Physischer Besitz verliert seinen Reiz:
Digitaler Minimalismus verändert die Gesellschaft

Ein deutscher Gründer hat seinen physischen Besitz auf weniger als 100 Dinge reduziert. Er gehört zur wachsenden Zahl der Befürworter einer durch die Digitalisierung ermöglichten minimalistischen Lebensweise. Ihr Verzicht auf die Anschaffung materieller Dinge hat Folgen.

MinimalismusIch bezeichne mich als Minimalist. Ich bin jemand, der das Streben nach verringertem physischen Besitz für einen zukunftsorientierten und praktischen Lebensstil hält. Die Errungenschaften der Digitalisierung ermöglichen es Menschen erstmals, sich von materiellen Dingen zu trennen, ohne dass damit ein Verlust von Wohlstand, Lebensqualität, Informationen und Wissen verbunden ist. Nachdem ich damit begonnen hatte, einige Dinge aus meinem Alltag zu entfernen – etwa seit 15 Jahren nur während Umzügen angefasste Bücher, CDs oder andere Staubfänger – erkannte ich schnell, wie befreiend dies war und wie leicht mir die Trennung von überflüssigem, weil kaum genutzten Gegenständen fiel. Zwar passt ein solcher Minimalismus nicht allen Menschen, und in gewissen Lebensphasen sind Kompromisse in Bezug auf die Breite des eigenen physischen Besitzes unausweilich. Doch die Erkenntnis, dass es sich mit einer Reduktion der materiellen Habseligkeiten ziemlich gut leben und noch besser reisen lässt, eröffnet derzeit vielen experimentierfreudigen Personen eine völlig neue Perspektive.

Reduktion auf die wichtigsten 100 Dinge

Wie ernst man Minimalismus nehmen kann, zeigt gerade der deutschen Gründer und Berater Sebastian Küpers. Der 32-Jährige hat es geschafft, seinen persönlichen Besitz auf weniger als 100 physische Gegenstände und damit weit unter den Durchschnitt von 10.000 Dingen pro Bundesbürger zu senken. Ein bevorstehender Wohnungswechsel brachte Küpers zu der Einsicht, dass er viele seiner Besitztümer gar nicht benötigte. Also entschloss er sich, einen Großteil seines physischen Besitzes aus seinem Leben zu entfernen und ihn zu verschenken, zu verkaufen oder wegzuwerfen.

Übrig blieb eine kleine Sammlung von essentiellen Sachen: Kleidung, wenige Bücher, ein iPad, ein Fahrrad und ein Longboard, Kosmetik- und Hygienegegenstände sowie einige spezielle Errinnerungsstücke. Einen privaten Laptop besitzt er nicht mehr, kann aber sein berufliches Gerät verwenden. Von Möbeln sowie allen Dingen, die in den vergangenen zwölf Monaten keine Anwendung fanden, verabschiedete er sich. Um seinen nun spärlichen physischen Besitz zu verstauen oder von einem Ort zum anderen zu transportieren, benötigt Küpers lediglich einen Rucksack, einen Rollkoffer sowie einen Aufbewahrungsbox. Wohnhaft ist er in über Airbnb jeweils über längere Zeiträume angemieteten Unterkünften. Flexibler kann ein Mensch kaum sein.

Das Schwierigste war nach Küpers’ Schilderung die Selektion und der damit verbundene, nach erfolgter Trennung unumkehrbare Beschluss, eine Sache über Bord zu werfen. Ähnliches berichtete auch meine Blogwerk-Kollegin Karin Friedli, die schon seit längerer Zeit minimalistische Konzepte ausprobiert. Nach ihrer Erfahrung ist der Verzicht auf viele Dinge tatsächlich nicht so schwer – sobald man sich ihrer entledigt hat. Zuvor müsse man aber erst einmal den Entschluss dazu fassen. Und das ist die eigentliche Herausforderung. Wo Küpers dies besonders schwer fiel – bei einigen Dingen mit emotionalem Wert und Erinnerungen – behalf er sich damit, einen Schnappschuss von ihnen anzufertigen, bevor er sie aus seinem Leben verbannte.

Küpers’ wichtigste Schlussfolgerung aus dem Experiment deckt sich mit meiner eigenen Erfahrung aus einem weitaus weniger konsequenten Minimalismusstreben: Die wichtigsten Dinge entstehen in unseren Köpfen und manifestieren sich in Form von Bytes, nicht Atomen. Um diese Bytes zu produzieren, sind verhältnismäßig wenig Atome erforderlich.

Folgen für die Volkswirtschaft

Sollte sich der digital getriebene Minimalismus durchsetzen und von einem Lebensmantra einiger weniger Netzapologeten und “Lifehacker” zu einer größeren Bewegung avancieren, hätte dies signifikante Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Weniger physischer Besitz bedeutet weniger Konsum klassischer Industrieprodukte. Die Folge wäre ein massives Zusammenschrumpfen des herstellenden und verarbeitenden Gewerbes und ein weitreichender Verlust von Arbeitsplätzen entlang der kompletten Wertschöpfungskette, von der Fabrik bis zum Einzelhandel.

Das ist allerdings nur die eine Seite. Minimalisten können einen größeren Teil ihres disponiblen Einkommens für digitale Güter, gastronomische und kulturelle Dienstleistungen oder Reisen ausgeben, da sie nicht jede Woche Geld in Einkaufszentren lassen und riesige, teure Behausungen benötigen, um genug Platz für ihren ständig zunehmenden physischen Besitz zu haben. Minimalismus führt deshalb zu einer Verlagerung des Konsums und folglich auch der Arbeitsplätze. Zoomt man etwas hinaus, erweist sich Minimalismus als ein weiteres Teil im Puzzle einer vom Internet und von Informationstechnologie neu strukturierten Gesellschaft. Einige ihrer Charaktermerkmale:

  • Kollektive Nutzung begrenzter Ressourcen wie Gegenstände, Wohnraum oder private Fahrzeugen (“Share Economy“)
  • Abnehmender Bedarf an materiellen Konsum- und Industriegütern (wie etwa Autos)
  • Verlagerung des Konsums hin zu Dienstleistungen und digitalen Gütern
  • Eine durch veränderte Konsummuster sowie die fortschreitende Automatisierung ausgelöste Verlagerung und Veränderung von Arbeitsplätzen
  • Ein Übergang von der angebotsorientierten zur bedarfsorientierten Produktion, getrieben unter anderem durch Crowdfunding

Leute wie Sebastian Küpers werden weiterhin die Ausnahme bleiben. Zu radikal und einschneidend wäre für weite Teile der Bevölkerung der Schritt, 99 Prozent ihres Hab und Guts auf einen Schlag zu veräußern. Doch eine sich abzeichnende Kombination aus verschiedenen soziologischen, ökonomischen und technologischen Faktoren sowie ein allgemeiner Wertewandel bringen das bisherige Ideal der lebenslangen privaten Akkumulierung von materiellen Dingen ins Wanken. Diese erweist sich schlichtweg als sinnlos. Der legendäre US-Komiker George Carlin ahnte das schon vor fast 30 Jahren. /mw

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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57 Kommentare

  1. Ich finde den Ansatz, auf physischen Besitz zu verzichten, toll.

    Als ich aber neulich meinen Einkaufszettel aus dem SkyDrive laden wollte und erkannte, dass ich in der Ecke mit dem Käse hinten bei Rewe keinen Empfang habe, da war das anders.

