Jürgen Vielmeier

Jürgen wuchs in einer Kleinstadt im nordwestdeutschen Regenwald (Emsland) auf und machte erste Gehversuche am Computer mit dem C64, auf dem er kleine Programme schrieb und tagelang “Microprose Soccer”, “Sim City” oder “Defender of the Crown” spielte. Schon als Kind träumte er von Kaufhausautomaten, mit denen er sich seine Lieblingslieder auf Kassette herunterladen konnte – weil er es nicht einsah, sich für nur einen tollen Song ganze LPs zu kaufen. Jahre später erfüllten ihm Napster, iTunes und Spotify diesen Kindheitstraum auf nie erahnte Art und Weise.

Jürgen ist nicht immer leicht von einer neuen Sache zu überzeugen, aber wenn er sich für eine Erfindung erst einmal begeistert hat, gibt er sie nicht mehr her. So wie einst seinen Walkman mit Autoreverse und Anti-Schock, in den 90ern seinen Skyper und heute Smartphones verschiedener Couleur.

Nach der Schule und einer Lehre zum Industriekaufmann fand er doch noch seine Bestimmung und studierte Technikjournalismus, zog ins Rheinland und mag es bis auf Kurztrips vor allem nach Asien seitdem nicht mehr verlassen. Jürgen wartet seit Jahren auf das Überall-Breitband und gibt die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages eine Software seine Steuererklärung mit einem simplen Knopfdruck erledigt.

Privat bloggt Jürgen auf juergenvielmeier.de.

 

Alle 116 Artikel von Jürgen Vielmeier auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Journalismus:
Die Angst vor Veränderung ist in Wahrheit nur die Angst vor weniger Geld

Veränderungen zu fordern ist leicht, solange es nicht uns selbst betrifft. Drohen finanzielle Einbußen, dann ist es mit unserer Bereitschaft, etwas Neues zu wagen, nicht mehr weit hin.

Greedy_Bastards_FlickrIch kam recht spät ins Internet. 1998 muss es gewesen sein, gleichzeitig schrieb ich gerne – für die lokale Tageszeitung, die Abizeitung, ein satirisches Wochenblatt für unsere Fußball-Tippgemeinschaft an der Schule. Als es irgendwann darum ging, einen Beruf zu ergreifen, beschloss ich Journalismus zu studieren. Schon damals fragten mich die Leute, wofür ich denn später gerne einmal schreiben würde, Print oder Online. Ich antwortete: “Wo ist der Unterschied? Ich schreibe für beides Texte, ich bereite sie nur anders auf.” Für viele ist bis heute nicht zu begreifen, dass der Unterschied hier technisch gesehen gering ist und eher der Verdienst die beiden Lager entzweit. » weiterlesen

Goal Control:
Die Torlinientechnik der WM stammt aus Deutschland

Sie soll bei strittigen Entscheidungen helfen: Die Technik Goal Control weiß bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien stets genau, wann Tor ist und wann nicht. Sie stammt von einem deutschen Startup aus der Nähe von Aachen.

Goal ControlAm vergangenen Sonntagabend bei der Partie Frankreich gegen Honduras war es zum ersten Mal so weit. Der honduranische Schlussmann fischte nach einem Schuss von Karim Benzema gegen den Pfosten den Abpraller von Linie. Oder war der Ball doch schon dahinter gewesen? Das brasilianische Schiedsrichtergespann entschied zunächst nicht auf Tor, sondern wartete das Ergebnis der Torlinientechnik ab.

Und die stammt von Goal Control, einem Unternehmen aus Würselen in der Nähe von Aachen, soll bis auf fünf Millimeter genau sein und wird nach erfolgreichem Test beim Confederations Cup im vergangenen Jahr in diesem Jahr zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft eingesetzt.

