Carolin Neumann ist freie Autorin und schreibt unter anderem für Spiegel Online über die digitale Gesellschaft und die Zukunft der Medien, betrachtet neue Tools oder Menschen aus der Branche. Seit März 2011 leitet sie das Medien- und Gesellschaftsportal VOCER. Ihr Herz gehört den von ihr gegründeten Digital Media Women Hamburg.
Alle 16 Artikel von Carolin Neumann auf netzwertig.com:
Im vergangenen Jahr hat das Internet diverse Mauern durchbrochen – auch im Journalismus. Das schafft Hoffnung für 2012. Mut zu Experimenten und die Bereitschaft, sich für neue Techniken zu öffnen, sind Voraussetzungen.
Foto: Flickr/kenbrynan, CC BY-ND 2.0
In vielerlei Hinsicht war 2011 erneut das Jahr des Bürgerjournalismus. Nicht so, wie einige, für die das nur ein Buzzwort und ein Relikt aus den Jahren 2008 oder 2009 war, jetzt denken. Ich spreche nicht von bloggenden Helden, die auf eigene Faust publizieren, was ihnen in etablierten Medien zu kurz kommt. Sondern vielmehr von einer nicht immer glücklichen, aber eben auch nicht mehr so abwegigen Verschmelzung von engagiertem Bürger und Journalisten zu einer Einheit.
Wie ich darauf komme? Das Internet, so scheint es mir, hat im vergangenen Jahr eine Mauer durchbrochen in Sachen Reichweite, Zielgruppenvielfalt und Akzeptanz (wenn auch leider immer noch nicht bei vielen rückwärtsgewandten Medienmachern). Die Smartphonedichte nahm zu, die Zahl der Twitter- oder Facebook-Mitglieder ebenso, Journalisten wie Firmen nutzten vermehrt Social Media; insgesamt wird auch mein Freundes- und Bekanntenkreis und selbst der meiner Eltern immer online-affiner. Und es ist eben nicht – wie mancher gerne unterstellt – überwiegend die passive Berieselung oder das Streben nach Anerkennung und Antworten, die sie antreibt, sich mit dem Netz zu beschäftigen, sondern häufig tatsächlich der Wille, etwas verändern zu wollen oder zumindest seinen Unmut am Status Quo auszudrücken.
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Am dritten Tag der re:publica wurde in Berlin endlich etwas gegen den Testosteronüberschuss auf den Konferenzbühnen getan – und für das WLAN. Unser Rückblick auf einige der Panels des letzten Konferenztages.
Für den dritten Tag haben die Veranstalter der re:publica einiges in den Mix geworfen. Die Entscheidung zwischen den terminlich sehr eng gelegten Veranstaltungen fiel noch schwerer als zuvor, die Themen waren homogener und es hätte schöne Diskussionen geben können. Große Räume blieben leer, in den kleinen saß man zum Teil viel zu nah kuschelig beieinander. Und zum Abschied gab’s dann sogar fast ganztägig WLAN, hallelujah! » weiterlesen
Unbestreitbar ein kleines Highlight am letzten re:publica-Vormittag: Esra’a al Shafei sprach über Digitalen Aktivismus im Nahen Osten und demonstrierte ihren unglaublichen Mut im Kampf gegen Unterdrückung.
“Das Internet ist für uns die einzige Möglichkeit frei zu sein”, sagt Esra’a al Shafei, Vordenkerin des so genannten Digitalen Aktivismus, aus dem Inselstaat Bahrain im Nahen Osten. Wenn man niemanden kennt, mit dem man sich zusammentun kann, um gegen Unterdrückung zu protestieren, ist das Internet eben eine mächtige Waffe – so auch im Nahen Osten.
Eine mutige Frau, diese Esra’a al Shafei, die sicher gute Gründe hat, warum sie nicht fotografiert werden möchte und auch im Programmheft der diesjährigen re:publica mit einer Comicfigur abgebildet wird. Für ihre herausragenden Leistungen im Netz und ihren Einfluss auf die Gesellschaft wurde sie sogar mit einem Preis des renommierten Berkman Centers of Internet and Society at Harvard Law School ausgezeichnet.
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Einblicke in afrikanische Netzkultur: Geraldine de Bastion über ausgedruckte Blogeinträge, politische Berichterstattung und Internetanschlüsse für 500 Dollar.
Geraldine de Bastion arbeitet seit einem Jahr für die newthinking communications GmbH in Berlin. Davor war sie fünf Jahre für die Deutsche Entwicklungshilfe tätig. Schon seit ihrem Studium, das sie 2003 abschloss, lag ihr Schwerpunkt auf Neuen Medien. Für newthinking beschäftigt sie sich nun vor allem mit Open-Source- Communities in Afrika.
Wie sieht die afrikanische Blogosphäre im Moment aus?