  2. Der radikale Abschied von den Dingen, die einen umgeben und damit auch ausmachen, ist ein immer wieder interessantes Gedankenspiel. Guter Artikel, der mich auch sofort gekriegt hat.

    Unter der Überschrift “Das Haben und das Nichts” hatte ich kürzlich ein paar ähnliche Fragen durchgespielt, wobei es etwas stärker auf den Punkt der Verschiebung ins Digitale konzentriert war und die Folgen für die Gesellschaft und ihre Anforderungen. Wer Lust hat sich die 4 Minuten ergänzend anzuhören, den Kommentar gibt’s hier:

    http://verdammtguterkuche…aben-und-das-nichts/

    Vielleicht trägt das ja zu einer fruchtbaren Diskussion bei.

  3. Ja, stimmt alles. Ich lebe seit vielen Jahren mit Handgepäck und genieße es. Und habe die Zahl 100 zum Anlass genommen, selbst zu zählen. Es sind weniger.

    Und noch eine Ergänzung zu der Energie der Dinge: Erstmal wird Energie für Erzeugung und Kaufpreis aufgewandt, dann Für die Pflege und Unterbringung und dann für die Entsorgung.

    Viel Freude mit wenig Dingen. Joachim

  4. Gibt es zu dem Thema eigentlich ein reines Themenblog? Die Artikel auf netzwertig lese ich immer am liebsten und ich setze mich auch gerne tiefer damit auseinander.

    Als ich davon zum ersten mal las, war das mal so ein klassischer Internet-Moment a la “ich bin ja gar nicht alleine, toll”

  5. Das Gefühl, zuhause zu sein, verbinde ich auch mit Dingen, die mich an wichtige Menschen und Ereignisse erinnern. So flexibel zu sein, dass ich darauf verzichten soll, ist in meinen Augen nicht erstrebenswert, denn das würde in meinen Augen bedeuten nur noch im Hier und Jetzt und nicht mehr auf der Basis von Vorgestern und Gestern zu leben.

    • Mir ist zwar durchaus klar, dass das hier uns jetzt eine Konsequenz des gewesenen ist, aber so wie Du das schreibst klingt das als wäre es sonderlich erstrebenswert “gestrig” zu sein…

  6. Ja, dieser Minimalismus ist natürlich direkter Ausdruck der Miniaturisierung und Universalisierung sämtlicher Medien und Informationen durch das Internet. Hat man sich früher noch die Wohnung mit lauter Büchern, Broschüren, Heftchen und Fetzchen vollgestellt, hat man das heute alles direkt verfügbar in winzigen Tablet-Schachteln, mit denen man auch noch durch die Welt fahren kann. Inwieweit sich das massenhaft durchsetzt, bleibt abzuwarten und hängt davon ab, inwieweit die Menschen ihr Leben wirklich digital organisieren und bestimmen. So ist zwar das Auto im Begriff, in seinem Status als Status-Symbol abzunehmen, und Wohnungen sind wohl heute auch weit weniger verkramt als früher. Ich schätze aber, dass sich die Menschen ihre Wohnung auch weiterhin mit allerlei Schmuck und Tinneff vollstellen werden. Insgesamt stimmt der Trend sicher, hängt aber von der weiteren Verbreitung des digitalen Lebensstils ab. Siehe auch schon den mir hierzu noch gut in Erinnerung befindlichen Artikel http://netzwertig.com/201…il-fuer-die-zukunft/
    Ist als Thema natürlich geeignet, es immer wieder mal neu aufzufrischen und auf dem neuesten Stand darzustellen.

  7. Also ich brauche Tinnef. Ein Raum ohne Inhalt und Dinge zum Gucken wäre mir zu charakterlos und uninspirierend. Gerade beim Lernen für die Uni, beschäftigt man sich unfassbar gerne mit nutzlosem Zeug. :D

  8. Wir haben mehr als 100 Gegenstände in der Besteckschublade …..

  9. Jaja, lasst erst mal Frau und Kinder ins Leben treten und vorallem das Leben voranschreiten, mehr ist nicht zu sagen;-)

    • Es kann ja auch eine Frau sein, die diesen Lifestyle gern mitmacht. “RAW living” in einer anderen Definition. Es gibt Dinge, die dann auf und unter der Oberfläche viel wichtiger sind, als der ganze shir, den man sich kauft, um sich was, abzulenken? Ein Bedürfnis damit zu ersetzen? Mit weniger Dingen daheim muss man sich mit tieferen Empfinden auseinandersetzen. Ich persönlich halte es durchaus für erstrebenswert, und das sag ich als Frau…

  10. Super Artikel, und dann noch Carlin, besser kann es nicht werden :)

  11. Vielleicht sollte man das Thema mal auf die Datenmüllhalden ausweiten, die wir alle hinterlassen ;-)

  12. Ich freue mich schon auf die Artikelserie, wenn digitale Minimalisten (also du) Familien gründen. Das wird noch mal gesellschaftserschütternde Entwicklungen mit sich bringen.

    • Irre ich mich, oder hast du gerade den Status Quo verteidigt? DU?

      Was hast du denn im Urlaub gemacht…?! ;)

    • Ich stelle die von dir angenommene gesellschaftliche Bedeutung des Themas in Frage, dessen Grundlage deine eigenen Erfahrungen und der Artikel von Sebastian ist (und die Blogwerk-Kollegin, weil erst drei ein Trend sind). Hier ist nicht einmal eine dubiose Studie im Spiel.

      Man kann auch über solche Sachen schreiben, ohne ihnen zu unterstellen, zu tektonischen Verschiebungen in der Gesellschaft zu führen.

      Du hast leider, was manchmal amüsant oft traurig ist, in den letzten Jahren dein Gespür für Relevanz verloren.
      Siehe auch den Kommentar von ‘_heiko’.

    • “Du hast leider, was manchmal amüsant oft traurig ist, in den letzten Jahren dein Gespür für Relevanz verloren.”

      Och naja. Nur weil keine Studie im Spiel ist, heißt dies nicht, dass die Entwicklung nicht relevant ist.

    • @Marcel Weiss: “Du hast leider, was manchmal amüsant oft traurig ist, in den letzten Jahren dein Gespür für Relevanz verloren.”