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Waymate definiert den Nahverkehr neu:
Allryder integriert Bahn und Carsharing

Die Haustür-zu-Haustür-Verkehrssuche Waymate hat kürzlich Reiseplanung und Nahverkehr voneinander getrennt. Die neue App Allryder will im Nahverkehr auch neuartige Verkehrsmittel wie DriveNow integrieren – was im ersten Schritt aber nur leidlich gelingt.

Es gibt heute mehr Möglichkeiten denn je, um von A nach B zu gelangen. Busse, Bahnen und das eigene Auto sowieso. Doch dazu gesellen sich neue Möglichkeiten wie privates und kommerzielles CarSharing, das Taxi auf Abruf wie mit MyTaxi, der Privatisierung des Taxis wie mit WunderCar, Fernbusse oder Fahrradvermietung nach Bedarf. Mehrere App-Anbieter versuchen, diese Vielfalt unter einen Hut zu bringen.

Um diesen Markt buhlen neben der Deutschen Bahn mit ihrer Bus- und Bahnsuche DB Navigator, sowie der Verkehrsmittelwahl Qixxit unter anderem auch die Berliner Startups GoEuro und Door2Door. Letztere sind für die Meta-Verkehrssuche Waymate bekannt und haben kürzlich mit Allryder eine neue App für den Nahverkehr gestartet. » weiterlesen

Trotz Netflix und Chromecast:
Wir werden auf lineares Fernsehen nie verzichten wollen

Zattoo vermeldet für die kleine Schweiz den Rekord von 1 Million aktiven Nutzern in einem Monat. Und das, wo Video on Demand langsam unsere Wohnzimmer erreicht. Das lineare Fernsehen wird sich verändern, aber sterben wird es nie.

Zattoo

Zattoo

Als Gadgetblogger mit einem wenig smarten Fernseher habe ich in dieser Woche die Chance genutzt und Watchever auf einem Chromecast ausprobiert. Ich habe mir den Stick aus Interesse und weil ich von der Möglichkeit las, bereits vor einigen Monaten bei Amazon in den USA bestellt – und ihn nach dem ersten Test kaum noch benutzt. Nach dem Verkaufsstart des Sticks in Deutschland in dieser Woche war Watchever als erster offizieller Partner mit dabei und der Chromecast endlich mit Videos aus einer Flatrate gefüllt. Da war sie also nun in meinem Wohnzimmer: die Zukunft des Fernsehens. Ich guckte mir auch prompt eine Serienfolge via Chromecast an – und schaltete danach wieder auf ProSieben um.

Warum? Weil mir anders als den Programmbossen die Ideen ausgingen, was ich noch spontan so hätte gucken können. Weil lineares Fernsehen mehr ist als nur reines Programm. Weil ich dort in der Werbung und den Programmvorschauen auf neue Ereignisse, oft auch neue Songs und Künstler aufmerksam gemacht werde. Weil ich neue Sendungen sehe, die ich mir wohl nie angeschaut hätte, wenn ich sie mühsam selbst hätte auswählen müssen. Ich würde derzeit auf lineares Fernsehen nicht verzichten wollen – und ich teile damit offenbar eine Vorliebe mit meinen Schweizer Kollegen. Denn für die Alpenrepublik zählte der Online-TV-Anbieter Zattoo für den vergangenen Monat erstmals mehr als 1 Million eindeutige Benutzer im Monat. » weiterlesen

LaterPay geht an den Start:
So könnte Paid Content tatsächlich gelingen

Der Journalist Richard Gutjahr wirbt für den deutschen Dienst LaterPay, der Paid Content salonfähig machen will. Das Überraschende ist: Es könnte gelingen.

Ganze vier Jahre haben Cosmin Ene und Jonas Maurus an LaterPay gearbeitet, eine Testphase mit dem Verlag Gruner+Jahr erfolglos beendet, sich noch einmal zurückgezogen, neu entwickelt – und nun LaterPay in dieser Woche endlich öffentlich gestartet.

