Neues Startup der wer-kennt-wen.de-Gründer:
dawawas will Gruppen das Teilen von Fotos vereinfachen

Mit dawawas schicken die Gründer des sozialen Netzwerks wer-kennt-wen.de einen kostenlosen Service ins Rennen, der über eine Browserversion und mobile Apps für verschiedene Plattformen das Teilen von Fotos besonderer Ereignisse erleichtern soll.

Es gibt ungefähr eine Million Möglichkeiten, Fotos ins Netz zu laden und dort mit Freunden zu teilen. Mindestens. Doch genau diese Vielfalt ist für viele User ein Problem: Sie wollen einfach nur eine simple, benutzerfreundliche Lösung, die über möglichst viele Plattformen erreichbar ist und ihre Privatsphäre-Anforderungen erfüllt. Selbst die populärsten Anbieter für Foto-Sharing wie Facebook oder Dropbox besitzen Schwächen, sind beispielsweise ungeeignet dafür, gemeinsam mit anderen Fotosammlungen anzulegen, oder bieten zu viel Funktionalität abseits des Fotothemas.

Patrick Ohler und Fabian Jager, die zwei Gründer des einstmals sehr erfolgreichen deutschen sozialen Netzwerks wer-kennt-wen.de, sehen noch viel Raum für Verbesserungen und haben mit dawawas ein neues Startup lanciert, das Nutzern jedes Erfahrungslevels ein digitales Zuhause für “ganz besondere Momente” bieten soll. Nach mehreren Monaten in der geschlossenen Testphase steht dawawas, das derzeit völlig kostenlos ist, nun allen Anwendern offen.

dawawas erlaubt das Kreieren von Foto-Alben in der Cloud, die sich mit Schnappschüssen befüllen lassen – alleine oder gemeinsam mit anderen. Über die Webversion auf dawawas.de und Apps für iPhone, Android, Windows 8 sowie einige Smart-TVs erhalten registrierte Mitglieder Zugriff auf ihre Fotos, können neue, “Erlebnis” genannte Alben anlegen, weitere Bilder hinzufügen oder Freunden, Bekannten und Verwandten Zugriff gewähren.

Der Fokus von dawawas liegt nicht auf spontan entstandenen Fotos des Alltags sondern auf Ereignissen, die in der Gruppe erlebt wurden und deren visuelle Eindrücke auf den Smartphones und Kameras verschiedener Menschen festgehalten worden sind. Ein integriertes Follower-System ermöglicht Nutzern das Abonnieren von öffentlichen “Erlebnissen”, also Alben, selbst wenn sie zu diesen nicht eingeladen wurden und sie auch nicht besucht haben. Wer per Mail, eindeutigem Link, Facebook oder der internen dawawas-Personensuche zu einem Erlebnis eingeladen wird, erhalt damit das Recht, eigene Bilder zu dem Album beizutragen. Fotos können kommentiert, favorisiert und bei Facebook publiziert werden.

Der Ersteller eines Erlebnisses kann aus verschiedenen Sichtbarkeitseinstellungen wählen. Standard ist immer “Sichtbar nur für Eingeladene”, also der Modus mit der höchsten Privatsphärenstufe. Jedes Album kann als .zip-Datei heruntergeladen werden. Wer es also schafft, bei einer Geburtstagsfeier, Hochzeit oder einer anderen Zusammenkunft, bei der viele Teilnehmer ihre Kamera zücken, alle Fotografen zur Registrierung bei dawawas zu überreden, der kann anschließend in einem zentralen Album sämtliche Bilder hochladen lassen. Dass tatsächlich jeder der Aufforderung zur Registrierung und zum App-Download nachkommt, ist zwar unwahrscheinlich. Patrick Ohler und Fabian Jager hoffen aber darauf, dass durch das selbsterklärende, nett gemachte Interface, die Betonung des Schutzes der Privatsphäre sowie den Serverstandort Deutschland möglichst viele User den kostenfreien Service einmal ausprobieren werden.