      Okay, ich bin Martins und Kollege und deswegen meist auf seiner Seite. Aber den Eindruck habe ich überhaupt nicht. Bei Netzwertig geht es doch auch darum, mögliche Entwicklungen aufzuzeigen, die der Gesellschaft gut täten. Schau dir allein die Zahl der Facebook-Likes für diesen Artikel an. Das heißt ja nicht, dass allen der Artikel gefällt, aber schon, dass das Thema eifrig diskutiert wird, dass er das Gespür der Leute trifft, dass digitaler Minimalismus die Gesellschaft zumindest in der Zukunft verändern kann. Relevanz sehe ich da sehr viel.

    • Nur weil etwas diskutiert wird heißt das nicht, dass die Aussage im Artikel richtig ist. Es geht mir um die Aussage, dass die Minimierung materiellen Eigentums ein gesellschaftlicher Trend sei. Wo ist denn der Beweis für die “wachsende Zahl der Befürworter” außer dass der Autor zu ihnen zählt und er einen weiteren Blogartikel dazu gefunden hat?

      “Nur weil keine Studie im Spiel ist, heißt dies nicht, dass die Entwicklung nicht relevant ist.”

      Ich erwähnte das Fehlen einer dubiosen Studie, weil die meist die Begründung für Wunschdenken-Artikel wie diesen sind. Ich schrieb bewusst ‘dubios’, weil der Verweis auf zwei weitere Personen neben dem Autor noch unterhalb der Beweislage von z.B. einer Studie liegt, die von einer Agentur durchgeführt wurde, die zufällig von den Studienergebnissen profitieren würde oder ähnlichem Quatsch. ;)

      Versteht mich nicht falsch. Ich würde die Entwicklung gut finden und kann ähnliche Tendenzen bei mir beobachten, aber ich würde weder von einem Trend sprechen noch vom Anfang eines Trends und ich würde mir auch keine volkswirtschaftlichen Folgen ausdenken, die in diesem Ausmaß kaum vorhersehbar nicht.

      Dieser Artikel ist wie so viele hier seit langer Zeit vor allem in der persönlichen Erfahrung von Martin geboren, was anekdotische Evidenz der kleinsten Menge ist. Wenn wir Glück haben, bekommen wir noch ein, zwei anekdotische Beweise dazu.

    • Also die Ausgaben für Konsum steigen von Jahr zu Jahr um ca. 1% (real/inflationsbereinigt). Das spricht jetzt eigentlich nicht für minimalistische Tendenzen in der Gesellschaft

    • Konsum ist ja alles. Auch Reisen, Dienstleistungen, Kulturelles. Minimalismus ist nicht gleich Konsumverzicht.

    • @Marcel:
      “Du hast leider, was manchmal amüsant oft traurig ist, in den letzten Jahren dein Gespür für Relevanz verloren.”
      “Nur weil etwas diskutiert wird heißt das nicht, dass die Aussage im Artikel richtig ist.”

      Eben! Dass etwas diskutiert wird zeigt das es (für die Leser) relevant (und teilenswert) ist. Ob es richtig ist könnte(!) die Diskussion zeigen.

      Zur Diskussion:
      Für mich ist das Thema höchst relevant. Ich habe schon vor einigen Jahren Bücher, CDs, DVDs etc. verschenkt/weg geworfen und auch sonst ordentlich ausgemistet. Mittlerweile habe ich ein Kind. Bald kommt das zweite.

      Mit Familie ist es deutlich schwieriger minimalistisch zu leben. Beispielsweise geht ohne Papier-Kinderbücher und Kinderspielzeug nicht viel. Im Vergleich zu anderen Familien sind wir aber imho immer noch recht minimalistisch.

      Ein AirBnB-Nomadentum kann ich mir mit Kindern nur sehr schwer vorstellen. Ich würde es auch gar nicht wollen.

  13. Bis 2011 war ich an über 2500 Umzügen beteiligt. In dieser Zeit konnte ich keine Abnahme des Umzugsvolumens im Privathaushalt feststellen. Im Gegenteil, die Haushalte neigen immer mehr dazu sich Ihr Zuhause mit unzählingen Dekoartikel, vollen Kleiderschränken, … vollzustellen.

    Wie Du treffend bemerkt hast ist der Minimalismus für den Singlehaushalt reserviert. In anderen Konstellationen (Paar/Familie) ist dieser Minimalismus nicht durchsetzbar.

    Wir, als Familie, versuchen diese Minimalismus zu leben und es klappt ganz gut. Es gibt keine Bilder an den Wänden, im Wohnzimmer existiert nur ein Sofa sowie zwei Bücherregale, im Esszimmer befinden sich nur Tisch und Stühle. Es wirkt befreiend nur wenige Gegenstände im Raum plaziert zu wissen.

  14. Kleiner Kritikpunkt:

    “Wohnhaft ist er in über Airbnb jeweils über längere Zeiträume angemieteten Unterkünften.”

    Ist das nicht ein Stück weit eine Schönrechnung oder, böser gesprochen, ein halb-parasitäres Verhalten? Klar braucht man einige Dinge nicht zu seinem Bestand zu zählen, wenn man die Sachen anderer Leute benutzt oder – wie George Clooney in “Up in the Air” – 300 Tage im Jahr in Hotelzimmern wohnt. Ich brauche auch kein 40-teiliges Tischset, wenn ich nie Freunde zum Abendessen einlade, sondern mich immer einladen lasse. Irgendwer aber muss die Dinge dann bereitstellen, wenn man Gemeinschaft will.

    Gut, aber das ist eine Kritik an dem Minimalismus der hundert Dinge. “Weniger ist mehr” unterschreibe ich bei Sachen sofort. Ich dünne seit Jahren aus und fühle mich immer besser damit.

    • Du weißt schon, wie airbnb funktioniert, oder? Da bieten Leute eine ganze Wohnung oder auch nur Zimmer tage-, Woche-, oder monatsweise zur Miete an. Ich kann da absolut kein “Parasitenverhalten” (auch kein halbes) daran erkennen. Die Leute bieten es ja freiwillig an und ihnen kommt das Geld gut. Also einfach nur mal der Verständnis halber, was genau ist daran negativ?

    • “Du weißt schon, wie airbnb funktioniert, oder?”

      Ja, weiß ich.

      “Ich kann da absolut kein “Parasitenverhalten” (auch kein halbes) daran erkennen.”

      Hundert Dinge würden für Sebastian nicht ausreichen, wenn er nicht auch die Dinge anderer Menschen mit benutzen würde.

      “Also einfach nur mal der Verständnis halber, was genau ist daran negativ?”

      Nichts. Wo sage ich etwas gegen das Konzept AirBnB?

    • “Ist das nicht ein Stück weit eine Schönrechnung oder, böser gesprochen, ein halb-parasitäres Verhalten?”

      Wo ist da ‘halb-parasitäres Verhalten’ wenn man für die Nutzung einer Sache zahlt, statt für den Besitz?

      Bei der Logik wäre ja schon das Mieten einer Wohnung oder eines Autos halb-parasitäres Verhalten. Weiter gedacht auch das Benutzen eines Flugzeuges, das einem selbst nicht gehört.