Ich gebe zu, ich hätte die Meldung darüber wohl überlesen, hätte nicht der bekannte Blogger und TV-Journalist Richard Gutjahr heute früh auf seinem Blog dafür getrommelt. Natürlich bleibt bei mir ein wenig Skepsis, nachdem ich seine Beschreibung über LaterPay gelesen habe. Andererseits: Wenn Paid Content gelingen kann, dann wohl am ehesten so. » weiterlesen

Private Taxirevolution nur abends:
WunderCar führt Internet-Öffnungszeiten wieder ein

WunderCar schickt sich an, ganz normale Menschen zu privaten Chauffeuren zu machen. Nun ist die erste App der Hamburger erschienen – und wirkt auf den ersten Blick ein wenig merkwürdig.

Das Hamburger Startup WunderCar hat eine erste App gestartet. Das Konzept des jungen Unternehmens unter der Führung des ehemaligen AirBnB-Deutschland-Chefs Gunnar Froh gefiel meinem Kollegen Martin Weigert im ersten Review ebenso gut wie mir: Statt eines Taxis können sich WunderCar-Nutzer einen privaten Fahrer bestellen, der sie sicher von A nach B bringt. Dafür zahlt der Fahrgast mit Hilfe einer App eine vorgeschlagene Gebühr, die sich “Trinkgeld” nennt.

WunderCar wird also mit Taxis konkurrieren und dürfte sich damit ebenso den Unmut der Taxi-Branche zuziehen wie in den vergangenen Jahren MyTaxi. Doch das ist eine andere Geschichte. Neu ist die erste App für iOs, die WunderCar in dieser Woche veröffentlicht hat. Doch die ist noch in einem frühen Stadium, wie sich bei uns im Kurztest zeigt. » weiterlesen

Beliebter Smartphone-Trend:
Spiele Games und rede darüber

Die Technikpresse sucht täglich nach spannenden neuen Geschichten und schrieb dabei zuletzt immer häufiger über besonders erfolgreiche Mobile Games. Spiele für Smartphones und Tablets und vor allem der Austausch darüber liegen im Trend. Die Spieler definieren die soziale Komponente dabei selbst.

Wooga Jelly Splash

Wooga Jelly Splash

Ein ungeschriebenes Gesetz im Journalismus lautet: Für alles, was du beweisen willst, findest du auch irgendwo eine Statistik. Meine stammt von Comscore, noch aus dem Frühjahr 2012 und besagt, dass 40 Prozent der Smartphone-Nutzer in den fünf größten EU-Ländern mindestens einmal im Monat auf ihren Geräten spielen, mehr als zehn Prozent sogar täglich. Das Spielen auf dem Smartphone übertraf damit sogar das Musikhören oder den Austausch auf einem Social Network.

Das ist nun zwei Jahre her. Social Networks sind seitdem Alltag und fast etwas dröge geworden. Mit News werden wir überschüttet, mit Produktivitäts-Apps sowieso, die Suche nach dem nächsten großen Startup bleibt seit langem unerfüllt. Trotzdem ist es zum Ritual geworden, sich nicht langweilen zu lassen, schon gar nicht, wenn man auf jemanden warten muss. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass die Menschen zunehmend auf ihrem Smartphone spielen, wenn sie Wartezeit irgendwie überbrücken müssen oder auch, wenn sie mal ein paar Minuten abschalten wollen. Mehrere der größten Hypes der vergangenen Wochen gingen dabei auf das Konto mobiler Spiele. » weiterlesen

Android Wear:
Die Google-Now-Smartwatch kommt, doch wo bleibt Google Now?

Google hat mit Android Wear die Bahn zu einer Google-Now-Watch und zur Integration spannender neuer Dienste in Smartwatches frei gemacht. Da wird es Zeit, ein wenig Kritik am Entwicklungsstand von Google Now zu üben.

