Überlegenheit als Problem:
Google ist zu gut für diese Welt

Kein Unternehmen wird in den nächsten Jahren das Leben von Menschen so sehr prägen wie Google. Das schafft Probleme für Konsumenten, Behörden – und für Google selbst. Der Netzgigant ist schlicht zu gut für diese Welt.

Zu behaupten, Google wäre derzeit an verschiedenen Fronten ein kraftvoller Innovator, wäre noch eine Untertreibung. Selbstfahrende Autos, die revolutionäre Cyberbrille Google Glass, eigene Ladengeschäfte, Tablets und Smartphones unter eigener Marke, das mobile Betriebssystem Android, der intelligente Mitdenkdienst Google Now, das Cloudbetriebssystem Chrome OS mit dem jetzt vorgestellten Flaggschiff-Rechner “Pixel”, das soziale Netzwerk Google+, das Videoportal YouTube, Gmail, der Browser Chrome, die Office-Suite Google Apps samt dem Cloudspeicher Google Drive, ein geplanter Musikstreamingservice à la Spotify, Google Maps und natürlich die Websuche sowie das Werbevermarktungsgeschäft gehören zu den zahlreichen Eckpfeilern des Unternehmens – und in dieser Aufzählung fehlen sogar noch einige Tätigkeitsfelder. In allen Segmenten ist der Konzern aus Mountain View einziger ernstzunehmender Anbieter, Marktführer oder zumindest eine der treibenden Kräfte.

Die Zahlen sprechen für Google

Dem Unternehmen gelang außerdem das Kunststück, sich trotz dieses enormen Expansionsunterfangens nicht zu verzetteln und das Kerngeschäft zu vernachlässigen. Allen Unkenrufe zum Trotz sprudelt der größtenteils aus der Anzeigensparte stammende Umsatz und Gewinn weiter, während der Aktienkurs bisher ungekannte Höhen erklimmt. Das Vertrauen der Anleger in das Google-Papier verwundert nicht: Je länger der Wandel von Google 1.0 – der dominierenden Suchmaschine mit angeschlossener Vermarktungseinheit – zu Google 2.0 – dem allgegenwärtigen digitalen Mischkonzern – läuft, desto deutlicher wird der zu Beginn dieser Transformation nur wenig sichtbare rote Faden. Mit fortschreitendem Reifungsprozess der einzelnen Vorhaben profitiert das kalifornische Unternehmen immer mehr von positiven Netzwerkeffekten. Durch die intensiv vorangetriebene Integration der einzelnen Angebote führt die Verwendung eines Google-Dienstes Anwender fast immer auch zu weiteren Services aus dem Hause Google – was sich im Endeffekt positiv auf die Werbeumsätze auswirkt. Damit schließt sich der Kreis aus Produktinnovation, Integration und Umsatzgenerierung.

Lebensbeherrschende Stellung

Googles haushohe produktbezogene und technologische Überlegenheit sowie die Omnipräsenz in fast allen entscheidenden Bereichen des digitalen Lebens stellen jedoch ein großes Problem für das Unternehmen dar. Es führt zwangsläufig zu einer Distanzierung der Menschen. Denn wenn eine einzelne gewinnorientierte Organisation eine marktbeherrschende Position einnimmt, so ist dies für eine Marktwirtschaft immer ein Grund zur Sorge. Google ist dabei, nicht nur in einzelnen Sektoren marktbeherrschend zu werden, sondern diesen Status auf die gesamte Informationsgesellschaft auszuweiten. Da diese maßgeblich unsere Zukunft prägt, so könnte man sogar von einer tendenziell lebensbeherrschenden Stellung Googles sprechen. Zumindest läuft das Treiben des Unternehmens darauf hinaus.