      Was die Essenseinladung betrifft: Man kann’s auch machen wie Rainer Langhans im ‘Perfekten Promidiner’: einfach die Eingeladenen bitten, ihr eigenes Besteck und Geschirr mitzubringen – das liegt in dem Moment ja eh ungenutzt bei denen zu Hause rum.

      Also wenn man sich die Bilder von Elbe/Donau-Flut-Opfern aktuell anschaut, wäre etwas Minimalismus sicher hilfreich bei der Folgenbewältigung gewesen.

  15. Oh mein Gott!

    Die Idee des physischen Minimalismus, also irgendwie Verzicht auf Konsumprodut-Unfug, innerhalb eines Lebensalltags, der durch den ca. all 30 Tage unterbrochenen Zahlungseingang auf DAS KONTO irgendwie doch (HA!) unterbrochen wird, diese jene Idee noch als Rebellion und Fortschritt verkaufen zu wollen, genau das zeugt von “AAA” … mir fehlt noch das richtige Wort dafür.

    Ist “AAA”:

    - Ignoranz? Nein zu schwach.
    - Dummheit? Das wäre zu einfach.
    - Gier? Ja, die Richtung stimmt.
    - Attributions-Wahn? Ja, wird wärmer.

    Der Kalle vom Cotti – hätte er denn irgendwie Zeit und Nerven hier mitzulesen – ja, der Kalle würde Euch eine reinwürgen!

    So, nun denn, das war mir jetzt wirklich finalistisch viel zu viel 1st-world-Stuss hier.

    Bye, bye, netzwertig.

    • PS: Entbehrung war noch nie eine Lösung. Und mit Entbehrung hat dieser seltsame Minimalismus auch überhaupt nichts zu tun. Es riecht nur ein wenig danach, was den Akteuren einen dezenten Fakir-haften Schleier andichten mag.

      Aber: Warum denn? Worum geht es denn hier?

      Oder: Habt Ihr wirklich nichts Besseres zu tun?

      Und abschließend ein ganz wichtiger, aber (ich hoffe) in konsumierbare Form gebrachter Gedanke-To-Go.

      Der Gedanke2Go No. 1, Rev. 1: Was willst Du verändern, warum, wie, und wie verkaufst Du es?
      1. Willst Du wikrlich die Gesellschaft verändern (Schwierigkeit: EXTREM)?
      2. Willst Du so tun als ob Du das wolltest (Schwierigkeit: SIMPEL)?
      3. Oder willst Du nur Dich selbst verändern (Schwierigkeit: MITTEL)?

      Zum Gedanken2Go gehört natürlich auch eine kleine Aufgabe: in welche diese 3 Punkte passt nun dieser hier angepriesene superiöre digitale Minimalismus?

    • Frunzke wieder – äh, Robert Frunzke. Entbehrung ist nicht nur eine Lösung, sondern ein Ergebnis so ziemlich jeder technologischen Weiterentwicklung, erst recht einer technologischen Medienexplosion wie dem Internet. Wer die Entbehrungen und Rationalisierungen des digitalen Medienwandels der letzten Jahre nicht mitbekommen hat, hat womöglich unter einem Stein gelebt – um es mal in aller gebotenen Sachlichkeit genauso provokant zu formulieren. Dass das Internet jede Menge Arbeitsplätze und alte Medientechnologien killt, also entbehrlich macht, wird ja allerorten als ein (vermeintlich negatives) Begleitmoment der digitalen Revolution beklagt. Genauso macht es auch jede Menge alter Medien auf Dauer entbehrlich und ist die hier beschriebene digitale Minimalisierung genau ein Ausdruck davon. Mit der MP3/4-Innovation und dem Online-Streaming befinden sich die CDs und DVDs und Kinos auf einem unfreiwilligen Schrumpf-Rückzug, dass ganze Medien- und Musikbranchen darunter ächzen – man muß sich die Wohnung also nicht mehr mit riesigen CD/DVD-Türmen und Regalen vollstellen. Unter Onlinemedien ächzt eine ganze Printmedienindustrie, so dass man sich als Digitalbürger, wenn überhaupt noch, viel weniger Zeitungen, Zeitschriften ins Haus schleppt. Riesige mehrbändige Telefonbuchschinken, Lexika, Enzyklopädien werden entbehrlich, weil`s das alles im Internet gibt. E-Books sind im Begriff, dass Papierbuch zu verdrängen. Ich bin einerseits froh, dass ich mir vor diesem Medienwandel noch Bücher gekauft habe, um diese längere Übergangszeit des Medienwandels zum Internet und E-Book gut bewältigen zu können. Merke aber andererseits, dass ich sie außer aktuellen Bibliotheksbüchern mit Internet und Wikipedia wenig bis gar nicht mehr nutze und zudem jede Menge alter Bücher aussortiert habe. Mit der äußerst praktischen, weil mit Smartphone überall universell zugänglichen Bahn-App braucht es keine dicken Kursbücher mehr. Minimalisierung ist natürlich wesentlich auch ein Ergebnis größerer Mobilität mit dem mobilen Internet. Wer sich weniger in der Wohnung aufhält, weil er mit mobilen Gadgets in der Welt herumjuckelt und sich so quasi vermehrt die ganze Welt zur Wohnung macht, braucht auch weniger Interieur in den eigenen vier Wänden. Vergilbte Wissens- und Infobroschüren von irgendwelchen politischen Bildungszentralen, Verbänden usw. fliegen in den Müll, weil das alles zu jedem Thema viel aktueller im Internet steht. Genauso betrifft es Papiermedien in so ziemlich allen anderen Bereichen, z.B. klobige Werbe- oder Tourismuskataloge usw. usf.
      Und das geht fortwährend so weiter. Der Umgang mit persönlichen Papiermedien ist vermutlich ein kontinuierlicher Prozess des Aussortierens. Was man natürlich nicht an einem Tag, sondern allmählich schafft. Das steht aber auch alles in dem Artikel drin. Wer das nicht versteht, hat es entweder nicht verstanden oder will es nicht verstehen und rumstänkern. Oder hat es für sich persönlich in diesem allgemeinen Medienwandel noch nicht so umgesetzt, was natürlich “akzeptabel” ist. Dann sollte man aber trotzdem offen genug für Veränderungen anderswo sein und sie als real begreifen.

