Empfehlungen vom Profi:
Winemeister verhilft Wein-Freunden zur Wahl des richtigen Tropfens

Winemeister will selbst Laien zur perfekten Wahl verhelfen, wenn sie im Supermarkt vor dem Weinregal stehen. Das simple Konzept des Berliner Startups könnte ein Selbstläufer werden.

Es gibt wahrscheinlich Schlimmeres, als für ein neues Startup hunderte Flaschen Wein zu verkosten und zu bewerten. Erst recht aus Sicht eines Sommeliers. Insofern dürften die Vorbereitungen für das junge Berliner Unternehmen Winemeister vor dem Debüt vor einigen Tagen abgesehen vom zeitlichen Aufwand unproblematisch verlaufen sein. Seit Anfang der Woche steht die App von Winemeister kostenfrei im App Store und bei Google Play zum kostenlosen Download. Erklärtes Ziel der Hauptstädter: Die Weinbildung für Jedermann zu ermöglichen. Mit der Anwendung soll dies ganz nebenbei gehen.

Hinter Winemeister stecken Eike Thole, Henning Thole und der Sommerlier Jan Konetzki. Konetzki wurde im vergangenen Jahr zum Sommerlier des Jahres in Großbritannien gekürt, kennt sich also im Weinmetier bestens aus und will sein Wissen nun mit Weinliebhabern von der Nordsee bis ins Allgäu teilen. Vorerst bleibt das von den Gründern eigenfinanzierte Winemeister Nutzern in Deutschland vorbehalten. Der Grund: Die App listet und bewertet die Weinsortimente großer hiesiger Einzelhandelsketten, nämlich Rewe, Edeka, Kaiser’s & Tengelmann, Rossmann, Aldi Süd und Nord, Lidl sowie Netto-Marken Discount. Sämtliche Weine, die in wirklich jeder Filiale der einzelnen Ketten erhältlich sind, hat Konetzki probiert, bewertet und anhand verschiedener Kriterien kategorisiert. Verbraucher können, wenn sie im Supermarkt vor dem Weinregel stehen, dirkekt in der App den gewünschten Geschmackscharakter, das zum Wein zu verzehrende Gericht oder den Anlass definieren, und erhalten anschließend konkrete Empfehlungen.

Winemeister liefert keinen kompletten Überblick über das gesamte Weinangebot in Deutschland, sondern fokussiert sich auf die geläufigsten, in den Läden zumeist erhältlichen Tropfen. Für Februar ist ein Update des Sortiments geplant, ab da werden auch bei Kaufland, Penny, Real, Norma und NETTO angebotene Weine gelistet – jeweils von dem bisher vierköpfigen Startup-Team selbst recherchiert und von Konetzki bewertet.

Jeder Wein besitzt ein Kurzprofil mit den wichtigsten Informationen zur Herkunft, zum Geschmackscharakter sowie zu Verzehrempfehlungen. Wer Winemeister nicht am “Point of Sale” sondern etwa von zu Hause oder aus dem Büro nutzt, der hat die Möglichkeit, Weine über die Applikation zu bestellen. So erfolgt die Monetarisierung des Startups. Bezahlt wird dann jeweils auf Rechnung.

Um das Versprechen einzulösen, selbst dem größten Laien ein wenig Grundlagenbildung über die Kunst des Weintrinkens zu vermitteln, beinhaltet Winemeister eine “Weinschule” genannte Rubrik mit elf Videoclips von und mit Sommerlier Konetzki, in denen er über seine Tätigkeit als Sommerlier, die richtige Temperatur für Weine, das schnelle und saubere Öffnen einer Flasche und diverse andere Aspekte seiner Leidenschaft berichtet. Nichts, was man nicht in ähnlicher Form auch bei YouTube finden würde – aber bei Winemeister eben vermittelt von einem Profi, der nicht nur ein paar Clips ins Netz gestellt, sondern mit einem Team ein eigenes Startup gründet hat.

Optisch wirkt Winemeister eher altmodisch, aber der durchaus breiten Zielgruppe dieser zweifellos nützlichen App wird das ziemlich egal sein. Erste Downloadstatistiken sprechen eine eindeutige Sprache: Nicht zuletzt dank einer Vorstellung von Winemeister im RTL-Programm wurde die App innerhalb der ersten drei Tage 10.000 Mal heruntergeladen, so Winemeister-Sprecherin Anja Bertele. Bedenkt man, wie gerne die Deutschen Wein trinken, wieviele Bundesbürger aber mutmaßlich großen Nachholfbedarf hinsichtlich Know-how über stilechten, “richtigen” Konsum und Genuss des edlen Tropfens haben, so sollte es den WineMeister-Machern nicht schwer fallen, schnell auf viele Smartphones zu gelangen.

Link: Winemeister

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

5 Kommentare

  1. Eine nette Idee bei der ich leider das Alleinstellungsmerkmal vermisse. Werden über den Online-Shop exklusive Weine verkauft die man sonst nirgendwo erhält?

    Das könnte ein Ansatz darstellen um sich gegen aufkommende Konkurrenz zu behaupten.

    Ich drück den Jungs die Daumen, den der Grundgedanke geht in die richtige Richtung.

  2. Und wie verdienen die Ihr Geld, wenn die App kostenlos ist???
    Mit Werbung in der App(?!) oder wie??
    Habe selber kein Smartphone und kenne mich dort nicht aus…

  3. Ein Schelm wer böses denkt, wer soll das alles bezahlen?
    Na wir natürlich, wenn wir diese Weine bei ” Rewe, Edeka, Kaiser’s & Tengelmann, Rossmann, Aldi Süd und Nord, Lidl sowie Netto-Marken Discount” kaufen die Dir ” Rewe, Edeka, Kaiser’s & Tengelmann, Rossmann, Aldi Süd und Nord, Lidl sowie Netto-Marken Discount” empfohlen hat.

    Na dann Guten Morgen.

    Don Alberti

  4. Hallo,

    ich bin Anja, zuständig für Presse und Marketing bei WineMeister. Zunächst wollen wir mit WineMeister den Nutzern helfen. Die Weinauswahl ist riesig und wir wollen einen Überblick über das Sortiment geben. Wir bekommen KEIN Geld von den Supermärkten. Wir arbeiten vollkommen unabhängig. Die Weine, die wir verkostet haben, haben wir regulär im Supermarkt gekauft, wie jeder andere Kunde auch. Natürlich wollen wir auch Geld verdienen. Dazu gibt es den Online-Weinhandel. Jeder der nicht mehr nur Supermarkt-Wein trinken möchte, kann sich hier Weine bestellen. Die Weine gibt es auch bei anderen Anbietern, aber bei uns bekommt man eben Jans professionelle Empfehlung dazu.

    Ich hoffe ich konnte einige Punkte klären. Bei weiteren Anmerkungen könnt ihr euch auch gerne direkt mit mir in Verbindung setzen über anja@winemeister.de

    Herzliche Grüße
    Anja

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