Jan Rothenberger

Jan Rothenberger ist der Redakteur vom netzwertig.com-Schwesterblog startwerk.ch. Er hat an der Universität Zürich Germanistik, Management & Economics und Philosophie studiert. Die ersten redaktionellen Erfahrungen hat er bei der Zürichseezeitung, dem Winterthurer Landboten und bei verschiedenen universitären Magazinen gesammelt. Verbreitert hat er diese Erfahrungen mit Praktika im Verlagswesen und beim SF-Magazin 10vor10.

Seine Begeisterung für die Startup-Szene ist begründet auf seiner Neugier auf neue Ideen und den Respekt für ambitionierte Zielsetzungen. Unternehmerpersönlichkeiten bei der Gründung in die Karten schauen und in der Berichterstattung nah dran zu sein, über neue Technologien oder smarte Geschäftsmodelle zu schreiben, ist für Jan einer der spannendsten Jobs, die man sich im Journalismus vorstellen kann.

 

Alle 11 Artikel von Jan Rothenberger auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Disruptive Technologien:
3D-Druck als Chance für Startups

3D-Drucker verändern weltweit die Produktionsbedingungen – höchste Zeit für Startups, Anwendungen für die neue Technologie zu finden. Erste Ideen gibts es schon, darunter: personalisierte Sportschuhe, Steaks ohne Schlachtshaus oder neue Zähne auf Bestellung.

3D-Druck ist eine disruptive Technologie, wie sie im Buche steht. Hier schickt sich ein Verfahren an, bestehende Produktionsprozesse umzuschmeissen und damit die Karten ganz neu zu mischen. Typisch für neue, bahnbrechende Erfindungen: Sie sind zunächst unerschwinglich und schwer zu bedienen, treten dann aber in den Mainstream ein. 3D-Druck ist unterwegs dorthin. Web-Vordenker Clay Shirky sagt dazu: Etwas Neues wird sozial interessant, wenn es technologisch langweilig geworden ist.

In der Industrie ist 3D-Druck bereits seit Jahren im Einsatz. In den vergangenen zwölf Monaten hat aber eine Reihe von 3D-Druckermodellen eine Preisgrenze geknackt, die sie für Privatnutzer erschwinglich macht (z.B.MakiBoxForm 1Ultimaker). Diese Verfügbarkeit lädt dazu ein, mit den wunderlichen Geräten zu experimentieren. Höchste Zeit also, dass wir erste Startups mit Geschäftsideen rund um die neue Technologie sehen. Was ist zu erwarten?

Das Prinzip: Anders als bei Fräsen oder Laserschneidern wird bei 3D-Druckern ein Gegenstand nicht aus einem Material herausgeschnitten. Stattdessen modelliert der Drucker ein Objekt aus Wachs oder Plastik und lässt es Schicht für Schicht in die Höhe wachsen. So lässt sich praktisch jede beliebige Form erstellen, gerade auch solche, die per Gussverfahren nicht möglich wären.

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(Foto: Flickr/keepitsurreal / CC)

Die USA für hiesige Startups:
Traumdestination Silicon Valley

Von VC-Magie bis zu kulturellen Fettnäpfchen – eine aktuelle Schweizer Startup-Roadshow zum Silicon Valley informiert über Pro und Kontras der Reise westwärts.

Am Infoabend zum Thema Go West verrieten am Montag die Leiter der Startupdienste von Swissnex San Francisco, ob und wann Startups sich in die USA aufmachen sollten. Die Organisation kümmert sich um die Vernetzung von Jungunternehmern im Ausland. In San Francisco unterhält sie eine von zwei Niederlassungen in den USA. Der Kickoff der Reihe war in Zürich und diese Woche tourt die Roadshow durch weitere vier Städte; Bern, Lugano, Lausanne und Genf.