      Die Entbehrungen via Reduzierung haben neben der Medien-Miniaturisierung noch einen ganz anderen wichtigen Hintergrund. Mit dem Internet erfährt man eine Explosion an Medien und Informationen in Computern und kleinen Tablet-Schachteln und mit ihr eine Explosion an Komplexität – die es einerseits in Computern und Onlineanwendungen zu bewältigen, insbesondere zu strukturieren gilt. Mit denen aber der Bedarf an Komplexität, Vielfalt und Ausgestaltung außerhalb von Medien, z.B. in der eigenen Wohnung entbehrlicher wird. Weil man ja eine riesige bunte, interessante Medienwelt im Internet + Fernsehen + Mediatheken hat. Die bunte Vielfalt an Formen und Inhalten im Internet verdrängt also deren Bedarf anderswo. Was man um so mehr im Internet hat, braucht man um so weniger anderswo. Da dient dann ein gewisser karger Minimalismus insbesondere auch dazu, sich von dieser überbordenden Medienfülle zu entspannen. Der zunehmende analoge Minimalismus ist gewissermaßen auch ein mentaler Ausgleich zum digitalen geistigen Überfluss im Internet. Ob das ein dauerhafter oder nur ein zeitweiliger Trend während der umfassenden Integretation des Internets in den Lebensalltag von Menschen ist, wird sich zeigen. Die Tendenz dürfte schon allein wegen der beschriebenen Medien-Rationalisierungen zur analogen Reduzierung gehen. Weil man Ästhetik mit dem Internet noch viel mehr als früher in elektronischen Medien erfährt, werden analoge Gebrauchsgegenstände, inkl. Wohnungen stärker auf ihre Funktion reduziert, gewissermaßen minimalisiert. Was ich persönlich als sehr angenehm und wohltuend empfinde. Wer nicht so mit den Medien wandelt, mag das natürlich gerne anders sehen und haben.
      Um noch die Multible Choice Fragen zu beantworten: Es trifft abgewandelt 1. und 3. zu. Martin Weigert will vermutlich weniger die Welt verändern, sondern hat lediglich 1. reale Weltveränderungen aus 3. eigenen realen Veränderungen heraus beschrieben

    • Micha, Du meinst also – kurz gesagt – es geht hier um “analoge & digitale Datenträger (Bücher, CDs, DVDs) raus und neue digitale Abspielgeräte rein” ?

      Das hättest Du auch kürzer formulieren können ;-)

      Und das ist auch nicht wirklich das Thema.

    • Ich denke schon, dass dies zum Thema gehört. Denn ein nicht unwesentlicher Teil des Besitzes sind doch physische Datenträger.

    • @Robert Frunzke
      Genau darum geht es. Und die Länge meines Beitrags spiegelt auch ganz gut die Größe dieses Umbruchs wider, der eben nicht nur der Umbruch der kollossalen Reduzierung physischer Medien ist, sondern damit einhergehender weiterer großer kultureller Veränderungen. Wenn ganze physische Medien Stück für Stück aus dem Lebensbereich von Menschen verschwinden, verschwinden nicht nur diese physischen Medienmassen, sondern führt das zu ähnlich großen kulturellen Veränderungen, die ich vor allem im zweiten Abschnitt beschrieben habe. Kultur von Menschen wurde bisher wesentlich auf physischen Datenträgern transportiert, die bisher vor allem Papier, Pappe, Zelluloid, Keramik und Leinwände waren. Wenn Kultur mit dem Internet vor allem auf (mehr oder weniger) kleinen Bildschirmen übertragen wird, führt bereits allein das zu einer gewaltigen physischen Entschlackung von Wohnungen. Und wenn sich Kulturübertragung, d.h. Texte, Bilder, Fotos, Videos, Audios auf diesen eng begrenzten Bildschirmen konzentriert, wächst wie gesagt das Bedürfnis nach Entspannung, d.h. nach Reduktion von visuellen Darstellungen außerhalb dieser Bildschirme. Die kollossale Zunahme virtueller kultureller Darstellungen verdrängt höchstwahrscheinlich das Interesse an analogen Kulturdarstellungen wie schmuckvollem Design, Bildern, Porzellan, Schmuck usw. Auch Design und Architektur werden immer funktionaler, klarer, reiner, spartanischer. Wobei hier natürlich auch persönliche Neigungen und Vorlieben reinspielen. Der Eine mag’s halt reduziert und funktional, Andere etwas ausgeschmückter und bunter. Das hängt wie gesagt auch ganz vom individuellen u.a. digitalen Lebensstil ab,. Die Tendenz zu einer gewaltigen kulturell-medialen Reduktion ist mit der digitalen Miniaturisierung aber insgesamt unausweichlich.
      Sie lässt sich mit den drei Hauptfaktoren Miniaturisierung – erhöhte Mobilität – und dem Bedürfnis nach analoger Entspannung zusammenfassen.

    • Hach Micha… Deine Worte spiegeln so ziemlich das wider, was ich kritisiere.

      Du schreibst z.B. von “der kollossalen Reduzierung physischer Medien”.

      Kollossal? Naja.

      Diese Reduzierung ist doch ein Prozess, der schon Jahrzehnte, teilweise schon Jahrhunderte vor sich geht (Bild: Malerei hin zu belichteten Fotoplatten hin zum Fotofilm hin zum Digitalfoto, oder Audio: Noten zu Schellackplatten zu Vinyl zu Magnetbändern hin zu CDs zu digitalem Audio….).

      DAS ist nichts Neues, und keine Revolution. Dass nun in finaler Konsequenz — nach der Digitalisierung — die Datenträger entfallen werden, war doch abzusehen.

      Eine Fotokopie oder eine Audio-CD habe ich z.B. nie wirklich als Besitz angesehen! Warum auch, es ist lediglich eine Kopie unter Vielen. Der Wert geht gegen Null (außer für Sammler für Reproduktionen mit Seltenheitswert, aber hey… wir wollen doch da jetzt nicht übertreiben oder zu weit ausholen).

      Nein, Ihr versucht jetzt den Artikel schön zu reden und zu rejustieren ;-)

      Was mich wirklich stört, ist, dass hier Begriffe wie Entbehrung und Reduktion ins Spiel gebracht werden. Die ja eigentlich für etwas Anderes stehen! (Bsp: ich kann auf meine CD-Sammlung verzichten, weil ich sie schon vor langer Zeit mal digitalisiert habe, … das ist keine Entbehrung).

      Das Ding mit dem Abhanden kommen physischer Datenträgern ist doch aber eher ein Gewinn für uns alle (zumindest empfinde ich das so).

