GEMA vs YouTube:
Die deutsche Isolation hat keine Zukunft

Der Streit zwischen der GEMA und YouTube nimmt kein Ende. Selbst wenn beide Seiten ihren Teil zu der Misere beitragen: Die GEMA muss erkennen, dass eine deutsche Isolation keinen dauerhaften Bestand haben kann.

Ganz Internetdeutschland hegt einen Groll gegen die Verwertungsgesellschaft GEMA. Oder zumindest die Millionen Nutzer, die sich ab und an ein Musikvideo bei YouTube anschauen wollen. Denn in der Mehrzahl der Fälle sehen sie anstatt des Clips einen Hinweis, dass das Video aufgrund der GEMA in Deutschland nicht gezeigt werden kann. Eine aktuelle Auswertung der Agentur OpenDataCity soll zwar eigentlich auf YouTube-Konkurrent MyVideo aufmerksam machen, belegt aber auch eindrucksvoll, wie stark der anhaltende Rechtsstreit zwischen YouTube und der GEMA um die Lizensierung von Musikvideos den Nutzern des weltweit und in Deutschland führenden Videoportals Steine in den Weg legt: Mehr als 60 Prozent der beliebtesten YouTube-Videos sind in Deutschland aus lizenzrechtlichen Gründen nicht verfügbar. Der Schnitt bei allen untersuchten Ländern liegt bei 18,8 Prozent – auf dem zweiten Platz weit hinter Deutschland platziert sich der Südsudan mit 15,3 Prozent nicht verfügbaren Top-1000-Videos. In der Schweiz sind nur 1,2 Prozent der Clips gesperrt, in Österreich 1,1 Prozent.

Die GEMA selbst stört sich daran, dass YouTube in seinen Sperrhinweisen der Form „Dieses Video ist in Deutschland nicht verfügbar, weil es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden” die Schuld auf die Verwertungsgesellschaft schiebt und ihr damit im ganzen Land Feinde macht. Denn sie sei sehr wohl dazu bereit, YouTube die erforderlichen Rechte einzuräumen – zu Konditionen, die Googles Videoportal nicht gefallen. Weil sich beide Parteien bisher nicht einigen konnten, setzt YouTube daher seit längerem auf eine präventive Sperrung vieler Musikvideos, inklusive Hinweis für die Nutzer, wem sie den fehlenden Musikspaß zu verdanken haben. Mit einer Abmahnung will die GEMA YouTube dieses Druckmittel zur Stimmungsmache gegen die Verwertungsgesellschaften nun abgewöhnen. Zuvor hatte YouTube die Verhandlungen mit der GEMA abgebrochen.

Beide Seiten sind schuld

Genau betrachtet liegt die Schuld für die Misere auf beiden Seiten. YouTubes Sperrhinweis suggeriert, die GEMA stelle sich grundsätzlich gegen das Streaming der Clips von von durch sie vertretenen Künstlern. Das ist in der Tat nicht fair. Korrekter wäre ein Vermerk, dass die GEMA und YouTube sich nicht auf eine Vergütungshöhe einigen konnten, weshalb Nutzern das Video vorenthalten werden muss.

Doch auch die Position der GEMA muss in Frage gestellt werden. Sie verlangt 0,375 Cent pro abgerufenem Videostream. Laut sueddeutsche.de deutlich mehr als in anderen Ländern. Und “andere Länder” ist hier das Stichwort: Selbst wenn die GEMA – die als Institution wahrlich nicht unumstritten ist – einen maximalen Ertrag für die vertretenen Künstler rausholen möchte und dazu ihre starke Position als weltweit mächtigste Verwertungsgesellschaft in die Waagschale wirft, so sollte sie dabei globale Trends nicht außer Acht lassen. Das macht sie aber, indem sie Deutschland in die Rolle eines Einzelkämpfers zwingt, der sich partout nicht dem in anderen Märkten gefundenen Konsens zwischen der Musikbranche und den Streamingangeboten anschließen kann.

GEMA-Haltung behindert auch andere Angebote

Die unbewegliche Haltung der GEMA wird nicht nur im Streit mit YouTube deutlich: In der Nacht kündigte der US-amerikanische Spotify-Konkurrent Rdio an, in sämtlichen seiner aktiven Märkte ein kostenfreies On-Demand-Musikstreaming einzuführen. Damit sollen neue Nutzer an das Angebot herangeführt und schließlich in zahlende Kunden verwandelt werden. Nur zwei Länder sind von dieser Regelung ausgenommen: Deutschland und Brasilien. Dort sei man noch in den Lizenzverhandlungen bezüglich einer Gratisversion. Das war man schon vor exakt einem Jahr.

