Nach dem Reader-Drama:
Google und die geheimnisvolle Spezies Mensch

Das angekündigte Ende des Google Reader bringt Hunderttausende auf die Barrikaden. Wieder einmal wird deutlich, wo Googles größtes Problem liegt: Im mangelnden Verständnis des Menschen.

MenschAls ich vor einigen Wochen in einem Beitrag beschrieb, wieso Google zu gut für diese Welt sei, fokussierte ich mich auf die enorme technische Kompetenz, die besondere Leistungsfähigkeit und fachliche Intelligenz der Beschäftigten sowie das stabile und als Geldmaschine funktionierende Geschäftsmodell, welches dem Unternehmen Freiheiten für Experimente gibt, die die meisten anderen Firmen sich nicht leisten können. Worauf ich in dem Artikel nicht einging, war eine der wenigen signifikanten Schwächen des Konzerns. Mit dem Entschluss, beim Google Reader den Stecker zu ziehen, ruft der Webgigant sein ewiges Problem mit einem Paukenschlag wieder in Erinnerung: das fehlende Verständnis für Menschen, ihre Bedürfnisse und Emotionen.

Google versteht Maschinen und logisches Handeln, aber es fällt der Firma schwer, das nicht rational erklärbare Verhalten von Menschen und die Dynamiken ihrer Kommunikation und Interaktion nachzuvollziehen sowie ihre tiefsten Bedürfnisse nachzuempfinden und diese Sachverhalte in den eigenen strategischen Beschlüssen zu berücksichtigen. Eine Reihe misslungener Vorstöße in das soziale Web (Orkut, Google Wave, Buzz) sprechen Bände, und auch über Google+ schwebt nach wie vor ein Fragezeichen hinsichtlich der langfristigen Perspektive.

Dass Google mit dem Reader nun ein Produkt abschalten will, das einen vergleichsweise kleinen, aber extrem loyalen und überaus einflussreichen Nutzerkreis besitzt, zeigt, wie wenig empathiefähig Firmenchef Larry Page und seine Mitstreiter eigentlich sind.

Beeindruckender Proteststurm

Bis gestern hätte man meine Aussage, die Anwenderschaft des Google Reader sei besonders einflussreich, vielleicht noch als Überschätzung der eigenen Relevanz ausgelegt. Doch die mehr als beeindruckende Resonanz auf das angekündigte Ende des Readers lässt keinen Zweifel daran, welchen Stellenwert des RSS-Tool für hunderttausende Blogger, Journalisten und andere Individuen mit einem besonderen Informationsbedürfnis besitzt. Kaum ein namhaftes Tech-Blog im deutsch- sowie englischsprachigen Raum, welches den Entschluss von Google gestern nicht thematisiert und bedauert hat. Mehr als eine Million Erwähnungen des Begriffs “Google Reader” bei Twitter innerhalb von weniger als zwei Tagen. Über 87.000 Unterzeichner einer Petition gegen die Schließung. Deutliche Kritik in Form eines persönlichen Kommentars selbst bei heise online, sonst eine Hochburg des weitgehend neutralen IT-Journalismus. Und nicht zuletzt Besucherrekord für netzwertig.com in Folge des Artikels zur Schließung des Readers – mehr als 13.000 Unique Visitors an einem Tag gab es bei uns noch nie.

Google unterschätzt die Menschen

Angesichts dieses seinen Namen wirklich verdienenden Proteststurms interessiert mich momentan nichts so brennend wie die Frage, ob Google den Widerstand der Reader-Community unterschätzt oder ihn billigend in Kauf genommen hat. Was auch immer die Antwort sein mag, so unterstreicht sie die Erkenntnis über Googles Unfähigkeit, den Menschen hinter der Maschine richtig einzuordnen.

Beide Antwortoptionen zeugen von einer phänomenalen Unterschätzung der Bedeutung des Readers für die Kernnutzerschaft – Mitglieder der internationalen Medien-, Blog- und Twitter-Sphäre – sowie die Rolle, welche diese für das Gelingen von Googles zukünftigen Vorhaben einnehmen. Was passiert wohl, wenn man der an einem strukturierten Informationsmanagement interessierten schreibenden Zunft rund um den Erdball eines ihrer wichtigsten Werkzeuge entreißt? Man zerstört Vertrauen und Goodwill. Kaum eine Firma benötigt dies derzeit aber mehr als Google, versucht sie doch, mit Cyberbrillen, Cloudrechnern und selbstfahrenden Autos Paradigmenwechsel einzuleiten, die zum Teil enormes Konfliktpotenzial besitzen und auf eine Vielzahl treuer Fürsprecher angewiesen sind. Hinzukommt, dass es sich um ein Unternehmen handelt, das mal hier 8,5 Millionen Dollar Strafe wegen Privacy-Verstößen in Kauf nimmt, mal da sieben Millionen Dollar – jeweils aufgrund kleiner Unachtsamkeiten – dann aber den Fortbestand eines vergleichsweise geringe Betriebskosten verursachenden Angebots wie Google Reader offensichtlich nicht mehr schultern können zu glaubt. Bei einem Quartalsgewinn von 2,2 Milliarden Dollar.

Die schlechteste aller Optionen

Google standen eine ganze Reihe von Optionen zur Lösung das Google Reader-Dilemmas zur Verfügung:

  • Den Reader weiterbetreiben, schlicht um sich einen Streit mit einer wichtigen, lautstarken, einflussreichen Zielgruppe zu ersparen. Finanziell wäre das kein Problem für Google.
  • Den Reader weiterbetreiben und seine techaffinen User als Testfläche für Funktionen nutzen, die später in andere Google-Dienste finden sollen.
  • Den Reader weiterbetreiben und mit Google+ verzahnen
  • Den Reader als Open-Source-Projekt veröffentlichen und in der Kommunikation unterstreichen, wie sehr man die Bedeutung des Dienstes anerkennt und glaubt, dass er außerhalb von Google besser aufgehoben ist.
  • Den Reader an ein anderes Unternehmen veräußern. Selbst wenn dabei nicht viel Geld rausgesprungen wäre, so hätte man sich viel Ärger und einen dauerhaften Kratzer auf dem Image erspart.

Doch Google ging einen anderen Weg. Ein kurzer Blogpost mit dem Verweis, dass in dreieinhalb Monaten alles zu Ende sei. Und tschüss. So agiert jemand, für den die eigenen Nutzer so fremd sind wie Außerirdische. Die User werden letztlich davon profitieren, weil das RSS-Segment nun für viele andere Anbieter wieder attraktiv wird (u.a. für Digg). Google schneidet sich dagegen ins eigene Fleisch.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte der Guardian ein Interview mit dem Technoskeptiker und Publizisten Evgeny Morozov. Man muss seine pessimistische Sicht auf die gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung nicht teilen, aber in einem Absatz beschreibt er treffend, warum es gefährlich sei, wenn alle Macht künftig in den Händen von technisch-rational agierenden IT-Firmen wie Google liegt:

“I have a lot of respect for these people as engineers but they are being asked to take on tasks that go far beyond engineering. Tasks that have to do with human and social engineering rather than technical engineering. Those are the kind of tasks I would prefer were taken on by human beings who are more well rounded, who know about philosophy and ethics, and know something about things other than efficiency, because it will not end well”

Es dauerte nicht lange, um erleben zu können, was es heißt, wenn derartiges Effizienztreiben den Faktor Mensch ausblendet.  /mw

(Illustration: stock.xchng/mzacha)

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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56 Kommentare

  1. Bei uns in der Seoszene kündigt man schließungen ja ganz gern an um eine breitere Nutzerschaft auf ein Thema aufmerksam zu machen. Vielleicht geht es auch nur darum das Thema auch außerhalb des Mainstreams zu platzieren. Oder man sagt am Ende einfach öffentlichkeitswirksam: danke für Euren Protest, wir haben verstanden. Und deswegen sind jetzt all Eure Feeds automatisch in Google Currents integriert ;-)

  2. Ist für mich auch unverständlich warum Google so gehandelt hat. Aber mal abwarten…bis Juli ist noch ne Menge Zeit.

  3. Das ist eine absolut einseitige Sicht auf die Dinge.

    Zuallererst mal ist Google ein Technologie-Anbieter. Punkt.

