Post-PC-Ära:
Wieso Tablets für Konsumenten so attraktiv sind

Am Stellenwert von Tablets zweifelt niemand mehr. Mittlerweile dreht sich alles um die Frage, wie schnell sie bei Privatanwendern das Notebook verdrängen.

Ich bin ein bekennender Anhänger der Theorie, dass Tablets (oder Phablets) im Freizeitsegment sukzessive Notebooks ablösen und ganz verdrängen. Nur im Job und für Tätigkeiten, die übermäßiges Schreiben oder ressourcenintensive Prozesse notwendig machen, sehe ich bis auf Weiteres noch herkömmliche Rechner dominieren. In diesen Fällen reichen Tablets im aktuellen Stadium einfach noch nicht aus, wie auch ein Selbstversuch zeigte. Doch für den Großteil der Heimanwender wird sich der Kauf von Notebooks künftig erübrigen, glaube ich. Die Verkaufszahlen für Tablets könnten besser kaum sein: Bereits ein Viertel aller US-Amerikaner und Schweizer nennen ein Tablet ihr Eigen. In Deutschland sind 12 Prozent Tablet-Besitzer. Mittlerweile macht der Tablet-Markt einen Drittel des PC-Markts aus. Auch wenn in vielen Haushalten während einer Übergangsphase Tablets und Notebooks parallel zum Einsatz kommen, werden klassische Rechner mit zunehmender Leistungsfähigkeit der Tabet-PCs zu potenziellen Staubfängern.

Doch nicht jeder teilt diese Meinung. Mein Kollege Jürgen Vielmeier publizerte gestern bei unserem Schwesterblog neuerdings.com eine Art Plädoyer für Notebooks. Kernbotschaft: “Notebooks sind beliebter als ihr Ruf und wir können noch lange nicht auf sie verzichten”. Während er keineswegs die künftige Bedeutung von Tablets für den PC-Markt anzweifelt, fragt er, was so schlimm an Laptops sei, dass man sie unbedingt loswerden müsse. Jürgen sympathisiert mit dem Konzept, verschiedene Geräte für verschiedene Lebenslagen zu verwenden, und er sieht das erstarkende Interesse der Hersteller an Chromebooks als Beleg für seine These, dass Laptops uns noch lange begleiten werden.

Ich glaube, an und für sich ist nichts an Notebooks “schlimm”. Aber hat man sich erst einmal an Tablets gewöhnt und ihre Stärken lieben gelernt, dann erscheinen Notebooks plötzlich schwerfällig, störrisch und zu komplex für die meisten simplen digitalen Handgriffe des Alltags (zur Erinnerung: wir sprechen hier über den privaten Einsatz). Als Besitzer eines iPad 3, eines Nexus 7 und eines Asus Zenbook Notebooks – immerhin ein recht dünnes, leichtes Ultrabook – sehe ich folgende Gründe für meine Annahme, dass Tablets Notebooks in den Haushalten sogar noch schneller verdrängen werden, als es heute erwartet wird:

Tablets sind billiger
Der Einstiegspreis für gute Tablets liegt dank Subventionierung durch die Hersteller mittlerweile bei 200 Euro. Dafür gibt es noch nicht einmal Schrott-Notebooks, geschweige denn gute Geräte. Chromebooks mit ihrer vollständigen Webabhängigkeit sehe ich nicht als geeignete Alternative für den Durchschnittsanwender. Sicher, Tablets besitzen weniger Rechenpower, Anschlüsse und Speicher als wirklich gute Notebooks. Aber für das Gros der Anwender, die sich mit Facebook, E-Mail, Onlinebanking, Shopping, YouTube und dem gelegentlichen Spielchen zur Entspannung begnügen, reicht das gebotene Funktionsspektrum aus.

Tablets sind leicht, dünn und tragbar
Einst waren Notebooks die tragbare Alternative zum Desktop. Heute sind Tablets die tragbare Alternative zum Notebook.

Tablet-Betriebssysteme sind ideal für wenig versierte Nutzer
Speziell für Windows-Nutzer sind die weitaus weniger eigenwilligen, weniger komplexen Betriebssysteme von Tablets ein Segen. Je weniger Einstellungen sich ihnen und dem Internetglück in den Weg stellen, desto besser.

