Alle 93 Artikel von Gastautor auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:
Der Begriff Industry 4.0 bezeichnet die vierte Stufe der industriellen Revolution. Mit ihr soll eine Phase der Neuorientierung in den industriellen Prozessen beginnen, die ein weiteres Mal einen enormen Produktivitätsschub bringt. Die Bezeichnung als Revolution ist aber übertrieben; es sind eher evolutionäre Prozesse, die zu einer neuen Produktionsweise führen.
Ralf Wienken ist technischer Redakteur und verantwortlich für den Bereich technische Kommunikation der Xinfo Wieland Sacher GmbH.
Industry 4.0 ist ein gern benutzter Begriff, wenn es darum geht, die Zukunft der deutschen Industrie zu beschreiben. Er deutet an, dass eine Umwälzung der Produktionsprozesse stattfinden wird, die so tiefgreifend ist, dass man diesen Vorgang als Revolution betrachten kann. Zudem spielt auch wohl die Unterstützung durch die Bundesregierung bei der Beliebtheit des Begriffs eine Rolle, die Forschungsprojekte in dieser Richtung finanziell fördert.
Nun gibt es einige beteiligte Personen, die nicht glücklich mit dem Begriff Industry 4.0 sind, die aber die wesentlichen Prinzipien verteidigen. Schauen wir uns einmal an, was eine industrielle Revolution ist, und ob die auffindbaren Kriterien genügen, um eine weitere Revolution auszurufen. » weiterlesen
Wenn Netzaktivisten und Blogger wichtige internetpolitische Themen debattieren, geschieht dies immer nur für den Kreis der Eingeweihten. Anstatt sich nur über die fehlende Wahrnehmung zu beklagen, müssen sie selbst etwas an diesem Zustand ändern.
Der folgende Gastbeitrag kommentiert die jüngsten netzpolitischen Debatten und ihre begrenzte Wirkung und blickt dabei von außen auf das Treiben der “Netzgemeinde”. Die Autorin möchte ungenannt bleiben.
Nein – ich habe noch nie gebloggt. Nein – ich bin nicht tausendfach vernetzt über Facebook, Twitter etc. Nein – ich gehöre nicht in die typische Netzgemeinde. Und trotzdem schreibe ich an dieser Stelle einen Beitrag, weil ich die Adressaten nur auf diesem – dem Blogweg – erreichen kann.
Ich gehöre zur Generation 50+, arbeite in einem Medienberuf und stehe dem Internet sehr aufgeschlossen gegenüber, weil ich es von Anfang an beruflich und privat genutzt habe, weil ich es aus meinem Leben nicht mehr wegdenken und durch das Internet mein Leben und das meiner Familie viel besser organisieren kann.
Gleichzeitig bin ich aber auch Anhängerin der gedruckten Medien, lese täglich die Print-Ausgabe einer großen Tageszeitung und sehr gern Bücher in ihrer klassischen gedruckten Form, kaufe regelmäßig neu erschienene Bücher (zusätzlich zu elektronischen Büchern) und werde auch beim nächsten Umzug sehr viele Bücherkisten packen müssen, weil Bücher einfach zu meinem Leben dazugehören. » weiterlesen
Mit dem Aufkommen des Themas Big Data gibt es die Tendenz, traditionelle Methoden der Wissenserzeugung zu vernachlässigen und sich auf Fakten zu beschränken. Doch ohne diese traditionellen Methoden wird es nicht gehen. Nur mit einer Vorstellung davon, was man überhaupt sucht, kann man sinnvolle Ergebnisse generieren.
Ralf Wienken ist technischer Redakteur. Er ist verantwortlich für den Bereich technische Kommunikation der X-info Wieland Sacher GmbH.
