Modernisieren oder Abschaffen:
Facebooks Newsfeed hat sich überlebt

Viele Jahre war der Newsfeed das Herzstück von Facebook. Doch in seiner aktuellen Form hat er sich überlebt.

Die Woche zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr stellt im Prinzip den einzigen Zeitraum des Jahres dar, an dem sich der wissbergierige, am aktuellen Tagesgeschehen interessierte Technologie- und Internet-Berichterstatter mit gutem Gewissen vom Nachrichtenstrom abkoppeln kann. Denn es passiert ohnehin nichts im Netz. Entsprechend gut eignet sich diese Periode auch für persönliche Experimente wie etwa, die Nutzung eines bestimmten Social-Media-Dienstes radikal herunterzufahren, um zu prüfen, wie sich dies auf den eigenen Kommunikationsalltag auswirkt. Genau ein solches Unterfangen vollzog ich in den letzten zehn Tagen des vergangenen Jahres in Bezug auf Facebook.

Schon seit längerem vermisse ich beim Blick in meinen Facebook-Newsfeed Spaß und Kurzweiligkeit. Ich weiß nicht, ob es sich um einen ganz normalen Effekt von Abnutzungserscheinungen handelt, oder ob meine Kontakte heute schlicht andere Dinge bei Facebook publizieren als früher. Auch ein umfangreicher Einsatz der Filterwerkzeuge konnte meine Begeisterung für den Newsfeed nicht wiederbeleben. Vergleiche ich den Unterhaltungswert meines Facebook-Newsfeeds mit dem meiner Twitter-Timeline, geht der Zwitscherdienst als klarer Sieger hervor. Wie keine andere Plattform animiert Facebook Nutzer aufgrund seiner mehr persönlichen Note zu narzisstischen Selbstdarstellungen. Etwas, dem ich auf Dauer ungern viel Zeit widmen möchte.

Also hielt ich mich zwischen dem 24. Dezember und 2. Januar so weit wie möglich von Facebook fern und investierte viel Energie in das Unterbinden der so sehr ins Blut übergegangenen Gewohnheit, ohne bewussten Entschluss die Facebook-App zu öffnen und durch den Feed zu scrollen. Meine Erkenntnis nach anderthalb Wochen weitgehender Abstinenz vom Newsfeed: Ich habe ihn überhaupt nicht vermisst. Würde das soziale Netzwerk den bisherigen Newsfeed, der sich aus Status Updates und Aktivitäten von meinen Kontakten bei Facebook und anderen Social-Web-Angeboten zusammensetzt, von heute auf morgen abschaffen – ich hätte kein Problem damit.

Vom Newsfeed gelangweilt, nicht von Facebook

Doch das bedeutet nicht, dass ich ohne Weiteres auf Facebook verzichten möchte. Ganz im Gegenteil. Trotz meiner mir selbst auferlegten Distanz zu dem sozialen Netzwerk verging kein Tag, an dem ich nicht dennoch seine Dienste in Anspruch nahm: zum einen über die spezielle Messenger-App, und zum anderen als Identitätsanbieter, um mich auf externen Websites und in Apps zu authentifizieren. Eine “Mit Facebook einloggen”-Schaltfläche findet sich heute fast bei jedem Onlinedienst, und zumeist ziehe ich diese Option aus Bequemlichkeitsgründen dem Login per E-Mail und Passwort vor. Über die Messenger-App wiederum kommuniziere ich täglich mit meinen engsten Freunden in Einzel- und Gruppenchats. Messenger kommt bei mir häufiger zum Einsatz als WhatsApp. Mit der Einführung von Audionachrichten und vor allem von VoIP-Gesprächen gab Facebook gerade heute bekannt, den Messenger konsequent erweitern zu wollen.

Die Quintessenz meines Versuchs: Nicht Facebook als Gesamtkonstrukt verliert für mich seinen Reiz, sondern das bisherigen Konzept des auf Basis von Algorithmen nach Relevanz sortierten, aggregierten Newsfeeds. Dass ein Social Network mehr als eine Milliarde Nutzer bei sich vereint, bietet für die grenzüberschreitende, effektive und komfortable Kommunikation und Vernetzung so viele Möglichkeiten, dass ein grundsätzlicher Bedeutungsverlust der Plattform erhebliche Nachteile für den Austausch mit anderen Menschen mit sich bringen würde.