    Und es ist falsch, Google eine fehlende Empathie für seine User zu unterstellen. Mit Empathie verdient der Konzern kein Geld, und auch wenn man das mal ganz “sozialistisch, gesellschaftlich, demokratisch, rosa-gefärbt” betrachtet, so bleibt Google ja trotzdem primär nur ein Technologie-Anbieter!

    Google ist kein Staat, kein NGO, keine weltverbesserische Stiftung, ja nicht mal ein Presseorgan.

    Google bietet seinen Usern ganz bewusst Leistungen, ohne diese empatisch zu bewerten, zu filtern, aufzuwerten, abzuwerten, etc. pipapo. — GANZ BEWUSST OHNE all das pipapo.

    Beispiel: Wenn Google bei seiner Kernkompetenz Websuche “menscheln” würde, dann würden hier auch alle lauthals schreien, dass Google zu tief in die Bewertungs- und Filterungskiste auf Basis einzelner, gesammelter Userprofile greifen würde.

    Achja, wer jetzt hier “Google Plus” einwerfen will — DAS ist eine ganz andere Baustelle, auf dieser geht es ja primär ums menscheln and nd für sich, und die Technologie bietet eben die passenden Möglichkeiten dazu an.

    Aber die Websuche ist so wie sie ist ein technologisches Meisterwerk (alles bisherige zwangsläufig eingeführte sozial geprägte “menscheln” an dieser Technik [man denke an porno-filter, kriminalitäts-kram, wasauchimmer] hat es bisher eigentlich nur abgewertet, denn dieses menscheln hat dem “mündigen user” eigentlich nur funktionen vorenthalten, z.b. zur recherche.. wieauchimmer, das thema führt wahrscheinlich viel zu weit…).

    “das fehlende Verständnis für Menschen, ihre Bedürfnisse und Emotionen” ist wahrlich NICHT das Problem. Und daraus ableitend Google hier eine Art weltfremdheit zu unterstellen ist totaler Unfug. Google ist kein Staat, kein NGO, kein Parlament das dem Volk verpflichtet wäre. Google ist nur ein Anbieter von Technologie, und das was sie anbieten tun sie meist auch ganz gut.

    Es gibt eigentlich gar kein Problem: Google stellt einen Dienst ein, den viele andere genauso gut anbieten könnten, weil das technisch auch garnicht allzu aufwendig ist. Und sie geben den Usern sogar ein paar Monate Vorlaufzeit. Und all das wo kein User keinen einzigen Cent dafür bezahlte. Ja nu… was erwartet man denn noch? Wasser wartet? Hallo?

    Die eigentlich News ist — IMHO — dass Google gerade dabei ist sein Produktportfolio einzudampfen, also sich auf ein paar wenige Kernprodukte konzentrieren will. Aus wirtschaftlicher Sicht klingt das recht sinnvoll… könnte den Kurs beflügeln, aber man muss wohl noch ein paar Quartale abwarten, um zu sehen welchen Effekt das letztendlich hat.

    • Mit Empathie verdient man kein Geld? Heißt das nur die Technik entscheidet was sich durchsetzt (VHS vs Video 2000 z.B. ;) ) ? Ich behaupte das Gegenteil, mit Empathie verdient man Geld und ohne wirft man Geld direkt in die Tonne! Wenn Google so weitermacht und Microsoft sich einem Empathie Training unterwirft, haben die Redmonder wieder ne Chance auf die Krone.

  4. PS: wenn alles in Anzahl Proteststimmen bewertet werden würde, dann wären wir wohl hier im französischen Großstadt-Sozialbauten-Ghetto, und es gäbe eigentlich weder Google noch irgendwelche anderen Unternehmen. Nur noch Style, Basketball, Kloppe, Gras (am Monatsanfang) und Hiphop mit Texten darüber wie schlecht es uns ginge.

    Yeah, No-Fckng-Commerce-Stylaz in da Hood.

  5. Ein Konzern ist ein Konzern ist ein Konzern. Um mal Gertrude Stein zu paraphrasieren, die mehr von Menschen verstand als Google. Alles andere folgt zwingend daraus.

    Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.

    • Gertrude Stein verstand also mehr von Menschen als dieser komische Google-Konzern? Aha? Also die Frau Stein verstand es, die Essenz aus Verstand und Seele von Millionen von einzelnen Individuen in eine einzige Schublade zu werfen, und ihre Schublade war besser als die des Konzerns?

      Oder was?

      Was willst Du denn sagen?

      Um Blödsinn zu zitieren kann jeder Vollidiot hier google — ganz kostenlos — mit einer kurzen Recherche beauftragen.

    • Solche unsinnigen Kommentare wie Deiner machen es mir leider so verdammt einfach ein Arschloch zu sein.
      Leider zu einfach, so ist das doch langweilig.

      PS: Warum verstand Gertrude mehr von Menschen als Google? Was ja dann laut Deiner Aussage auch ganz dolle zwingend zu allem Anderen führen würde (ich geh jetzt auch mal nicht darauf ein, was “alles Andere” sein könnte, ich fürchte ja, dass das ziemlich undefiniert ist und uns abschweifen lassen würde)

    • Also …

      … dass Google wenig von Menschen versteht, ist ja in erster Linie Martins These (die ich aber durch meine Kommentar gerne unterstützen möchte). Gertrude Stein versteht – meiner bescheidenen Meinung – nach schon deswegen mehr von Menschen, weil sie Schriftstellerin und Verlegerin war. Und ihr berühmter Ausspruch ““Rose is a rose is a rose is a rose.” macht das eigentlich sehr schön deutlich.

      Was ich eigentlich sagen wollte ist: Die Entscheidung Googles, den Reader aufzugeben ist – wiederum meiner bescheidenen Meinung nach – eben darauf zurückzuführen, dass Google inzwischen ein Konzern ist. Denn wie bei allen Konzernen ist die Hauspolitik dort wichtiger als das was “draußen” passiert. Und daher sind die Menschen weniger wichtig als das politische Gewicht der eigenen Projekte. Und deswegen muss der Reader Google+ weichen.

      Es ging in meinem Kommentar also nicht um Getrude Stein und was sie über Menschen wußte, sondern darum, dass Google ein Konzern ist, deswegen nur handeln kann wie ein Konzern und daher Konzern-Entscheidungen trifft. Ein Konzern kann nichts anderes sein als ein Konzern. Man vergisst das gerne, wenn man über Google redet.

