Kettenbriefe bei Facebook:
Einblick in eine widersprüchliche Wirklichkeit

Wir schreiben das Jahr 2012. Noch immer fallen Anwender auf Kettenbriefe herein. Ein aktueller Facebook-Hoax gibt Einblick in die widersprüchliche digitale Wirklichkeit vieler Internetnutzer.

Bereits seit Wochen kursiert bei Facebook eine von Nutzern verbreitete Statusmeldung, in der sie der kommerziellen Verwendung ihrer persönlichen, bei dem sozialen Netzwerk hinterlassenen Daten widersprechen. Der Text beinhaltet einen Aufruf, ihn ebenfalls zu veröffentlichen, ansonsten gäbe man Facebook implizit die Erlaubnis, Fotos und Profilinformationen für kommerzielle Zwecke einzusetzen. Ein Blick auf Google News zeigt: Erste Berichte über das Auftauchen dieses Kettenbriefs, dessen Inhalt natürlich Quatsch ist, tauchten schon vor einigen Wochen auf. In den letzten Tagen nahm die Zahl der Artikel rund um den Hoax jedoch deutlich zu. Gleichzeitig durfte ich den Text in seiner englischen Ausführung auch in meinem Newsfeed mindestens zweimal begutachten. Am Montag sah sich das soziale Netzwerk gezwungen, in einer kurzen Stellungnahme darauf hinzuweisen, dass es keine Änderungen an den Geschäftsbedingungen gebe und dass Nutzer in ihren Privatsphäre-Einstellungen darüber entscheiden, welche Informationen wie verbreitet werden. Das ist zwar etwas anderes als die im Status Update angeschnittene kommerzielle Verwendung, aber was Facebook im Kern ausdrückt: Ignoriert die Kettenmail.

Der aktuelle Fall ist bei weitem nicht der erste, bei dem sich Statusmeldungen wie ein Lauffeuer unter der Facebook-Nutzerschaft verbreiten und Mitglieder unter Androhung von negativen Konsequenzen bei Nicht-Handlung dazu animieren, sich an der Distribution zu beteiligen. Im Sommer, kurz nach Facebooks Börsengang, grassierte eine ähnliche Meldung, ebenfalls in Bezug auf die Kontrolle über die eigenen Daten. Kettenbriefe können sich natürlich auch mit anderen Fragen befassen, etwa, indem sie User auffordern, durch das Publizeren eines Status Updates kenntlich zu machen, dass man weiterhin bei Facebook aktiv sei – sonst würde das Konto gelöscht. Ein Klassiker sind Androhungen, Facebook würde kostenpflichtig werden, wenn man nicht einen entsprechenden Widerspruch postet.

Wer sich noch an die Zeit vor Facebook erinnert, der weiß, dass virale Hoaxes kein alleiniges Phänomen des sozialen Netzwerks darstellen. E-Mail, ICQ und alle nur erdenklichen anderen Kanäle wurden seit jeher von Spaßmachern dazu genutzt, Falschmeldungen unter Einsatz des Schneeballsystems in Umlauf zu bringen.

Mittlerweile schreiben wir jedoch das Jahr 2012. Noch immer scheint ein nicht geringer Teil der digitalen Bevölkerung davon auszugehen, AGB widersprechen zu können, indem sie einen vorgefertigte Text auf ihrem Facebook-Profil veröffentlichen. Bei den von mir bei diesem Treiben beobachteten Facebook-Kontakten handelt es sich nicht etwa um Kinder, die vielleicht mit berühmt-berüchtigten Webphänomenen und rechtlichen Eigenheiten kommerzieller Onlineplattformen noch nicht so vertraut sind, und auch nicht um ältere Semester, welche die vergangenen 15 Jahre Internetgeschichte verpasst haben und deshalb leicht auf derartige Kettenbriefe hereinfallen. Nein, wir sprechen hier von jungen Erwachsenen mit Hochschulabschluss, die seit Jahren bei dem Social Network Mitglied sind und, soweit ich das beurteilen kann, sich auch davor schon ausgiebig im Netz aufhielten.

