Kompatibilität:
Der mögliche Einfluss von Sprache auf die Attitüden zum Netz

Sprecher unterschiedlicher Sprachen sehen die Welt mit anderen Augen. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Sprachen bei ihren Anwendern eine größere Kompatibilität mit der digitalen Ökonomie und der vernetzte Welt schaffen als andere.

Wieso ist Deutschland im digitalen Bereich trotz eigentlich idealer Voraussetzungen ein Entwicklungsland? Warum scheinen die USA so viel erfolgreicher darin zu sein, Webunternehmen zum Erfolg zu bringen? Was machen kleine Nationen wie Israel oder Schweden anders als etwa Frankreich oder eben Deutschland? Wieso gelingt es ihnen, mit Internet- und IT-Innovationen global Akzente zu setzen, während die führenden Volkswirtschaften Europas in über 15 Jahren nichts Vergleichbares zustande gebracht haben?

Antworten auf diese Frage lassen sich unzählige nachlesen. Letztlich gibt es wenig Themen, die in hiesigen Netzkreisen in den vergangenen Jahren häufiger debattiert wurden als der schon fast chronisch anmutende Rückstand der Digitalwirtschaft, die Zurückhaltung der Bürger und das stetige Versagen der Politik, an der Misere etwas zu ändern. Doch obwohl momentan Hoffnung geschöpft wird, wirkt es fast so, als seien einige Länder für immer dazu verdammt, dabei zuzusehen, wie andere Kulturen scheinbar ohne Anstrengungen einen Knaller nach dem anderen hervorbringen. Über die Vielzahl der hinlänglich besprochenen Faktoren, die zu dieser Situation geführt haben, soll es an dieser Stelle nicht gehen, sondern um einen möglichen, eher subtilen Aspekt: die Sprache.

Wer eine eindeutige, nicht anzuzweifelnde Antwort darauf erwartet, inwieweit einzelne Sprachen der Etablierung eines funktionierenden, einflussreichen digitalen Ökosystems förderlich sind und andere nicht, den muss ich enttäuschen: Es handelt sich um nicht mehr als einige Gedanke inklusive Hypothese, deren Validität schwer zu beweisen sein dürfte. Ganz ohne Indizien für die These, die Sprache könnte sich zumindest indirekt auf das Gedeihen von nationalen Internetstandorten auswirken, stehe ich jedoch nicht da. Um einmal bei den drei Sprachen zu bleiben, die ich beherrsche: Deutsch ist in höchstem Maße komplex, kompliziert, geprägt von Ausnahmeregelungen und einem enormen, stark nuancierten Wortschatz. Zudem müssen Sprecher auf Formalitäten achten, allen voran die Unterscheidung zwischen dem Duzen und Siezen. Englisch mag, wenn man richtig gebildet klingen und beeindrucken möchte, auch nicht gerade ein Spaziergang sein, kommt aber in der Umgangssprache, vor allem im US-amerikanischen Raum, deutlich weniger formell daher. Auch bleibt es Sprechern in den meisten Szenarien erspart, unterschiedliche pronominale Anredeform wählen zu müssen. Schwedisch wirkt auf mich wie eine deutlich vereinfachte Variante des Deutschen: Es gibt sehr viel weniger Grammatik, ein kleineres Alltagsvokabular und viel weniger unterschiedliche Begrifflichkeiten mit nahezu (aber nur nahezu) identischer Bedeutung. Im Alltag wird zudem von wenigen Ausnahmen abgesehen jeder geduzt und mit dem Vornamen angesprochen. Wo wir beim Duzen sind: Im in Israel gesprochen Hebräisch existiert gar keine Siez-Form (das weiß ich nicht aus eigener Erfahrung sondern von Wikipedia).

Betrachtet man die vier Länder Deutschland, USA, Schweden und Israel, dann lässt sich konstatieren, dass in den im Netzsegment äußerst erfolgreichen Staaten dieser Gruppe die Alltagssprache eine geringere Komplexität (Schwedisch, Englisch) aufweist und aufgrund des Fehlens von vom sozialen Status und der Beziehung zueinander abhängiger Anredepronomen weniger formell und hierarchiebetonend ist. Gegenbeispiele hierfür sind Deutschland oder Frankreich, oder auch Japan – eine andere Nation, die zwar im technisch geprägten Industriesektor glänzt, aber im Software- und Internetsegmet der globalen Speerspitze weit hinterhinkt. Die japanische Sprache ist nicht nur berühmt-berüchtigt für ihren hohen Schwierigkeitsgrad, sondern hebt noch weitaus deutlicher als etwa das Deutsche formelle Aspekte und Höflichkeitsetikette hervor.