Früher, in einem anderen Leben, war ich Soziologe. Um Soziologe zu werden, ließ es sich nicht vermeiden, Statistikseminare zu besuchen. In diesen Seminaren war es ein gern benutzter Witz, die Anzahl der Geburten mit der Anzahl der Störche zu korrelieren, d.h. man behauptete, dass die Zahl der Geburten und der Störche zusammen steigt oder fällt. Egal ob das stimmte oder nicht, man bekam direkt den Unterschied zwischen Korrelation und Ursache vor Augen geführt: eine existierende Korrelation zwischen zwei Werten heißt noch lange nicht, dass ein Wert die Ursache des anderen Werts ist. Niemand behauptete, dass die Anzahl der Störche die Ursache für die Anzahl der Geburten ist, und trotzdem existiert eine statistische Beziehung zwischen den beiden Werten. » weiterlesen
Bezahlschranken, wie wir sie heute sehen, sind keine nachhaltige Lösung zur Monetarisierung von Onlinemedien. Ein Blick auf die Spiele-Branche zeigt, wie mit Journalismus im Netz künftig Geld verdient werden kann.
Matthias Sala ist Spezialist für Gamification bei seinem Spiel-Startup Gbanga, welches für Unternehmen Spielstudien und -konzepte entwickelt.
Während des letzten Jahrzehnts hat sich die Spieleindustrie neu erfunden. Sie hat Wege gefunden, wie man Spiele digital vertreibt und wie man mit kostenlosen Games Geld verdienen kann. Schaut man sich in den App Stores und Markets die Top Grossing Apps an, wird man feststellen, dass die Mehrheit der Titel eigentlich kostenlose Spiele sind.
Andererseits sieht man News Apps kaum in diesen Rankings. Es wird auch selten oder nie von signifikanten Gewinnen über den digitalen Distributionsweg berichtet. Zeitungen und Verlage sind in der Krise, obwohl sie die Ideen und starken Anzeichen von funktionierenden digitalen Geschäftsmodellen gleich vor der Nase haben – nämlich in Form von Games in den App Stores.
In unserer Spielefirma Gbanga haben wir gelernt, wie wir unsere Spieler unterhalten. Im hart umkämpften Spielmarkt ist alles kostenlos. Trotzdem lieben unsere Spieler unsere Spiele so sehr, dass sie bereit sind, für virtuelle Güter, die keinen physikalischen Wert haben, bis zu 99 US Dollar zu zahlen (im Durchschnitt geben Spieler 14 Dollar in einem mobilen Spiel aus). Gleichzeitig bieten Zeitungsverlage Produkte mit hohem Wert an, für die scheinbar niemand bereit ist, Geld auszugeben. Es ist offensichtlich, dass dies nicht wahr ist und die Medien noch nicht verstanden haben, wie die neue Ökonomie funktioniert. » weiterlesen
Die Auswahl an Musik im Netz ist riesig. Doch viele Nutzer wünschen sich bessere Empfehlungsfunktionen. Das ist die eigentliche Hürde, die dem Durchbruch von Streamingdiensten noch im Wege steht.

Dr. Stephan Baumann forscht zu “Empfehlungs-Algorithmik” am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern, Eric Eitel (@alias_eitel) berät Tech-Unternehmen bei ihrer Kommunikation, publiziert zum Thema Online-Musik und ist im Vorstand des all2gethernow e.V. aktiv.
Musikstreaming hat sich neben Download und dem Verkauf von physischen Tonträgern als weiterer Verwertungszweig für Musik etabliert. Globale Player wie Spotify oder Deezer (beide übrigens europäische Unternehmen) liefern sich derzeit ein Rennen um die Streaming-Weltherrschaft. Börsengang oder glamouröser Exit scheinen nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Aber ist Musik-Streaming wirklich schon ein massenmarkttaugliches Produkt? » weiterlesen
In der Debatte um das Leistungsschutzrecht schlagen beide Seiten über die Stränge. Sie zeigt aber: Die meisten Verleger verharren in einer Konfrontation mit einem Gegner, den es gar nicht gibt.