Google ist gut, zu gut

Das Besondere an der Entwicklung ist, dass Google diese Rolle bis dato fast ausnahmslos durch von den smartesten Menschen auf diesem Planeten geschaffene, hochgradig qualitative, leistungsfähige und für Millionen Menschen sehr attraktive Produkte erreicht hat, nicht durch das (Aus)-Nutzen monopolistischer Strukturen. Auch wenn es von Kritikern gerne behauptet wird: Google ist kein Monopol. Wer will, kann mit Bing oder DuckDuckGo suchen statt mit Google, über Outlook oder Yahoo E-Mails verschicken statt über Gmail, Videos bei Dailymotion hochladen statt bei YouTube und so weiter. Sicher gibt es Ausnahmen, wie etwa das aggressive Werben für Google+ bei zahlreichen anderen Google-Services. Im Allgemeinen verwenden User die Dienste der Kalifornier aber, weil sie ihre Bedürfnisse erfüllen und oft schlicht besser sind als die der Konkurrenz.

Doch langfristig gesehen spielt es keine Rolle, wie eine Firma zu einer globalen Machtkonzentration gelangt; ob durch böswilligen Missbrauch seiner einmal erreichten Stellung oder durch kontinuierliches Forschen und Experimentieren bei weitestgehender Beibehaltung eines ethisch korrekten Geschäftsgebarens. Die Konsequenzen sind die gleichen: Eine zunehmende Gefahr, dass sich ganz automatisch eine Art monopolistisches Handeln entwickelt, und dass daraus eine Abhängigkeit der Anwendern von den Launen eines einzigen Unternehmens entsteht.

Der Lock-In entsteht automatisch

Je weiter Google in den Alltag der Menschen vordringt, je mehr Services des Unternehmen sie nutzen, und je weiter auch so faszinierende, einzigartige Vorhaben wie Google Glass oder selbstfahrende Autos Marktreife erlangen, desto schwieriger wird für Konsumenten der Wechsel. Nicht aufgrund von Boshaftigkeit seitens Googles, sondern schlicht, weil derzeit niemand dem Unternehmen in seiner vollständigen Breite das Wasser reichen kann. Dass Google bei Android, Chrome OS und Google Glass seine eigenen Dienste mit höchstem Bedienkomfort und maximaler Funktionalität einbettet, liegt auf der Hand. Weil diese leistungsfähiger sind als die der Wettbewerber, die zudem keine entsprechenden Schnittstellen anbieten. Und weil es die Nutzer wollen. Sukzessive entsteht auf diese Weise ein Lock-In.

“Single Point of Failure”

Auch wenn wir noch weit von diesem Punkt entfernt sind: Wenn es derzeit ein Unternehmen gibt, dem zuzutrauen ist, sich zu 100 Prozent in den Tagesablauf von Personen zu integrieren – vom ersten Weckerklingeln bis zum Ausschalten der Bettlampe am Abend – so heißt dieses Google. Unbehagen bereitet mir nicht der Gedanke, dass es sich um Google handelt, sondern dass ein spezifisches Unternehmen dadurch zu einem “Single-Point-of-Failure” für das Leben werden würde. Dies halte ich grundsätzlich für nicht erwünschenswert – erst recht nicht, wenn es um eine Organisation geht, die uns, unsere Interessen, Präferenzen und Verhaltenweisen besser kennt als wir dies tun. Geht doch einmal etwas schief – sei es interner Missbrauch, Missmanagement oder ein technischer Fehler – die Folgen könnten im besten Fall sehr ärgerlich und im schlimmsten Fall verheerend sein.

Ein Dilemma für alle

Die Situation stellt für alle ein Dilemma dar. Für Konsumenten/Nutzer, Kartellbehörden und auch Google selbst. Das Unternehmen ist seinen Anteilseignern gegenüber verpflichtet, künftige Profitabilität sicherzustellen, und verwirklicht dafür eine langfristige Vision, anstatt kurzfristig die Kuh zu melken. Anwender wünschen sich nützliche Tools, komfortable Dienste, vielseitig einsetzbare, erschwingliche Gadgets sowie futuristischen Stoff zum Träumen. Google liefert ihnen dies. Die Behörden begutachten Google argwöhnisch und drohen mit Sanktionen, sobald sie Verstöße vermuten, kratzen dabei jedoch nur an der Oberfläche und werden Google bisher nicht wirklich gefährlich. Was, sofern der Eindruck eines im Vergleich zu Kontrahenten weitgehend korrekten Verhaltens zutrifft, auch angemessen ist. Eine Firma kartellrechtlich zu belangen, weil sie durch hervorragende Produkte den Wettbewerb hinter sich lässt, würde kein gutes Signal an die Wirtschaft senden.