Nun heißt eine Korrelation nicht automatisch, dass auch eine Kausalität vorliegt. Doch dass unterschiedliche Sprachen zu unterschiedlichen Handlungs- und Denkprozessen bei Menschen führen, ist eine Tatsache, die im Buch (Affiliate-Link)  Why The World Looks Different In Other Languages von Guy Deutscher sehr schön erläutert wird. Wie der Name verdeutlicht, schildert der Autor darin anhand von Beispielen und historischen Diskursen, wie Menschen abhängig von ihrer jeweiligen Muttersprache und des darin existenten Wortschatzes (sowie natürlich auch grammatikalischer Regelungen) die Welt mit zum Teil anderen Augen sehen.

Generell halte ich das Bewusstsein über diese Sachlage für gering bis nicht vorhanden. Offensichtlich wird sie jedoch stets bei deutschsprachigen Synchronisationen englischsprachiger Filme. Häufig enthält die übersetzte Fassung mit den verwendeten Begriffen verbundene Wertungen und mit ihnen von deutschen Sprechern verknüpfte Assoziationen, die die gesamte Stimmung beeinflussen und ihm schlimmsten Fall die Charakter von einzelnen Schauspielern in ein ganz anderes Licht tauchen, als dies in der Originalfassung vorgesehen war. Einige prägnante Beispiele aus Woody-Allen-Filmen, die in diesem Artikel zusammengetragen wurden: Aus “elderly women“ wird „uralt“, „that guy with you“ wird zum „Clown da neben dir“, „women“ werden zu „tollen Bienen“ und aus einem „You‘re going to love her“ wird ein „Da zieht‘s dir die Schuhe aus“. Wer auch nur ein bisschen sprachliche Sensibilität besitzt, wird die Unterschiede sehen.

Wäre es vorstellbar, dass Sprachen mit reduzierter Komplexität, Formalität und Hierarchiedenkweise bei ihren Sprechern Eigenschaften befördern, die in hohem Maßen kompatibel mit den Merkmalen der vernetzten Welt sind, während vielschichtige, komplexe und stark differenzierte Sprachen bei ihren Anwendern zu Verhaltensmustern, Wertebildungen und Perspektiven führen, die sich mit den Grundgesetzen des Webs und seiner Ökosysteme nicht vertragen?

Ich halte dies durchaus für möglich, ohne es beweisen zu können. Stattdessen möchte ich abschließend zu einem Gedankenspiel anregen: Wie würden sich die USA und Deutschland verändern, wenn Bürger am Montag plötzlich mit vertauschten Muttersprachen aufwachen würden? In den Vereinigten Staaten spräche man auf einen einen Schlag Deutsch, bei uns wäre Englisch offizielle Landessprache. Wer glaubt, alles bliebe abgesehen von der erforderlichen Übersetzung von Formularen und Verwaltungsprozessen so wie immer?

Nachtrag: Eine passende Ergänzung ist dieser Ted-Talk darüber, wie die in verschiedenen Sprachen unterschiedlich gehandhabte Formulierung von in der Zukunft liegenden Ereignissen das Verhalten von Menschen beeinflusst (Danke Leonardo).

(Illustration: set of language bubble with flags, Shutterstock)

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

Mehr lesen

Linkwertig: Gipfeli, Medien, Spiegel, RtM

22.10.2014, 0 KommentareLinkwertig:
Gipfeli, Medien, Spiegel, RtM

Der Spiegel wurde im Web stolze 20 Jahre alt und mehr.

Rocket Internet: Mit der Bestätigung deutscher Klischees zu internationaler Anerkennung

2.10.2014, 6 KommentareRocket Internet:
Mit der Bestätigung deutscher Klischees zu internationaler Anerkennung

Wurde es anfänglich maximal belächelt, hat sich Rocket Internet mittlerweile auch international Anerkennung und Respekt erarbeitet. Das Unternehmen wird durch seinen medial intensiv bewachten Aufstieg zum Botschafter der hiesigen Webwirtschaft - und erfüllt dabei auf fast schon komische Weise die Klischees, die man sich so in der Welt über Deutsche erzählt.

