Klaus Jarchow

Bye-bye Buch? Neue Lesegeräte sollen dem E-Book endlich zum Erfolg verhelfen. Hunderte Bücher passen in elektronischer Form plötzlich in die Westentasche – trotzdem steht der Branche keine Revolution wie den Zeitungsverlagen bevor.

Alles redet über die Krise der Zeitungen, kaum jemand über ein anderes Holzmedium: über das Buch. Deshalb ist es eine interessante Debatte, die der Don A. dort angestoßen hat. Ich gehe mit ihm konform, wenn er sagt, dass das Buch trotz der kommenden E-Book-Reader halbwegs krisenfest sei. Dennoch – und in dem Punkt widerspreche ich ihm – wird das Netz wesentliche Funktionen übernehmen, die das Buch früher eben auch hatte. Ich sehe es an mir selbst … das Buch ist für mich gewissermaßen ein ‘Dual-Use-Objekt’ geworden.

Vieles von dem, was früher dem Zettelkasten und der Bibliothekssuche überlassen blieb, die ‘philologische Recherche’ gewissermaßen, das kann ein Computer sehr viel besser als jenes Ein-Mann-Unternehmen, das sich in den Geisteswissenschaften heutzutage ‘Forschung’ nennt und zwischen Lehr- und Forschungsauftrag sich hindurchwinden muss. Will ich wissen, was unsere Klassiker bspw. über Wurzelentzündungen dachten, dann schmeiße ich meine DVD mit den lizenzfreien Texten deutscher Literatur an, ich starte die Suchanfrage mit ‘Zahnschmerz’, ‘Barbier’, ‘Quacksalber’, ‘Quecksilber’ und anderen ‘Key Words’ – und sitze binnen Sekunden vor einem Haufen von Fundstellen zwischen Wolfram von Eschenbach und Theodor Fontane, die mir drei Tage Bibliotheksrecherche abnehmen. Zumindest für die Zeit bis zum Ende des poetischen Realismus ist Arno Schmidt mit seinem Verfahren der ‘1.000 Zettelkästen’ also zu einem Dinosaurier geworden.

Natürlich ist mir klar, dass eine solche Recherche nur diese ‘Klassiker’ abdeckt, und da bislang auch die Bände mit den Briefen und Tagebüchern kaum Berücksichtigung fanden, sind auch die nicht vollständig erfasst. Nicht nur deshalb stehen hinter mir in dichten Reihen weiterhin alle Klassiker in Dünndruck und in Holzgestalt im Regal herum, obwohl ich sie doch größtenteils auf der Festplatte hätte. Weshalb denn nur?

Weil es eben ganz andere Funktionen sind, die eine Bibliothek abdecken kann und muss – und ich meine damit keineswegs nur das genussreiche Versinken im Lesesessel. Bücher aus vergangenen Zeiten sind ohne Erklärung zum Beispiel oft völlig unverständlich. An Herders ‘Ideen zur Philosophie der Geschichte’ scheitert jeder Newbie, wenn ihn nicht ‘der Stand der Forschung’ am Patschehändchen nimmt, um ihn in die Sachlage einzuführen. Kaum ein Unbedarfter würde die Größe von Joyce’s ‘Ulysses’ erfassen, wenn ihm nicht zuvor erklärt würde, was dieser ’stream of consciousness’ sei, der ihm dort entgegenquillt. Deshalb haben sie, zumindest die guten Ausgaben, voluminöse Nachworte, einen umfangreichen Kommentar, der oft den Text an Masse übersteigt, und dazu gleich zwei, manchmal schon drei Lesebändchen. Das alles hat ein ‘Netzbuch’ auf absehbare Zeit (noch) nicht. Nur das ‘hölzerne Exemplar’ eines Buches macht mir einen Text also auch verständlich, solange es sich nicht um Seichtwasserbewohner wie Ken Follett oder Rosamunde Pilcher handelt.

