Geplante Komplettübernahme von Xing:
Burda, LinkedIn und die Dynamiken des sozialen Netzes

Xings größter Einzelaktionär, der Burda-Verlag, will das Geschäftsnetzwerk komplett übernehmen. Im Lichte jüngster Marktentwicklungen wirft dies Fragen darüber auf, was die Münchner mit Xing vorhaben.

Die Tage von Xing als börsennotiertes Unternehmen sind gezählt. Laut Wall Street Journal und FAZ hat der Burda-Verlag, der knapp 39 Prozent an dem Geschäftsnetzwerk aus Hamburg hält, den Aktionären ein Angebot für eine Übernahme der restlichen Anteile gemacht. Burda biete mit 44 Euro je Anteil “mehr als den Mindestpreis je Aktie”, heißt es. Am Donnerstag schloss das Papier bei 37,32 Euro. Nach einem längeren Aufstieg zwischen 2009 und 2011 ging es in diesem Jahr für die Xing-Aktie recht stetig bergab. Zum Jahresbeginn lag der Kurs noch bei über 60 Euro. Hubert Burda Medien war Ende 2009 bei Xing eingestiegen und übernahm im ersten Schritt 25,1 Prozent der Aktien. Im Laufe der Zeit wurde der Anteil auf 39 Prozent ausgebaut. Nun soll also eine Komplettübernahme folgen, sofern die Aktionäre zustimmen. Xing-Gründer Lars Hinrichs rät ihnen per Twitter dazu. 147,3 Millionen Euro würde Burda die Akquisition kosten.

Xing schlägt sich im Konkurrenzkampf mit seinem deutlich größeren US-Konkurrenten LinkedIn wacker – was seine Kernmärkte im deutschsprachigen Raum betrifft. Von den insgesamt 12,4 Millionen Mitgliedern kommen 5,7 Millionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. 793.000 Mitglieder sind zahlende Kunden, die dem Unternehmen im zweiten Quartal 2012 18,2 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 5,1 Millionen Euro bescherten.

Parallelen zum Verhältnis von Qype und Yelp

In gewisser Weise ist das Verhältnis von LinkedIn und Xing vergleichbar mit dem der zwei Empfehlungsportale Yelp und Qype. Und das nicht nur, weil Yelp und LinkedIn aus San Francisco und Qype und Xing aus Hamburg stammen. In beiden Fällen handelt es sich jeweils um ähnliche Konzepte, und in beiden Fällen dominiert der US-Anbieter den Großteil der internationalen Märkte, während der deutsche Kontrahent im DACH-Raum sowie einigen europäischen Ländern eine dominierende oder zumindest nennenswerte Präsenz aufweist. LinkedIn ist mit knapp drei Millionen Mitgliedern im deutschsprachigen Raum ungefähr halb so groß wie Xing. Weltweit sind jedoch 170 Millionen Menschen bei LinkedIn registriert.

Und auch wenn Xing gerne auf die Tatsache verweist, dass man anders als LinkedIn mehr sei als eine Ansammlung von Lebensläufen, so überschneiden sich beide Dienste aus Nutzersicht in derart vielen Aspekten, dass die Notwendigkeit einer parallelen Pflege von Präsenzen bei beiden Netzwerken ein wenig erquickendes Unterfangen darstellt. Wer jedoch heutzutage Kontakte sowohl in der DACH-Region als auch im angloamerikanischen Bereich oder anderen Teilen der Welt hat und sich mit beiden Gruppen vernetzen möchte, ist genau dazu gezwungen. Persönlich wäre es mir daher mehr als recht, wenn beide Anbieter auf lange Sicht eins werden.