      Davon abgesehen möchte ich Dir überdies wiedersprechen: Google bietet keineswegs Leistungen, ohne sie “empatisch zu bewerten, zu filtern, aufzuwerten, abzuwerten”.

      Als Erstes: Aufwerten und Abwerten sind die Grundoperationen des Google-Indexes. Ohne Aufwertung und Abwertung keine (wie sehr auch immer) sinnvoll geordnete Trefferliste.

      Als zweites: Google filtert ständig. Google filtert nicht nur illegale Inhalte sondern auch Dinge, von denen Sie der Meinung sind, dass sie nicht gut wären, wie Pronographie.

      Als drittes mehr noch: Die Google-Suche menschelt ständig, Google greift ständig in Suchergebnisse ein. Und das ist auch gut so. Denn es gibt keine “neutrale Position” für eine Suchmaschine. Je besser man ein Suchergebniss machen will, desto mehr eigene Überzeugungen und Positionen landen im Code. Und das zurecht. Denn eine Suchmaschine hat eine moralische Verantwortung, und diese Wahrzunehmen ist entscheidend.

      P.S.: “Freundlichsein ist nett”, hat mir meine Mutter beigebracht.

    • @ben_:
      So, jetzt habe ich wohl schon 2/3tel oder 4/5tel der gesamten Kommentare zu diesem Artikel geschrieben, aber Eines muss ich noch loswerden:

      Google ist Google ist Google.

      Konzern hin oder her. Dein Kommentar war nur eine wage Andeutung von Irgendetwas, und implizierte scheinbar irgendwelche “zwingende” Schlussfolgerungen. Also eigentlich nur leere Phrasen, oder? Mal ehrlich? Deshalb mein harrscher Angriff.

      Nimm es mir bitte nicht persönlich, aber ich habe ein großes Problem mit solchen Phrasen. Es gibt so wahnsinnig viele Menschen da draußen, die beständig hohle Phrasen in Ihre Netzendgeräte hämmern. Die Phrasen deuten natürlich immer und auf den Konsens, der in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld herrscht. Ganz unbedingt, aber leider oft auch nicht hinterfragt.

      Und dann gibt es dummerweise die, die aus diesen unreflektierten Meinungsclustern sogar politische Trends herauslesen wollen. Und das auch schon seit einigen Jahren konsequent tun.

      Ich hab manchmal Bauchschmerzen und frage mich dann was ich meinen Enkelkindern mal erzählen soll von dem Tag, an dem ich dem Lynchmob hinterhergesehen, aber ihn nicht mal versucht habe aufzuhalten ;)

      Ist doch so, jeder echauffiert sich heute ständig über Alles was nicht gerade in seinen erweiterten sozialen Meinungscluster passt.

      Und bei Blog-Kommentaren vergessen die Meisten schon die eigentliche Aussage und beschränken sich auf die Kampfansage, auf die Konfrontation (aus der man dann indirekt wieder auf ihre Meinungen zum Thema schließen kann).

    • Nichts gegen die Frau Stein, ich kannte Sie vorher nicht, aber:

      “Gertrude Stein versteht – meiner bescheidenen Meinung – nach schon deswegen mehr von Menschen, weil sie Schriftstellerin und Verlegerin war.”

      Hieße das nicht auch, dass Springer & Co. mehr von Menschen verstehen als wir Menschen selbst? Autsch, das muss wehtun, ich vermute Du bist Contra-LSR ;)

      Ich lese da bei Dir wieder nur eine Phrase, sorry! Du schätzt die Frau Stein sicher aus gutem Grund, das will und kann ich garnicht einschätzen. Aber Du solltest Deine Worte an solchen kritischen Passagen unbedingt mit konkreten, möglichst unangreifbaren Formulierungen, besser noch mit realer Kompetenz ausstatten.

      Die hast Du sicher auch, also benutze sie bitte.

  6. Angesichts dieses seinen Namen wirklich verdienenden Proteststurms interessiert mich momentan nichts so brennend wie die Frage, ob Google den Widerstand der Reader-Community unterschätzt oder ihn billigend in Kauf genommen hat.

    Das ist relativ einfach zu beantworten. Der Proteststurm ist kein wirklicher Proteststurm. 3 Tage nach der Veröffentlichung ist der Aufschrei schon nahezu verhalt. In einer Woche schon fast vergessen. Außerdem braucht google euch nicht denn sie haben selber genug Reichweite und Einfluss. Sie sind auf der einen Seite wichtigster Player bei der Onlinewerbung und Offline ein gut zahlender Werbekunde und die Medien sind um jeden guten Kunden bemüht… Und Reichweite online – da gibt es wohl niemanden der ihnen das Wasser reichen kann.

    Zu deinen 5 Optionen:
    1. siehe oben. Sie brauchen eure Reichweite und euren Einfluss nicht.
    2. Ihr seid nicht mehr die Zielgruppe von Google das ist der Massenmarkt.
    3. Ihr seid doch schon alle bei google+ also wenn würden sie dadurch noch hinzugewinnen?
    4. & 5. Verkauf und Open Source geht nicht weil der Reader zu sehr mit wichtigen Komponenten verzahnt ist die nicht veröffentlicht bzw. verkauft werden.

    Eine Frage die mich interessiert ist. Was hat der Protest der “besonders einflussreichen” Reader-Nutzer tatsächlich erreicht?

    • Diese Frage ist nach nicht einmal 2 Tagen zu früh gestellt.

    • Einfluss bedeutet nicht nur “Reichweite”, sondern das Potenzial, die Bewertungen / Urteile anderer Menschen zu beeinflussen.

      Google schwebt nicht in einem digitalen Jenseits, sondern ist bzgl. seiner verschiedenen Produkten und Unternehmungen auf die Zustimmung breiter Kreise angewiesen – nämlich immer dann, wenn diese Neuerungen (oder auch nur deren massive Marktdominanz) in rechtlich brisante oder ungeklärte Bereiche vorstoßen.

      Nun ausgerechnet Journalisten und Blogger vor den Kopf zu stoßen, die an der Meinungsbildung der Massen mehr als andere beteiligt sind, ist nicht gerade klug.

      Wundert aber nicht, denn Google ist ja ein Cyborg: ein Konglomerat aus Maschinen, Algorithmen und Menschen, das den normalem Menschenverstand lange hinter sich gelassen hat.

  7. Und überhaupt: als “Software-Entwickler”, also als jemand, der ein Programm oder Webservice entwickelt und realisiert bin ich immer und immer und immer wieder erschüttert über die Naivität und Überheblichkeit von Usern, die glauben, dass sie allein durch ihre Beteiligung, allein durch ihre STIMME Einfluss auf ein Produkt haben würden.

    Leute — DAS ist sowas von arrogant und ignorant und überheblich.

    Dann noch von Empathie zu reden wirft jeden “Software-Macher” völlig aus der Bahn. Das ist dann einfach zuviel Dreistigkeit.

    Übrig bleibt das fahle Gefühl, dass man versucht hat alles zu geben, aber die Nutzer dieses nicht zu schätzen wissen, und einen bis an den Rand des Abgrundes drängen würden, ohne zu sehen wie es einem geht.

    Eben ohne, dass die Nutzer auch nur ansatzweise Empathie verspüren würden.