Lukas Stuber ist Geschäftsführer der Zürcher Agentur Yourposition und seit dem Jahr 2000 als Suchmaschinenmarketer tätig. Er ist als Dozent an verschiedenen Fachhochschulen der Schweiz engagiert und einer der gefragtesten Referenten im Bereich Suchmaschinenmarketing.
Die unternehmerische Aufgabe eines Verlags besteht darin, einem unabhängigen Journalismus die wirtschaftlichen Grundlagen zu sichern. Gelingt das, wird der Demokratie eine kritische Instanz bewahrt, ohne die sie nicht überleben kann.
Weil sich der Medienkonsum aber immer mehr ins Internet verschiebt, stehen die Verlage mehreren Problemen gegenüber: Inhalte lassen sich online schwer verkaufen, Online-Werbung ist weit günstiger als Print-Werbung, und während die Verlage seit zwei Jahrzehnten nahezu unveränderte Online-Werbemöglichkeiten anbieten, die auf ihre eigenen Plattformen beschränkt sind, wandern die Budgets zu Anbietern effizienterer Modelle hinüber, die das Internet als Ganzes erschliessen helfen. Die bewährten Geschäftsmodelle der Verlage verlieren damit zusehends ihre Tragfähigkeit.
Die Verleger behaupten, daran sei insbesondere Google schuld. Urs F. Meyer, Geschäftsführer des Verbands Schweizer Medien, publizierte kürzlich in der NZZ einen Gastbeitrag, der die bisher bekannten Verlegerargumente vollständig auflistet. Auch sein Text macht klar: Dass ihnen Google gratis einen Grossteil ihrer Online-Leser zuführt, betrachten die Verleger als Resultat eines Diebstahls. Im Internet ernten sie damit mehrheitlich Spott: Man weist hämisch auf die Lücken und Fehler in der Argumentation hin und behauptet, die Verlage hätten das Internet verschlafen.
Beide Seiten sind, wie Rainer Stadler von der NZZ wohl korrekt feststellte, “am Hyperventilieren“. Damit machen sie es sich zu einfach. » weiterlesen
Startups, denen die Internationalisierung gelingt, profitieren vielfach von diesem Schritt. Auch mit geringem Budget ist der Gang in ausländische Märkte möglich.
Robert Brandl betreibt mit WebsiteToolTester.com eine Vergleichs-Website für Homepage-Baukästen. Die englische Version ging Ende 2010 an den Start und wurde vor kurzem sogar in der New York Times erwähnt.
Es liegt so nahe, aber oft doch so fern: ein Geschäftsmodell, das sich im deutschsprachigen Raum bewährt hat, in internationale Märkte zu tragen. Das gilt vor allem, wenn es sich um rein webbasierte Firmen handelt, die sich in klar definierten Nischen bewegen: Content-Websites oder Software-Apps zum Beispiel. Klappt die Internationalisierung, so kann man gleich von mehreren Vorteilen profitieren:
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Nach den ersten drei Wellen der globalen Vernetzung sind die Anfänge der vierten Welle sichtbar: Der menschliche Körper wird ans Web angeschlossen. Google Glass ist der erste Vorläufer.

Ralf Wienken ist technischer Redakteur und verantwortlich für den Bereich technische Kommunikation der Xinfo Wieland Sacher GmbH.
Die globale Vernetzung, die mit der Verbreitung des Internets in den neunziger Jahren ihren Anfang nahm, ist oft als wellenförmiger Verlauf analysiert worden. Die meisten Forscher unterscheiden drei Wellen, die bis heute durchlaufen. In der ersten Welle wurden die Computer ans Internet angeschlossen. Heute ist ein Computer ohne Internet nicht nur undenkbar, sondern auch sinnlos. Die zweite Welle bestand in der zunehmenden Verbreitung von internetfähigen Mobilfunkgeräten, wie Smartphones und Tablets. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen und hat das Internet in unsere Alltagswelt gebracht. Die dritte Welle startet gerade, sie bringt die Vernetzung aller Maschinen, die uns umgeben. Kühlschränke, Autos, Fotoapparate, Roboter – das Internet der Dinge wird alle technischen Artefakte einbeziehen, mit denen wir uns umgeben. Man sieht einen klaren Trend: In jeder Welle erreicht die Vernetzung weitere Lebensbereiche. Dieser Trend wird sich fortsetzen, nur wohin? Immerhin ist nach Abschluss der dritten Welle ja bereits unsere gesamte künstliche Umwelt betroffen.
