Reichweitenstarke Kooperation:
barcoo und Sqwallet bringen
mobiles Bezahlen voran

8,9 Millionen Mal wurde der mobile Barcode-Scanner- und Produktguide des Berliner Startups barcoo schon heruntergeladen. Dank einer Kooperation mit Sqwallet erlaubt die App künftig das Bezahlen mit dem Smartphone.

Der Markt für mobiles Bezahlen ist unglaublich fragmentiert. So sehr, dass selbst Experten, die sich mit dem Thema täglich intensiv befassen, Schwierigkeiten dabei haben, den Überblick zu behalten. Branchenkenner André M. Bajorat, von dem dieses Geständnis stammt, legt sich dennoch weiter ins Zeug, seine Übersicht über neue Payment-Anbieter am Point of Sale aktuell zu halten.

Die Fragmentierung hat den immensen Nachteil, dass sie den Durchbruch alternativer Bezahlverfahren, die Bargeld und das Zücken der Kreditkarte überflüssig machen, verlangsamen. Anstatt dass einige wenige Anbieter im besten Fall Millionen Nutzer vorweisen und damit eine positive Sogwirkung generieren können, teilen sich Dutzende Startups und Firmen den noch sehr kleinen, weil für Verbraucher völlig neuen Kuchen und stehen sich damit gegenseitig im Weg. Für Konsumenten erscheint es angesichts der Vielzahl der miteinander konkurrierenden Systeme, der variierenden Verfügbarkeit einzelner Lösungen in ihren bevorzugten Geschäften und der fehlenden Erfahrungsberichte aus ihrem Umfeld mitunter einfacher, doch weiter mit Münzen, Scheinen oder der EC-Karte zu bezahlen.

Ein angemessener Weg, um aus diesem Dilemma auszubrechen, ist die Integration von mobilen Bezahltechnologien in reichweitenstarke mobile Applikationen, die von Nutzern regelmäßig am Point of Sale, also direkt im Geschäft, genutzt werden. In Deutschland kommt hierfür kaum ein Dienst besser in Frage als der aus Berlin stammende Barcode-Scanner und Smartphone-Produktguide barcoo. Mit dessen iOS- und Android-App wird ab Anfang März das Bezahlen an der Kasse möglich sein.

Obwohl barcoo zu den erfolgreichsten Berliner Startups der letzten Jahre gehört, fehlt es häufig in den Aufzählungen der Vorzeige-Internetfirmen aus der Hauptstadt. Dabei wurde die App des 2007 von Tobias Bräuer, Martin Scheerer, Tarik Tokic und Benjamin Thym gegründeten Unternehmens mittlerweile bereits 8,9 Millionen Mal für iOS, Android und Samsung Bada heruntergeladen – und das, obwohl sie lediglich in Deutschland und Großbritannien verfügbar ist. barcoo liefert per Barcode-Scan Produktinformationen, Preisvergleiche und Testberichte zu Produkten und gibt damit Konsumenten die notwendigen Werkzeuge, die sie für durchdachte Kaufentscheidungen benötigen. Die Monetarisierung erfolgt über Werbeeinblendungen auf Produktprofilen innerhalb der App.

Über eine Kooperation mit dem Smartphone-Paymentservice Sqwallet erhalten barcoos Apps die Fähigkeit, nicht nur Produktinformationen abzurufen, sondern Einkäufe auch direkt bargeld- und kartenlos zu bezahlen. Bei Sqwallet handelt es sich um eine auch eigenständig angebotene, QR-Code-basierte iPhone-Anwendung zum mobilen Bezahlen des Berliner Payment- und Abrechnungsspezialisten mr. commerce. Registrierte Nutzer, die ihre Kontodaten bei Sqwallet hinterlegt haben, erhalten an der Kasse in mit Sqwallet zusammenarbeitenden Geschäften einen QR-Code angezeigt, den sie mit ihrem Smartphone scannen. Daraufhin wird ihnen auf dem Display der abzubuchende Betrag angezeigt, den sie noch mit ihrer persönlichen Sqwallet-Pin bestätigen. Auch Onlineshops können das System integrieren, Anwender scannen den QR-Code dann vom Bildschirm ab, um gekaufte Produkte zu bezahlen.

Sqwallet, das im Herbst vergangenen Jahres an den Start ging, zieht mit barcoo einen dicken Fisch an Land. Nicht nur befindet sich die App der Berliner laut barcoo-Chef Benjamin Thym derzeit auf 4,8 Millionen Smartphones in Deutschland, sondern kommt vorrangig genau dort zum Einsatz, wo auch Sqwallet sein primäres Einsatzgebiet findet: im Handel. Außerdem sind barcoo-Anwender bereits mit dem Prinzip des Scannens von Barcodes vertraut, weshalb ihnen das Scannen eines speziellen QR-Codes an der Kasse zum Zwecke des Bezahlens nicht zu sehr wie Hokuspokus vorkommen dürfte. Für Verbraucher ist die Nutzung von Sqwallet – egal ob über die eigene Sqwallet-App oder barcoos Anwendung – kostenlos. Händler, die Sqwallet verwenden, zahlen dafür Gebühren an den Zahlungsspezialisten. Für barcoo wiederum springt eine kleine Transaktionsgebühr heraus, wenn Nutzer die Sqwallet-Integration verwenden.

Bisher hält sich die Zahl der Geschäfte in Deutschland, in denen mittels Sqwallet eingekauft werden kann, noch in Grenzen – auf seiner Website nennt Sqwallet keine Namen, wir haben per Mail um eine Konkretisierung gebeten. Durch die Einbettung bei barcoo bekommt das Unternehmen aber ein neues Argument für die Verhandlungen mit Läden an die Hand: Während diese zwar nicht verhindern können, dass Kunden am PoS mit barcoo Preise von Produkten vergleichen, so obliegt es ihnen, die Entscheidung für einen Kauf an Ort und Stelle positiv zu beeinflussen. Etwa indem sie dem Gespann barcoo-Sqwallet mit offenen Armen begegnen und Kunden das Bezahlen mit dem Smartphone und der ohnehin geöffnetne barcoo-App erlauben.

Es sind sinnvolle Vorstöße wie dieser, die mobiles Bezahlen sukzessive in das Bewusstsein einer wachsenden Zahl von Händlern und Konsumenten bringen.

 

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