Dass intelligente, seit langer Zeit mit dem Internet vertraute Menschen noch immer so offensichtliche Scherzen wie Kettenbriefen auf den Leim gehen und sich in dem tatsächlichen Glauben befinden, durch ein Status Update juristisch bindende Einstellungen an ihrem Facebook-Profil vornehmen zu können, lässt eine ganze Reihe von Schlüssen und Annahmen zu:

  • Selbst langjährigen Internetnutzern mangelt es noch immer an grundlegender digitaler Medienkompetenz.
  • Facebooks Privatsphäre- und Datenschutzeinstellungen werden nur begrenzt von den Usern angenommen, sonst würden sie nicht versuchen, diese per Status Update zu beeinflussen.
  • Der Schutz der eigenen Daten beschäftigt Nutzer zwar vorgeblich, aber nicht so sehr, dass sie sich ernsthaft darüber informieren, auf welchen Wegen sie diesen effektiv beeinflussen können.
  • Es herrscht Unklarheit darüber, was Facebook mit den persönlichen Daten macht.
  • Informationen werden ungeprüft weiterverbreitetet. Eine kurze Google-Suche würde sofort Aufschluss über den Wahrheitsgehalt einer derartigen Kettenmail geben.

Von unseren Lesern wird wohl niemand auch nur eine Sekunde über den eventuellen Wahrheitsgehalt einer wie oben beschriebenen Statusmeldung nachdenken müssen. Doch die Intensität, mit welcher der Hoax sich innerhalb des sozialen Netzwerks ausbreitet, dient als Augenöffner für uns alle, die in irgendeiner Form in der digitalen Welt tätig sind und unseren eigenen Kenntnisstand in Bezug auf das Netz und seine Ökonomie als selbstverständlich ansehen. Durchschnittsnutzer leben in einer ganz anderen Wirklichkeit als der kleine Teil der sich über alle Zusammenhängen und Dynamiken bewussten “Heavy User”. Eine digitale Wirklichkeit voller Widersprüche.

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

Mehr lesen

 Forderung nach weltweiter Linklöschung: EU-Datenschützer wollen die Büchse der Pandora öffnen

25.7.2014, 5 Kommentare Forderung nach weltweiter Linklöschung:
EU-Datenschützer wollen die Büchse der Pandora öffnen

Die aktuelle Löschpraxis im Umgang mit dem Recht auf Vergessen ist ineffektiv. Doch anstatt die Sinnlosigkeit der Regelung zu erkennen, wollen Datenschützer alles noch schlimmer machen.

Linkwertig: Internet, Datenschutz, WM, Netzneutralität

12.6.2014, 1 KommentareLinkwertig:
Internet, Datenschutz, WM, Netzneutralität

Deutschland übersteht bei der WM die Vorrunde, die Schweiz scheidet aus und mehr.

Simon Specka von ZenMate: \

28.4.2014, 1 KommentareSimon Specka von ZenMate:
"Wir wollen das Norton Antivirus für den Online-Schutz werden"

Derzeit bietet der aus Berlin stammende Dienst ZenMate nur ein Chrome-Plugin zum anonymen und verschlüsselten Surfen. Doch das Startup hat eine große Vision: Es will mindestens 100 Millionen Nutzer erreichen und sich als eine der bekanntesten Marken im Segment von Online-Privacy und -Security etablieren.

Entbündelungs-Strategie: Netzriesen verschärfen die Depression der App-Ökonomie

30.7.2014, 3 KommentareEntbündelungs-Strategie:
Netzriesen verschärfen die Depression der App-Ökonomie

Der Goldrausch in der App-Ökonomie ist vorbei. Mit der von einigen führenden Webfirmen praktizierten Multi-App-Strategie verschlechtern sich die Chancen für Entwickler abermals, dass ihre Apps von Nutzern wahrgenommen und aktiv genutzt werden.

Linkwertig: Cynk, Facebook, Apps, Radio

30.7.2014, 2 KommentareLinkwertig:
Cynk, Facebook, Apps, Radio

Peter Glaser sinniert über die Zukunft des Radios und mehr.

Instagram veröffentlicht Bolt: Facebook schießt aus allen Rohren, um Snapchat zu stoppen

30.7.2014, 2 KommentareInstagram veröffentlicht Bolt:
Facebook schießt aus allen Rohren, um Snapchat zu stoppen

Wenige Wochen nach Slingshot veröffentlicht Facebook abermals eine App zur Kommunikation mittels Fotos und Videos: Bolt ist direkt unter der Instagram-Marke angesiedelt - und funktioniert genau wie der Berliner Dienst Taptalk.

