Teil 1:
Mit diesen Tools arbeite ich

Zahlreiche Webdienste und Apps machen die Arbeit für Onlineredaktionen und Autoren einfach. Hier sind 19 Favoriten!

ToolsEin Freitag mitten im Juli. Die Nachrichtenlage seitens Startups ist traditionell ruhig (was sich nutzen lässt) und man kann auch nicht jeden Tag über die digitale Überwachung jammern (wobei es sehr wichtig ist, dass das Thema im Bewusstsein bleibt!). Kaum ein Zeitpunkt ist daher geeigneter dafür, einmal über das eigene Informationsmanagement zu reflektieren und eine kleine Inventur durchzuführen. Hier kommt eine Übersicht der Apps und Webdienste, ohne die ich mir meine Arbeit als Redakteur kaum vorstellen kann – mit Schwerpunkt iOS – sorry liebe Android-Freunde. In den zwei folgenden Teilen werden meine Kollegen Jan Tißler und Jürgen Vielmeier ihr Informations- und Produktivitäts-Setup beschreiben.

Feedly
Ohne RSS geht bei mir nach wie vor nichts. Vorläufig hat Feedly in meinem digitalen Alltag die Rolle des Google Reader übernommen. Meist lese ich meine Feeds auf dem iPad, von unterwegs auch auf dem iPhone, weshalb ich Feedlys Browseroberfläche nur selten zu Gesicht bekomme. Ich finde sie allerdings durchaus akzeptabel. Abgesehen von kurzen Überlastungsmomenten hat Feedly den mit dem Ende des Google Reader verbundenen Ansturm auch gut verkraftet.

Reeder für iPhone
Mein bevorzugter iPhone-RSS-Reader auf Basis von Feedly. Reeder kann neben Feedly auch auf bei Feedbin, Feed Wrangler und Fever abonnierte RSS-Feeds zugreifen.

Mr. Reader für iPad
Mein bevorzugter iPad-RSS-Reader auf Basis von Feedly. Vom Bedienkonzept nicht ganz so bequem und elegant wie Reeder, aber solide. Besser, weil schneller als bei Reeder, ist der eingebaute Webbrowser, um Artikel innerhalb der Originalquelle anzuzeigen. Analog zu Reeder beinhaltet auch Mr. Reader eine Readability-Funktion, mit der sich in gekürzten Feeds automatisch der komplette Text darstellen lässt.

Twitters offizielle Apps
Natürlich finde ich bei Twitter gelegentlich Links zu lesenswerten Artikeln. Primär verwende ich die offiziellen Twitter-Apps für iPhone und iPad. Verweise aus Tweets, die mir interessant erscheinen, schicke ich per Direktintegration an Instapaper zum späteren Lesen.

TweetDeck für Chrome
Desktop-Zugriff auf Twitter ist mir sehr wichtig. Lange klammerte ich mich an die uralte Adobe-Air-Version von TweetDeck (auch nachdem sie offiziell nicht mehr angeboten wurde). Mit der Umstellung auf die neuen Twitter APIs war damit Schluss. Seitdem verwende ich die TweetDeck Chrome-App und bin mit dieser sehr zufrieden.

Riposte für App.net (iPhone)
Der werbefreie Freemium-Kontrahent von Twitter ist zwar nach wie vor weit von seinem Durchbruch entfernt, aber eignet sich dank seiner techaffinen Nutzerschaft sehr zum Auffinden informativer Lektüre. Für den Zugriff vom iPhone aus kenne ich keine bessere App als Riposte, ein extrem gelungener Client, der in puncto Usability auch die mir bekannten Twitter-Anwendungen in den Schatten stellt.

Netbot für App.net (iPad)
Da es bisher keine iPad-Version von Riposte gibt, verwende ich für die App.net-Nutzung vom iPad Netbot.

NoodleApp für App.net (Browser)
Leider ist mir bisher kein App.net-Äquivalent zu Tweetdeck bekannt. Die Browseroberfläche von App.net sagt mir nicht so zu. Stattdessen verwende ich NoodleApp über einen Desktop-Shortcut. NoodleApp ist nichts Weltbewegendes, aber aus Ermangelung an Alternativen derzeit meine Wahl.

App.news für App.net (iOS)
Diese iOS-Anwendung für App.net ist zwar äußerst hässlich, aber eignet sich dafür, Artikelempfehlungen aus dem eigenen und globalen App.net-Stream herauszufischen und direkt zu lesen. An Tagen, an denen ich etwas Luft habe, schaue ich hier mindestens einmal rein und finde eigentlich immer etwas Interessantes.

Quote.fm
Zwar steht die Zukunft dieses Empfehlungs- und Entdeckungsdienstes für Onlinetexte in den Sternen, aber solange er läuft, nutze ich ihn – primär über das iPad – um in den Lesetipps der von mir abonnierten User zu stöbern und ausgewählte, häufig längere Stücke abseits des tagesaktuellen Nachrichtengeschehens mit meinen Followern zu teilen.