Android Wear

Android Wear

Als Google Now vor anderthalb Jahren an den Start ging, da war ich begeistert und ich bin es über das Kontept auch jetzt noch: Die Möglichkeit, mich immer über das zu informieren, was ich gerade wissen muss, ist eine fantastische Möglichkeit. Mit dem gestern veröffentlichten Android Wear geht Google gar noch einen Schritt weiter und will diese Informationen direkt auf Smartwatches an unserem Handgelenk anzeigen. Die Android-Erweiterung soll bereits in Kürze auf den ersten Smartwatches von LG und Motorola zum Einsatz kommen, und natürlich wird das erst der Anfang sein. Es wird tolle Möglichkeiten geben, wie Google sie in einem munteren Video dazu in Aussicht stellt.

Das Problem ist nur, dass ich davon so schnell nichts haben werde. Google Now bringt mir in der jetzigen Version an meinem Standort keinen Nutzen und oft frage ich mich, warum Google sich mit der Entwicklung derart schwer tut. » weiterlesen

Maximaler Kundennutzen:
Triprebel zahlt Geld zurück, wenn der Hotelpreis sinkt

Es gibt beinahe so viele Reiseportale wie Sterne am Himmel. Aber das deutsch-österreichische Startup Triprebel ist besonders: Kunden erhalten eine Gutschrift, sollte ein einmal gebuchtes Hotelzimmer später noch im Preis fallen.

Ein derart maximaler Kundennutzen dürfte sich schnell herumsprechen: Triprebel ist auf den ersten Blick auch nur eine Hotelsuche, doch die hat einen ganz besonderen Vorteil: Fällt ein einmal gebuchtes Hotelzimmer vor dem Reiseantritt noch im Preis, dann erhält der Kunde eine Gutschrift der Differenz. Ohne weiteres Zutun. Solltet ihr beispielsweise ein Hotel am New Yorker Central Park für 200 Euro die Nacht buchen und der Preis sinkt im Rahmen eines – nicht unüblichen – Angebotes auf 150 Euro, dann überweist Triprebel euch 50 Euro zurück.

Das Startup mit Sitz in Hamburg und dem österreichischen Graz verschafft seinen Kunden damit Planungssicherheit und einen geldwerten Vorteil. » weiterlesen

Einfach mal zu Hause bleiben:
Warum die Möglichkeiten des Home Office immer noch unterschätzt werden

Heimarbeit ist in Deutschland auf dem absteigenden Ast. Dabei ist die Möglichkeit gerade bei Webworkern eine gute Alternative, die auch immer größeren Verkehrsproblemen entgegen wirken kann. Es wird Zeit, mit einigen Vorurteilen gegen das Home Office aufzuräumen.

Meinem Wohnort Bonn droht heute ein Verkehrsinfarkt. Bereits seit einer Woche sorgt die Sperrung einer Brücke im Bundesviertel für massive Probleme, nun kommt auch noch ein ganztägiger Streik im Öffentlichen Dienst hinzu, der den Nahverkehr trifft. Den ganzen Tag über sollen in der Stadt kein Bus und keine Bahn fahren. Und das, wo täglich rund 125.000 Menschen nach Bonn pendeln und etwa halb so viele die Stadt zum Arbeiten verlassen. In eurem Wohnort sieht es angesichts der Warnstreiks in mehreren Bundesländern womöglich ähnlich aus.

Ich werde mir das Chaos mit einer Tasse Kaffee von meinem Balkon aus anschauen. Häme ist das nicht, aber verstehen kann ich ebenso wenig, wie unpopulär das Arbeiten von zu Hause aus geworden ist, dass viele Arbeitgeber wie die derzeitige Yahoo-Chefin Marissa Mayer es strikt verbieten, Arbeitnehmer eher Nachteile fürchten und Heimarbeit laut einer aktuellen DIW-Studie sogar ein rückläufiger Trend ist. Trotz des Pendelstresses, trotz Smogs in Metropolen wie Paris oder Peking. Vielleicht ist es an der Zeit, mit einigen Mythen des Home Office aufzuräumen. » weiterlesen