Carsharing:
CarJump bringt Transparenz in einen fragmentierten Markt

Der Carsharing-Markt ist sehr fragmentiert. Die iPhone- und Android-App des Berliner Startups CarJump zeigt anbieterübergreifend, welche Fahrzeuge gerade in der Nähe sind.

CarJumpAn Anbietern im Segment Carsharing mangelt es in Deutschland wahrlich nicht. Doch die Fragmentierung des im Auftrieb befindlichen Marktes hat für Kunden einen entscheidenden Nachteil: Für sie ist es sehr aufwändig, das am jeweiligen Ort und zum aktuellen Zeitpunkt beste Vehikel zu finden. Denn dazu müssten sie bei jedem Anbieter aufs Neue eine Fahrzeugsuche durchführen. Mit CarJump springt nun ein junges Berliner Startup in die Bresche, um eine aus Nutzersicht bessere Lösung anzubieten.

Die Hauptstädter haben heute offiziell ihren mobilen Carsharing-Aggregator für iPhone und Android lanciert. Die CarJump-App gibt es kostenlos im App Store sowie im Google Play Store. Sie soll Freunden einer smarten, effektiven und kostenschonenden Mobilität dabei helfen, fortan immer die beste Carsharing-Option für ihren aktuellen Aufenthaltsort zu finden. Dazu starten sie die Anwendung und erlauben ihr Zugriff auf die aktuellen Koordinaten. Anschließend zeigt CarJump auf einer Karte sämtliche Fahrzeuge verschiedener Anbieter in der unmittelbaren Umgebung.

Zum Start mit drei Carsharing-Diensten

CarJumpGelistet werden derzeit Autos von car2go aus dem Hause Daimler, vom BMW-Sixt-Jointventure DriveNow sowie von Multicity, dem auf Elektroautos spezialisierten Carsharing-Dienst von Citroën. Die auf der Karte aufgeführten Fahrzeuge werden mit den unterschiedlichen Logos dargestellt, damit sofort klar ist, zu welchem Anbieter sie gehören. Ein Klick auf ein Auto liefert Informationen zum Modell und zum derzeitigen Parkplatz, wo es abgestellt ist. CarJump-Nutzer haben nun zwei Optionen: Sofern sie die App des jeweiligen Carsharing-Unternehmens bereits installiert haben, führt sie ein Klick auf “Jump” direkt zum jeweiligen Buchungsprozess. Alternativ können sie sich per E-Mail einen Downloadlink zur entsprechenden App zuschicken lassen.

In-App-Buchungen sind geplant

Für Anwender bedeutet dies, dass sie zur Buchung dennoch die App des gewählten Anbieters benötigen. Erst eine Funktion zur In-App-Buchung direkt aus CarJump heraus würde dies erübrigen. Diese steht laut CarJump-Mitgründer Oliver Mackprang auch auf der Roadmap. Doch dazu müsste das Startup Zugriff auf nicht frei zugängliche Buchungsschnittstellen der integrierten Carsharing-Dienste erhalten. Die Verhandlungen für die dazu notwendigen Kooperationen laufen derzeit, ließ uns Pressesprecherin Greta Seeger wissen. Sie unterstrich auch, dass die Aggregation der Fahrzeug-Daten absolut legal sei, ohne aber ins Detail zu gehen, wie genau dies abläuft. Tatsächlich gibt es von car2go eine API für derartige Zwecke, DriveNow und Multicity jedoch veröfentlichen auf ihren Websites keine Angaben zu offiziellen Schnittstellen.

Carsharing-Anbieter müssen mitspielen

Bei CarJump wird man schlicht darauf hoffen, dass die momentan integrierten Dienste, aber auch alle in Zukunft berücksichtigten, einen Aggregator als geschäftsfördernd betrachten. Dazu passt auch die Vision von Macher Mackprang: Man wolle den deutschen Carsharing-Markt kräftig ankurbeln. Es gebe derzeit allein in Berlin neun, und bundesweit sogar rund 100 unterschiedliche Carsharing-Dienste, weshalb eine “ganzheitliche Orientierungshilfe” notwendig sei.

Damit dürften er und sein Team recht haben. Ob das Vorhaben, das bisher aus eigenen Mitteln der Gründer finanziert wird, dauerhaft bestehen kann, hängt maßgeblich von der Kooperationsbereitschaft der Carsharing-Firmen und davon ab, inwieweit sie der Prognose der Berliner glauben, dass sich durch die anbieterübergreifende Auflistung der Autos die Fahrten pro User erhöhen lassen.

Die Monetarisierung von CarJump erfolgt momentan über Affiliate-Einnahmen, die generiert werden, wenn sich Nutzer einen Downloadlink zu einer der Carsharing-Apps zuschicken lassen. Sollten sie mit den Carsharing-Diensten Buchungen direkt über CarJump vereinbaren können, dürfte sich das Startup Provisionszahlungen erhoffen.

Link: CarJump

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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3 Kommentare

  1. Ich könnte mir vorstellen, dass das Konzept erst richtig aufgeht, wenn man vielseitige “Sharing-Mobility-Services” aggregiert. Von E-Bike, über MFG (fz.B. flinc) bis hin zum Car-Sharing selbst. Wünsche dem Team alles Gute für Ihr Vorhaben.

  2. Ähnliche App:
    http://itunes.apple.com/d…lin/id547651186?mt=8

    Nutze ich, funktioniert. :)

  3. Weiss jemand einen guten Anbieter für Carsharing in Österreich? – bin an einem Artikel über Tirol und möchte dazu den Familien mit Kindern das Carsharing im Urlaub schmackhaft machen. Bisher habe ich aber keine Firma gefunden, die über eine entsprechend hohe Anzahl an Wagen verfügt, so daß dies überhaupt einen Sinn macht. Kann jemand einschlägige Erfahrungen weitergeben?

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