Ich frage mich, ob die Google-Oberen beim Blick auf die Liste der manngifaltigen Vorstöße des Unternehmens selbst erkennen, in welch gefährliche Gewässer sie sich mit der angestrebten Allgegenwärtigkeit bewegen. Sowohl, was Attacken durch die Behörden angeht, als auch im Bezug auf die Wahrnehmung in der Bevölkerung. Ab einem gewissen Punkt der gefühlten Abhängigkeit von Google ist von einer verbreiteten Skepsis der Nutzer gegenüber dem Unternehmen auszugehen. Derzeit scheint es, als teste man in Mountain View, wo die Schmerzgrenze liegt. Vielleicht ist sie tatsächlich noch lange nicht erreicht. Es bleibt aber zu hoffen, dass Nutzer abseits von den populistischen Grabenkämpfen rund um Googles Macht eine eigene Sensibilität dafür entwickeln, den Single Point of Failure in ihrem Digitalleben zu vermeiden. Selbst wenn dies bedeutet, gelegentlich doch auf den ultimativen Komfort verzichten zu müssen. Oder ihn bewusst zu wählen, im Wissen der Implikationen. /mw

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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40 Kommentare

  1. Hallo zusammen,

    mir gefällt der Artikel und ich wollte ihn gerne bei Google+ teilen. Nur scheint mit der G+ Button defekt zu sein (der Klick auf den Button bewirkt kein Feedback, normalerweise wird er rot, wenn erfolgreich). Könnte das bitte repariert werden?

    Danke im Voraus & beste Grüße,
    - Alex

  2. Google hat eine Tür in ein anderes/neues großartiges “Land” aufgestoßen und “sucht” nun in diesem Raum nach allen möglichen verwertbaren Anwendungen. Aber irgendwie ist alles, was jetzt noch an Neuem kommt, nicht mehr so der burner. So richtig interessant wird es, meiner Ansicht nach, erst wieder, wenn das nächste Tor geöffnet wird. :-)

    • @ Wolfgang:

      Zum einen glaube ich, dass wir heute schwerer zu begeistern sind als früher. Neue Technik muss heute deutlich mehr als früher. Früher reichten schon kleine Schritte für einen Wow-Effekt.
      Zweitens muss Technik heute einen Use-Case erfüllen. Reine Technik bringt erst dann was, wenn sie im Alltag einen Mehrwert bietet. Solange dieser Mehrwert nicht erforscht oder erkannt ist, ist Technik langweilig.

  3. Danke, endlich mal ein Artikel zum Thema, der nicht vor Neid Hass auf Google strotzt. Wie Sascha Lobo schon in einer Kolumne meinte, häufig steht die Ablehnung gegenüber Google für die eigentliche Angst vor dem Internet und der Macht der digitalen Disruption. Wie immer ist jeder Nutzer selbst gefragt, wie weit er mitgehen möchte.
    http://spiegel.de/netzwel…worden-a-862840.html

  4. @Bätschman
    Ich denke mal, es steckt noch mehr in dem ganzen Internetthema als nur weitere 100 verschiedene Apps in den nächsten Jahren. Dises Gefühl ist irgendwie schon auch in den Leuten, mit denen ich in Kontakt bin, vorhanden und sie versuchen auch durch Diskussionen davon eine Vorstellung zu bekommen. Es ist aber nicht so, dass es dabei um irgendwelche Erlösungs-Philosophien geht, sondern schlicht darum, mental auf die kommenden “Umbrüche” vorbereitet zu sein.

