Den Kontrollverlust akzeptieren:
Über die therapeutische Wirkung des Publizierens im Internet

Wer regelmäßig eigene Meinungen im Netz publiziert, muss sich an Widerworte und Kritik gewöhnen. Der Drang, die Reaktionen anderer kontrollieren zu wollen, verschwindet schnell.

KontrolleEin gesundes Kontrollbedürfnis ist eine hilfreiche Eigenschaft, um die Herausforderungen des Lebens erfolgreich zu meistern. Doch gelegentlich wird aus diesem nützlichen Charaktermerkmal eine krankhafte Kontrollsucht. Manche Menschen gelten ganz allgemein als Kontrollfreaks, die nicht in der Lage sind, die Zügel wenigstens ein wenig zu lockern, und die nichts und niemandem vertrauen. Bei anderen zeigt sich ein überdurchschnittlich stark ausgeprägtes Kontrollverhalten nur in einzelnen Alltagsbereichen, sei es in Projekten im Job, in der Beziehung oder im Sportverein. Der Umgang mit permanenten oder selektiven Kontrollfreaks ist häufig sehr anstrengend und nichts, dem man sich gerne und freiwillig aussetzt. Für Kandidaten, die partout nicht die Kontrolle loslassen können, existieren somit klare Anreize, sich in Gelassenheit zu üben. Und ich kenne einen guten Weg dorthin: Bloggen beziehungsweise Meinungsjournalismus im Internet betreiben.

Als ich letztens gefragt wurde, welche Vorteile das Bloggen mit sich führe, erwiderte ich, dass man sukzessive den Umgang mit Kritik erlernt. Bei genauerer Reflexion erkannte ich: Publiziert man hinreichend lange im Netz, so reagiert man nicht nur entspannter auf kritische Kommentare – die vollkommen berechtigt oder aus der Luft gegriffen sein können. Man verliert nach und nach auch das Bedürfnis, jede Kritik überhaupt zu Gesicht bekommen müssen.

Kritik und unterschiedliche Meinungen gehören dazu

In meinen ersten Jahren als Blogger war ich noch bestrebt, möglichst jede Äußerung auf meine Artikel zumindest zur Kenntnis genommen zu haben. Doch mein Motiv dafür war fragwürdig: Denn eigentlich ging es mir nur darum, Widerworte von Lesern oder anderen Bloggern zu entkräften. Das natürlich ist Illusion: Egal wie smart, durchdacht und genial die niedergeschriebenen Gedanken und Sachverhalten auch sein mögen (ohne mir diese Attribute anzuheften) – es wird immer gegenteilige Perspektiven geben. Im Prinzip ist es sogar ein schlechtes Zeichen, stets nur Zuspruch zu erhalten. Auch wenn sich Zuspruch natürlich kurzfristig besser anfühlt als Widerspruch. Fakt ist aber: Wer oft und regelmäßig publiziert, muss damit rechnen, kritisiert zu werden. Mal sachlich, mal persönlich und unangemessen. Das geschieht in Kommentaren, in anderen Blogs oder über einschlägige Social-Media-Kanäle, und es ist völlig normal.

Das Kontrollbedürfnis verschwindet

Aus meinem anfänglichen Bedürfnis, die Kontrolle über die Kritik an meinen Beiträgen (oder an mir) zu behalten, wurde eine Gelassenheit. Das Gefühl, unbedingt jede meine Standpunkte in Frage stellenden Äußerungen an anderer Stelle im Netz gesehen haben zu müssen, verschwand. Wer möchte, dass ein Einwand von mir wahrgenommen wird, der hält ihn mir direkt vor die Nase. Wer nur einfach eine gegensätzliche Position formulieren möchte, ohne dazu mit mir eine Diskussion zu führen oder mich per Kommentar, Trackback etc. darauf aufmerksam zu machen, der tut dies. Ich erfahre dann unter Umständen gar nichts davon, sofern ich nicht aktiv recherchiere. Früher hätte mich das gewurmt, heute stört es mich nicht mehr.

