Jürgen Vielmeier

Jürgen wuchs in einer Kleinstadt im nordwestdeutschen Regenwald (Emsland) auf und machte erste Gehversuche am Computer mit dem C64, auf dem er kleine Programme schrieb und tagelang “Microprose Soccer”, “Sim City” oder “Defender of the Crown” spielte. Schon als Kind träumte er von Kaufhausautomaten, mit denen er sich seine Lieblingslieder auf Kassette herunterladen konnte – weil er es nicht einsah, sich für nur einen tollen Song ganze LPs zu kaufen. Jahre später erfüllten ihm Napster, iTunes und Spotify diesen Kindheitstraum auf nie erahnte Art und Weise.

Jürgen ist nicht immer leicht von einer neuen Sache zu überzeugen, aber wenn er sich für eine Erfindung erst einmal begeistert hat, gibt er sie nicht mehr her. So wie einst seinen Walkman mit Autoreverse und Anti-Schock, in den 90ern seinen Skyper und heute Smartphones verschiedener Couleur.

Nach der Schule und einer Lehre zum Industriekaufmann fand er doch noch seine Bestimmung und studierte Technikjournalismus, zog ins Rheinland und mag es bis auf Kurztrips vor allem nach Asien seitdem nicht mehr verlassen. Jürgen wartet seit Jahren auf das Überall-Breitband und gibt die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages eine Software seine Steuererklärung mit einem simplen Knopfdruck erledigt.

Privat bloggt Jürgen auf juergenvielmeier.de.

 

Alle 121 Artikel von Jürgen Vielmeier auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Gelangweilt trotz Smartphones:
Keine Panik, die Wiederentdeckung der Ruhe kommt ganz von alleine

Während Aussteiger die rar gewordene Langeweile als seltenes Gut preisen und Medienjunkies die Dauerbeschallung durch Smartphones beklagen, ließe sich beiden Lagern auch schlicht zu mehr Geduld raten: Einfach abwarten, die Ruhe kommt ganz von selbst.

Alleinsein muss nicht schrecklich sein.

Alleinsein muss nicht schrecklich sein.

In meinem letzten Urlaub verbrachte ich zwei Nächte in einem Kloster. Ich würde nun gerne erzählen, dass ich dort zu Gott oder innerer Ruhe gefunden hätte. Dem war aber leider nicht so.

Vielleicht lag es schlicht daran, dass das Kloster sich mehr als Touristenherberge verstand. Es hing kein Kreuz über meiner Zimmertür, keine Bibel befand sich in der Nachttischschublade. An der Rezeption bot man mir eine WLAN-Flatrate für 4 Euro am Tag an. Im Erdgeschoss lockte ein fantastisches Restaurant Menschen von nah und fern mit regionalen Spezialitäten zu erschwinglichen Preisen und ließ auch abends keine echte Einsamkeit aufkommen. Der einzige Mönch, den ich dort tatsächlich antraf, war im Café der Klosteranlage gerade an der dreigruppigen Espressomaschine damit beschäftigt, dem Mann vor mir in der Schlange seinen Vanilla Latte mit aufgeschäumter Sojamilch zu kredenzen. » weiterlesen

Qualität im Überfluss:
Wir haben bereits mehr guten Onlinejournalismus, als wir lesen können

Die Qualität vieler Online-Nachrichtenangebote wird zu Recht kritisiert. Doch wer ein bisschen sucht, kann sich bereits mehr Rosinen herauspicken als er essen kann. Fehlt uns überhaupt noch etwas?

Qualitaet_Flickr

Immerhin: Focus Online hat es im Nachhinein als “Panne” bezeichnet, dass am Dienstag die Nachricht über den 40. Geburtstag von Hello Kitty als Eilmeldung herausging. Hätten sie es ernst gemeint, hätte das auch niemanden mehr überrascht. Das Schicksal einer ehemaligen “Wer wird Millionär”-Gewinnerin war am gleichen Tag Topmeldung. Focus Online hat sich mit Beharrlichkeit einen zweifelhaften Ruf als Content-Trommelfeuer erarbeitet. Qualitätsjournalismus, wie die Redaktion selbst behauptet, ist so eine fehlende Gewichtung nicht. Das ist irgendwie jedem klar.

Doch was ist Qualitätsjournalismus eigentlich und wie viel brauchen wir davon? Qualität ist nicht zwingend Länge, auch wenn viele Onlinemagazine sich quasi aus Trotz eine Zeitlang darüber zu definieren versuchten. Es geht um guten Stil und gute Recherche, im besten Falle beides. Kurz: Beiträge, die man gerne liest oder sieht und die im Idealfall noch informieren – wenn ihre Absicht nicht ohnehin Unterhaltung ist, was in Maßen auch nicht verwerflich ist. » weiterlesen

Netflix-Effekt:
Die plötzliche Liebe deutscher Sender und Filmstudios zu Qualitäts-TV-Serien

Als hätten sie nie etwas anderes getan, wollen zahlreiche deutsche Filmstudios plötzlich Qualitäts-TV-Serien produzieren. Zeitlich trifft diese neue Welle mit dem Start von Netflix und Amazon TV zusammen. Zufall?

