Mein Getöse
in der medienlese
fanden einige Käse,
manche gar böse,
doch dieses Gewese
war, sehn se,
nur das ‘Frühchen’
einer medialen Genese.
Verstehn se?
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Alle 119 Artikel von Klaus Jarchow auf netzwertig.com:
Mein Getöse
in der medienlese
fanden einige Käse,
manche gar böse,
doch dieses Gewese
war, sehn se,
nur das ‘Frühchen’
einer medialen Genese.
Verstehn se?
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Warum das Internet nicht allein Schuld an der Krise der Zeitungen ist – und warum die ewigen Stellvertreterkriege dem Journalismus schaden.
Dass dem Handelsblatt-Boss Bernd Ziesemer hier endlich mal die Hutschnur platzte, als er an die Heerscharen ahnungsloser Marketing-Fuzzies in den Verlagshäusern dachte, die mit immer mehr schlappem Allerwelts-Content immer mehr Auflage machen möchten, statt mit immer mehr Aufklärung, das verstehe ich gut. Denn die Quelle allen medialen Elends ist auf den Verlagsetagen zu suchen. Dass der Kaiser dort nackt durch die Gänge läuft, das darf man aber schon nicht mehr sagen. Denn bekanntlich erreichen diese Renditejäger seit Jahren doch nur das blanke Gegenteil: Sie drehen – unterstützt von todessüchtigen Verlegern – faktisch an den holzmedialen Schlachtschiffen die Ventile auf. Doch alle Welt aber glaubt mal wieder den Cagliostros …
Ersatzhandelnd prügelte der Herr Ziesemer dann reflexhaft auf die ‘Dumm-Blogger’ ein, die aber faktisch mit dem hausinternen Lemmingzug auf den holzmedialen Verlagsetagen nichts zu tun haben. Hier schafft sich Ziesemers Text einen Popanz:
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In Zeiten des Web 2.0 entkommt man seiner Biographie nicht mehr. Es heißt, wie das im Dorf nun mal so ist, wieder mit der eigenen Vergangenheit zu leben – statt gegen sie.
Ein Wechsel der Persönlichkeit, ein Leben als ‘Felix Krull’, als inszenierte Abfolge von Personenpersonen – das ist nicht länger möglich, weil die Vergangenheit immer schon an der nächsten Abzweigung zur Zukunft steht und dich von dort komplizenhaft angrinst. Zuletzt musste dies jene RTL-Jungreporterin erfahren, die von ihrem Sender in Winnenden ins Feuer geworfen und gewissermaßen ‘verheizt’ wurde. Sie zeigte sich dieser Situation nicht gewachsen – “Chaos vom Feinsten” – und wurde so unfreiwillig zum Symbol des empathiefreien Umgangs privater Medien mit den Quoten-Sensationen des Schreckens.
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Allmählich gehen den Printjournalisten noch die letzten verbliebenen Maßstäbe verloren. Eine “Graswurzelverwilderung” wirft der Kollege Gregor Dotzauer im ‘Tagesspiegel’ anlässlich der re:publica der Online-Gemeinde vor.
“Es geht um den Aufstand eines um Hipness bemühten Lebensstils von digital natives gegen ein System, das selbst in seinen namhaftesten Qualitätsprodukten manchmal nicht mehr vermitteln kann, wo die intellektuelle Latte liegt und der Unterschied zwischen einer professionellen und einer amateurhaften Äußerung. Die im Namen radikaler Demokratie gegen die Autorität der Institutionen aufbegehrende Blogosphäre mit ihren in der Masse entpolitisierten, zumeist pseudonymen Existenzen hat da leichtes Spiel”. (Quelle)
Halten wir fest – selbst der professionelle Kollege Dotzauer kann nicht umhin, ein systemisches Totalversagen der Presse festzustellen (‘kann nicht mehr vermitteln’). Er nimmt sich aber daraufhin nicht die schreibende Zunft oder die werte Verlegerschaft zur Brust, er prügelt lieber auf den Boten aus der Blogosphäre ein, den er ‘unpolitisch’ und ‘pseudonym’ nennt. Dieser depperte Vorwurf der ‘Anonymität’ aus einer selbst zumeist namenlosen Journalistenschar heraus ist hier schon oft genug glossiert worden. In diesem Fall mag daher der Hinweis auf die Kritik von Jules van der Ley an diesem journalistischen Dauerlutscher genügen. Bleibt die Frage: Wer ist denn hier apolitisch?
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Unbekannter Alltag, literarisch aufpoliert: In unserer regelmäßigen Blogschau auf medienlese.com stellen wir sechs Blogs vor, auf denen es einfach gute Geschichten gibt.