Tablets haben Apps
Ja, mit Windows 8 gibt es nun auch Notebooks mit Apps. Aber wirklich das Gleiche ist dies nicht, zudem stellen die jeweils mehr als 700.000 Apps im Google Play Store und App Store das überschaubare Angebot an Windows 8 Apps in den Schatten. Zwar ist Quantität nicht alles. Aber ein großes Angebot an Apps wird nicht zu Unrecht mit vielen Wahlmöglichkeiten und einer hohen Wahrscheinlichkeit gleichgesetzt, auch Anwendungen der persönlichen Lieblingsdienste vorzufinden.

Tablets sind sexy
Notebooks sind es nicht (mit einige Ausnahmen).

Mit jedem Notebook, das zugunsten eines Tablets im Keller oder in einer Schublade verschwindet, werden Nutzer wieder ein Stück weit zu Konsumenten. Denn die Stärken von Tablets liegen ganz klar im Medienkonsum statt in der Produktion von Inhalten. Insofern könnte das partizipative Internet seine besten Zeiten mitunter sogar hinter sich haben. Das jedoch wird die einzelnen Verbraucher nicht tangieren. Für sie spricht mittlerweile viel dafür, sich ein Tablet anzuschaffen. Ist dieser Schritt erst einmal getan, lautet die nächste Frage automatisch: “Was mache ich jetzt mit dem Notebook?”.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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20 Kommentare

  1. Der Unterschied, du sagst es, liegt zwischen konsumieren und produzieren, aber auch zwischen privat und geschäftlich. Die nach deinem Artikel gefühlten 1%, die noch produzieren, haben in meinen Augen bislang noch keine Alternative. Tabellen kalkulieren, Berichte schreiben, Bilder bearbeiten, Videos schneiden… Klar, das geht auch alles mit einem Tablet, aber es dauert viermal so lange. Das sind Dinge, die man am Arbeitsplatz tut und da lässt sich so schnell nicht auf PCs und Laptops verzichten.

    Was m.E. in vielen Haushalten nicht mehr gebraucht wird, ist der klassische Heim-PC. Der kann in der Tat für viele durch Tablets oder Konsolen ersetzt werden. Deswegen erleben wir gerade diese Umverteilung im Consumer-Bereich. Im Corporate-Bereich wird das länger dauern. Aber klar, auch hier wird man irgendwann bessere Lösungen finden. Wenn Speech-to-Text irgendwann einmal zuverlässig funktioniert, kann zumindest ich als Textproduzent die Tastatur in den Wind schießen und ganz auf das Tablet umsteigen.

  2. So lange ein iPad weder über eine Dateiverwaltung noch über eine Schnittstelle für eine Maus verfügt, kann ich es als Arbeitsinstrument nicht ernst nehmen. Ich liebe es hingegen als Tool im Zug und auf den Sofa.

  3. Du vergisst die Gamer (einerseits Hardcore-3D-Gamer, andererseits Leute, die gern anspruchsvolle Simulationen wie Civilization spielen). Die brauchen schon noch einen PC oder ein Notebook.

    Was hältst du vom SurfacePro? Habe gestern ein Review (von euch verlinkt: http://anandtech.com/show…t-surface-pro-review ) gelesen, das es als superschnelles, aber etwas schweres Tablet mit kürzerer Akkulaufzeit beschreibt – aber eben gleichzeitig als vollwertiges Ultrabook, sobald man die Tastatur dranhängt.
    Könnten diese Hybriden zusammen mit normalen Tablets ausreichen, um das Notebook und den PC tatsächlich zu verdrängen?

  4. @ Ana
    Es geht hier explizit nicht um Arbeit

    @ TvF
    Ja noch reicht den angesprochenen Gamern ein Tablet nicht. Aber in 1 bis 2 Jahren könnte das doch schon ganz anders aussehen.

    Jemand, der nur gamen will, ist heute imo letztlich mit einer Konsole (und einem Tablet) viel besser beraten. Oder?

    Zu deiner Frage bzgl SurfacePro kann Jürgen wohl besser Stellung nehmen, der hat sich damit schon intensiverbefasst. Nach allem, was ich gelesen hab, ist es ein Kompromiss. Und während Kompromisse in vielen Lebensbereichen sinnvoll sind, sind sie im Tech-Bereich nach meinem Eindruck eher ein Rezept für Misserfolg.