Grosser Markt, attraktive Rahmenbedingungen, Inspiration: Hinzu kommt – vielleicht noch wichtiger – der Rockstar-Status von Startupgründern im Silicon Valley. Hier ist das Gründen eines eigenen Unternehmens das Normalste der Welt – naturgemäss übt der Ort darum eine magische Anziehungskraft auf Jungunternehmer aus.

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(Foto: Flickr/warzauwynn / CC)

Der Streit um die Definition:
Was ist ein Startup?

Jung, innovativ, riskant? Wovon sprechen wir, wenn wir von Startups reden? Wir haben uns auf die Suche nach möglichen Definitionen gemacht.

Eine brilliante Idee, eine Garage und eine Menge Nachtschichten: So sieht noch immer ein gängiges Startup-Klischee aus. Es hält sich hartnäckig, weil daran ein Körnchen Wahrheit ist: Am Anfang stehen stets eine Idee und viel Arbeit mit wenig Ressourcen.

Aber lässt sich auch ohne den Griff in die Klischeekiste ausdrücken, was ein Startup ausmacht? Wir haben uns nach Definitionen umgeschaut und festgestellt, dass es ungefähr so viele gibt wie Startups.

Man kann es sich zum Beispiel einfach machen:

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Wer macht das Rennen:
Drei Parkplatzapps steigen in den Ring

Mit Park-it und seinen weiteren Mitbewerbern zeichnet sich nach den Group-Buying-Startups der nächste umkämpfte Trend ab: Parkplätze per App untervermieten.

Im vergangenen Monat startete der US-Dienst Parking Panda. Die Idee: Parkplatzbesitzer vermieten ihre Plätze per App unter. Geschäfte oder Privatpersonen, die zu gewissen Tageszeiten ihre Plätze nicht nutzen, können für diese eine Online-Parkuhr aufstellen. 6’000 Kilometer entfernt beobachten zurzeit drei Jungunternehmen die Fortschritte der Amerikaner besonders genau.

Drei Startups sind nämlich zurzeit dabei, dieses Modell hierzulande umzusetzen und stehen kurz vor dem Launch. Pikant: Die für ihren chronischen Parkplatzmangel bekannte Zürcher City ist dabei der explizite Fokus zweier der Mitbewerber. Und als ob das nicht reichen würde: Der Mobilfunkriese Nokia will künftig ebenfalls mitmischen. Das Gerangel um die besten Plätze wird sich künftig also nicht nur auf der Strasse, sondern auch virtuell abspielen.

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Eine neue Wissenschaft entsteht:
Die Suche nach Rezepten für nutzergenerierte Inhalte

Viele erfolgreiche Onlinedienste setzen auf die rege Partizipation ihrer Anwender – und sind von dieser abhängig. Rund um die Frage, wie Nutzer zur Generierung von Inhalten animiert werden können, entsteht eine neue Wissenschaft.

Crowdsourcing und User Generated Content (UGC) sind die Motoren von vielen der wichtigsten Angebote im Social Web. Clay Shirky hat bereits in Cognitive Surplus davon gesprochen, dass eine Trillion Stunden an Nutzerengagement im Internet zu verteilen sei. Die Frage wäre nur, wer diesen neuen, gewaltigen Ressourcenpool anzuzapfen versteht. Forbes hat 2012 rundwegs zum Jahr erklärt, in dem das Verstehen der Crowd zur neuen Toppriorität für Unternehmen wird.

Das naheliegendste Beispiel für die Leistungskraft von UGC ist inzwischen zum Gemeinplatz geworden: Wikipedia. In den letzten Jahren haben wir zahlreiche weitere Projekte gesehen, die sich aus dem Einsatz von Nutzern speisen. Eine erste Lektion, die dabei zu lernen war: UGC funktioniert oft dann am besten, wenn er keiner ist. Anders formuliert: Nutzer nehmen das, was sie auf Plattformen für andere bereitstellen, oft nicht als Beitrag für die anonyme Allgemeinheit war, sondern als etwas, das diese für sich selbst, einen kleinen Kreis von Freunden oder eine beschränkte Community tun.