    Hmm…. ich werde wohl das Software-entwickeln und vertreiben aufgeben, und lieber über die Idioten schreiben, die immernoch selbst Software entwickeln und vertreiben :D

    • Nein ist es nicht. Im Gegenteil. Der Kunde ist König egal wann egal wo. Auch bei einem kostenfreien Dienst. Wer das nicht begreift hat es nicht besser verdient und darf sich nicht wundern wenn ebendiese weglaufen.

    • Also von Entwickler zu Entwickler: Ist Dir schon aufgefallen, daß Alle Internet User Google Kunden sind oder Ware je nachdem. Jedenfalls ist rebellische Ware genauso unvorteilhaft wie rebellische Kunden und daher ist es empfehlenswert zu wissen wann man wen vergrault. Ich wünsche Dir nen guten Akquisemann an Deiner Seite, denn ich bin mir sicher Deine coding skills übertreffen Deine people skills.

    • Es gibt also immer noch diesen Graben zwischen Menschenverstehern und Programmierern, wie ich an deinem Kommentar sehe!
      WOFÜR entwickeln denn die meisten Software? Doch FÜR die Nutzer/innen. Warum sollte ein Entwickler also nicht auf deren Stimmen und Wünsche achten? Für mich ist das selbstverständlich.
      An der Foren-Entwicklung konnte man das z.B. ganz gut sehen. Nur ein System hinstellen und sagen: “User, friss oder stirb!” war nie lange erfolgreich. Sondern jene Forensoftware, deren Entwickler schnell auf Userwünsche reagieren, die auch mit sich reden lassen und schnelle Updates bringen.

    • @Claudia: Das sehe ich doch ganz genauso. Ich habe mich undeutlich ausgedrückt.

      Was mich stört ist diese hier immer wieder durchscheinende Überheblichkeit von Nutzern, die glauben “allein durch ihre STIMME Einfluss auf ein Produkt haben würden”, dabei aber die Entwickler, die Macher plötzlich für stumpfe empathielose Technokraten halten.

      Was ja absolut nicht der Fall ist, immerhin haben sie das Produkt (bereits) geschaffen, und die Leute, die sich beschweren haben es ja immerhin angenommen, also so stumpf und technokratisch können die Macher ja ihrerzeit nicht gewesen sein.

      Das Produkt wieder einzustellen ist dann allerdings eine recht empathielose, wirtschaftliche Entscheidung gewesen.

    • @ClaudiaBerlin
      Dieser Graben zwischen Software-Nerds und Menschen ist schlicht evident. Weil es Nerds nunmal mehr mit Technik als mit Menschen haben. Dass Software für Menschen gemacht wird, heißt ja noch lange nicht, dass das von Entwicklern hinreichend beachtet wird. Die schlechte Usability von Software macht leider häufig den Eindruck, dass Entwickler sie nur für sich selbst entwickeln. Deshalb brauchen große Technik- und Softwareschmieden auch immer ausreichenden Einfluss von Menschen, die IT-Produkte aus dem Blickwinkel von Nutzern und ihren Bedürfnissen sehen. Nicht nur von außerhalb, sondern auch direkt in den Unternehmen selbst.

    • “Dieser Graben zwischen Software-Nerds und Menschen ist schlicht evident. Weil es Nerds nunmal mehr mit Technik als mit Menschen haben.”

      Genau diese hier anklingende Überheblichkeit habe ich gemeint! Das ist schlichtweg beleidigend, und lässt mich schon wieder an meiner Berufswahl zweifeln. Da wird man – nur weil man Software entwickelt – gleich entmenschlicht und ohne wenn und aber in die Ecke der Soziopathen abgeschoben. Überdenke Deine Wortwahl, Du schreibst hier von “Software-Nerds vs. Menschen”!

      Wahrscheinlich meintest Du das garnicht so. Trotzdem ist das wenig mitfühlend! ;-)

      Wie gesagt: Dann noch von Empathie zu reden wirft jeden “Software-Macher” völlig aus der Bahn. Das ist dann einfach zuviel Dreistigkeit.

      Und NATÜRLICH gehört es dazu, Bedürfnisse, Anforderungen, Erfahrungen von den Usern bzw. Kunden einzubeziehen. Ganz selbstverständlich! Ich will und muss das garnicht weiter erläutern. Davon gehe ich einfach aus.

      Vielleicht liegts am Bild des “Nerds” aus Film und Fernsehen? Die größten Nerds sind doch meistens nur Luftnummern, das sind selten die wirklich Erfolgreichen.

    • Ich habe weder von Entmenschlichung noch von Soziopathen gesprochen, sondern dass die Kernkompetenzen von Softwareentwicklern mehr im Technischen denn im Menschlichen liegen. Was ja garnicht mal unbedingt negativ ist, sondern auch seine Vorteile hat. Nur durch solche Konzentration auf bestimmte Gebiete und Neigungen kommt es überhaupt zu Erfolgen in ihnen. Für den Beruf des Informatikers braucht es extreme Fokussierung auf trockene Zahlen, Algorithmen, Routinen. Informatiker sind äußerst spezielle Ingenieure, man könnte sie naserümpfend in der Tat auch “Fachidioten”, “Zahlenidioten, Zahlenschubser, staubtrockene Bürokraten nennen. Der eine fachliche Vorteil der starken Konzentration auf die technisch-mathematischen Innereien von Computern geht also zwangsläufig auf Kosten allgemeinerer Kompetenzen – die bereits bei den praktischen Anwendungen von Computern beginnen. Wer sich auf den technischen Aufbau von Software konzentriert, hat nicht unbedingt einen Blick für deren praktische Anforderungen für andere Leute. Wie sich an deren oft schlechter Usability sowie schleppender Innovationsentwicklung zeigt. Dass wir in Android und Windows bis heute keine umfassenden Onlinemanagementsysteme haben oder die Systematik in Google fast völlig vernachlässigt wird, hat ja damit zu tun, dass die Technologen den riesigen inhaltlich-strukturellen Bedarf daran mit und trotz riesigem Information Overload nicht sehen.
      Die praktische Welt- und empathische Menschenfremdheit wird Nerds deshalb immer wieder völlig zurecht nachgesagt, unlängst wieder vom IBM-Ex-Granden Gunter Dueck in einem Vortrag. http://www.youtube.com/watch?v=R9ZVjcIv4BY
      Sascha Lobo verortete das politische Versagen der Piraten-Nerds in seinem jüngsten Wutartikel ebenfalls völlig zurecht in ihrem Mangel an Empathie. http://saschalobo.com/201…etter-unsere-fehler/ Zottlige Computernerds können leider keine Gesellschaft organisieren und gestalten, wenn sie das nicht mal mit sich selbst schaffen.

    • Erstes Zitat:
      “Ich habe weder von Entmenschlichung noch von Soziopathen gesprochen, sondern dass die Kernkompetenzen von Softwareentwicklern mehr im Technischen denn im Menschlichen liegen.”

      Du hast aber behauptet, dass “es Nerds nunmal mehr mit Technik als mit Menschen haben” UND, auch der “Graben zwischen Software-Nerds und Menschen ist schlicht evident”.

      Wenn da also solch ein unzweifelbarer, augenscheinlicher (eben ein “evidenter”) Graben zwischen den “Software-Nerds” und den “Menschen” existiert, dann hast Du mit der Postulation der Existenz eines solchen eben auch die von Dir so bezeichneten “Software-Nerds” bewusst und deutlich von den “Menschen” abgetrennt.