Das in Köln beheimatete Startup ist nicht nur auf deutschsprachige Anwender aus. Zum Start wird dawawas auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch angeboten. Im Hinblick auf die Aufregung um Instagrams Geschäftsbedingungen betonen die Rheinländer, dass sämtliche Rechte an den Bildern bei den Nutzern verbleiben.

dawawas macht einen professionellen, durchdachten Eindruck. Man merkt, dass das Gründer-Duo nicht zum ersten Mal ein Startup aufzieht. Die Idee zum “Gruppen-Foto-Sharing” ist dabei natürlich nicht neu. Unzählige Dienste haben sich in der Vergangenheit daran versucht oder sind derzeit in diesem Feld aktiv, darunter etwa internationale Services wie Tracks, Popset oder Pinweel, oder auch der Berliner Dienst 7Moments. Die Vorzüge von dawawas liegen auf den ersten Blick in seiner besonderen Anpassung an Durchschnittsnutzer abseits von Geeks und Hipstern – eine Zielgruppe, mit denen die dawawas-Initiatoren bei wer-kennt-wen.de viel Erfahrung machen konnten – an seiner Präsenz auf den wichtigsten mobilen Plattformen (7Moments bietet nach wie vor nur eine iPhone-App) sowie am prominent in Szene gesetzten Serverstandort Deutschland. Im Angesicht der allgemeinen Datenschutzhysterie, bei der sich verständliche Bedenken mit übertriebener Sensibilität und Prinzipienreiterei vermischen, könnte dies bei einem Service, der Fotos persönlicher Momente in der Cloud sammelt, ein effektives Argument fürs Marketing darstellen.

Co-Founder Patrick Ohler beschreibt die Differenzierung vom Wettbewerb folgendermaßen: “dawawas ist geschlossener als ein Social Network, emotionaler und fokussierter auf Fotos als ein Cloud-Speicherdienst, retrospektiver als Instant Photo Sharing Apps und offener für alle Nutzer als plattformgebundene Services wie iCloud. dawawas soll ein sicherer Ort in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre für die vielen privaten Fotos sein und das Erinnern an schöne Erlebnisse selbst zu einem Erlebnis machen”.

Die Monetarisierung des Dienstes soll über Möglichkeiten zum Erwerb von Fotobüchern und anderen Printprodukten erfolgen. Auch ein Freemium-Modell schließen die Macher nicht aus, versprechen aber, dass die Basisfunktionalität immer kostenfrei bleiben wird.

Finanziert wurde die Entwicklung bisher aus den Mitteln der Gründer. Ein neunköpfiges Team aus freien Mitarbeitern und Praktikanten ist derzeit für dawawas tätig. /mw

Link: dawawas

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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4 Kommentare

  1. Habe mir die iPhone App angeschaut. Rein von Usability und Features sind Apps wie Tracks und Popset 12 bis 18 Monate voraus…und selbst die tun sich schwer.

    • Wobei man sich auch Fragen könnte, ob dieses “voraus sein” am Ende nicht ein Trugschluss ist. Der Normaluser will nicht unbedingt massig Features. Stimmt, die mobile App von dawasas ist extrem simpel und funktionsarm. Ich sehe aber nicht, dass das in diesem Fall per se schlecht ist.

  2. Group-Photo-Sharing hatte ich für mich schon lange auf meiner Liste und dachte immer “Warum kann man das bislang noch nirgendwo gescheit machen??” Cool, dass sich da jetzt was tut.

    ABER:
    Ich finde solche Startups bzw. Ideen in dem Sinne riskant, als dass sie mit einer Leichtigkeit vom Markt gefegt werden könnten: Wenn Facebook oder Google einfach mal eben solch ein Feature in ihren riesigen Ökosystemen freischalten. Zumal man mit Facebook Groups ja auch schon Fotos einer Gruppe freischalten kann.

  3. Naja, es bleibt dennoch ein Cloud-Netzwerk, nur eben für Fotos. Es wäre auch marktstrategisch Unsinn, seinen Dienst anders aufzubauen: http://trendblog.euronics…oud-computing-10106/

vgwort