Karsten Werner

Karsten Werner ist Logistiker, Projektmanager und Dozent für berufliche Weiterbildung. Er beobachtet seit 2000 die Entwicklungen im E-Commerce und schreibt außerdem für das E-Commerce-Blog Etailment. Neben seiner Neugierde an Supply Chains und Best Practices im Onlinehandel bildeten die Empfehlungssysteme im Web 2.0 später einen weiteren Interessensschwerpunkt. Derzeit liegt sein Themenfokus auf den Geschäftsmodellen und Strategien in den Märkten für digitale Güter.

Bedingt durch seine Leidenschaft fürs Unterrichten begeistert er sich für E-Learning-Themen. Die Möglichkeiten von Tele-Learning, die Entwicklung von Lehr- und Lernmethoden im Umgang mit digitalen Medien sowie deren Einsatz auf mobilen Endgeräten behält er fortlaufend im Blick.

Karsten ist Exil-Niedersachse und zurzeit oft auf den Autobahnen des Ruhrgebiets oder an den nächstliegenden Imbissbuden zu finden. Im Stau stehend twittert @karstenwerner gern über den Medienwandel.

 

Alle 19 Artikel von Karsten Werner auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

eBay für Apps:
Apptopia ist ein Marktplatz
für komplette Mobil-Anwendungen

Anwendungsentwicklung für mobile Endgeräte liegt im Trend. Ist die eigentliche Arbeit getan, folgt die Vermarktung. Entwickler, denen Expertise, Zeit oder Mittel dafür fehlen, gehen mit ihren Apps in der Masse der Neuerscheinungen jedoch häufig unter. Über einen neuen Marktplatz lassen sich die Programme veräußern, wodurch der bisherige Aufwand monetarisiert werden kann.

Im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Nutzer sind Entwickler oftmals auf König Zufall angewiesen. Wenn für das Marketing die Zeit oder die Mittel fehlen, endet der Traum jedes Selfpublishers, einmal einen App-Hit wie Tiny Wings landen zu können, meist schnell an den Anforderungen des Alltags. Dieser lässt wenig Spielraum dafür, die eigene Kreativleistung noch zielgerichtet zu vermarkten, Bugs zu fixen oder Kundenanfragen zu bearbeiten. Wer nebenberuflich für iOS entwickelt, ärgert sich zudem über die ItunesConnect-Jahresgebühr von 99 Euro, eine saftige Verkaufsprovision von 30 Prozent aller Erlöse und ein oftmals wochenlang andauerndes Prozedere seitens Apple zur Freigabe der Updates. Doch nicht alle Programmierer möchten Apps, deren Entwicklung sie nicht mehr fortsetzen werden, einfach wegschmeißen. Und das müssen sie auch nicht.

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Musikstreaming:
Problematische Android-Anwendung
schadet der App-Ökonomie

Kostenpflichtiges Musik-On-Demand-Streaming ist bisher unprofitabel. Die entsprechenden Dienste leiden nicht nur unter der Marktmacht von iTunes sowie etwaigen Differenzen mit Rechteinhabern und Verwertungsgesellschaften, sondern auch unter einer “Gratiskultur” innerhalb von Googles Ökosystem.

Was erfreut den Musikliebhaber noch mehr, als die kostenpflichtigen, mobil verfügbaren Flatrates von Diensten wie Spotify, Simfy, Rdio oder Deezer? Wenn er das alles umsonst bekäme und speichern und teilen könnte – mobil nutzbar und einfach in der Handhabung.

Dank Googles Android-Ökosystem und der Applikation „Last.fm Free“ ist das kein Problem: Es gibt aus meiner Sicht für keine andere mobile Hardware-Basis und für kein anderes Betriebssystem eine vergleichbar einfache Lösung, an urheberrechtlich geschützte Musik zu kommen, die aus technischer Sicht so trivial, derartig bequem zu handhaben und dabei vollkommen risikofrei zu nutzen wäre, wie es über diese Android-Applikation möglich ist.