      Aber genau das ist Ausdruck der Entmenschlichung die Du beschreibst. Und diese nutzt Du dann um Deine weiteren Schlüsse so schön bildlich und scheinbar unangreifbar darzustellen.

      Wahrscheinlich hast Du das alles lediglich als sprachliches Mittel verwendet, aber Du hast nicht die Konsequenzen bedacht.

      Zweites Zitat:
      “Der eine fachliche Vorteil der starken Konzentration auf die technisch-mathematischen Innereien von Computern geht also zwangsläufig auf Kosten allgemeinerer Kompetenzen”

      Woher nimmst Du nur dieses “also zwangsläufig”? Nichts an Deiner Argumentation war bis zu diesem Punkt zwangsläufig.

      Ich persönlich glaube ja, Du verwechselst hier einfach nur Kompetenzen mit Ressourcen, weil Du selbst immernoch glaubst, dass das besitzen “technisch-mathematischer” Kompetenzen Deinem inneren Gefüge irgendwie schaden könnte. Weil Du dies glaubst wehrst Du Dich mit aller verfügbaren Kraft gegen den Erwerb entsprechender Kenntnisse.

      Denn Du glaubst, Dein Reservoir an Kompetenz wäre schon prall gefüllt, und solche “technisch-mathematischen” Banalitäten würden dafür sorgen, dass andere Kompetenzen aus dem Reservoir geschwemmt werden müssten um für diesen technischen Software-Nerd-Unfug Platz machen zu müssen.

      Was für eine triste Welt das doch wäre, in der man den Erwerb “technisch-mathematischer Kompetenzen” gegen den Erwerb “allgemeinerer Kompetenzen” abwägen müsste.

      So trist…

    • “Nur durch solche Konzentration auf bestimmte Gebiete und Neigungen kommt es überhaupt zu Erfolgen in ihnen.”

      Diesen Satz darf man auch mal ohne weiteren Kommentar genießen.

  8. “… lässt keinen Zweifel daran, welchen Stellenwert des RSS-Tool für hunderttausende Blogger, Journalisten und andere Individuen mit einem besonderen Informationsbedürfnis besitzt.”

    Wenn denn der Stellenwert so hoch ist, warum sind dann diese Individuen nicht bereit,

    a) einen verlässlichen, kostenpflichtigen Dienst zu nutzen oder
    b) eine RSS-Aggregator-Software selbst zu hosten und dafür ggf. ein Stundenhonorar für die Installation durch einen Fachmenschen zu bezahlen.

    • a) Ich denke das sind viele
      b) zu faul/zu viel Arbeit/zu wenig Komfort

    • Das ist einfach zu beantworten: Weil der Google Reader einfach das beste Tool ist um eine enorme Anzahl an Quellen in minimalster Zeit zu durchforsten. Schnell, zuverlässig und schlicht; auf Arbeit, Zuhause, Handy oder Tablet und sogar im Textbrowser. Google Reader ist nicht umsonst der Marktführer.

  9. Das Larry Page emotionale Intelligenz fehlt unterschreibe ich. Technologisch ist der Konzern tatsächlich unglaublich. Ein Beispiel dafür was Summenintelligenz von Menschen alles entwickeln kann.
    Danke für den Artikel

  10. Bin mittlerweile bereits drüben bei http://www.feedly.com und fühle mich echt wohl dort!
    (war lange Jahre beim Google Reader)

  11. Ich stimme Max #6 zu: 4 und 5 sind keine Optionen, weil sie technisch nicht umsetzbar sind.

    Und wo ist Option 6? Einfach 5 Euro im Monat nehmen und den Google Reader profitabel zu machen?

    • Stimmt, an die hab ich gar nicht gedacht. Hab ich wohl unbewusst von vorne herein ausgeschlossen. Denn Geld ist hier nicht das Problem!

  12. Übrigens, dieses Zitat von “Evgeny Morozov” ist eine überaus grobe und zutiefst beleidigende Ansage an alle, die ihr Leben dem Entwerfen und Entwickeln von “Software für Menschen” widmen:

    “I have a lot of respect for these people as engineers [..]”

    Ja, ersteinmal Respekt antäuschen, bevor man kritisiert…

    “[..] but they are being asked to take on tasks that go far beyond engineering. Tasks that have to do with human and social engineering rather than technical engineering. Those are the kind of tasks I would prefer were taken on by human beings who are more well rounded, [..]”

    AHA! Software-Entwickler sind also prinzipiell und überhaupt nicht “well rounded”. Also Fachidioten, Danke!

    Software-Entwicklung IST sehr viel mehr als stur-technisches Gefrickel. Er glaubt aber offensichtlich, dass Software-Entwicklung irgendwie vergleichbar ist mit dem Zusammenstöpseln von Lego-Bausteinen, wobei die Zusammenstöpsler dabei Herz & Verstand ausschalten und eben nur noch stur stumpf zusammenstöpseln?!

    “[..] who know about philosophy and ethics, and know something about things other than efficiency, because it will not end well”

    Soso, das heißt also wir dummen, kleinen und total engstirnigen Technokraten werden diese Welt in den Ruin treiben! Weil wir ja keine Ahnung von Philosophie und Ethik haben, sondern nur an Effizienz interessiert sind.

    Bei solch einer Rezeption kann ich Google nur sehr gut verstehen, wenn sie den Publizisten die Werkzeuge entziehen, die sie geschaffen haben.

    Wer will schon seinen ärgsten Kritikern Werkzeuge schenken, die sie selbst garnicht zu schätzen wissen. Ja, die sie noch dazu verwenden, um einen selbst in die Fachidioten-Ecke zu stellen.

    Gut, das war wahrscheinlich auch nicht der Auslöser, der Google dazu verleitete den Reader einzustellen.

    Aber solche Aussagen wie die vom Herrn Morozov zeugen von ganz viel dummdreister Überheblichkeit und Ignoranz.

    • Noch mehr verwundert mich, dass Morozov einfordert, dass Menschen mit breiter aufgestellten Skills das machen sollen.
      So welche wie Houellebeq etwa? Grass? Wallraff? Die sind allesamt nicht unbedingt blöd, aber die sind auf ihre Weise genauso einseitig.

  13. @Joe Scillla
    “Weil der Google Reader einfach das beste Tool ist um eine enorme Anzahl an Quellen in minimalster Zeit zu durchforsten. Schnell, zuverlässig und schlicht; auf Arbeit, Zuhause, Handy oder Tablet und sogar im Textbrowser.”

    Nö. Es gibt allein für mein Android-Smartphone zig Tools, die alle auf der Google-Reader-Plattform aufsetzen, aber – je nach Bedarf – schicker, schlichter oder smarter als der original Google Reader sind. Da sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

    Wenn diesen 3rd-party-Readern jetzt die Plattform unter dem Hintern weggezogen wird, dann müssen sie sich eben selbst eine schaffen oder eine andere suchen. Siehe Feedly, die ziehen das schon durch und haben nach eigenen Angaben gerade die Server-Kapazität erhöht. Und Feedly läuft auch als Browser-App in Chrome, Firefox und Safari.

    Womit wir wieder beim Knackpunkt wären. Kann ein Anbieter wie Feedly das für immer und für alle kostenlos anbieten? Was ist es den Usern wert?