Der Vorteil des Interest Graphs

Auch das Feed- beziehungsweise Stream-Konzept an sich stelle ich nicht in Frage. Immerhin fühle ich mich beim Blick in meine Twitter-Timeline, in meinen Instagram-Feed oder in meinen SoundCloud-Stream gut unterhalten oder informiert. Anders als bei Facebook sind diese dort bezogenen Inhalte jedoch deutlich homogener, themenspezifischer. Sie bilden den Interest Graph ab, nicht den Social Graph. Bei Twitter beziehe ich primär Nachrichten, Kommentare und Lesetipps rund um die Netzwelt. Bei Instagram schaue ich mir Schnappschüsse an, bei SoundCloud (oder Spotify, oder musicplayr) lasse ich mich mit Musiktipps beliefern. Hinzukommt: Diese Streams sind nicht nach Relevanz vorsortiert, sondern chronologisch und echtzeitbasiert. Das Ziel des Facebook-Newsfeeds ist es eigentlich, aus sämtlichen Aktivitäten der Facebook-Nutzer – sowohl innerhalb des Social Networks als auch bei externen Diensten – die für den jeweiligen Betrachter wichtigsten Highlights herauszupicken. Mittlerweile zweifle ich an diesem generalistischen Ansatz. Zumindest in der Form, wie ihn das soziale Netzwerk bisher umzusetzen versucht.

Mitte Dezember erläuterte ich, wieso sich Facebook im Jahr 2013 neu erfinden muss. Konkret bedeutet dies vor allem, den Newsfeed als bisheriges Herzstück zu modernisieren. Oder ihn in seiner aktuellen Ausführung ganz abzuschaffen. Denn ich glaube, er ist eine der Hauptursachen für die zunehmende Aversion einstmals zufriedener Facebook-Anwender gegenüber dem sozialen Netzwerk.

Sicherlich eine Überspitzung, aber mit einem wahren Kern

Ich war immer ein Fürsprecher des Gedankens, mittels Status Updates von Freunden darüber informiert zu sein, was sie bewegt und was sie erleben, um beim nächsten persönlichen Zusammentreffen direkt zahlreiche Anknüpfungspunkte zu haben. Daran hat sich nichts geändert. Leider bedient der Facebook-Newsfeed dieses Bedürfnis immer seltener, weshalb ich nach einer Eingewöhnungsphase Gefallen an der Idee von Path fand. Dummerweise nutzt diesen Service kaum jemand.

Die Rolle der 90-9-1-Regel

Vielleicht sind konzeptionelle Änderungen erforderlich, um den Newsfeed wieder gehaltvoller und interessanter zu machen und ihn besser auf die Bedürfnisse der User abzustimmen – etwa wie in dieser Designstudie. Vielleicht verhindert aber auch Jakob Nielsens berühmte 90-9-1-Regel die dauerhafte Realisierung eines funktionierenden Newsfeeds auf Basis des eigenen Social Graphs, weil auf Dauer, nachdem der erste Neuigkeitseffekt sich aufgelöst hat, immer nur einige wenige überhaupt “öffentlichen”, nicht über private Nachrichten verbreiteten, Content publizieren.

Facebook ist ein in der Geschichte der Menschheit bisher einzigartiges Experiment. Nur weil das soziale Netzwerk sich jetzt über viele Jahre erfolgreich in einer bestimmten Struktur präsentiert hat, bedeutet dies nicht, dass sie die idealste Form für die Zukunft darstellt. Die Zeit ist gekommen, dem generalistischen Newsfeed die Existenzfrage zu stellen. Im Gegensatz zu mir besitzt Facebook einen enormen Datenschatz, um die Popularität und Effektivität des Feeds im historischen Zeitverlauf zu analysieren. Vielleicht zeigen diese Daten, dass meine Einschätzung nicht mehr als eine Einzelmeinung ist. Ich glaube es aber nicht. Sollten die Metriken des sozialen Netzwerks eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit dem Feed offenbaren, bin ich auf die Antwort des sozialen Netzwerks gespannt.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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18 Kommentare

  1. Ich finde das Konzept Newsfeed nach wie vor interessant, allerdings braucht man gute Quellen, die FB leider mit seinen Privacy-Fuckups zerstört hat, weil niemand mehr werthaltiges persönliches postet, und man braucht viel finetuning, weil FB immer Koop-Partner, Pages und Leute die zahlen positionieren will.
    FB ist nur noch eine Linktauschplattform und Selbstdarstellungsseite, die echten Nachrichten postet man dann doch lieber auf Twitter oder überhaupt nicht…