Zweitens streiche ich gern mit einem radierfähigen, weichen Bleistift (2 B) in meinen Büchern herum, damit ich bestimmte Stellen auch wiederfinde, die mir wichtig waren, an die ich irgendwann einmal mit meinem Text anschließen könnte. Aus irgendwelchen Gründen weiß ich immer, auf welcher Seite – ob rechts oder links, ob weiter vorn oder weiter hinten – jene Stelle dann zu finden war, auch wenn mir der genaue Wortlaut längst entfallen ist. Das Wiederfinden erfolgt intuitiv, das Buch wird aufgeklappt, der feuchte Daumen blättert ein wenig herum, und schon habe ich den Treffer gelandet. Wer dagegen einmal versucht hat, nur in Kenntnis des Sinns, also ohne Kenntnis des genauen Wortlauts, in einem ‘Netzbuch’ mit Hilfe dieser zumeist selten blöden Suchmaschinen eine bestimmte Stelle wiederzufinden, der weiß, was seine Nerven und sein Scroll-Finger zu ertragen vermögen.

Last not least befürchte ich technische Unzulänglichkeiten, wenn jetzt das E-Book auf den Markt drängt: zum Beispiel ‘Strand im CD-Getriebe’, ‘blendend weißer Bildschirm unter andalusischer Urlaubssonne’, ganz zu schweigen von Akkus, die mitten im Mord den Geist aufgeben … und vieles mehr. Ein Holzbuch dagegen braucht immer nur die mehr oder minder starke Batterie des Geistes.

Aus diesen Gründen also glaube ich, dass – anders als für bestimmte Formen des Printjournalismus – für das Buch und die Bibliotheken die Zeit des Abschiednehmens noch lange nicht gekommen ist. Das Internet möge den unüberschaubaren Output der Fachpublikationen, insbesondere im Bereich der Naturwissenschaften, katalogisieren. Auch die meisten Vierteljahresschriften, die ja nur die Publikationsziffern zum Zwecke der Habilitation emportreiben sollen, die sind als pdf-Datei im Netz vielleicht besser aufgehoben. Sinnvoll mag es auch sein, unersetzliche Wissensbestände im Netz zu archivieren, auch die Raritäten der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Dass aber das E-Book den Print aus dem Buchwesen jemals völlig verdrängt, daran glaube ich einfach nicht …

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

 

Alle 119 Artikel von Klaus Jarchow auf netzwertig.com:

Krisenfest:
Buch und Bildschirm

Klaus Jarchow, 25. Oktober 2008 um 10.11 Uhr , 31 Kommentare Kommentare

Bye-bye Buch? Neue Lesegeräte sollen dem E-Book endlich zum Erfolg verhelfen. Hunderte Bücher passen in elektronischer Form plötzlich in die Westentasche – trotzdem steht der Branche keine Revolution wie den Zeitungsverlagen bevor.

Alles redet über die Krise der Zeitungen, kaum jemand über ein anderes Holzmedium: über das Buch. Deshalb ist es eine interessante Debatte, die der Don A. dort angestoßen hat. Ich gehe mit ihm konform, wenn er sagt, dass das Buch trotz der kommenden E-Book-Reader halbwegs krisenfest sei. Dennoch – und in dem Punkt widerspreche ich ihm – wird das Netz wesentliche Funktionen übernehmen, die das Buch früher eben auch hatte. Ich sehe es an mir selbst … das Buch ist für mich gewissermaßen ein ‘Dual-Use-Objekt’ geworden.