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Kann man mit dem Fahrrad von Berlin nach Indien fahren und nebenbei mit Smartphone und Notebook als Startup-Gründer und Projekt-Mitorganisator arbeiten? Thomas Jakel probiert es aus. Hier berichtet er über seine bisherigen Erfahrungen als “digitaler Nomade”.
Thomas Jakel ist Geschäftsführer zweier Startups und Mitorganisator der Startup Olympics. Mehr über den Autor am Ende des Artikels.
Im November vergangenen Jahres entschloss ich mich, eine Fahrradtour von Deutschland nach Indien zu machen. Für einen guten Zweck. Ich war enthusiastisch. Nur eine große Frage stellte sich mir: Würde ich von unterwegs arbeiten können? Und wenn ja, wie? Inzwischen sind meine drei Mitstreiter und ich unterwegs. Acht Länder haben wir bereits durchquert. Zur Zeit fahren wir durch den Iran. Zehntausend Kilometer von Berlin nach Indien.
Was das mit Onlinebusiness und der Netzwelt zu tun hat? Ich arbeite unterwegs im Internet. Als Geschäftsführer von zwei Berliner Startups muss ich trotz der Fahrradtour prinzipiell erreichbar bleiben. Für meine Tour nehme ich keinen Urlaub. Stattdessen versuche ich mein digitales Leben so zu organisieren, dass die wichtigsten Dinge immer noch erledigt werden. Ich bin auf der Suche nach Internetzugängen in Bulgarien, Rumänien, der Türkei und aktuell im Iran. In diesem Artikel beschreibe ich, wie es sich unterwegs arbeitet, wie ich mich organisiere und wie ich gleichzeitig mit dem Fahrrad durch Europa und Asien fahre. » weiterlesen
Über die letzten Jahre wurden viele Wünsche zum digitalen Miteinander erfüllt. Einer hat sich in der Wahrnehmung beharrlich gehalten: Ein freies Werkzeug, das unser Leben mit allen möglichen Anforderungen bedient.
Sönke Bode-Kirchhoff ist Dipl.-Ing. für Architektur in Hamburg und ein interessierter Beobachter der Evolution des Netzes. Dieser Text wurde in ähnlicher Form in seinem Blog medao.de publiziert, wo er zur weiteren Diskussion einlädt.
Eine Facebook-Wolke reicht nicht, um geschäftliche Korrespondenz zu bearbeiten, und ein Wunderkit hilft mir nicht weiter bei der Pflege meiner persönlichen Zeitleiste. Kein Tool gleicht meine Wertewelt mit meinen Interessen ab. Kommunikation, Aufgabenverwaltung, Dokumentation und soziale Welten sind noch nicht vereint. Der Traum von mehr Gerechtigkeit durch Transparenz schien mit der digitalen Revolution so nah und ist doch noch fern. Wir haben eine große Beteiligung im Netz erreicht – doch es bleibt so lange ein Spielzeug, bis wir beginnen, unsere Werte mit den übrigen Teilnehmern abzugleichen. Sonst bleibt es lediglich eine Ansammlung.
Ich beteilige mich beispielsweise wenig an den online geführten Diskussionen, da es einerseits nicht meinem Charakter entspricht, und da andererseits nicht ausreichend Zeit da ist. Ich möchte aber trotzdem meine Stimme am Kulturbildungsprozess beteiligt sehen.
Ich denke, es ist Zeit für ein weiteres gemeinschaftliches Projekt wie die Wikipedia, eine Art “Wikipedia für das Miteinander”.
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