  2. Habe in der letzten Woche so ziemlich alle Abos von Freundin deaktiviert, bei denen ich weiß, dass sie nichts interessantes veröffentlichen. Übriggeblieben sind ein Kleiner Kreis von engen Freunden bzw. Freunde deren Inhalte ich interessant finde und den Seiten, denen ich bewusst folge. Im Augenblick ist es so relativ angenehm auf Facebook. Mit Path gebe ich dir recht. Ein gutes Konzept, das bei mir oft als Knotenpunkt sämtlicher Social Media Aktivitäten verwendet wird.

  3. @ Andreas und Marius
    Jep, teilweise lässt sich das alles mit viel Finetuning lösen. Wenn aber die besten Freunde ohnehin nichts dort posten, dann bringt es halt auch wenig. Weshalb ich mir die Frage stelle, ob nicht das Broadcasting-Prinzip beim Social Graph am Ende doch nicht so gut funktioniert, wie wir das mal glaubten. Eben auch, weil viele entweder wenig/nichts posten oder automatisch in die Schiene rutschen, ständig zu posten, wie toll ihr Leben ist. Was ihre Freunde nervt, wodurch dann so Tweets entstehen wie der oben eingebettete. Allein die Tatsache, dass es zu solchen Tweets kommt, zeigt die konzeptionelle Schwäche des bisherigen Newsfeeds.

  4. Wahre Worte, Martin. Facebook nervt immer mehr. Ich frage mich, wie hoch die Zufriedenheit der Nutzer ist. Was zum Anfang noch gut funtkionierte (Wow, News aller meiner Freunde, wie cool!) hat sich heute komplett abgenutzt. Nur noch 10% der FB-Inhalte in meinem Stream sind tatsächlich noch relevant. Meine besten Freunde nutzen das Publishen schon gar nicht mehr, sicher ist sicher. Ich logge mich nur noch beruflich ein oder um den Messenger zu nutzen.

    Fraglich, wie lang der locked-in effekt noch hält. studiVZ konnte seine Nutzer ja auch nicht halten…

    • Naja anders als VZ hat Fb die Plattform, Instagram und den Messenger. Insofern glaub ich weiterhin an Fb. Aber auch daran, dass sich Dinge ändern werden.

  5. Ich finde den Punkt wichtig, wie der Stream bei facebook erstellt wird. Ich muss nicht erfahren, was meine Freunde tun, die ich sowieso regelmäßig sehe. Ich will wissen, was die Leute tun, die ich nicht mehr regelmäßig sehe. Ich habe bei facebook viele Freunde im Ausland, die ich bei Reisen kennengelernt habe. Wenn ich deren Profile besuche, finde ich Beiträge, die noch gar nicht alt sind, aber mich viel mehr interessieren, als mein Stream.

    Dennoch hat der Stream für mich nicht an Relevanz verloren, es gibt immer wieder interessante Dinge, die ich ohne nicht erfahren hätte!

  6. Insgesamt wird man im Newsfeed zugemüllt mit Selbstdarstellungen, unwichtigen Nachrichten von Pages und immer mehr Werbung. Die noch 2-3% an relevanten Posts muss man mühsam selbst rausfiltern. Das ganze erinnert mich immer mehr an Email… ;-)

    Status Updates, Foto-Sharing und der Austausch mit Freunden findet immer weniger über den Newsfeed und immer mehr über die Messaging Apps statt. Einerseits, weil Messaging Apps sicherstellen, dass die Nachrichten auch ankommen (und nicht im Newsfeed verloren gehen). Andererseits, weil sie – wie ursprünglich FB – ein dedizierter und privater Kanal für Freunde sind.

    Auch wenn die derzeitigen Messaging Apps noch viel Verbesserungspotential im Bezug auf Status Updates und Foto-Sharing haben, bietet FB mit der Vermischung von privatem und public Content im Newsfeed genug Angriffsfläche für Wettbewerber. Das könnte ein interessantes Thema in 2013 werden.