  14. @Robert Frunzke
    Die Comments zum Thema zeugen von völligem Unverständnis von Wirtschaft generell und von der Internetwirtschaft im Speziellen. Entweder weiß er/Du/Sie nicht genau, was Empathie ist oder er glaubt wirklich, dass sich Unternehmen nicht in die Bedürfnisse von Kunden einfühlen und reindenken müßten, wenn sie denn Erfolg bei Kunden haben wollen. Schließlich realisiert sich unternehmerischer Erfolg nur durch Anklang bei Kunden, die etwas nachfragen, nutzen oder kaufen. Einerseits wird bestritten, dass es Google an Empathie mangelt, um im nächsten Satz zu behaupten, dass ein Unternehmen wie Google kein Geld mit Empathie verdient. Ja, was denn nun … Selbstverständlich tut es das. Um zu wissen und zu entwickeln, was User brauchen an Recherche-, Cloudwerkzeugen usw. muß ein Interunternehmen eben das wissen: was User brauchen, wie sie ticken, was ihnen neuen entscheidenden Mehrwert an neuen Funktionen und Vernetzungen bringen könnte usw.
    Der Satz “Google ist nur ein Anbieter von Technologie” offenbart die selbe technikreduzierte Sichtweise, wie sie im Artikel an Google kritisiert wird. Google ist nicht nur ein Anbieter von Technologie, sondern Anbieter von Informationstechnologie für Menschen – also von eminent wissens- und intuitionsbasierter Informations- und Wissenswebsoftware. Solche geistigen Produkte ohne Einfühlung entwickeln zu wollen ist ein Unding. Hätte Google die völlig ohne Empathie entwickelt, wäre es nie so erfolgreich gewesen. Ich würde also schon sagen, dass Empathie am Erfolg von Google nicht unbeteiligt war – aber dem Artikel zugleich beipflichten, dass nicht das Verständnis von Menschen, sondern vor allem die technologische Genialität Googles und sein Fokus auf digitale Algorhitmen den Hauptanteil an diesem Erfolg ausmachte. Anders ist die Einstellung so wichtiger und zukunftsversprechender systematischer Informationsaggregatoren und Verzeichnisse wie iGoogle, Google Verzeichnis und jetzt Google Reader jedenfalls nicht zu erklären. Google hat ein reduziertes, vor allem technisch-algorhitmisches Verständnis von Internetrecherche und vernachlässigt die systematischen Anforderungen von Informationsorganisation fast völlig. Deshalb gibt es nirgendwo Oberordner in den unzähligen Google Diensten für strukturiertere Informationsorganisation, keine Suchwortsystematik zum Erstellen von Suchsystematiken und Suchroutinen in den verschiedenen Suchdiensten wie Web, Youtube usw., deshalb wird die systematische Erschließung des Webs überhaupt nicht angegangen und die geeignete Grundlage dafür, das Google Verzeichnis ebenfalls eingestampft, deshalb gibt es bis heute nur ziemlich unzureichende Ansätze für ein umfassendes Onlinemanagement in Google und Android. Besagter technologischer Schwerpunkt Googles in der Internetrecherche lässt das Unternehmen die inhaltlichen, systematischen Gesichtspunkte von Wissens-Organisation vernachlässigen und fast völlig unter den Tisch fallen, Weil es ihnen an Interesse, Gespür, also – Empathie für diese Anforderungen mangelt.
    Nötig für eine breitere inhaltliche Aufstellung Googles wäre verstärkter Input von Know-how durch nichttechnologische Internetnutzer, Fachleute, von Fachwissenschaftlern, die einen breiteren Zugang zu Wissen haben als nur den der technisch-algorhitmischen Stichwortsuche. Wissenserschließung hat nicht nur eine technische Dimension, sondern natürlich auch eine inhaltliche. Mit der Beschränkung auf die technischen Dimensionen der Informationsorganisation bleibt Google leider nur ein halber Internetorganisator. Sicher könnte man einwenden, sollen das doch Andere machen – der Staat, die Wissenschaft, und sicher geschieht hierfür auch von diesen Seiten zu wenig. Aber Google ist wie kein anderer Informationsorganisator von seinen technischen und ökonomischen Kapazitäten her geeignet, auch “diese andere Hälfte” der Onlinerecherche mit zu entwickeln und mit seinem bisherigen Suchimperium zu verzahnen. Ohne solchen stärkeren Fokus auch auf die inhaltlichen Seiten von Internetwissen wird Google womöglich weitere systematische Angebote schließen und (abgesehen vom lobenswerten Google News) ein reiner Stichwort-Briefschlitz bleiben.
    So ist mir denn die Einstellung des Google Readers aus mehrerlei auch schon im Artikel geschilderten Gründen ziemlich schleierhaft. Man verdirbt es sich hier in der Tat mit der einflussreichen und experimentierfreudigen Early-Adopter-Netzavantgarde, man verzichtet auf wertvolle individuelle Nutzer- wie allgemeine Netzdaten, man reduziert sein Portfolio als universeller Diensteanbieter und damit seinen umfassenden integrierten Gesamnutzen für User, man verzichtet auf das technische Potential des Readers für die Weiterentwicklung Googles zu einem noch viel umfassenderen Onlinemanagement-Dienst. Im Forum eines benachbarten WebTech-Blogs wird spekuliert, dass die Schließung des GR mit dem Leistungsschutzrecht zu tun hat. Aber dafür hätte man sicher auch irgendwelche technischen Ausschluß- oder Filterlösungen entwickeln können für Medien, die nicht im GR erscheinen wollen. Ich schätze Google insgesamt viel mehr, als ich Kritik wie diese am Unternehmen auszusetzen habe – aber solche willkürlichen Schließungen beliebter Dienste sind natürlich ein Nachteil eines so hochentwickelten Internetmonopolisten.

    • Du hast einen scheinbaren Widerspruch in meinen Kommentaren entdeckt. Super. Glückwunsch.

      Aber dass gerade Du mir deshalb gleich “völliges Unverständnis von Wirtschaft generell und von der Internetwirtschaft im Speziellen” unterstellst wundert mich. Und gleichzeitig wundert mich das nicht mehr. Verrückt, dieser Widerspruch, nicht wahr? Was wohl meine ich damit. Der Widerspruch ist ganz bewusst von mir ins Spiel gebracht worden.

      Ach und Algo-Rhythmen könnte man irgendwie noch erklären, aber Algor-Hitmen?

      Und überhaupt, die Anzahl gewisser Stichworte wie “technisch” verraten Dich. Auch ein paar andere Dinge an Deinem Text… Wie habe ich es damals gehasst, dass Du Dinge ständig als “technisch” abgekanzelt hattest sobald Du sie nicht mehr verstanden hattest. Micha, Micha, …

    • Da ich in der Antwort keine sachliche Auseinandersetzung mit meinem Beitrag, sondern nur merkwürdige, nebulöse Andeutungen erkenne, gehe ich mal davon aus, dass er weitgehend zutrifft.

    • Dass wer worauf zutrifft?

    • Das ist hier ein Forum für des Lesens mächtige Menschen. Wenn’d nicht nur schwer denken, sondern auch nicht lesen kannst, geh woanders spielen, vielleicht im Legasthenikerverein. In meinem Satz befindet sich ein einziges männliches Substantiv, auf das sich “er” beziehen könnte. Und besagter Beitrag war mit @ adressiert.