Was soll das sein – Relevanz? Da schreiben sich die Autoren der meisten
FAZ-Blogs einen Wolf über weltbewegende Fragen, über Finanzkrise und Nahost-Missionen – aber den Vogel beim Interesse und bei den Verlinkungen schießt
diese kleine Geschichte über einen Kinderspielplatz am Tegernsee ab. Prompt schließt sich eine erbitterte Debatte über – tätä! – Kinderpädagogik und Klassenkampf an. Nicht zum ersten Mal erweisen sich hier eher kleine, randständige Geschichten als die erfolgreicheren.
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Wie geht es dem Journalismus? Zwei aktuelle Studien zeigen, wie es um die Medien in Deutschland steht. Mit reichlich Zahlenmaterial belegen sie einen heftigen Strukturwandel.
Zwei grundlegende Texte gibt es in Deutschland, die jeder kennen und zur Hand haben sollte, der sich ernsthaft mit Medienfragen beschäftigt. Beide sind auch als kostenlose pdf-Dateien im Internet verfügbar. Zunächst einmal ist dort
der zweiteilige Medienbericht der Bundesregierung, erstellt vom Hans-Bredow-Institut. In ihm finden sich alle relevanten Daten und Fakten zur Medienlandschaft, auf der statistischen Basis des Jahres 2008. Insbesondere der zweite Teil, das Gutachten, trägt auf knapp 400 Seiten alles zusammen, was heutzutage für die Zahlengarnitur eines fundierten Artikels zur Lage der Medien erforderlich ist – von der Marktentwicklung über die Studierendenzahlen bis hin zum grassierenden Titelschwund gerade auch in der Fläche.
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Die geballte Dialog-Power von rund 40 Autoren verstummt: Das Media Coffee Blog der dpa-Tochter news aktuell wird eingestellt. Haben sich Public Relations und Dialog nicht verstanden?
Mit zuletzt drei Postings im Monat bei knapp 40 Autoren war das media coffee blog sicherlich kein Durchlauferhitzer unserer Informationsgesellschaft. Trotzdem ist es schade, dass dieses Projekt der news aktuell/dpa-Gruppe eingestellt wird. Zukünftig wird das Blog nur noch “eine Begleitseite für die Offline-Veranstaltungsreihe gleichen Namens sein“.
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Das ständige Geschreibe vom Ende der Zeitung verschreckt doch die Leser, findet Ringier-Chefpublizist Frank A. Meyer. Der Umkehrschluss funktioniert nur leider überhaupt nicht.
Am Vorabend der französischen Revolution führten die Aufklärer einen langen Disput über Freiheit und Notwendigkeit.
Melchior Grimm, der Pariser Korrespondent und große Multiplikator aufgeklärten Denkens, plädierte für die Notwendigkeit: Die Freiheit sei eine zugebenermaßen manchmal recht nützliche Illusion, die sich die Menschen machten. In Wahrheit aber regiere die Notwendigkeit selbst dort, wo sie sich das Gewand der Freiheit hülle, um rascher fortschreiten zu können. Bei allem Anschein von Freiheit seien die Dinge durch die geheimen Strukturen und Gesetze im Innern des Gesellschaftskörpers vorherbestimmt.
An den Streit zwischen Voluntaristen (“Es geschieht, was ich will“) und Deterministen (“Mir geschieht, was ‘es’ will“) fühlte ich mich erinnert, als ich diese Einlassung von Frank A. Meyer im Sonntag las, die Ronnie hier bereits aufgespießt hat:
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Überwachen, Kontrollieren, Regulieren: Reputation Management verspricht Maßnahmen gegen unliebsame Inhalte im Web 2.0 – wenn das nur so einfach wäre.
“Revolvermänner” nennt sich unmissverständlich eine Essener Agentur für ‘Reputation Management’, die im Auftrag von Privatpersonen und bedrohten Firmen ein schnelles und “
permanentes Controlling im Internet” durchsetzen will. Manches klingt in meinen Ohren allerdings wie ein Werbetext von ‘Moskau Inkasso’, verfasst also von jenen unmissverständlich freundlichen, wohlgebauten Herren mit den Blumenkohlohren und der gewissen Beule unter der Achsel: “
Im Fall einer Schädigung Ihrer Online Reputation haben wir für jede erdenkliche Situationen einen praxiserprobten Maßnahmenkatalog, der schnell und effektiv greift“. So werben
Revolvermänner des Netzverkehrs heutzutage für sich.
» weiterlesen: Worum geht es?
Das geht doch gar nicht – vor allem nicht gut: Die Lokalteile von Westfalenpost und Westfälischen Rundschau für die Region Hagen sollen zusammengelegt werden.
Jedem Menschen gestehen wir einen Set an politischen und sozialen Grundüberzeugungen zu – natürlich auch Journalisten. Diese Überzeugungen wiederum formen das, was wir Persönlichkeit oder Charakter nennen.
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