Viele Jahre des Bloggens haben mir beigebracht, dass das ständige Streben nach Kontrolle unnötig Energie kostet und zu nichts führt. Wenn jemand bei Google nach meinem Namen sucht und den ein oder anderen Verriss findet, dann ist mir das ziemlich egal. Ich darf mich auch nicht beschweren, immerhin habe ich ja mit einer womöglich provokativen, polarisierenden Haltung Widerworte und im schlimmsten Fall Beleidigungen in Kauf genommen. Entscheidend ist meines Erachtens nach nur das Gesamtbild. Aus diesem Grund sind Nutzer, die an vielen Orten im Web Inhalte veröffentlichen und kuratieren, meines Erachtens nach auch im Vorteil gegenüber der breiten, lediglich konsumierenden Masse. Denn wer Max oder Maria Muster googelt und dann nur zehn Treffer zu Content findet, der wird sehr genau hinschauen. Tauchen jedoch hunderte oder tausende Einträge auf, die sich aus einer Vielzahl von Quellen speisen – sowohl solche unter Einfluss des Recherchierten als auch solche von Dritten – dann fallen einzelne Inhalte nicht mehr so sehr ins Gewicht.

Onlinepublizisten werden zwangsläufig gelassener

Ich kann nur für mich sprechen, vermute aber, dass es anderen, regelmäßige Onlinepublizisten ähnlich geht. Ich behaupte, dass alle in den Weiten des Internets veröffentlichende Kontrollfreaks früher oder später eine nicht gekannte Gelassenheit entwickeln, oder aber alternativ ermattet aufgeben. Denn so sehr sie sich auch anstrengen, die nach und nach entstehenden Brandherde durch ausschweifende Debatten, Streitereien oder gar juristische Drohungen unter Kontrolle zu bekommen, werden sie irgendwann einsehen, dass sie daran zugrunde gehen.

Loslassen als wichtige persönliche Eigenschaft

Ich glaube, dass mir das digitale Publizieren dabei geholfen hat, einige Kontrollzwänge abzulegen, und ich bilde mir zumindest ein, dass dies auch in andere Bereiche meines Lebens ausstrahlt. Und darüber bin ich sehr froh. Denn die Fähigkeit, die Kontrolle loszulassen, scheint mir eine der wichtigsten neuen Skills in unsere von durch sich auflösende Hierarchien und ins Wanken kommende Machtstrukturen geprägten Zeit zu sein. Ein Blick in die Weltpolitik genügt, um zu sehen, wie überall kontrollsüchtige ältere Herrscher mit einem für sie völlig unbekannten, mit bisherigen Instrumenten nicht zu bekämpfenden Kontrollverlust konfrontiert werden. Einfach mit der Faust auf den Tisch zu hauen und sich darauf zu verlassen, dass dann alles nach Plan verläuft, funktioniert nicht mehr. Wer dann auf Teufel komm raus die Kontrolle zurückzuerlangen versucht, der begibt sich zwangsläufig auf den Weg nach unten.

Kontrollsucht ist heute mehr denn je eine Schwäche. Wer an dieser arbeiten möchte, dem kann ich nur empfehlen, sich über längere Zeit publizistisch im Netz zu betätigen. /mw

(Foto: stock.xchng/scataudo)

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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12 Kommentare

  1. vollste Zustimmung und ich kann durchaus Parallelen entdecken.

  2. Mich würde in dem Zusammenhang interessieren, wie viel Zeit du “im Schnitt” (ich weiß) in einen typischen Blogbeitrag investierst.

    • Schreiben 2h. Mit eventuellen Updates und Kommentarmoderation wird es dann noch etwas länger.

  3. Wer regelmäßig im Netz schreibt, schreibt auch viel Müll. Gewöhnt man sich auch dran. genauso dass andere auch Mist schreiben. Auch über einen selbst.

    Daher: volle Zustimmung.

  4. Martin, uiuiui, was Du hier beschreibst ist Deine Desensibilisierung gegenüber jeglicher Kommentare zu Deinen vorherigen Beiträgen. Das ist NICHTS Gutes, auch wenn Du hier versuchst es als Solches zu verkaufen.

