Jürgen Vielmeier

Jürgen wuchs in einer Kleinstadt im nordwestdeutschen Regenwald (Emsland) auf und machte erste Gehversuche am Computer mit dem C64, auf dem er kleine Programme schrieb und tagelang “Microprose Soccer”, “Sim City” oder “Defender of the Crown” spielte. Schon als Kind träumte er von Kaufhausautomaten, mit denen er sich seine Lieblingslieder auf Kassette herunterladen konnte – weil er es nicht einsah, sich für nur einen tollen Song ganze LPs zu kaufen. Jahre später erfüllten ihm Napster, iTunes und Spotify diesen Kindheitstraum auf nie erahnte Art und Weise.

Jürgen ist nicht immer leicht von einer neuen Sache zu überzeugen, aber wenn er sich für eine Erfindung erst einmal begeistert hat, gibt er sie nicht mehr her. So wie einst seinen Walkman mit Autoreverse und Anti-Schock, in den 90ern seinen Skyper und heute Smartphones verschiedener Couleur.

Nach der Schule und einer Lehre zum Industriekaufmann fand er doch noch seine Bestimmung und studierte Technikjournalismus, zog ins Rheinland und mag es bis auf Kurztrips vor allem nach Asien seitdem nicht mehr verlassen. Jürgen wartet seit Jahren auf das Überall-Breitband und gibt die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages eine Software seine Steuererklärung mit einem simplen Knopfdruck erledigt.

Privat bloggt Jürgen auf juergenvielmeier.de.

 

Alle 43 Artikel von Jürgen Vielmeier auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Mytaxi Dispatch:
Frontalangriff auf die Taxizentralen

Das Hamburger Startup Intelligent Apps erweitert mytaxi um eine Auftragsvermittlung: Taxiunternehmen können künftig selbst Fahrten vermitteln. Im Kampf gegen taxi.eu eröffnet mytaxi damit eine weitere Front – und gibt den Zentralen die Möglichkeit, die Seiten zu wechseln.

MyTaxi_Logo_2013Kein bisschen Frieden: Das Hamburger Startup Intelligent Apps konkurriert nun auch direkt mit Taxizentralen über eine eigene, Cloud-basierte Auftragsvermittlung. Im Fokus von mytaxi Dispatch stehen Taxiunternehmer, die sich einer Taxizentrale nicht anschließen wollen. Sie können künftig zu Taxizentralen in Konkurrenz treten und ihre eigene Vermittlung eröffnen. Den Zentralen dürfte das kaum schmecken – es sei denn, sie setzen mytaxi Dispatch selbst ein.

Die Lösung der Hamburger ist damit Kriegsbeil und Friedenspfeife zugleich: Taxizentralen können nun entweder zusehen, wie in ihrem Einzugsbereich durch mytaxi Dispatch eigene Konkurrenz entsteht, oder sie werden selbst aktiv, indem sie die Cloud-Lösung zusätzlich zur bestehenden Infrastruktur oder als deren Ersatz verwenden. In jedem Falle ist mytaxi Dispatch eine Kampfansage der Hamburger an den Erzfeind taxi.eu aus Wien, der seit jeher mit den Taxizentralen zusammen arbeitet.
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Streaming auf eigene Geräte:
Warum die nächste Generation Bordprogramm der Bahn nach einer guten Idee klingt

Es spielt eigentlich keine Rolle, ob die Bahn ein intern diskutiertes Bordprogramm in neuen ICEs wirklich einführt. Denn die Idee ist gut und sollte auch bei Fluggesellschaften und Busunternehmen Schule machen: Bring your own device – auch für das Bordprogramm.

BahnDas beste Bordprogramm, das ich jemals hatte, war auf einem Inlandsflug in den USA. Ich konnte zwischen verschiedenen Spielfilmen wählen, sie starten und anhalten, wann ich wollte. Ich konnte in die neuesten Alben reinhören, einige gar nicht so schlechte Spiele spielen. Was dem verwöhnten Nutzer von heute dafür wenig Spaß machte: die miese Auflösung des im Vordersitz integrierten Screens, die Anfälligkeit des Servers und der träge, nicht gerade berührungssensitive Touchscreen. Immerhin: Es gab ein Bordprogramm, noch dazu ein personalisiertes.