  5. Wir Menschen sollten uns zu gut sein, um uns von Google prägen zu lassen !!

  6. Hallo Martin

    Grundsätzlich hast du sicherlich recht mit deiner Analyse. Google ist in vielen Bereichen dabei, sich eine marktbeherrschende Stellung aufzubauen, die zunehmend unser Alltagsleben beeinflussen wird. Vieles davon bekommen wir gar nicht mit, weil wir nur die Produkte kennen. Aber was für eine ausgefeilte Technologie zum Beispiel hinter dem Google Glass Projekt steckt – das sehen wir nicht. Das Produkt ist immer nur die Oberfläche; das eigentliche wertvolle für Google ist die dahinterliegende Technologie. Und da haben sie eine gewisse Alleinstellung erreicht.

    Dennoch habe ich keine Angst vor Google. Es hat im Kapitalismus ganz andere Unternehmen gegeben, mit denen verglichen Goolge immer noch klein ist, wie z.B die Standard Oil Company von Rockefeller. Und wo ist die jetzt? Oder Microsoft oder Nokia?
    Kein Unternehmen hat es bis jetzt geschafft, dauerhaft einen Markt zu beherrschen. Auch Google wird das nicht schaffen.

    Gruß

    Ralf

    • “Kein Unternehmen hat es bis jetzt geschafft, dauerhaft einen Markt zu beherrschen. Auch Google wird das nicht schaffen.”

      Ja eigentlich sehe ich das ähnlich. Aber “Dauerhaft” ist ein dehnbarer Begriff. Bereits zehn Jahre marktbeherrschend könnten in dem Segment, um das es hier geht – das sich in jeden letzten Winkel unseres Lebens erstreckt – problematischer sein als die Dominanz einzelner Industriekonzerne. Oder ist das eine Überbewertung?

    • Im Gegenteil! Das ist eine Untertreibung. Speziell in dieser Branche!

  7. Das ist meiner Meinung nach keine Gefahr was sich rund um Google abspielt sondern eine ganz natürliche Sache.
    Es ist sogar sehr gut und wünschenswert das nur einer oder wenige Konzerne diese Richtung gehen, da es am Ende egal ist, ob es 1000 Firmen für ein Produkt gibt oder nur eine, das wichtigste muss immer die Qualität des Produktes und Service sein.

    Und da wir sowieso hin zu einer Geldlosen und freien Gesellschaftsform gehen, sind die genannten Gefahren nicht mehr gegeben, da allen alles gehört und in diesem Sinne es jedem gleichgültig sein kann, ob das eine von Firma X oder Y etc… hergestellt wird.

    Am Ende zählt eben nur die Qualität und der Wille der Mehrheit.

  8. So viele Aspekte des Lebens und alle hängen an einem Account. Da wird einem schwindelig…

  9. Ach so, Google hat eine Markt beherrschende Stellung, aber kein Monopol. Na dann ist ja alles bestens.

    Genau wie Microsoft in den 90-ern, gelle?

    • Du konntest als Normalo in den 90ern quasi gar keinen Rechner kaufen, der nicht unter Windows lief. Imo ist das bisher nicht mit der Google-Situation vergleichbar.

  10. Schön geschriebener, einleuchtender Artikel!

    Aber bitte verpasst netzwertig.com (und den anderen Blogs) endlich mal eine optische Kur! Größere Serifen-Schrift wäre wirklich zeitgemäßer und angenehmer für’s Auge, wie ich finde.

  11. “Ich frage mich, ob die Google-Oberen beim Blick auf die Liste der manngifaltigen Vorstöße des Unternehmens selbst erkennen, in welch gefährliche Gewässer sie sich mit der angestrebten Allgegenwärtigkeit bewegen.”

    Wo finde ich denn diese Liste der “mannigfaltigen Verstöße des Unternehmens” ?

    Ich glaube, dass es diese Liste nicht gibt, und wenn doch, dann ist sie nur sehr kurz. Denn “Google is not evil” ist kein Witz, sondern Strategie: Google bietet kaum Angriffsflächen, weil sie so wenig böse wie möglich handeln.

    Und weil das ja doch das ist, was alle “Gutmenschen” — egal welche politische Kaste sie vertreten — befürworten und fördern wollen, genau deshalb ist eine Anti-Google-Diskussion auch immer so kontrovers.