Vieles von dem, was früher dem Zettelkasten und der Bibliothekssuche überlassen blieb, die ‘philologische Recherche’ gewissermaßen, das kann ein Computer sehr viel besser als jenes Ein-Mann-Unternehmen, das sich in den Geisteswissenschaften heutzutage ‘Forschung’ nennt und zwischen Lehr- und Forschungsauftrag sich hindurchwinden muss. Will ich wissen, was unsere Klassiker bspw. über Wurzelentzündungen dachten, dann schmeiße ich meine DVD mit den lizenzfreien Texten deutscher Literatur an, ich starte die Suchanfrage mit ‘Zahnschmerz’, ‘Barbier’, ‘Quacksalber’, ‘Quecksilber’ und anderen ‘Key Words’ – und sitze binnen Sekunden vor einem Haufen von Fundstellen zwischen Wolfram von Eschenbach und Theodor Fontane, die mir drei Tage Bibliotheksrecherche abnehmen. Zumindest für die Zeit bis zum Ende des poetischen Realismus ist Arno Schmidt mit seinem Verfahren der ‘1.000 Zettelkästen’ also zu einem Dinosaurier geworden.

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Blog-City:
Bloghausen wird Großstadt

Klaus Jarchow, 25. Oktober 2008 um 9.32 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Das Dorf platzt aus allen Nähten: Was oft noch als niedliches Klein-Bloggistan oder Bloghausen beschrieben wird, wächst zur Großstadt heran – mit Speckgürtel und Einkaufscentern.

Vom Dorf zur Metropole: Folgerichtig ‘zerfällt’ auch die Blogosphäre in Downtown-Sektionen und in die grünen Vorstädte mit ihren Miezekätzchen und Kakteenexperten; es gibt geschäftsorientierte Kommerz- und Industrieregionen und zerfallende Slums, schnieke Einkaufsviertel und nerdige Kneipenszenen. Diese Diversifizierung ist aber kein ‘Zerfall’ im Spengler’schen Sinne, es ist – um mich soziologisch auszudrücken – eine ‘Diversifikation’, die aus dem kontinuierlichen Wachstum folgt. Bloghausen gedeiht und ist gesund – Blog-City wäre inzwischen der bessere Name:

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Werbung im Netz:
Es geht doch!

Klaus Jarchow, 22. Oktober 2008 um 12.45 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Flatternden Banner und sichtverstellende Werbetafeln nerven – trotzdem muss natürlich auch online Geld verdient werden. Ein Vorschlag zur Werbung im Internet.

Vor einiger Zeit zeterte ich hier an dieser Stelle über die Auswüchse der Klickwährung mit ihren flatternden Bannern und sichtverstellenden Werbetafeln – und ich räsonnierte, weil ich gerade in Schwung kam, weiter unten in den Kommentaren unter anderem auch darüber, ob nicht eine zeitgemäße reflektierte Werbung im Netz MIT individuellen Netzbürgern werben müsse, statt ohne Ansehen der Person bloß IN ausgewählten klickstarken Blogs. Genau das ist jetzt passiert, wie ich einem Beitrag bei F!XMBR entnehmen konnte. Was aber ist passiert?

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5. Deutscher Derivate Tag:
War was?

Klaus Jarchow, 18. Oktober 2008 um 11.19 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Gelegentlich ist schon die Wortwurzel erhellend: ‚Derivare‘ bedeutet im Lateinischen ‚ableiten‘, ‚abfließen lassen‘ oder ‚etwas auf jemand anderen abwälzen‘. Den privaten Anlegern, deren ersparte Werte in den letzten Tagen auf den Deponien des internationalen Bankwesens zu Kompost zerfallen sind, denen kann dies semantische Wissen leider nichts mehr nutzen, jetzt, wo ihr Vermögen dahingeflossen ist.

Festhalten aber lässt sich an dieser Stelle, wie artistisch die Banken mit Euphemismen und mit unverständlichen Begriffen alle Risiken verniedlicht haben und den Flohzirkus ihrer Produkte als Rennstall zum Reichtum ‚aufhübschten‘. Nicht nur, aber auch, indem sie ihre Wettscheine auf den Hochsicherheit suggerierenden Namen eines zertifizierten ‚Zertifikats‘ getauft haben: ‘Certum facere’ – auch das kann höchst doppeldeutig ’sicher machen’ heißen, aber auch ‘in Sicherheit wiegen’ …

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Zoff in den Wahrheitsschmieden:
Wen der PR-Dackel verbellt …

Klaus Jarchow, 16. Oktober 2008 um 12.03 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