Instapaper
Wenn ich Artikel, die mich außerhalb meines RSS-Readers erreichen, nicht sofort lese oder zum späteren Lesen bei Quote.fm speichere (was ich je nach Inhalt individuell entscheide), landen sie bei Instapaper (für Android-Nutzer ist Pocket die beste Alternative). Hier lese ich sie, bevorzugt auf iPad oder iPhone, wenn ich Zeit habe. Was ich nicht wiederfinden muss, wird archiviert. Alles andere landet in einem Ordner “zu Diigo”.

Diigo
Was ich für künftige Recherchearbeit einfach wiederfinden möchte, landet verschlagwortet beim Social-Bookmarking-Dienst Diigo. Einmal täglich öffne ich alle in Feedly sowie bei Instapaper “markierten” Links im Browser und speichere sie nacheinander mit Tags über Diigos Chrome-Erweiterung. Dieses Verfahren ließe sich zwar auch automatisieren, aber das “händische” Prozessieren ist eine Art unmittelbare Wiedervorlage und hilft mir, bestimmte Meldungen, Ereignisse und Sachverhalte mental einzuordnen, zu verarbeiten und im Gedächtnis zu behalten. In Tech-Kreisen beliebt ist auch Pinboard. Für mich besteht aber bisher kein Grund, mit meinen Bookmarks umzuziehen. Knapp 15.000 habe ich mittlerweile bei Diigo angesammelt.

Watchlater
Stoße ich irgendwo im Netz auf ein interessantes Video, etwa in einem Blogbeitrag, dann lege ich dies zum späteren Betrachten bei Watchlater ab. Entweder, indem ich den Link per Mail an meine individuelle Watchlater-Adresse schicke, oder über die Browser-Erweiterung. Quasi ein Instapaper/Pocket für Videos. Watchlater kann Videos auf iPhone und iPad auch offline verfügbar machen, was sich sehr für Flüge eignet.

IFTTT
Dank IFTTT werden Blogbeiträge hier und auf meinem privaten Blog automatisch über meine privaten Social-Web-Kanäle verbreitet. Außerdem nutze ich den Dienst, um App.net-Updates clientunabhängig per Hashtag bei Twitter und/oder Facebook zu publizieren, sowie um Links aus App.net-Updates clientunabhängig per Sternchenmarkierung zu Instapaper zu schicken.

Wunderlist
Mein bevorzugter Aufgabenmanager. Hier lege ich nicht nur Todos, sondern auch kürzere Notizen oder Listen ab. Alles synchronisiert zwischen Browser und den mobilen Apps.

Fantastical (für iPhone)
Eine nette Kalender-App, die mit meinem Google Calendar synchronisiert.

Mozilla Thunderbird
Hiermit rufe ich meine E-Mails ab. Über die Addons Lightning und Provider for Google Calendar tauchen habe ich außerdem Zugriff auf meine Termine aus dem Google Calendar.

Hello von Evernote
Ich bin kein hartgesottener Evernote-Anbeter, verwende aber Evernotes für iPhone und Android angebotene App Hello, um Visitenkarten einzuscannen, samt Metadaten zu speichern und davon ausgehend direkt LinkedIn-Kontaktanfragen zu stellen. Hier mangelt es mir je nach Zahl der eingesammelten Visitenkarten zwar an Konsequenz, aber wenn ich im Nachhinein einen Kontakt auf Basis einer Visitenkarte wiederfinden möchte, dann wäre Hello der Ort, an dem ich diese abgelegt hätte.

Google Drive
Hier liegt meine ständig aktualisierte Liste mit Artikelideen, die ich auch von unterwegs aus über die mobile Google Drive App aktuell halte. Außerdem schreibe ich viele Texte hier, bevor ich sie in WordPress formatiere.

Einige offensichtliche Tools (Google, Wikipedia, Skype etc.) habe ich in dieser Liste nicht berücksichtigt. /mw

(Foto: Digital printing machine under the white background, Shutterstock)

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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6 Kommentare

  1. Was mich interessieren würde: Hat sich durch die aktuelle PRISM-Geschichte etwas an deinem Setup geändert, oder wird es das?

    • Nein. Aber mein Bewusstsein wurde geschärft. Eine Isolation ist leider impraktikabel, solange alle anderen die einschlägigen Dienste nutzen.

  2. Moin,

    danke für den Artikel. Mich würde eine Liste der offensichtlichen Tools/ Websites interessieren. Beschäftige mich mit Tools junge, innovative Unternehmen/ Teams einsetzen.

    PS: schönes Interview im dradio… Darüber bin auf diesen Artikel gekommen.

  3. Immer wieder ein dankbares Thema, weil man an Tools erinnert wird, die in Vergessenheit geraten sind. Gibts eigentlich schon ein brauchbares Verzeichnis für solche Cloud-Tools? Vielleicht auch eine Möglichkeit für netzwertig.

  4. Heiderdaus!
    Da frage ich mich,wie es mir bisher gelingen konnte, ohne diesen ganzen Kram zu überleben?

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