  5. 4 Jahre zurück – replace “Tablet” with “Netbook”…

    Es gibt Use Cases, und es gibt Geräte die gewisse Use Cases oder Kombinationen abdecken. Genau wie die Laptops nicht den PC überflüssig gemacht haben, wird auch kein Tablet den Laptop überflüssig machen.

    • Ich verstehe, dass der Vergleich nahe liegt, halte ihn aber für falsch.

      Netbooks waren in keiner Disziplin wirklich gut, sondern in allen Punkten immer nur ein Kompromiss.

      Tablets haben in einer ganzen Reihe von Punkten besondere Stärken. Sie haben auch Schwächen, ja. Aber das hat jedes Produkt, und im obigen Artikel habe ich versucht zu erklären, warum für den Mainstream diese Schwächen zu verkraften sind.

      P.S. Ich würde sehr wohl sagen, dass Laptops den Destkop-PC weitesgehend überflüßig gemacht bzw ihn ersetzt haben. Das ist heute eine Produktgattung für sehr spezielle Use Cases wie bestimmte Kreativarbeiten. Die Marktanteile von Desktops sind doch minimal.

    • “Ich würde sehr wohl sagen, dass Laptops den Destkop-PC weitesgehend überflüßig gemacht bzw ihn ersetzt haben.”

      Ja, aber mit einem Laptop kann man das gleiche machen wie mit einem PC (abgesehen von ressourcenintensiven Spezialfällen).

      Das iPad hat kein vernünftiges Dateisystem. Android steht besser da, aber auch dort laufen keine Windows-Anwendungen.

      Die braucht man aber bis auf weiteres auch als privater Benutzer. Ein Beispiel: Die Software zur Erfassung der Steuererklärung kommt bei uns in der Schweiz als setup.exe daher. Es gibt (wohl noch viele Jahre…) keine Browserlösung.

      Auch will man vielleicht ein paar Dateien zippen und mailen. Das wird schon schwierig ohne Dateisystem.

      Das Tippen geht auch auf einem Tablet mit externer Tastatur. Android unterstützt eine Maus, man kann also “normal” arbeiten.

      Ich bin mit Dir einig, dass für die meisten Anwendungszwecke ein Tablet reicht. Aber für vielleicht 10% benötigt man noch einen PC. Ein Beispiel ist meine Mutter: seit sie ein Tablet hat, schaltet sie den PC nur noch ein paar Mal pro Woche ein. Um Mails zu beantworten, Briefe zu verfassen und Bilder zu bearbeiten.

      Vielleicht wird der Laptop durch Windows-Tablets abgelöst. Die könnte man als vollwertigen PC verwenden wie auch als klassisches Tablet. Aber mit 4h Akkulauftzeit wird das nichts…

  6. Der Mainstream mag zwar zahlenmäßig einen großen Einfluss haben, aber er entscheidet nicht über Fortbestand oder Untergang einer Geräteklasse. Wenn es nach dem Mainstream ginge, gäbe es gar keine privaten Computer. Für den einzelnen ist es sicher sehr oft so, dass der Tablet den PC ersetzen kann. Aber Einzelfälle sind subjektiv. Lass uns über die Zahlen reden. Die meisten Zahlen die man erhält reden leider nur über Shipments – was schwer vergleichbar ist, da Tablets im Schnitt ca. alle 2 Jahre für ein neueres eingetauscht werden, während Laptops eher bei ca. 4 Jahren und Desktop PCs bei einem noch längeren Zeitraum liegen. Und dennoch sind Desktop PCs bei fast doppelt so vielen ausgelieferten Geräten wie Tablets. Den Marktanteil als minimal zu bezeichnen mag von verkäuferischer Seite her Sinn machen, aber die echte Nutzung der Geräte wird damit nicht erfasst, nur der Verkauf. Die interessantere Frage ist doch, wieviele Haushalte in Deutschland haben einen Desktop PC/Laptop/Tablet den sie regelmäßig nutzen. Man könnte aus den Absatzzahlen genausogut die Schlussfolgerung ziehen, dass der Desktop PC Markt sehr viel nachhaltiger geworden ist und nicht mehr alle 2 Jahre ein Chaos-OS mit Millionen Änderungen unterworfen ist. Ob es stimmt, weiss ich nicht, aber die Zahlen geben das nicht her. Es ist populär zu sagen, Tablets verdrängen PCs, weil alle es sagen. In Deutschland haben rund 80% der Haushalte einen “Computer”, wo mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets nicht mitgerechnet werden. Von Ersetzen oder Verdrängen kann also nicht die Rede sein, wenn Tablets auch auf 80% steigt, sondern nur wenn “Computer” gegen 0% sinkt. Aber weder Statistiken zu vorhandenen Geräten noch die zu Absatzzahlen belegen eine solche Tendenz. Denn aus steigendem Absatz von Tablets und stagnierendem Absatz von Desktop PCs, folgt nicht zwingend die allseits heraufbeschworene Ersetzung.