UGC bewegt sich auf einer Spanne, die vom Nutzen eines Dienstes primär für sich selbst bis hin zum Angebot für das Netz an sich reicht. Diese Skala erstreckt sich in dieser Reihenfolge von Diensten wie delicious (sharing als Nebenaspekt) über Quora, Digg oder Flickr (Mischformen) bis hin zu Tripadvisor oder Wikis, wo der Beitrag für die Öffentlichkeit im Vordergrund steht.

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Die Nutzer fehlten:
connex.io gibt auf

Zweieinhalb Jahre nach der Gründung gibt das Zürcher Jungunternehmen connex.io auf. Die Gründer stellen den Dienst ein, nachdem er die gesteckten Ziele bei Nutzerwachstum und Einnahmen nicht erreichte.

Der Erfolg blieb für connex.io, einen Dienst zur Synchronisierung von Adressbüchern über verschiedene Plattformen, aus. Per 15. September stellt das Team nun den Dienst ein, anschliessend wird das Unternehmen liquidiert. Man habe die selbst gesteckten Milestones nicht erreicht, nämlich «viermal soviel Nutzer insgesamt und deutlich mehr zahlende als jetzt», so Marcus Kuhn. Ein Evaluation und die nicht gesicherte künftige Finanzierung sorgten dafür, dass jetzt die Bremse gezogen werde. Die Gründer wollen als erstes ihre Nutzer informieren und bereits bezahlte Leistungen – connex.io bot Monats- und Jahresabos an – rückvergüten.

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Social Recruiting über Facebook:
Silp öffnet seine Pforten

Jobempfehlungen aus dem Freundeskreis sind das Prinzip der Social-Recruiting-App Silp des Wuala-Gründers Dominik Grolimund. Jetzt öffnet der Dienst seine Pforten.

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserem Schwesterblog startwerk.ch.

Ein Talentpool auf Facebook: Mit diesem neuen Ansatz bringt sich das Startup Silp für den aufkommenden Trend Social Recruiting in Stellung. Nach erster Publicity im März ist es nun soweit; die Facebook-App öffnet ihre Pforten und akzeptiert Anmeldungen von Jobinteressierten und Recruitern. Erster Fokus sind «Jobs in der Technologiebranche in Tech Hubs wie San Francisco, London, Berlin, und Zürich».

Die Kernidee: Gute Jobs werden oft durch Freunde vermittelt. Silp will hier ansetzen und diesen Empfehlungsprozess verstärken und automatisieren. Konsequenterweise verwendet Silp dazu Facebook. Der Dienst will aber nicht à la BranchOut ein eigenes Businessnetzwerk auf Facebook aufsetzen.
Vielmehr ist Silp eine App, die basierend auf Empfehlungen und cleverem Matching Jobangebote an den richtigen Ort bringen möchte. Jobs sollen dazu den Social Graph, also das erweiterte Netzwerk der Nutzer durchwandern. Diese können Angebote weiterreichen, wodurch die Jobs mobil werden und die richtigen Kandidaten finden können. » weiterlesen

Quentiq:
Selbstquantifizierung als Geschäftsmodell

Das prominent besetzte Schweizer Startup Quentiq setzt auf den Trend des Quantified Self und will Fitness messbar machen.

In den USA geboren, schwappt die Bewegung des «Quantified Self», also der Selbstquantifizierung, mehr und mehr auch nach Europa herüber. Geld verdienen will damit das Startup Quentiq.

Schrittzähler und GPS-Sportapps sind bereits im Mainstream angekommen. Das Zählen von Kalorien und daraus erstellte Ernährungsbilanzen ebenfalls. Zahlreiche weitere Anwendungen wie Blutdruck- und Pulsmesser, Waagen mit drahtloser Schnittstelle, Schlaftracker und app-gestützte Ernährungstagebücher zeigen, wie sich die Erfassung des eigenen Lebens künftig weitertreiben lässt.