    • Sicher befinden sich Datenträger seit Anbeginn ihrer Geschichte in ständiger Weiterentwicklung. Hin und wieder wurde diese Weiterentwicklung aber von großen Revolutionen erschüttert. Im Prinzip war jedes neue Basismedium eine solche Revolution: Die Schrift und das Papier, Gutenbergdruck, Radio, Fernsehen usw.. Die größte dieser bisherigen Revolutionen ist das Internet – weil sie sämtliche der bisherigen Datenträger vereinigt und damit eindampft und zudem um neue revolutionierende Eigenschaften wie ständiger Erreichbarkeit, Interaktivität und Mobilität sämtlicher Medien erweitert. Man kann jetzt mit sämtlichen bisherigen Medien in einer kleinen Tabletschachtel in der Welt herumreisen und ganze Bücherregale, Fernseher, Musiksammlungen, Fotos, Bilder, und den Zugriff auf das gesamte verfügbare Wissen mit herumtragen. Eine nie dagewesene Situation der Reduktion, wenn sämtliche Medien und Informationen in kleinen Schachteln verschwinden. Das ist in der Tat weniger Entbehrung, sondern Reduktion in Form von Miniaturisierung. Die gewaltige Verkleinerung physischer Datenträger und Abspielgeräte erzeugt allerdings den viel spartanischeren Eindruck von Entbehrung. Wenn man nur noch ein Bett und ein Tablet hat, wirkt man tatsächlich ein bißchen wie ein kleiner digitaler Ghandi 2.0. Ist man aber n atürlich nicht, wenn man die ganze verfügbare Welt der Informationen, des Wissens, der Unterhaltung, digitalen Arbeit und Kommunikation in diesen kleinen Schachteln zur Verfügung hat. Mobile Gadgets sind im Ansatz kleine eierlegende Wollmilchsäue, entsprechend kolossoal ist ihr Miniaturisierungssog. Das ist bißchen wie ein umgekehrter Urknall, der gesamte bisherige riesige Medienkosmos eingedampft auf einen winzigen Anfangspunkt, kleine Gadgetschachteln.

  16. Aus dem postmaterialistischen Hedonismus ist also ein digitaler Minimalismus geworden? Ab in die Tonne, würde der Kyniker sagen.

  17. Zum Besitz zählt für mich auch alles, was gemietet ist, also die komplette Wohnung mit allem drin und auch der Laptop vom Arbeitgeber. Ist also der große Unterschied zwischen 100 und 1000 jetzt “mieten statt kaufen” …?

  18. Nette Idee für beziehungsunfähige Singles, die bei ihrer Selbstdarstellerei gemerkt haben, dass sie mit Materialismus nicht mehr beeindrucken können.
    Mit Ende 30 / Anfang 40 stellen diese dann plötzlich fest, dass sie allein sind, Kinder wollen, aber zu alt sind, um noch welche auf natürlicher Weise zu kriegen.
    Aber hauptsache man hat Spaß gehabt und mußte sich auf niemanden einstellen.

    • “Nette Idee für beziehungsunfähige Singles, die bei ihrer Selbstdarstellerei gemerkt haben…”

      Wieso klingst du so frustriert? Warum die Anfeindungen?

  19. Das Ziel des “Weniger” oder “Minimum” finde ich als generelle Leitlinie etwas dürftig. Ich kann ja allen materiellen Ballast gern abwerfen, aber das wäre für mich nur der Weg irgendwohin und nicht das Ziel.

    Ein Vergleich:

    Sammler sind häufig erst einmal “Ansammler”, bis sie Ihre Sammeltätigkeit unter einen Gedanken, ein Thema stellen. Dann wird aussortiert und vielleicht wieder ergänzt. Aber Ziel ist es eigentlich nie nur 10 Stücke zu besitzen, sondern den Sammlungsgedanken zu verwirklichen.

    Übrigens, warum schreibt niemand etwas zum Abwerfen zwischenmenschlichen Ballasts? Nur ein Minimum an Freunden, Bekannten, Kollegen, Netzwerkmitgliedern, mit denen man maximal X Nachrichten pro Zeiteinheit austauscht…nur mal so weitergedacht…aber am Ende steht die Frage: Was soll dahinter stecken?

  20. Grüße,

    ich habe ja im Kontext von meinem Blog Artikel mehrmals den Hinweis bekommen, dass das ja nur als Single und ohne Familie geht.

    Ich muss dem wirklich an dieser Stelle mal widersprechen.

    Die Philosophie zu haben, dass man sich mit möglichst wenig materiellen Dingen im Leben belasten will, hat weder etwas damit zu tun, dass man ein trauriges einsames Wesen ist, noch damit dass man vollkommen beziehungsunfähig ist ;)

    Ich würde mich auch nicht an der knackigen Zahl von 100 aufhängen. Die aktuell von mir gewählte Form, selbst die Wohnung inkl. Möbel zu mieten, ist sicherlich sehr speziell und sowohl in Partnerschaft als auch mit Familie schwer übereinzubringen. Aber warum auch.

    Man kann diese Philosophie haben und sie den Lebensumständen entsprechend umsetzen. Es geht bei sowas doch nicht darum dogmatisch und radikal sowas auch gegenüber Dritten die man lieb hat zwingend durchsetzen zu wollen. Kinder will man ein zuhause geben und dann kommen andere Faktoren ins Spiel.

    Man kann trotzdem auch in Partnerschaft und Familie diesen Lebensstil fortführen, sich nicht mit vielen materiellen Dingen umgeben, sondern sich auf das für einen selbst Wesentliche zu beschränken. Deshalb würde ich aber nicht meine Kinder versuchen zu totalen ‘Minimalisten’ zu erziehen. Das sollen die für sich selbst entscheiden, wenn es soweit ist. Und so lange können sie beobachten, wie ihre Eltern mit Dingen in ihrem Leben umgehen.

    Für mich wäre wichtig zu vermitteln, dass das wichtige im Leben die Dinge sind, die man selbst macht/verwirklicht und nicht Arbeit nur Mittel zum Zweck sieht, um Dinge besitzen zu können.

    Ich denke man muss mal grundsätzlich differenzieren und auch klarstellen, dass es völlig unterschiedilche Typen gibt. “Also ich brauche Tinnef. ” finde ich ein schönes Beispiel aus einem Zitat weiter oben ;)

    Ich kenne Menschen, die können am besten arbeiten, kreativ denken und sich wohlfühlen, wenn sie sich mit vielen Dingen im kreativen Chaos wiederfinden.

    Viele Eindrücke, viele Erinnerungen um einen herum. Das ist ja schön und völlig wertfrei. Ich selbst gehöre eher zu den Menschen, die gut denken und arbeiten können – und sich auch mehr wohl fühlen, wenn sie an einem komplett leeren großen Schreibtisch sitzen, auf dem nur ein Laptop steht – möglichst wenig Ablenkung durch Dinge um einen herum.

    Klare ruhige Räume z.B. machen mich echt ruhiger und konzentrierter. Ich bin in meinem Kopf zu unruhig, so dass mir es hilft, wenn es um mich herum ruhig und aufgeräumt ist.

    Und ich denke damit bin ich nicht alleine. Und dieser Typ Mensch ist sicherlich sehr offen dafür – und hat einen echten Nutzen darin – sich in seinem physischen Besitztum zu reduzieren. Ob auf 100 oder 1.000 ist dabei doch vollkommen egal.

    Der für mich spannende Erkenntniss Prozess war wirklich für mich klar zu bekommen, dass die wichtigsten Dinge diejenige sind, die ich selbst tue und in meinem Leben erschaffe – und nicht die, die ich mit mir rumtrage.