Xing steht LinkedIn im Weg

Wann dies geschehen würde, fragte ich mich zuletzt am Mittwoch, als Yelp die vollkommen logische Akquisition von Qype bekannt gab. Blickt man auf die historische Entwicklung derartiger “Zweikämpfe”, so sollte allen Beteiligten eigentlich klar sein, dass auch Xing in einer zunehmend globalisierten Welt langfristig nicht gegen LinkedIn bestehen können wird. Selbst wenn die Kalifornier am deutschen Markt deutlich stärker zu knabbern haben, als man dies zum Debüt der deutschen LinkedIn-Version Anfang 2009 hätte vermuten können. Aus Sicht von LinkedIn ist Xing das große Hindernis für den endgültigen Durchbruch in Europas größter Volkswirtschaft.

Die Frage ist also, was Burda sich von Xing erwartet. Und ob man am Firmensitz in München mitbekommen hat, wie es der VZ-Gruppe ergangen ist. Noch mag dieser Vergleich unpassend erscheinen, da Xing sogar noch immer Mitglieder gewinnt und generell den Anschein eines soliden Unternehmens macht. Trotzdem gibt es schlicht kein überzeugendes Argument, das nahelegt, Xing würde auch im Jahr 2020 noch im DACH-Raum eine wesentliche Rolle spielen. Dazu tendiert das Social-Networking-Segment einfach zu sehr in Richtung “Winner Takes it all”. Konservative deutsche Business-Kreise sorgen hier zwar für eine Verlangsamung dieser Entwicklung im Vergleich zum Aufstieg von Facebook und parallelen Niedergang der VZ-Netzwerke. Doch gerade als Exportland kommen deutsche Professionals nicht umher, sich mit ausländischen Geschäftskontakten zu vernetzen. Je mehr davon bei LinkedIn sind, desto größer ist der Druck, ebenfalls dort präsent zu sein. Sukzessive verlagert sich daraufhin die Nutzungsdauer von Xing zu LinkedIn. Es mag ein langsamer Prozess sein, aber das bedeutet nicht, dass er nicht stattfindet.

Synergiehoffnungen oder Aufhübschen der Braut?

Von daher gibt es drei Möglichkeiten, welchen Plan Burda mit Xing hat: Entweder geht der Medienkonzern irrtümlich davon aus, Xing könne seine gute Marktposition hierzulande auf Dauer halten. Oder man versucht, solange von Xing zu profitieren und Synergien zu nutzen, wie der Laden läuft, um anschließend neu zu entscheiden. Die dritte Möglichkeit aber wäre, dass Burda auf eine gewinnbringende Veräußerung an LinkedIn spekuliert und in den nächsten Monaten versuchen wird, die Braut mit ihren über 500 Angestellten für die Hochzeit schön zu machen.

Die Fakten liegen auf dem Tisch: LinkedIn hat ein klares Interesse daran, Xing unter seine Kontrolle zu bringen. Die typischen Dynamiken des Social Webs deuten darauf hin, dass auch bei den Geschäftsnetzwerken Deutschland nicht für alle Ewigkeit eine Insel im Linkedin-Meer bleiben wird. Und trotz aller Unterschiede sind sich Xing und LinkedIn grundsätzlich ähnlich genug, damit die Mehrzahl der Mitglieder keinen dauerhaften Anreiz hat, beide Dienste nebeneinander zu verwenden.

Ob Burda das auch so sieht?

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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18 Kommentare

  1. Ich gehe davon aus, dass man den Laden einfach zum Verkauf bereit machen will…

  2. LinkedIN ist einfach vom Konzept und Benutzeroberfläche her völlig unübersichtlich und wenn man hauptsächlich in DACH seine Partner hat recht überflüssig.

    Von den 3 Mio. Profilen in D. dürften viele Karteileichen sein. Auf Xing ist die Interaktion hingegen (zumindest gefühlt) seit Jahren unverändert hoch.