    Ich ärgere mich z.B. jeden Monat aufs Neue, dass die Kosten für meine AdWords-Kampagne langsam aber doch auffällig stetig steigen. Aber ich kann google keinen Vorwurf machen, denn der Markt macht die Preise und daraus entstehen letztendlich meine Kosten.

    Google nutzt das natürlich für sich aus, aber google selbst macht nicht die Preise, sondern überlasst es einem Auktions-Algorithmus.

    Google ist einfach cleverer als die Anderen. Und diese Cleverness bewirtschaften sie.

  12. ……..ich habe beim Lesen des Artikels zuerst gedacht es wäre ein Text mit Ironietags.

    Entschuldigung, auch wenn hier auf netzwertig sicher die Tech und Nerdthemen überwiegen, sollte doch ein wenig mehr Sachlichkeit, Wissen und kritische Bewertung in einem so groß aufgehängtem Artikel über Google erscheinen.

    Nur ein Zitat aus dem Artikel der mir aufstößt,
    “Eine Firma kartellrechtlich zu belangen, weil sie durch hervorragende Produkte den Wettbewerb hinter sich lässt, würde kein gutes Signal an die Wirtschaft senden.”
    Gerade Produkte werden im Kartellrecht nicht bewertet. Ob hervorragend oder schlecht.

    Und sollte doch zumindest im Ansatz versucht werden Google differenziert zu betrachten;
    wie die
    Produkte und Services und die versprochenen Leistungen.
    Die Produkte und Services im Vergleich zu den Mitbewerbern.

    Die Auswirkungen der Produkte und Services auf den Markt und die Mitbewerber
    Die Auswirkungen der Produkte und Services auf die Gesellschaft.
    Und wie setzt Google Produkte im Markt um.
    Die Methoden und Ziele.

    Einfach nur schreiben, “zu gut” oder “schlicht besser” reicht mir 2013 nicht mehr?

    Ich bin kein Google Fan und auch kein sog. Google Gegner.
    Nur eine differenzierte Betrachtungsweise sollte nicht nur bei der Atomindustrie,
    Lebensmittelindustrie, Finanzindustrie sondern auch und gerade bei der Internetindustrie
    gegeben sein.

    Und wer sich mit Google beschäftigt, wer hinter die Kulissen schaut, wer mit Google eine geschäftliche Beziehung hat(te) sieht nicht nur den sauber aufgeräumten Bildschirm und die smarten Produkte.
    Ohne hier jetzt in Detail zu gehen, dagegen war die Finanzindustrie bis 2007/8 oder die Zigarettenindustrie ein Kindergarten.
    Aber die machen ja auch keine hervorragenden Produkte mehr, plötzlich.

    P.S. Der von mir sehr geschätzte Philipp Klöckner hat auf seinem Blog pip.net, einen sehr sachlich und hochqualifizierten Blick auf einen Teil der Google Service geworfen.
    Sehr lesenwert.

  13. @ Robert
    Diese Liste steht im ersten Absatz.

    @ michael

    Ich wüsste nicht, was an dem Text nicht differenziert ist. Googles Produkt sind den der meisten Konkurrenten überlegen, egal wie sehr man dort die kritische Brille aufsetzen will. Sauber ist sicher nicht alles. Aber das gilt für sämtliche der großen Internetkonzerne. Und überhaupt für wahrscheinlich allen großen Firmen.

    • Oh, ich hatte “Verstöße” statt Vorstöße gelesen. So liest sich Deine Aussage plötzlich ganz anders ;-)

    • Ah ok ;)

    • Wichtig ist an dieser Stelle die Begriffe “differenziert” und “neutral” zu trennen.

      Ist der Text differenziert? Vielleicht.
      Ist der Text neutral? Mitnichten.

    • “neutral” soll er auch nicht sein.

    • Dann habe ich das Prinzip dieses Blogs verkannt und streite ihm den Begriff “Nachrichten und Informations”-Medium ab.

      Schade.

    • Du glaubst, dass es neutrale Blogs gibt? Und überhaupt: neutralen Journalismus? Zeig mir den mal.