  7. Ein Glück: ich bin nicht der einzige der den Niedergang des Newsfeeds so erlebt. Nach meiner Theorie hat es viel mit den Sponsored Links und Sposored Stories zu tun, die FB eingeführt hat. Damit wurde das Ziel des Newsfeed-Algorithmus, nur die wichtigste, relevantesten Posts zu zeigen abgeändert. Statt dessen wird nun gerade NICHT mehr alles gezeigt UND die Einstellungen des Nutzers zudem bewusst ignoriert. Effekt: Langeweile und viele irrelavante Posts. Ergebnis: ein fulminantes Eigentor. Denn in sehr kurzer Zeit ist der Newsfeed damit faktisch irrelevant geworden. Danke FB.

  8. Facebook nutze ich zwar praktisch nicht. Mein Xing-Stream ist aber sehr relevant.

    Warum? Weil diverse Kontakte selten wichtige Dinge mitteilen – und weil der Xing-Stream nicht vorgefiltert wird, sondern alles zeigt.

    Bei Facebook würden (so, wie ich das mit dem Stream verstanden habe) gerade diese “seltenen Einträge” der eher stilleren Kontakte rausgefiltert werden.

    Wenn in Xing jemand ständig Werbung postet, dann blende ich den aus, dann ist Ruhe.

    Ich halte das grundsätzliche Konzept eines “von der Plattform gefilterten Streams” für unsinnig.

    Damit setzen sich die “lauten Einträge” derer durch, die viel interagieren, die viele Reaktionen erhalten. Das muß aber nicht das sein, was für mich wichtig ist.

  9. Müsste man erstmal Relevanz definieren. Das digitale “Grooming” ist ja für sehr viele Leute das, was relevant ist. War ja schon immer der Charakter von Facebook, das Persönliche in den Vordergrund zu stellen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Komfortverhalten

  10. Ich würds mal so sagen: Im Vergleich mit seiner Größe sind Filter-, Ordnungs- und Recherchemöglichkeiten in FB immer noch fürchterlich sperrig und lächerlich gering. Insofern halte ich den Newsfeed nicht für überlebt, sondern für völlig unausgereift und wenig durchdacht. Kommt mir vor wie von Leuten entwickelt, die das Gerümpel nicht selber nutzen. Ich wüßte nicht, was an die Stelle des Newsfeeds treten sollte. Es gibt wohl nichts besseres, der Newsfeed ist wohl eine Art Basisfunktion von Aggregatoren. Wer ihn nicht mehr nutzt, braucht ihn ja einfach nicht mehr nutzen, anstatt gleich seine Abschaffung zu fordern.
    Die größere Geschwätzigkeit (positiv Kommunikation) Facebooks hat sicher mit der unbegrenzten Größe seiner einzelnen Beiträge zu tun. Völlig ungeschwätzig ist Twitter sicher auch nicht, dafür in der Tat durchaus informativer, weil kompakter.

  11. Ich kann mich noch erinnern, als ich zum ersten mal gebeten wurde ein paar Freunde auszusuchen, von denen ich mehr im Stream lesen wollte. Ich habe diese Wahl damals richtig bereut, denn wie im erwähnten Tweet, bekommt man 100% der Updates mit, jeden Tag von morgens früh bis spät in die Nacht. Dann findet man tatsächlich, dass die entsprechende Person nur BS posted. Früher hatte sich dies irgedwie vermischt. Von Freunden, die mich wirklich interessieren, höre ich aber gar nichts mehr und muss mich selbst zu den Profilen durchklicken… Irgendetwas funktioniert nicht mehr.

  12. Relevanz liegt im Auge des Betrachters. Und da müsste es Facebook VIEL einfacher machen, sich den eigenen Newsfeed zu gestalten. Zack raus mit allem, was nicht relevant ist (für die einen die News, für die anderen das private Gedöns). Aber Facebook wird weiterhin den Newsfeed als Geldmaschine gestalten, in erster Linie nach eigenem Interesse.

  13. Nur ein verrückter Tipp: all jene, deren Posts “nerven”, in eine Gruppe verbannen, die man nicht abonniert. Auf Twitter entfolgst du “nervenden” Leuten auch, oder nicht? Das sind persönliche Präferenzen, kann kein Algorithmus für dich tun.

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  1. [...] Einen schönen Blick auf Facebooks Newsfeed liefert Netzwertig mit Modernisieren oder abschaffen – Facebooks Newsfeed hat sich überlebt. [...]

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  3. [...] Kritiker ebenso auf den Plan wie der schlechte Einfluss des Kapitalismus auf das Netz. Facebook fehlt der einstige Reiz (was sich vielleicht heute Abend ändert), Social Reader sterben und Social Gaming ist in der [...]

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