Gastautor

 

Alle 104 Artikel von Gastautor auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

iOS 8:
Neue Märkte für Apple

Eine der wesentlichen Grundlagen für Apples Erfolg ist die Fähigkeit, Trends vorauszusehen oder sogar selbst zu setzen. Die neue Version 8 des Betriebssystems iOS passt dazu. Für normale User ist das nicht unbedingt sofort erkennbar, aber im Hintergrund gibt es viele Änderungen, die darauf zielen, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

iOS 8Apples Erfolg beruht auf mehreren Stärken. Zum einen hat das Unternehmen die Kontrolle über das Zusammenspiel von Hardware und Software, weil es beides selber herstellt. Dadurch gibt es weniger Fehler und weniger Probleme mit der Sicherheit. Zum anderen setzt es auf ein ansprechendes und einfaches Design, das gut aussieht und von den Benutzern geschätzt wird. Die wichtigste Stärke aber ist die Fähigkeit, Trends vorauszuahnen und entsprechend zu reagieren oder sie sogar selbst zu setzen. Dadurch hat Apple es seit Ende der neunziger Jahre geschafft, zu einem Konzern der ersten Liga zu werden.

Nun wird Apple im Herbst eine neue Version 8 von iOS herausbringen, das auf den mobilen Geräten der Firma genutzt wird. Im Gegensatz zur Vorgängerversion, iOS 7, ist es für normale User diesmal keine Revolution, eher eine Weiterentwicklung. Beim Vorgänger hatte Apple demgegenüber ein ganz neues Design eingeführt, was ein Risiko war, aber von den Kunden gut angenommen wurde.

In iOS 8 wurde das Design nicht wesentlich umgestellt. Es enthält Verbesserungen an Stellen, die nicht unbedingt sofort auffallen, aber das Erlebnis des Umgangs mit den Apple-Geräten als Ganzes flüssiger und angenehmer machen. Selbstverständlich hat Apple auch wieder neue Funktionen eingebaut, und die schon bestehenden an vielen Stellen optimiert – auch hier mit dem Gedanken, sie einfacher bedienen zu können. Diese Funktionen sind in den letzten Wochen oft beschrieben worden und sollen hier nicht wiederholt werden. » weiterlesen

Experiment “Technik”:
Die Gesellschaft als Labor

Auch wenn es keiner zugibt, ist der Einsatz von Großtechnik immer auch ein Experiment. Denn die Komplexität solcher Techniken ist so hoch, dass niemals alle möglichen Fehlerursachen vorhergesehen werden können. Damit wird die Gesellschaft zum Labor.

LaborUm zu verstehen, warum Technik immer auch einen experimentellen Charakter hat, ist es wichtig, sich über eines ihrer wichtigsten Merkmale klar zu werden: ihre zunehmende Komplexität. Sie hat sich mit Beginn der industriellen Revolution stark in diese Richtung verändert. Die Entwicklung von immer mehr Möglichkeiten hat eine enorm gesteigerte Leistungsvielfalt mit sich gebracht und unseren heutigen Wohlstand erst ermöglicht.

Neben den positiven Folgen hat es aber auch enorme negative Auswirkungen gegeben. Die Reise zu immer mehr Komplexität hat sich als Aufbruch in ein Abenteuer erwiesen, da sie unvermeidlich mit enormen Risiken verbunden ist. Katastrophale Unfälle in Atomkraftwerken führen das drastisch vor Augen, und die Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit sind oft beschrieben worden.

Solche Risiken sind nicht auf Dinge wie böse Kapitalisten, mangelnde Planung oder unfähige Politiker zurückzuführen. Vielmehr sind sie unvermeidbar, da es unmöglich ist, sich gegen die Auswirkungen von Technik vollständig abzusichern. Und deshalb ist die Einführung einer neuen Technik immer auch ein Experiment. Nur wenn sie wirklich eingesetzt wird, ist es möglich, alle Folgen zu erkennen. » weiterlesen

Der Abschied vom Lenkrad:
Die Automobilbranche steht vor dem größten Umbruch ihrer Geschichte

Auch wenn noch nicht alle Hürden aus dem Weg geräumt sind: Autonome Fahrzeuge werden kommen und die Automobilbranche kräftig durcheinander wirbeln.