    • Neutral = weniger bewertend

      Phrasen wie

      “…wäre noch eine Untertreibung…”
      “…der Konzern aus Mountain View einziger ernstzunehmender Anbieter…”
      “…Damit schließt sich der Kreis aus…”

      Und das sind nur Teile aus den ersten beiden Absätzen.
      Es wäre besser gewesen das ganze als Kommentar zu titulieren mit dem Titel “Google – Eine Liebesgeschichte.”

    • Ein Blog ist nie neutral sondern immer auch eigene Meinung. Komisch dass dir das entgangen ist.

      Übrigens gilt dies auch für die Mainstreammedien. Die versuchen zwar vorzugeben, objektiv oder neutral zu sein, aber das ist nur Fassade. Allein die Wahl der Themen ist bereits ein Statement.

      Anyway, falls es dir bei der Orientierung hilft: Jeder Beitrag bei netzwertig.com ist nicht nur Informationsvermittlung sondern auch Kommentar. Weshalb wir es nicht jedes Mal neu anmerken müssen ;)

    • Streitet ihr euch hier über die Neutralität des Blogs? Wer nur Fakten will, soll sich die verschiedenen Meinungen ansehen und sich die Fakten herauslesen. Einen neutralen Blog gibt es nicht – den würde niemand lesen, da er so “trocken” wäre. Einige mögliche Konsequenzen und bisherige Ergebnisse kristallisieren sich aus deisem Artikel jedoch klar heraus und es ist ein guter Denkanstoss, sich mit diesem Thema weiterhin zu beschäftigen.

  14. …ok dann gehe ich kurz auf deine erwähnte Liste ein,

    Selbstfahrende Autos,
    Ein Prototyp, der auch bisher zu ca. 60% nicht so funktioniert wie er es sollte. (lt.Google)
    Es von BMW und der VW Group seit ca. 15 Jahren Prototypen mit besseren Ergebnissen.

    die revolutionäre Cyberbrille Google Glass,
    bisher ein Prototyp, (gab es auch als Designstudie u.a.bei Apple und Samsung)
    alleine aus rechtlichen Gründen (was google bekannt ist) würde ein solches Produkt in vielen Ländern nicht zugelassen

    eigene Ladengeschäfte,
    werden in Absehbarer Zeit nicht realisiert, (Aussage Google)
    im vergleichbarem Segment gibt es schon seit Jahren die Apple Stores und auch ein paar Samsungs

    Tablets und Smartphones unter eigener Marke,
    eine Marke unter vielen, die sich erst noch am Markt behaupten muss. (gegen Apple, Samsung,..+ der ChinaClones)

    das mobile Betriebssystem Android,
    Das ist gut bis sehr gut.

    der intelligente Mitdenkdienst Google Now,
    mehr oder weniger eine Beta, so wie Siri von Apple

    das Cloudbetriebssystem Chrome OS mit dem jetzt vorgestellten Flaggschiff-Rechner “Pixel”,
    bisher noch nicht im Markt präsent, auf die Marktanteile gesehen

    das soziale Netzwerk Google+,
    im Vergleich zu …facebook oder..?
    von den Nutzerzahlen weitere Hinten und im Vergleich zu anderen Diensten auch nicht sonderlich
    innovativ und hervorragender.

    das Videoportal YouTube,
    Marktführer

    Gmail,
    ein Dienst der keine hervorragenden Einstellungsmerkmale zu Diensten der Mitbewerber hat.

    der Browser Chrome,
    einer von vielen, auch sind seine Merkmale keine hervorragende Alleinstellung im Markt

    die Office-Suite Google Apps samt dem Cloudspeicher Google Drive,
    ja die Office Suite und die Apps
    Claodspeicher gibt es ja wie Sand am Meer und auch mit besseren und hervorragenderen Merkmalen,
    es hängt ab welche Präferenzen bevorzugt werden

    ein geplanter Musikstreamingservice à la Spotify,
    geplant

    Google Maps
    Marktführer, ja gut bis sehr gut

    Also ich habe Deine Liste nur mal kurz aufgenommen und die Merkmale nicht großartig bewertet.

