Datei-Anhänge:
Wunderlist mausert sich zum Dropbox-Wettbewerber

Das Berliner Startup 6Wunderkinder erweitert das kostenpflichtige Angebot seiner To-Do-App Wunderlist um einen Dateianhang. Eine schöne Erweiterung, die den Dienst in die Nähe von Dropbox rückt.

Wunderlist_LogoSeit einem knappen Jahr bin ich nun im Team von Blogwerk aktiv. Da alle Redakteure von einem anderen Ort aus arbeiten, sind Tools zur Teamkommunikation unerlässlich. Viele haben wir davon ausprobiert und nach mal längerer, mal nur sehr kurzer Nutzung wieder aufgegeben. Eine der wenigen Apps, die es geschafft haben, dauerhaft vom Team genutzt zu werden, ist Wunderlist.

Es ist bei weitem nicht so, dass keine anderen To-Do-Manager existieren. In wütenden Kommentaren unter unseren Blogartikeln liest man mehr als häufig Hinweise, dass es viel bessere Aufgabenplaner gäbe. Und doch hat gerade Wunderlist aufgrund seiner Schlichtheit, des Funktionsumfangs und seiner Multiplattform-Strategie bis hierhin überlebt. Ein heute neu vorgestelltes Feature der Berliner könnte die Zusammenarbeit im Team noch interessanter machen: Datei-Anhänge. Die allerdings gibt es nur für zahlende Kunden. Anwender werden genau gegenrechnen, ob sich das für sie lohnt.

Mit Wunderlist ist es seit längerem möglich, Aufgaben mit Links zu versehen und mehrere Personen auf eine gemeinsame Liste zugreifen zu lassen. Im April stellte das Startup dann die kostenpflichtige Pro-Version vor. Hier gibt es die Möglichkeit, Aufgaben einzelnen Teammitgliedern zuzuweisen, unbegrenzte Teilaufgaben zu erstellen oder Listen über Social Networks und per E-Mail zu teilen. Bereits im März beobachtete mein Kollege Martin Weigert, dass die Zeiten für Wunderlist als reiner Aufgabenmanager nun vorbei seien. Das Startup hatte da die Möglichkeit vorgestellt, über seine Chrome-Extension aus Websites heraus To-Do-Listen zu erstellen und zu verschicken. Inhalte aus E-Mails sollten sich außerdem im Handumdrehen in To-Do-Listen umwandeln lassen.

Das heutige Update umfasst im Grunde nur eine seit längerem angekündigte Erweiterung: Einzelne Aufgaben und Listen können nun mit Dateien versehen werden. Dies können sowohl Dokumente als auch Bilder, Präsentationen oder Audio-Dateien sein; Video-Dateien sind hingegen ausgeschlossen. Dafür steht zahlenden Pro-Kunden unbegrenzter Speicherplatz zur Verfügung.

E-Mail bleibt unverzichtbar

Wunderlist Pro mit Datei-Anhängen

Wunderlist Pro mit Datei-Anhängen

Eine Killerfunktion sehe ich darin zwar nicht, aber Wunderlist erweitert damit sein Aufgabenspektrum durchaus. Gerade die Möglichkeit, Aufgabenlisten als Dateiverzeichnisse zu nutzen, verbessert die Möglichkeit für Teams, mit Wunderlist zu arbeiten. Weniger der Anhang an jeden Aufgabenschritt als der parallele Speicher von Dateien neben dem Aufgabenplaner ist das, was die Funktion “Files” interessant macht. Wer im Team zusammen arbeitet und neben Wunderlist auch noch Dropbox oder ähnliche Online-Speicher für die gemeinsame Verwaltung von Daten verwendet, kann sich letzteres Tool nun im Prinzip sparen. Eine kluge Erweiterung.

Passend zu der neuen Ankündigung für zahlende Pro-Nutzer haben die 6Wunderkinder heute ebenfalls neue Preisstaffelungen für Teams vorgestellt. Wunderlist Pro kostete bislang stets 4,49 Euro pro User im Monat. Jedes Teammitglieder musste diesen Preis zahlen, künftig wird es Mengenrabatte geben: Fünf Nutzer zahlen 19,99 Euro im Monat, danach gibt es weitere Staffellungen bishin zu Teams mit 500 Nutzern, die 1.599 Euro im Monat zu zahlen hätten.

Der Preis dürfte der Knackpunkt sein. Denn auch mit der neuen Files-Erweiterung sehe ich für unser Team noch keine Notwendigkeit, auf einen kostenpflichtigen Wunderkit-Pro-Account aufzurüsten. Die kostenlosen Funktionen, die etwa eine gemeinsam verwaltete Wunderlist umfassen, reichen derzeit für unser Team vollkommen aus. Arbeitsbezogene Dateien verschicken wir über andere Freemium-Tools oder sogar E-Mails. Und dieses Medium bleibt trotz all seiner Nachteile bei uns das meist genutzte. Die Mail für einen bestimmten Aufgabenbereich dauerhaft zu ersetzen, hat fast kein Tool bei uns bislang vermocht.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist freier Technikjournalist, Innovationsberater und Skeptiker.

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4 Kommentare

  1. Stimmt es gibt andere Todo Tools. Zum Beispiel remember the milk. Das Tool das z. B. mit den remindern aus evernote kann, smartlists hat und rss feeds unterstützt. Habe sowohl wunderlist wie auch any.do probiert aber gegen RTM kommen die imo nicht an. Schade das die ‘Meinungsmacher’ im Internet scheinbar nur wunderlist kennen.

  2. Wunderlist ist sicher eines der hübschesten Tools (die ich kenne). Das Hübscheste Tool nützt aber nichts wenn’s nicht funktioniert.

    Nachdem ich zig-mal Probleme beim Synchronisieren hatte, dabei auch zweimal meine Tasks zumindest teilweise verloren habe bin ich umgestiegen (dass man das Ding nicht über TimeMachine wiederherstellen kann ist mir ein Graus).

    Heute verwende ich Todoist – elegant (für Fan’s von weissen GUI’s), Tasks, haben Unter-Tasks, diese dann auch weitere Unter-Tasks (wenn notwendig). Notizen & Dateianhänge sind in der Premium Version möglich.

    Das beste ist aber dass das Tool Funktioniert, und das bis jetzt immer.

  3. Finde Asana derzeit unschlagbar. Ist trotz des Funktionsumfangens sehr einfach zu benutzen, super für Teamarbeit, und zudem kostenlos bis 30 Mann.

  4. Ich muss gerade an die Copy Cat Diskussion denken, die die wunderkinder gestartet haben, und jetzt bauen die wirklich Asana 1 zu 1 nach. Kann man wohl bald auch komplette Listen kopieren – sowie bei Asana?