  21. Die Digitalisierung wird sogar dazu führen das wir eines Tages kein Geld mehr brauchen, also zur Geldlosen Gesellschaft reifen und dann wird der Konsum sowieso zurückgehen, da wir gut 60% der derzeitig kosumierten Güter sowieso nicht brauchen und vieles nur doppelt oder zigfach produziert wird, das meiste übrigens in mieser Qualität.
    Und in Wahrheit besitzen wir sowieso nichts, sondern benutzen vor allem Gegenstände und Besitztümer nur eine gewisse Zeit – bis zum Tod….

  22. Vorschlag: Unbedingt das Buch “Access – das Ende des Eigentums ” von Prof Rifkin lesen (all diese “innovativen Gedanken” schrieb er schon vor mehr als 15 Jahren auf…

  23. minial wortwal ehr scwer !

    Der Minimalismus ist doch hierzulande noch weit entfernt , unser konsumvolk minimalisiert
    Kosten weil es ja GEIL ist , es minimalisiert die
    Zeit für soziale Anteilnahme , es minimalisiert das Interesse an Mitmenschen und deren persöhnliche Probleme …………

    Aber wer uns Konsumgeier da die voraus ist , ist eine maximale Bevölkerungseinheit
    der dritten Welt.

    Denen hat man das wohl ind die Wiege gelegt.

    Achja , an den Minimalist bitte mal eine Liste für die Erstausstattung eines Neugeborenen in Deutschland.

    Aber von denen die Kinder in die Welt setzten gibt es auch immer weniger.

    Thats a bad minimal !

    • Jaja, früher war alles besser und alles wird immer schlechter. Immer die gleiche alte Leier.

      Mir ist unbegreiflich, wie man bei diesem Thema so aggressiv emotional reagieren kann.

  24. Was den Verzicht auf physischen Besitz angeht bin ich recht zwigespalten. Ich bin einerseits Fan von papierlosen Büros (http://www.mein-papierloses-buero.de/) und habe auch neulich meine Bücher verkauft (http://www.buecherverkaufen24.com/) um über mein neues Kindle Fire komplett auf eBooks bzw. Hörspiele / -bücher für iPod umzusteigen.

    Andererseits finde ich so ein “zukunftsvisionäres” Bild, wo keiner etwas physisches Besitzt, sondern im endeffekt nur im Netz existieren kann, ziemlich befremdlich.

  25. Ich sehe diesen Konsumverzicht eher als eine Verlagerung von Konsum, hin zu einmaligen, dafür umso eindrücklicheren, damit auch wertvolleren Erfahrungen. Statt mit ein Bild an die Wand zu hängen, erfreue ich mich an dem Anblick des Bildes, spare mir das Geld und gehe ins Theater. Statt mir einen Bohrer zu kaufen, nutze ich den des Nachbarn mit und kaufe dafür etwas, was wir beide brauchen, er aber nicht besitzt.

    Ich frage mich, wieso hier Einige sich so aggressiv äußern. Wohl nach dem Motto: “Solange es Hunger in der Welt gibt, darf niemand nach persönlicher Erfüllung streben!”?

  26. Ist dieser Minimalismus nicht einfach kulturlos? Natürlich, könnte ich im Vatikan leben, bräuchte ich keinen persönlichen Besitz. Auch Besitzlosigkeit im Dienste einer Idee hat ihre Berechtigung und generiert ihre eigene Form von Wohl-Stand. Aber derlei Kompensationen sehe ich nicht im Leben eines Webworkers oder einer Bürodrohne. (Selbst wenn das Büro in einen Rucksack passt…) Für mich also eine ziemlich unästhetische Angelegenheit.

  27. Passend dazu ist das Buch “Wir sind was wir haben -Die tiefere Bedeutung der Dinge für unser Leben” von Annette Schäfer. Dieses beleuchtet, das unser Verhältnis zu Dingen zutiefst persönliche Fragen berührt: Identität und Selbstbewusstsein,soziale Zugehörigkeit und die eigene Lebensgeschichte.Nach 9 Umzügen bisher in meinem Leben bin ich als Sammlerin von schönen Sachen grad überrascht mit wie wenig Dingen ich in der eher minimalistischen Wohnung meines Freundes leben kann. Von meinen Möbeln habe ich mich komplett getrennt und von den Kartons im Keller vermisse ich nichts.Nur die Fotoalben sind mitgekommen und meine Klamotten. Seitdem wir einen Hund haben fühl ich mich reicher als jemals zuvor. Das Glücksgefühl hält länger als nach jeder Shoppingtour.

  28. nicht unbedingt eine neue Erscheinung, oder abhängig … als ich meinen Chef vor etwa 20 Jahren nur mit einem Handtuch unter dem Arm in die Sauna marschieren sah dachte ich “typisch Architekt”.
    Er hatte nicht mehr als Kleidung und einen Notizblock mit Stift. Das Handtuch hatte er an der Rezeption geliehen.

    Trotzdem würde ich heute weiterhin hoffen, dass sich der Minimalismus weiter verbreitet.

  29. Weniger materieller Konsum bietet auch mehr Möglichkeit in Erlebnisse zu investieren: Also Reisen, Gastronomie, Theater, Kino etc.
    Ich selbst “minimalisiere” meinen Besitz auch seit 6 Monaten. Konkret: CDs habe ich auf meine Festplatte gepackt und bis auf wenige Liebhaber-Exemplare verkauft. (Momox ist bei großen Mengen dank seiner Scan-App sehr praktisch). DVDs, Vinyl & Bücher wurden ebenfalls zu 90% verkauft. Kleidung, die ich ein Jahr nicht trage kam in die Second-Hand-Tüte. Jetzt muss ich morgens nur noch zwischen Sachen wählen, die ich auch tatsächlich trage. Für mich ist das befreiend. Aber viele Kollegen / Freunde finden das komisch und betonen, wie sehr sie an ihrem Besitz hängen. Liegt vielleicht an haptischen Traditionen und einer Skepsis gegenüber der digitalen Verfügbarkeit von Gütern.

  30. Minimalismus ist nicht immer ein Extrem.

    Loslassen, sich nicht so sehr mit Materiellem, gesellschaftlichen Verpflichtungen und Höflichkeitsfreundschaften zu belasten, fühlt sich sehr befreiend und entlastend an. Man kann sich auch insgeheim und schrittweise, auf die sanfte Tour, vom Konsum- & Leistungswahn unserer Gesellschaft verabschieden und sich mehr dem für sich selbst Wesentlichen, wie Familie, Hobbys oder Reisen zuwenden.

    Jeder hat eine Wahl!

    • Physischer Besitz ist meiner Ansicht nach nur begrenzt befriedigend und notwendig. Es ist kaum möglich auf eine Wohnung, ein Bett oder arbeitsbedingt oftmals auch auf ein Auto zu verzichten. Seinen persönlichen Minimalismus muss am Ende jeder selbst definieren, wieviel und was brauch ich und was nicht.