Internetwirtschaft: Deutschland braucht Megafunds mit rein deutschem Fokus

1.10.2014, 2 KommentareInternetwirtschaft:
Deutschland braucht Megafunds mit rein deutschem Fokus

Die Internetwirtschaft Deutschlands und Europas muss sich gegen die kraftvollen, milliardenschweren Akteure des Silicon Valley sowie gegen die wachsenden Giganten aus Fernost behaupten. Ohne umfangreiche VC-Funds, die sich ausschließlich auf den hiesigen Markt konzentrieren, wird dies schwer.

IT-Sicherheitsbericht der Telekom: Abgeordnete fordern den \

31.10.2014, 11 KommentareIT-Sicherheitsbericht der Telekom:
Abgeordnete fordern den "Aufbau" von europäischen Google-Konkurrenten

Der Umfrage im Auftrag der Deutschen Telekom zeigt, dass Abgeordnerte und Unternehmens-Entscheider in Deutschland mehrheitlich daran glauben, dass sich europäische Alternativen zu Google und Facebook gezielt zentral aufbauen lassen. Es ist dieses Unverständnis für Marktgegebenheiten, das Europa im internationalen Vergleich der Branche so schwach macht.

Schädliche Ideologie des Wettbewerbs: Wieso Peter Thiel Monopole verteidigt

8.10.2014, 10 KommentareSchädliche Ideologie des Wettbewerbs:
Wieso Peter Thiel Monopole verteidigt

Politiker, Unternehmer und der Volksmund scheinen sich einig zu sein: Konkurrenz belebt das Geschäft. Der renommierte Technologie-Unternehmer und Investor Peter Thiel glaubt, dass Volkswirtschaften sich mit diesem Dogma die Zukunft verbauen.

Die Blasen-Debatte und das IPO-Fenster: Börsenfieber vor dem möglichen Sturm

2.10.2014, 2 KommentareDie Blasen-Debatte und das IPO-Fenster:
Börsenfieber vor dem möglichen Sturm

Die Internetbranche erlebt derzeit eine Welle von Börsengängen. Das lauter werdende Gerede über das Vorhandensein einer womöglich bald platzenden Blase setzt Firmen unter Druck, schnell zu handeln.

Vom Aussterben bedroht: Das Internet verdrängt viele Sprachen - gut so!

19.12.2013, 19 KommentareVom Aussterben bedroht:
Das Internet verdrängt viele Sprachen - gut so!

Eine Studie kommt zu dem Schluss, dass das Internet die Sprachvielfalt verringert. Sehr schön. Denn dass Menschen einander nicht verstehen können, ist ein Problem, keine Errungenschaft.

Nebenbei Sprachen lernen: Duolingos iPhone-App macht kurze Wartezeiten pädagogisch wertvoll

11.4.2013, 5 KommentareNebenbei Sprachen lernen:
Duolingos iPhone-App macht kurze Wartezeiten pädagogisch wertvoll

Der kostenfreie Sprachlerndienst Duolingo hat nicht nur ein cleveres Geschäftsmodell. Er erlaubt es auch, mittels Mini-Aufgaben kurze Wartezeiten zum Lernen von Fremdsprachen zu nutzen. Ein Erfahrungsbericht.

Synchronisierung von E-Books: Doppeltext vereint Originalliteratur  mit ihrer Übersetzung

14.11.2011, 4 KommentareSynchronisierung von E-Books:
Doppeltext vereint Originalliteratur mit ihrer Übersetzung

Das Münchner Startup Doppeltext synchronisiert E-Books in der Originalsprache mit übersetzten Fassungen und will so die Zugänglichkeit von fremdsprachlicher Literatur verbessern.

11 Kommentare

  1. Da werden Zusammenhänge auf Basis von Behauptungen konstruiert. Das ist zwar verlockend, aber selten sinnvoll. Genauso gut könnte man behaupten, Deutsch eigne sich besonders gut für Maschinenbauer, da die Sprache ähnlich komplex ist wie eine komplexe Maschine. Und siehe da: Deutschland ist weltweit führend im Maschinenbau! Länder mit einfachen Sprachen wie England können da nicht mithalten, Länder mit komplexen Sprachen wie Japan schon. Klingt alles einleuchtend, ist aber völliger Humbug, den ich aufgrund von Behauptungen zusammengesponnen habe. In der Sprachwissenschaft benötigt man Studien, keine Behauptungen. Und selbst Studien sollte man in Zweifel ziehen.

    • Ich widerspreche, dass es nicht sinnvoll ist, und halte es auch für falsch, jedes Gedankenfutter, was nicht auf Studien fußt, per se zu diskreditieren.