  3. Und interessant ist auch die Pteisstruktur. LinkedIn kostet den Nuzzer das zig-fache(!) von Xing.

  4. @ S Ticks ….. dafür brauchen die zig fachen (!) Nutzer bei LinkedIn gar keinen Premium Account. Bei Xing kann ich noch niemals vernünftig suchen oder einen Mod anschreiben, ohne einen Premium Account zu besitzen….

    http://linkedinsiders.wor…ccount-ist-zu-teuer/

    lG
    Stephan

  5. Für Xing spricht
    - viele aktive deutsche Gruppen, auch lokale Treffen
    - gutes Design, übersichtlicher wie LinkedIn
    - ist wesentlich preiswerter in der Bezahlversion
    - unterliegt deutschem Datenschutz, bei LinkedIn habe ich starke Bauchschmerzen

    • Die Punkte sprachen mal für Xing, leider überwiegen inzwischen die negativen:
      – sinnfreie Kontaktanfragen
      – Vertriebsnetzwerk für xy-fach vorhandene Dienstleistungen
      – nachlassende Qualität der Anbieter
      – Unübersichtlichkeit
      – fachlicher Austausch in den Gruppen – zumal zu jeder Thematik und jeder Region jeder eine neue Gruppe ins Leben rufen kann. Dies steht dem persönlichen Kennen lernen in den Regionalen Netzwerken völlig im Weg

      Und den Vergleich mit LinkedIn kann ich nicht nachvollziehen. Gruppen habe ich dort keine gefunden. Die Kontaktanfragen waren ähnlich sinnfrei wie inzwischen auch bei Xing.

      Und als ich noch über meine Email von absolut unseriösen SEO-Angeboten (überwiegend aus Amerika mit meines Erachtens gefakten deutschen Profilen)zugespamt wurden, bin ich da raus.

  6. und bei allen Vorteilen:
    Xing ist ein deutsches Unternehmen, bietet hier 500 Arbeitsplätze und zahlt hier Steuern. Zudem Impulse für die deutsche Internetökonomie.

    • Aus volkswirtschaftlichen und ideologischen Gründen sicher wichtig, aber in der Praxis hat das einfach keinen Einfluss auf die Entwicklung des Marktes. Kein Nutzer würde eine suboptimale Lösung akzeptieren (mal angenommen, man sieht die Koexistenz beider Dienste als suboptimal), nur damit in Deutschland ein paar Arbeitsplätze gesichert werden. Mag man verurteilen, aber ist einfach die Realität.

      Auch beim Thema Datenschutz sieht man, wie untergeordnet dieses Argument eigentlich ist, wenn man sich anschaut, wie Facebook trotz einer endlosen Reihe an Skandalen und Problemen unangefochtener Marktführer geworden ist. Netzwerkeffekte und die damit verbundenen Vorteile für User sind größer als ihre Bedenken rund um den Datenschutz.

    • @Martin
      Sicher ist ein unterlegenes Produkt kein Grund für “kauft deutsch”.
      Ich sehe Xing nicht als unterlegen an.

      Facebook ist keine Alternative zu Xing.
      Wegen des Datenschutzes bevorzugen viele Unternehmen/Unternehmer Xing, da sie ihr Netzwerk nicht über US-Stellen an ihre Mitbewerber offenlegen wollen. So zumindest mein Eindruck bei einigen Gesprächen.

    • Und was hilft es, wenn es ein deutsches Unternehmen ist, sich aber nicht an seinen überwiegend deutschsprachigen Nutzer orientiert.

      Mit dem Relaunch von 2011 ging es kontinuierlich bergab. Mit einer Vielzahl echter Kontakte auf Xing besteht kaum noch ein Austausch oder findet inzwischen auf facebook statt.

      Was den Datenschutz betrifft, kann man sich auch nicht sicher sein. Spätestens, wenn Burda eingestiegen ist, werden die Daten ausgewertet. Warum sonst sollte Burda ein Interesse an Xing haben außer wegen des großen Datenbestandes. ich glaube jedenfalls nicht, dass die Daten bei Xing sicherer sind als bei facebook oder goole +.

    • Hallo Frau Radtke,

      Sie haben im Bereich “Kunden fragen Kunden” damals gefragt, wie man denn seinen Account löscht. Daraufhin habe ich geantwortet mit Anleitung …. und von Ihnen erhielt ich eine recht pampige Antwort.

