

Unterschiedliche Pseudonyme verwenden

Wer ein und den selben Benutzernamen für viele Dienste verwendet, gibt unter Umständen enorme Informationen über sich Preis: Welche Waren zu welchem Preis habe ich neulich bei eBay gekauft? Welche Webseiten habe ich kürzlich besucht? Welche Artikel habe ich auf Wikipedia bearbeitet?

Wer es anderen erschweren will, auf diese Weise an ein vollständiges Personenprofil zu gelangen, dem ist es anzuraten, mit verschiedenen Pseudonymen und Benutzernamen zu arbeiten. Schon bei der Registrierung ist es ratsam, für jeden Dienst eine eigene E-Mail-Adresse zu verwenden.

Datenfreigaben überarbeiten

Das Verwenden von Pseudonymen ist allerdings nicht immer möglich. In Business-Portalen wie Xing oder LinkedIn etwa würde man sich wohl eher lächerlich damit machen - außerdem wird man in den Nutzungsbedingungen ohnehin dazu angehalten wahrheitsgemäße Angaben zu seiner Person zu machen.

Sehr wohl kann man sich jedoch fragen, ob es denn wirklich notwendig ist, sämtliche private Adressdaten und Telefonnummern zu hinterlegen, selbst wenn diese nicht für jedermann freigegeben sind.

Man sollte sich nämlich immer darüber im Klaren sein, dass auch nicht allgemein zugängliche Daten in sozialen Netzwerken in unbefugte Hände gelangen können – Durch Programmierfehler, Cracker-Angriffe und dergleichen mehr. Beispiele aus der Vergangenheit gibt es genug, wie etwa bei StudiVZ oder Flickr. StudiVZ etwa schließt in seinen neuen AGB eine Haftung dafür aus, sollte es Dritten gelingen, Daten auszuspähen. Zufall? Wohl kaum.

Verknüpfung verschiedener Profile vermeiden

Bedient man sich, wie im weiter oben erwähnt, unterschiedlicher Benutzernamen, dann sollte das gegenseitige Verlinken der eigenen Nutzerprofilen zueinander natürlich vermieden werden. Gelangt der neue potentielle Arbeitgeber nämlich trotzdem mit zwei Klicks vom Xing-Profil auf das YouTube-Video, auf denen zu sehen ist, wie man gerade neben einen 200-Liter-Eimer Sangria kotzt kann dies der künftigen Karriere unter Umständen abträglich sein.

Selbst wenn der aktuelle Trend dahin geht, die verschiedenen sozialen Netzwerke untereinander zu verknüpfen, ist es trotzdem ratsam, jeden Dienst für sich alleine stehend zu betrachten - oder zumindest die Dinge sauber zu trennen. Es spricht ja nichts dagegen, wenn man einen Flickr-Account als Blog-Bilder-Hosting-Dienst verwendet, solange man denselben Account nicht auch für die privaten Urlaubsbilder verwendet.

Aber nicht nur direkte Verlinkungen sollte man vermeiden, vielmehr sollte man auch Angaben entfernen, welche doch wieder eindeutig auf die Person rückschließen lassen, wie Skype-Namen, E-Mail-Adressen und so weiter.

Indizieren von Daten verhindern

Wer von uns hat nicht schon mal nach einem Namen aus dem Bekanntenkreis bei Google gesucht? Dabei ist es ein leichtes, Daten vor Suchmaschinen zu verstecken - zumindest vor den großen, ethisch korrekt arbeitenden. Die simple Verwendung eines noindex-Tags in den Meta-Tags verhindert schon, dass eine Webseite indiziert und die Seite so aufgefunden werden kann.

Will man verhindern, dass Texte indiziert werden, so kann man sich auch Bildern bedienen, die Texte enthalten, muss sich aber bewusst sein, dass darunter die Barrierefreiheit leiden kann.

Es kann auch sinnvoll sein, es Archivierungsdiensten zu untersagen, die Seiten in ihren Cache aufzunehmen. Eine Anleitung dazu findet sich hier.

Bevorzugt Dienste mit HTTPS-Verschlüsselung verwenden

Eine Warnung, die es seit Anbeginn des Webs regelmäßig runtergebetet wird und dennoch nicht oft genug wiederholt werden kann: Alle Daten im Internet werden in der Regel (und das schließt abgesendete Formulardaten und Passwörter mit ein) ohne jegliche Verschlüsselung übermittelt. Allen Stationen die ein Datenpaket auf dem Weg zwischen Anwender und Server passiert ist es mit geringstem minimalen Aufwand möglich, den Datenverkehr abzuhören.