Wie die Zukunft eines modernen Bordprogramms aussehen könnte, wird laut eines Berichts des “Tagesspiegel” derzeit intern bei der Bahn diskutiert. ICEs könnten künftig mit einem personalisierten Bordprogramm ausgerüstet werden, das aber anders als in Flugzeugen üblich nicht über eingebaute Bildschirme verfügbar wäre. Vielmehr würden sich Filme und Games auf die eigenen Notebooks oder Tablets der Fahrgäste streamen lassen. Die nächste Generation Bordprogramm. Sinnvoll oder nicht?

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(Foto: Flickr/philoppCC BY-SA 2.0)

Yopegu:
Zentrale Anlaufstelle für Audioguides

Das Potsdamer Startup Yopegu will Audioguides für Ausstellungen und Stadtrundgänge an einer Stelle sammeln. Herausforderung und Chance zugleich ist die direkte Kooperation mit den Anbietern und die geplante Übersetzung der Guides in Gebärdensprache.

Yopegu_LogoAudioguides kann man sich meist im Museum ausleihen oder, wenn ein Reiseführer, als separate App auf einem Smartphone herunterladen. Auf iTunes kann man Stadtführer, zum Beispiel für Rom, in Form von Alben oder Hörbüchern beziehen. Ziel des deutschen Startups Yopegu ist es, Audioguides an einer Stelle zu sammeln und sie auf einer Karte anzuzeigen. So findet man Stadt- oder Museumsführer genau an dem Ort, an dem man sich gerade aufhält.  » weiterlesen

Social Networks:
Ein erneuter Abgesang auf Xing

Jahrelang war die Rollenverteilung im Prinzip klar: Xing der Adressspeicher, Facebook das Eventportal. Ein nachlassendes Interesse an Social Networks könnte vor allem Xing schaden. Ein Abgesang, wieder einmal.

XingVor kurzem fragte ich im Kreis meiner Follower auf Twitter, wer von ihnen eigentlich noch Xing benutze. Tenor der Antworten: “Schon lange nicht mehr”, “Zu viele Business-Kasper im Anzug” oder auch “Verwende ich nur noch als Adressspeicher”.

Vor allem letztere Aussage ließ mich aufhorchen. Was ist Xing eigentlich noch mehr für mich als ein bloßer Adressspeicher? Und ist die größte Gefahr für die Hamburger jetzt nicht, dass der Spaß an Facebook nachlässt und man das weltgrößte Social Network nur noch als Adressspeicher, Nachrichtentool und Geburtstagskalender benutzt? » weiterlesen

Microsoft:
Die Windows-Enttäuschung

Fünf Monate nach dem Start gleich drei neuer Betriebssystem-Versionen kämpft Microsoft an ebenso vielen Baustellen. Der Software-Riese hat sich übernommen und viele potenzielle Kunden verschreckt.

MicrosoftVor fünf Monaten hat Microsoft mit einer groß angelegten Kachel-Offensive begonnen. Ich war anfangs begeistert und spielte mit dem Gedanken, mir ein Surface-Tablet zuzulegen. Einen neuen Laptop brauchte ich ohnehin. Fast zeitgleich gingen dann Ende Oktober 2012 die neuen Betriebssysteme Windows 8, Windows RT und Windows Phone 8 an den Start. Und nicht nur das: Zum ersten Mal brachte Microsoft eigene PC-Hardware heraus. Es war der Versuch, das Kachel-System weltweit unters Volk zu bringen und damit eine ähnliche Revolution heraufzubeschwören wie seinerzeit mit Windows 95. Gelungen ist das bisher nicht.

Es begann mit der Präsentation von Windows 8 in Berlin. Microsoft stellte die ersten Laptops und Hybriden mit dem neuen System vor, darunter auch das eigene Surface, das aber niemand anfassen durfte. Später am Abend wurde es für einige Stunden in einem Glaskasten ausgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht einmal klar, dass das Surface in zwei Versionen auf den Markt kommen würde.