Kerngedanke hinter Quantified Self ist das Lesbarmachen des eigenen Lebens durch das Sammeln von Daten. Diese sollen Vergleichbarkeit und Objektivität in einen Bereich bringen, der sonst durch persönliche Befindlichkeit verschleiert wird. Da neue Technologien eine zentrale Rolle in dieser statistischen Erschliessung des Selbst spielen, sind Startups federführend in der Bedienung des Trends, der sich noch in einer frühen Phase befindet.

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Smartes Energiemanagement:
Ecowizz kommt nach Deutschland

Das Schweizer Starup Geroco will mit Ecowizz, einer webgestützten Plattform zum intelligenten Management des Energieverbrauchs, in neue Märkte vorstossen. Auch Deutschland steht auf dem Programm.

Das 2009 gegründete Schweizer Startup Geroco hat sich einen Namen mit seiner Stromspar-Ausrüstung Ecowizz gemacht. Das Unternehmen verkauft Smartplugs, die zwischen Geräte und Steckdose gestöpselt werden, um den Stromverbrauch zu messen und diese Werte drahtlos an eine Webapp zu übertragen. Die Nutzer können dort Elektrizitätsverbrauch und -kosten überwachen und die Smartplugs programmieren, so dass sich diese zu festgelegten Zeiten ein- und ausschalten – und damit Strom sparen.

Nach dem Debüt von Ecowizz in der Schweiz bereitet die junge Firma den Start in weiteren Märkten vor, darunter in Deutschland und Skandinavien. Einher mit der Internationalisierung geht eine Zurückbesinnung auf die ursprüngliche Vision der Gründer. Denn, wie uns CEO Michael Dupertuis im Gespräch erzählt: Die Ecowizz-Hardware ist gar nicht das Kernprodukt des Unternehmens.

Die erwähnte Vision von Ecowizz baut längerfristig auf die Ecowizz-Plattform auf. Die Smartplugs entwickelte das Startup, da es keine Alternative zu selbst hergestellter Hardware gab. Darum füllten die Gründer diese Lücke gleich selbst. Auch wenn ein weiteres Gerät noch unterwegs ist – dieses Jahr kommt die Ecowizz-Box auf den Markt, die als Hub für eine grössere Zahl Smartplugs fungiert – um die Hardware sollen sich in Zukunft andere Hersteller kümmern.

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Kick a File:
Dateien austauschen via Facebook

Kick a file ist eine Facebook-App zum Transfer von Dateien – kann man aus einer solchen Idee ein Startup bauen?

Während das Berliner Startup Pipe seinen offiziellen Launch noch vor sich hat, war der Schweizer Entwickler Boris Stock schneller und hat mit Kick a file ein ähnliches Angebot lanciert:

Kick a file ist eine Facebook-App, die den Austausch von Dateien bis zu einer Grösse von einem Gigabyte über das soziale Netzwerk ermöglicht. Die Verwendung ist einfach: Nach der Autorisierung der App kann der Nutzer einen seiner Kontakte als Empfänger auswählen, der daraufhin eine Einladung zur App erhält. Nach dem Akzeptieren wird die Datei entweder direkt Peer-to-Peer übertragen – sofern beide Nutzer online sind -, oder kann auf dem Server für 24 Stunden zwischengelagert werden. In beiden Fällen hat Facebook keinen Zugriff auf die Datei.

Zwar ist es so, dass an Diensten zum Austausch von Dateien grundsätzlich kein Mangel besteht. Skype, Dropbox, Yousendit und Co. bieten bereits zahlreiche Möglichkeiten zum Transfer von Daten. Die technische Schwelle und der Einrichtungsaufwand sind aber gerade für Gelegenheitsnutzer nicht attraktiv. Da macht es Sinn, eine besonders komfortable Alternative anzubieten, die auf der Facebook-Plattform aufsetzt und keine Installationen notwendig macht. Aber reicht dieser Convenience-Vorteil?

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