Obwohl der Londoner Musikdienst Last.fm bereits im Jahr 2010 On-Demand-Streaming aus Kostengründen eingestellt hat, lässt sich über diesen dreisten Trittbrettfahrer ohne Mühe eine große Zahl an Titeln und kompletten Alben suchen, downloaden, archivieren und teilen. Nicht die Links, sondern die MP3-Dateien selbst, die sich in meiner Probe allesamt in guter Qualität präsentierten.

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SMS-Nachfolger:
Warum Joyn ein Erfolgsmodell
werden kann

Während kostenlose Messenger-Dienste die App-Charts dominieren, lanciert eine Allianz von Netzbetreibern einen kostenpflichtigen „SMS-Nachfolger“. Marktbeobachter zweifeln an den Erfolgsaussichten des Modells. Dieses bietet jedoch auch Chancen.

Foto: Flickr/Jhaymesiviphotography, CC BY 2.0Die Vorstellung, zukünftig via Joyn mit jedem der eigenen Telefonkontakte über ein offenes, hardwareunabhängiges und weltweit standardisiertes System chatten und Dateien austauschen zu können, klingt verlockend. Ohne Barrieren – wie zusätzlichen Installationsaufwand oder die Unterschiede in Funktionalität und Handhabung einzelner, proprietärer Systeme – sollen vor allem technisch weniger versierte Kunden angesprochen werden. Die Anwendung wird ab der kommenden Smartphone-Generation bereits seitens der wichtigsten Hardware-Hersteller vorinstalliert sein, vergleichbar iMessage unter iOS. Für ältere Modelle sind Update-Möglichkeiten via App-Stores in Planung.

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Social Commerce:
Einkaufen und Spenden
per Tweet mit Chirpify

Chirpify, ein junges Ein-Mann-Startup, möchte den E-Commerce im Umfeld sozialer Netzwerke vorantreiben und erlaubt das Kaufen und Spenden mit nur einem Tweet, in Echtzeit.

Wie wäre es, wenn Internetnutzer für das Erwerben von Produkten nicht extra für diesen Zweck vorgesehene Plattformen ansteuern müssten, sondern ihre Käufe ganz einfach und quasi nebenbei per Twitter-Nachricht abwickeln könnten?

Das von dem US-Amerikaner Chris Teso gegründete Ein-Mann-Startup Chirpify experimentiert mit genau dieser Frage. Ursprünglich als Dienstleister für Handelsgeschäfte unter dem Namen sellsimp.ly angetreten, wurde mit eine kürzlichen Relaunch der Funktionsumfang um die Möglichkeit des Spendens beziehungsweise der Spendensammlung erweitert.

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Aufmerksamkeitsökonomie:
Warum Google+ an seinem
eigenen Erfolg scheitert

Die Vereinigung von Google+ und Google Suche belebt erneut den Diskurs um die künftige Bedeutung dieser Plattform. Schafft Google hier eine breitere Aufmerksamkeit für soziale Technologien, oder suggeriert es lediglich eine hohe Relevanz der eigenen Plattform, ohne dass sein Netzwerk davon wirklich profitiert?

Google geht es bei der in den letzten Wochen viel diskutierten Verschmelzung seiner Suchmaschine mit dem sozialen Netzwerk Google+ nicht um eine direkte Konfrontation mit den bereits etablierten Plattformen Facebook und Twitter. Vielmehr scheint es das primäre Ziel des Unternehmens zu sein, einen Weg zu finden, mit dem sich eine neue Anwedergruppe erreichen lässt: Internetnutzer, die zwar die Suche verwenden, aber noch nicht (mit signifikanter Aktivität) in sozialen Netzwerken vertreten sind. Google betreibt durch die Verknüpfung von Suche und Netzwerk also in erster Linie Neukundengewinnung durch Zielgruppenerweiterung. Als Lockmittel dient eine erhöhte Sichtbarkeit der eigenen Person im Internet.