In Deutschlands Wahrheitsindustrie kläffen die Wachhunde immer noch aus Leibeskräften. Zur Vorgeschichte: Vor einiger Zeit hatte der Münsteraner Kommunikationsprofessor und Konstruktivist Klaus Merten auf einer Fachtagung des Weißwäscher-Gewerbes verkündet, dass alle Kommunikation der Erzeugung von Wirklichkeiten diene und dass sie insofern auch niemals wahrheitsdienlich sein könne, weil die Wahrheit notwendigerweise immer eine Kategorie des Lügners sei – womit er bloß den Systemtheoretiker Heinz von Foerster paraphrasierte. Merten vertrat damit gewissermaßen die forschungstheoretisch avancierte Position in der Kommunikationstheorie, die von ihren Anhängern schon ein wenig mehr Gehirnschmalz verlangt. Jetzt hat dieser Professor Merten dafür nachträglich von den lernunwilligen Verbandsfürsten eine kräftige Watschen erhalten:

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Sechsmal um den Blog:
Geld, Geld, Geld

Klaus Jarchow, 13. Oktober 2008 um 13.01 Uhr , 12 Kommentare Kommentare

Nicht die Blogs sind in der Krise, aber die Krise ist überall in den Blogs. Hier eine Zusammenstellung virtueller Klorollen, die sich mit dem derzeitigen Finanzdesaster auseinandersetzen.

(M, iStockPhoto)
(M, iStockPhoto)

1. Der Spiegelfechter: Natürlich führt in Deutschland zunächst kein Weg am ‘Spiegelfechter‘ vorbei, dann, wenn es um eine dezidierte (wirtschafts-)politische Berichterstattung in der Blogosphäre geht. Solch einen Artikel zum Thema ‘isländischer Staatsbankrott’ suchen wir beispielsweise in ganz Holzhausen vergebens. Der Mann ist dabei kein Linker, auch kein Kapitalismuskritiker oder so etwas, er arbeitet an verantwortlicher Stelle für ein kommunales Unternehmen mit beiden Beinen im Marktgeschehen – er ist eben einfach nur anders: Indem er bspw. Argumenten bis zu ihren Quellen nachsteigt, statt sie einfach nur bei den Kollegen abzuschreiben. Oft genug sind dort dann gar keine seriositätshaltigen Quellen mehr zu finden. Kurzum – ein gepflegter Anti-Mainstream gewissermaßen, ein Vademecum für den großen Überdruss des gebildeten Lesers an den journalistischen Klippschulen von ‘Holzhausen’…

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FTD, Welt, FAZ:
Schlachtschiffe in der Zeitenwende

Klaus Jarchow, 10. Oktober 2008 um 13.12 Uhr , 11 Kommentare Kommentare

Was schreiben die ideologischen Leitmedien des Neoliberalismus? Die Richtung, in der ihre Schreiber jetzt das untergehende Schiff zu verlassen trachten, ist ganz unterschiedlich …

Die Financial Times Deutschland, die Frankfurter Allgemeine und Die Welt durfte man mit Fug und Recht allesamt als ideologische Schlachtschiffe des Neoliberalismus in Deutschland bezeichnen. Ganz unterschiedlich aber ist die Richtung, in der ihre Schreiber jetzt das untergehende Schiff zu verlassen trachten.

Wolfgang Münchau ist Associate Editor der Financial Times und gründete Anfang des Jahrtausends die Financial Times Deutschland mit. Er vertraut primär auf das sprichwörtlich kurze Gedächtnis des Publikums. So, wenn er behauptet, dass er als untrügliches Finanzorakel die große Krise immer schon geweissagt habe. Dass er nur ihre Heftigkeit unterschätzt habe:

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Die Klickwährung:
Geblockt oder abgezockt?