    • Der Desktop-Absatz (Desktops, nicht Notebooks) ist doppelt so hoch wie der Tablet-Absatz? Hast du dafür eine Quelle?

    • Laut Bitkom für 2012 (http://www.bitkom.org/de/presse/8477_71243.aspx):
      * 2,9 Millionen Tablets
      * 15,9 Millionen Smartphones

      Dagegen (http://handelsblatt.com/u…schland/7723204.html):
      “Der PC-Markt in Deutschland ist umkämpft. Der Absatz ist im dritten Quartal 2012 um 19 Prozent auf 2,68 Millionen Computer gesunken”

      D.h. es sollten 2012 insgesamt ~10 Mio PCs
      verkauft worden sein.

    • Also der Desktop Absatz liegt bei ca. 5 Mio Geräten, prognose für 2013 5,4Mio, der Tablet-Absatz wird für 2012 auf 3,2 Mio Geräte geschätzt. (http://golem.de/news/eito…lets-1210-95336.html) Leider bekommt man kaum Aufschlüsselungen welche Privat und welche Beruflich eingesetzt werden. Beachtlich finde ich, dass die Netbook-Zahlen um 30% einbrechen, während Desktop PCs weiter steigen. Ich glaube daher, dass Netbooks eher von Tablets kannibalisiert werden, und sich die Mainstream zwar von Desktop PCs abwendet, es aber immer noch massenhaft experten-usecases (soll beruflich als auch privat), die dem desktop pc noch eine längere zukunft bereiten. Als experten-usecases betrachte ich neben Unternehmen auch die privaten Gamer, Photographen, Musiker, Videokünstler, Grafiker, Programmierer, Bastler, Hacker, Home Officeler, und eigentlich alle die schon vor 2000 einen PC besessen haben. Also die die beim Kauf nicht in erster Linie auf die Farbe des Gehäuses achten.

    • @TvF nee, bei den “Computer”n sind auch immer laptops und server mit x86 eingerechnet…

    • Ich halte einen Blick auf Deutschland in der Frage nicht für sinnvoll, da der hiesige Markt – wie im Artikel erläutert – eher rückständig ist, was die Tablet-Adaption betrifft.

      Aussagekräftige Zahlen zu den globalen Desktop-Verkäufen (minus Notebooks und minus Netbooks) zu finden, gestaltet sich als schwierig.

      Aber laut Canalys waren im Q4 2012 von 134 Millionen Rechnern (Tablets, Notebooks, Desktops) mehr als ein Drittel Tablets.
      http://canalys.com/newsro…ped-q4-2012-was-ipad

      Würde die Aussage “Desktop-Apsatz ist doppelt so hoch wie der Tablet-Absatz” stimmen, dann wären das die restlichen zwei Drittel. Was nicht sein kann, denn Notebooks wurden ja auch noch einige verkauft ;)

      ABER: Ich halte es auch für möglich, dass Tablets zuerst Notebooks verdrängen, während Deskops aufgrund ihrer spezifischen Einsatzszenarien und überlegenen Rechenpower noch deutlich längeren Bestand haben. Bei denen, die sie brauchen.