    • Wow, gleich wieder so beleidigend. Meine Frage enthielt zwei Fragewörter. Aber lass es gut sein, ich will es garnicht mehr wissen.

    • Wenn jemand Fragen zu Dingen stellt, die völlig klar sind, wollte er sie von Anfang an nicht wissen, sondern nur rumstänkern. Ordnungsrufe zu solchem Gestänker als beleidigend zu diffamieren, ist natürlich nur Fortsetzung dieser Stänkerstrategie. Aber mach nur weiter so, Du bist sowieso enttarnt als unempathischer Stänkerfritze, der sich sogar selbst dazu bekennt, ein Arschloch zu sein. Eine langfristig erfolgreiche Strategie ist die Arschlochstrategie nur leider nicht, wie man am Niedergang viele Arschlöcher sieht.

    • Nochmal die Bitte zur Mäßigung. Ihre beide seid meines Wissens nach schon länger im Internet (Michael du kommentierst deiner E-Mail-Adresse nach zu urteilen hier auch häufiger) und wisst somit genau, wohin eine solche Diskussion an dieser Stelle führen wird.

      Bitte keine weiteren Provokationen.

    • PS. Korrektur: vieleR (A-Löcher)

    • @Martin Weigert
      Ich nehme mir die Kritik sehr zu Herzen – gebe aber auch zu bedenken, dass ein grober Klotz manchmal auch einen groben Keil hervorruft und – braucht.

    • Ich weiß dass das so ist. Deshalb arten ja derartige Kommentarstreitigkeiten dann so leicht aus ;)

    • Soso. Jetzt weiß ich nur leider immernoch nicht worauf Du in Deinem ursprünglichen Kommentar hinauswolltest — außer mich zu beleidigen. Aber wie schon im letzten Kommentar erwähnt, ich will es auch garnicht mehr wissen.

    • Ich hatte festgestellt, dass ich in seiner ersten Reaktion keine sachliche Auseinandersetzung mit meinem längeren Beitrag erkennen kann und er – also der Beitrag – folglich zutrifft, wenn sein Adressat außerstande ist, sich sachlich mit ihm auseinanderzusetzen. Sich über so einen simplen Sachverhalt in x Beiträgen dumm zu stellen, kann ich nur als Fortsetzung solch inkompetenten, unsachlichen Stänkerns auffassen.

    • Ich ignoriere mal wieder die persönlichen Angriffe.

      Du meintest also wirklich “zutreffen” im Sinne von ganz allgemein “gültig sein”? Also Du meintest, Dein gesamter Beitrag wäre irgendwie gültig.

      Das ist mir zu pauschal, und so pauschal würde ich das nicht bestätigen wollen. Dafür enthält Dein Beitrag zuviele einzelne Aussagen.

      Und als Kernaussage lese ich eigentlich nur heraus, dass Du mir “Unverständnis von Wirtschaft generell und von der Internetwirtschaft im Speziellen” unterstellst. Und das will ich erst recht nicht bestätigen.

      Wenn es eine zweite oder andere Kernaussage in Deinem Beitrag gibt, dann kläre mich bitte auf.

      Ansonsten habe ich Deinen Beitrag nur als Diffamierung mit darauf folgendem Wortsalat interpretiert. Ich hoffe, ich irre mich.

    • Der ursprüngliche Gegensatz besteht in der im Artikel behandelten Frage bezüglich der Empathie von Google. Die von vornherein erstmal als unnötig für ein Unternehmen wie Google abgetan wurde. Was ich mir erlaubt habe, grundsätzlich zu widerlegen, und dann widerum als nur scheinbarer Widerspruch abgetan wurde. Empathie ist eine Grundanforderung der Nutzer- und Kundenbindung. Letzlich ist das eine Frage der Entwicklung von Unternehmen: Wieviel Nutzerfreundlichkeit sie sich weiter leisten, mit der sie einst groß wurden, wenn sie denn mal sehr groß wie Google geworden sind. Was noch übrig bleibt von dieser Nutzerfreundlichkeit und vom Anspruch eines universellen Informationsvermittlers. Mittelfristig ist die Einstellung eines solchen Dienstes wahrscheinlich zu verschmerzen, aber sie bereitet ungeheure Umstände und damit Unmut, den sich Nutzer merken werden und der sich damit langfristig auch nachteilig für ein Unternehmen auswirken kann.

    • Okay, meine Kommentare waren offenbar sehr missverständlich und umständlich ausgedrückt. Mein Fehler!

      Lass mich versuchen, meine Aussagen zu verdeutlichen

      - ich habe die Empathie nicht “als unnötig für ein Unternehmen” abgetan, ganz und garnicht — ich habe geschrieben, dass es falsch wäre, Google fehlende Empathie zu unterstellen! Und, dass das eigentliche Problem (IMHO) ja eben NICHT die fehlende Empathie wäre.

      Lies bitte nochmal meinen Kommentar (3. von oben), ich glaube Du erkennst dann was ich meine.

      - mein Satz “Mit Empathie verdient der Konzern kein Geld” ist allerdings wirklich so gemeint wie geschrieben, auch wenn das auf den ersten Blick falsch klingt — erst recht wenn man es aus dem Kontext reißt.. so betrachtet war die Formulierung sehr unglücklich ;-)

      Aber doch passt sie perfekt zur Lage, in der Google sich befindet: zuallererst muss man im Hinterkopf haben, dass Google sein Geld eigentlich nur mit Werbung verdient (mal abgesehen von Android, Motorola etc.). Produkte wie GR wären eigentlich gut für das Image, binden aber auch Ressourcen im Konzern, wenn auch wahrscheinlich nicht allzu viele (Server, Traffic, [Weiter-]Entwicklung, Support).

      Und das Produkt selbst lässt sich kaum bis garnicht (werbe-technisch) bewirtschaften.

      Wie man ja jetzt auch an den plötzlich aufgescheuchten und hier meckernden Usern sieht, wurde GR zu einer Plattform, die völlig unterm Radar lief!

      GR war da, wurde (erstaunlich) häufig genutzt, aber brachte für Google weder Image-Gewinn, noch Umsatz. Ein stilles, heimliches, für den User kostenloses, aber für Google unwirtschaftliches und fürs Image irrelevante (weil nicht wahrgenommene) Produkt.

      Für Google blieben nur noch Kosten. Und deshalb die – wirtschaftlich völlig korrekte – Entscheidung, es einzustellen.

      Google ist jetzt über das so negative Feedback vielleicht genauso erstaunt wie ich. Ich würde ja sogar behaupten, dass es eigentlich den Usern an Empathie für Google fehlt, und dafür bekomme ich sicher auch gleich wieder eins vor den Latz geknallt :D

    • @Michael:
      Denkst Du nicht auch, dass jetzt eine Entschuldigung angebracht wäre? Immerhin hast Du meine Kommentare um 180° verdreht, diese so angeprangert und ohne auch nur eine Nanosekunde zu zögern mich diffamiert und beleidigt.

      Das alles nur, weil Du nicht richtig gelesen hattest (.. ich würde das vielleicht auch garnicht erst erwähnen, wenn nicht eben DU selbst mir genau das “nicht lesen können” zwischendurch auch schon vorgeworfen hättest ..).

      In fast jedem Response hast Du es geschafft, mich persönlich anzugreifen (abgesehen von Deinem dann doch wirklich überraschend nüchtern formuliertem letzten Response, ja, der war gut, okay’ish).