Klaus Jarchow, 6. Oktober 2008 um 12.39 Uhr , 22 Kommentare Kommentare

Wehe dem, der noch ohne Popup-Blocker durch das Internet surft: Er wird mit Werbung zugeblinkt und vollgemüllt. Wer hingegen ohne Reklame surft, wird trotzdem als “Klick” gezählt. Damit gerät die Währung ins Wanken.

Wie ist das eigentlich? Wie Hunderttausende anderer Internetnutzer auch, verwende ich längst einen AdBlocker, scharf gemacht dank einer wohlsortierten und stets aktualisierten Liste mit besonders nervtötenden Anbietern, die dann – von mir unbemerkt – beim Laden schon einen Tritt in den Mors erhalten. So kann ich halbwegs sicher sein, bei meinen Ausflügen ins Netz nicht auf das zu stoßen, was mir grundlegend die Laune verdirbt, was immer nur penetrant nach Aufmerksamkeit geiert und zu diesem Zweck dämlich herumblinkt und wie ein Flummiball über den Monitor springt – und mir dabei doch stets nur die freie Aussicht aufs Internet verstellt.

So dysfunktional nämlich ist unverlangte Werbung – und zwar in jeder Form: Sie vergrault diejenigen, die sie vorgibt, ‘gewinnen’ zu wollen. Aus meiner Perspektive habe ich mich mit meinem Adblocker nur aus berechtigtem Eigeninteresse gegen Unmassen von Info-Müll gewehrt.

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Wenn Consulter bloggen:
Ein Notfall in der Mediaclinique

Klaus Jarchow, 3. Oktober 2008 um 10.41 Uhr , 8 Kommentare Kommentare

Ralf Schwartz ist kein Journalist. Und auch kein Blogger. Er ist ‘Wirtschaftswissenschaftler mit dem Schwerpunkt Marketing und Strategische Unternehmensplanung‘, der über Blogger und Journalisten einfach mal nachgedacht hat – gleich in sechs ‘Dimensionen’ und mit einem putzigen Resultat. Immerhin erfahren wir etwas mehr über den Blick der Wirtschaft auf die Medien.

Schwartz denkt von der Marke her. Das heißt, ihm ordnet sich die Welt – um auch mal abstrakt zu formulieren – ‘in medial zu unterstützenden Umsatz- und Imageansprüchen interessierter Anbieter von Waren’. Schließlich hat Ralf Schwartz vom Tierfutter über die Mundpflege bis hin zu Sportschuhen ein weites Spektrum von Konsumgütern auf dem Markt etabliert. Arbeitet Ralf Schwartz ‘für sich’ die Unterschiede zwischen Journalismus und Blogs heraus, dann werden wir diese, seine Marktverankerung immer im Hinterkopf behalten müssen. Zu diesem Text aus der Sicht des ‘Anzeigenkunden’:

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Dokusoap:
Das ZDF und seine Internet-Babys

Klaus Jarchow, 27. September 2008 um 13.04 Uhr , 4 Kommentare Kommentare

Robin Meyer-Lucht hatte 2007 natürlich völlig recht, als er – im Gegensatz zur vereinten Verlegerschaft – die Öffentlich-Rechtlichen vollumfänglich im Internet vertreten sehen wollte. Ob er sich allerdings unter der gleichfalls geforderten Kontrolle so etwas vorstellte, wie es noch heute in dieser Babyklappe des ZDF abläuft, das wage ich dann doch zu bezweifeln:

“Die Doku-Soap erzählt von bewegenden, glücklichen und aufregenden Momenten rund um die Geburt – Geschichten über Frauen und Männer, die sich auf das Abenteuer Kind einlassen.”

Seit einigen Jahren schon featured der Sender das Sendeformat der ‘Babystation’ – mit anderen Worten, er wirbt dank elternaffiner ‘Homestories’ und mit niedlichen Babybildchen für das Perinatalzentrum der privaten Asklepios-Klinik in Hamburg-Altona. Allen voran und immer vor Ort “ZDF-Reporter” Christopher Butt, ein Dienstleister für freundlich-mundgerechte Interviews, journalistisches Talmi und verbalen Glasperlenhandel.

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