      Schön, dass Sie sich aus LinkedIn zurückgezogen haben.
      Beste Grüße
      Stephan Koß

      (PS: Meine Gruppen sind recht aktiv, wenn Sie die nicht gefunden haben, es gibt gute Tutorials für Newbies)

  7. Natürlich macht eine Übernahme von XING für LinkedIn grundsätzlich Sinn. Aber letztlich ist das eine Frage des Preises. Bislang war XING einfach immer zu teuer. Und je schneller LinkedIn in Deutschland wächst – und das Wachstum ist rasant – desto niedriger müsste ein Übernahmepreis sein, um für LinkedIn attraktiv zu sein. Die Strategie der Brauthübschung für einen anschließenden Verkauf kann deshalb für Burda langfristig nicht gut ausgehen – es sei denn, man findet einen Dummen. Kurzfristig mag Burda aber eine Stabilisierung des Unternehmenswerts gelingen. Und das ist wichtig, weil man sonst seine alten Anteile langsam aber stetig abschreiben müsste. Eine relevante synergetische Funktion im Medien-Portfolio von Burda kann ich aber beim besten Willen nicht erkennen. Eher setzt sich der Zick-Zack-Kurs des Hauses im Internet fort.

  8. Sehr geehrter Herr Koß,

    interessant, dass Sie hier nachtreten. Sie vergessen leider den ersten Teil der Geschichte. Ich hatte bei LinkedIn nachgefragt, wie es sein kann, dass ich über LinkedIn mit äußerst fragwürdigen Angeboten zugespamt werde und erhielt darauf keine Antwort. Das ging über Wochen und immer wieder neue Angebot zu SEO-Seiten, bei denen nur der Link zur Kontaktaufnahme stimmte – gleich mit Email zum Antworten. Es gab einige Foren, die sich darüber lustig gemacht haben. Die Profile waren angeblich aus Deutschland, aber die Gesichter waren beliebig austauschbar.
    Aber ein guter Nutzer nimmt das gelassen hin, dass seine Email-Adressen einfach so zur freien Verfügung stehen. Denn diese Personen waren nicht mal Kontakte meiner Kontakte.

    Dann bin ich eben ein schlechter Nutzer. So plump passiert das nicht mal in Xing.

    Dann fragte ich, wie ich den Account aufgeben kann. Es wurde nicht mal andeutungsweise gefragt warum, sondern nur erklärt, wie es geht.

    Und jetzt dieses öffentliche Nachtreten. Das ist ja ein “tolles” Netzwerk. So empfiehlt sich jedes Netzwerk selbst so gut es kann.

    Kopfschüttel
    Astrid Radtke

  9. Option 4: Burda kauft auch noch LinkedIn.

  10. Xing ist deutsch und alle ausländischen Wettbewerber werden sich am deutschen Markt die Zähne ausbeissen. Für rein deutsche Kontakte ist Xing ausreichend, aber insgesamt viel zu provinziell. Die Angebote sind teilweise unnütz, zwar lokal, aber wer will den lokal netzwerken?….

  11. Ich habe mich mal bei XING und LinkedIn angemeldet. Dem ersten Eindruck nach findet man ehemalige Kollegen bei Xing schneller als bei LinkedIn. auch die Gruppen bei Xing finde ich gut. Daher hoffe ich mal, daß XING erst mal noch unabhängig bleibt !

2 Pingbacks

  1. [...] seit Jahren für den Premiumaccount zahlende Nutzer wie Martin Weigert sind skeptisch, was die Zukunft von Xing angeht: Die Frage ist also, was Burda sich von Xing [...]

  2. [...] den Erwartungen entspricht, wird das leider zu einer Einbahnstraße. Netzwertig schreibt von der Dynamik des sozialen Netzes. Dass bei den riesigen Serverkapazitäten und den ständigen Softwareanpassunggen Einnahmen erzielt [...]

 
vgwort