Instagram veröffentlicht Bolt: Facebook schießt aus allen Rohren, um Snapchat zu stoppen

30.7.2014, 2 KommentareInstagram veröffentlicht Bolt:
Facebook schießt aus allen Rohren, um Snapchat zu stoppen

Wenige Wochen nach Slingshot veröffentlicht Facebook abermals eine App zur Kommunikation mittels Fotos und Videos: Bolt ist direkt unter der Instagram-Marke angesiedelt - und funktioniert genau wie der Berliner Dienst Taptalk.

Von Yik Yak bis We Heart It: Millionen Jugendliche erobern neue und alte Apps

1.7.2014, 3 KommentareVon Yik Yak bis We Heart It:
Millionen Jugendliche erobern neue und alte Apps

Nicht immer sind Nutzungsmuster und App-Favoriten von Jugendlichen ein Indikator für den nächsten Reichweiten-Hit im Social Web. Dennoch sollte man einige der Anwendungen, die Teenager gerade erobern, im Auge behalten. Aus einzelnen könnte Großes werden.

Zwei-Buchstaben-Messenger mit Millionenfinanzierung: Wieso die Reaktionen zu Yo so weit auseinandergehen

20.6.2014, 19 KommentareZwei-Buchstaben-Messenger mit Millionenfinanzierung:
Wieso die Reaktionen zu Yo so weit auseinandergehen

Eine Finanzierungsrunde in Millionenhöhe für den Zwei-Buchstaben-Messenger Yo sorgt in Kreisen der Netzwirtschaft für Verwunderung und Spott. Bekannte Köpfe der Branche mahnen jedoch, neue Kommunikationskonzepte nicht übereilt abzuschreiben. Beide Seiten haben ihre Gründe.

16 Kommentare

  1. zur allgemeinen Belustigung, anno 1997:

    Schicke diese URL an all deine Kontakte und die ICQ Blume verwandelt sich in ein Marihuanablatt

    war mein erster Kettenbrief auf den ich reingefallen bin.

  2. Man kann die Idee aber noch weiter drehen. Viele Firmen bzw. deren Mitarbeiten haben den Disclaimer “wenn die E-Mail nicht an sie gerichtet ist – vernichten – keine Info daraus veröffentlichen – usw.” in ihren Geschäfts-E-Mails. Meinen Recherchen nach (lasse mich gern korrigieren) ist dieser Disclaimer auch juristisch total ohne Gegenstand. Dennoch ist er in jeder dritten E-Mail enthalten.

  3. Meine erste Ketten-Mail war wahrscheinlich Ende der 80er, Anfang der 90er, kann mich aber nicht erinnern.

    Ich glaube, wir unterschätzen das Phänomen. Ich hatte den FB Hoax in meiner Timeline – von einer Entwicklerin, die später eine IT-Firma mitgegründet und Jahrelang geführt hat und heute als IT-Beraterin arbeitet. Ich hab mir das dann genau durchgelesen und mit einem Restgefühl der Unsicherheit ignoriert.

    Mir scheint, da kann es auch zu einem Kompetenz-Schneeball kommen. Wenn Leute darauf reinfallen, die man für kompetent hält (und “Kompetenz” ist *sehr* relativ) kann sich das zu immer kompetenteren Leuten hoch-schaukeln.

    Aber davon mal ganz abgesehen: Das Instrument der AGB hat seinen Zweck noch nie erfüllt und wird ausschließlich zum Rechtsmissbrauch verwendet, wenn der Anbieter nicht zufällig selbst an Fair Play interessiert ist. Alle unsere Konzepte von Datenschutz scheitern gerade ganz schrecklich. Mir scheint wir brauchen mal ein paar neue Ideen, wie wir unsere schöne neue Informationswelt regeln.

  4. Wenn ich von einen meiner Bekannten auf alle andere schließen müsste, die so etwas immer verbreiten, würde ich sagen, es liegt daran, dass diese Menschen meinen beim Teilen solcher Informationen emotional etwas Gutes zu tun.

    Diesen Personen kommt es mehr auf den Gedanken an, Teil einer größeren Bewegung zu sein, als auf Korrektheit, Genauigkeit und Präzision im Detail. Nach dem Motto: “Ich fühle bei Facebook stimmt etwas nicht, wehrt euch auch dagegen, wenn ihr es auch so fühlt.”