Viel diverser als man vielleicht erwarten würde. Ich kenne nicht jeden Blogger in Afrika, aber ich lese Blogs, die mir persönlich gefallen. Dazu gehören Videoblogs aus dem Kongo genauso wie politische oder technikfokussierte Blogs. Das sind sehr lesenswerte Sachen. Und es gibt natürlich auch Leute, die über Kochrezepte oder Privatangelegenheiten schreiben, das sind sehr unterschiedliche Themen.
Welche Rolle spielen in Afrika denn politische Blogs?
Es gibt durchaus politische Blogger in Afrika. Die nehmen meines Erachtens nach eine ganz wichtige Position ein, insbesondere in Ländern, wo Medien nicht so frei in ihrer Berichterstattung sind wie bei uns. Ich habe mir verschiedene Blogs aus Kenia angeguckt, die 2008 eine wichtige Rolle gespielt haben, als es nach den Wahlen zu Konflikten kam. Es ist ein großes Chaos ausgebrochen, Medien waren eher Mitspieler in dem Konflikt als die vierte Gewalt. Die Blogger haben eine wichtige Lücke gefüllt, weil sie aktuell berichtet haben, was im Land passiert ist. Wenn man wissen wollte, was passiert, hat man sich an die Blogosphäre gewandt und nicht an die traditionellen Nachrichten.
Ist die breite afrikanische Bevölkerung denn technisch überhaupt in der Lage, Blogs zu lesen?
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Keine Zeitung ist mehr sicher: Pünktlich zum G20-Gipfel brachten heute in London Aktivisten Tausende Fälschungen der Financial Times unter die Leute.
Ist das jetzt die neue Form des Protests, Plagiate etablierter Zeitungen Nachrichten in Umlauf zu bringen? Vor einigen Monaten war es die New York Times, letzte Woche die deutsche Zeit und heute wurden in London Tausende gefälschte Ausgaben der Financial Times verteilt. » weiterlesen
Nah dran an den Bewohnern der Stadt ist die New York Times. Zu Fotostrecken erzählen ganz gewöhnliche Menschen ihre Geschichte – jede Woche einer von acht Millionen.
Ich habe mich verliebt: In die neue
New York Times-Serie
“One in 8 Million”. Seit Januar wird in der Audio-Slideshow jede Woche einer von über acht Millionen New Yorkern portraitiert.
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Eine Studie des Magazins Nature zum Wissenschaftsjournalismus zeigt: Ressorts werden geschlossen, Stellen gestrichen. Dafür werden Blogs immer wichtiger – und was ist mit der Qualität?
“Die unabhängige Wissenschaftsberichterstattung ist vom Aussterben bedroht.” – Das ist ein Zitat des
Wall Street Journal-Wissenschaftsjournalisten Robert Lee Hotz und zugleich die Quintessenz
einer Studie, die das britische Wissenschaftsmagazin
Nature gerade veröffentlicht hat. Immer mehr Wissenschaftsressorts werden demnach geschlossen, die Wissenschaftsberichterstattung verlagert sich in die Blogosphäre, und Kritiker bezweifeln, dass die oft hochwissenschaftlichen Themen dort mit ausreichender Distanz und dem notwendigen kritischen Blick betrachtet werden.
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Weil die deutschen Medien in der Krise zu pessimistisch berichten, haben Attac-Aktivisten sich ihre eigene Zeitung gefälscht – eine Ausgabe der Zeit voller überraschender Meldungen.
Nicht nur, dass die Wochenzeitung Die Zeit erschreckend dünn geworden ist und neuerdings am Samstag kostenlos auf der Straße verteilt wird. Auch die Nachrichtenlage wird heute sicher den einen oder anderen stutzig machen: Die Nato will sich auflösen, armen Ländern werden Schulden erlassen, die Verantwortlichen des Klimawandelns werden angeklagt, und Opel fabriziert fortan nur noch umweltfreundliche Autos. Ach ja: Herausgegeben wird Die Zeit jetzt von den Globalisierungsgegner von Attac.
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Alle beschwören das Ende vom bedruckten Papier, doch ein amerikanisches Start-up will es retten – mit einer wöchentlichen Gratiszeitung, die Blogeinträge recycelt.
Während alle anderen emsig überlegen, wie sie Print-Inhalte gewinnbringend online anbieten können, und selbst Bücher in Zukunft digital gelesen werden sollen, geht ein Start-up aus Chicago den entgegengesetzen Weg: vom Web aufs gedruckte Papier.
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Communities wie Facebook oder Xing sind Fundgruben für Journalisten. Wir zeigen, wie man Social Networks effektiv für die Recherche nutzen kann und was man dabei beachten muss.
Social Networks werden immer wichtiger für die journalistische Recherche – sagt auch eine aktuelle Studie der Technischen Universität Dortmund. Zwar ist das für im Internet aktive Journalisten längst keine Neuigkeit mehr, doch viele Medienschaffenden haben die Möglichkeiten der Facebooks dieser Welt noch längst nicht erkannt. Das hat auch Medienberater Ewald Wessling im Interview auf medienlese.com. Hier sind einige Ansätze, wie ihr das Social Web für eure Recherche nutzen könnt:
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