      Ich bin gerade mit Frau und Kind umgezogen und stelle bei der Wohnungseinrichtung fest, das sich mein persönlicher, innerer Trend hin zu “mehr weniger” weiter verstärkt. Ich fühle mich wohler, wenn ein Raum nur mit Dingen gefüllt ist die auch einen Zweck haben und nicht jahrelang nur rumstehen. Wobei der Zweck aber auch sein darf, Ambiente zu schaffen, sprich ein angenehmes Licht zu erzeugen, Kerzen aufzustellen, etc.

      Ich brauch jetzt aber bspw. kein Bücherregal in dem ich mit hunderten, gelesenen Exemplaren demonstriere wie gebildet (oder ungebildet :-)) ich bin. Da ich von jeher aber gerne lese, kommen immer wieder Bücher dazu, die kurz darauf aber einfach wieder verkauft werden (Link mit Hinweis auf die Kommentar-Regeln vom Administrator entfernt). So lässt sich das im Grunde mit fast allem machen. Besitz muss man nicht anhäufen, wenn man nicht möchte.

  31. Beim Minimalismus geht es doch um eine Reduzierung auf das Wesentliche. Das kann und sollte man nicht in Zahlen ausdrücken. Wie z.B. ich habe nur noch 100 oder 1000 Gegenstände. Habe mir vor ein paar Monaten bei Aldi einen Einkaufswagen geliehen und damit meine Bücher und CD,Dvd-Sammlung zur Stadtbücherei gekarrt. 2km eine Strecke. 6 mal hin und her. Ihr könnt mir glauben, ich war hinterher echt froh den Kram endlich los zu sein. Als Dank gab es einen Leseausweis für ein Jahr geschenkt und das gute Gefühl der Allgemeinheit einen Dienst erwiesen zu haben. Die Regale hat der Nachbar bekommen, konnte er gut im Keller für sein Sammelsurium gebrauchen. Gab dann ein lecker Bierchen und eine Herz erfrischende Unterhaltung als Belohnung. Echte Win-Win Situation für alle Beteiligten. Ich führe das seit dem so fort. P.s ich habe Frau und Kind und kann das natürlich nur mit meinem Hab und Gut machen. Meine Frau freut sich auch über den Platzgewinn und beginnt langsam auch auszumisten. Merke: Der Weg ist das Ziel. Wir fühlen uns befreiter und ja, auch freier. In diesem Sinne, alles Gute auf eurem Weg.

17 Pingbacks

  1. [...] Auf netzwertig.com habe ich vorhin einen interessanten Artikel gelesen, der vom Digitalen Minimalismus berichtet: Physischer Besitz verliert seinen Reiz. [...]

  2. [...] zuerst. Und plötzlich ist der Gedanke, nur noch einen Koffer zu haben, nicht mehr so abschreckend, minimalistische Lebensexperimente scheinen plötzlich attraktiv und [...]

  3. [...] In der taz ein Artikel über die hippe Sharing Economy und bei der netzwelt geht es passend um “digitalen Minimalismus”, auch so eine Wortkombination, die man nach dem dritten Bier besser nicht mehr aussprechen [...]

  4. [...] Ein Thema, dass mich generell interessiert: Minimalismus bezogen auf Besitztümer. Martin Weigert hat für netzwertig.com dazu einen interessanten Fall wiedergegeben. [...]

  5. [...] habe ich auf netzwertig einen Post gelesen über einen Menschen, der seinen physikalischen Besitz auf 100 Gegenstände reduziert hat. [...]

  6. [...] des S-Day? medienrot: NPOs im Social Web – So funktioniert Online-Fundraising netzwertig: Digitaler Minimalismus verändert die Gesellschaft Communication: Sponsoring: Nennt das Kind beim Namen! karrierebibel: Sozialvergleich: Wie man [...]

  7. [...] ich bin nicht der erste, der das gemacht hat. Hinter dem ganzen steckt die Idee des Minimalismus. Diese Leute reduzieren ihren materiellen Besitz und führen ein digitales und unabhängiges Leben. [...]

  8. [...] Physischer Besitz verliert seinen Reiz: Digitaler Minimalismus verändert die Gesellschaft | netzwer…. [...]

  9. [...] Phy­si­scher Besitz ver­liert sei­nen Reiz: Digi­ta­ler Mini­ma­lis­mus ver­än­dert die Gesell­schaft: Ein deut­scher Grün­der hat sei­nen phy­si­schen Besitz auf weni­ger als 100 Dinge redu­ziert. Er gehört zur wach­sen­den Zahl der Befür­wor­ter einer durch die Digi­ta­li­sie­rung ermög­lich­ten mini­ma­lis­ti­schen Lebens­weise. Ihr Ver­zicht auf die Anschaf­fung mate­ri­el­ler Dinge hat Fol­gen. — by Mar­tin Wei­gert - http://netzwertig.com/2013/06/03/physischer-besitz-verliert-seinen-reiz-minimalismus-veraendert-die-… [...]

  10. [...] Physischer Besitz verliert seinen Reiz: Digitaler Minimalismus verändert die Gesellschaft: Ein deutscher Gründer hat seinen physischen Besitz auf weniger als 100 Dinge reduziert. Er gehört zur wachsenden Zahl der Befürworter einer durch die Digitalisierung ermöglichten minimalistischen Lebensweise. Ihr Verzicht auf die Anschaffung materieller Dinge hat Folgen. – by Martin Weigert – http://netzwertig.com/201…smus-veraendert-die-… [...]

  11. […] In der taz ein Artikel über die hippe Sharing Economy und bei der netzwelt geht es passend um “digitalen Minimalismus”, auch so eine Wortkombination, die man nach dem dritten Bier besser nicht mehr aussprechen […]

  12. […] Digitaler Minimalismus verändert die Gesellschaft […]

  13. […] Diese Reduktion wird vor allem durch den Computer möglich, Bücher und Musik lässt sich digitalisieren, genauso können Bilder in digitaler Form abgespeichert werden. Und dann ersetzen Internetdienste einen Großteil der Gegenstände, die angeblich so wichtig für den eigenen Lebensstil sind. Aus diesem Grund wird manchmal auch von digitalem Minimalismus gesprochen und gerade internetaffine, junge Menschen sind von einem solchen Lebensstil angezogen (Digitaler Minimalismus). Und was bringt das Ganze? Neben der sportlichen Herausforderung, die bei vielen Minimalisten mitschwingt, bringt ein solcher Lebensstil Einiges an Zufriedenheit. Jeder Gegenstand mehr bringt auch mehr Abhängigkeiten, Reduktion der Überflüsse einer Konsumwelt kann einfach zu viel mehr Zufriedenheit führen. Wirtschaftlich ist dieser Trend auch interessant, Minimalismus könnte, wenn mehr Menschen einen solchen Lebensstil verfolgen, ein wirksamer Weg in eine nachhaltigere Wirtschaftsform bedeuten (Digitaler Minimalismus verändert die Gesellschaft). […]

 
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