    Zweitens wüssten solche Leute wahrscheinlich auch gar nicht wo sie so etwas nachlesen könnten – also ob es stimmt – weil sie sich im Alltag überhaupt nicht mit Technologienachrichten beschäftigen und eine Suche nach “Facebook” alleine sicherlich nicht weiterhilft.

    Aber das wie gesagt nur basierend auf Einzelfällen was ich aus meinem Bekanntenkreis ableiten könnte.

    Andersherum war ich mal auf einer Messe für Web-Themen, wo ich mit zwei Personen stand. Einer war Gründer einer sehr großen Homepage-Plattform, der andere Programmierer. Der Programmierer konnte es absolut nicht nachvollziehen, dass es heutzutage noch einen Bedarf an kostenlosen Homepages gibt – weil nach seiner Meinung ja jeder sowas ganz einfach selbst erstellen könne. Und er würde auch nur Bekannte kenne, die sowas auch nicht brauchen würden.

    Leute, die diese Leute nicht verstehen, die Hoaxes weiterverbreiten, Leben manchmal auch in ihrer eigenen Welt in der alles für sie ganz klar ist, so wie in den anderen natürlichen Filterblase (menschliche Kontakte) ebenfalls.

    Schlimm wird es nun nur, wenn in Zukunft durch die Filterblasen Kreise und Gruppierungen von Menschen entstehen, wo keiner mehr aus den anderen Kreisen Informationen mit der Wahrheit erhält, weil sich alle ihre eigene Weltsichten per Machine Learning Algorithmen und A.I. automatisiert durch Computer im Laufe der Zeit zusammengeklickt haben und es keine Mainstream-Medien mehr gibt, weil alles bereits personalisiert ist. Filterblasen so massiv wie früher in Kulturkreisen, die noch durch geografische Begebenheiten wie Gebirge von der Außenwelt abgeschottet waren. Nur wird das Gebirge des 21. Jahrhunderts Algorithmen wie EdgeRank und Co.

  5. 1. Danke für den guten Text!

    2. “Schnellballsystem”? Noch nie gehört! =)

    3. Liebe Grüße!

  6. Das Bild mit dem Gebirge ist sehr gut getroffen. Überwindung der Berge ist möglich, aber nur mit viel Aufwand. Darum macht es kaum jemand.

  7. Mit der digitalen Medienkompetenz mag es nicht weit her sein. Aber mit der sprachlichen Kompetenz hapert es ebenfalls:
    Herr Weigert hat jetzt dass “Schnellballsystem” korrigiert. allerdings ist “Schneballsystem” auch noch nicht ganz richtig (jedes einigermassen brauchbare Korrektursystem macht übrigens darauf aufmerksam).
    oops ;)

  8. Ich habe nach diversen Hoaxes in der Timeline diese Woche einen ähnlichen Artikel verfasst und bin erfreut, dass eine Seite mit weitaus höherer Reichweite sich des Themas ebenfalls annimmt.

    Dabei bin ich ein gebranntes Kind: Ich wurde schon mehrmals entfreundet, nachdem ich Facebook-Kolleginnen darauf aufmerksam gemacht hatte, dass das Verbreiten von Hoaxes keine so gute Idee sei. Vermutlich tragen Hoaxes damit positiv zum effizienten Frühjahrsputz in der Freundesliste bei, doch das ist ein anderes Thema.

    Bei der Aussage “Von unseren Lesern wird wohl niemand auch nur eine Sekunde über den eventuellen Wahrheitsgehalt einer wie oben beschriebenen Statusmeldung nachdenken müssen” bin ich mir gar nicht sicher, Martin.

    Viele der Hoaxweiterleiter in meiner Timeline sind teils langjährige Medienschaffende oder haben Kommunikationswissenschaft studiert. Nun muss beides natürlich gar nichts heissen, völlig klar (QED) – aber es zeigt doch, dass selbst von Haus aus kritische Geister auf der Höhe der Zeit (den Betroffenen billige ich das zu) oder “Leute vom Fach” Mühe bekunden, ihren internen Filter so anzupassen, dass sie Hoaxes umgehend als solche erkennen.