Der französische Konkurrent Deezer hatte sich dagegen vor einem Jahr mit der GEMA auf eine Lizenzvereinbarung geeinigt. Ende 2012 lancierte der Dienst ein zwölfmonatiges Gratisangebot auch für deutsche Nutzer und akzeptierte demnach die unvorteilhaften Tarife der GEMA für kostenfreie On-Demand-Services mit hoher Interaktivität. Bisher blieb Gratisstreaming zu den geforderten GEMA-Tarifen stets ein Verlustbringer, den sich Deezer nur aufgrund einer heftigen Finanzspritze in Höhe von 130 Millionen Dollar leisten kann.

Spotify, der bekannteste Streamingservice, hat trotz seines Deutschlanddebüts inklusive Gratis-Paket im März 2012 noch immer keine Einigung mit der GEMA erzielt – zumindest ist dies der letzte kommunizierte Stand. Auch das schwedische Startup hielt die geforderte Vergütung der GEMA bisher für zu hoch. Einer Sonderregelung im Urheberrechtswahrnehmungsgesetz gestattet dem Unternehmen den On-Demand-Betrieb in Deutschland ohne GEMA-Segen. Nach einer Einigung muss es dann jedoch rückwirkend die seit dem Launch angesammelten Lizenzabgaben abführen.

Die Welt streamt – außer in Deutschland

So sehr die GEMA auch gewillt ist, bei ihrer Strategie bis ins Äußerste zu gehen und von ihrer Vorstellung einer “fairen” Vergütung nicht abzurücken, so schön wäre es, wenn sie einmal über ihren eigenen Horizont hinausschauen würde. Während halbwegs versierte Nutzer in Deutschland gesperrte Videos mittels VPNs, Proxys und Browser-Erweiterungen wie ProxTube verfügbar machen, streamen Anwender in aller Welt munter ihre Lieblingsmusik bei YouTube. Der einsame deutsche Spitzenplatz unter den Ländern mit den meisten blockierten Videos sollte eigentlich Grund genug für die GEMA-Offiziellen sein, ihre Hardliner-Position zu überdenken. Es gibt nämlich keinen trifftigen Grund, warum deutschen Usern vorenthalten bleiben soll, was Anwendern rund um Globus gestattet ist.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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9 Kommentare

  1. Ganz unkommentiert zitiere ich einfach nur §11(2) UhrWahnG, nicht umsonst heißt er auch “Abschlusszwang”:


    (2) Kommt eine Einigung über die Höhe der Vergütung für die Einräumung der Nutzungsrechte nicht zustande, so gelten die Nutzungsrechte als eingeräumt, wenn die Vergütung in Höhe des vom Nutzer anerkannten Betrages an die Verwertungsgesellschaft gezahlt und in Höhe der darüber hinausgehenden Forderung der Verwertungsgesellschaft unter Vorbehalt an die Verwertungsgesellschaft gezahlt oder zu ihren Gunsten hinterlegt worden ist.

    Wenn das verstanden wurde, dann vielleicht einfach noch mal selber darüber nachdenken, was da in dem Artikel geschrieben wurde.

    • Ich sah gerade deine Tweets. Du wirfst mit leeren Behauptungen und einem Paragraphen um dich, ohne das ganze dann aber selbst ausformulieren zu können. Würdest du dies machen, würdest du deinen eigenen Denkfehler erkennen.

      Gemäß deines Twitter-Profils bist du kein Jurist oder Urheberrechtsexperte. Ich auch nicht. Weshalb es eigentlich Schwachsinn ist, über Implikationen von Gesetzen zu diskutieren. Aber du machst es mir recht einfach:

      Abschlusspflicht heißt, dass die GEMA während laufender Verhandlungen nicht Nutzern kategorisch verbieten kann, die Nutzungsrechte wahrzunehmen. ABER: Der Nutzer muss dennoch den insgesamt von der GEMA geforderten Betrag bereitstellen – den freiwillig bereiterklärten sowie die Differenz, die hinterlegt wird. Und sollte am Ende doch die GEMA mit ihren Konditionen einen Abschluss erreichen, dann hat der Nutzer vom ersten Tag an die von der GEMA gewünschte Vergütung in voller Höhe gezahlt.