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Biometrische Erkennungsverfahren:
Die nächste Revolution
im E-Commerce

Technologie zur Fern-Körpervermessung erscheint auf den ersten Blick noch futuristisch. Händler, die dieses Verfahren zur Reife bringen, haben jedoch die Chance, im Textil-Versand eine Marktmacht zu erlangen, die diesen Bereich des elektronischen Handels grundlegend verändern könnte.

Flickr/JMR_Photography, CC BY 2.0Die Geschäftsidee des 2010 gegründeten Berliner Startups Upcload offenbart im aktuellen Entwicklungsstadium lediglich einen Bruchteil ihres Potentials.

Kunden im Textilien-Onlineversandhandel via Webcam per Körperscan aus der Ferne von der Notwendigkeit einer Anprobe zu befreien, wirkt zwar von technischer Seite aus innovativ, eine Einschätzung der Einsatzgebiete über Nischenmärkte im Bereich der Maßanfertigung des Textilhandels hinaus erschließt sich bei vordergründiger Beurteilung jedoch nicht ohne weiteres.

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Sorge um die Zukunft des Google Reader:
Twitter als Alternative zu RSS-Readern

Offene Formate zur Bereitstellung und Organisation von Nachrichten gehen in sozialen Netzwerken auf oder werden nicht weiterentwickelt. Wie werden Vielleser zukünftig innerhalb von Netzwerkstrukturen ihren Informationsbedarf ökonomisch gestalten können? Twitterlisten sind eine Lösung!

Twitterliste in TweetdeckGoogles Ankündigung, seinen RSS-Reader aufzuräumen und dabei näher an Google+ zu binden, hat bei „News Junkies“ Unmut hervorgerufen (nachzulesen beispielsweise hier, hier, hier oder hier - mittlerweile gibt es auch eine Petition). Twitter bietet Nutzern mit seiner Listenfunktion jedoch eine oftmals unterschätzte und vielfach ungenutzte Möglichkeit, sich ihren Informationsfluss vergleichbar effizient organisieren zu können.

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Preis- und Innovationswettbewerb gegen Apple:
Das Kindle Tablet und die
Zukunft der Ökosysteme

Mit einem eigenen Tablet-PC will Amazon die losen Enden im Vertrieb seiner digitalen Waren zusammenführen. Die Auswirkungen auf den Markt digitaler Güter könnten weitreichend sein.

Amazon lädt heute 156:00 Uhr MEZ zur Pressekonferenz nach New York und wird aller Voraussicht nach ein Sieben-Zoll-Tablet auf Basis einer modifizierten Version von Android 2.2 präsentieren. Zu einem erwarteten Preis von etwa 250 Dollar soll das Gerät noch zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft die Konsumenten auf dem US-amerikanischen Markt erreichen. [Update: Das "Kindle Fire" Tablet ist bestätigt und wird sogar nur 199 Dollar kosten]

Die Auswirkungen dieses Markteintritts könnten weitreichend sein – für den Tablet-PC-Markt, aber vor allem für die Märkte digitaler Güter. Apple bekäme mit Amazon seinen ersten ernstzunehmenden Wettbewerber im Kampf um die Bindung der Konsumenten an ein Ökosystem.

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Expansion:
Statistikportal Statista
zieht es nach New York

Das Hamburger Statistikportal Statista expandiert in die USA und eröffnet eine Niederlassung in New York.

Auch wenn das Thema Internationalisierung für viele Startups aus dem deutschsprachigen Raum mittlerweile eine hohe Priorität einnimmt: Eine physische Präsenz außerhalb Europas leisten sich nur wenige. Der aus Hamburg stammende Statistikdienst Statista wagt nun einen solchen Schritt.

Das 2007 gegründete Startup schickt heute eine englischsprachige Website ins Rennen und bietet zahlenden Nutzern Zugänge zu Statistiken aus 20 verschiedenen Branchen in den USA sowie zu weiteren internationalen Märkten. Das Angebot soll durch englische Übersetzungen von Statistiken des deutschen Marktes ergänzt werden. Parallel zum Launch von statista.com wurde mit Statista Inc. eine hundertprozentige Tochtergesellschaft gegründet und ein Büro in New York eröffnet.

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