"Schuld": Qualitätsserie mit Moritz Bleibtreu soll Anfang 2015 im ZDF laufen und international vermarktet werden. Bild: Beta Films

“Schuld”: Qualitätsserie mit Moritz Bleibtreu soll Anfang 2015 im ZDF laufen und international vermarktet werden. Bild: Beta Films

Ich glaube ich träume. Hatte ich erwartet, dass die Kooperation von ARD, Sky, Beta Films und Regisseur Tom Tykwer zur Produktion der deutschen Qualitäts-TV-Serie “Babylon Berlin” nicht mehr als ein Strohfeuer nach jahrelanger Dürre sein würde, sehe ich mich binnen zweier Wochen offenbar getäuscht. Das soll erst der Anfang gewesen sein. Alles, worauf deutsche Serienliebhaber seit Jahren pochen, könnte besser spät als nie plötzlich doch noch in Erfüllung gehen. Einer der Gründe dafür dürfte “Netflix” heißen. » weiterlesen

Die Zukunft des Fernsehens:
Ich brauche keinen Streaming-Stick, ich will eine Mega-Monstermaschine

In der Zukunft des Medienkonsums sollen wir selbst Programmdirektor sein. Punkt. Doch selbst wenn wir das wollten, wird uns Live-TV wegen vieler Vorteile fehlen – es sei denn, wir arbeiten mit cleverer Hybridtechnik dagegen. Doch das erforderte weit stärkere Maschinen, als wir sie heute nutzen.

Amazon Fire TV: Apps und Mediathek, aber kein Live-TV.

Amazon Fire TV: Apps und Mediathek, aber kein Live-TV.

Mit meinem Kollegen Martin Weigert geriet ich vor einigen Monaten in einen Disput. Wir werden auf lineares Fernsehen nie ganz verzichten wollen, behauptete ich. Martins Gegenthese: Der TV-Markt, wie wir ihn heute kennen, wird in den kommenden Jahren völlig zusammenbrechen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich gemessen an der derzeitigen Entwicklung weiterhin an meiner These festhalte, mich allerdings selbst wundere, warum ausgerechnet ich sie aufgestellt habe. » weiterlesen

Windows Phone:
Nummer Drei rockt die Nische und keiner kriegt es mit

Windows Phone ist mittlerweile die unumstrittene Nummer drei unter den Smartphone-Betriebssystemen. Was Funktionsumfang und App-Auswahl angeht, hat es mächtig aufgeholt. Dass Microsofts System dennoch aus seiner Nische nicht mehr herauszukommen scheint, könnte einen ganz banalen Grund haben: Es braucht einfach niemand.

Vor einigen Jahren begann ich, mit alternativen Betriebssystemen zu experimentieren und nach einigen soliden Vorstößen von Nokia war ein Windows Phone eine Zeit lang sogar mein Haupttelefon. Als Google dann das Nexus 4 auf den Markt brachte, fiel mir der Umstieg zurück zu Android allerdings sehr leicht: Das Bedienkonzept, die App-Auswahl sind bei Android für meinen Geschmack noch einen Tacken besser.

Aber Windows Phone hat weiter aufgeholt. Grund genug, dem System einen erneuten Besuch abzustatten und die Faszination zu ergründen, die zumindest einige treure Fans mittlerweile mit der Nummer drei verbinden. Und um herauszufinden, warum der Marktanteil jüngst gar noch weiter gefallen ist – unter 3 Prozent.

Weiterlesen bei neuerdings.com

Journalismus:
Die Angst vor Veränderung ist in Wahrheit nur die Angst vor weniger Geld

Veränderungen zu fordern ist leicht, solange es nicht uns selbst betrifft. Drohen finanzielle Einbußen, dann ist es mit unserer Bereitschaft, etwas Neues zu wagen, nicht mehr weit hin.

Greedy_Bastards_FlickrIch kam recht spät ins Internet. 1998 muss es gewesen sein, gleichzeitig schrieb ich gerne – für die lokale Tageszeitung, die Abizeitung, ein satirisches Wochenblatt für unsere Fußball-Tippgemeinschaft an der Schule. Als es irgendwann darum ging, einen Beruf zu ergreifen, beschloss ich Journalismus zu studieren. Schon damals fragten mich die Leute, wofür ich denn später gerne einmal schreiben würde, Print oder Online. Ich antwortete: “Wo ist der Unterschied? Ich schreibe für beides Texte, ich bereite sie nur anders auf.” Für viele ist bis heute nicht zu begreifen, dass der Unterschied hier technisch gesehen gering ist und eher der Verdienst die beiden Lager entzweit. » weiterlesen

Goal Control:
Die Torlinientechnik der WM stammt aus Deutschland

Sie soll bei strittigen Entscheidungen helfen: Die Technik Goal Control weiß bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien stets genau, wann Tor ist und wann nicht. Sie stammt von einem deutschen Startup aus der Nähe von Aachen.