Selbstfahrendes Auto

Jens Hansen ist Zukunftsforscher. Sein besonderer Fokus liegt dabei auf Innovationen, die das Potenzial für echte Durchbrüche haben und damit ganze Branchen auf den Kopf stellen. Mehr auf Zukunftsstark sowie facebook.com/zukunftsstark.

Es ist schon über 100 Jahre her, dass Pioniere wie Carl Benz oder Henry Ford wichtige Grundsteine für den Erfolg der Automobilindustrie gelegt haben. Seit dieser Zeit ist der Automobilbau in Deutschland zu einer der wichtigsten Säulen der Wirtschaft geworden und gehört zu den Spitzenreitern bei den Investitionen in neue Technologien. Genau eine dieser neuen Technologien wird die Industrie in den nächsten 20 Jahren vor enorme Herausforderungen stellen und einen großen Umbruch im Markt herbeiführen. Bei dieser Innovation handelt es sich weder um die Elektromobilität noch die Brennstoffzelle oder den Leichtbau. Vielmehr geht es um das autonome Auto, das die Branche auf den Kopf stellen wird. » weiterlesen

Vorbereitung auf veraltete Anforderungen:
Warum unser Schulsystem der Netzwelt hinterher hinkt und wie sich das ändern ließe

Das Schulsystem bereitet junge Leute auf Anforderungen des Industriezeitalters vor. Dabei müssten Schüler heute eigentlich ganz andere Dinge lernen.

Schule

Thomas Jakel ist Mitgründer von Wonderpress und Co-Blogger auf OneDayProfits. In seinem letzten Artikel auf netzwertig.com berichtete er über digitales Nomadentum und seine Fahrradreise von Berlin nach Indien.

Unser Schulsystem ist nach wie vor weitestgehend auf die Anforderungen der Industrialisierung ausgelegt, die Arbeitskräfte für die Bedienung von Maschinen brauchte. Diese Arbeitskräfte sollten vor allem eines gut können: Anweisungen korrekt befolgen. Also hat unser Schulsystem genau diese Art von Anforderungen aus der Wirtschaft erfüllt: Einen Massenbetrieb, der jährlich tausenden Arbeitskräfte ausspuckt, die darauf trainiert sind pünktlich zu einer vorgegebenen Zeit am Arbeitsplatz zu erscheinen, möglichst gut und präzise Anweisungen befolgen können und die Autoritäten und das System nicht allzu oft in Frage stellen. Die gesamte Ausbildung im Massenbetrieb ist, mit einigen Ausnahmen, darauf ausgerichtet. Angefangen in den Grundschulen, bis hin zur Universität. Aber es gibt ein Dilemma: Die die Basis unseres Bildungssystems darstellende Annahme, dass der Arbeitsmarkt künftig weiterhin zu Hauf Arbeitskräfte braucht, die vor allem zum präzisen Befolgen von Anweisungen ausgebildet sind, ist zumindest kritisch zu hinterfragen. » weiterlesen

Mobiler Medienmarkt:
Wachstumspfad und Sackgasse

Die mobile Nutzung des Internets nimmt immer weiter zu. Damit steigen auch die Hoffnungen von Print- & TV-Managern auf neue Erlösquellen. Aber sind diese Hoffnungen berechtigt?

Second Screen

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch “Der digitale Tsunami – Das Innovators Dilemma der traditionellen Medienunternehmen“ von Nicolas Clasen.