Abhilfe schafft hier SSL, wie es zum Beispiel Banken für Online-Banking verwenden. Leider muss jedoch der Anbieter eines Web-Dienstes diese Form der Verschlüsselung unterstützen, was sehr häufig nicht der Fall ist. Ein Grund, warum die SSL-Verschlüsselung bis heute keine allgemeine Verbreitung gefunden hat dürfte sein, dass diese für die Webserver eine stark erhöhte Belastung darstellt - und ein Webserver somit weniger Verbindungen gleichzeitig annehmen kann. Ebenso sind SSL-Zertifikate mit hohen Kosten verbunden sind, wenn man sich diese von einer vertrauenswürdigen Stelle wie Thwate oder VeriSign ausstellen lässt. Man kann durch Feedback dem Betreiber seiner Lieblings-Web 2.0-Dienste dennoch signalisieren, dass solche Features von den Usern gewünscht werden.

Fazit

Will man die Vorteile und Möglichkeiten des Web 2.0 in vollem Umfang nützen, dann lässt es sich nicht vermeiden, gewisse Daten über sich Preis zu geben. Wichtig ist es dennoch, sich Gedanken darüber zu machen, welche Daten man veröffentlicht und es zu verhindern, Dritten allzu leicht die Möglichkeit zu geben, ein umfassendes Personenprofil erstellen zu können.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Lycos startet Jubii in Deutschland

Michael Osl, 14. April 2007 um 20.03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Und noch einer versucht es: Heise online berichtet heute, dass Lycos Europe am kommenden Montag die neue Plattform Jubii in Deutschland starten wird.

Das Portal, welches für den US-Markt bereits vor sechs Wochen gestartet wurde, will “das Beste des Web 2.0″ in einem Dienst vereinen: E-Mail-Service, Datei-Austausch & soziale Netzwerke. Mittelfristig ist geplant, die derzeitigen Lycos-Dienste Mail, Chat und Love@LYCOS im Laufe des Jahres vollständig in den neuen Dienst aufgehen zu lassen.

Man könnte also auch von Lycos 2.0 sprechen ;) Man darf gespannt sein, ob sich die ehrgeizigen Ziele, Marktführer in diesem Segment zu werden verwirklichen lassen. Mit derzeit rund 6 Millionen Lycos-Mail Nutzern befindet sich Lycos aber schon mal in einer durchaus guten Ausgangsposition - allerdings bleibt vermutlich abzuwarten, ob es Lycos gelingt, auch eine große Anzahl an Nutzern außerhalb des bestehenden Stammes zu gewinnen und sich im immer dichter werdenen Markt an sozialen Netzwerken zu behaupten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Social Spamming

Michael Osl, 10. April 2007 um 18.43 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Social Bookmarking Portale gewinnen zusehends an Bedeutung. Eine Platzierung auf der Startseite von Digg zum Beispiel ist dazu in der Lage, auf einen Schlag die Besucherzahlen einer Webseite enorm in die Höhe zu treiben. Auch wenn viele Server ob des Ansturmes dann recht schnell in die Knie gehen, der Andrang nur von kurzer Dauer ist und die web-affinen Benutzer eher nicht dazu tendieren, auf Anzeigen zu klicken, so erhält man doch meist eine große Anzahl von natürlichen Verlinkungen und Bekanntheit unter anderen Bloggern - der wahren Währung des Web 2.0.

Denn wer über Linkpopularität und Traffic verfügt, für den ist es dank Textlinks und AdSense ein leichtes, den Besucheransturm wieder zu Geld zu machen. Kein Wunder also, dass so mancher sich einen kommerziellen Nutzen davon verspricht, wenn er in Social Bookmarking Diensten prominent platziert ist. So startete kürzlich ein Dienst, der User dafür bezahlt, wenn diese auf digg.com ihre Stimme für eine Webseite abgeben oder kurz “diggen”, wie es in deren Jargon heißt. Dass dies in den Nutzungsbedingungen von Digg.com klar untersagt wird, braucht kaum extra erwähnt zu werden.

Was im ersten Moment wie eine Bedrohung für Social Bookmarking Portale wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung aber nur als ein äußerst kurzsichtiges Konstrukt: Erstens fällt es auf, wenn es ein qualitativ minderwertiger Beitrag plötzlich auf die Digg-Startseite schafft. Und selbst wenn er dort ist, wird er nicht von anderen Blogs verlinkt werden und ist durch Voting Funktionen schnell zu entlarven. Zweitens kann es nicht gut gehen, wenn plötzlich 100 Anbieter versprechen, einen Link auf die Startseite von Digg zu hieven. Der Preis würde recht bald in so astronomische Höhen schnellen, die klassische Angebote wie Google AdWords recht schnell wieder konkurrenzfähig erscheinen lassen.

Um seiner Webseite Popularität zu verschaffen stellt diese Art des “Marketings” also, gelinde gesagt, keine besonders kluge Masche dar. So bleibt nur zu Hoffen, dass dieses ganze Geschäftsmodell genauso schnell wieder in der Versenkung verschwindet, wie es aufgetaucht ist.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

 
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