    Jetzt mal Hosen runter, und offen und ehrlich betrachtet: Du denkst, Du beschreibst hier Deine wachsende Kompetenz im Umgang mit Kommentaren?

    Ha !? Du beschreibst aber doch nur, dass Du Dir insgesamt mehr dickes Fell angeeignet hast. Umgang: FAIL, Ignoranz: WIN. Und auf lange Sicht hast Du mehr auf WIN als auf FAIL gesetzt (und im Vgl zum Wetten hattest Du immer vorher etwas Luft vor der Entscheidungsfindung, … eigentlich eine ziemlich feige Taktik).

    So ganz insgesamt betrachtet, und mal kurz nachgedacht, kann ich doch sogar noch ganz und exakt genau verorten, wann Du in dieses Muster verfallen bist!

    Es war kurz bevor Du mit Kai Dieckmann einen trinken warst.

    Tja…. Bist Du echt für ein paar wenige Drinks zu haben? Willst Du das sein? Hast Du Dich und Dein Medium vielleicht aus Versehen verkauft? Wenn ja so, dann löse das bitte auf… es wäre in unser aller Interesse!

    • Allerdings, bei all meiner Kritik, muss ich auch sagen, dass ich Deine Beiträge und Deine Meinungen zu den jeweiligen Themen oft schätze.

      Die beschriebene Gelassenheit gegenüber Kommentaren hätte eigentlich schon seit Jahren ein Teil unserer Kultur werden sollen.

      Aber irgendwie scheinen die Einfärbungen politischer Couleur doch immer gerne mal aus Diskussionen heraus den harsch-definierten-Meinungsmachtsanspruchs-Brei zu verrühren. Zu einem Konsens. Aber niemand kann sicher sagen, ob so ein Konsens nicht doch nur non-sense ist, oder?

      „Unter dem Stichwort ‚Diskurs‘ führte ich die durch Argumentation gekennzeichnete Form der Kommunikation ein, in der problematisch gewordene Geltungsansprüche zum Thema gemacht und auf ihre Berechtigung hin untersucht werden.“

      Das sagte Habermas. Ein cleverer Mann, der den Diskurs hier “hinter-herum” als sein Ding, seine Erfindung darstellen lässt. Macht das Habermas zu einem Heuchler, einem Betrüger? Ich würde sagen “keine Ahnung”, aber nunja, das geht auch allzu weit weg vom Thema.

      Davor kamen viele Andere, Schopenhauer und Kant nur mal als Beispiel genannt.

      Jedenfalls, der Diskurs fehlt! Das ist der Kern des ganzen Dilemmas, der – nach aktuellen wissenschaftlichen Standards geführte – Diskurs ist nicht existent, es gab diesen Nie.

      Es werden nur immer und immer wieder weitere Allgemeinposten in die Suppe geworfen, aber darüber reden tut hier niemand mehr.

      Ich vermute, das ist so, weil niemand hier mehr seiner eigenen Aussagen vertraut, jeder hat den Verlust der Kontrolle erlitten, niemand ist sich seiner Kontrolle noch so sicher, als dass er Aussagen darüber verfassen könne.

      Oh Mein Gott …

    • Was sich aber rein meta-philosophisch (nach IMHO allgemein anerkannten Standards) festhalten lässt ist folgendes:

      Der Akt der aktiven Publikation irgendwelcher Informationen oder Gedanken oder Überzeugungen ist geprägt und geleitet durch:

      1. die zu erwartende Wirkung beim Empfänger (die vom Sender lediglich durch Umwege passiv erahnt werden kann)
      2. das zu erwartende Feedback von Empfängern, die sich aktiv in den Gedankenprozess und Überlegungen einbringen, und oft ganz konkretes Feedback (in Form von Kommentaren) verfassen. Insbesondere dann wenn sich Überzeugungen und Gedankengänge des Autors besonders stark von denen des Lesers (und Kommentatoren) unterscheiden.