  7. Ich bin wohl einer der Wenigen, die Notebooks auch privat noch bevorzugen. Ich finde es z.B. viel angenehmer, wenn ich einen Laptop (wie jetzt gerade) auf dem Sofa neben mich legen kann. Ein Tablet müsste ich die ganze Zeit festhalten. Ok dafür gibt es auch für Tablets Lösungen, aber mir ist zudem eine richtige Tastatur 1000 mal lieber. Liegt vielleicht an meinen Wurschtfingern :) Mein iPad hat sich bei mir nicht durchgesetzt, ich sollte es am besten verkaufen.

    • Wenn es nur um die Bequemlichkeit ginge, würden sich alle ein Laptop an einer Dockingstation halten, und diesen bei Bedarf eben abklemmen und mitnehmen. Der entscheidende Faktor warum das nicht alle machen ist doch, dass die Leistung der Laptops und die Flexibilität der Hardware nicht vergleichbar ist. Ich träume davon keinen festgeketteten Desktop PC mehr besitzen zu müssen, aber ein Ultrabook, dass auch nur annähernd dieselbe Leistung liefert, kostet eben dreimal so viel und hat dabei noch ein paar Extra-Probleme. Der Mainstream-Markt braucht keine Leistung, deswegen hatten Netbooks da einen starken Stand, und deswegen werden Tablets und Smartphones da jetzt sehr stark mitmischen. Aber für den Kernmarkt der auf Leistung setzt, ist dies schlicht keine Option.

  8. Wie sich die Tablets weiter entwickeln hängt vielmehr von den Betriebssystemen und der Einstellung der Hersteller zum Nutzer. Im Artikel wurde erwähnt das:

    “Speziell für Windows-Nutzer sind die weitaus weniger eigenwilligen, weniger komplexen Betriebssysteme von Tablets ein Segen. Je weniger Einstellungen sich ihnen und dem Internetglück in den Weg stellen, desto besser.”

    Hier kommt es ganz entscheidend darauf an wie das von den Herstellern umgesetzt wird. Wenn das darauf hinausläuft das der Hersteller der Betriebssysteme am Ende die volle Kontrolle über das Gerät hat und der Nutzer völlig von ihm abhängig ist wird sich auch der unversierteste Nutzer nach Alternativen umschauen. Ansätze dazu sieht man schon bei Apples Zulassungspolitik im App-Store und der Fernlöschung von E-Books durch Amazon.

  9. Tablets werden erst dann richtig interessant werden und Notebooks ablösen können, wenn man alles per Sprachkommandos erledigen kann, bis dahin haben Tablets so gut wie keine Chance sich als führendes Instrument durch zu setzen.

    Da die Vorteile eines Notebooks einfach überwiegen. Der Preis alleine und das Gewicht oder Grösse sind nicht das wichtigste.

    Ich selbst könnte mit einem Tablet nie so produktiv arbeiten wie mit meinen Notebook.

    Wenn wir jedoch mal alles per Sprache (Sprachkommandos) erledigen könnten, dann wäre richtigerweise das Tablet das ideale Ding, bis dahin no chance.

  10. Ich persönlich kenne keinen Haushalt der ein Tablet aber keinen PC/Laptop hat.

    • Das geschieht schleichend. Wenn ein Notebook in 99 Prozent der Falle nicht mehr zum Einsatz kommt, weil alles über das Tablet erledigt wird, dann ist dies eine Quasi-Abschaffung, selbst wenn das Notebook noch nicht entsorgt wurde (wozu ja keine Not besteht).

  11. Eine entscheidende Frage bleibt hier außen vor: Was will ich mit meinem Gerät anfangen? Will ich einfach nur online sein, Facebook und Twitter nutzen oder mich ein wenig informieren? Bin ich viel unterwegs und will online erreichbar sein? Dann ist das Tablet das Gerät meiner Wahl. Wer aber ernsthaft mit dem Rechner arbeiten will – längere Texte schreiben, Bilder bearbeiten, Pläne schreiben und Videos schneiden – der wird sich auch in Zukunft lieber ans Laptop setzen. Es ist wie beim Auto. Der geräumige Kombi für die Urlaubsfahrt, das spritzige Cabrio für den Wochenendtrip. Ein Tablet wäre in diesem Fall das Cabrio. Es ist sexy (wer’s mag), sportlich, kann aber eben nicht alles. Und das hat was mit seiner Bauform zu tun, nicht mit der Software…

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