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Keep:
Wie Google es immer noch schafft zu überraschen

Google hat ein digitales Notizbuch geschaffen, das vor allem mit dem “digitalen Gedächtnis” Evernote und To-Do-Listen wie Wunderlist konkurriert. Keep ist einen genauen Blick wert, denn damit trotzt Google überraschend der harschen Kritik der vergangenen Tage.

Google_KeepGoogle fährt in diesen Wochen eine eigenwillige Strategie. Die Schließung des Readers trotz guten Traffics, der unbeholfene Umgang mit den Wünschen der Nutzer und auch die sonderbare Namensgebung neuer Dienste. Dann wiederum gibt man sich Mühe mit neuen Produkten. Die zweitneueste Chromebook-Reihe startete in Deutschland, die Planung, die verschiedenen Chat-Dienste unter dem Dach von Babble zu vereinen, stieß auf Begrüßung. Und gestern Nacht schickte man mit Keep auch einen Konkurrenten zu Evernote und Wunderlist ins Rennen.

Ich sah es im ersten Moment ähnlich wie Technikexperte Om Malik: Google jetzt auch noch meine Notizen und To-Do-Lists überlassen? Den Teufel werde ich tun! Malik vergleicht Google in seinem (amüsanten) Rundumschlag gar mit dem bösen Microsoft, nennt das Unternehmen den “digitalen Mr. Ripley“. Ein ähnliches Lied singen Nathaniel Mott auf PandoDaily und Sarah Perez auf TechCrunch. Motts rhetorische Frage “Wer wird Google nach dem Desaster mit dem Reader noch vertrauen?” ist ebenso berechtigt wie Maliks wütende Worte: “In wiefern ist Keep strategisch für euch, Google, und der Reader nicht?”
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Homee:
Deutsches Smart-Home-Startup wünscht sich bessere Unterstützung

Das Team steht, die Idee für ein plattformübergreifende Home-Automation-Lösung ist ausgefeilt, die Software bereits fertig – jetzt könnte es eigentlich losgehen für das deutsche Startup Homee. Doch bei der Finanzierung stoßen die Gründer auf Probleme. Sie wünschen sich eine bessere Unterstützung für Startups in der Anfangsphase.

Die CeBIT könnte der Durchbruch gewesen sein. So sehen es Jochen Schölling und Waldemar Wunder, die beiden Gründer der Software-Schmiede Codeatelier. Ihre Lösung Homee wurde in Hannover von so vielen Interessenten und namhaften Elektronikherstellern begutachtet, dass die beiden die nächsten zwei Wochen von Termin zu Termin rennen werden. Inzwischen ist die Chance da, dass ein großer Hersteller die Technik in sein Programm aufnimmt. Es hätte aber auch anders laufen können: Um auf die CeBIT zu kommen und eine GmbH zu gründen, mussten die vier Gründer erst einmal einen Nachwuchswettbewerb gewinnen und das Preisgeld investieren. Und eigentlich würde das vierköpfige Team Homee lieber in Eigenregie produzieren – doch dafür fehlt das Geld.

Unter anderem hatte Zeit Online während der CeBIT von dem Startup aus dem württembergischen Burgstetten berichtet, das an der Hochschule Esslingen entstand. Homee ist eine App für Android, iOS und das Web, mit der man internetfähige Geräte per WLAN im Haushalt vernetzen und steuern kann. Weil es dafür inzwischen verschiedene Lösungen aber kaum Standards gibt, will Homee hier eine übergeordnete Instanz sein. Egal ob Zigbee, Z-Wave oder EnOcean – der Heimwanwender kann jedes Smart-Home-System mit Hilfe eines Bausteins in das Homee-Netzwerk integrieren. Die Prototypen dieses Lego-artigen Baukastensystems hat das junge Team bereits im 3D-Druck entworfen. Nun ist die erste Charge mit 1.000 oder 2.000 Stück geplant. Doch genau hier gibt es Probleme. » weiterlesen

Mobile Systeme:
Das Buhlen um die begehrtesten Apps

Schon das Fehlen einer App kann Nutzer vom Wechsel auf ein anderes Betriebssystem abhalten. Die App-Auswahl ist mittlerweile eines der wichtigsten Argumente für ein mobiles OS geworden, macht Entwicklungen zu einem Politikum – und verleitet die Anbieter manchmal zu sonderbaren Handlungen.