    Ich bin dazu übergegangen, bei Kettennachrichten immer wieder diese beiden klaren Regeln zu posten:

    - ALLES, wo draufsteht “Verbreite es an alle weiter”, “Poste das an deine Pinnwand” usw. ist zu 100% ein Hoax.

    - ALLES, was Sie mehr als dreimal in gleicher Form in Ihrer Timeline lesen, ist zu 100% ein Hoax.

    Nochmals zum Mitschreiben: ALLES!

    Mal schauen, wo wir in fünf Jahren stehen.

  9. @ schrotie

    Mir scheint, da kann es auch zu einem Kompetenz-Schneeball kommen. Wenn Leute darauf reinfallen, die man für kompetent hält (und “Kompetenz” ist *sehr* relativ) kann sich das zu immer kompetenteren Leuten hoch-schaukeln.

    True.

    @ Christoph

    Diesen Personen kommt es mehr auf den Gedanken an, Teil einer größeren Bewegung zu sein, als auf Korrektheit, Genauigkeit und Präzision im Detail. Nach dem Motto: “Ich fühle bei Facebook stimmt etwas nicht, wehrt euch auch dagegen, wenn ihr es auch so fühlt.”

    Klingt sehr einleuchtend.

    @ Andi Jacomet

    Bei der Aussage “Von unseren Lesern wird wohl niemand auch nur eine Sekunde über den eventuellen Wahrheitsgehalt einer wie oben beschriebenen Statusmeldung nachdenken müssen” bin ich mir gar nicht sicher, Martin.

    Ich will zumindest glauben, dass es so ist ;)

  10. Zunächst mal: Ein Wirklich guter Artikel der die Wichtigen Punkte anspricht. Ich selbst schreibe in meinem Blog auch immerwieder über die Hoaxes um meine Facebook-”Freunde” dafür zu sensibilisieren. Ich bin wirklich in dem Thema drin, und versuche so die “Filterblase” zu durchbrechen indem ich eben meine Informationen und mein Wissen weiterleite.
    Ein etwas anderes Problem, was meiner Meinung nach die Medien-INkompetenz und Informationsdefizite noch deutlicher macht sind die Facebook-Gewinnspiele. so ziemlich jedes Gewinnspiel verstößt gegen die Facebook Promotion-Guidelines UND gegen deutsches Recht. Nicht nur bei den “Kleinen” sondern auch bei großen Medienunternehmen und Agenturen.
    Meiner Meinung nach liegen die Ursachen beider Probleme nah beieinander, bzw sind bei dem von mir beschriebenen denen der Kettenbrief-Teiler sehr ähnlich. Es Wurde ja nun des öfteren in den Kommentaren genannt dass vermeintlich kompetente Menschen auch diese Fehler begehen. Zudem basiert der erfolg der falschen “teile-und-klicke-gefällt-mir”-Gewinnspiele auf der Unreflektiertheit der Nutzer.

  11. Hallo, ich bin Leon. Ich bin 7 Jahre alt. Ich habe Blut über meinem Gesicht und bin tot. Wenn du dies nicht mindestens unter 12 Bilder schreibst, bin ich um Mitternacht in deinem Haus, und ich werde auf dich warten. Wenn du schläfst, werde ich dich töten.

    Sie glauben mir nicht? Dann lesen Sie dies:

    Fall 1: Simon hasste Ketten E-Mails. Er postete sie nicht weiter. Nachts wurde er getötet.

    Fall 2: Valerie hat diese Ketten E-Mail nur unter 7 Bilder veröffentlicht. Nun,, als sie unter der Dusche war sah sie eine blutige Gestalt im Spiegel. Sie bekam den größten Schreck ihres Lebens und ist für ihr Leben lang gezeichnet.

    Fall 3: Derek war eine intelligente Person. Er postete sie unter 12 Bilder. Später an diesem Tag wurde er befördert gefördert bei seiner Arbeit, seine Freundin willigte ein ihn zu heiraten. Jetzt sind er und seine Frau glücklich und zufrieden, sie haben zwei wunderbare Kinder.

2 Pingbacks

  1. [...] – Soeben auf netzwertig.com entdeckt: “Einblick in eine widersprüchliche Wirklichkeit. Wir schreiben das Jahr 2012. Noch immer [...]

  2. [...] KETTENBRIEFE BEI FACEBOOK: Einblick in eine widersprüchliche Wirklichkeit [...]

vgwort