      Aber zum Stänkerfritzen und groben Klotz hattest Du mich auch schon erklärt. Als schwer denkend, und die Legasthenikervereine (die es sicher irgendwo wirklich gibt) hast Du ganz nebenbei auch beleidigt. Und als inkompetent hattest Du mich natürlich auch abgestempelt.

      Achja, übrigens, ein Keil sollte vorallem Spitz sein – ein grober Keil für einen groben Klotz? Wie dämlich ist das denn? Aber die rhetorische Wirkung war da, es wirkte so schön bildlich, nicht wahr?

      Du, es wäre jetzt wirklich an der Zeit für eine Entschuldigung. Und seien wir realistisch — außer die, die jetzt hier eine Benachrichtigung per E-Mail erhalten wird das ja ‘eh keiner mehr lesen.

      Aber ich persönlich lasse mich hier nur ungern so dumm herum posieren. Ha, ein Wortspiel, wie lustig.

      Dein Verhalten war jedenfalls alles andere als lustig, es war als würdest Du um eine Vormachtstellung kämpfen. Deine Intention ist mir unbegreiflich. Vielleicht wolltest DU ja auch nur stänkern? Ja, Kugel gefangen und zurückgeworfen.

      Eigentlich habe ich überhaupt keine Lust auf solche Faxen, aber wenn Leute mir notorisch kommen, dann werde ich zwanghaft.

      Und das meine ich genau so, wenn Du die im letzten Satz enthaltene Aussage und deren Implikationen nicht verstehst, dann lies bitte nochmal, und wenn Du es dann immernoch nicht verstehst, dann frage bitte freundlich nach, aber piss mich nicht an.

    • @Martin: Sorry, aber das musste jetzt noch gesagt werden. Eigentlich hatte ich diese Diskussion für mich schon abgeschlossen, andererseits sehe ich nicht ein, warum ich hier immernoch als der böse Stänkerfritze am Pranger stehen sollte.

      Denn bei der nächsten kontroversen Diskussion wird das irgendjemand hervorkramen und versuchen, mir das “ad hominem” anzukreiden. Ich möchte nur ungern auf die Diskussionen auf netzwerkig verzichten :)

    • So, jetzt ist der Punkt gekommen, an dem ich eine Fortführung dieser Diskussion zwischen euch beiden an dieser Stelle untersagen muss.

      Denn ein Ende ist nicht in Sicht, und da es nur noch um persönliche Befindlichkeiten geht, ist es sinnlos, dies auf dieser öffentlichen Ebene fortzuführen.

      Wenn ich von euch beiden jeweils eine E-Mail mit dem O.K. bekomme, dann lasse ich euch die jeweiligen E-Mail des Anderen zukommen und ihr könnt eure Debatte meinetwegen bis in alle Ewigkeit fortführen. Weil sie für niemand anderes mehr einen Mehrwert hat.

      Ich bitte darum, diese Entscheidung zu respektieren und zu eurem Streit KEINEN weiteren Kommentar zu publizieren. Damit ich nicht gezwungen bin, zu löschen.

  15. … wäre das wirklch so schlecht, wenn Google sich eingestehen würde, dass es von Mathematik und Technik ganz viel versteht und auch in der Lage ist damit ganz viel Geld zu verdienen und der Faktor Mensch ein schwer zu berechnendes Wesen bleibt?!?
    Zur Zeit wird ja mit Macht versucht, diese Grenzen zu überschreiten – Google versucht zu berechnen an welchem Punkt nun tatsächlich der Kaufimpuls ausgelöst hat, auch fernab vom Internet und versucht dem Mensch dabei ganz tief und mathematisch in die Seele zu schauen. Auf der anderen Seite interessiert sich Google nicht die Bohne für die Belange seiner “Kunden” beim Abschalten von Diensten, macht beim Google Hotel Finder unglaublich viele Handwerklichen Fehler und spielt zeitgleich die Evil Spielkarte aus und schafft es nicht im Ansatz bei Google+ mit der sozialen Karte zu punkten. Ich glaube schon dass Google so einen Art Plan für die Weltherrschaft in der Tasche hat… doch zeigt sich in der Vergangenheit doch immer wieder, dass solche Pläne nur mit den Menschen und nicht gegen die Menschen funktionieren. Schauen wir mal was aus einer Suchmaschine noch so alles werden wird. Ein RSS Reader wohl nicht mehr ;-)

  16. Wenn eine Firma erst einmal die Größe von Google erreicht, geschehen auf einmal wundersame Dinge. Das Aus für den Reader, Google Glass und die intransparente Datenhandhabung sind nur einige die ich an dieser Stelle nennen möchte. Als Internetmonopolist kann es eigenmächtig beliebte Dienst schließen.

  17. Die Einstellung des Google Readers wäre auch deswegen ein großer Verlust, weil man mit ihm aus Browsern per RSS-Icon mit diesem Google-Interface wunderbar Feeds in den Reader eintüten kann – wie ich gerade wieder bemerke. Hier würde also eine bewährte, eingefahrene zentrale Internet-Infrastruktur eingestampft werden. Die Internetspezialistin Ulrike Langer hat im letzten Digitalen Quartett berichtet, dass ca. 80-90 % der Leser ihr Weblog per Google Reader abrufen … http://www.youtube.com/watch?v=VLLZDt3wgfk

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  1. [...] Diese Info habe ich bereits gestern in einem separaten Text verarbeitet (siehe: Google Reader wird im Juli 2013 eingestellt – Alternativen gibt es genug). Dort gibt es zahlreiche Beiträge zu den Hintergründen des Aus und Alternativen zum Google Reader. Seit Donnerstag Abend haben sich weitere lesenswerte Beiträge zu dem Thema angesammelt: Googles Schlag gegen das freie Web Google Reader soll zum 1.Juli eingestellt werden Reader-Einstellung zerstört Vertrauen in Google Das Ende von Google Reader ist schlecht für Google, gut für die Nutzer Nach dem Reader-Drama: Google und die geheimnisvolle Spezies Mensch [...]

  2. [...] nutzen – mitunter eine Gruppe, mit der es Google sich nicht verscherzen sollte, wie bei netzwertig.com zu lesen [...]

  3. [...] bin aufrichtig erstaunt wie sehr es Google scheinbar an Empathie mangelt. Man bekommt beinah das Gefühl sie würden die Menschen User mit Absicht von sich Stoßen. Nachdem [...]

  4. [...] werden… Einen tollen Beitrag über die Vorgehensweise von Goggle hat Martin Weigert auf netzwertig.com veröffentlicht. Sehr treffend [...]

  5. [...] Nach dem Reader-Drama: Google und die geheimnisvolle Spezies Mensch | netzwertig.com I Internetwirts… [...]

  6. [...] viele User dies nicht so sehen erweisen die Ziffern , die der Autor heute bringt [...]

  7. [...] Nach dem Reader-Drama: Google und die geheimnisvolle Spezies Mensch | netzwertig.com I Internetwirts… [...]

  8. [...] Nach dem Reader-Drama: Google und die geheimnisvolle Spezies Mensch | netzwertig.com I Internetwirts… [...]

  9. [...] sind längst auch soziale, gesellschaftliche Entwicklungen, die berücksichtigt werden müssen und Google versteht den Menschen [...]

vgwort