Zu meinem Beruf gehört es, neue Smartphones auszuprobieren. Um sie möglichst genau zu testen, ziehe ich für gewöhnlich ein bis zwei Wochen komplett auf das Testgerät um. Nach dem Test des Lumia 620 wäre jetzt eigentlich ein Blackberry Z10 dran. Um damit im Alltag arbeiten zu können, fehlt mir dort allerdings ein nativer WhatsApp-Client. Den brauche ich praktisch täglich: Weil fast jeder meiner Freunde inzwischen dort präsent ist und einige nur noch darüber kommunizieren, würde das Fehlen von WhatsApp mein Privatleben ein gutes Stück weit beeinträchtigen.

Eine native App soll noch im März für Blackberry 10 folgen. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, sich die Android-App für WhatsApp für Blackberry 10 zu portieren (was bei mir im ersten Anlauf misslang). Mittelfristig wird es dort eine Lösung geben. Das Beispiel zeigt aber, wie notwendig es für die Hersteller heute ist, die wichtigsten Apps auf jeden Fall mit an Bord zu haben. Das Z10 mag das Lumia 620 zwar bei allen technischen Eigenschaften und auch beim Gesamteindruck des Betriebssystems schlagen, und trotzdem benutze ich heute das technisch schwächere Phone – aufgrund nur einer App.

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Replik:
App.net bietet noch lange nicht genug Gründe, um Twitter zu verlassen

Twitter macht derzeit vieles falsch und App.net präsentiert sich als saubere Microblogging-Alternative. Umsteigen werden die Nutzer deswegen so schnell nicht, denn Twitter wird trotz der Negativentwicklung noch für eine lange Zeit die bessere Wahl sein.

Vielleicht wird es den einen oder anderen Leser überraschen, dass es Identi.ca noch gibt, oder vielleicht sogar, dass es den Dienst jemals gab. Die offene Alternative zu Twitter startete fast zwei Jahre später als der Zwitscherdienst im Juli 2008, setzte ebenfalls auf kurze Statusmeldungen mit 140 Zeichen, wurde seitdem mehrfach überarbeitet und hat bis heute überlebt. Wenn wir also wirklich eine Twitter-Alternative wollten, warum sind wir nicht längst zu Identi.ca gewechselt?

Die Frage ist natürlich rhetorisch gestellt. Wir wollen ja gar nicht wechseln, da mag Twitter noch so böse sein. Wir bleiben ganz einfach dort, wo unsere Kontakte sind und wir nehmen dafür Nachteile in Kauf. Die Anwesenheit unserer Freunde bürgt praktisch dafür, dass wir einem Social Network vertrauen und dort bleiben können. Einen Wechsel überlegen wir erst, wenn das Verhältnis ins Rutschen kommt, mehr und mehr Freunde unser vertrautes Netzwerk verlassen und ein anderes bevölkern.
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Telekom und Fon kooperieren:
Das WLAN anderer Kunden als Hotspot nutzen

Ab dem Sommer können Telekom-Kunden ihren Festnetz-Anschluss für andere Kunden öffnen und dann weltweit WLANs der Hotspot-Community Fon nutzen. Ganz uneigennützig sind die Bonner dabei zwar nicht, die Entscheidung ist jedoch vorbildlich.

Bereits im Januar hatte das “Wall Street Journal” über einen Einstieg der Telekom bei dem offenen WLAN-Provider Fon spekuliert. Die Kooperation, die man nun heute auf der CeBIT in Hannover bestätigt hat, ist überraschend simpel: Telekom-Kunden können anderen Nutzern ihren Breitband-Festnetzanschluss über WLAN zur Verfügung stellen. Als Gegenleistung erhalten sie kostenlos Zugang zu anderen Telekom- und Fon-Hotspots im In- und Ausland. Auch bei den eigenen Töchtern in Griechenland, Bulgarien, Rumänien, der Slowakei und Ungarn startet die Kooperation, womit Hotspots für deutsche Kunde auch dort nutzbar werden. » weiterlesen