Die mobile Nutzung des Internets nimmt stark zu und setzt die etablierten Medienunternehmen unter Druck. Doch um diese Entwicklung zu verstehen, ist es zunächst wichtig, die mobile Nutzung des Internet nach verschiedenen Endgeräten zu unterscheiden: Während Tablets vorwiegend zu Hause genutzt werden, sind Smartphones unterwegs im Einsatz. Die Nutzung von Smartphones zeichnet sich durch einen besonders hohen Engagement-Faktor und eine deutliche Lean-Forward-Nutzung aus. » weiterlesen

Big Data und Überwachung:
Niemand hört uns zu

Es ist verständlich, Angst zu haben vor den Überwachungsaktionen von Geheimdiensten und Polizei. Aber in Wirklichkeit interessiert sich der Staat nicht für uns als Personen. Viel verlockender sind für ihn Metadaten. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Grundlage für eine gesellschaftliche Steuerung darstellen können.

Big Data

Big Data ist so groß, dass Menschen überfordert damit sind, daraus etwas Sinnvolles zu extrahieren. Da sitzt niemand in einem Büro in Pullach oder Berlin, bearbeitet den riesigen Datenhaufen, den man heute “Big Data” nennt, und filtert genau das heraus, was ihn oder sie am wenigsten angeht. Unsere Wünsche, Vorlieben, politische Meinungen – genau das, was wir am liebsten nur mit unseren Freunden teilen würden. Dafür interessiert sich der Staat nicht. Nicht für das, was die Gesellschaft bereichern könnte, nicht für das, was wir unter Kultur verstehen, nicht für uns als Person. Er will gar nicht wissen, wer wir sind und wo wir hin wollen. Er hört nicht zu, obwohl wir alles posten. Was ihn interessiert, sind die Metadaten, also die Daten über die Daten. » weiterlesen

Das eigene Startup gekonnt vorstellen:
Präsentationstipps für schüchterne Gründer

Eine gute Startup-Idee und -Umsetzung allein reicht meist nicht, um erfolgreich zu sein. Gründer müssen ihr Produkt auch verkaufen können, etwa bei Präsentationen vor Journalisten und potenziellen Geldgebern. Selbst wer schüchtern ist, kann dies lernen.

So lieber nicht

Robert Brandl testet und bewertet regelmäßig Web-Applikationen für das ToolTester Network.  Mehr über ihn am Ende des Artikels.

Vor Publikum präsentieren war immer eine Sache, die ich als extrem unangenehm empfand. Zu groß war die Angst, vor lauter Nervosität den Faden zu verlieren, oder vor dem Augenblick, in dem keiner über meine Witze lacht.

Trotzdem wollte ich es lernen. Ein Gründer, der nicht präsentieren kann, ist gewissermaßen wie ein Jäger ohne Jagdgewehr. Glücklicherweise bin ich der Meinung, dass man mit genug Übung alles lernen kann, und suchte mir deshalb einen Public Speaking Coach, mit dem ich mich insgesamt achtmal traf.

Die Präsentation, auf die ich mich vorbereitete, war für eine Veranstaltung des europäischen Flughafenverbandes Airport Council International in Dublin. Ich durfte über smarte Webtools referieren und darüber, wie die Marketingabteilungen von Flughäfen diese bestmöglich einsetzen können.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die ich während des Coachings gelernt und dann in der Praxis umgesetzt habe: » weiterlesen

Web Apps:
Wie Amazon die App-Entwicklung revolutioniert

Amazon erlaubt Entwicklern künftig, Web Apps im hauseigenen Appstore anzubieten. Ein richtungsweisender Schritt.

AppstoreAlexander Ringsdorff ist Gründer und CEO von CouchCommerce. Dieser Beitrag erschien zuerst in seinem privaten Blog.

Jeder Entwickler von Apps kennt das Problem: iOS, Android, Windows, BlackBerry und Firefox OS. Für jedes der Betriebssysteme und ihre Besonderheiten muss einzeln entwickelt, gewartet und aktualisiert werden. Daher können sich nur die wenigsten Unternehmen Apps für alle Plattformen leisten. Oft findet sich deshalb auch eine stark unterschiedliche Qualität der Apps je nach OS wieder.