      Anders als Spotify ist YouTube jedoch nicht bereit, überhaupt die GEMA-Konditionen als Option ins Auge zu fassen. Es will also nicht den Differenzbetrag zwischen dem eigenen Vorschlag und der Forderung der GEMA hinterlegen. Dass wäre jedoch Voraussetzung, damit es legal die GEMA-Clips streamen kann, weshalb es zur prophylaktischen Sperrung der Videos greift.

      Zusammenfassend: YouTube will nicht die Regeln der GEMA bzw. die des UrhWG befolgen. Daraus resultiert, dass der Abschlusszwang der GEMA nicht gilt, denn dieser setzt voraus, das YouTube den Differenzbetrag hinterlegt.

      Mein Eindruck (auch ausgehend von deinen Tweets) ist, dass du den Abschlusszwang falsch verstanden hast. Er setzt voraus, dass der Nutzer die Spielregeln ebenfalls akzeptiert. YouTube tut dies nicht, weshalb die GEMA ihre Rechte nicht einräumen muss, und weshalb YouTube die Clips sperrt.

      Als Nicht-Jurist Gesetzestexte falsch oder unterschiedlich zu interpretieren, passiert schnell. Wie du aber bei Twitter trotz des dünnen Eises, auf dem du dich befindest, deine Klappe aufreißt, ist bedauerlich.

  2. Die GEMA braucht sich nicht zu wundern, dass (fast) niemand sie leiden kann. Wer Kinderlieder auf YouTube sperren lässt, der hat sie doch nicht mehr alle. Man kann es auch sicher übertreiben mit dem deutschen Kontrollierwahn. Echt traurig, dass es wieder mal nur hierzulande an solchen Vereinen scheitert.

    An sich ist die GEMA eigentlich eine tolle Organisation, die versucht die Inhalte der Künstler zu schützen. Nur verstehe Ich nicht, warum sich die Organisation nicht um einen Zentimeter von ihrem Standpunkt bewegt.

    Im Endeffekt schadet der Streit doch beiden. YouTube/Google verdient kein Geld mit Werbung und die Künstler bekommen weniger Aufmerksamkeit.

    Ich glaube auch, dass YouTube einfach nur in Zukunft schaut und sieht, dass der von der GEMA verlangte Preis pro View einfach zu hoch ist. In naher Zukunft wird Google dank AdBlockern und an-die-Werbung-gewöhnte-Nutzer einfach weniger Geld verdienen. Ist doch klar, dass man da nicht willens ist um 0,375 Cent pro View zu zahlen. Sieht man am Beispiel vom Gangnam Style. Das offizielle Video ist in Deutschland verfügbar, es wären sicher um die 100 Millionen dazugekommen, so oft wie das lief. Von den 100 Millionen hätten mindesten (laut Umfragen zufolge) knapp 40 Millionen AdBlocker drin. Bleiben noch 60 Millionen Views. Nun verdient ein Uploader pro 1.000 angezeigten Ads knapp 6 Euro. Das sind 70 Prozent. D.h. Google verdient an 1000 Views 2,57 US-Dollar. Da immer mehr Leute AdBlocker benutzen werden, soll Google bald pro 1000 Besucher nur noch knapp einen halben Dollar bekommen. (Laut the Verge). Wenn dann auch noch die GEMA einen Teil haben möchte, dann sieht’s bald düster aus.

  3. Durch diesen Rechtsstreit der GEMA und youtube leben wir in Deutschland am A…. der Welt. Das ist wirklich ein Trauerspiel. Wir sind leider aus vielem ausgeschlossen. Das müsste aber gar nicht sein wenn man sich werbungsmäßig einigen würde. Denn hier geht es natürlich nur um Kohle.

  4. Sie machen es sich mit dem Verweis auf die Einigungen in den anderen Ländern etwas zu leicht.
    Zum Einen sind die dortigen Konstrukte der VGs anders, als bei uns in Deutschland, sprich oftmals haben Verleger und Labels mehr zu sagen, als die Urheber und zum Anderen sind die Deals alles andere als fair.

    Den Deal mit der PRS (UK-GEMA-Pendant) habe ich kürzlich mal anhand der Zahlen von Gangnam-Style durchgerechnet.
    Das Video hat Google 8.000.000 $ an Einnahmen beschert.
    Legt man nun den Deal mit der PRS zugrunde, dann würden von diesen 8 Millionen gerade mal etwa 120.000 $ an den Urheber fließen. Nennen Sie das einen fairen Deal?
    Nicht umsonst musste der Verantwortliche für diesen Deal bei der PRS seine Hut nehmen.