Goal ControlAm vergangenen Sonntagabend bei der Partie Frankreich gegen Honduras war es zum ersten Mal so weit. Der honduranische Schlussmann fischte nach einem Schuss von Karim Benzema gegen den Pfosten den Abpraller von Linie. Oder war der Ball doch schon dahinter gewesen? Das brasilianische Schiedsrichtergespann entschied zunächst nicht auf Tor, sondern wartete das Ergebnis der Torlinientechnik ab.

Und die stammt von Goal Control, einem Unternehmen aus Würselen in der Nähe von Aachen, soll bis auf fünf Millimeter genau sein und wird nach erfolgreichem Test beim Confederations Cup im vergangenen Jahr in diesem Jahr zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft eingesetzt.

Weiterlesen bei neuerdings.com

Waymate definiert den Nahverkehr neu:
Allryder integriert Bahn und Carsharing

Die Haustür-zu-Haustür-Verkehrssuche Waymate hat kürzlich Reiseplanung und Nahverkehr voneinander getrennt. Die neue App Allryder will im Nahverkehr auch neuartige Verkehrsmittel wie DriveNow integrieren – was im ersten Schritt aber nur leidlich gelingt.

Es gibt heute mehr Möglichkeiten denn je, um von A nach B zu gelangen. Busse, Bahnen und das eigene Auto sowieso. Doch dazu gesellen sich neue Möglichkeiten wie privates und kommerzielles CarSharing, das Taxi auf Abruf wie mit MyTaxi, der Privatisierung des Taxis wie mit WunderCar, Fernbusse oder Fahrradvermietung nach Bedarf. Mehrere App-Anbieter versuchen, diese Vielfalt unter einen Hut zu bringen.

Um diesen Markt buhlen neben der Deutschen Bahn mit ihrer Bus- und Bahnsuche DB Navigator, sowie der Verkehrsmittelwahl Qixxit unter anderem auch die Berliner Startups GoEuro und Door2Door. Letztere sind für die Meta-Verkehrssuche Waymate bekannt und haben kürzlich mit Allryder eine neue App für den Nahverkehr gestartet. » weiterlesen

Trotz Netflix und Chromecast:
Wir werden auf lineares Fernsehen nie verzichten wollen

Zattoo vermeldet für die kleine Schweiz den Rekord von 1 Million aktiven Nutzern in einem Monat. Und das, wo Video on Demand langsam unsere Wohnzimmer erreicht. Das lineare Fernsehen wird sich verändern, aber sterben wird es nie.

Zattoo

Zattoo

Als Gadgetblogger mit einem wenig smarten Fernseher habe ich in dieser Woche die Chance genutzt und Watchever auf einem Chromecast ausprobiert. Ich habe mir den Stick aus Interesse und weil ich von der Möglichkeit las, bereits vor einigen Monaten bei Amazon in den USA bestellt – und ihn nach dem ersten Test kaum noch benutzt. Nach dem Verkaufsstart des Sticks in Deutschland in dieser Woche war Watchever als erster offizieller Partner mit dabei und der Chromecast endlich mit Videos aus einer Flatrate gefüllt. Da war sie also nun in meinem Wohnzimmer: die Zukunft des Fernsehens. Ich guckte mir auch prompt eine Serienfolge via Chromecast an – und schaltete danach wieder auf ProSieben um.

Warum? Weil mir anders als den Programmbossen die Ideen ausgingen, was ich noch spontan so hätte gucken können. Weil lineares Fernsehen mehr ist als nur reines Programm. Weil ich dort in der Werbung und den Programmvorschauen auf neue Ereignisse, oft auch neue Songs und Künstler aufmerksam gemacht werde. Weil ich neue Sendungen sehe, die ich mir wohl nie angeschaut hätte, wenn ich sie mühsam selbst hätte auswählen müssen. Ich würde derzeit auf lineares Fernsehen nicht verzichten wollen – und ich teile damit offenbar eine Vorliebe mit meinen Schweizer Kollegen. Denn für die Alpenrepublik zählte der Online-TV-Anbieter Zattoo für den vergangenen Monat erstmals mehr als 1 Million eindeutige Benutzer im Monat. » weiterlesen

LaterPay geht an den Start:
So könnte Paid Content tatsächlich gelingen

Der Journalist Richard Gutjahr wirbt für den deutschen Dienst LaterPay, der Paid Content salonfähig machen will. Das Überraschende ist: Es könnte gelingen.

Ganze vier Jahre haben Cosmin Ene und Jonas Maurus an LaterPay gearbeitet, eine Testphase mit dem Verlag Gruner+Jahr erfolglos beendet, sich noch einmal zurückgezogen, neu entwickelt – und nun LaterPay in dieser Woche endlich öffentlich gestartet.

Ich gebe zu, ich hätte die Meldung darüber wohl überlesen, hätte nicht der bekannte Blogger und TV-Journalist Richard Gutjahr heute früh auf seinem Blog dafür getrommelt. Natürlich bleibt bei mir ein wenig Skepsis, nachdem ich seine Beschreibung über LaterPay gelesen habe. Andererseits: Wenn Paid Content gelingen kann, dann wohl am ehesten so. » weiterlesen