      Soll heißen: wenn kein Kommentar zum Beitrag folgt, oder lediglich zustimmende Kommentare folgen, dann enthielt der fragliche Beitrag wohl kaum Interessantes ;-)

    • Ich finde es ja immer gut, dass du dich mit meinen Beiträgen so intensiv auseinandersetzt, und habe nichts gegen ein paar aufmerksame Kritiker.

      Allerdings weiß ich nicht, wie ich auf deine langen Ausführungen reagieren soll. Insofern sage ich einfach: Zur Kenntnis genommen.

    • Gute Antwort.

      Ich habe mal wieder viel zu weit ausgeholt…

      Trotzdem, ein Vorschlag: streiche den Gedanken der Angst davor ein stereotypischer “Kontrollfreak” zu sein. Es passt überhaupt nicht hier hinein, und das bist Du auch nicht.

      Wenn Du Dinge publizierst, dann tust Du dies immer ganz bewusst zusammen mit jeweils einem Stückchen konkretem Kontrollverlust, Du gibst mit jeder Publikation die Kontrolle über die dahinter steckenden Gedanken ab. Du entfesselst sie, gibst sie frei und stellst sie zur Diskussion.

      Und das ist gut so!

      Aber, um etwas zu publizieren musst Du immer Kontrolle abgeben, egal ob Du Feedback (wie in diesen Kommentaren) zulässt oder nicht.

      Der Unterschied ist nur, dass Du eben dieses Feedback erhälst, oder ob eben nicht (bei den meisten klassischen Pressepublikationen erhält man lediglich mal Feedback in Form von Leserbriefen).

      Ich persönlich wünsche mir mehr, ich wünsche mir mehr Diskussionskultur, statt reinem Publizieren.

    • Habe gerade eben meine ersten Kommentare noch einmal gelesen, und: Entschuldigung! Da habe ich Dich viel zu persönlich angegriffen, das darf nicht sein.

    • Offenbar verhallen meine Kommentare in Deinem ganz persönlichen, zu therapierendem, Nirvana.

      Auch eine Option.

      Aber eigentlich recht schlecht für die Therapie.

      Und überhaupt… naja, schade, dass das so verläuft.

  5. So lange wie Martin bin ich noch nicht im Netz unterwegs (was sich noch ändern wird), doch eine Lektion in Gelassenheit habe ich sogar auch schon erteilt bekommen. Und zwar bei einem Produktlaunch, den ich als Affiliate mitgemacht habe. Nach meinen ersten Posts in Facebook wurde zunächst das Produkt schlecht gemacht, obwohl die Meckerer es gar nicht persönlich kannte, dann wurde der Produktverkäufer verunglimpft und als Betrüger dargestellt und bald wurde sogar ich persönlich angegriffen und auch beleidigt. Eine Meckerin hatte sich fast schon zu einer persönlichen Feindin von mir entwickelt, so sehr hat sie sich in die Sache hineingesteigert.
    Meine erste Reaktion war noch: Oh je, ich möchte doch niemanden auf die Füße treten und das muss ich unbedingt klarstellen, dass das Ganze eine gute Sache ist. Nach zwei Versuchen habe ich es dann aufgegeben, weil ich feststellen musste, dass die Meckerer und Verunglimpfer aus Prinzip so handeln und auch gar nicht anders wollen. Dann habe ich mir gedacht: Was stört es den Baum, wenn ein Schwein sich an ihm kratzt, und habe gar nicht mehr reagiert. Diese Ignoranz hat das Feuer nochmals etwas geschürrt und ich war echt versucht, nochmal eins nachzulegen. Aber: Gelassenheit war von nun an mein Motto und dabei bin ich auch geblieben. Ein dickes Fell und die Einsicht, dass ich nun mal die Freiheit habe zu entscheiden, womit ich mich beschäftigen möchte, sind wirklich sehr, sehr hilfreich beim Bloggen, und überhaupt im Leben.
    Danke Martin für diesen gelungenen Artikel und den Einblick in Deine persönliche Erfahrungen.
    P.S.: Ich bin erstaunt, dass von den vorherigen 11 Kommentaren 6 von einer einzigen Person kommen. Da hast wohl einen ganz persönlichen Fan, oder ?

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