Bootstrapping:
Wie Subtask ohne Kontakte und Medienberichte in einer Woche 3.000 Besucher anlockte
Praktisch ohne Marketingbudget, Medienberichterstattung oder Kontakte hat das Karlsruher Startup Subtask über Nacht einen kleinen Achtungserfolg erzielt. Gründer Michael Partheil erklärte uns, mit welcher Strategie das 2-Mann-Team den Start bewerkstelligt hat.
Subtask ist ein neues Startup aus Karlsruhe, das Mitte Februar an den Start ging. Gründer Michael Partheil entwarf ein Projektmanagement-Tool, das auf Mindmaps aufsetzt. Kontakte in die Szene hatte der 24-Jährige kaum, einen Investor oder Geld für Marketing-Aktivitäten gab es ebenso wenig, und auch die Startup-Presse berichtete zunächst nicht. Trotzdem schauten in der Woche nach dem Start fast 3.000 Besucher bei Subtask vorbei und knapp 1.000 Mail-Adressen gingen für einen Invite der Software ein. Ein kleiner Achtungserfolg, erreicht mit Hilfe eines Social-Media-Schlachtplans.
Wie Partheil uns berichtet, halfen vor allem Facebook und die Referral-Option auf der Website. Wer sich auf Subtask registriert, wird früher hereingelassen, wenn er mindestens drei Freunde einlädt oder eine Nachricht auf Facebook und Twitter verbreitet. Eine solche Praxis ist umstritten, weil damit die Gefahr steigt, dass Uninteressierte die Mails erhalten und sich gespamt fühlen. Bei Subtask hat sich die Taktik allerdings als sehr erfolgreich herausgestellt. Rund ein Drittel der eingehenden E-Mails (298 von 958) kamen über Referral-Links. Beschwerden darüber soll es auch einige gegeben haben – vor allem aus Deutschland. Partheil rät Startups mit Fokus auf den deutschen Markt deswegen von Referral-Methoden ab. Er selbst sieht den Hauptmarkt für Subtask in den USA.
Bei 30 Versuchen nur zwei Treffer
Die Website, die Parthel mit Hilfe von Launchrock erstellt hat, ging am Dienstag, den 19. Februar um 14.40 Uhr online. Als allererstes postete Partheil eine Meldung auf der eigenen Facebook-Seite, die zu der Zeit erst rund 10 Likes hatte (inzwischen über 150). Es folgten Posts an die offenen Facebook-Pinnwände einiger Gründernetzwerke. Anderen Facebook-Seiten mit höherer Reichweite schickte Partheil die Info über den Start seines Projekts. Weil Verbindungen nach Karlsruhe bestehen, berichteten dort unter anderem die Einrichtung für Unternehmensgründungen an der Universität Karlsruhe (gut 1.000 Follower) und das Institut für Technologie (etwa 9.000). Es folgten Infoposts an insgesamt vier Gruppen zum Thema Projektmanagement auf Xing und LinkedIn, die allerdings kaum Traffic einbrachten.
Weniger erfolgreich insgesamt war außerdem das Posting auf 30 Startup-Listen, auf denen Gründer ihr Startup selbst bekannt machen können. Traffic kam laut Partheil dabei überhaupt nur von Betali.st und Startupli.st. Jeweils eine Liste auf Quora und im Traindom-Blog gaben die Linktipps dafür. Einige Facebook-Seiten wie die Page “Projektmanagement” (2.200 Follower) berichteten selbständig über Subtask.
Die meisten Besuche via Facebook
Über Facebook kamen mit 1.558 die meisten der 3.430 Besuche (45 Prozent) zustande. 817 Mal (23,8 Prozent) besuchte jemand die Seite direkt oder kam über einen E-Mail-Link. Das Posting auf Betali.st brachte immerhin 616 Besuche ein (18 Prozent), Twitter 225 (6,5 Prozent). Laut Parthel haben er und sein Kollege Matthias Geis zusammen viereinhalb Stunden in das Social-Media-Marketing investiert. Eine Woche nach dem Launch berichtete als bisher einzige deutsche Nachrichtenquelle Deutsche-Startups.de über die Karlsruher, was für weitere 400 Besuche und 130 Mails sorgte.
Als Moral von der Geschicht lässt sich festhalten: Es geht immer darum, die richtigen Kanäle zu finden, dort die richtigen Leute anzuschreiben und lieber einen Schritt mehr u gehen als einen zu wenig. Dass Eintragen des Dienstes auf 30 Startup-Pinnwänden war im Falle von Subtask in 28 Fällen umsonst. Nur so aber ließ sich herausfinden, welche Seiten wirklich Traffic bringen, und im Falle von Betali.st hat Subtask schließlich einen Volltreffer gelandet. Die Ansprache zielgruppenrelevanter, aktiver Facebook-Gruppen hat sich schlussendlich am meisten ausgezahlt. Vor drei Jahren hätte ein derartiges Startup vielleicht noch auf Xing die höchste Reichweite erzielt, inzwischen scheint die Nutzerklientel aber zu Facebook weitergewandert zu sein.
Public Beta in zwei bis drei Wochen
Wie Partheil mir am Telefon verriet, soll die Invite-Beta-Phase noch zwei bis drei Wochen dauern, bevor man mit der Public Beta an die Öffentlichkeit geht. In der Zwischenzeit versucht er, Kontakt zu Business Angels herzustellen. Partheil hat bereits während seines Mathematik-Studium an Subtask als Hobbyprojekt gearbeitet. Er sei ein Mindmap-Fan, habe sich eine grafische Erweiterung für To-Do-Listen gewünscht und sie mangels einer kostenlosen Alternative (Marktführer Mindjet kostet mehrere hundert Euro im Jahr) dann eben selbst programmiert. Nachdem er sein Studium im Dezember beendet hatte, kam ihm die Idee, Subtask einfach mal an den Start zu bringen: “Ich wollte es mit einem Startup zumindest mal versuchen.”














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01. März 2013 um 13:51
Toll so etwas zu lesen und Respekt für den schnellen kleinen Erfolg!
Manchmal braucht es eben nur die richtige Strategie, ein paar Handgriffe und etwas Glück.
Viel Erfolg weiterhin!
01. März 2013 um 14:28
Ich durfte Subtask bereits vorab testen und kann sagen: Unbedingt für Beta anmelden, es lohnt sich!
01. März 2013 um 15:27
Weiter so, das Tool macht echt Spaß! Einfach handhabbar und trotzdem mächtig im Funktionsumfang!
01. März 2013 um 15:35
Sehr interessanter Artikel und ein toller Erfolg! Grüße aus Karlsruhe nach Karlsruhe…
01. März 2013 um 20:47
Thanks for spreading the word about Beta List. Glad the post helped your startup get exposure.
Entschuldigung, ich spreche keine Deutsch :p (Well… maybe a little bit.)