    • In Ländern, deren Sprache nach wie vor das Eszett (ß) enthält, ist ein deutlich höherer Anteil an Maschinenbauern festzustellen.

      Also gibt es ganz offensichtlich eine Korrelation zwischen der Anzahl Maschinenbauer und dem Vorhandensein einer Ligatur in der jeweiligen Landessprache und -schrift.

      Weiterhin lässt sich sogar feststellen. dass in Ländern mit Sprachen/Schriften ohne Ligaturen (z.b. englisch) die Anzahl der Maschinenbauer weit unter dem Durchschnitt liegt.

      Und überraschenderweise ist diese Korrelation sogar dort zu beobachten, wo die Ligaturen erst kürzlich abgeschafft wurden.

      Zum Beispiel in der Schweiz, die das “ß” 2006 offiziell (aber im Sprachgebrauch auch schon seit 1906 nach und nach) abgeschafft hat.

      Bisher gibt es noch keine wissenschaftlich ausreichend fundierte Erklärung für diese spukhafte Korrelation zwischen Ligaturen in der Landessprache und seiner Anzahl Maschinenbauer.

      Aktuell wird über die Freigabe eines Fördertopfes von knapp 100 Mio. Euro entschieden, welcher dann ausschließlich dazu verwendet werden soll, dieses Phänomen zu erforschen und vielleicht sogar aufzuklären.

      Verrückt, oder?
      Oder, nicht?

  2. Dabei gibt es sogar Studien, die zumindest ähnliche Themen unter diesem Gesichtspunkt untersuchen und das sehr sorgfältig. Blaine spricht einen wichtigen Punkt an, aber gerade Theorien aufzustellen ist ja sehr wichtig! Wenn man sie denn untersuchen kann. Als Anregung mal ein TED-Video (lohnt sich!):
    http://ted.com/talks/keit…y_to_save_money.html

    • Sehr schöne Ergänzung. Das komplettiert Guy Deutschers Buch, das sich eher auf Wörter statt auf grammatische Strukturen fokussiert.

      Mehr als beeindruckend, wie Sprache unterschiedliche Grundvoraussetzungen schafft, und wie dies den meisten Menschen überhaupt nicht bewusst ist.

    • Interessantes TED-Video, und in vielen Punkten hat er wohl Recht.

      Allerdings spielt er ein falsches Spiel mit der Signifikanz seiner Daten:

      1. wenn man in seinen Daten den einen interessanten Wert (hier die “Sparsamkeit”) ignoriert und die Daten auf Basis der restlichen Werte des jeweiligen Vektors irgendwie versucht in Cluster zu stecken, oder Schubladen, um wie er es nennt “vergleichbare Familien” zu erhalten, dann hat man am Ende nur noch Daten, die auf vielen Annahmen und subjektiven Einschätzungen basieren. Um Lebenssituationen zwischen Familien in Bukina Faso vergleichbar mit denen in Belgien zu machen, muss der Datenbestand an vielen Stellen abgewogen, subjektiv geglättet werden. Im Endergebnis dürften aus den so zurechtgerüttelten Daten kaum noch ein objektives Datum extrahierbar sein, weil in jedem Daten-Extrakt noch die jeweilige Tendenz enthalten sein wird. So etwas sollte ein Wissenschaftler .. hah, wissen. Und nicht tun.

      2. Wenn wir davon ausgehen, dass Sprache prägt (darum gehts ja hier), dann sollten wir nicht so dumm sein, anzunehmen, dass das alles irgendwie im Vakuum passiert.

      Wenn Sprache prägt, dann hat sie das jeweilige Volk schon Jahrhunderte oder auch Jahrtausende lang geprägt.

      Und da wären wir wieder da wo wir sind: Völker, Nationen, Sprache, Identität. Natürlich prägt das. Warum so überrascht? :D

    • Ach und natürlich wird eine Sprache überhaupt erst durch seine Sprecher geprägt. Was wiederum andere Schlüsse ermöglicht. Zum Beispiel genetische Dispositionen seiner Sprecher, die letztendlich zu den jeweiligen Merkmalen der Sprache führten? …

  3. Das ist ein sehr interessanter Gedankengang.

    Die Sprache, und die daraus entstehenden Nuancen in der Mentalität der Akteure hat ganz sicher seine Auswirkungen. Zweifelsohne (schreibt man das so? *ggg*).