    Aber nun wirklich Hand auf Herz;
    geplante Ladengeschäfte? was ist daran hervorragend und der Konkurrenz überlegen?
    Die sind (waren) geplant.
    Oder die Autos? Das sind Prototypen.
    Das gilt auch für die Brille.

    Google betreibt mittlerweile ein hervorragendes Marketing, offensichtlich hat man sich Apple zum Vorbild genommen.
    Die Mehrzahl der Produkte der oben aufgeführten, sind nicht neu, nicht innovativ und auch nicht hervorragend gegenüber der Konkurrenz und kommen aus vielen Gründen nicht auf den Markt.
    Was man Google sicher zu Gute halten kann ist das Sie den Mut haben Produktentwicklungen versuchen, und diese offen propagieren und dann auch wieder einstellen, siehe Goggle Wave, plus eine ganze Reihe von eingestellten nicht hervorragenden Produkten in 2012.

    Sorry, ich möchte kein Google Bashing betreiben, das gilt auch für Apple oder Samsung oder,…
    Alle haben Produkte die in bestimmten Bereichen ein Alleinstellungsmerkmal haben, in anderen Bereichen/Leistungen der Konkurrenz gegenüber abfallen.
    Einfach zu behaupten ein Unternehmen hat die Produkte die allen andern Produkten und Unternehmen überlegen sind, ohne Fakten zu nennen ist gelinde gesagt, unsachlich.
    Aber vielleicht habe ich den tiefen Sinn deines Artikels auch nicht verstanden, dann entschuldige ich mich.
    Oder ich bin einfach schon zu lange auf dieser Welt und im Business ;-)

    P.S. und wir müssen das hier im Forum auch nicht weiter ausdiskutieren, das wird sonst nur noch langweilig für Mitlesende

    • Achja, solche ausführlichen “Listen” werden wirklich schnell langweilig. Wo war da jetzt nochmal Dein Punkt? ;-)

  15. Ich denke, dass diese Gefahr (Datenschutz) absolut überbewertet wird. Es interessiert mich sehr wenig, ob Google weiss, was ich Esse, Trinke, Maile, Suche und was mich Interessiert. Auch wenn einmal jemand meine persönlichen Daten “stiehlt” interessiert mich dies sehr wenig. Super, ein Iraner / Chinese, .. weiss nun, dass ich am liebsten Himbeereis esse und ab und zu Fussballspiele.. und wenn er will, kann er mich Anrufen und mit mir einen Latte Macciato trinken..

    Diese Funktionen nützen mir jedoch sehr viel, da ich nun keine Werbung mehr für Viagra erhalte, sondern Jobangebote oder Tech-Spielzeuge, welche mich wirklich interessieren

  16. Es geht darum, welche Verwundbarkeitsmuster sich aus Deinen angeblich so irrelevanten Daten entnehmen lassen. – Welche Newsletter beziehst Du? Ist einer drunter, der drauf schließen lässt, wo Du Dein Online-Banking betreibst? Ist Deinen Mails mit einem intelligenten Retrieval zu entnehmen, ob Du Kinder hast, und wie alt? Ob Du Erziehungsversager, Überbehüter, väterlicher Ehrgeizling bist? Und so weiter.

    • Wo ich mein “Online-Banking betreibe” ist ziemlich einfach aus der von mir mitgeteilten BLZ abzulesen – als Unternehmer muss ich ja mehr oder weniger direkt für ständigen Input an diesem Konto sorgen *ggg*. Damit sind die Kontodaten schon fast public domain, was bringts Dir jetzt?

      Der Rest – ja nun, es ist der dümmste und total fehl-leitende Irrglaube unserer Zeit, dass einzelne Datensätze so stark monetär von den pösen multinationalen Konzernen ausgeschlachtet werden. SO läuft das ja garnicht.

      Der psychotische Stalker, der ganz konkrete einzelne Personen im Visier hat, der schaut nach Kriterien wie Du sie genannt hast.

      Der Konzern, der versucht, zielgerichtete Werbung anzubieten, der schaut danach in den Daten seiner Nutzer Muster, Grenzen, Abgrenzungen und daraus resultierende Clustern zu sichten und zu nutzen.