Seit einigen Jahren wird die Entwicklung der Web-App-Technologie auf Basis von HTML5 stark voran getrieben. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Anwendungsfälle, die nicht via Web App abgebildet werden können. Trotzdem besteht weiterhin die Notwenigkeit, für jedes Ecosystem getrennt zu entwickeln, oder sich aufwändiger Tools wie etwa PhoneGap zu bedienen, womit sich Web Apps in native Apps umwandeln lassen. Der hohe Aufwand für Updates, Wartung und Tests bleibt auch dann bestehen. » weiterlesen

Virtuelle Räume:
Warum sich US-Bürger Sorgen machen sollten

Wenn man in der aktuellen Debatte um die Abhöraktionen von NSA und GCHQ die Oberfläche verlässt, dann erkennt man ein besonders besorgniserregendes Muster: Virtuelle Räume werden eng gemacht.

Fabian Heuser war fünf Jahre mit politischer Kommunikation beschäftigt, arbeitet drei Jahre in der Digitalwirtschaft (tape.tv, Wooga) und kann sich Berlin ohne seine Freiräume nicht vorstellen.

Evgeny Morozov beschreibt im Kapitel „Less Crime, More Punishment“ seines aktuellen Buches, wie John Dewey bereits vor 100 Jahren über moralische Räume räsoniert hat. Diese moralischen Räume lassen genau den Platz, den man braucht, um Argumente neu aufzulegen und Streitfragen vor neuen Hintergründen erneut zu diskutieren. Das verschafft der Gesellschaft die notwendige Geschmeidigkeit, um sich neuen Herausforderungen anzupassen.

In der heutigen Situation kommt Daniel Rosenthal aber zu dem Schluss, dass das Absuchen der Datenströme nach Gefahrenmustern festgelegten Kriterien folgt (PDF). Diese digitalen präemptiven Muster – zementiert in Algorithmen – tun jedoch so, als wäre jedes Gesetz und jede Straftat fix und bis in alle Ewigkeit richtig. » weiterlesen

Traffic- und Aufmerksamkeitsmaschine:
Wie Startups ins Fernsehen kommen

Wenn Startups im Fernsehen vorgestellt werden, bringt dies auf einen Schlag massive Aufmerksamkeit und viele neue Besucher. Mit bestimmten Maßnahmen können junge Unternehmen die Chancen auf TV-Berichte deutlich erhöhen.

FernsehenTilo Bonow ist Gründer von piâbo, einer PR-Agentur der digitalen Wirtschaft mit Sitz in Berlin. 

Der Fernsehbeitrag über ein Startup ist sicher die Champions League für jeden Gründer, der sein junges Unternehmen bekannter machen möchte. Viele unterschätzen jedoch den Aufwand, den die Produktion eines Fernsehbeitrags mit sich bringt. Schnell sind drei bis vier Mitarbeiter damit beschäftigt, an Texten zu feilen, Bildideen zu entwickeln oder Räume herzurichten. Am Drehtag bringt dann das Video-Team Unruhe ins Haus, weil der Kameramann alle Möbel umstellen möchte und der Tonassistent sich über die laute Lüftung der Rechner beschwert. Wenn es dann endlich losgeht, muss der gezeigte Unternehmer trotz des Gewusels seine Mimik, Gestik und Rhetorik im Griff haben.

Und wenn der Beitrag produziert und gesendet wurde, ist die Aufgabe für den Unternehmer nicht beendet: Er muss sein Startup für den zu erwartenden Kundenansturm fit machen. Dass die plötzliche massive, mediale Aufmerksamkeit auch zu Problemen führen kann, erleben junge Webfirmen immer wieder, zuletzt Workhub und Nachbarschaftsauto. Eher ein Luxusproblem werden sich die meisten Entrepreneure denken, vor allem, wenn sie selber noch nicht das Glück hatten, derart prominent mit ihrem Unternehmen im Fernsehen gezeigt zu werden.

Es folgt ein Überblick, wie man seine Chancen drastisch erhöht, ein Millionenpublikum zu erreichen. » weiterlesen