    Aber ich fürchte, es sind doch zuerst sehr viel banalere Aspekte, die den Erfolg im Bereich der digitalen Wirtschaft ausmachen, und den Erfolg oder Misserfolg deutlich stärker formen als die Aspekte, die sich aus der Sprache heraus ergeben.

    Zum Beispiel gibt es in Deutschland kaum private Finanzierungen, weil es einfach kaum noch Menschen gibt, die überhaupt über entsprechende Rücklagen verfügen.

    Sehen wir doch mal janz kurz der Situation ins nackte Auge: die große “Bürgerschaft” in Deutschland ist verarmt. Sicherlich gibt es Ausnahmen, aber die sehen sich entweder an irgendeine Geldquelle aka Arbeitgeber gebunden (und ihr gegenüber leibeigenschaftlich verpflichtet), oder sie sind selbst Unternehmer und werden einen Teufel tun sich weitere Konkurrenz in den Markt zu holen (und/oder sehen garnicht ein, ihren ehrlich und müßig verdienten Schotter irgendwelchen Studenten als Spielgeld in den Rachen zu werfen), oder sie gehören der kleinen exklusiven Kaste an, die es irgendwie geschafft hat ihr Vermögen durch die Kriege und Zeiten zu retten, und klammert sich dann aber auch dementsprechend ganz eng daran ;)

    Soviel zu Deutschland. In Israel sind die Voraussetzungen Andere (und kommt mir hier bloß keiner mit Zionismus), ich glaube, die Bereitschaft privat zu investieren ist dort ganz anders. Es gibt dort (vermute ich) überhaupt mehr Rücklagen, und es gibt die deutlich ausgeprägtere Kultur der privaten Finanzierung.

    Schweden? Kann ich nix zu sagen.

    Den Sprachen mag man nun rückkoppelnd eine Bedeutung andichten. Aber eigentlich sind die Ursachen Andere. Und derer Viele. Die Welt ist kompliziert.

    • Ach und zu Frankreisch habe ich mein ganz eigenes politisch gefärbtes Gedankenkonstrukt: die französische Mittelschicht ist ja mit der deutschen vergleichbar. Aber in Fr gibt es noch die Oberschicht (die in Dtl ja fast ausgestorben ist).

      IMHO wird diese Schicht aber nicht in solch volatile Märkte oder gar (oh schreck) high-tech Startups investieren.

      Warum? Weil in Fr der Sozialismuss herrscht. Und im Sozialismus bleibt das Scheckbuch natürlich zu. Außer im Luxus-Segment, da bleibt man unter sich, und da kann man am Sozialismus vorbei auch gut exportieren und posieren.

      Vergleiche mit der Realität in Fr…

  4. Sehr interessanter Artikel.

    Bin bereits vor 3 Jahren im Wall Street Journal auf diese Thematik gestoßen:
    http://online.wsj.com/art…383131592767868.html

    “All this new research shows us that the languages we speak not only reflect or express our thoughts, but also shape the very thoughts we wish to express. The structures that exist in our languages profoundly shape how we construct reality, and help make us as smart and sophisticated as we are.”

    Sapere aude

  5. “Angenommen, ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich Anton Tschechows Drama „Onkel Wanja“ auf einer Bühne in der 42. Straße New Yorks gesehen habe. Auf Mian, das in Papua-Neuguinea gesprochen wird, würde das Verb aussagen, ob das Stück soeben, gestern oder vor langer Zeit gespielt wurde. Das Indonesische dagegen gibt damit nicht einmal preis, ob die Aufführung bereits stattfand oder noch bevorsteht. Auf Russisch enthüllt das Verb mein Geschlecht. Wenn ich Mandarin verwende, muss ich wissen, ob Onkel Wanja ein Bruder der Mutter oder des Vaters ist und ob er blutsverwandt oder angeheiratet ist, denn für jeden dieser Fälle gibt es einen speziellen Ausdruck. ”
    http://spektrum.de/artike…45804&_z=859070

    Das die Sprache die Gesellschaft prägt ist bekannter als hier m Artikel angenommen und schon länger regelmäßig Thema von Artikeln.

Ein Pingback

  1. [...] Sprecher unterschiedlicher Sprachen sehen die Welt mit anderen Augen. Es ist nicht auszuschließen, dass einzelne Sprachen bei ihren Anwendern eine größere Kompatibilität mit der digitalen Ökonomie und der vernetzte Welt schaffen als andere.  [...]

vgwort