      Und Du persönlich hast offenbar gerade familiäre Probleme, wo Du doch das hier in 4 von 6 Beispielen einbringst. Wenn wir das “Alimente zahlen” dazu nehmen kommen wir auf 5 von 6 Beispielen, die tief blicken lassen.

      Wenn man seinen Verstand aufnahmebereit hält, dann schreit die ganze Welt nur so vor verwertbaren Daten — auch ganz ohne Internet.

    • Robert hat recht, der “psychotische Stalker” wird völlig überbewertet. Meiner Ansicht sind diese Ängste noch Überbleibsel aus der “guten alten Zeit”, in der es erste Bürgerspflicht war “Ruhe zu bewahren”, sich also nicht öffentlich zu äußern und gefälligst in seinen vier Wänden zu bleiben.

  17. Was natürlich jetzt in so einer Situation ganz wichtig is, man hat die kommenden und auch einige mögliche probleme jetzt einigermaßen sicher erkannt…. es wird irgendwann so in etwa eintreten und wir müssen jetzt wie immer wieder alle gemeinsam die info aufnehmen, in ruhe die nächsten jahre zuschauen bis alles eintritt, dann die klarheit und die angst schön verbreiten und über eine lösung nachdenken, dann einsehen das nix mehr zu machen is und einfach alles hinnehmen und wortlos alle zusatzkosten zahlen und ja nich irgendwo seine meinung laut äußern und auffallen… Selbst wenn Google so viel geld hätte das man dort schon die gebäude mit geldscheinen dämmt, hier in deutschland stehen sie damit auch nich über dem Gesetz… Und wenn sich dann nich wieder alle von einer krebskranken Erbse oder sonstiges ablenken lassen und mal lieber alles im Blick behalten, is dann auch die möglichkeit da zu verhindern das heimlich ein paar stolze summen die besitzer wechseln und kurz danach aus dem nix und für alle unbemerkt die passenden brücken auftauchen die alle steine aus dem weg räumen für solche unternehmen und am ende der brücke wartet dann noch als kleine aufmerksamkeit ein kobolt mit ner dicken pallette bundesbank goldbarren und ein begrüßungsumschlag vom einwohnermeldeamt mit allen Bürgerdaten….:D Aber selbst dann bleibt zuschauen die einzige waffe der deutschen und das meckern wenn mans unbemerkt kann…. Mit großen Schritten zum dummen Bauernvolk…leider war ;)

  18. Google ist “zu gut für diese Welt” auch deswegen, weil es keine derart umfassenden ebenbürtigen Konkurrenten hat. Deshalb kann es sich auch mit der Weiterentwicklung seiner komplexen Produkte Zeit lassen, zum Nachteil für die Nutzer. Ein Beispiel dafür ist für mich das Thema Google und Fotos und Panoramio. Die verstärkte Integration von Fotos in Google+ hat zwar durchaus auch Vorteile, aber den viel größeren Nachteil, dass sie dort im großen Netzwerk untergehen. Besser wäre m.M. ein eigenes originäres Foto-Netzwerk, in dem es wie bei Youtube um Videos nur um Fotos geht. Eine Möglichkeit dafür wäre das bisher community- und netzwerkmäßig weitgehend brachliegende Panoramio. Einen richtigen Fotofeed wie in Instagram gibts dort meines Wissens garnicht. Mit Google+ verknüpfen könnte man ein Panoramio-Fotonetzwerk ohne Mühe. Panoramio hätte auch den Vorteil der Verknüpfung mit Geofotos in Google Maps und Earth, getaggt werden dort eben weiterhin nur Geofotos. Jedenfalls stünde Google ein richtiges ausgereiftes Foto-Netzwerk auch gut zu Gesicht.

  19. Google ist nicht schlecht, aber Augen auf, Nachrichten an ….. Google steckt mitten in einem Nachrichtenskandal. CIA, ……..Leider geht es auch hier wirklich nur um die Kohle. Alles fängt mit einem guten Willen an, aber der Mensch hat ein verstecktes Gen – die Gier. Grüße vom Bodensee

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