    Ja, es gibt die Einigungen, aber die meisten gehen zulasten der Urheber und dagegen wehrt sich die GEMA zurecht.

  5. http://youtu.be/fu7qWfLjExo

    Liebe GEMA;…warum kann ich dieses Video, mal wieder nicht in “D” sehen? Mit den Rechten des Künstlers kann es ja hier nichts zu tun haben, denn der Künstler selber hat den Link auf seiner Seite (FB), geteilt. Also sollen wir es ja wohl vom Urheber erlaubt sehen dürfen. Geht es hier wohl nun doch nur um den eigenen Gewinn auf Kosten der Künstler?

    • Frag Youtube.
      Die sperren aus vorauseilendem Gehorsam und oft willkürlich.
      Die GEMA hat explizit nur eine handvoll Titel sperren lassen (idr. alte Schlagerkamellen), weil sie diesen Konflikt eben nicht auf dem Rücken der User austragen möchte.
      YT wurde nur gezwungen diese 10 oder 12 Titel zu sperren, alles andere sperrt YT nach eigenem Gusto, um Stimmung zu machen.

      Das lässt sich auch sehr gut dadurch belegen, dass auch Videos ohne Musik mit dieser Sperrtafel versehen wurden und Videos von Urhebern, bei denen die GEMA nicht die Online-Rechte wahrnimmt.

      - Dazu kurz eingeschoben: GEMA Mitglieder können einzelne Bereiche, wie z.B. den Online-Bereich, aus dem Wahrnehmungsvertrag mit der GEMA ausschließen und sich selbst darum kümmern.

      Sprich im Klartext: Gerade bei diesen Videos lügt YT mit der Sperrtafel die User an.
      Rechte können nur eingeräumt werden, wenn diese auch angefragt werden. Und hätte YT das bei diesen Urhebern getan, dann hätte ihnen die GEMA gesagt, dass sie das mit dem Urheber selbst klären müssen, da dieser seine Online-Rechte selbst wahrnimmt.

      Wer also keine Rechte anfragt, dem können auch keine eingeräumt werden. Der Pizzalieferservice bringt dir ja auch nur Essen, wenn du es vorher bestellt hast …

  6. Hallo Tom, danke für Deine Antwort,… nur zeigt sie doch auf, dass der eigentliche Grund doch die Gema ist, denn ohne sie und diese legalisierten Zwangsabgaben, gäbe es den Streit nicht. Mein Pizzabote singt im übrigen selber, kommt zumindest somit, um den Belag mit GEMAGEBÜHREN auf der Pizza herum und verschont mich mit diesem wohl eher bitteren Beigeschmack, beim verzehr, als User der Pizzaria. Oder ich diese sogar kalt essen müsste, da ich sie über den Umweg, “Unblocker”, bestellen müsste, weil er keinen anderen Ausweg sieht, um sein Geschäft noch lokrativ gestalten zu können. Also lass es einfach noch mehr Gewerke aufzuzählen, welche in Deinen Augen ein gutes Beispiel abgebgen könnten, um Zwangsgebühren zu rechtfertigen. Es könnte sonst passieren, dass wir zum Schluss der Diskussion hier, bei weiteren legalen Zwangsbgabestellen in “D”, kommen wie z.B. die Handwerkskammern, die Innungen, BG’s usw. usw. …, welche in ihrer ursprünglichen Ausrichtung sicherlich gut gedacht waren und meiner Meinung nach, auch durchaus ihre Berechtigungen hatten, es aber verschlafen haben sich dem Markt anzupassen bzw. für sinnlos gewordenen Gebührenverordnungen wenigstens einen entsprechenden Service zu bieten und diesen sich dann, auf Freiwilligen-Basis vergüten zu lassen. Ich bekomme mein Geld als Handwerksmeister von meinen Kunden auch nur wenn sie meine Arbeit mögen, wenn das kippt, muss ich mir etwas neues einfallen lassen, um weiterhin für meine Arbeit berechtigt und ausreichend zum überleben, Geld zu bekommen. Zum Schluss mal einen, immer noch schönen, meiner Meinung nach, trotz seines Alters immer noch aktuellen Spruch hierzu; ” Nur!!! der Erfolg, rechtfertigt die Mittel”.

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